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Besuchen Sie uns auf dem 10. Leipziger Tierärztekongress

16.01.2020

Am heutigen Donnerstag hat in Leipzig der 10. Leipziger Tierärztekongress (LTK) begonnen. Um 9:30 Uhr ging es nach der Begrüßung durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Uwe Truyen los mit der Auftaktveranstaltung "Bitte geraderücken! Das Bild des Tierarztes in der Öffentlichkeit", zu der 5 Gastredner, u.a auch Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, geladen waren, bevor die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion endet. Nach der Mittagspause schließt sich dann das Berufspolitische Forum zum Thema: Die Einheit der Tierärzteschaft - Wunschtraum oder Wirklichkeit? an. Parallel zu diesem Auftaktprogramm finden am Donnerstag zahlreiche interessante Seminare statt. Am Freitag und am Samstag geht es dann weiter mit vielen tierart- und themenspezifischen Vortragsveranstaltungen. Außerdem erwarten die rund 6.000 angemeldeten Tierärztinnen und Tierärzte auf der Industrieausstellung vetexpo 283 Aussteller, davon 28 in der neuen Career Corner, der 1. Jobmesse für Tierärzte. Vetion.de ist ebenfalls auf der vetexpo vertreten. Und zwar laden wir Sie herzlich zu unserem VETbewerb im chirurgischen Nähen an den Stand unseres Partners PAUL, dem Praktischen Ausbildungs- und Lernzentrum der Veterinärmedizinischen
Fakultät (VMF), ein. Hier können Sie prüfen, ob Sie das Zeug zur Chef-Chirurgin oder -Chirurgen haben, oder sich aktuell mit dem Status des OP-Famulanten oder Assistenz-ChirurgIn begnügen müssen oder sollten. Am Samstag möchten wir Sie auf die Vortragsveranstaltung des Dessauer Zukunftskreises (DZK) zum Thema „Erfolgreiche Personalsuche und Personalentwicklung für die Tierarztpraxis in vier Stufen“ aufmerksam machen (Sa., 11:00-13:00 Uhr, Raum 11, Ebene 2). Außerdem sind Sie herzlich eingeladen, an der Online-Umfrage des DZK im Rahmen der Studie Digitalisierte Veterinärmedizin 2030 teilzunehmen. Der LTK hat 1998 als kleiner Kongress auf dem Campus der VMF begonnen und sich inzwischen zum größten veterinärmedizinischen Kongress im deutschsprachigen Raum gemausert, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder durch seine Vielfältigkeit, die angenehme Atmosphäre und die gute Organisation begeistert. „Der Leipziger Tierärztekongress hat sich in zwanzig Jahren Veranstaltungsgeschichte zum wichtigsten Treffpunkt für Veterinärmediziner aus dem deutschsprachigen Raum entwickelt und die Jubiläumsveranstaltung bestätigt dies eindrucksvoll“, unterstreicht Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

16.01.2020: Ausnahmezustand wegen Traktor-Sternfahrten in Berlin erwartet

Vom 17. bis 26. Januar 2020 findet auf dem Messegelände am Funkturm in Berlin die Internationale Grüne Woche statt. Dies nehmen Landwirte aus ganz Deutschland zum Anlass, ihrem Unmut über die deutsche als auch über die EU-Agrarpolitik Luft zu machen. Pünktlich zur Grünen Woche finden an diesem Wochenende wieder Traktoren-Sternfahrten in Berlin zum Brandenburger Tor statt. Dazu werden am Freitag und Samstag Tausende Bauern und ihre Traktoren sowie Umwelt- und Tierschützer erwartet, denn die "Veranstalter" der
Traktoren-Sternfahrten sind zwei unterschiedliche Organisationen, die auch unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Sternfahrt am Freitag wird vom Bündnis für konventionelle Landwirtschaft "Land schafft Verbindung" initiiert, während hinter der Sternfahrt und der Demonstration am Samstag das Bündnis „Wir haben es satt“ steht, das sich für eine umweltfreundlichere Agrarpolitik einsetzt. Für Berlin bedeutet das in beiden Fällen ein großes Verkehrschaos. Die Polizei rät allen Bürgerinnen und Bürgern, auf S- und U-Bahn umzusteigen.

16.01.2020: Landwirte halten sich bei Investitionen zurück

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin hat sich Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), zur momentan schlechten Stimmungslage von deutschen Landwirten geäußert. Das geht aus dem Konjunkturbarometer Agrar für Dezember 2019 hervor. Demnach lag der Indexwert bei nur 8,2 Punkten, was in etwa dem Wert des Monats September 2019 entspricht. Jedoch sehen die deutschen Bauern äußerst pessimistisch in die Zukunft. Mit einem Wert von 3,34 auf der Notenskala von 1 bis 5 hat die Lage einen bislang noch nicht gekannten Tiefpunkt erreicht. „Neben einer schwierigen wirtschaftlichen Lage belegen diese Ergebnisse vor allem eine hochgradige Verunsicherung in der Landwirtschaft. Wir Bauern sind Unternehmer. Jeder, der etwas unternehmen will, braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können. Darauf muss die Politik ausgerichtet werden“, kommentiert
der DBV-Präsident die Zahlen des aktuellen Konjunkturbarometers. Nur etwa ein Drittel aller Landwirte sind bereit, im ersten Halbjahr 2020 zu investieren. Rückläufig sind vor allem Investitionen in Wertschöpfung schaffende und Tierwohl fördernde Ställe. Im Vergleich zum Vorjahr werden nur Investitionen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro erwartet. Das sind 0,3 Milliarden Euro weniger als 2019. „Wenn nur noch jeder dritte Landwirt in die Zukunft investieren will, spiegelt das die äußerst schwierige wirtschaftliche Situation wider,“ so Rukwied zu den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage. Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Dezember 2019 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt 1.500 Landwirte in ganz Deutschland.

16.01.2020: Höhere Förderung für hessische Weidetierhalter

Der Hessische Verband für Schafzucht und -haltung e.V. hat Landwirtschaftsministerin Priska Hinz einen Forderungskatalog vorgelegt, in dem unter anderem Förderungsmöglichkeiten für Schaf- und ZiegenhalterInnen aufgezeigt werden. Die Ministerin hat den Weidetierhaltern bereits eine höhere finanzielle Unterstützung sowie eine Anhebung der Schaf-Ziegen-Kopfprämie zugesagt und zum weiteren Austausch am 28. Januar in ihr Ministerium eingeladen. „Weidetierhalter leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und Landschaftspflege in Hessen: Besonders Schaf- und Ziegenherden schaffen und pflegen seltene Lebensräume wie etwa blütenreiche Magerrasen. Auf Weideflächen wimmelt es oft von Insekten, die den Dung der Tiere nutzen. Die Insekten sind wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten. So entsteht ein artenreicher Lebensraum, der ohne Weidetiere nicht existieren könnte.
Weidetierhaltung ist außerdem praktiziertes Tierwohl. Es gibt kaum naturverträglicher produziertes Fleisch. Für diese Leistungen haben die hessischen Weidetierhalter Anerkennung verdient. Obwohl sie so wichtige Leistungen für die Gesellschaft erbringen, können leider viele Weidetierhalter – vor allem die Schäferinnen und Schäfer - von ihrem Beruf kaum noch leben. Das liegt an den niedrigen Preisen für Fleisch und Wolle. Hinzu kommt die Sorge um die eigenen Tiere wegen möglicher Wolfsangriffe. Auch Hobbytierhalterinnen und - halter treibt diese Sorge um. Es ist völlig klar, dass das belastet. Ich möchte diese Situation ändern, deshalb wollen wir die Weidetierhalter bei ihren zahlreichen Herausforderungen unterstützen“, erklärt Hinz. Auch bei der Fortschreibung des Wolfmanagements sollen die Schaf- und Ziegenhalter in Hessen eingebunden werden. Der Termin am 28. Januar bietet dafür eine erste Gelegenheit.

15.01.2020: Deutscher Tierschutzbund droht Klöckner mit Strafanzeige

Für den Fall, die vorgelegte Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sollte wie geplant in Kraft treten, droht der Deutsche Tierschutzbund Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Meineid und Tierquälerei. Der Tierschutzbund stößt sich bei der geplanten Verordnung vor allem an den Haltungsbedingungen von Sauen in Kastenständen. In den Augen des Tierschutzbundes stellt der Verordnungsentwurf eine Verschlechterung für die Tiere dar und verstößt damit gegen das Staatsziel Tierschutz und somit gegen das Grundgesetz. Gleichzeitig forderten die Tierschützer die Mitglieder des Agrarausschusses auf, bei der Abstimmung am 27. Januar 2020 gegen die Verordnung zu stimmen. „Mit der Verschlechterung der Sauenhaltung droht nach der Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration der nächste Angriff auf den Tierschutz – und geht in seiner Reichweite sogar noch darüber hinaus. Erstmals wird nach einer höchstrichterlichen Entscheidung eine Formulierung,
die dem Schutz der Tiere gilt, bewusst gestrichen. Wenn eine Bundesregierung den Tierschutz so offen attackiert und dabei das Grundgesetz verletzt, sind wir an einen Punkt gelangt, an dem wir Konsequenzen ziehen müssen", sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Hinzu kommt, dass in der Tierschutzpolitik der Bundesregierung derzeit nur Stillstand oder Rückschritt zu erkennen sind. Das trifft den Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung im Besonderen: Die Rücknahme des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration in 2018, das immer noch nicht ordnungsrechtlich gesetzte Datum für ein Ende der Kükentötung und das unzureichende, als freiwillig geplante staatliche Tierwohllabel sind nur einige aktuelle Beispiele. „Mit ihrem Amtsantritt hat Klöckner geschworen, das Grundgesetz zu wahren, das sie mit dem Verordnungsentwurf zur Sauenhaltung wissentlich verletzt. Wenn die Verordnung wirklich kommt, müssen wir von einem Meineid ausgehen – und von gesetzlich legitimierter Tierquälerei“, so Schröder.

15.01.2020: Ferkelbetäubungssachkunde-Verordnung verabschiedet

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV) mit den vom Bundesrat verlangten Änderungen beschlossen. Somit dürfen jetzt auch Landwirte Ferkel in Vollnarkose legen und kastrieren. Der bislang geltende Tierärztevorbehalt ist damit trotz Protesten von Seiten der Tierärzteschaft hinfällig. Die Verordnung wird in Kürze nach der
Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft treten. Für einen Teil der in der Verordnung festgehaltenen Bestimmungen war eine Nachnotifizierung durch die EU erforderlich, so dass es zu Verzögerungen kam. Landwirte, die unter Vollnarkose Ferkel kastrieren wollen, müssen eine Sachkunde erlangen und nachweisen. Dazu muss ein 12-stündiger Lehrgang mit theoretischem und praktischem Teil mit entsprechender Prüfung absolviert werden.

15.01.2020: Schluckimpfung für Wildschweine zur Bekämpfung der ASP

Die Afrikanische Schweinepest greift immer weiter um sich und auch der Bund hat einen Maßnahmenplan entwickelt, um den Eintrag der Tierseuche nach Deutschland zu vermeiden. An der Entwicklung eines ASP-Lebendimpfstoffes, der den Wildschweinen per Schluckimpfung verabreicht wird, arbeitet das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI) momentan
zusammen mit anderen internationalen Instituten. So fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Global African Swine Fever Research Alliance (GARA) oder das EU-finanzierte Projekt „DEFEND“. Ein solcher Impfstoff sei aber aufgrund der Komplexität des Virus nur sehr schwer herzustellen.

15.01.2020: Greenpeace empfiehlt Anpassung der Mehrwertsteuer

Laut einer Analyse von Greenpeace ließe sich der sofortige Ausstieg aus der nicht tiergerechten Nutztierhaltung mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer realisieren. „Steuern und Abgaben sollten klare Anreize bieten, den übermäßigen Konsum klima- und umweltschädlicher Lebensmittel zu beenden", sagt Greenpeace- Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. „Mit den zusätzlichen Einnahmen können Tierhalter beim Umstieg auf eine artgerechte Haltung unterstützt werden." In ihrer im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorgelegten Steuerreform schlägt die Organisation neben einer Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent auf jedes Kilogramm Fleisch eine Steuersenkung
für pflanzliche Erzeugnisse vor, mit dem Ziel, den Verbrauch tierischer Erzeugnisse zu reduzieren. Die Analyse errechnet Mehreinnahmen von jährlich rund 4 Mrd. Euro für den Bund, die wiederum für den Abbau des Tierbestands und tiergerechte Haltungsformen in landwirtschaftlichen Betrieben genutzt werden könnten. Auf diesem Weg würde das Geld der Verbraucher direkt in der Landwirtschaft ankommen. „Wenn wir als Gesellschaft ein schnelles Ende der quälerischen Tierhaltung wollen, müssen wir Landwirte, die in mehr Tierwohl investieren wollen, mit öffentlichen Mitteln fördern", sagt Hofstetter. „Gerade kleine und mittlere Betriebe können die Mehrkosten nicht aus eigener Kraft stemmen."

15.01.2020: Ausstieg aus Kükentöten bis Ende 2021

Am Rande der deutsch-französischen Konferenz zum Ausstieg aus dem Kükentöten im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, erklärt, dass die deutsche Geflügelwirtschaft einen schnellen Ausstieg aus dem Kükentöten will. Dies sei jedoch nur möglich, wenn Politik und alle beteiligten Partner einen gemeinsamen Weg gehen. „Das Töten der männlichen Eintagsküken ist ethisch nicht zu rechtfertigen. Wir wollen einen echten Ausstieg so schnell wie möglich. Ein nationales Gesetz mit dem Verbot des Kükentötens in Deutschland würde aber lediglich den Anschein einer Lösung erwecken. Solange es keine wirklichen, praxistauglichen Alternativen zum Kükentöten gibt, müssten Bruteier aus dem Ausland importiert werden - und es würden genauso viele
Küken getötet wie bisher", so Ripke. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hatte im Juni letzten Jahres ein sofortiges Ende des Tötens von jährlich 48 Millionen männlichen Küken gefordert und sieht die Politik in der Pflicht zu handeln. Der ZDG befürchtet jedoch, dass bei einem rein nationalen Gesetz das Tierschutz-Problem lediglich ins Ausland verlagert werde und hofft auf eine EU-weite Entscheidung. „Deutschland ist weltweit Vorreiter auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Töten der Hahnenküken. Auf allen Ebenen arbeiten wir entschlossen an einer schnellen Lösung", erklärte der ZDG-Präsident. Abschließend appellierte er an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Lösungswillen der Wirtschaft im Schulterschluss mit dem Lebensmitteleinzelhandel und den an der praktischen Umsetzung beteiligten Unternehmen anzuerkennen.

14.01.2020: Geflügelpest H5N8 in Ungarn festgestellt

In einer Putenmastanlage in Ungarn ist das aviäre Influenzavirus vom Typ H5N8 festgestellt worden. Betroffen ist ein Betrieb mit 53.000 Puten in der Region Komarom-Esztergom. Die Tiere werden jetzt gekeult und unschädlich beseitigt, um zu verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Der selbe
Virustyp wurde zuvor auch schon in polnischen Geflügelbetrieben diagnostiziert. In China wurde unterdessen das aviäre Influenzavirus vom Typ H5N6 bei Wildvögeln nachgewiesen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es während der feucht-kalten Jahreszeit zu Ausbrüchen der anzeigepflichtigen Tierseuche kommt.

14.01.2020: Protest gegen neues Jagdgesetz in der Schweiz

Das neue Jagdgesetz in der Schweiz stößt auf immer mehr Widerstand in der Bevölkerung. Am gestrigen Montag (13.01.2020) haben Naturschutzorganisationen, unter ihnen Pro Natura, BirdLife Schweiz und WWF Schweiz, mehr als 65.000 beglaubigte Unterschriften für ein Referendum bei der Bundeskanzlei eingereicht. Mehrere Jagdverbände wie JagdSchweiz, der Schweizerische Bauernverband (SBV) und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) halten die Proteste für unbegründet. Anton Merkle, Präsident von JagdSchweiz, hält eine Anpassung des über 40 Jahre alten Gesetzes für absolut notwendig, da sich die Populationen von Wölfen, Bibern und Kormoranen in den vergangenen Jahren stark vergrößert hätten, was Konflikte mit Landwirtschaft und Fischerei auslöse. Das revidierte Gesetz sei
ein Fortschritt in Richtung Natur- und Tierschutz, unter anderem da neben der Festschreibung der Wildtierkorridore auch die fachgerechte Nachsuche auf verletzte Tiere zur Pflicht werde. Zudem erhalten die Kantone mehr Kompetenzen, um konfliktverursachende Arten zu regulieren. „Die Kantone werden ihren Schutzgedanken auch in Zukunft verfolgen und wenn nötig jagdbaren Arten von der Jagd ausnehmen werden, wenn ihr Bestand als zu gering beurteilt wird“, ist sich Merkle sicher. Künftig sollen die Behörden ohne vorherige Schutzmaßnahmen die Bestandsregulierung von Wölfen erlauben dürfen, auch wenn die Tiere keinen Schaden angerichtet haben. Auch in Jagdbanngebieten - neu Wildtierschutzgebiete genannt - sollen Wölfe nicht mehr länger sicher sein.

14.01.2020: Menschenkette gegen BHV1-Tötung von Rindern

In der Region Aachen hat das zuständige Veterinäramt wegen des Nachweises des Bovinen Herpesvirus vom Typ 1 (BHV1) die Tötung der betroffen Herden mit rund 800 Tieren angeordnet. Um dies zu verhindern, haben rund 300 Personen eine Menschenkette um den Stall in Aachen gebildet. Daraufhin wurde die Tötung bis nach der gerichtlichen Entscheidung ausgesetzt. Darüber hinaus hatte eine
Bürgerinitiative knapp 75.000 Unterschriften gegen die Tötung der Rinder gesammelt. Damit protestieren sie gegen die Tötung für Handelsvorteile von Rinderexporteuren. Neben den Bürgern setzen sich auch Politiker aus der Region für eine Lösung ein, bei der die Tiere weiterleben dürfen, denn die Tötung sei kein gesetzliches Muss, sondern nur eine Kann-Bestimmung. Zudem sei sogar eine Lockerung der Tierseuchenbestimmungen auf EU-Ebene geplant.

14.01.2020: Stark verwahrloste Schafe in Herford beschlagnahmt

Im Kreis Herford mussten in der vergangenen Woche 160 Schafe und sechs Ziegen von örtlichen Veterinäramt beschlagnahmt werden. Die Tiere befanden sich in einem erschreckenden Zustand. Sie waren stark geschwächt, von Räude befallen und völlig abgemagert. Außerdem standen sie trotz des nasskalten Wetters auf einer Weide ohne jeglichen Witterungsschutz und Zugang zu Wasser. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wurden die Tiere von den Kontrolleuren gefunden und unmittelbar anderweitig untergebracht. „Zum Schutz der Tiere war die unverzügliche anderweitige pflegliche Unterbringung und fachtierärztliche Behandlung der Herde erforderlich. Besonders dankbar bin ich den Kolleginnen und Kollegen von der Klinik für kleine Wiederkäuer der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die zeitnah
zur Verfügung standen und die ambulante medizinische Versorgung der Herde übernommen haben,“ erklärt Dr. Tanja Hochstetter vom Veterinäramt des Kreises Herford. Der Zustand von vier Tieren war so schlecht, dass diese verendet sind bzw. euthanasiert werden mussten. „Bei zehn weiteren Tieren ist ebenfalls noch nicht sicher, ob sie überleben werden“, fasst Dr. Hochstetter weiter zusammen. Gegen die für die Verwahrlosung der Tiere verantwortlichen Personen wird nun ermittelt. Aufgrund der Schwere der Vernachlässigung und der damit verbundenen erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden bei den Tieren wird die Behörde Strafanzeige wegen Tierquälerei erstatten. Als weitere Maßnahme wird die Anordnung eines Tierhaltungsverbots gegen die verantwortliche(n) Persone(n) geprüft.

14.01.2020: Tote Schweinswale werden untersucht

Nachdem in der vergangenen Woche 30 tote Schweinswale in Strandungsnetzen der schleswig-holsteinischen Küste gefunden worden sind, hat nun die Obduktion der Tiere begonnen. Ob die streng geschützten Wale infolge von umstrittenen Minensprengungen im Naturschutzgebiet Fehmarnbelt im August 2019 in der Ostsee verendet sind, soll dadurch geklärt werden. Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover erwartet erste Ergebnisse Ende Februar 2020, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Das Bundesamt für Naturschutz, das nicht wie vorgeschrieben im Vorfeld über die Sprengungen informiert worden ist, trägt die Kosten für die Untersuchung. Aussagen des Verteidigungsministeriums zufolge laufen
momentan Gespräche zwischen allen Beteiligten zur Verhinderung eines weiteren tragischen Vorfalls wie diesem. Der Naturschutzbund NABU sieht die Bundesregierung jetzt in der Pflicht, "lückenlos aufzuklären, den Rechtsbruch zu ahnden und derartige Alleingänge des Verteidigungsministeriums für die Zukunft zu verhindern", wie in einer Stellungnahme zu lesen ist. Auch der schleswig-holsteinischen Umweltminister Schleswig-Holsteins, Jan Philipp Albrecht (Grüne), kritisierte das Vorgehen der Bundeswehr scharf. Vor den Minensprengungen hätte es eine Abstimmung mit den Naturschutzbehörden geben müssen. Albrecht fordert „Alternativen zur Sprengung in Anspruch zu nehmen und deren Einsatz zu ermöglichen“.

13.01.2020: FLI hat Desinfektionsrichtlinien überarbeitet

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die bestehenden Richtlinien zur Desinfektion aufgrund aktueller Entwicklungen unter Mitarbeit von externen Experten neu überarbeitet. So sind neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu Desinfektionsmaßnahmen in die Empfehlungen mit aufgenommen worden. Hintergrundinformationen zu Mitteln, Verfahren und Wirkungsweise biozider Stoffe sowie Checklisten wurden ergänzt. Zudem hat das FLI eine Handlungshilfe zur kontrollierten Verwendung nicht zugelassener Biozidprodukte veröffentlicht, wenn im Falle einer Gefahr für die Tiergesundheit ein derartiger Einsatz notwendig ist und eine Ausnahmeregelung erwirkt wurde. Aufgenommen wurden auch Veränderungen der DVG- Prüfmethodik. Die Bedeutung der DVG-Listung der als wirksam befundenen Desinfektionsmittel wurde
erneut unterstrichen. Neuerungen bzw. Ergänzungen finden sich auch in den Kapiteln zur Desinfektion von Räumen und Flächen, Einrichtungen, Gegenständen, Materialien und Fahrzeugen sowie zu Lüftungs- und Biogasanlagen oder Flüssigmist. Grund dafür ist die Entwicklung der komplexer werdenden technischen Systeme in der Tierhaltung. Neben Hinweisen zur Gewährleistung des Arbeitsschutzes wurden zudem Quellennachweisen für die Empfehlungen amtlich angeordneter Maßnahmen ergänzt. Die überarbeiteten Dokumente stehen als „Empfehlungen des Friedrich-Loeffler-Instituts über Mittel und Verfahren für die Durchführung einer tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Desinfektion“ über das Tierseuchennachrichtensystem (TSN) und auf der Internetseite des FLI zur Verfügung.

13.01.2020: Ausgebildete Spürhunde sollen bei ASP-Bekämpfung helfen

Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die sich von Polen aus immer weiter Richtung Deutschland ausbreitet, werden seit dem vergangenen Jahr im Saarland und in Schleswig- Holstein spezielle Spürhunde ausgebildet, die nach toten, mit dem ASP-Virus infizierten Wildschweinen suchen. Das berichtet der NDR. Die Kosten für die sechsmonatige Ausbildung wurden bisher von einer privaten Stiftung bzw. den Hundeführern selbst übernommen. Hundeobfrau Heidi Fitzner, die für den Kreis Segeberg fünf Hunde abgerichtet hat, fordert die Ausbildung weiterer Hunde: „Fünf Hunde sind selbst für den Kreis Segeberg zu wenig. Die Tiere können ja nicht rund
um die Uhr nach Wildschweinen suchen, sie brauchen eine Pause", erklärt die Obfrau, die hofft, dass die Länder die Ausbildung finanzieren werden. Neben Wildschwein-Attrappen und Duftproben ist es aus ihrer Sicht auch notwendig, dass die Spürhunde mit lebendigen Wildschweinen üben. „Wir müssen sehen, ob der Hund die Sauen hetzen oder jagen will. Tut er das, ist das Tier später für die Arbeit nicht geeignet", erklärt Uwe Kemmerich vom Schwarzwildgatter Segeberger Heide, wo die Hunde auf ihre Eignung getestet werden. Neben Schleswig-Holstein will nun auch das Land Niedersachsen Hunde für die Suche nach toten Wildschweinen ausbilden lassen.

13.01.2020: Kein Zusammenhang zwischen Rinderhaltung und Klimawandel

Entgegen bisheriger Mutmaßungen, dass Rinder mit für den Klimawandel verantwortlich sind, belegen Satellitenbilder der ESA, dass die Methankonzentration in Ländern mit hoher Rinderdichte wie beispielsweise in Brasilien eher gering ist. Prof. Dr. Peer Eder hat sich der Frage angenommen, ob die heutigen Rinder und Milchkühe mehr zum Treibhauseffekt beitragen als die ähnlich großen Wildtierherden vor der industriellen Revolution und was eine Veränderung der domestizierten Rinderhaltung für Folgen haben könnte. Dazu wurde im Auftrag des Milchindustrie-Verbandes e.V. (MIV) ein Video erstellt, das die Zusammenhänge zwischen Klima und Milcherzeugung erklären soll. „Die Milchwirtschaft stellt sich ihrer Verantwortung, einen positiven Beitrag zum Klima und zur Aufklärung über die
Zusammenhänge zwischen verschiedenen Faktoren zu leisten. Und zwar nicht erst, seitdem die Wirkung der Kühe auf den Klimawandel öffentlich thematisiert wird“, sagt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des MIV. Prof. Ederer sieht die Ursache eines menschengemachten Klimawandels keinesfalls in der Haltung von Rindern und Milchkühen. Es mache also weder aus klimapolitischen noch aus anderen Gründen heute Sinn, die tief im kulturellen Erbe verankerte Symbiose zwischen Rinderzucht und Gesellschaft in Frage zu stellen „Wir freuen uns über eine lebhafte Diskussion zu diesem Thema“, erklärt Heuser. „Unser Verband sowie Professor Ederer stehen jederzeit zur Diskussion zur Verfügung.“ Den Film und weitere Infos finden Sie unter www.milchundklima.de.

10.01.2020: Ursache für grassierende Lungenerkrankung in China weiter unklar

Die rästelhafte Lungenerkrankung breitet sich in China immer weiter aus. Nachdem anfangs nur Personen in der Stadt Wuhan erkrankt waren, sind inzwischen auch Fälle in Hongkong und Singapur aufgetreten. Insgesamt sind bereits mehr als 60 Menschen an einer rätselhaften Lungenentzündung, die mit Fieber und Atemnot einhergeht,
erkrankt. Der Erreger konnte bislang nicht ausgemacht werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von einem "neuartigen Erreger" aus der Familie der Coronaviren aus. Von Coronaviren werden auch SARS und MERS verursacht, ebenfalls Erreger von zum Teil tödlich verlaufenden Erkrankungen der Atemwege.

10.01.2020: Neuer Tierschutzskandal in Milchviehbetrieb im Allgäu

Bei einer groß angelegten Razzia auf einem Milchviehbetrieb in Dietmannsried im Oberallgäu sind bei rund der Hälfte der Tiere schwere Erkrankungen der Klauen festgestellt worden. Etwa 300 Milchkühe müssen tierärztlich behandelt werden, ein Tier musste sogar umgehend notgetötet werden. Vermutlich werden in den kommenden Tagen weitere Tiere eingeschläfert werden müssen. Bereits im Dezember 2019 hatte das Landratsamt Oberallgäu ein Verfahren für ein Tierhaltungsverbot gegen den Landwirt eingeleitet, da der Großbetrieb bereits in der
Vergangenheit immer wieder wegen gravierender Tierhaltungsverstöße aufgefallen war. Als Reaktion auf die Funde bei der Razzia fordern Politiker neue Regelungen für die Agrarförderungen und ein Umdenken in der Nutztierhaltung. Die Grünen-Politikerin Gisela Sengl forderte: „Wir brauchen ein verbindliches Fach Tiergesundheit in der landwirtschaftlichen Ausbildung", sagte sie, „außerdem einen Sachkundenachweis für Fremdarbeitskräfte auf Bauernhöfen und klare Vorgaben für eine Personalquote in Riesenställen."

10.01.2020: Einigung bei neuen Tarifverträgen für TFAs

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VMF) haben sich auf neue Tarifverträge für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) geeinigt. Rückwirkend zum 1. Januar 2020 steigen die Gehälter der TFAs in der Tätigkeitsgruppe (TG) I im 1. bis 4. Berufsjahr um 5 Prozent und vom 5. Berufsjahr an um 4 Prozent. Ab dem 1. Juli 2020 folgt dann die zweite Anhebung der Gehälter: um 4 Prozent für die ersten 4 Berufsjahre bzw. 3 Prozent vom 5. Berufsjahr an. Zudem werden die Zuschläge auf die TG II und III um jeweils 2 Prozent erhöht und betragen nun 12 bzw. 22 Prozent auf das Grundgehalt in der TG I. Für die Auszubildenden haben sich die Parteien ab Januar 2020 nauf eine Anhebung
um 70 Euro in allen drei Ausbildungsjahren verständigt. Damit betragen die monatlichen Ausbildungsvergütungen dann im ersten Ausbildungsjahr 700 Euro, im zweiten Jahr 750 und im dritten Jahr 800 Euro. Zudem wurde die betriebliche Altersversorgung verhandelt: danach steigt die Anschubfinanzierung für TFAs mit einer vereinbarten Wochenarbeitszeit von 20 und mehr Stunden sowie für Auszubildende nach der Probezeit auf monatlich 55 Euro. Teilzeitbeschäftigte mit weniger als 20 Stunden erhalten 32,50 Euro monatlich. Dabei waren sich die Tarifpartner einig, dass die Beschäftigten selber stärker sensibilisiert werden müssen, in ihre Altersrente mit eigenen Beiträgen zu investieren. Die Tarifverträge sind rechtsverbindlich.

10.01.2020: Sachsen errichtet ASP-Schutzzaun entlang der Lausitzer Neiße

Brandenburg und Sachsen haben damit begonnen, zum Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) Schutzzäune aufzustellen. Dadurch soll die Einwanderung von Wildschweinen aus Polen verhindert werden, wo bereits wenige Kilometer vor der deutschen Grenze mit dem hoch ansteckenden Virus infizierte Wildschweine gefunden worden sind. Sachsen errichtet die Elektronetze als erstes entlang der Lausitzer Neiße zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg und dem Beginn der Umzäunung des Fürst-Pückler-Parkes Bad Muskau auf 4,5 km, wie das Sächsische Sozialministerium mitteilte. Die Anordnung der Wildschweinbarrieren erfolgte entlang des Ufers.
Die für Tierseuchenschutz zuständige Sozialministerin Petra Köpping erklärt: „Mit der Errichtung dieser Wildschweinbarrieren unterstützen und flankieren wir die Maßnahmen der Kollegen in Brandenburg und Polen. Ich warne aber vor überzogenen Erwartungen. Wildschweinbarrieren bieten keinen völligen Schutz. Sie ermöglichen es, die Schwarzwildbewegungen zu kontrollieren und stellen damit ein Hilfsmittel dar, um das Risiko eines Eintritts der Afrikanischen Schweinepest durch ein infiziertes Tier zu verringern." Das Sozialministerium hat zudem ein Merkblatt erarbeitet, wie die Bevölkerung die Behörden bei den Vorsorgemaßnahmen unterstützen können.

10.01.2020: Massenkeulung wegen ASP in Bulgarien

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in drei Schweine haltenden Betrieben in Bulgarien, haben die zuständigen Behörden die Keulung von mehr als 24.000 Schweinen angeordnet. Dadurch soll die weitere Ausbreitung der hoch ansteckenden Tierseuche,
von der auch Deutschland bedroht ist, verhindert werden. Die drei betroffenen Betriebe liegen in der Provinz Schumen im Osten des Landes. Allerdings handelt es sich nicht um Nachbarbetriebe, sondern sie sind etwa 80 km von einander entfernt.

09.01.2020: Forscher identifizieren für Limax verantwortliches Gen

Die Interdigitale Hyperplasie, eine Klauenerkrankung von Kühen, auch Limax oder Tylom genannt, ist in erster Linie genetisch bedingt. Das fanden ForscherInnen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen nun heraus. Bisher wurde angenommen, dass die Erkrankung auf eine schlechte Stallhygiene zurückzuführen ist. Das Forscherteam um Hermann Swalve, Professor für Tierzucht am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU, konnte jedoch ein für die Krankheit verantwortliches Gen identifizieren, nachdem ein Betrieb näher untersucht worden war, in dem eine starke Häufung dieser Klauenerkrankung aufgefallen war.
Beim Tylom kommt es zu Hautrissen, die weitere bakterielle Erkrankungen zur Folge haben, da Bakterien an diesen Stellen in das Gewebe eintreten können. Die Tiere lahmen, die Lebensdauer wird verkürzt. Für den Professor ist es überraschend, dass der genetische Hintergrund der Erkrankung so lange unbrücksichtigt geblieben ist - obwohl bereits 1952 der damals international anerkannte Veterinärmediziner Richard Götze aus Hannover einen fast ausschließlich genetischen Hintergrund für die Interdigitale Hyperplasie vermutete. Mit gezielter Züchtung könnte die Krankheit, die bei drei bis acht Prozent aller Kühe in Deutschland auftritt, nun eingedämmt werden.

09.01.2020: Insektenatlas 2020 beschreibt dramatischen Rückgang

Die Heinrich-Böll-Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben am gestrigen Mittwoch (08.01.2020) den Insektenatlas 2020 vorgestellt. Eine erschreckende Tatsache ist unter anderem, dass bei mehr als 260 Wildbienenarten die Populationen zurückgegangen sind. Einen Grund für den dramatischen Insektenschwund weltweit sehen Experten in der industriellen Landwirtschaft, die durch große Monokulturen, Kunstdünger und Pestizide die Lebensgrundlage von Insekten zerstört. Sie fordern daher eine nachhaltige Agrarpolitik, denn Insekten sind nicht nur für die Bestäubung bei 75% unserer Kulturpflanzen notwendig, sie verbessern auch durch das Zersetzen von Dung und abgestorbenen Pflanzenteilen die Bodenqualität und reduzieren Pflanzenschädlinge. Für die Initiatoren des Insektenatlas reichen die bislang von der Politik ergriffenen Maßnahmen nicht aus, um das Insektensterben zu beenden. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND, erklärt: „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
sind sich einig, wie gravierend das fortschreitende Insektensterben ist. Doch politisch gehandelt wurde bisher kaum. Die Vorschläge der Bundesregierung im Insekten-Aktionsprogramm reichen nicht aus. Ohne einen Umbau der Landwirtschaft ist das Sterben von Schmetterlingen, Hummeln und Käfern nicht zu stoppen." Die WissenschaftlerInnen fordern von der Politik, dass die Betriebe unterstützt werden, weniger Pestizide einzusetzen, weniger Dünger auszubringen und mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen. „Die Landwirtschaft muss beim Schutz der Insekten Teil der Lösung werden. Es braucht deshalb für Bäuerinnen und Bauern mehr Beratung und andere Fördermittel, aber es braucht auch klare gesetzliche Vorgaben, beispielsweise in Schutzgebieten", so Bandt weiter. „Die knapp 60 Milliarden Euro, die jährlich für Europas Landwirtschaft ausgegeben werden, müssen in der neuen Förderperiode an eine naturfreundliche, klimaschonende und tiergerechte Landwirtschaft gebunden werden", fordert der Experte abschließend.

09.01.2020: Mensch beeinflusst Rhythmus von Wildtieren

WissenschaftlerInnen vom französischen Nationalen Forschungsinstitut für Wissenschaft und Technologie für Umwelt und Landwirtschaft (INRAE) haben in einer Studie untersucht, inwiefern Luchse und Menschen das Verhalten von Rehen beeinflussen. Sie stellten fest, dass sich das Aktivitätenmuster der Rehe auf Grund von Störungen durch menschliche Siedlungen oder Straßenverkehr verändert. Sie konnten beobachten, dass die Wildtiere ihre Bewegungen bei Tageslicht verringerten, wenn die allgemeinen
menschlichen Störungen gleichbleibend hoch waren. Während der Jagdsaison stellten Rehe den größten Teil ihrer Aktivität auf die Nacht und in geringerem Maße auf die Morgendämmerung um, um den Menschen tagsüber auszuweichen. „Der Mensch kann das Verhalten von Wildtieren und sogar deren Tag-und-Nachtrhythmus stark beeinflussen“, sagt Naturschutzbiologe Privatdozent Dr. Marco Heurich von der Universität Freiburg. In Anwesenheit ihres nachtaktiven Feinds, dem Luchs, blieben Rehe eher tagaktiv.

09.01.2020: Forscher entdecken mehrere hundert neue Viren in Insekten

WissenschaftlerInnen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Chartité ist es gelungen, hunderte neuer Viren aus mehr als 20 Virusgattungen im Tierreich auszumachen. „Jedes neue Virus, das wir finden, könnte eine bisher unerkannte Ursache von Erkrankungen sein, sowohl beim Menschen als auch bei Nutztieren“, erklärt Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité Mitte, der sich seit langem mit der gezielten Identifikation von Viren beschäftigt. Sein derzeitiges Projekt dient der Erkennung seltener Virusdiagnosen durch neue Sequenziertechniken. „Je mehr Viren wir kennen und in unserer Datenbank speichern, umso leichter können wir die Ursache von neu auftretenden ungewöhnlichen Erkrankungen erkennen“, erläutert Drosten überzeugt. Das Projektteam der Arbeitsgruppe „Virusnachweis und Pandemieprävention" untersucht Datensätze, die aus der größten internationalen Transkriptom-Datenbank stammen, auf Virusgenome. Bisher hatte sich die Wissenschaft vor allem auf Moskitos und andere blutsaugende Insekten konzentriert. Diese Studie jedoch umfasst alle Ordnungen von Insekten.
Systematisch untersucht wurden Viren mit sogenannter negativer einzelsträngiger Ribonukleinsäure (RNA). Diese Gruppe von RNA-Viren umfasst sehr wichtige pathogene Viren; Ebola und Masern werden ebenso durch sie verursacht wie Tollwut und Lungenentzündungen. Die FoscherInnen haben in Proben aus über 1.200 Insektenarten mindestens 20 neue Virusgattungen entdeckt, bei einigen stehen noch die letzten Prüfungen aus. „Das ist wohl die bisher größte Einzelstudie in der Entdeckung neuer Viren“, so Drosten. Die neu gefundenen Insektenviren wurden bereits in ihre Suchdatenbanken, mit denen Fälle seltener und ungewöhnlicher Erkrankungen beim Menschen untersucht werden können, eingespeist. „Wir benutzen dann Hochdurchsatz-Sequenziermethoden, um nach allen Viren zu fahnden, die in den Patientenproben vorkommen“, erklärt der DZIF-Wissenschaftler weiter. „Wenn der Patient ein Virus hat, finden wir es – vorausgesetzt, es ist in unserer Datenbank hinterlegt oder es hat Ähnlichkeit mit einem dort verzeichneten Virus.“ Mit der Erweiterung um die neuen Insektenviren steigen die Erfolgschancen bei der Suche.

08.01.2020: Backhaus mahnt zu erhöhter Wachsamkeit wegen Geflügelpest

Nachdem in Polen in Hausgeflügelbeständen die hochpathogene aviäre Influenza vom Subtyps H5N8 ausgebrochen ist, bittet der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, Geflügelhalter und Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit. „Die aktuellen Fälle in Polen zeigen, dass Geflügelpesterreger weiterhin kursieren und jederzeit mit neuen Fällen auch in Mecklenburg-Vorpommern gerechnet werden muss“, sagt Backhaus. In den Geflügelhaltungen müssten die Biosicherheitsmaßnahmen strikt eingehalten werden. Insbesondere Halter von Geflügel, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, haben eine große Verantwortung bei der Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen. Hierzu gehört insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare
Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben, denn sie gelten als Virusreservoir und -verbreiter. Bei der Freilandhaltung von Enten und Gänsen hat der Geflügelhalter die Tiere vierteljährlich virologisch auf hoch pathogenes Geflügelpest-Virus untersuchen zu lassen. Funde mehrerer toter Wildvögel müssten unbedingt unverzüglich den Veterinärämtern der Landkreise und kreisfreien Städte gemeldet werden. Zuletzt wurde die Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern im September 2018 nachgewiesen. Dabei handelte es sich um ein Virus des Subtyps H5N6.

08.01.2020: 1,25 Milliarden Tiere Opfer der Buschbrände in Australien

Der WWF schätzt die Zahl der Tiere, die in Australien bereits direkte oder indirekte Opfer der Buschfeuer geworden sind, auf 1,25 Milliarden. Dies zeigt das verheerende Ausmaß der Zerstörung durch die Buschbrände, und die Brände sind längst noch nicht gelöscht. Es wird noch wochenlang weiter brennen. Mittlerweile ist eine Fläche von 8,4 Millionen Hektar in ganz Australien verbrannt, das entspricht der Fläche von Österreich. Der WWF berechnete die Zahl der tierischen Brandopfer mithilfe einer Methodik, die die Auswirkungen der Rodung von Landflächen auf die australische Tierwelt schätzt. Diese Hochrechnung basiert auf einer Studie
von Professor Chris Dickman von der Universität Sydney. Vor allem betroffen sind Koalas, zusammen mit anderen Arten wie Kängurus, Wallabys, Kaninchenkängurus und Vögel wie Kakadu und Honigfresser. Die australische Umweltministerin Sussan Ley schätzt, dass bis zu 30% der Koalas bei den Bränden an der mittleren Nordküste von New South Wales ums Leben gekommen sind. Viele Wälder werden Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen. Koalas könnten in der freien Natur in Ostaustralien in 30 Jahren ausgestorben sein. Buschfeuer und damit der Klimawandel können ihr Aussterben beschleunigen.

08.01.2020: Inkrafttreten der GOT-Novelle verzögert sich

Das Inkrafttreten der GOT-Notdienstnovelle verzögert sich offenbar, wie der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) berichtet. Demnach muss die Ende Dezember 2019 vom Bundeskabinett beschlossene Änderung des Verordnungsentwurfs erneut im Kabinett abgestimmt werden und wird demnach
voraussichtlich erst im Februar 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden und damit in Kraft treten. Mit der Novelle soll insbesondere die Situation im Notdienst verbessert werden. Hierfür wurden u.a. die Einführung einer Notdienstgebühr sowie die Ausweitung der Zeiten, in denen der Notdienst gilt, beschlossen.

08.01.2020: Prognose zur Entwicklung des Wolfbestandes schwierig

Es ist grundsätzlich schwierig, die weitere Entwicklung der Wolfspopulation wissenschaftlich fundiert abzuschätzen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der FDP hervor. Grundsätzlich ist die Populationsentwicklung von vielen verschiedenen Parametern abhängig. Die Abgeordneten der FDP wollten in der Anfrage mehr über die Ursachen der Entwicklung des Bestandes erfahren. Die
Bundesregierung verweist darauf, dass die Bestände seit 1998 nach der Wiederbesiedlung wieder ansteigen. Die positive Bestandsentwicklung werde u.a. durch geeignete Umweltbedingungen in Verbindung mit dem strengen Schutzstatus des Wolfs begünstigt. Im Monitoringjahr 2018/19 wurden in Deutschland 105 Rudel, 25 Paare und 13 territoriale Einzeltiere gezählt.

Verstöße in der Nutztierhaltung

Immer wieder kommt es zu gravierenden Verstößen in der Nutztierhaltung.

Welche Maßnahmen könnten dies Ihrer Meinung nach verhindern?