Sperrgebiet nach weiterem ASP-Fund in Katalonien ausgeweitet
Nach 30 Jahren ist im November 2025 erstmals auch in Spanien die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Zwei infizierte Wildschweine waren im Raum Barcelona (Katalonien) aufgefunden worden. Seitdem breitet sich die Tierseuche weiter aus. Mittlerweile sind zwölf Gemeinden in der Provinz Katalonien von Ausbrüchen betroffen. Zuletzt war ein infiziertes Wildschwein in einer bislang unbetroffenen Region entdeckt worden, was zu einer Neuausrichtung der Gebietsgrenzen der ASP-Sperrzone geführt hat.
Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Monaten 248 infizierte Tiere gefunden. Rund 3.740 weitere Tiere wurden nach Angaben des spanischen Landwirtschaftsministerium untersucht und negativ auf das Virus getestet.
Mahd und Wildtierschutz gehören zusammen!
Die Frühjahrsmahd steht an. Jedes Jahr sterben dadurch viele junge Wildtiere, da sie sich in den Wiesen verstecken. Häufig verhindert ihr angeborenes Schutzverhalten, dass sie nicht vor der Mähwerk davon laufen. Landwirt:innen sind daher verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren vor und während des Mähens zu ergreifen. Dazu gehören die Absprache mit dem Jagdpächter, damit vorher die Flächen abgesucht oder andere Maßnahmen zur Vergrämung der Tiere ergriffen werden können. Auch Wärmebilddrohnen können zum Einsatz kommen, deren Anschaffung gefördert wird. Auch technische Lösungen wie Infrarotsensoren gewinnen an Bedeutung.
Wichtig ist aber auch, zusätzlich die Mähstrategie zu optimieren. Das bedeutet, es sollte zwingend von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen gemäht werden. Dies ermöglicht es zumindest erwachsenen Wildtieren, in sichere Randbereiche zu flüchten.
Zahl der Heimtiere bei stabilen Umsätzen gesunken
Die deutsche Heimtierbranche hat trotz anhaltender wirtschaftlicher Belastungen der Tierhalter:innen im Jahr 2025 den Umsatz auf einem hohen Niveau halten können. Der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kamen gut 1,5 Milliarden Euro über den Online-Handel sowie 134 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Somit belief sich der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche in 2025 auf knapp 7 Milliarden Euro.
Der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung blieb im Vergleich zu 2024 mit rund 4,3 Milliarden Euro fast unverändert (plus 0,3 Prozent). Das Segment Bedarfsartikel und Zubehör hingegen entwickelte sich rückläufig, mit einem Umsatz von nicht ganz 1,1 Milliarden Euro und einem Minus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Der deutsche Heimtiermarkt ist ein stabiler, gesellschaftlich verankerter Markt mit einer verlässlichen Nachfrage. Dennoch nehmen die wirtschaftlichen Belastungen zu – für Hersteller, Händler als auch für Tierhalterinnen und Tierhalter“, kommentiert Norbert Holthenrich, Präsident des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e.V. „Das Wohl der Heimtiere bleibt für Tierfreunde jedoch nach wie vor zentral, weshalb sie in eine gesunde Ernährung und Pflege ihrer Heimtiere investieren.“
„Die gesamtwirtschaftliche Lage ist derzeit für alle herausfordernd, für die Hersteller von Heimtierprodukten ebenso wie für Tierhalterinnen und Tierhalter“, so Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V.
„Katzen, Hunde, Nager und Co. können das Leben ihrer Halterinnen und Halter auf vielfältige Weise bereichern und gerade auch in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten großen Halt geben. Das spiegelt sich in der anhaltend hohen Gesamtzahl der Mitbewohner mit Fell, Federn, Flossen oder Schuppen wider. Wichtig ist dabei eine verantwortungsvolle Haltung, die das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellt“, so Müller weiter.
Allerdings hat sich die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Heimtiere verringert, und zwar von 33,9 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Co. im Jahr 2024 auf 33,4 Millionen im Jahr 2025. Vor allem die Zahl der Katzen (0,2 Millionen) und Hunde (0,5 Millionen) ist rückläufig.
EU beschließt Registrierpflicht für Hunde und Katzen
Am 28. April 2026 ist die „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über das Wohlergehen von Hunden und Katzen und ihre Rückverfolgbarkeit“ final im EU-Parlament verabschiedet worden. Eine formale Bestätigung der Verordnung durch den Rat der Europäischen Union wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet, wodurch die Verordnung voraussichtlich im Juni 2026 in Kraft treten würde.
Dies würde zu einem stark verbesserten Schutz von Millionen Hunden und Katzen in der EU führen, so die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN. „Innerhalb von vier Jahren müssen Anbieter:innen von Hunden und Katzen diese mit einem Transponder kennzeichnen und in einem Heimtierregister registrieren lassen. Nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren gilt die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für privat gehaltene Hunde, nach 15 Jahren auch für privat gehaltene Katzen. Eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht macht es für illegale Züchter:innen und Verkäufer:innen sehr schwer, ihrem perfiden Geschäft anonym nachzugehen."
Darüber hinaus erleichtert es die verpflichtende Kennzeichnung, entlaufene Tiere schnell wieder mit ihren Halter:innen zusammenzubringen, weshalb bereits heute alle Tiere gechippt und registriert sein sollten. „Von der Bunderegierung fordern wir, dass im Online-Handel die Registrierung der Hunde und Katzen verifiziert wird, noch bevor eine Verkaufsanzeige veröffentlicht wird. Nur so können Tierleid wirklich verhindert und Verbraucher:innen wirklich geschützt werden“, sagt Gerald Neubauer von VIER PFOTEN.
Die Verordnung sieht ab Mitte 2030 EU-weit vor, dass alle Anbieter:innen von Hunden und Katzen die Tiere mit einem Mikrochip kennzeichnen und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Ab Mitte 2036 gilt diese Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht auch für alle privat gehaltenen Hunde, ab Mitte 2041 auch für privat gehaltene Katzen. Diese Regeln zur obligatorischen Kennzeichnung und Registrierung werden nach Ansicht von VIER PFOTEN den illegalen Heimtierhandel deutlich erschweren.
Um den illegalen Handel auf Online-Plattformen zu bekämpfen, sieht die Verordnung außerdem ein Verifizierungssystem für auf Online-Plattformen angebotene Hunde und Katzen vor. Zudem werden europaweite Mindeststandards für die Zucht von Hunden und Katzen eingeführt, wie beispielsweise eine artgerechte Ernährung, tierärztliche Versorgung und Schutz vor Misshandlung. Die beschlossenen Mindestanforderungen tragen außerdem dazu bei, unregulierten Hinterhofzuchten und Tierquälerei in Vermehrerstationen Einhalt zu gebieten, so VIER PFOTEN.
Tierärzt:innen leisten wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit
Veterinärmediziner:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft. Darauf weist die österreichische Tierärztekammer anlässlich des am vergangenen Samstag begangenen World Veterinary Day hin.
Der Welttierärztetag hat das Ziel, die zentrale Rolle der Tierärzt:innen für Gesellschaft und öffentliche Gesundheit sichtbar zu machen. „Unsere Arbeit als Tierärzt:innen reicht weit über die medizinische Versorgung von Tieren hinaus: Wir sind Frühwarnsystem, Seuchenbekämpfer:innen und wirtschaftliche Stabilitätsfaktoren zugleich“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
So leisten Tierärzt:innen einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten Landwirtschaft, unter anderem durch die Betreuung von Betrieben im Bereich Biosicherheitsmaßnahmen, was in Anbetracht grassierender Tierseuchen besonders bedeutsam sei, so Frühwirth.
„Wir Tierärzt:innen erkennen Entwicklungen frühzeitig und tragen entscheidend dazu bei, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten – zum Schutz von Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und letztlich auch der menschlichen Gesundheit“, betonte der ÖTK-Präsident. „Tierärzt:innen sichern nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Tierärztliche Arbeit wirkt sich direkt auf Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion aus.“
Gerichtsurteil wird Putenhaltung stark verändern
Am Donnerstag (23.04.2026) hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil gegen einen Putenmastbetrieb ausgesprochen, das eine umfassende Diskussion ausgelöst hat und als ein wegweisendes Signal für den Tierschutz angesehen wird. Der Beklagte ist ein Putenmastbetrieb in Baden-Württemberg, gegen dessen Haltungsbedingungen ein in dem Bundesland ansässiger Tierschutzverband im Jahr 2024 geklagt hatte. Neben fehlender Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere stand auch das umstrittene Schnabelkürzen im Fokus der Klage.
Das Bundesverwaltungsgericht hat nun in dritter Instanz entschieden, dass die Haltungsbedingungen in diesem Betrieb mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar sind.
Das Urteil nimmt Miriam Staudte, Landwirtschaftsministerin des Landes Niedersachsen, zum Anlass, auf die Defizite in der Putenhaltung in Deutschland hinzuweisen und klare und verlässliche gesetzliche Mindestanforderungen im Tierschutz zu fordern. „Zwar zielt das Bundesverwaltungsgericht zunächst auf einen konkreten Einzelfall ab und stellte fest, dass die Haltungsbedingungen eines putenhaltenden Betriebes in Baden-Württemberg nicht mit den Grundsätzen des § 2 des Tierschutzgesetzes im Einklang stehen. Dennoch wird dieses Urteil maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Branche haben, weil die kritisierten Bedingungen sehr weit verbreitet sind. Wenn uns das Urteil vorliegt, werden wir als Land mit viel Putenhaltung in bestimmten Regionen sehr schnell prüfen, welche weiteren Schritte wir in Niedersachsen initiieren können“, so die Ministerin. Ihr zufolge könnte nun sogar eine Klagewelle drohen.
Konkret fordert Staudte, dass weniger Puten in einem Stall zusammenleben müssen und dass es Strohballen und Pickblöcke für die Tiere gibt.
„Im Februar hat die Europäische Lebensmittelbehörde wissenschaftliche Empfehlungen zur Putenhaltung vorgelegt, von denen die deutschen Zustände Lichtjahre entfernt sind. Für eine entsprechende Anpassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung existieren seit Jahren konkrete Vorarbeiten der letzten beiden Vorgänger-Regierungen. Anstatt auf eine EU-Putenhaltungsverordnung zu warten, liegt es nun an der amtierenden Bundesregierung, diese Vorlagen aufzugreifen, nachzubessern und zügig umzusetzen“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund, der das Urteil begrüßt.
ND-Impfung für alle Geflügelhaltungen verpflichtend
Brandenburg und Bayern verzeichnen immer wieder neue Ausbrüche der Newcastle Disease (ND). Von Polen und Tschechien hatte sich die Tierseuche bis über die deutsche Grenze hinweg ausgebreitet. Bislang mussten mehr als zwei Millionen Tiere allein in Brandenburg gekeult werden.
Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhaltungen von Ausbrüchen betroffen. Umso wichtiger sei die Impfung der Bestände, das beträfe sowohl gewerbliche als auch private Haltungen, sagt Thorsten Arnold, Fachtierarzt für Geflügel aus Ankum. Er appelliert dringend an alle Geflügelhalter:innen, den aktuellen Impfstatus umgehend zu prüfen und fehlende Impfungen schnellstmöglich nachholen. Arnold weist zudem darauf hin, dass die Impfung alle sechs Wochen wiederholt werden muss.
Da Impfstoffe meist nur in großen Mengen abgegeben wird, organisieren einige Tierarztpraxen und Geflügelvereine aktuell sogenannte Impftage, um den Impfstoff gemeinsam zu nutzen und in kleineren Mengen an mehrere Halter:innen verteilen zu können.
Sofern eine Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und eine Dokumentation der Anwendung erfolgt sowie ein Impfplan erstellt wurde, dürfen Hobbyhalter:innen ihre Tiere selbst impfen - etwa über das Trinkwasser, als Spray oder per Augentropfen. Jedoch müsse der Bestand vor der Impfung klinisch untersucht werden, betont der Fachtierarzt. Denn nur gesunde Tiere dürften geimpft werden.
Neben der Impfung gewinne aber gerade jetzt auch die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen an Bedeutung. Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.
KI vereinfacht Schmerzüberwachung bei Labormäusen
Trotz zahlreicher vielversprechender Methoden kann die Forschung nicht gänzlich auf Versuche mit Tieren verzichten. Im Fokus steht dabei -oder sollte stehen- das Wohlbefinden der Tiere. Schmerzen sollen möglichst vermieden werden.
Bislang werden die Versuchstiere von den beteiligten Forschenden beobachtet, die beispielsweise anhand einer veränderten Mimik und einem Vergleich mit entsprechenden Detailfotos, das Wohlbefinden und eventuelle Schmerzen der Tiere beurteilen. Das ist jedoch zeitaufwendig und subjektiv und verursacht bei den Tieren zusätzlichen Stress.
Ein an der ETH Zürich entwickeltes neues System nutzt Künstliche Intelligenz (KI) zur Überwachung von Wohlbefinden und Schmerz bei Mäusen und könnte das Tierwohl bei den Versuchstieren grundlegend verbessern. Dabei filmen zwei Kameras die Mäuse durchgehend. Mit Hilfe von maschinellem Sehen und Lernen werden sowohl Gesichtsausdruck und Körperhaltung der Mäuse automatisch beurteilt. Zusammengekniffene Augen, eine Wölbung von Nase und Wangen sowie eine veränderte Ohrenstellung oder Tasthaare, die ein Hinweis auf Schmerz und Unwohlsein sein können, werden mittels eines Algorithmus in Echtzeit ausgewertet. Das sogenannte Grimace-System wählt automatisch die aussagekräftigsten Bilder aus und bewertet die Merkmale, die auf einen erhöhtes Maß an Schmerzen hindeuten könnten. So können die Forschenden direkt erkennen, ob die Tiere leiden und unter Umständen mit zusätzlichen Schmerzmitteln versorgt werden müssen.
Das ganze System inklusive Software wurde von Mitarbeitenden des 3R-Hubs entwickelt – und wird nun als Open-Source-Bausatz mit der ganzen Welt geteilt. „Die Idee ist, dass es möglichst viele Nutzende ohne Aufwand standardisiert zusammenbauen und anwenden können – und dass die Daten miteinander vergleichbar sind“, betont Oliver Sturman, Leiter des 3R-Hubs an der ETH Zürich.
Dänemark steigt aus Ferkelkastration aus
Dänemark will die chirurgische Kastration von männlichen Saugferkeln bis Ende 2029 abschaffen. Gemäß einer vom dänischen Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft (Landbrug & Fødevarer) und der dänischen Regierung entwickelten Tierschutz-Initiative soll der Ausstieg schrittweise erfolgen. Die Schweinebranche steht nach Berichten des Verbandes hinter dem Kastrations-Ausstieg.
Für die Schweinehalter:innen in Deutschland bedeutet diese Maßnahme grundlegende Veränderungen. Da der skandinavische Nachbar bislang der Hauptlieferant für Importferkel darstellt, müssten sich die Mäster:innen spätestens ab dem Stichtag 1. Januar 2030 auf die Haltung von Jungebern bzw. mit Immunokastration behandelte Ferkel einstellen oder sich zeitnah neue Ferkellieferanten suchen.
Grundsätzlich hofft die dänische Schweinebranche, dass der Exportmarkt, einschließlich Deutschland, mit der neuen Tierschutz-Initiative mitziehen wird.
Raben im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest
Die Nahrung von Kolkraben, den größten Singvögeln weltweit, besteht neben Früchten, Insekten und Schnecken hauptsächlich aus Aas. Diese Tatsache hat Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin auf die Idee gebracht, die Raben für die Suche von verendeten Wildschweinen einzusetzen. Mit Hilfe von Sendern, die an dem Rücken der Vögel befestigt werden, können so schnell mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Kadaver aufgespürt und geborgen werden.
Eine schnelle Bergung toter Tiere sei entscheidend im Kampf gegen die ASP-Ausbreitung, betont Jörg Melzheimer, Projektleiter am Leibniz-IZW. „Wenn infizierte Schweine, das passiert immer wieder mal, diese Schutzzäune überwinden, ist es wichtig, dass, wenn sie dann verenden, ganz schnell aus dem System entfernt werden, damit sich nicht neue anstecken können”, so der Wildtierbiologe.
„Die Sender haben GPS und einen Beschleunigungssensor verbaut und sind solarbetrieben. Die Sonne lädt sie wieder auf, das heißt, die sind autark betriebsfähig", ergänzt Wissenschaftler Alexander von Canal forscht. Sie seien außerdem so konstruiert, dass die Kolkraben durch das Mitführen nicht beeinträchtigt werden, so der KI-Spezialist.
Damit die Sender den Tieren umgeschnallt werden können, müssen sie zunächst in einer großen Falle aus Holz und Maschendraht gefangen werden. Um die Tiere anzulocken, kommt ein Fleischköder zum Einsatz. Eine Wildtierkamera meldet schließlich, wenn ein Vogel in die Falle geht.
Die Forschenden erhoffen sich neben dem Auffinden von Wildschweinkadavern auch viele Daten über das Leben der Raben.
Südafrika geht mit umfangreichen Impfungen gegen MKS vor
In Südafrika grassiert seit August vergangenen Jahres die Maul- und Klauenseuche (MKS). Schwerste Ausbrüche verzeichnete das Land besonders im Februar 2026. Inzwischen hat sich die Seuche in fast allen Provinzen ausgebreitet. Als Konsequenz unterliegen viele landwirtschaftliche Betriebe der Quarantäne. Zudem wurden Viehauktionen eingestellt sowie Tiertransporte gestoppt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Angesichts der sich verschärfenden Lage hat sich Südafrika Impfstoffe gesichert. Nach den Angaben der südafrikanischen Regierung hat das türkische Unternehmen Dollvet zwei Millionen Dosen Maul- und Klauenseuche-Impfstoff geliefert, die in den kommenden Tagen je nach Tierbestand und Risiko an die Provinzen verteilt werden sollen. Das Landwirtschaftsministerium teilte zudem mit, dass weitere vier Millionen Dosen bestellt worden seien. Fünf Millionen Impfstoffdosen hat das Ministerium außerdem in Argentinien bestellt. Die Lieferung soll in zwei Tranchen erfolgen, sobald die südafrikanische Arzneimittelbehörde die Importgenehmigung erteilt hat, hieß es in der Erklärung
Nach Meinung zahlreicher Viehhalter:innen hat die Regierung Südafrikas jedoch viel zu spät auf das Seuchengeschehen reagiert, was daher zu massiven Verluste geführt habe. So drohen der Regierung einige Klagen seitens der Tierhalter:innen..
Nach Plänen der Regierung sollen 80 % der etwa 14 Millionen Rinder in dem Land geimpft werden. Das Landwirtschaftsministerium gab bekannt, dass es einen Teil der Impfstoffdosen für die Schweinehaltung bereitstellen werde, da auch Schweine von Maul- und Klauenseuche betroffen sein können.
Einsatz von Versuchstieren in 2025 weiter gesunken
Im dritten Jahr in Folge ist die Zahl der eingesetzten Versuchstiere im Max Delbrück Center (MDC) und seinen Partnerinstitutionen, unter anderem kooperierende Arbeitsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und des Forschungszentrums DESY (Deutsches Elekronen-Synchrotron), gesunken. Insgesamt haben die Forschenden rund 23.870 Tiere für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt, was einem Minus von rund 7.600 Tieren im Vergleich zu 2024 gleichkommt.
In der Mehrzahl haben die Wissenschaftler:innen Mäuse eingesetzt (20.802), gefolgt von Ratten (1.521), Zebrafischen (1.406) und Nacktmullen (149). Nahezu 5.000 der eingesetzten Tiere waren genetisch nicht verändert, im Gegensatz zu rund 17.800 Tieren, die jedoch keine pathologischen Symptome zeigten. 1.108 Tiere waren so verändert, dass sie Symptome entwickelten. Durch die gezielten Eingriffe ins Erbgut gelingt es den Forschenden, physiologische Prozesse im gesunden und erkrankten Organismus besser zu verstehen.
Fast die Hälfte der Tiere (10.644) wurden für wissenschaftliche Zwecke getötet, sie gelten als nicht belastet. Auch bei den anderen Versuchstieren (insgesamt 13.234) war der Belastungsgrad laut Angaben der Forschenden meist gering. Bei 3.579 Tieren haben die Teams ihn als mittel und bei 184 Tieren als schwer eingestuft.
Die 3R-Regel (Replace, Reduce, Refine) gilt auch bei den Forschenden des Max Delbrück Centers. Demnach sind alle Forschenden angewiesen, die Zahl ihrer Versuchstiere so gering wie möglich zu halten, Schmerzen und Leid der Tiere zu minimieren und, wann immer es geht, auf Ersatzmethoden zurückzugreifen.
Wie das Institut mitteilt, sei auch in Zukunft nicht komplett auf Tierexperimente zu verzichten, da es für viele Fragestellungen in den Lebenswissenschaften bislang keine Alternative gebe. Der menschliche Körper ist äußerst komplex, fast immer beeinflussen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Zellen, Geweben und Organen seine Funktionen und auch die Effekte, die mögliche neue Medikamente haben. Dieses Zusammenspiel lässt sich oft nur im lebenden Organismus erforschen.
Weltweit größter Schweinemarkt in der Krise
Auch in China machen sich die aktuellen Konflikte in verschiedenen Branchen bemerkbar. So kämpfen unter anderem die Schweinehalter:innen des weltweit drittgrößten Landes mit steigenden Kosten für Öl, Getreide und Futtermittel. Gleichzeitig fallen die Preise für Schweine weiter in den Keller und haben inzwischen ein Acht-Jahres-Tief erreicht. Der Hauptgrund dafür liegt in der sinkenden Nachfrage, die auf massive Überkapazitäten trifft. Diese basiere nach Meinung von Expert:innen auf der rasanten Industrialisierung der Branche, was sich auch nagativ auf die Fleischqualität und damit auf die nachfrage auswirke.
Die Vorgaben der Regierung, die Bestände zu regulieren und das Schlachtgewicht auf etwa 120 kg zu begrenzen, wurden von der Branche nicht befolgt. Chinas Landwirtschaftsminister Han Jun hat die großen Agrarkonzerne des Landes daher aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen, die Reduzierungsanforderungen umzusetzen und von einer rücksichtslosen Expansion abzusehen.
Die angestrebten Maßnahmen sind im ersten Quartal 2026 ins Gegenteilige gerutscht. So ist die Produktion um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 16,69 Millionen Tonnen gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten wurden rund 200,26 Millionen Schweine geschlachtet, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Die Regierung wird sich nun intensiver bemühen, die Bestandsverkleinerung voranzutreiben.
Wirtschaftlicher Druck für Tierheime wächst
Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), die Ende 2022 in Kraft getreten ist, bringt vermeintlich auch immer mehr Tierheime in eine finanzielle Schieflage. Dies erklärt der Deutsche Tierschutzbund damit, dass einerseits die Institutionen mehr Geld für eigene Tierarztbesuche aufbringen müssen, andererseits sind Tierhaltende immer häufiger gezwungen, sich von ihren Tieren zu trennen, da sie sich die tiermedizinische Behandlungen nicht mehr leisten könnten.
Das ist dasErgebnis einer aktuellen Umfrage, die der Deutsche Tierschutzbund unter Tierschutzvereinen durchgeführt hat. Demnach haben 80 Prozent der Befragten erklärt, dass die Zahl der abgegebenen Tiere gestiegen ist. Zudem geben 60 Prozent der Tierheime an, dass sie seit der Anpassung der GOT in wachsendem Maße Fundtiere aufnehmen müssen, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden. Nicht selten sind die betroffenen Tiere alt oder krank, was ihre Weitervermittlung erschwert.
Angesichts dieser angespannten Lage fordert der Deutsche Tierschutzbund von den Kommunen, dass sie die Kosten für die Betreuung von Fundtieren vollumfänglich übernehmen. „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Die Erhöhung der GOT sei zwar dringend notwendig gewesen, jedoch hätte diese die ohnehin schon sehr belasteten Tierheime und Tierschutzvereine sehr hart getroffen, so Schröder. Daher setzt sich der Deutsche Tierschutzbund bei der für 2026 geplanten Evaluierung der GOT für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein. Tierhaltenden wird dringend geraten, sich frühzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren bzw. eine solche abzuschließen. Je jünger und gesünder das Tier, um so niederiger sind die Beitragskosten.
Jagdsaison auf Ochsenfrösche beginnt
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Lithobates catesbeianus), seit den 1990er Jahren besonders in Baden-Württemberg eine invasive Froschart, ist mit einer Größe von bis zu 25cm heimischen Fröschen deutlich überlegen. Neben diesen gehören auch Fische bis hin zu kleinen Vögeln zum Speiseplan der Ochsenfrösche. Da den Amphibien hierzulande natürliche Feinde wie Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen, kann sich die Art schnell ausbreiten.
Um das zu verhindern und auch die heimische Tierwelt zu schützen, lässt das baden-württembergische Regierungspräsidium die Tiere töten. Die Zahl der Tötungen ist im vergangenen Jahr explosionsartig in die Höhe geschnellt. So seien nach offiziellen Angaben in 2025 in der Region um Karlsruhe nahezu 7.000 Ochsenfrösche erschossen worden. Darunter waren mehr als 600 ausgewachsene Tiere sowie rund 6.350 Jungtiere. Damit seien im Vergleich zum Vorjahr fast neunmal so viele der Frösche erlegt worden, so eine Sprecherin der Landesregierung. „2025 waren die (Witterungs-)Bedingungen für die Bejagung deutlich besser als 2024, sodass mit vergleichbarem Aufwand diese deutlich höhere Zahl von Tieren entnommen werden konnte.“
Zudem wurden im letzten Jahr mehr als 16.000 Kaulquappen aus den betroffenen Gewässern geholt worden. Während die offizielle Jagdsaison auf die Frösche in wenigen Tagen startet, werden die Kaulquappen ganzjährig bejagt.
Außerdem werden die Randbereiche des Verbreitungsgebietes regelmäßig kartiert, um eine Ausbreitung in bisher unbesiedelte Gebiete umgehend zu erkennen und unterbinden zu können. Da in der jüngsten Vergangenheit auch schon Exemplare in Gartenteichen gesichtet wurde, ist die Bevölkerung aufgerufen, eventuelle Funde von ungewöhnlich großen Kaulquappen oder Fröschen umgehend zu melden.
World Veterinary Day: mehr Wertschätzung für die tierärztliche Arbeit
Am 25. April 2026 wird der World Veterinary Day begangen. Der internationale Ehrentag der Tiermediziner:innen wird seit inzwischen 26 Jahren immer am letzten Aprilsamstag gefeiert.
Mit diesem Feiertag soll die Arbeit der Veterinärmediziner:innen gewürdigt werden. Denn Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit, betont der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT), der sich mehr Wertschätzung für den Berufsstand wünscht.
Neben der Behandlung der tierischen Patienten kümmern sich Tierärzt:innen auch um wichtige präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie die Beratung von Tierhaltenden. Die Arbeitsbelastung ist regelmäßig auf einem hohen Niveau, hinzu kommen psychische Belastungen wie das Einschläfern von Tieren oder aggressives Verhalten von Patientenbesitzer:innen. Aber auch der wachsende organisatorische Aufwand und das mangelnde Verständnis können zu chronischem Stress und emotionaler Erschöpfung, bis hin zu gesundheitlichen Folgen, führen.
Um das zu vermeiden, sei ein respektvoller Umgang miteinander von zentraler Bedeutung, heißt es auf der Internetseite des BfT. Dieser beginnt bereits beim Besuch in der Praxis, durch Verständnis für auftretende Wartezeiten, Akzeptanz medizinischer Entscheidungen, realistische Erwartungen und eine offene, konstruktive Kommunikation.
Der World Veterinary Day bietet die Gelegenheit, die Arbeit der Tierärztinnen und Tierärzte bewusst zu würdigen.
Weitere ND-Ausbrüche in Brandenburg und Bayern
Die Newcastle-Krankheit (ND) breitet sich im Süden und Osten Deutschlands weiter aus. Neben einem aktuellen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb in Brandenburg ist die Tierseuche auch im bayerischen Gemeindebereich Gangkofen bestätigt worden.
Der neueste Ausbruch der anzeigepflichtigen Tierseuche in Brandenburg ereignete sich am Ende der vergangenen Woche in einem Hähnchenmastbetrieb im Kreis Märkisch-Oderland mit mehr als 126.000 Tieren, die alle gekeult werden mussten. Damit hat sich die Zahl der Ausbrüche in Brandenburg auf 19 erhöht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den Virusnachweis am Sonntag bestätigt. Nach Informationen des Ministeriums in Potsdam gehören die nachgewiesenen Viren zu einem Genotyp, der insbesondere in den osteuropäischen Ländern zirkuliert.
Ein weiterer Ausbruch der ND in Bayern ist zudem in Ganghofen bestätigt worden. Betroffen ist hier ein Geflügelbetrieb mit 40.000 Tieren, die bereits alle getötet wurden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das zuständige Landratsamt Rottal-Inn ordnete alle erforderlichen Schritte nach dem Tierseuchenrecht an.
Für Geflügelhalter:innen in den von der ND betroffenen Gebieten gelten weiterhin strikte Regeln. Darunter fallen unter anderem die deutliche Verstärkung und Überwachung der Biosicherheitsmaßnahmen. Nach Informationen des FLI kann das Virus auch über die Luft und kontaminierte Materialien sowie über Anhaftungen an Schuhwerk, Kleidung oder Maschinen übertragen werden. Nur mit der strengen Einhaltung von Hygienemaßnahmen könne der Eintrag in Bestände verhindert werden, so das Institut.
Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen dazu eine entsprechende Online-Fortbildung.
Nomos-Verlag bringt Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht heraus
Der Baden-Badener Verlag Nomos hat mit der TieR – Zeitschrift für das gesamte Tierschutzrecht ein neues Fachmedium auf den Markt gebracht, das für sowohl für Tierärzt:innen im amtlichen Dienst als auch Jurist:innen in Kanzleien, Behörden und Justiz hilfreich sein wird. Die Fachpublikation wird sechsmal pro Jahr erscheinen und soll eine bislang spürbare Lücke im juristischen Zeitschriftenwesen schließen.
Jede Ausgabe soll rechtssichere Orientierung, interdisziplinäre Perspektiven und konkrete Arbeitshilfen bieten. Dabei soll in den Ausgaben ein breites Themenspektrum abgedeckt werden, angefangen vom Artenschutzrecht über das Jagdrecht bis hin zum Recht der Tierversuche, Verbände und Vereine sowie Zirkus- und Zoohaltung.
Wissenschaft, NGOs und Verbände, die belastbare Antworten zu Tierschutz- oder Artenschutzfragen benötigen, werden in der neuen Publikation sicher fündig. Gerade für die amtstierärztliche Praxis dürfte die Zeitschrift eine wertvolle Ergänzung darstellen, da sie die rechtlichen Rahmenbedingungen des täglichen Vollzugsgeschehens systematisch aufbereitet.
Mehr Gehalt für TFA ab Mai
Nach drei Verhandlungsrunden über den neuen Gehaltstarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) konnten sich der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einen Tarifkompromiss einigen.
Die Tarifpartner legten für die kommenden 18 Monate einen neuen Tarifvertrag fest, der zum 1. Mai 2026 in Kraft treten wird. Die erste Erhöhung der Gehälter startet im kommenden Monat, ab dem 1. Januar 2027 wird dann die nächste Stufe wirksam. Im Durchschnitt steigen die Gehälter über den gesamten Tarifzeitraum um etwas mehr als 3 Prozent.
Außerdem werden die TFAs der Tarifgruppen I bis IV mit dem Junigehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro brutto erhalten.
Auch die Auszubildenden dürfen sich freuen: ihre Vergütung steigt mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2026/2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 1.000 Euro, im zweiten auf 1.100 Euro und im dritten auf 1.200 Euro. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die Evaluierung der GOT haben die Tarifpartner einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der den Tierarztpraxen und -kliniken Planungssicherheit gibt“, zeigt sich TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann des vmf zufrieden.
Nationale Impfstrategie für Zootiere gefordert
Neben den Schutzimpfungen von Menschen gerät auch die Vakzination von Tieren immer mehr in den Fokus. Impfungen helfen, Nutz- und Hobbytiere gesund zu erhalten und sichere Lebensmittel zu produzieren sowie Tierseuchen wirksam zu bekämpfen und dadurch auch die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. So gibt es nach Informationen des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) aktuell Impfstoffe, die zur Vorbeugung von mehr als 100 verschiedenen Tierkrankheiten eingesetzt werden können. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte, betont die Österreichische Tierärztekammer.
Den Welttag der Tierimpfung, der am 20. April 2026 in diesem Jahr bereits zum 11. Mal gefeiert wird, nimmt der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) zum Anlass, vor den Seuchenrisiken für ganze Tierarten hinzuweisen und eine nationale Impfstrategie für Zootiere zu fordern. Denn zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tierarten, leben in Zoos und Tierparks. Unter anderem haben Lebensraumverlust und Wilderei dazu geführt, dass viele dieser Tierarten nur noch selten in der freien Natur anzutreffen sind.
Tierseuchen wie die Aviäre Influenza, Afrikanische Schweinepest oder die Blauzungenkrankheit haben sich in den letzten Jahren dramatisch in nahezu allen Weltregionen ausgebreitet und zu massiven Tierverlusten geführt. Für sehr minimierte Tierarten besteht im Fall eines Seuchenausbruchs ein enorm hohes Risiko des Aussterbens.
Der VdZ fordert daher Zulassungsverfahren für Zoo- und Wildtierimpfstoffe, nationale Impfstoffreserven für gefährdete Arten und eine gezielten Forschungsförderung.
„Krankheitserreger machen nicht Halt vor Zäunen oder Stalltüren. Tierimpfung ist keine Nischenfrage - sie ist eine gesamtgesellschaftliche Investition in Gesundheit und biologische Vielfalt. Daher fordern wir aktuell eine nationale Impfstrategie für Zoovögel gegen die Geflügelpest", betont Volker Homes, VdZ-Geschäftsführer. „Dies muss einhergehen mit der Zulassung von Impfstoffen auch für Zoovögel und Auflagen, die auf die gelebte Praxis in Zoos angepasst sind."
Um auch weiterhin den Austausch der Tiere zwischen den Zoos untereinander zu gewährleisten, müssten zudem verlässliche, praktikable Leitlinien in der EU und in Deutschland aufgestellt werden. Nur so könne die Durchführung der Europäischen Zuchtprogramme und einer genetisch gesunden Reservepopulation sichergestellt werden, so der VdZ abschließend.
Erster Mückenfund auf Island zeigt tiefgreifende ökologische Veränderungen
Die Vulkan- und Eisinsel Island galt bislang als das einzige Land in der Arktis, in welchem keine Stechmücken zu finden waren. In anderen arktischen Regionen jedoch treten jedes Jahr Mücken in Riesenschwärmen auf und sind sowohl für die Menschen und Wildtiere eine große Plage. Im Oktober vergangenen Jahres wurden drei Ringelmücken (Culiseta annulata) erstmals auch auf der Insel entdeckt. Der Fund reiht sich in eine wachsende Zahl neuer Insektenarten ein, die jüngst im Land identifiziert wurden.
Forschende sehen in diesem Fund ein Zeichen dafür, dass sich die Arktis in einem massiven ökologischen Wandel befindet. Wie die beiden Wissenschaftlerinnen Amanda Koltz (University of Texas/Austin) und Lauren Culler (Dartmouth College im US-amerikanischen Hanover) in einem aktuellen Bericht im Journal Science schreiben, sind die zunehmende Reisetätigkeit in die Region und die Erwärmung die beiden Hauptgründe für die Veränderung. Neben Stechmücken bewegen sich auch Spinnen, Tausendfüßer und Krebse in der Region auf eine Weise und in neuen Ausmaßen, die große Konsequenzen für die gesamte Umwelt in der Arktis bedeuten.
Zudem erwärme die Arktis sich viermal schneller als der globale Durchschnitt, was mit einer früheren Schneeschmelze, längeren Sommern und häufigeren Naturkatastrophen wie Waldbrände einhergehe, so die Autorinnen.
Die extrem schnelle Erwärmung der Arktis hat Folgen für Tiere, wie in der Region lebende Vögel und Rentiere. Letztere haben unter den massiven Insektenstichen zu leiden, was nach Meinung der Autorinnen ihren Energieverbrauch erhöhe und somit unter anderem ihre Fortpflanzung beeinträchtige. Zudem gäbe es für die Küken der dort brütenden Vögel nicht genügend Nahrung, wenn die Hauptzeit der Insekten aufgrund der klimatischen Veränderungen zur Zeit des Schlüpfens schon vorüber ist. Rentiere litten unter den vermehrten Insektenstichen, was ihren
Die Autorinnen plädieren daher dafür, die Beobachtung von Stechmücken und anderen Gliederfüßern in der Arktis besser zu koordinieren.
EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress
Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.
Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon.
Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.
BTK: GOT schützt Tierhaltende
Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anlässlich der bevorstehenden Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) davor gewarnt, die Debatte um vermeintlich „zu hohe Tierarztrechnungen“ im Pferdebereich zu verengen bzw. zu verkennen.
Wer die GOT substanziell schwächen oder gar abschaffen will, verkennt ihre zentrale Funktion: Die GOT schützt v. a. Tierhaltende. Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Ober- und Untergrenzen und trägt dazu bei, eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in Stadt und Land zu sichern. Eine Abschaffung würde daher nicht zu mehr Fairness führen, sondern zu weniger Verlässlichkeit und weniger Schutz.
In vielen europäischen Nachbarländern wird angesichts stark steigender Tierarztkosten, insbesondere im Notdienst, mit großem Interesse auf die Vorteile einer Gebührenordnung mit festgelegter Obergrenze geblickt. Zugleich sorgt die GOT dafür, dass tierärztliche Leistungen wirtschaftlich erbracht werden können. Die Novellierung im Jahr 2022 war nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne grundlegende Anpassung überfällig. Grundlage war eine wissenschaftliche Bewertung der tierärztlichen Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (heute Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat). Sie zeigte, dass die bis dahin geltenden Gebühren nicht ausreichten, um tierärztliche Leistungen kostendeckend abzubilden. Selbst die damalige Anpassung fiel noch maßvoll aus; steigende Kosten etwa für Personal, Verwaltung und Dokumentation, Energie, Versicherungen, medizinische Geräte und Entsorgung waren dabei noch nicht vollständig berücksichtigt, heißt es von Seiten der BTK.
„Die GOT ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden, sondern ein Schutzmechanismus für Qualität, Transparenz und Versorgungssicherheit“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Wer die Gebührenordnung abschaffen will, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was Tierhaltende brauchen: unübersichtliche Preise, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Praxen, eine schlechtere Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig sogar höhere Kosten für die Tierhaltenden selbst.“
Eine angemessene Vergütung sei die Voraussetzung dafür, dass Tierarztpraxen qualifiziertes Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das diene auch unmittelbar dem Tierwohl. Denn bereits heute sei es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade im Notdienst zeige sich, wie wichtig ein belastbarer Gebührenrahmen ist.
Die BTK spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln, nicht aber ihren Kern infrage zu stellen. Dazu gehört auch eine regelmäßige, idealerweise jährliche Anpassung der Gebührenhöhe. Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen: Kosten werden dadurch berechenbarer. Tierhaltende brauchen keine Abschaffung der GOT, sondern eine nachvollziehbare, qualitativ hochwertige und auch künftig flächendeckende tierärztliche Versorgung.
Die Pferdebranche mahnt hingegen an, dass sich viele eine Pferdehaltung in Deutschland aufgrund der stark gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten können und der Pferdesport im Niedergang begriffen ist. Gleichwohl hätten die hohen Tierarztkosten, die in der GOT begründet seien, zur Folge, dass Tiere nicht mehr behandelt und aus wirtschaftlichen Gründen bei zu hohen Behandlungskosten euthanasiert würden. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Pferdesportverbände die Politik auf zu handeln. Der Evaluierungsprozess der GOT solle erweitert und die GOT bis dahin ausgesetzt werden.
Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT
Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.
Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.
Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.
Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.
Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“
Erst Parasitenbehandlung, dann Weideaustrieb
Im Frühjahr heißt es für viele Rinder endlich wieder hinaus auf die Weide. Vor dem Weideaustrieb sollten die Tiere aber noch gegen Parasiten behandelt werden, rät der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Eine betriebsindividuelle, gezielte und verantwortungsbewusste Strategie gegen Parasiten sei ein unverzichtbarer Baustein für dauerhaften Erfolg und gesunde Rinder.
Denn Tiergesundheit ist die Voraussetzung für das Wohlbefinden der Tiere, für die Erzeugung sicherer Lebensmittel und für eine ökonomische, nachhaltige und effiziente Produktion. Parasiten wie Würmer, Einzeller und Leberegel schwächen jedoch das Immunsystem, stressen die Tiere und führen oftmals zu langanhaltenden Leistungseinbußen.
Die Parasitenbehandlung zum Frühjahrsaustrieb ist – in Ergänzung zu einem angepassten Weidemanagement – eine der erfolgreichsten Maßnahmen in Rinder haltenden Betrieben. Der Fokus liegt in erster Linie auf Jungrindern sowie trächtigen Färsen. Die Parasitenbelastung lässt sich dadurch dauerhaft senken. Dabei richtet sich die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen auf der Weide nach der Besatzdichte, dem Jahresverlauf und der Beschaffenheit der Weide. Auch regionale Unterschiede sind zu beachten, wie zum Beispiel beim großen Leberegel. Regelmäßige Untersuchungen von Kotproben der Jungtiere, aber auch Tankmilchuntersuchungen, geben darüber Aufschluss und erleichtern die Wahl der richtigen Behandlungsstrategie.
Im Austausch mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt sollten Rinderhalter:innen prüfen, eine Parasitenbekämpfung zum Weideaustrieb in das betriebsindividuelle Konzept einzubeziehen, zumal wirksame Mittel und Behandlungskonzepte in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Zusätzlich sind weidehygienische Maßnahmen als Unterstützung der medikamentösen Bekämpfung aber unverzichtbar, ebenso wie die regelmäßige Reinigung und Desinfektion im Stall. Unter dem Begriff Biosicherheit sind alle Maßnahmen zusammengefasst, die dazu beitragen, die Kontamination der Tierbestände mit Krankheitserregern bzw. die Ausbreitung der Erreger, ausgehend von infizierten Tieren, zu verhindern.
Die Initiativplattform GesundesKalbGesundeKuh.de bietet in kompakter Form einen Startpunkt, um tiefer in fachliche Empfehlungen unterschiedlicher Quellen einzutauchen. Neben dem Modul zur Parasitenkontrolle stehen Module zur Euter-, Kälber-, Stoffwechsel- und Klauengesundheit für Landwirte zur Verfügung.
Mehr zum Thema Biosicherheit in Rinderbeständen finden bestandsbetreuende Tierärzt:innen in Form von Online-Fortbildungen bei Myvetlearn.de
Niedersachsen fördert Gründungszentrum Mut zur Gründung
In Deutschland fehlt es nicht an Wissen, Innovationen und Know how, sondern an den Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten, dies auch auf die Straße zu bringen. Dafür soll jetzt zebra – das Zentrum für Entrepreneurship, Business, Research und Academia sorgen. zebra wird mit 2,12 Millionen Euro vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium und der VolkswagenStiftung im Rahmen der hochschulübergreifenden Kooperation zukunft.niedersachsen gefördert.
Mit dem Projekt bündeln die Hochschule Hannover (HsH) und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ihre Kompetenzen. Ziel ist es, Forschende, Studierende und Alumni mit Interesse an der Gründung eines eigenen Unternehmens oder Start-ups zu informieren, zu sensibilisieren und gezielt zu qualifizieren.
Während die HsH über umfassendes Know-how im Bereich Gründung und Entrepreneurship verfügt, bringt die TiHo ihre herausragende Forschungsexpertise ein. Im Fokus der Kooperation stehen die Bereiche Lehre, Forschung und Transfer. Unternehmerisches Handeln soll nachhaltig und Hand in Hand an beiden Institutionen verankert werden.
„Wenn wir Niedersachsen als Innovationsstandort stärken wollen, müssen wir den Mut zur Gründung früh fördern. Hochschulen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie bringen Wissen, Talente und Ideen zusammen. zebra ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerischer Geist erfolgreich verbunden werden können“, so Professor Dr. Joachim Schachtner, Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
TiHo-Präsident Professor Dr. Klaus Osterrieder sagt: „Mit dem Projekt zebra wollen wir aktiv Talente fördern und für Ausgründungen vorbereiten. Dabei bringen wir die Stärken unserer Hochschuleinrichtungen zusammen, um Forschende – seien es Studierende, Alumni oder angestellte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – mit den richtigen Experten für Entrepreneurship und Transfer zusammenzubringen. Besonders in der Tiermedizin bearbeiten wir ein breites Portfolio an Themen, die die Gesellschaft betreffen. Dabei ist One Welfare, also das Wohlergehen und die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt, unser Nordstern. Gesellschaftlich von besonderer Wichtigkeit sind die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, die Transformation der Landwirtschaft, die klinische Medizin und hier immer mehr die Nutzung von Patientendaten für die Forschung. Klassische Bereiche wie die Entwicklung neuer Medikamente und Therapieansätze bleiben dabei von zentraler Wichtigkeit.“
„Diese Kooperation ist für uns ein echter Gewinn. Unterschiedliche Stärken kommen hier auf ideale Weise zusammen und eröffnen neue Wege für Ausgründungen aus der Forschung. So entwickeln wir unsere Ansätze gezielt weiter und schaffen bessere Rahmenbedingungen für innovative Gründungsvorhaben. Gleichzeitig stärken wir den Gründungsgeist an unserer Hochschule insgesamt. Vereinfacht gesagt: Gemeinsam kommen wir schneller und weiter voran", ergänzt HsH-Präsident Professor Dr. Josef von Helden.
Das von Professor Dr. Michael Pees (TiHo) und Professor Dr. Christian Lehmann (HsH) erarbeitete Konzept für das gemeinsame Gründungszentrum besteht aus den drei Säulen: Gründungssensibilisierung und -qualifizierung, Gründungscoaching für Hochschulangehörige und Alumni und Spin-Off-Begleitung für Forschende.
EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien für mehr Vogelschutz
Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien für die praktische Umsetzung von mehr Schutz von Wildvögeln veröffentlicht. Sie enthalten praktische Ratschläge zur Unterstützung der Mitgliedstaaten und Interessenträger bei der Umsetzung der Vogelschutzrichtlinien und der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union zum Schutz wild lebender Vogelarten. Gleichzeitig sollen sie helfen, den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Denn Vögel spielen eine wesentliche Rolle für die biologische Vielfalt in Europa und tragen zu gesunden Ökosystemen bei. Seit 1979 schützt die Vogelschutzrichtlinie wild lebende Vogelarten und ihre Lebensräume in ganz Europa. Gleichzeitig werden diese Vorschriften mit den sozioökonomischen Bedürfnissen und Herausforderungen vor Ort, z. B. von Land- und Forstwirten sowie Fischern, in Einklang gebracht.
So enthalten die neuen Leitlinien von 2026 auch zwei Anhänge, die sich auf die Nonnengans und den Kormoran beziehen. Die Populationen dieser Arten haben sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert, was zu Konflikten mit wirtschaftlichen Tätigkeiten wie Landwirtschaft und Fischerei geführt hat.
Die vorgelegten Leitlinien selbst sind allerdings rechtlich nicht bindend.
Massive Bejagung von Wildtieren ist ineffizient
Das massive Bejagen heimischer Wildtiere wie Füchse, Marder oder Rabenvögel ist als Mittel der Bestandsregulierung und zur Vermeidung von Schäden wirkungslos und ökonomisch ineffizient. Nicht zuletzt, weil solch eine intensive Bajagung meist sehr kostspielig ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Pariser Universität Sorbonne. Demnach scheinen die Tötungen sogar zerstörerisch in wichtige Öko-Prozesse einzugreifen.
Der Deutsche Tierschutzbund bewertet die französische Studie als wegweisende Analyse, die der Argumentation der Jägerschaft auch hierzulande ihre Grundlage entzieht. Der Verband ruft zum Umdenken im Umgang mit Wildtieren auf: Statt pauschaler Bejagung brauche es ein umfassendes evidenzbasiertes Wildtiermanagement unter Einbezug ökologischer, finanzieller und ethischer Aspekte, das auf Prävention und Vergrämung setze.
„Wer Tier- und Naturschutz ernst meint, muss bei diesen Ergebnissen aufhorchen. Statt weiter Geld für veraltete Jagdtraditionen und das Vergnügen einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe zu verschwenden, brauchen wir endlich einen tierschutzgerechten Umgang mit Wildtieren, der den komplexen Vorgängen in Ökosystemen angemessen ist”, kommentiert James Brückner, Leiter des Fachreferats für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Für ihre Untersuchung werteten die französischen Wissenschaftler Daten aus sieben Jahren aus ganz Frankreich aus. Bei den meisten Tierarten hatten die Tötungen längerfristig keine Verringerung der Populationszahlen zur Folge. Auch die gemeldeten Wildtierschäden - unter anderem Ernteausfälle, gerissenes Geflügel, - verringerten sich demzufolge nicht - selbst dann nicht, wenn in einer Region die Bejagung gestoppt oder reduziert wurde.
Gleichzeitig weist der Tierschutzbund darauf hin, dass die Jagd auf Fuchs und Co. durch den Aufwand für Zeit, Transport, Material und Munition geschätzt über hundert Millionen Euro jährlich koste. Das entspräche knapp 64 Euro pro getötetem Tier. Die Kosten für Schäden hingegen beliefen sich nur auf 8-23 Millionen Euro.
In Deutschland würden jedes Jahr rund 450.000 Füchse, mehr als 70.000 Marder und mehrere Hunderttausend Rabenvögel durch Jäger getötet. Die aktuelle Studie legt nahe, dass dadurch wichtige Prozesse im Ökosystem gestört werden würden.
BVL warnt vor Permethrin als Zeckenschutz für Katzen
Aufgrund des immer milder werdenden Klimas wird ein ganzjähriger Zeckenschutz für Hund und Katze immer wichtiger. Allerdings müssen für die Katze andere Zeckenschutzmittel angewendet werden als für Hunde. So ist beispielsweise der Wirkstoff Permethrin von Hunden gut verträglich, bei Katzen kann die Anwendung des Wirkstoffs zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
„Katzen fehlt in der Leber das Enzym Glucuronyltransferase, um den Wirkstoff Permethrin im Körper abbauen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL. „Auch ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem Wirkstoff sollte deshalb vermieden werden. Das Risiko besteht insbesondere, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben.“ Wachsamkeit sei ebenso bei der Anwendung permethrinhaltiger Insektenschutzmittel zur Imprägnierung von Kleidung oder anderen Textilien geboten. Das BVL rät deshalb dazu, vor der Anwendung eines Antiparasitikums stets die Gebrauchsinformation und die Warnhinweise zu lesen. Es stehen für Katzen zahlreiche sichere Tierarzneimittel für einen wirksamen Zeckenschutz zur Verfügung. Die Tierarztpraxis berät hier gern.
Bei einer Permethrinvergiftung zeigen Katzen typischerweise Symptome wie Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhten Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden. Treten diese Anzeichen nach einem unbeabsichtigten Kontakt mit Permethrin auf, sollte das Tier umgehend in eine Tierarztpraxis gebracht werden. Hilfreich ist die Vorlage des Präparats oder der Packungsbeilage.
Wird versehentlich ein permethrinhaltiges Tierarzneimittel bei einer Katze angewendet, sollte die aufgetragene Lösung sofort mit Wasser und einem milden Shampoo abgewaschen werden. Vergiftungssymptome können je nach Art der Aufnahme wenige Minuten bis zu drei Tage nach Kontakt mit dem Wirkstoff auftreten. Je früher eine tierärztliche Behandlung erfolgt, desto größer sind die Überlebenschancen der Katze.
Tierhaltende oder behandelnde Tierärztin bzw. Tierarzt sollten die aufgetretene Reaktion zusätzlich als unerwünschtes Ereignis an das BVL melden. Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter www.bvl.bund.de/uaw bereit.
Forderung nach Nachtfahrverbot für Mähroboter erneuert
Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen auf smarte Garten-Technologien. So wächst auch die Zahl der Mähroboter stetig. Der steigende Einsatz dieser Gartenhelfer in privaten Gärten führt allerdings auch immer häufiger zu schlimmsten Verletzungen von Igeln, sowie anderen Reptilien und Amphibien. Nicht selten werden den ohnehin schon geplagten Wildsäugern ganze Gliedmaßen und andere Körperteile abgetrennt. Denn trotz der ausgefeilten Technologie erkennen die Geräte die Tiere nur unzureichend.
Den dämmerungs- und nachtaktiven Igeln wäre schon damit geholfen, wenn die Mähroboter lediglich tagsüber zum Einsatz kämen. So fordern nun zwölf Organisationen mit einem offenen Brief an den zuständigen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter .
„Dass Igel Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden”, so die unterzeichnenden Organisationen.
So erneuern sie ihre Forderung, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.
Immer häufiger werden verletzte Igel in Tierarztpraxen vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen eine entsprechende Online-Fortbildung zu dem Wildsäuger an. Übrigens: noch bis zum 12. April 2026 gewähren wir 15% Osterrabatt auf nahezu alle Kurse des E-Learningportals.




