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02.06.2020: Faltohrkatzen gehören zu den Qualzuchten!

Österreichische Tierschützer des TierQuarTiers und der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) warnen vor dem Kauf einer Faltohrkatze der Rasse Scottish Fold Cat. Das charakteristische Merkmal der Tiere sind die Faltohren, die wie zusammengefaltet aussehen und bereits ab der 3. Lebenswoche sichtbar werden. Für Tierhalter mag das niedlich sein, doch dahinter verstecken sich deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln, die durch die schmerzhafte und unheilbare Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) hervorgerufen werden. Diese Erbkrankheit wird den Katzen absichtlich angezüchtet und führt zur Zerstörung des körpereigenen Knorpelgewebes. „Die nach vorn gekippten Ohren sind sichtbares Zeichen einer schmerzhaften und unheilbaren Erbkrankheit, welche das Knorpelgewebe und damit die Gelenke des gesamten Körpers betrifft“, erklärt Eva Persy, Leiterin
der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). „Bei der Rasse 'Scottish Fold' handelt es sich um eine sogenannte Qualzucht.“ Die Folge sind Gelenksschwellungen, verdickte und missgestaltete Gliedmaßen, abnorme Körperhaltung und Gangart. Die Tiere leiden sehr und müssen nicht selten bereits im Alter von zwei Jahren eingeschläfert werden. „Das Tier durchlebt höllische Schmerzen, je weiter die Krankheit voranschreitet“, so Persy. In Österreich sind Zucht und Handel mit den Faltohrkatzen verboten. Wer Qualzüchtungen vornimmt oder Tiere mit Qualzuchtmerkmalen importiert, erwirbt, vermittelt, weitergibt oder ausstellt, riskiert eine hohe Geldstrafe. „Wir warnen alle Katzenliebhaberinnen und -liebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen – und sich selbst strafbar zu machen“, appelliert Persy.

29.05.2020: Deutschland erlaubt weiterhin die Einfuhr von Jagdtrophäen

Trotz massiver Proteste von Tierschutzorganisationen erlaubt die Bundesregierung weiterhin die Einfuhr von Jagdtrophäen. Wie das Nachrichtenmagazin Frontal21 berichtet, wurden im vergangenen Jahr mehr als 750 Trophäen von erlegten Nashörnern, Elefanten, Eisbären, Löwen, Leoparden und weiteren bedrohten Wildtieren als Urlaubssouvenir nach Deutschland mitgebracht. Der Deutsche Jagdverband verteidigt die Trophäenjagd, da dadurch die Tiere vor Wilderei geschützt seien und den Menschen vor Ort sichere Jobs garantiert würden. Namibia, das beliebteste Reiseziel für die Wildtierjagd scheint nicht in großem Maße von den Geldern aus Zahlungen für die Trophäenjagd profitiert zu
haben, wie ZDF- Reporter auf ihrer Reise noch vor der Corona-Pandemie feststellten. Romeo Muyunda vom verantwortlichen namibischem Umweltministerium berichtete von Problemen bei der Vergabe der Gelder: „Wir kontrollieren alles. Man kann das nicht alles auf einmal richtig machen - es wird weiter Herausforderungen geben, wir brauchen Rechenschaftsberichte, es gibt Betrügereien - aber das sind Dinge, an denen wir arbeiten." Heike Henderson von "Future for Elephants" fordert seit Jahren ein Verbot der Trophäenjagd: „Es wäre ein starkes Zeichen international, wenn Deutschland als drittgrößte Trophäen-Jagdnation - nach USA und Spanien - das verbieten würde." Doch ein Verbot ist momentan nicht in Sicht.

29.05.2020: Schweiz erlaubt Hof- und Weideschlachtung

In der Schweiz ist ab dem 1. Juli 2020 die Hof- und Weideschlachtung erlaubt. Das hat der Bundesrat am 28.05.2020 entschieden. Damit ist der Weg frei für eine respektvolle und schonende Tötung der Nutztiere- erlaubt sind laut überarbeiteter Verordnung auch die Betäubung und Entblutung eines Tieres auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Im Vergleich zur herkömmlichen Schlachtung bleiben den Tieren die Lebendtransporte und Wartezeiten in den Schlachthöfen erspart, was einen positiven Einfluss auf die Stressbelastung der Tiere
und somit auch auf die Fleischqualität hat. Vorerst ist die Hof- und Weideschlachtung nur für Rinder zugelassen, doch in Zukunft sollen diese mobilen Systeme auch auf weitere Tiergattungen ausgeweitet werden. Die Verfahren bedürfen auch zukünftig einer Bewilligung, die jeweils vom zuständigen kantonalen Veterinäramt ausgestellt wird. In einem Merkblatt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) erhalten interessierte Betrieben Informationen zu den verschiedenen Hofschlachtungsmethoden und praktische Tipps.

29.05.2020: VdZ veröffentlicht Studien seiner Mitglieder

Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) hat erstmals in einer Broschüre die Forschungsprojekte seiner Mitglieder vorgestellt. Seit 2008 wurden seitens der VdZ-Mitglieder über 1.000 wissenschaftliche Publikationen zum besseren Verständnis von Wildtieren erstellt. „Durch die Studien an unseren Zootieren kann Forschung gelingen, die ansonsten unmöglich wäre“, sagt Dr. Julia Kögler, stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes.
„Letztlich haben alle Beteiligten in unseren gemeinsamen Artenschutzbemühungen bessere Chancen, die bedrohte Biodiversität zu erhalten, weil die Zoos seit vielen Jahren relevante wissenschaftliche Daten sammeln.“ Ein Download der Broschüre „Forschungsort Zoo“ steht auf der Seite des VdZ bereit. Hier finden sich neben Informationen über die Beiträge auch zahlreiche Beispiele zur praktischen Anwendbarkeit.

28.05.2020: Mehl aus Insekten mit verbesserten Backeigenschaften

Um dem weltweit stark wachsenden Bedarf an tierischen Proteinen entgegenzuwirken, arbeiten WissenschaftlerInnen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) derzeit an der Herstellung neuer alternativer Proteinquellen. Die ForscherInnen verfolgen das Ziel, die Backeigenschaften von Mehlen aus Insektenpulver für die Brotherstellung zu verbessern. „Weizenmehl mit Insektenanteilen kann das Grundnahrungsmittel mit Proteinen anreichern und so auch eventuelle Defizite aus anderen Proteinquellen ausgleichen“, erklärt Dr. Azad Emin vom KIT. Noch ist die Akzeptanz für Mehlwürmer in europäischen Ländern sehr gering. Doch ersten Studien zufolge lehnen Verbraucher verarbeitete Produkte aus Insekten weniger stark ab. Zu Pulver verarbeitet sei eine Einführung in den deutschen Markt über traditionelle Lebensmittel wie Brot denkbar, das nach wie vor zu den Hauptenergiequellen
gehört, erläutert Emin. Zudem produzieren Mehlwürmer, deren Larven einen hohen Proteingehalt aufweisen, weniger CO2 als Rinder, was eine geringere Umweltbelastung mit sich bringen würde, wie der Forscher weiter ausführt. Um eine hohe Verbraucherakzeptanz zu erreichen, sollen sich die neuen Mehle in Geschmack, Backeigenschaft und Textur kaum von herkömmlichen Backmehlen unterscheiden. „In unserer weiteren Forschung wollen wir die Anwendbarkeit der produzierten Mehle im handwerklichen Maßstab überprüfen. Dazu sollen bei externen Brotprüfungen neben Form und Aussehen auch die Textureigenschaften untersucht werden. Zusätzlich wollen wir Personenbefragungen durchführen“, berichtet Emin und betont, dass die gewonnenen Ergebnisse wichtig für die nachhaltig alternative Erschließung von Lebensmitteln aus Insekten seien.

28.05.2020: Sozial-ökologische Transformation der Agrarpolitik gefordert

Anlässlich der heute stattfindenden Videokonferenz der Bundesländer mit den für die Agrar- und Umweltpolitik zuständigen EU-Kommissaren hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemahnt, die Zukunft der EU-Agrarpolitik als gesamtgesellschaftliches Anliegen zu betrachten. Nicht die Agrar- Lobbyorganisationen sollten bestimmen, an wen die Agrarmilliarden der EU ausgezahlt werden. Wie wichtig dabei die Verbindung von Umwelt- und Agrarpolitik ist, hat die EU-Kommission in ihrer Farm-to- Fork-Strategie sowie im Green Deal erst in der vergangenen Woche deutlich gemacht. „Wir müssen die Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützen, umweltfreundlicher und klimaschonender zu wirtschaften und ihre Tiere artgerechter zu halten. Anstatt Agrarrohstoffe für den Weltmarkt zu produzieren, muss die regionale Herstellung im Vordergrund stehen. Dafür brauchen die Bauernhöfe
gezielte Förderprämien und eine Umkehr vom bisherigen System. Die Milliarden-Subventionen aus Brüssel dürfen nicht weiter mit der Gießkanne verteilt werden", erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND. Die pauschale Flächenprämie von rund 280 Euro pro Hektar und Jahr, die in Deutschland weitestgehend ohne höhere Auflagen oder Anforderungen an die Bewirtschaftenden von Äckern und Grünland ausgezahlt wird, müsse schrittweise sinken. Das dadurch eingesparte Geld könne dann in die neuen Öko-Regelungen fließen. „So können wir die Landwirtschaft dabei unterstützen, Pestizide einzusparen, auf umweltfreundlichen Anbau umzustellen oder Kohlenstoff im Boden zu binden. Dadurch begleiten wir die sozial- ökologische Transformation, die die EU-Kommission in der Farm-to- Fork-Strategie zu Recht einfordert", sagt Bandt und fordert von der Bundesregierung „Mut zum Gestalten“.

28.05.2020: Ursache für Waldtrachtkrankheit bei Bienen gefunden

Laut einer Studie der Universität Hohenheim ist Melezitose-Zucker als Ursache für die sogenannte Waldtrachtkrankheit bei Bienen verantwortlich. Starke Ertragsverluste und die Gefährdung ganzer Bienenvölker sind die Folge der Bienenkrankheit. Laborexperimente der ForscherInnen haben ergeben, dass der spezielle Zucker, den die Bienen über Waldhonig aufnehmen, die Darmbakterien der Insekten schädigen und so ihre Lebensdauer reduzieren. Betroffene Bienen weisen Krankheitssymptome wie geschwollene Hinterbeine oder massiven Haarausfall auf. Zudem zeigen erkrankte Bienen auch ein verändertes Verhalten: sie bleiben am Eingang des Bienenstocks, anstatt auszufliegen. Bisher hatten Bienenforscher vermutet, dass der hohe Mineralstoffgehalt im Waldhonig die Ursache für die Waldtrachtkrankheit ist. Nun konnte erstmals Melezitose-Zucker als Ursache bestätigt werden. „Wir gehen deshalb davon aus,
dass Melezitose von den Bienen nicht gut verdaut werden kann und sich im Darm ansammelt“, sagt Victoria Seeburger von der Landesanstalt für Bienenkunde. Die Bienen sind offenbar mangelhaft ernährt, obwohl sie eigentlich ausreichend fressen. „Die geschwächten Tiere sind zudem auch anfälliger für Krankheitserreger, was die Sache noch verschlimmert.“ Den Imkern empfiehlt Seeburger, Honigtau mit einem hohen Gehalt an Melezitose zu vermeiden: „Sie sollten ihre Kolonien aus den Wäldern entfernen, wenn die Umweltbedingungen die Melezitoseproduktion begünstigen.“ Dies sei beispielsweise bei Honigtau der von Imkern gefürchteten großen schwarzen Fichtenrindenlaus der Fall. Eine Gefahr für Menschen bestehe nicht, wie die Wissenschaftlerin betont: „Flüssiger Waldhonig hat nur einen niedrigen Melezitosegehalt und mit diesen geringen Mengen sollte das menschliche Verdauungssystem gut klarkommen.“

28.05.2020: Hunde sollen Corona-Infizierte erschnüffeln

Hunde können bis zu einer Million Mal besser riechen als Menschen. Diese Fähigkeit wurde bisher genutzt, um geeignete Hunde so zu trainieren, dass sie beispielsweise bei Menschen Epilepsie, Diabetes oder Krebs erschnüffeln können. Nun arbeiten ForscherInnen daran, dass die Vierbeiner mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn auch Personen erkennen, die mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert sind, wie n-tv berichtet. In zahlreichen Ländern laufen derzeit Tests dazu. Erste Erfolge wurden bereits aus den USA, Großbritannien und Finnland gemeldet. Experten gehen davon aus, dass Krankheiten ihren eigenen Geruch haben und von trainierten Hundenasen erkannt werden können. Ob die Viren selbst spezifische Gerüche absondern oder die virenbefallenen Organismen diese für Hunde wahrnehmbar ausströmen, wie genau diese Veränderung riecht und wie lange sie bei einer Infektion für den Hund wahrnehmbar ist, können die
Forscher bisher nicht sagen. Das Ziel der WissenschaftlerInnen ist, das die Tiere auch symptomfreie Infizierte erschnüffeln können. In Finnland wurden die Spürhunde mit uringetränkten Pads trainiert, sodass die Tiere keinen Kontakt mit infizierten Personen haben mussten, um Ansteckungsrisiken für die tierischen Helfer und ihre Besitzer zu vermeiden. Die Organisation Medical Detection Dogs wollen durch ihr spezielles Training erreichen, dass die Hunde Veränderungen aus der Atemluft von Menschen mit einer Corona- Infektion erkennen. Läuft die Ausbildung der Vierbeiner so, wie die Forscher sich das erhoffen, dann könnte jeder Hund in einer Stunde bis zu 250 Menschen auf eine Infektion überprüfen. Das wäre unschlagbar effektiv. Da die Kosten für die Ausbildung medizinischer Geruchsspürhunde jedoch sehr teuer und aufwändig ist, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis die Tiere maßgebend bei der Bewältigung der Pandemie helfen können.

28.05.2020: Im Streit um die Kastenstandhaltung scheint Einigung in Sicht

Obwohl die Haltung von Sauen in Kastenständen vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Magdeburg bereits Ende 2016 aus Tierschutzgründen untersagt worden ist, werden vielerorts Sauen immer noch in Kastenständen gehalten, in denen sie ihre Gliedmaßen nicht ausstrecken können. Seitdem ist die Kastenstandhaltung von Sauen ein großes Streitthema, und zwar nicht nur zwischen Tierschützern und Landwirten, sonndern auch unter den Parteien und Bundesländern. Nach einer Einigung wird seitdem gesucht. Nun scheint sich überraschend eine Lösung abzuzeichnen. So verständigten sich die in dieser Frage besonders zerstrittenen Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auf einen Kompromissvorschlag zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Geplant ist die noch ausstehende Abstimmung durch das Plenum des Bundesrates bereits für die kommende Woche.
Das Kompromisspapier sieht vor, dass Sauen im Kastenstand ausgestreckt in Seitenlage liegen können, ohne dass sie an ein bauliches Hinderniss stoßen. Andere Artgenossen fallen hier jedoch nicht unter die Rubrik "Bauliches Hindernis". Weiterhin sind Sauenhalter angehalten, innerhalb von drei Jahren ein Umbaukonzept vorzulegen. Nach weiteren zwei Jahren müssen sie einen Bauantrag stellen und die Baumaßnahmen spätestens nach drei Jahren abschließen. Dadurch sollen die Übergangsfristen auf ein vertretbares Maß gekürzt werden. Für Härtefälle sind weitere zwei Jahre vorgesehen. Das bedeutet für die Sauen weitere acht oder gar zehn Jahre Kastenstand ohne Streckung der Gliedmaßen. Möglicherweise ein Glück für die Tiere, dass ihre Nutzungsdauer um ein Vielfaches kürzer ist, sodass sie die aktuellen Haltungsbedingungen nicht noch weitere Jahre ertragen müssen.

27.05.2020: BSE-Fall in Irland

Am 22. Mai 2020 ist in Irland ein atypischer Fall der Bovinen Spongiformen Enzephalophatie (BSE) nachgewiesen worden. Dies meldet die Weltorganisation für Tiergesundheit, OIE. Das Tier
war zuvor klinisch auffällig geworden. Die anschließende Laboruntersuchung bestätigte den Verdacht. Weitere acht Tiere wurden deswegen getötet, jedoch schließlich negativ auf BSE getestet.

27.05.2020: Neonikotinoide verzögern Entwicklung der Honigbiene

Durch eine neu entwickelte Videotechnik ist erstmals die komplette Entwicklung einer Honigbiene im Bienenstock aufgezeichnet worden. Dabei konnten die Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt am Institut für Bienenkunde der Polytechnischen Gesellschaft feststellten, dass bestimmte zum Schutz von Nutzpflanzen eingesetzte Neonikotinoide das Verhalten der Ammenbienen verändern. So fütterten die Ammenbienen die Larven unter dem Einfluss der Neonikotinoide seltener. Dadurch benötigten Larven bis zu 10 Stunden länger in ihrer Entwicklung, wodurch wiederum ein Befall mit Bienenschädlingen wie der Varroa-Milbe begünstigt wird. „Neonikotinoide wirken auf das Nervensystem der Bienen, indem sie den Rezeptor für den Nerven-Botenstoff Acetylcholin
blockieren“, erklärt Dr. Paul Siefert, der in der Arbeitsgruppe von Prof. Bernd Grünewald am Institut für Bienenkunde Oberursel die Experimente durchgeführt hat. Siefert: „Wir konnten erstmals zeigen, dass Neonikotinoide auch das Sozialverhalten der Bienen verändern. Das könnte ein Hinweis auf die von anderen Wissenschaftlern beschriebenen Störungen der Brutentwicklung durch Neonikotinoide sein.“ Es sei allerdings noch zu klären, so der Wissenschaftler, ob die Verzögerung der Larvenentwicklung auch auf die Verhaltensstörung der brutpflegenden Bienen zurückzuführen sei oder ob sich die Larven durch veränderten Futtersaft langsamer entwickeln. Solchen Futtersaft produzieren die Ammenbienen und füttern die Larven damit.

27.05.2020: Schimpansen und Menschen entwickeln sich ähnlich langsam

Schimpansen entwickeln sich in einem ähnlichen Zeitrahmen wie Menschen. Das haben WissenschaftlerInnen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig durch mehrjährige Beobachtungen von freilebenden Schimpansen im Taï-Nationalpark (Elfenbeinküste) herausgefunden. So konnten die Forscher feststellen, dass die Tiere, ähnlich wie beim Menschen, die grobmotorischen Fähigkeiten mit etwa vier Monaten, kommunikative Eigenschaften mit 12 Monaten, die Fähigkeiten zur sozialen Interaktion mit 14 Monaten und die feinmotorischen Fähigkeiten mit 15 Monaten entwickeln. „Nicht nur der zeitliche Rahmen, sondern auch die Erwerbsreihenfolge ähneln sich bei Schimpansen und Menschen, was unsere gemeinsame
Evolutionsgeschichte widerspiegelt", sagt Erstautorin Aisha Bründl. „Unsere Ergebnisse stimmen mit der Hypothese des verzögerten Nutzens überein, die besagt, dass eine längere Entwicklungsdauer für den Erwerb von Erwachsenen- Fähigkeiten notwendig ist.“ Schimpansen entwickeln zudem komplexere Fähigkeiten, wie etwa der Gebrauch von Werkzeugen und soziale Interaktionen, erst viel später und von Tier zu Tier unterschiedlich. „Diese Variation kann durch grundlegende Unterschiede im sozialen Umfeld, in dem ein Schimpanse aufwächst, aber auch durch andere Faktoren wie zum Beispiel die Ernährung verursacht werden und muss noch weiter untersucht werden“, erklärt Co-Autor Patrick Tkaczynski.

26.05.2020: Anspruch von hessischen TierärztInnen auf Kindernotbetreuung

Hessische Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) im Nutztierbereich, in der Lebensmittelproduktion und -überwachung sind systemrelevant und haben so einen Anspruch auf Kindernotbetreuung. Das geht aus einem Schreiben des Hessischen Ministeriums an den Präsidenten der Landestierärztekammer (LTK) Hessen, Dr. Ingo Stammberger, hervor. Diese Regelung
gilt zunächst bis zum 1. Juni. Ein eingeschränkter Regelbetrieb soll ab dem 2. Juni wieder aufgenommen werden, so dass weiteren Personengruppen eine Betreuung ihrer Kinder ermöglicht werden kann. Auf formlose schriftliche Anforderung per E-Mail an info@ltk-hessen.de stellt die LTK entsprechende Bestätigungen für Tierärzte aus. Für entsprechende Bescheinigungen für TFAs ist der Arbeitgeber zuständig.

26.05.2020: BMEL fördert energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) plant, die Forschung und Entwicklung praxisorientierter Technologien und Konzepte, die zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen aus Wirtschaftsdüngern durch Biogaserzeugung und andere energetische Nutzungspfade beitragen, zu fördern. Bis zum 30. November 2020 können Skizzen eingereicht werden, die innovative und praxistaugliche Vorhaben
zur Entwicklung und Weiterentwicklung von wirtschaftlichen Anlagenkonzepten und zur Aktivierung des nutzbaren Potenzials an Wirtschaftsdüngern umfassen. Zudem sollen FuE-Vorhaben, die alternative Behandlungen und Verwertungen der entstehenden Lagergase vorsehen, sowie Vorhaben mit einem anteiligen Einsatz von Reststoffen, aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ der Bundesregierung unterstützt werden.

26.05.2020: Junge Tiere reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen

Auf Basis von Forschungsarbeiten haben ForscherInnen der Vetmeduni Wien unter Mitarbeit der schwedischen Lund Universität untersucht, inwiefern sich klimatische Herausforderungen während des Heranwachsens von Vögeln und Säugetieren auf deren späteres Leben auswirken. Sie fanden heraus, dass sich die Fähigkeit der Tiere zur Temperaturanpassung einerseits verbessern, andererseits aber auch verschlechtern kann. Grundsätzlich reagieren alle Tiere während des Heranwachsens ähnlich empfindlich auf Temperaturschwankungen, vor und nach der Geburt. „In einigen Fällen führen Änderungen der Temperatur vor und nach der Geburt dazu, dass Organismen in
der Lage sind, sich im Erwachsenenalter besser an die thermische Umgebung anzupassen. In anderen Fällen scheint die Entwicklungstemperatur jedoch die Temperaturtoleranz später im Leben zu beschränken“, erklärt Sylvain Giroud von der Vetmeduni Wien. „Das richtige Verständnis der Ontogenese und Akklimatisierungskapazität sowie der Temperaturtoleranz ist der Schlüssel zur Vorhersage, wie Individuen und Populationen auf die Herausforderung des Klimawandels und der damit verbundenen zunehmend extremen Wetterbedingungen reagieren werden“, sagt die Forscherin weiter und erklärt, dass weitere Studien nötig sind, um gerade für die postnatale Periode Daten zu sammeln.

26.05.2020: Österreichische Tierärztekammer gegen Telemedizin

Ferndiagnosen verstoßen gegen das österreichische Tierärztegesetz. Daher prüft die Österreichische Tierärztekammer die Entwicklung und Anwendung von Telemedizin in der Veterinärmedizin genau. „Aufgrund der derzeit in der Veterinärmedizin geltenden Rechtslage und der aktuell noch fehlenden gesetzlichen (Sonder-) Regelungen für telemedizinische Anwendungen - vergleichbar mit der Humanmedizin -, sehen wir uns veranlasst derartige Entwicklungen zu prüfen“, so Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. So hat COVID-19 im Humanbereich eine Sonderregelung zur Telemedizin bewirkt. Diese gilt aber nicht automatisch auch für die Veterinärmedizin. Denn in der Tiermedizin ist die Untersuchung durch den Tierarzt/Tierärztin noch schwerer zu ersetzen, da die Tiere nicht über ihre Beschwerden sprechen können. Auch Videos, Bilder und Schilderungen, die von
BesitzerInnen übermittelt werden, können eine solche nicht substituieren, meint Frühwirth. Die physische unmittelbare Beurteilung, und damit auch die Untersuchung, seien essentieller Bestandteil einer dem veterinärmedizinischen Standard entsprechenden tierärztlichen Handlung, bekräftigt Frühwirth. „Eine Ferndiagnose, die ausschließlich auf fernmündlichem Wege, wie beispielsweise mittels Videochat erstellt wird, fällt zudem unter das Ferndiagnose- und Behandlungsverbot und verstößt auch gegen §24 Abs 1 Tierärztegesetz, der die persönliche und unmittelbare Berufsausübung definiert.“ Somit sei das derzeit marktschreierisch angekündigte und intensiv beworbene Geschäftsmodell einer tierärztlichen Online-Sprechstunde, das zudem von nichttierärztlichen Gesellschaften und Futtermittelanbietern betrieben wird, aufgrund zahlreicher Rechtswidrigkeiten unzulässig“, urteilt Frühwirth.

25.05.2020: Kuhbad gegen Milchfieber

Ein ehemaliger Milchviehhalter aus den Niederlanden hilft Kühen mit Milchfieber durch ein Kugbad wieder auf die Beine. Das Kuhbad des Niederländers besteht aus einem Tank, den er samt vorgewärmtem Wasser zum Betrieb liefert. Das Kuhbad ist für Kühe nach
einer schweren Geburt gedacht, die wegen einer Verletzung oder aufgrund von Milchfieber festliegen. Die Gelenke und Muskeln der Kühe werden beim Baden entlastet. Frank Timmerman vermietet seine zehn Kuhbäder-Tanks bereits seit zwei Jahren an Landwirte im Umkreis.

25.05.2020: Praxismaßnahmen zur Vermeidung von Rinderherpes

Trotzdem Deutschland seit 2017 offiziell als frei von dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) gilt, appelliert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) an Rinderhalter, wachsam zu sein und die hygienischen Praxismaßnahmen unbedingt einzuhalten. Denn die Sorge vor einer Wiederausbreitung der Krankheit ist groß, nachdem Fälle von BHV1 im vergangenen Jahr auf zwei Milchviehbetrieben in Aachen nachgewiesen worden waren. Im Falle der Einschleppung des Herpesvirus müssen alle infizierten
Tiere getötet werden. Bei starker Durchseuchung kann die Tötung des gesamten Bestandes angeordnet werden. Zudem empfiehlt der RLV Rinderhaltern, einem Zukauf unerkannt infizierter Tiere durch möglichst aktuelle Blutergebnisse vorzubeugen. Auch sollte unbedingt eine mögliche Einschleppung des Virus über Personen, die vorher direkten Tierkontakt in anderen Beständen hatten, vermieden werden. Es ist zu beachten, dass der Erreger auch über kontaminierte Gerätschaften verbreitet werden kann.

25.05.2020: Mensch durch Nerz mit Covid-19 infiziert

Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat mitgeteilt, dass sich erstmals offenbar ein Mitarbeiter einer Pelzfarm durch einen Nerz mit dem Corona-Virus SarsCoV-2 infiziert hat. Laut Landwirtschaftsministerin Carola Schouten haben Untersuchungen dies ergeben, nachdem sich Ende April 2020 in zwei Zuchtbetrieben in der niederländischen Provinz Noord-Brabant
Nerze durch Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Regierung plant nun, die bis zum Jahr 2024 beschlossenen Schließungen von Zuchtfarmen früher zu realisieren. Subventionsangebote sollen die Betreiber überzeugen, die Farmen zeitnah zu schließen. Zudem wurden weitergehende Untersuchungen aller Tiere in den Nerzfarmen angeordnet.

25.05.2020: Maßnahmen zum Schutz der deutschen Nordsee verabschiedet

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat für drei Meeresnaturschutzgebiete in der deutschen Nordsee einen Maßnahmenplan verabschiedet. Die Managementpläne basieren auf umfangreichen Datenanalysen und sind bereits in Kraft getreten. „Das ist ein wichtiger Fortschritt für den Schutz der Meeresnatur in der Nordsee. Gemeinsam mit allen Akteuren können wir nun konkrete Schutzmaßnahmen umsetzen. Die Nordsee wird intensiv wirtschaftlich genutzt. Umso mehr braucht sie unseren Schutz. Mit den Managementplänen wollen wir sicherstellen, dass die Naturschutzgebiete der Nordsee auch tatsächlich Orte sind, an denen sich unsere Meeresnatur vom Seehund bis zum Schweinswal so gut wie möglich entwickeln kann", erklärt
Bundesumweltministerin Svenja Schulze zufrieden. Neben Maßnahmen zum Wiederaufbau von Riffen der europäischen Auster sowie von Steinriffen soll der Unterwasserlärm deutlich reduziert werden, um vor allem die Schweinswale zu schützen, wie BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel mitteilt. Zudem stehe das Meeresmonitoring und die Überwachung der Meeresschutzgebiete im Fokus der Maßnahmen. Auch für die küstenfernen Meeresschutzgebiete in der deutschen Ostsee hat das BfN bereits Managementpläne entworfen. Für diese beginnt demnächst das Beteiligungsverfahren mit den zuständigen Behörden des Bundes und der Länder sowie der interessierten Öffentlichkeit.

22.05.2020: Hunde an warmen Tagen nicht im Auto zurücklassen

Nachdem die Corona-Maßnahmen mehr und mehr gelockert wurden, konnte das bisher ziemlich stillgelegte öffentliche Leben langsam wieder starten. Die Menschen in Deutschland verlassen wieder vermehrt ihr Zuhause, Ausflüge und Unternehmungen sind wieder möglich. Damit steigt auch das Risiko, dass Hundehalter ihren Vierbeiner im Auto zurücklassen und diesen in Gefahr bringen. Die Tierschutzorganisation Tasso e.V. appelliert an die Tierhalter, ihre Hunde
bei warmen Temperaturen nicht im abgestellten Auto warten zu lassen und weist darauf hin, dass sich dieses schon ab 20 Grad in eine tödliche Falle verwandeln kann. Hunde überhitzen schnell, wenn ein erhöhter Wasserverlust, der durch Hecheln bedingt ist, nicht ausgeglichen werden kann. Sollten Sie ein Hund bei warmen Temperaturen allein in einem Auto begegnen, bittet Tasso eindringlich darum, sofort zu versuchen, den Halter ausfindig zu machen oder die Polizei zu informieren.

22.05.2020: Ausbruch von Q-Fieber in Bulgarien

In der bulgarischen Stadt Gabrovo wurde bei mehr als 20 Personen das Q-Fieber festgestellt, die auf eine mögliche Infektion mit COVID- 19 getestet worden waren. Das teilte der nationale Gesundheitsinspektor Prof. Todor Kantardzhiev im Zusammenhang seines Corona-Briefings mit.
Bei den betroffenen Personen handelt es sich meist um Tierärzte bzw. Mitarbeiter zweier Rinderbetriebe sowie einer Schaffarm. Um die Ausbreitung des Q-Fiebers, das hauptsächlich von Rindern, Schafen und Ziegen übertragen wird, einzudämmen, wurden Maßnahmen eingeleitet.

20.05.2020: Tiergesundheitsverbände unterstützen angedachtes Lebensmittelsystem

Der europäische Verband der Tiergesundheitsindustrie, AnimalhealthEurope und der deutsche Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) unterstützen das Bestreben der Europäischen Kommission, ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem zu schaffen, dessen Transformation auf innovativen und die Ziele ermöglichenden Technologien fußt, ohne die biologische Vielfalt und die Umwelt zu vernachlässigen. Innovative digitale Instrumente und Krankheitsvorbeuge für
gesunde Tierbestände können dazu beitragen, diesen Übergang zu beschleunigen. Landwirte und Tierärzte sollten dazu durch Zugang zu allen verfügbaren Instrumenten unterstützt werden, um die Gesundheit zu schützen, den Tierschutz zu gewährleisten und schnell auf Krankheitsausbrüche zu reagieren. Damit könnte ein wirksamer Weg zu einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion beschritten werden, bei dem die Lebensmittelversorgung und -sicherheit für die EU-Bürger weiterhin im Mittelpunkt steht.

20.05.2020: Dringend besserer Schutz von Wildbienen notwendig

Anlässlich des heutigen Weltbienentag hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus erneut auf die Bedeutung der Bienen für die Landwirtschaft hingewiesen und die Strategien von Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt, die Lebensbedingungen von Bienen, vor allem der stark bedrohten Wildbienen, zu verbessern. Rund 300 der etwa 580 Wildbienenarten und Hummeln in Deutschland stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
Insbesondere geht es darum, die Nahrungsgrundlage, aber auch die Nistmöglichkeiten für diese Insekten zu sichern. „Da 58 Prozent der Fläche unseres Landes landwirt­schaftlich genutzt wird, kommt den Bauern eine große Verantwortung bei der Erhaltung der Bienen zu“, sagt Backhaus. Zudem seien rund 75 Prozent der heimischen Flora von der Bestäubungsleistung der Bienen abhängig.

20.05.2020: Strategien für biologische Vielfalt verabschiedet

Im Rahmen des europäischen Grünen Deals hat die Europäische Kommission am Mittwoch eine neue Biodiversitätsstrategie und die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem angenommen. Um dem Verlust an biologischer Vielfalt entgegenzuwirken, schlägt die Kommission unter anderem vor, mindestens 30 Prozent der europäischen Land- und Meeresgebiete in Schutzgebiete umzuwandeln. Für den Übergang zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen sollen der Einsatz von Pestiziden halbiert und ein Viertel der landwirtschaftlichen Flächen
in der EU ökologisch bewirtschaftet werden. Auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln soll weiter verbessert werden. Stella Kyriakides‚ EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit‚ erklärte: „Wir müssen voranschreiten und das Lebensmittelsystem der EU zu einer treibenden Kraft für Nachhaltigkeit machen. Die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ wird weitreichende positive Auswirkungen darauf haben, wie wir unsere Lebensmittel herstellen, kaufen und verbrauchen. Das wird der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger, der Gesellschaft und der Umwelt zugutekommen.“

20.05.2020: BVL warnt vor Anwendung Octenidin-haltiger Antiseptika

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist aus aktuellem Anlass darauf hin, dass bei der Verwendung Octenidin-haltiger Präparate bei Tieren unbedingt die Anwendungshinweise beachtet werden müssen. Octenidin ist in einigen Präparaten zur (Wund-)Desinfektion enthalten. Solche Präparate sind zwar für die Haut- und Schleimhautdesinfektion zugelassen, nicht jedoch für die Spülung von Wundhöhlen. Dafür ist der Wirkstoff auch nicht geeignet, betont das BVL. Die aktuelle Warnung basiert auf einer Nebenwirkungsmeldung, die das
BVL kürzlich erhielt. Dabei wurde über einen Hund berichtet, der nach einer Vorhautspülung mit einem Octenidin-haltigen Präparat innerhalb weniger Stunden Schwellungen und Rötungen an den Kontaktstellen sowie ein gestörtes Allgemeinbefinden zeigte. Nach einigen Tagen wurden entzündliche Geschwüre an der Penisschleimhaut festgestellt. Auch beim Menschen sind solche unerwünschten Wirkungen bekannt. Es wird vermutet, dass zu lange Kontaktzeiten mit dem jeweiligen Präparat Gewebeschäden verursachen können.

Corona-Tests durch veterinärmedizinische Labore endgültig abgelehnt

19.05.2020

Sowohl der Bundestag als auch der Bunderat haben die Einbeziehung von veterinärmedizinischen Laboren in die Durchführung der Corona-Tests abgelehnt. Damit wurde eine große Chance für ein Vorankommen bei der sogenannten One-Health-Initiative vertan, und zwar von Seiten der Humanmedizin. Bundesgesundheitsminister Spahn hatte die ursprünglich in § 5b vorgesehenen Corona-Testung durch veterinärmedizinischen Labore vor gut zwei Wochen wieder aus dem Entwurf gestrichen, nachdem es massive Proteste von Seiten der Humanmedizin gegeben hat. Weder die öffentlichen Verlautbarungen des bpt, noch die Interventionen im Parlament über die Koalitionsfraktionen, die Opposition
und den Agrarausschuss in den letzten Tagen konnten letztendlich die Diskussion zugunsten einer (Wieder-)aufnahme der veterinärmedizinischen Labore drehen, wie der Bundesverband der praktizierenden Tierärzte (bpt) bedauernd auf seiner Webseite schreibt. Jedoch habe die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Gitta Connemann, bei der gestrigen Debatte im Bundestag eine persönliche Protokollerklärung zum Fehlen der veterinärmedizinischen Labore im Gesetzentwurf abgegeben und somit öffentlich eine wichtige Marke gesetzt. Sollte es im weiteren Verlauf der Pandemie erneut zu einem Engpass bei den Testungen kommen, kann hierauf wirksam Bezug genommen werden.

19.05.2020: Online-Vorlesungen für alle zur Corona-Pandemie

Die Universität Tübingen hat sich dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung zu Covid-19 angenommen und in diesem Sommersemester eine Vorlesungsreihe gestartet, die live online übertragen wird. Die Videos werden auf einem Youtube-Kanal ausgestrahlt und sind dort auch anschließend weiter ansehbar. Und zwar stehen sie nicht nur Studierenden und MitarbeiterInnen der Universität, sondern allen Interessierten ohne Login zur Verfügung. Die Veranstaltungsreihe startete am 21. April 2020 unter der Ausgestaltung der Medizinischen Fakultät mit einer Vorlesung, immer dienstags um 12 Uhr und zusätzlich am Donnerstag, den 18. Juni 2020. Themen sind zum Beispiel Corona und Schwangerschaft, Impfstoffentwicklung, medikamentöse Strategien oder medizinische Befunde. Hinzu kommt die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, die sich ab dem 29. Juni bis zum 15. Juli 2020 jeden Abend unter der Woche um 18.30 Uhr mit den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der
Corona-Pandemie auseinandersetzen wird. Jeden Donnerstag kommt auf Youtube noch das Seminar für Allgemeine Rhetorik hinzu, in dem sich Professor Olaf Kramer unter anderem damit beschäftigt, wie Politiker über die Krise reden und welche rhetorischen Strategien eingesetzt werden, um Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Die Darstellung soll allgemeinverständlich sein. Termine und Links zu den Streamingplattformen bzw. Youtube-Kanälen finden sich auf der Seite der Universität Tübingen. Der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler, sagt zur Veranstaltungsreihe: „Im Zuge unserer Exzellenzstrategie wollen wir aktuelles, gesellschaftlich relevantes Wissen künftig verstärkt auch mit Menschen teilen, die keinen direkten Zugang zur Wissenschaft haben.“ Gerade in Krisen wie der aktuellen Corona- Pandemie benötigen die Menschen zuverlässige Informationen aus erster Hand, die mit den Vorlesungen gegeben werden. Heute 12 Uhr ist Prof. Peter Rosenberger dran mit dem Thema "Intensivmedizinische Herausforderungen".

19.05.2020: Positionspapier für nachhaltigere Milchproduktion

Die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde e.V. hat ein Positionspapier zur Zukunft gesunder Milchkühe veröffentlicht. Dieses entstand unter der Mitwirkung von Landwirten, Wissenschaftlern, Tierärzten und Züchtern. Es erörtert Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Wege, die Gesundheit der Milchkühe zu verbessern, unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. Ein wichtiger Punkt des Positionspapieres sei die bessere Nutzung von genomischen Daten und gezieltere Zucht. Eine intensivere Kälberaufzucht, geringeres Ausscheiden von Jungkühen,
deutliche Erhöhung der Nutzungsdauer und Verringerung der Reproduktionsraten können demzufolge Instrumente für eine nachhaltige Milchproduktion der Zukunft sein. Dazu gehöre auch die Verlängerung der Freiwilligen Wartezeit zwischen zwei Besamungen. Untersuchungen ergaben eine bessere Persistenz in der Laktation bei spätbesamten Kühen. Das Positionspapier räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass eine geringere Milchleistung automatisch gesündere Milchkühe bedeute. Wichtiger sei hier ein gutes Management.

19.05.2020: Test für medizinische Studiengänge verschoben

Aufgrund der Corona-Pandemie verschiebt sich der Test für Medizinische Studiengänge (TMS). Der Test ist nun für den Zeitraum vom 25.7-2.8. geplant. Ursprünglich sollte er am 9.5.2020 stattfinden. Dieser bundesweit durchgeführte Eignungstest für medizinische Studiengänge, auch "Medizinertest" genannt, ist ab diesem Jahr als weiteres Auswahlkriterium im Zulassungsverfahren für die veterinärmedizinischen Studiengänge hinzugekommen. Er findet nur einmal im Jahr statt und kann von jedem Studieninteressierten auch nur einmal im Leben durchgeführt werden. Für das Veterinärmedizinstudium an den Hochschulen in Berlin und Hannover
ist der Test zu Pflicht geworden und muss vor der Studienplatz-Bewerbung absolviert worden sein. Das Bewerbungsportal auf Hochschulstart.de für die veterinärmedizinischen Studiengänge wird sich deshalb voraussichtlich erst am 1.7.2020 anstatt wie geplant im April 2020 öffnen, wie die Tierärztliche Hochschule Hannover informiert. Die Verschiebung des TMS beeinflusst auch den Start des Wintersemesters an den Veterinärmedizinischen Fakultäten in Deutschland. Wie Studiendekan Prof. Johannes Seeger für die Veterinärmedizinische Fakultät Leipzig bestätigte, wird sich hier der Studienstart für die Erstsemester von Oktober auf Anfang November verschieben.

Corona-Auswirkungen auf die Tierarztpraxis

Die Corona-Pandemie hat Deutschland noch fest im Griff: Merken Sie in der Tierarztpraxis bereits die Auswirkungen der Pandemie?