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07.08.2020: Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze nicht immer leicht

Anlässlich des am 8. August bevorstehenden Tags der Katze klärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Katzenfreunde über die Unterschiede zwischen Wild- und Hauskatze auf. Im Gegensatz zu den 14,8 Millionen Hauskatzen in deutschen Haushalten leben nur geschätzt 6.000 bis 8.000 Wildkatzen in der Republik. „Besonders in den vergangenen Monaten erreichten uns jedoch viel häufiger als sonst Hinweise auf mögliche Wildkatzen", so Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. „Das kann auch damit zusammenhängen, dass in der Corona-Zeit mehr Menschen die Zeit zum Spazierengehen und Wandern in ihren Regionen genutzt haben. Bei einigen Hinweisen gehen wir davon aus, dass es sich tatsächlich um echte Wildkatzen
handelte." Selbst für Fachleute ist die Unterscheidung zwischen der Wildkatze und graugetigerten Hauskatze schwierig. „Die wichtigsten Merkmale der Wildkatze sind ihr verwaschen gezeichnetes braun-graues Fell und der buschige Schwanz mit einer schwarzen Spitze und dunklen Ringen", so Friederike Scholz. „Gerade die jungen Kätzchen sehen unseren Hauskatzen aber zum Verwechseln ähnlich." In Deutschland ist die Wildkatze streng geschützt. Ihre Lebensräume werden durch Straßen, Siedlungen sowie große Ackerflächen zunehmend kleiner. Langsam scheint sich der Bestand der Wildkatzen jedoch wieder zu erholen. Ein Erfolg, der unter anderem auch auf dem Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" des BUND basiert. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Naturschutzverband bundesweit für den Schutz der Europäischen Wildkatze.

07.08.2020: Bestand der Nutrias in Europa nimmt rasant zu

In immer mehr europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, nehmen die Nutriabestände dramatisch zu. Die ursprünglich aus Südamerika stammende Biberratte wurde einst zur Pelztierzucht eingeführt und im Zuge des Zusammenbruchs des Pelztierhandels ausgesetzt. Der Klimawandel begünstigt die rasante Verbreitung der invasiven Art, was vielerorts für Konflikte sorgt. Denn invasive Arten haben einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt und verursachen enorme Schäden. Zudem können Nutrias diverse Krankheiten, etwa die Toxoplasmose, übertragen. Laut einer aktuellen Studie von BiologInnen der Universität Wien könnte sich der nicht ganz bibergroße Nager in den nächsten Jahren noch weiter ausbreiten.
„Bei hohen Populationsdichten entstehen beträchtliche Schäden an Uferbefestigungen und in der Landwirtschaft, etwa auf Maisfeldern. Auch natürliche Lebensräume und seltene Pflanzenarten können geschädigt werden", erläutert Anna Schertler, Autorin der Studie. Seit einer EU-Verordnung im Jahre 2015 sind die anpassungsfähigen Tiere als invasiven Art erfasst. Das Ziel ist, eine weitere Ausbreitung in Europa zu verhindern. Dafür sei vor allem in urbanen Gebieten Aufklärungsarbeit wichtig, denn immer wieder werden die Nager von Personen gefüttert. „Auch sind viele länderübergreifende Vorkommen, etwa entlang von Grenzflüssen, zu finden. Hier ist eine koordinierte internationale Zusammenarbeit essentiell", so Schertler.

06.08.2020: Auszeichnung für Stralsunder Zoo

Im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist der Zoo Stralsund für sein Projekt „Tiergestützte Intervention – Einsatz von Tieren in sozialen Diensten“ ausgezeichnet worden. „Es freut mich sehr, dass ich heute ein vorbildliches Projekt an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen auszeichnen darf. Das Projekt ist bundesweit einzigartig. Es lenkt den Blick besonders auf die Chancen, die Natur und biologische Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten“, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus. Neben Besuchsdiensten sowie Ergotherapie mit Tieren beinhaltet das Projekt des Stralsunder Zoos auch die Beratung in Fragen der Tierhaltung. „Wissenschaftliche
Studien haben den positiven Effekt von Tieren auf Menschen mehrfach nachgewiesen. Die Nutzung von Tieren in sozialen Diensten, als Co-Therapeuten, zur Unterstützung in Schulen oder Pflegeeinrichtungen erlebt einen starken Aufschwung“, so der Minister. Ein weiterer Grund für die Auszeichnung sei das Weiterbildungsprogramm, das der Tierpark gemeinsam mit dem Förderverein und der Volkshochschule Stralsund anbietet: „Diese Form der Organisation eines Weiterbildungskurses ist bisher einmalig und hat auch in Fachkreisen große Resonanz gefunden“, so Backhaus. „Damit Projekte und Angebote zur tiergestützten Therapie Erfolge bringen, sind fundiertes Wissen und praktisches Können notwendig.“

06.08.2020: Zoonosegefahr steigt durch zunehmende Landnutzung

Ein Forscherteam um Rory Gibb vom University College London hat in einer aktuellen Studie belegen können, dass die zunehmende Landnutzung Infektionskrankheiten, die von tierischen Trägern auf den Menschen überspringen, wie aktuell Covid-19, fördert. Ihren Berechnungen zufolge sind Tierarten, die sich in vom Menschen geprägten Landschaften gut ausbreiten, meist auch besonders effektive Reservoire zoonotischer Erreger. Und die Zahl dieser Tierarten nimmt in urbanen Regionen stark zu. „Die Art und Weise, wie der Mensch Landschaften rund um die Welt verändert, beispielsweise indem er aus Wald Äcker macht, hat Einflüsse auf viele wildlebende Tierarten. Sie lässt einige Arten weniger werden, andere dagegen bleiben da oder werden sogar häufiger“, so Gibb. Um herauszufinden, ob tierische Reservoire zoonotischer Erreger eher zu den Gewinnern oder Verlierern der anthropogenen Landnutzung gehören, hat das britische Forscherteam Datensätze aus weltweit 6801 Ökosystemen analysiert.
Sie konnten zeigen, dass sich Wirtsarten zoonotischer Erreger besser an die Landnutzungsveränderungen anpassen als Nichtwirtsarten. Die Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte biologische Merkmale die potenziellen Überträgerarten sowohl zu geeigneten Virenreservoiren als auch zu erfolgreichen Kulturfolgern machen könnten. So begünstigt eine kurze Generationszeit und hohe Fortpflanzungsrate die Anpassung an anthropogene Veränderungen der Umwelt, gleichzeitig gehen diese Merkmale oft mit einem besonders aktiven Immunsystem und einer hohen Erregertoleranz einher. „Ausbrüche von zoonotischen Krankheiten scheinen zunehmend häufiger zu werden. Unsere Ergebnisse können dabei helfen, das Muster dieser Ausbrüche zu erklären, indem sie die ökologischen Prozesse dahinter klären“, sagt Gibbs Kollege David Redding. Gleichzeitig unterstreichen die Forscher die Notwendigkeit, gerade Gebiete mit starken Veränderungen der Landnutzung intensiv auf neu auftretende Krankheiten zu überwachen.

06.08.2020: Zunehmende Zahl der Wolfsrisse alarmierend - DBV fordert gesetzliche Regulierung

Der Deutsche Bauernverband (DBV) zeigt sich besorgt über die zunehmende Zahl der Wolfsangriffe auf Weidetiere. DBV- Generalsekretär Bernhard Krüsken erläutert: „Die Zahl der bei Wolfsangriffen getöteten und verletzten Weidetiere nimmt weiter dramatisch und exponentiell zu, 2019 erneut um 40 Prozent. Es ist nicht akzeptabel, dass diese vorhersehbare Entwicklung von Seiten des Naturschutzes mit Achselzucken hingenommen wird. Die Taktik des Verharmlosens und Verniedlichens der massiven Schäden ist unverantwortlich. Wir müssen jetzt endlich den Einstieg in die ernsthafte Bestandsregulierung beim Wolf finden.“ Bei 887 Wolfsübergriffen wurden im vergangenen Jahr knapp 2.900 Nutztiere verwundet oder getötet. Die meisten Wolfsangriffe fanden auf Schafe und Ziegen statt,
wie die Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigen. „Die ungebremste Ausbreitung der Wölfe in Deutschland ist für die Weidetierhaltung in den betroffenen Regionen verheerend“, mahnt Krüsken, der es als Affront sieht, dass der DBBW-Schadensbericht so auszulegen ist, dass die Weidetierhalter ihre Tiere nicht umfassend genug schützen. So soll ihnen die Verantwortung für die Wolfsrisse zugeschoben werden, so Krüsken weiter. „Hier werden Ursache und Wirkung verdreht. In der Praxis sehen wir einen Wettlauf zwischen Wölfen und Schutzmaßnahmen. Auch vom Naturschutz als „wolfssicher“ eingestufte Einzäunungen werden regelmäßig überwunden“, bemängelt der Generalsekretär des DBV und fordert Bund und Länder auf, den Wolfsbestand gesetzlich zu regulieren.

06.08.2020: Projekt in Schleswig-Holstein soll Insekten schützen

In Schleswig-Holstein wurde ein neues Projekt zum Schutz von Insekten sowie der Artenvielfalt ins Leben gerufen. Das Projekt "BlütenBunt-InsektenReich“ soll unter Einbeziehung der Bevölkerung insektenfreundliche Lebensräume schaffen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärt: „Parks, Grünflächen, Gärten und sogar Verkehrsinseln können Heimat für Insekten sein. Mit den richtigen Tipps und Tricks kann jede und jeder aus einem Stückchen Land ein Insektenparadies machen. Hier setzt unser Projekt an. Wir wollen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land zeigen, wie man Wildbienen, Tagfaltern und anderen Insekten wertvollen Lebensraum geben kann." Für diesen Zweck sollen in fünf Städten des Landes artenreiche Grünflächen entstehen, die als Modell- und Exkursionsflächen für Bildungsangebote und für die Öffentlichkeitsarbeit dienen. „Entsprechend gestaltete öffentliche und private Flächen vor der eigenen Haustür ermöglichen uns, Artenvielfalt im Alltag zu erleben und Eindrücke zu sammeln, die das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge stärken. Projekte,
die möglichst vielen Menschen anhand solcher Flächen Wissen über Insekten vermitteln, sind deshalb stets eine große Chance für den Naturschutz. Insbesondere dann, wenn wie bei ‚BlütenBunt – InsektenReich‘ Unterrichtsmaterialien entwickelt und Lehrkräfte zu Artenkennerinnen und Artenkennern ausgebildet werden. So kann es gelingen, frühzeitig ein breites Interesse an Insekten und deren Schutz zu wecken", beschreibt BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel das Projekt, das das Ziel hat, möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, sich mit Insekten zu beschäftigen und zugleich selbst Informationen über die Verbreitung insbesondere von Tagfaltern und ausgewählten Wildbienenarten zu erheben. Dafür sollen vorhandene digitale Angebote wie Bestimmungs-Apps und Meldeportale genutzt und auch für Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Das Verbundvorhaben wird von der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege und dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik durchgeführt.

05.08.2020: Thüringen: Biberberater sorgen für Konfliktlösung

Der Biber ist in vielen Regionen Deutschlands zurückgekehrt und macht sich nicht überall Freunde. Ihre meisterhaften Bauten und Biberburgen bereiten vielen Anwohnern Angst und Sorge vor Überschwemmungen und umstürzende Bäume. Natur- und Artenschützer beobachten aus diesem Grund auch immer wieder Übergriffe auf den Nager, wie Vergiftungen oder die Zerstörung der Bauten und Dämme. Auch seien bereits Nager durch Schüsse getötet worden, weiß Naturschützer und -filmer Wilfried Matz. Um die Beziehung zwischen dem wieder heimisch gewordenen Nager und den Menschen konfliktfrei zu gestalten, hat das Land Thüringen gemeinsam mit dem Naturschutzbund Thüringen Biberberater ausgebildet. Denn die Wiederansiedelung des Bibers hat auch seltene Tier- und Pflanzenarten zurückkehren lassen, wie beispielsweise in Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld- Rudolstadt. Durch die Biber ist der Etzelbach, der bis zum Jahr
2012 nur eine Abflussrinne war, heute dicht bewachsen und zu einem Biotop für seltene Pflanzen- und Tierarten geworden. „Wir haben Schilf, wir hören Frösche quaken, die Rohrsänger, hier fliegt der Eisvogel. Das alles sind Tierarten, die es hier nicht mehr gab, bevor der Biber kam. Nun sind sie wieder zurückgekehrt", erklärt Dirk Rappmann, Artenschützer des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt. Für ihn bleibt deshalb nur das Gespräch. „Wir versuchen natürlich zu entschärfen, versuchen zu helfen und Tipps zu geben", sagt der Tierschützer. Zum Beispiel könnten Grundstücksbesitzer nahe Biber- Revieren ihre Bäume mit sogenannten Drahthosen schützen. Um Landwirte, die wegen der Tiere gewässernahe Flächen nicht mehr bewirtschaften können oder Ernteausfälle haben, ein wenig zu entlasten, gebe es Förderprogramme. „Die Konflikte sind lösbar", erklärt Rappmann. „Man muss nur miteinander reden und darf nicht immer sagen, es geht nicht."

05.08.2020: Thüringen fördert Bau eines Strohschweinestalls mit mehr als 600.000 Euro

Die Agrargenossenschaft Königshofen eG im Thüringer Heideland hat in der vergangenen Woche eine Förderung über 625.400 Euro für den Bau eines Strohschweinestalls erhalten, wie Topagrar berichtet. Die Mittel stammen aus dem Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP), mit dem Stallbauinvestitionen unterstützt werden, wenn damit baulich- technische Anforderungen an eine besonders tiergerechte Haltung oberhalb der gesetzlichen Standards erreicht werden. „Verbraucher wünschen sich mehr Tierwohl. Als Land unterstützen wir diese gesellschaftliche Forderung und unterstützen Agrarbetriebe bei Investitionen in Tierwohlställe. Die Agrargenossenschaft Königshofen eG investiert in dieses Stallbaukonzept, das den Mastschweinen wesentlich mehr Platz pro Tier und durch Stroheinstreu deutlich mehr Wohlbefinden bieten
kann“, erklärte Thüringens Agrarstaatssekretär Torsten Weil, der den Förderbescheid übergab. „Die aktuellen Skandale in der Fleischindustrie bergen die Gefahr, dass die ganze Branche in Verruf gerät und die Menschen ein negatives Bild von der Landwirtschaft erhalten. Es ist mein Ziel, dass Landwirte die Anerkennung erhalten, die sie wirklich verdienen. Sie produzieren unsere Lebensmittel und bei meinen Branchengesprächen wurde immer wieder deutlich, wie wichtig den Bauern Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutzbelange sind. Bei den Investitionen in höhere ökologische und soziale Standards unterstützen wir die Betriebe, damit wir den berechtigten Forderungen aus der Gesellschaft nach einer besseren Tierhaltung gerecht werden können“, betonte Weil die Bedeutung von tierwohlgerechten Investitionen.

04.08.2020: Maßnahmen für eine verbesserte Hornviehhaltung im Laufstall

WissenschaftlerInnen der Universität Kassel konnten mit ihrem Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“ belegen, dass Hornviehhaltung auch im Laufstall funktionieren kann. Zusammen mit dem Anbauverband Demeter und Bioland haben die ForscherInnen knapp 40 Betriebe über fünf Jahre wissenschaftlich begleitet, wie Topagrar berichtet. Enge Gänge, Konkurrenz am Futtertisch oder ein schlechtes Herdenmanagement können im Laufstall in der Hornviehhaltung Probleme bereiten. Für eine wesensgemäße und zukunftsfähige
Milchviehhaltung seien aber der Weidegang im Sommer sowie beispielsweise breitere Gänge im Laufstall zielführend, wie Mitautor und Demeter-Berater Ulrich Mück erklärt: „Das genaue Beobachten der Kühe und ein gutes Mensch-Tier-Verhältnis ist die beste Voraussetzung dafür.“ Eine weitere Maßnahme sei zudem mehr Platz am Futtertisch, damit die Konkurrenz unter den Tieren gemindert wird. Laut Mück soll das Projekt auch anderen Betrieben Mut machen, wieder horntragende Milchkühe zu halten und über eine Bio-Zertifizierung nachzudenken.

04.08.2020: Corona: Menschen können Hunde und Katzen anstecken

Italienische ForscherInnen haben mit ihrer Studie belegen können, dass mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Menschen ihre Hunde und Katzen anstecken können. Dazu wurden 540 Hunde und 277 Katzen in Norditalien untersucht. Alle Tiere hatten entweder in einem Haushalt mit einem Corona-Infizierten oder in einer Region gelebt, die besonders von Coronainfektionen betroffen war. Bei 3,4 Prozent der Hunde bzw. 3,9 Prozent der Katzen hatten sich Antikörper gegen das Virus gebildet, was auf eine vergangene Infektion hindeutet. „Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen
auf das Tier erfolgt“, erklärt der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald, Thomas Mettenleiter, denn die Mehrheit der positiv getesteten Tiere kamen aus einem Haushalt mit infizierten Personen. Bei der Verbreitung des Covid-19-Erregers spielen Hunde und Katzen jedoch keine Rolle, denn das Virus kann sich in diesen Tieren nicht vermehren. Laut FLI gibt bisher auch keine Hinweise darauf, dass sich Schweine, Hühner und andere landwirtschaftliche Nutztiere mit Sars-CoV-2 infizieren können. Die Verbreitung des Coronavirus geschehe durch Mensch- zu-Mensch-Übertragung.

03.08.2020: Konstanzer Biologen mit Ursula M. Händel-Tierschutzpreis ausgezeichnet

Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2020 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist an zwei Biologen der Universität Konstanz vergeben worden. Die beiden Professoren Dr. Marcel Leist und Dr. Thomas Hartung sind mit dem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Innerhalb der letzten zehn Jahren geht die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal an Forschende der Universität Konstanz. Mit dem Preis werden Arbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewürdigt, die sich vorbildlich und nachhaltig darum bemühen, den Tierschutz in der Forschung zu verbessern, insbesondere durch die Entwicklung von Verfahren, die zur Reduzierung, Verfeinerung und zum Ersatz von Tierversuchen
beitragen (3R-Prinzip). Die diesjährigen Preisträger nutzen unter anderem künstliche Intelligenz, um Rückschlüsse auf die Toxizität von noch unerforschten Substanzen zu ziehen oder um auf Grundlage der in toxikologischen Datenbanken hinterlegten Informationen automatisierte Vorhersagen zu treffen. Beide Ansätze tragen dazu bei, Tierversuche zu vermeiden oder deutlich zu reduzieren. Die Preisverleihung wird im Rahmen einer offiziellen Zeremonie stattfinden, die für den 1. Oktober 2020 am 3R-Zentrum in Gießen (ICAR3R) vorgesehen ist und virtuelle mit Präsenzanteilen kombinieren wird. Im Vorfeld der Preisverleihung wird außerdem ein 3R-Symposium stattfinden. Das Preisgeld beträgt 80.000 Euro.

03.08.2020: Fall von Hasenpest in Bayern

In Lixenried im bayerischen Landkreis Cham ist bei einem Feldhasen Tularämie (Hasenpest) festgestellt worden. Das hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt. Das Veterinäramt empfiehlt dringend, keine kranken oder toten Feldhasen anzufassen, da sich die Hasenpest durch direkten Kontakt auf andere Tiere oder Menschen überträgt. Aber auch Infektionen durch Stäube, Bisse, blutsaugende Insekten und unzureichend erhitztes Wildbret sind möglich.
Zu erkennen sind erkrankte Feldhasen, da sie matt und teilnahmslos erscheinen und verlieren ihre Schnelligkeit sowie ihre angeborene Scheu verlieren. Auch wenn sich Hunde selten mit dem Erreger der Tularämie infizieren, sollten sie dennoch von kranken oder toten Tieren ferngehalten werden. Gefährdet sind hauptsächlich Jäger, Metzger, Köche und Tierärzte. Tularämie lässt sich aber mit Antibiotika behandeln, die Heilungschancen sind sehr gut. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

03.08.2020: Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg untersagen lange Tiertransporte in Drittstaaten

Rheinland-Pfalz verbietet ab sofort per Erlass lange Transporte von Wiederkäuern und Schweinen in Nicht-EU-Länder. Eine Ausnahme bildet die Schweiz. Mehr als achtstündige Lebendtiertransporte in Länder außerhalb der EU sind somit nicht mehr möglich. Auch bei geplanten Transporten innerhalb der EU wird weiterhin geprüft, ob unter anderem verlässliche Informationen zu den Beförderungs- und Ruhezeiten der Tiere oder zu den Versorgungsstationen
vorliegen, die mit den EU- Tierschutzanforderungen konform sind. Geprüft werden zudem die Witterungsbedingungen im angesteuerten europäischen Zielland. Auch Baden-Württemberg untersagt bis auf Weiteres lange Beförderungen von Nutztieren in weit entfernte Drittstaaten, nachdem das Land Kenntnis über unzulängliche Transportbedingungen bzw. fehlende Versorgungsmöglichkeiten für Nutztiere erhalten hat, wie Minister Peter Hauk mitteilt.

31.07.2020: ZDG empört über neues Arbeitsschutzkontrollgesetz

Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesentwurf zum Verbot von Werksverträgen, Arbeitnehmerüberlassung und Unternehmenskooperation in der Fleischproduktion sorgt bei dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) für großen Unmut. „Wir sind erschüttert, mit welcher wirtschaftsfeindlichen Ideologie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit seinem Entwurf eines Arbeitsschutzkontrollgesetzes die in unserem Rechtsstaat geltenden ökonomischen und juristischen Grundlagen komplett über Bord geworfen hat. Das über die Werkverträge hinaus gehende Verbot der Arbeitnehmerüberlassung und der Unternehmenskooperation ist unverhältnismäßig, mit heißer Nadel gestrickt - und gefährdet Arbeitsplätze! Die Bundesregierung nimmt in nie dagewesener Art und Weise einer einzelnen Branche rechtsstaatlich zugesicherte, marktwirtschaftliche Grundprinzipien weg“, erklärt ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Den Verzicht auf Werksverträge hat die Geflügelindustrie bereits
verkündet. Doch gegen die Arbeitnehmerüberlassung wehrt sich der Verband vehement, denn die Fleischindustrie fürchtet, dass die Betriebe dadurch nicht flexibel auf saisonale Spitzen reagieren könnten und fordert eine verbindliche Quote. „Darüber hinaus hebelt das Verbot von Unternehmenskooperation unter anderem zwingend notwendige und etablierte lebensmittelhygienerechtliche Fakten aus. Minister Heil ignoriert all das wissentlich und nimmt sehenden Auges in Kauf, dass ein ganzer Wirtschaftszweig mit tausenden Arbeitsplätzen in Deutschland existenzgefährdet und dem Import ausländischer Fleischerzeugnisse Tür und Tor geöffnet wird. Aus Sicht der deutschen Geflügelwirtschaft ist klar: Neben der Verletzung marktwirtschaftlicher Prinzipien im Gesetzentwurf wurde hier auch die notwendige Sorgfaltspflicht, die einem jedem deutschen Gesetz zugrunde liegen muss, auf das Gröbste verletzt. Wir appellieren an die Vernunft und Sachlichkeit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, im weiteren Gesetzgebungsverfahren diese Fehler zu korrigieren!", so Ripke weiter.

31.07.2020: Wien richtet Dog Zone ein

Am Samstag, den 1. August 2020, startet der Tierschutz Austria (vormals Wiener Tierschutzverein) für einen Monat jeweils von donnerstags bis samstags die „Dog Zone – Outdoor statt Auto“. Bei dieser Aktion können Hundehalter ihre Tiere während des Einkaufsbummels im Shopping Center Süd in einem eingezäunten, sichtgeschützten und privaten Hundeauslauf lassen. Hier gibt es für die Vierbeiner neben Spielzeug, frischem
Wasser und Leckerlies auch einen Hunde-Pool bzw. einen kühlen Indoor-Hundestall zur Abkühlung an heißen Sommertagen. So müssen die Hunde nicht draußen oder gar im Auto warten, das schon bei Außentemperaturen ab 20 Grad Celsius zur Hitzefalle wird. Um Voranmeldung und Buchung unter +43 1 699 24 50 wird gebeten. Je nach Dauer kostet die Unterbringung der Hunde zwischen 6,90 und 12,90/ Hund.

31.07.2020: Animal Hording: Mehr als 90 Katzen sichergestellt

Bei Wohnungsräumungen in den Berliner Stadtteilen Spandau und Pankow im Juli 2020 wurden mehr als 90 Katzen, oft in einem erbärmlichen Zustand, von den Veterinärämtern beschlagnahmt und ins Berliner Tierheim gebracht. Falsch verstandene Tierliebe führte dazu, dass unzählige Katzen in den beiden Haushalten gehortet wurden und die Haltung komplett außer Kontrolle geraten war. „Der erste Fall betraf eine Messie-Wohnung im Bezirk Pankow“, sagt Tierheim-Sprecherin Annette Rost. „Gegen die Bewohner hatte man schon vor Jahren ein Tierhaltungsverbot verhängt, doch sie hielten sich nicht daran.“ Die 55 in dem Pankower Haushalt sichergestellten Tiere waren alle in einem katastrophalen Zustand. Die Tiere hatten entzündete und verklebte
Augen oder litten an Katzenschnupfen. Bei einer Katze wurden so viele Tumore diagnostiziert, dass diese umgehend eingeschläfert werden musste. In der Tierarzt-Praxis des Tierheims stapelten sich die Boxen und die TierärztInnen kamen mit dem Behandeln der Tiere kaum hinterher. Diese Situation wurde durch die zweite Räumung einer Wohnung in Spandau nicht besser, denn da mussten weitere 36 Katzen versorgt werden. Entsprechend viele Katzen müssen nach ihrer Genesung in ein neues Zuhause vermittelt werden, allerdings sollen sie jeweils nur zu zweit abgegeben werden. Interessenten können sich per Mail an schillow1@tierschutz-berlin.de wenden, sie benötigen allerdings eine ausgefüllte Selbstauskunft.

31.07.2020: Versicherung für Tiere - wann sie Sinn machen

Versicherungen für Haustiere werden immer wichtiger. Wer Besitzer einer Katze oder eines Hundes ist oder sich mit dem Gedanken beschäftigt, sich ein Haustier anzuschaffen, sollte für den Krankheits- bzw. Schadensfall vorsorgen. Denn es kann ganz schnell gehen, dass Hund und Katze krank werden und hohe Behandlungskosten beim Tierarzt auflaufen. Eine Krankenversicherung deckt diese Kosten ab. Sie greift bei der Versorgung nach einem Unfall, nach Operationen und übernimmt die medikamentöse Versorgung des Tieres. Die Kosten einer solchen Tierkrankenversicherung berechnen sich meist anhand von Alter und Gesundheitsstatus des Tieres zum Zeitpunkt des Abschlusses. Je jünger das Tier, desto geringer sind die regelmäßigen Kosten für die Versicherung.
Ratsam ist darüber hinaus eine Haftpflichtversicherung für Tierbesitzer. Diese tritt in Kraft, wenn ein Sachschaden durch das Tier entsteht oder Menschen verletzt werden. Hier sollte darauf geachtet werde, dass der Tarif Mietschäden und Auslandsaufenthalte mit versichert. Bei einer Pferdehaftpflichtversicherung sollten Flurschäden, Deckschäden und Mietschäden mitsamt der Deckung der Kosten durch Verstöße gegen die Halterpflichten integriert sein. Bei Pferden empfiehlt sich außerdem eine OP-Kosten-Versicherung, die die Kosten für notwendige Operationen und die sich daraus ergebende Nachsorge abdeckt. Grundsätzlich sollten die unterschiedlichen Tarife miteinander verglichen werden, denn teuer bedeutet nicht auch gleichzeitig besser.

31.07.2020: Verluste durch Wildbienenrückgang höher als gedacht

In den USA sowie Kanada bereitet der immer weiter sinkende Wildbienenbestand Sorgen, da dieser die Obst- und Gemüseernte inzwischen stark beeinträchtigt. ForscherInnen verschiedener Universitäten in den beiden Ländern haben in einer Studie herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen der Rückgang der Wildbienenpopulationen und der geringeren Produktionsmenge bei fünf von sieben der für die nordamerikanische Agrarwirtschaft zentralen Nutzpflanzen besteht. Dafür hatten die WissenschaftlerInnen Proben von mehr als 130 landwirtschaftlichen Betrieben analysiert. Die Rolle der Wildbienen bei der Bestäubung von Nutzpflanzen wie Kürbissen, Äpfeln, Süßkirschen, Blaubeeren und Wassermelone hat sich
als bedeutender als bisher angenommen herausgestellt. Nach den Berechnungen der Studienautoren beträgt der monetäre Wert der Bestäuberleistung durch Wildbienen in den USA mehr als 1,5 Milliarden Dollar, bei den Honigbienen sind es 6,4 Milliarden Dollar. Letztere werden in den USA häufig von Landwirten für die Bestäubung ihrer Pflanzen angemietet. Um dem dramatischen Rückgang der Bienen sowie den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion entgegenzuwirken, appellieren die AutorInnen der Studie an die Landwirte, auf für Bienen giftige Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Mit dem Aufbaukurs Bienen auf myvetlearn.de können sich TierärztInnen zu dem Thema fortbilden.

30.07.2020: Grippeviren in Schweinehaltungen besitzen präpandemisches Potenzial

Zusammen mit dem Universitätsklinikum Freiburg hat das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) eine umfangreiche Studie veröffentlicht, die sich mit neuen Grippeviren mit präpandemischem Potenzial in Schweinehaltungen befasst hat. Bekannt ist, dass sich in Schweinen eine zunehmende Anzahl diverser, von Mensch, Schwein oder Vogel stammenden Influenzaviren vermehren und neu sortieren können. Daraus können wiederum zunehmend neue Virusvarianten entstehen. Für ihre Untersuchungen haben die ForscherInnen gut 18.000 Einzelproben aus fast 2.500 schweinehaltenden Betrieben mit Atemwegserkrankungen bei Schweinen in Deutschland und 16 weiteren europäischen Ländern analysiert. In über 50 Prozent der untersuchten Betriebe konnten die ForscherInnen ganzjährig Influenzavirusinfektionen ausmachen. Schwerpunktmäßig wurden besonders die Viren untersucht, die ein mögliches Potential haben, auf den Menschen übertragen zu werden. Die WissenschaftlerInnen konnten belegen, dass einige
Varianten der analysierten Influenzaviren ein zoonotisches Potential haben. „Einige der Schweine-Influenza-Viren haben bereits eine wichtige Barriere für die Übertragung auf den Menschen überwunden. Das erhöht das Risiko deutlich“, sagt Prof. Dr. Martin Schwemmle vom Universitätsklinikum Freiburg. Die Studienergebnisse sollen zu einem besseren Kenntnisstand über die Infektionslage und damit zu verbesserten Bekämpfungsstrategien sowie einer Optimierung von Impfstoffen für Schweine gegen Influenzaviren beitragen, was wiederum zu mehr Tierwohl führen, aber auch wirtschaftliche Einbußen in der Schweineproduktion vermindern könnte. Gleichzeitig würde ein Rückgang der Influenzaviren in Schweinebeständen eine Verringerung des Expositionsrisikos von Menschen gegenüber potentiell zoonotischen Influenzaviren aus diesem Reservoir bewirken. „Der vielbeschworene 'One Health-Gedanke' ließe sich gerade hier erfolgversprechend in praktische Projekte zum gegenseitigen Nutzen von Mensch und Tier umsetzen“, sagt Prof. Dr. Timm Harder vom FLI.

30.07.2020: Immunokastrationsverbot für Öko-Betriebe - Entscheidung stößt auf breites Unverständnis

Die Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) hat beschlossen, die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch für Öko-Betriebe zu verbieten. Mit ihrer Entscheidung gefährdet die LÖK den für Ende 2020 beschlossenen Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration. Hintergrund des drohenden Verbots ist eine nicht bindende Interpretation der EU- Öko-Verordnung durch die EU-Kommission. Der Öko-Verband Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und der Tierschutzverband PROVIEH sowie die REWE Group fordern nun von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die deutsche EU- Ratspräsidentschaft dazu zu nutzen, sich in Brüssel aktiv für das Tierwohl einzusetzen, das gerade in Öko-Betrieben einen besonders hohen Stellenwert hat. „Es ist völlig schleierhaft, warum die Impfung gegen Ebergeruch nicht vereinbar mit der EU-Öko-Verordnung sein soll. Die EU-Kommission hat für diese Einschätzung bislang keine einzige stichhaltige Begründung geliefert, weder aus wissenschaftlicher noch aus tierschutzfachlicher Sicht. Bei dem verwendeten Impfstoff handelt es sich nicht um ein Hormonpräparat; er unterdrückt auf immunologischem Wege die natürliche Hormonproduktion der männlichen Schweine. Die chirurgische Kastration stellt im
Gegensatz dazu einen viel größeren Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere dar und ist zudem mit Leiden und Schmerzen verbunden“, kritisiert Prof. Thomas Blaha, Stv. Vorsitzender der TVT die Entscheidung der LÖK. „Unser Ziel muss die Unversehrtheit der Schweine sein. Daher hat PROVIEH von Anfang an die Ebermast, mit und ohne Impfung gegen Ebergeruch, aktiv unterstützt. Die Immunokastration gewährleistet die Unversehrtheit der männlichen Ferkel und soll nun trotzdem ausgerechnet für den Öko-Landbau verboten werden. Diese Entscheidung ist absurd und gefährlich. Die Öko-Betriebe verlieren ein etabliertes und zukunftsweisendes Verfahren, und im konventionellen Sektor wird dessen Einführung von Beginn an erschwert. Stattdessen wird die chirurgische Kastration unter Narkose mit Millionen von Steuergeldern bezuschusst – ein Verfahren, bei dem die Tiere weiterhin verstümmelt werden“, erklärt Jasmin Zöllmer, PROVIEH e.V., abschließend. Dennoch ist es für TierärztInnen wichtig, bei Ferkeln eine fachgerechte Isofluran-Narkose durchführen zu können, wie sie bei der Ferkelkastration ab 2021 durchgeführt werden muss. Das entsprechende Wissen vermittelt ein gemeinsames Online-Seminar von bpt, ATF und Vetion.de am 18. August 2020 auf der Fortbildungsplattform Myvetlearn.de.

30.07.2020: Foodwatch fordert grundlegende Reform der Lebensmittelüberwachung

Die vom Bundeskabinett beschlossene Neufassung der sogenannten "Allgemeine Verwaltungsvorschrift Rahmen-Überwachung" (AVV RÜb) für die Lebensmittelkontrollen werden von foodwatch stark kritisiert. Den neuen Regeln gemäß sollen Pflicht-Kontrollen künftig verringert, Problembetriebe sollen hingegen häufiger kontrolliert werden. Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherorganisation foodwatch befürchtet, dass durch die neue Regelung der nächste Lebensmittelskandal vorprogrammiert sei und erklärt: „In Fleischbetrieben, die der höchsten Risikoklasse zugeordnet sind, sollen in Zukunft statt tägliche nur noch wöchentliche Kontrollen stattfinden müssen. Und andere Lebensmittelbetriebe, die bisher monatlich kontrolliert werden müssen, sollen künftig nur vierteljährlich verpflichtend kontrolliert
werden.“ Aber häufig würden Probleme bei Betrieben erst durch Pflicht-Kontrollen bemerkt. „Zudem orientiert sich die Zahl der Lebensmittelkontrolleure an der Zahl der Kontrollen. Werden diese Vorgaben verringert, kann das langfristig den Personalmangel in den Behörden noch verstärken. Statt die Zahl der Pflicht-Kontrollen zu verringern, muss Frau Klöckner eine grundlegende Reform der Lebensmittelüberwachung anstoßen. Was wir haben, sind 400 politisch abhängige Behörden mit oft eklatantem Personalmangel, die die allermeisten Kontrollergebnisse geheim halten. Was wir brauchen, ist eine unabhängige Landesanstalt für die Lebensmittelüberwachung pro Bundesland, die ausreichend Personal vorhält und alle Ergebnisse veröffentlichen muss", fordert Huizinga abschließend.

30.07.2020: Weniger gewerbliche Schweineschlachtungen in NRW

Die Zahl der Schweineschlachtungen in Nordrhein-Westfalen ist im Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 15 Prozent zurückgegangen. Laut Angaben des Statistischen Landesamtes NRW (IT.NRW) wurden im vergangenen Monat annähernd 1,18 Millionen Schweine gewerblich geschlachtet. Im Vergleich zum Mai 2020 waren das neun Prozent weniger Schlachtungen. Im April diesen Jahres wurden noch knapp 20 Prozent mehr Schweine geschlachtet. Der Grund
für die verringerte Zahl der Schlachtungen sind die Schließungen von Schlachthöfen in den Regierungsbezirken Münster und Detmold. Während im Regierungsbezirk Detmold im Juni 2020 46,2 Prozent weniger Schweine als im Mai geschlachtet wurden, ist die Zahl der gewerblichen Schweineschlachtungen im Regierungsbezirk Münster jedoch wieder um 24,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum April 2020 war aber ein Rückgang von 4,5 Prozent zu verzeichnen.

30.07.2020: Forscher identifizieren 157 Gene bilateral-symmetrischer Tiere

ForscherInnen der Universität zu Köln unter der Leitung von Dr. Peter Heger in der Arbeitsgruppe Wiehe am Institut für Genetik ist es gelungen, 157 Gene zu identifizieren, die es nur bei Tieren mit symmetrischen Körperseiten gibt. Bilateral- symmetrische Tierarten haben gemeinsam, dass sie eine symmetrisch aufgebaute rechte und linke Körperhälfte, ein vorderes und hinteres Körperende sowie eine dorsale und ventrale Seite (Rücken und Bauch) haben. Das gilt zwar für die überwiegende Zahl der Lebewesen, inklusive des Menschen, dennoch stammen alle von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Während der Kambrischen Explosion vor
540 Millionen Jahren sind aus diesem Vorfahren die verschiedenen bilateral-symmetrischen Tierstämme hervorgegangen. Einige wenige Lebewesen wie Nesseltiere (Cnidaria), Schwämme (Porifera) und Rippenquallen (Ctenophora) haben keine Bilateralsymmetrie. Durch umfassende Genomanalysen konnten die Kölner WissenschaftlerInnen mithilfe des High Performance Computers nun diese Gene ermitteln, die möglicherweise an der Entstehung der bilateral-symmetrisch Tierarten beteiligt waren. Die Ergebnisse der Kölner Gruppe werfen Licht auf die genetischen Grundlagen eines sehr bedeutsamen Kapitels in der Evolution der Tiere.

29.07.2020: Menge an abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin erneut deutlich gesunken

Die Menge der in der Veterinärmedizin zur Behandlung von Tieren abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im Jahr 2019 erneut zurückgegangen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 52,2 auf 670 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 7,2 Prozent. Gleichzeitig wurde damit das niedrigste Niveau seit der ersten Erfassung im Jahr 2011 mit 1.706 Tonnen erreicht. Das wiederum entspricht einem Rückgang von 2011 bis 2019 von 60,7 %, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte. Besonders erfreulich ist, dass die abgegebenen Mengen der für die Therapie beim Menschen besonders wichtigen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf den niedrigsten Wert seit 2011 sanken. Die Abgabemenge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 1,7 Tonnen (t) gesunken, die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation um 0,5 t. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 670 t
Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Die Hauptabgabemengen bildeten wie in den Vorjahren Penicilline mit etwa 264 t und Tetrazykline mit etwa 140 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 66 t und Sulfonamiden (59 t) sowie Makroliden (57 t). Dabei lassen sich die gemeldeten Wirkstoffmengen nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist. Wird die Antibiotikaabgabemenge regional betrachtet, ergibt sich, dass die Menge in fast allen Regionen von 2011 bis 2019 abgenommen hat. Absolut gesehen wurde in der Postleit-Region 49 weiterhin mit Abstand die höchste Abgabemenge mit rund 276 t verzeichnet. Das BVL führt am 11. August 2020 zum Thema Antibiotika ein kostenfreies Online-Seminar zu den Resistenzentwicklungen und der Bedeutung von Resistenzen durch.

29.07.2020: Wölfe und Menschen im sozialen und wissenschaftlichen Kontext

Die Rückkehr des Wolfes in Europa ist ein viel diskutiertes Thema. Wie die Gesellschaft darauf reagiert und wie sie mit dem streng geschützten Tier umgeht und lebt, beschäftigt ForscherInnen aller Länder des Kontinents. Herausgekommen ist ein Buch der international und interdisziplinär arbeitenden Forscherinnen und Forschern. „Managing the Return of the Wild. Human Encounters with Wolves in Europe.“ so der Buchtitel, der im Juli 2020 im Routledge Verlag erschienen ist. „Die Populationen mancher Wildtiere erstarken derzeit wieder. Aber was bedeutet das für die Gesellschaften in Europa? Das ist die Kernfrage des Sammelbandes“, erklärt Michaela Fenske von der Julius- Maximilians-Universität Würzburg. Sie hat dort den Lehrstuhl
für Europäische Ethnologie inne. Aus kulturwissenschaftlicher, kultur- und sozialanthropologischer, historischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt sich der Band in insgesamt elf Fallstudien aus ganz Europa mit dem Themenkomplex von Wölfen und Menschen. „Es ist bemerkenswert, wie unterschiedlich Gesellschaften an das Thema herangehen“, erklärt die Wissenschaftlerin weiter. Während Wölfe in Regionen, die von Strukturwandel betroffen sind, als weiteres Problem verhandelt werden, sehen andere Regionen in ihnen eine Chance für mehr Biodiversität oder nachhaltigen Tourismus. Der Band gibt unter anderem Einblick in Wolfsdiskurse in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Finnland und Portugal.

29.07.2020: Broschüre gibt Landwirten Hilfen zur Verbesserung des Stallklimas

Die Arbeitsgruppe „Stallklima und Emissionen“, bestehend aus WissenschaftlerInnen der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern und des Institutes für Tierproduktion in Dummerstorf, hat eine neue Broschüre zum Thema Stallklima herausgebracht. Denn sowohl steigende Temperaturen als auch länger dauernde Wärmeperioden aufgrund des Klimawandels müssen für Nutztierhalter ein Umdenken bedeuten. „Es ist wichtig, wissenschaftlich fundiert nach Anpassungsstrategien zu suchen und den Tierhaltern Antworten zu geben, wie man im
Stallbau, in der Haltung und im Management Verbesserungen für Mensch und Tier erreicht“, erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Nur in Abstimmung zwischen den Einrichtungen in Deutschland, die Kapazitäten auf diesem wichtigen Arbeitsgebiet besitzen, lassen sich konkrete Ergebnisse erzielen“, so der Minister weiter. Die Broschüre, die den Hitzestress bei Milchrindern als auch Problemfelder wie Emissionen in der Schweinehaltung oder aus diffusen Quellen der Rinderhaltung beleuchtet, steht auf der Homepage der LFA MV zur Verfügung.

28.07.2020: Mehrheit der Tierhalter hat zusätzliche Zeit mit den Tieren genossen

Laut einer Umfrage der AGILA Haustierversicherung unter 400 Hundehaltern war die Mehrheit in Zeiten der Corona-Beschränkungen glücklich über die Gesellschaft ihrer Tiere. Durch die Pandemie mussten viele Menschen viel Zeit in ihrem Zuhause verbringen. Mehr als 42 Prozent der Befragten freuten sich da über die ständige Gesellschaft ihrer Hunde. „71 Prozent waren froh darüber, dass sie dank ihrer Hunde regelmäßig vor die Tür gekommen sind“, erklärt AGILA-Expertin Franziska Obert. „Besonders positiv nahmen Besitzer mittleren Alters diese Abwechslung wahr: Unter den 40- bis 69-jährigen zeigten sich 79 Prozent glücklich darüber.“ Tierheime und
Züchter konnten sich kaum retten vor zahlreichen Vermittlungsanfragen. Wegen der zusätzlichen Belastungen durch die Betreuung und des Homeschooling ihrer Kinder hielt sich allerdings bei Familien die Freude in Grenzen. Hier freuten sich nur 38 Prozent über die ständige Gesellschaft ihrer Hunde während der Beschränkungen. Nur vier Prozent betrachteten die ständige Anwesenheit und dmait auch die Beschäftigung ihrer Hundes als Belastung. Die Tiere scheinen es auch genossen zu haben, dass ihre Halter so viel Zeit mit ihnen verbringen konnten, denn laut dem Großteil der Befragten haben sich die Tiere nicht anders verhalten als sonst.

28.07.2020: Schleswig-Holstein verlängert ASP-Präventionsmaßnahmen

Auf die Verlängerung des gemeinsamen Maßnahmenpakets zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) für weitere zwei Jahre haben sich die Landesregierung Schleswig-Holstein, die Kreise sowie kreisfreien Städte geeinigt. „Ich bedanke mich bei den Kreisen und kreisfreien Städten für den Konsens zur Weiterführung dieses erfolgreich etablierten Maßnahmenpakets. Die Maßnahmen sind vor dem Hintergrund der in Nachbarländern kursierenden Afrikanischen Schweinepest ein starkes Signal für eine gemeinsam getragene Prävention im Land. Sie bieten der Jägerschaft
in Schleswig-Holstein auch in Zukunft verbesserte Bedingungen für die Schwarzwildjagd und schaffen Anreize für das wichtige ASP- Monitoring bei Fallwild. Diese Schritte haben sich in den vergangenen Jahren bewährt und werden von den Jägerinnen und Jägern gut angenommen. Für ihr Engagement und ihr Mitwirken danke ich auch der Jägerschaft", kommentierte Dr. Dorit Kuhnt, Staatssekretärin für Landwirtschaft, die Entscheidung. Die Kosten teilen sich jeweils zur Hälfte die Kreise und kreisfreien Städte mit dem Land; die Aufwandsentschädigung im Zusammenhang mit Fallwild wird ausschließlich vom Land getragen.

28.07.2020: Bei Veränderungen des Hundeauges den Tierarzt aufsuchen

Der typische Hundeblick weckt die verschiedensten Gefühle in uns. Hundehalter sollten jedoch immer genau hinsehen, denn Veränderungen der Hundeaugen können ein Hinweis auf zahlreiche Erkrankungen sein, besonders wenn der Vierbeiner öfter die Augen zusammenkneift bzw. diese mit der Pfote reibt. Auch Symptome wie getrübte Augen, Tränenfluss oder gerötete Bindehäute können ein Zeichen für eine Augenerkrankung sein. Die genaue Diagnose sollte eine Tierärztin / ein Tierarzt stellen. Im häufigsten Fall handelt es sich um eine Bindehautentzündung, die durch Zugluft oder Staub entsteht und mit Salben oder Augentropfen behandelt werden kann. Zudem können rassetypische Fehlstellungen des Augenlides, wie beispielsweise bei Boxern oder Bassets, eine Bindehautentzündung verursachen. Weniger harmlos sind chronische Hornhautentzündungen wie
das "Trockene Auge" und die sogenannte Schäferhundkeratitis (Keratokonjunktivitis sicca), die auf eine Störung des Immunsystems hinweisen können. Verschiedene Rassen wie Collie, Golden Retriever, Labrador oder Cocker Spaniel sind besonders anfällig für chronische angeborene Netzhautstörungen, die in der Regel kaum zu behandeln sind. Bevor Hunde dieser Rassen verpaart werden, sollte unbedingt ein Gentest durchgeführt werden, um erbliche Augenerkrankungen auszuschließen. Viele Rassehundevereine verlangen einen solchen Gentest für die Zuchterlaubnis. Bei allen Veränderungen der Augen kann die Tierärztin /der Tierarzt klären, ob es sich nur um eine ungefährliche kurze Beeinträchtigung handelt, die man im besten Falle zu Hause mit Salben oder Augentropfen in den Griff bekommt, oder ob schwerwiegende Erkrankungen Auslöser für das Augenleiden sind.

28.07.2020: Neue Mausmaki-Art in Madagaskar entdeckt

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Dr. Ute Radespiel aus dem Institut für Zoologie der TiHo Hannover hat in Madagaskar eine bisher unbekannte Mausmaki-Art entdeckt und diese Jonah’s Mausmaki (Microcebus jonahi) getauft. Namensgeber ist der madagassische Primatologe Jonah Ratsimbazafy, der sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Arten einsetzt. Mausmakis sind Lemuren, die ausschließlich in Madagaskar und auf nahe gelegenen kleinen Inseln vorkommen. Die ForscherInnen waren für Untersuchungen der Mausmakis in den Regenwäldern
Nordost- Madagaskars zusammengekommen, als sie die etwa 26 Zentimeter lange und 60 Gramm leichten Lemuren entdeckten. Dies sei nur wegen der intensiven Kooperation zwischen den beteiligten Expertinnen und Experten möglich geworden, so Radespiel. Doch auch Jonah’s Mausmaki ist durch den Verlust der natürlichen Lebensräume bereits vom Aussterben bedroht. Ziel der ForscherInnen ist, die Vielfalt der Mausmakis zu verstehen, ihre Entstehungsgeschichte zu entschlüsseln und so zu ihrem Fortbestehen beizutragen.

Verbot von Tiertransporten in Drittländer

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