Menü ≡

News

Sie können maximal 2 Stichwörter eingeben, die mit einem Leerzeichen getrennt sein müssen. Es werden dann nur Nachrichten angezeigt welche beide Begriffe enthalten.

09.07.2020: Bundesregierung legt Mitglieder der Zukunftskommission Landwirtschaft fest

Unter der Beteiligung von mehr als 40 geladenen landwirtschaftlichen Verbänden hat das Bundeskabinett bei dem Agrargipfel am 08.07.2020 zugestimmt, eine Zukunftskommission Landwirtschaft einzusetzen. Diese Kommission, bestehend aus Praktikern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherverbänden, soll bis zum Herbst 2020 einen Zwischenbericht mit Lösungsvorschlägen für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft vorlegen. Der Abschlussbericht ist für den Frühsommer 2021 vorgesehen. Ziel ist die Entwicklung eines übergreifenden gemeinsames Verständnisses, wie mehr Tierwohl, Biodiversität, Klima- und Umweltschutz mit den fundamentalen Aufgaben der
Erntesicherung und der ökonomischen Tragfähigkeit zusammengebracht werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, bestehende Zielkonflikte zwischen einer wirtschaftlich tragfähigen Lebensmittelproduktion und Klima- und Umweltschutz sowie einem Preisbewusstsein und steigenden Verbrauchererwartungen aufzulösen. Der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Peter Strohschneider, wird den Vorsitz der Zukunftskommission, die durch die Bundesregierung unterstützt wird, übernehmen. Zur organisatorischen Unterstützung wird eine Geschäftsstelle beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eingerichtet.

09.07.2020: Spürhunde sollen Coronainfektionen erschnüffeln

Aktuell testen die Bundeswehr und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover in einem Forschungsprojekt, ob sich Spürhunde mit ihrer feinen Nase auch eignen, um Corona-Infektionen zu erschnüffeln. An der Diensthundeschule in Ulmen werden momentan zehn Diensthunde der Streitkräfte ausgebildet, bestimmte Komponenten im Speichel am Geruch eines Infizierten wahrzunehmen. Bestimmte Hunderassen wie Schäferhunde, Spaniel und Retriever sind besonders geeignet, eine drohende Unterzuckerung von Diabetikern und verschiedene Krebserkrankungen zu am Geruch zu erkennen und werden von der Bundeswehr zudem als Sprengstoff- und Minenspürhunde ausgebildet. „Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen“, erklärt Oberstabsveterinärin und Fachtierärztin für Tierverhalten Esther Schalke, die in dem Forschungsprojekt das „ideale Zusammenspiel von Wissenschaft
und praktischer Anwendung“ sieht. Schon innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen will die Dienstschule die ersten belastbaren Ergebnisse präsentieren. „Wir brauchen noch etwa drei bis vier Wochen, bis uns belastbare Ergebnisse vorliegen. Dann werden wir ziemlich genau sagen können, ob unsere Hunde in der Lage sind, die neuartigen Coronaviren aufzuspüren“, sagt Schalke, die das Projekt leitet. Sollten die Tests positiv ausfallen, wird als nächster Schritt das Erschnüffeln von aktiven Coronaviren angegangen. „Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann“, erklärt TiHo- Doktorandin Paula Jendrny. Es wird also noch eine Weile dauern, bis die Corona-Spürhunde vollständig einsatzfähig sein könnten. Und dann wird laut der Diensthundeschule „eine Diskussion nötig sein, in welchen zivilen und militärischen Bereichen diese Hunde ihren Dienst verrichten sollen“.

09.07.2020: Witterungsschutz für Weidetiere bedenken

Schon bald werden die Temperaturen wieder steigen, die nächste Hitzewelle ist bereits angekündigt. Für Rinder, die ständig auf der Weide gehalten werden, heißt das, dass ihnen ein Schutz vor extremer Witterung geboten werden muss. Abhängig von Alter, Rasse, Nutzung, Leistung und Haarkleid sind die Ansprüche der Tiere unterschiedlich. Besteht demnach kein natürlicher Witterungsschutz in Form von Bäume, Hecken oder Waldrändern, muss dafür gesorgt werden, dass ein künstlicher Unterstand den Weidetieren Schutz vor Sonne und Hitze bietet. Weidetierhalter sollten sich
bereits jetzt über die Vorschriften informieren, die besagen, dass alle Tieren gleichzeitig einen Platz im Schatten haben müssen. Zudem ist bei der Nutzung eines natürlichen Witterungsschutzes die Waldgesetzgebung, bei der Erstellung eines Unterstandes sind die Gewässerschutzgesetzgebung und das Raumplanungsgesetz zu beachten. Unterstände ohne Wände, Schattennetze oder ausreichend große Baumgruppen sind hier von Vorteil. Diese Anforderungen gelten für alle dauerhaft auf der Weide gehaltenen Weidetiere, nicht nur für Rinder.

08.07.2020: Universität Würzburg züchtet Varroa-tolerante Bienen

Im Kampf gegen die Varroamilbe (Varroa destructor) setzen Züchter auf leistungsfähige Honigbienen mit hoher Widerstandskraft gegen den Milbenbefall. Denn etwa jedes siebte Bienenvolk in Deutschland hat den vergangenen Winter nach Angaben des Imkerbundes nicht überlebt. Viele davon aufgrund eines Befalls mit der Varroamilbe. „Die Varroamilbe ist laut Deutschem Bienenmonitoring für bis zu 95 Prozent der Herbst- und Winterverluste von Honigbienen verantwortlich. In einem brütenden Bienenvolk verdoppelt sie ihre Population in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen“, erklärt Imkermeister und Leiter des Imkereibetriebes des Lehrstuhls Zoologie II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Bienenstation ist auch an einem Zuchtprogramm zur Verbesserung der Toleranzeigenschaften von Honigbienen beteiligt. „Bisher ist man davon ausgegangen, dass die Brutzellen eines Bienenvolks, in denen die Bienenlarven ihre Verpuppung durchleben, nach dem Verdeckeln erst wieder
von der schlüpfenden Biene geöffnet werden“, erläutert Ahrens-Lagast. Neue Studien zeigen jedoch, dass das so nicht stimmt. Tatsächlich können selektierte Bienen Varroamilben in Brutzellen wahrnehmen und öffnen deshalb regelmäßig zur Kontrolle diese Zellen, unabhängig davon, ob sich tatsächlich Milben in ihnen befinden. Manche räumen sie aus, andere lassen sie eine Weile offen, bevor ein neuer Deckel darauf kommt. Dies kann sogar mehrfach passieren. Dies kann sich negativ auf die Milbenvermehrung auswirken und sie zum Absterben bringen. In den besten Völkern der Zuchtpopulation werde die Milbenvermehrung auf diese Weise von den Bienen selbst bereits so stark unterdrückt, dass Imker eine Zeit lang auf die üblichen Maßnahmen zur Varroabehandlung mit chemischen Wirkstoffen verzichten können. Um diese Eigenschaften weiter zu verbreiten, werden soclh resistente Völker jetzt an verschiedenen Standorten als Vatervölker eingesetzt. Künftig sollen auch Drohnen aus dieser Zucht angeboten werden.

08.07.2020: TVT fordert Zulassung der Immunokastration für Bio-Betrieben

Die sogenannte Impfung gegen Ebergeruch ist weitaus tierschonender als die chirurgische Kastration. Daher fordert die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) ihren Einsatz auch im ökologischen Landbau. Dies sei aus Tierschutz-Gründen sinnvoll, heißt es in einer m Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung. Der Ausschuss für ökologischen Landbau der EU-Kommission vertritt hingegen die Auffassung, dass die Immunokastration nicht den Prinzipien des ökologischen Landbaus entspräche. Für ökologisch arbeitende Schweinebestände sei daher nur die chirurgische Kastration nach Betäubung akzeptabel. Dem widerspricht die TVT energisch. Denn die geforderte chirurgische Entfernung der Hoden sei ein viel drastischerer Eingriff in den Hormonhaushalt der Schweine, als dies bei der Impfung der Fall wäre. Bei dem Impfstoff zur Verhinderung des Geschlechtsgeruchs des Fleisches männlicher Schweine handelt es sich nämlich nicht um ein Hormon, sondern um ein hormonell vollkommen inaktives synthetisches Imitat eines körpereigenen Botenstoffs. Das geimpfte Tier bildet dagegen Antikörper und diese unterbinden die Einlagerung von Androstenon und Skatol im Fettgewebe der
männlichen Schweine, was den unerwünschten Geschlechtsgeruch verursacht. Die zweimalige Impfung der Tiere ist im Vergleich zur chirurgischen Entfernung der Hoden die bei weitem tierschonendste Methode. Die chirurgische Kastration, die die EU-Kommission eigentlich baldmöglichst abschaffen will, verletzt die körperliche Integrität der Tiere weit stärker als die immunologische Senkung des Hormonspiegels. Darüber hinaus bestehen Narkose- und Operationsrisiken, und das Handling der Ferkel bis zur Narkose erzeugt Angst und Stress bei den Tieren. Es passt nicht in die ökologische Landwirtschaft, die tierschonende Immunokastration abzulehnen. Es widerspricht auch den von weiten Teilen der Bevölkerung und auch von der TVT begrüßten Anspruch des ökologischen Landbaus und von Bio-Betrieben, einer nachhaltigeren und tierschonenderen Produktionsweise von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. „Die Politik sollte endlich den Weg für den flächendeckenden Einsatz der Immunokastration freimachen, anstatt der wissenschaftlich belegt tierschonendsten Methode immer wieder neue Steine in den Weg zu legen“, so Prof. Thomas Blaha, stellvertretender Vorsitzender der TVT.

08.07.2020: Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit Bau des ASP-Zauns

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt in der kommenden Woche der Bau einer Wildschutzbarriere entlang der Grenze zu Polen. Mit diesem "ASP-Zaun" soll die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus der betroffenen polnischen Wojewodschaft Westpommern nach Mecklenburg-
Vorpommern verhindert werden. Hier soll zeitlich befristet ein über 50 Kilometer langer Knotengeflecht-Zaun errichtet werden, mit dem der Übertritt von Wildschweinen verhindert werden soll. Diese können das Virus nach Deutschland verbringen und im schlimmsten Fall auf Hausschweine übertragen.

07.07.2020: VIER PFOTEN stellt Strafanzeige gegen Veterinärämter

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat Strafanzeige gegen insgesamt acht Veterinärämter in ganz Deutschland gestellt, da diese zwischen April 2019 und April 2020 Lebendtransporte von Rindern nach Algerien, Marokko, in den Libanon oder nach Usbekistan und Kasachstan genehmigt haben. Und dies, obwohl die Nachweise über Ruhe- und Auslaufzeiten der Tiere an dafür geeigneten und zugelassenen Orten fehlten. Ina Müller-Arnke, Expertin für Nutztiere bei VIER PFOTEN, bemängelt die Kontrollen durch die genehmigenden Veterinärämter: „Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass es auf den Routen keine ausreichenden Versorgungsstationen gibt und die Tiere vor Ort immer wieder sehr brutal geschlachtet werden, indem ihnen etwa vorher die Sehnen durchtrennt und die Augen ausgestochen werden." Schon vor fünf Jahren hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Transporte über tausende Kilometer in Länder nur zulässig sind, wenn das Tierwohl
nicht gefährdet ist. Doch die Tierschützer konnten über Jahre hinweg dokumentieren, dass dies mitnichten der Fall ist. Dies konnte anhand von Foto- und Filmmaterial belegt werden. Alle angezeigten Veterinärämter sollen den Transport von Zuchtrindern genehmigt haben, obwohl "den Tieren auf dem Transport sowie am Zielort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt" würden, so die Tierschutzorganisation in den Anzeigen, die auch die beauftragten Transportunternehmen sowie die Exporteure angezeigt hat. Nun müssen die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften prüfen, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat gegeben ist. Sollten Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, so müssten Überwachungs- und Kontrollbehörden darlegen, welche Unterlagen von den Exporteuren eingereicht wurden und ob die eingereichten Unterlagen tatsächlich die Einhaltung der EU-Standards beim Tierschutz plausibel erscheinen liessen.

07.07.2020: Sandmücken breiten sich immer weiter Richtung Norden aus

Die Sandmücke breitet sich in Süddeutschland immer weiter aus. Ursprünglich aus den Mittelmeerregionen stammend, wurden einzelne Exemplare bereits im Jahr 1999 in Deutschland entdeckt. Seitdem schreitet die Ausbreitung der Krankheitserreger übertragenden Insekten immer weiter Richtung Norden fort. In ihrer, von der Klaus Tschira Stiftung geförderten Doktorarbeit ist Sandra Oerther nun der Frage nachgegangen, wie weit die Mücken bereits gekommen sind, wo Sandmücken vorkommen und welche Gefahr von ihnen ausgeht. Dabei untersuchte die Doktrorandin neben dem Überträgerpotential auch die Art der Virus- und Parasiten-Last. In den vergangenen fünf Jahren konnte sie ungefähr 150 Individuen, die sie an allen bereits bekannten Orten sowie 15 zusätzlichen fand, näher analysieren. „Sie sind weiter verbreitet als bisher angenommen", bilanziert Oerther ihre Ergebnisse, „und wo sie einmal waren, findet man sie in der Regel wieder." Die Sandmücke ist als Überträger des Toskana-Virus und vor allem der Leishmaniose gefährlich für Mensch und Tier. Pro Jahr, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO, erkranken rund zwei Millionen Menschen weltweit an der Leishmaniose. Aber auch bei Hunden,
Katzen oder Pferden können die sogenannten Leishmanien zu schweren Erkrankungen führen. Leishmanien können neben Haut und Schleimhaut auch Milz, Leber, Knochenmark sowie Lymphknoten schädigen. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach Erregerart, Schwere des Befalls und Abwehrkraft der Infizierten. Die Leishmaniose zeigt bei Mensch und Tier meist unterschiedliche Krankheitsbilder. Bei ihren Untersuchungen hat Oerther bislang jedoch nur Sandmücken der Art Phlebotomus mascittii entdeckt, die für ihre Fortpflanzung nicht unbedingt auf eine Blutmahlzeit angewiesen sind. Leishmanien werden jedoch nur übertragen, wenn eine Sandmücke erst einen infizierten Wirt und dann einen Gesunden sticht. „Wenn neu auftretende Krankheitserreger frühzeitig erkannt werden und der Modus der Übertragung bekannt ist, können präventive Kontrollmechanismen besser entwickelt, untersucht und umgesetzt werden", erklärt die Doktorandin. Da es aktuell keinen wirkamen Schutz gegen den Parasiten gibt, können nur die gängigen Mittel des Mückenschutzes empfohlen werden. Auch für Hunde gibt es ein Präparat, dass vor Sandmücken schützt.

07.07.2020: Coronaausbrüche auch in österreichischen Schlachtbetrieben

In drei Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieben in Oberösterreich sind nun auch mehrere Covid-19-Fälle bekannt geworden. Insgesamt sind 10 Mitarbeiterinnen betroffen, aber auch Ansteckungen im Umfeld der Mitarbeiter wurden gemeldet. Trotzdem wird die Produktion in den Schlachtbetrieben in Ried, Wels-Land und Braunau weitergeführt. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) bemängelt die Vernachlässigung von Schutzmaßnahmen und Testungen und fordert die grundsätzliche Hinterfragung
und Verbesserung der Rahmenbedingungen der Fleischindustrie hinsichtlich des Schutzes der Tiere sowie der ArbeiterInnen. „Statt krampfhaft den Status Quo zu erhalten, sollten wir lieber neue Wege gehen“, fordert VGT- Aktivistin Lena Remich. „Corona zeigt uns Probleme in der Schlachtindustrie auf, die schon seit langem bestehen und kritisiert werden. Schlachthöfe sind Orte der Gewalt und des Leids – vor allem für die Tiere. Aber auch die Arbeiter und Arbeiterinnen zahlen ihren Preis“, so Remich abschließend.

07.07.2020: Corona: Schon 20 Nerzfarmen in den Niederlanden betroffen

Nach weiteren Coronaausbrüchen auf niederländischen Nerzfarmen hat die Regierung entschieden, die Zucht der Pelztiere bis Ende 2020 einzustellen. Inzwischen wurden laut einem FAZ-Bericht Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in 20 Zuchtbetrieben gemeldet. Mehr als 600.000 Tiere mussten gekeult werden, um die Ausbreitung einzudämmen. Zuletzt waren Ausbrüche auf
zwei Zuchtfarmen in Gemert nachgewiesen worden, dem Zentrum der niederländischen Produktion in der Provinz Nördliches Brabant. Dort mussten am 6. Juli 2020 rund 19.000 Nerze getötet werden. Der Transport der Nerze sowie strenge Hygienemaßnahmen wurden angeordnet. Die Niederlande sind nach China, Dänemark und Polen der viertgrößte Nerz-Produzent der Welt.

Nach Schlachthofschließungen: BTK fordert tierschutzgerechte Lösung für die Tiere

06.07.2020

Nachdem Schlachtbetriebe wegen Covid-19 geschlossen werden mussten, fordert die Bundestierärztekammer (BTK) die unmittelbare Einberufung eines Krisengipfels, da sich hierdurch große Tierschutzprobleme ergeben haben. „Der plötzliche Wegfall von Schlacht- und Zerlegekapazitäten hat unmittelbare Auswirkungen auf die tierhaltenden Betriebe und die Tiere in den Ställen“, betont BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Der Wegfall von täglich mehreren Zehntausend Schlachtungen führt einerseits zu höheren Besatzdichten bzw. Überbelegung in den Ställen- auch in den Küken- und Ferkelaufzuchten-, andererseits müssen die Schlachttiere einen deutlich längeren Transport zu alternativen Schlachtbetrieben durchleben. Schon vor den Schließungen hatten die coronabedingten Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln zu geringeren Kapazitäten geführt.
Tiedemann erwartet, dass sich die Lage weiter zuspitzen wird und fordert die Bundesregierung auf, rasch einen Krisengipfel unter Einbeziehung von Tierärzten, Landwirten, Schlachthofbetreibern und zuständigen Behörden einzuberufen, um schnell Lösungen für die aktuelle Situation zu finden. „Die Konzentration auf wenige große Schlachtunternehmen, die zu Lasten regionaler Betriebsstrukturen ging, rächt sich jetzt“, ergänzt der BTK-Präsident und appelliert an die Bundesregierung, praktikable, tierschutzgerechte Lösungen für die Tiere zu finden, die jetzt in der Mast und Aufzucht sind. Dies könne nur in enger Zusammenarbeit zwischen den Haltungs- und Schlachtbetrieben und den Veterinärbehörden passieren. Es könne nicht sein, dass schlicht keine Schlachttiere mehr angekauft und die Problemlösung den tierhaltenden Betrieben überlassen wird, so Tiedemann.

06.07.2020: Mysteriöses Elefantensterben in Botswana

Ein Massensterben von bisher mehr als 350 Elefanten in Botswana stellt Wildhüter vor ein Rätsel. Bereits vor drei Monaten wurden die ersten toten Dickhäuter, meist an Wasserlöchern, entdeckt, wie einem Bericht der Tierschutzorganisation Elephants Without Borders (EWB) zu entnehmen ist. Betroffen sind männliche sowie weibliche Elefanten aus allen Altersgruppen. Die Ursache ist noch unklar, eine Vergiftung durch Menschen bzw. eine Infektion mit Milzbrandbakterien werden aber ausgeschlossen. Da alle Tiere
noch ihre Stoßzähne hatten, ist auch Wilderei unwahrscheinlich. „Das Ausmaß ist erstaunlich", erklärt Dr. Niall McCann, Direktor für Naturschutz der Wohltätigkeitsorganisation National Park Rescue. „In Botswana leben 30 Prozent der afrikanischen Elefanten und zehn Prozent davon leben in dieser Region. Dies könnte einen echten Einfluss auf die weltweite Population haben." Inzwischen wurden Proben genommen und zur Analyse an Labore geschickt, Testergebnisse werden aber erst in den kommenden Wochen erwartet.

06.07.2020: Bundesrat beschließt Novellierung der Schweinehaltung

Am 3. Juli 2020 hat der Bundesrat die Novellierung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verabschiedet und eine Übergangsfrist von acht Jahren zur Beendigung der sogenannten Kastenstandhaltung im Deckzentrum festgelegt. Nach einer Übergangsfrist von 15 Jahren soll eine Haltung der Sauen im Kastenstand zum Schutz der Ferkel nur noch von maximal fünf Tagen um den Geburtszeitraum erlaubt sein. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird die Umbaumaßnahmen der Stallungen mit Geldern in Höhe von 300 Millionen Euro fördern. „Mit der heutigen Entscheidung ist ein großer Fortschritt für den Tierschutz in Deutschland erzielt worden, der anspruchsvoll in der Umsetzung für die Tierhalter ist. Wir fördern den Umbau. Zugleich wurde Rechts- und Planungssicherheit für die Landwirte in Deutschland geschaffen“, sagt Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner zu der Entscheidung. So haben die Bundesländer einen
Kompromiss gefunden, der einerseits das Tierwohl verbessern, andererseits die Schweinehaltung in Deutschland halten soll, denn die Zahl der Sauenhalter in Deutschland ist bereits seit Jahren sehr rückläufig. Die meisten der in elf Bundesländern regierungsbeteiligten Grünen rechtfertigen diesen Kompromiss damit, dass nach dieser Übergangsfrist ein Systemwechsel hin zur Gruppenhaltung der Sauen erfolgen würde. Die Verordnung sieht nach Vorschlag von Bund und Ländern eine deutliche Verkürzung der zulässigen Fixationsdauer von Sauen vor: Statt ca. 70 Tage je Produktionszyklus nun nur noch max. 5 Tage um den Geburtszeitraum. Zudem sichert sie den Sauen nach dem Absetzen bis zur Besamung künftig mehr Platz zu: Statt Kastenstand und Einzelhaltung nun Gruppenhaltung und mindestens 5 m² je Sau. Mit der Förderung von Umbaumaßnahmen will Klöckner erreichen, dass auch die kleineren und mittleren Betriebe weiter tragfähig die Sauenhaltung betreiben und den Tierschutz verbessern können.

06.07.2020: Mehr als die Hälfte aller Fischarten durch den Klimawandel gefährdet

In zwei Projekten haben Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI, untersucht, wie sich unterschiedliche Klimawandelszenarien auf Fische und andere Meerestiere auswirken, wie dies während evolutionärer Krisen in der Erdgeschichte zum Tragen kam und welche Vorteile es bringt, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Mittels empirischer Daten zu Temperaturexperimenten mit Fischen aus mehr als 100 Jahren Forschung kamen die WissenschaftlerInnen zu dem Schluss, dass ein ungebremster Klimawandel aufgrund steigender Wassertemperaturen den Fortpflanzungserfolg von bis zu 60 Prozent aller Fischarten gefährden könnte. Besonders in der Paarungszeit sind Fische auf eine bestimmte Wassertemperatur in den Laichgebieten angewiesen. „Unserer Ergebnisse zeigen, dass Fische als Embryonen im Ei sowie als laichbereite Erwachsene deutlich
wärmeempfindlicher sind als im Entwicklungsstadium der Larve oder als geschlechtsreifer Fisch außerhalb der Paarungszeit“, sagt Erstautor und AWI-Meeresbiologe Dr. Flemming Dahlke. „Im globalen Mittel können zum Beispiel Fische außerhalb der Paarungszeit in bis zu 10 Grad Celsius wärmerem Wasser überleben als laichbereite Fische und Fischeier.“ „Gelingt es der Menschheit, die Klimaerwärmung bis zum Jahr 2100 auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, werden bis dahin nur etwa zehn Prozent der von uns untersuchten Fischarten ihre angestammten Laichgebiete aufgrund zu warmen Wassers verlassen müssen“, erläutert AWI- Biologe und Ko-Autor Prof. Hans-Otto Pörtner. In dem Fall, dass sich die Wassertemperaturen um fünf Grad Celsius und mehr erhöhen, wären den Analysen zufolge bis zu 60 Prozent der Fischarten gefährdet. Betroffen wären Fischpopulationen in Meer, Flüssen und Seen.

03.07.2020: Niedersachsen stützt Kompromissantrag zur Sauenhaltung

Bei der heutigen Bundesratssitzung wird Niedersachsen gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einen Plenarantrag zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung einbringen. Das Land will so den Ausstieg aus der Kastenstandhaltung voranbringen. „Ich bin erleichtert, dass wir nach monatelangem Ringen mit diesem Antrag endlich einen Kompromiss gefunden haben. Es ist ein wichtiger Schritt für den Tierschutz, die Haltungsbedingungen für die Sauen tiergerecht anzupassen. Dieses Ziel wurde bereits von meinem Vorgänger Gert Lindemann im Tierschutzplan festgelegt. Jetzt bekommen die Sauenhalter endlich Rechts- und Planungssicherheit. Die Neuregelungen sind allerdings vor allem für die bestehenden Betriebe mit großen Herausforderungen verbunden. Dessen bin ich mir bewusst. Wir halten es daher für äußerst dringlich, für An- und
Umbauten, die mehr Tierwohl für die Tiere bedeuten, schnell finanzielle Umsetzungshilfen zu schaffen. Dazu gehören auch geeignete Fördermöglichkeiten, um die Landwirte dabei zu unterstützen“, erklärt Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte- Kinast. „Mit der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltung wird das Tierschutzniveau in der Schweinehaltung erheblich erhöht. Dem Verbraucher sollte bewusst sein, dass die Erfüllung von gesellschaftlichen Erwartungen für mehr Tierwohl auch Geld kostet. Das vom Bund angekündigte Investitionsförderungsprogramm über 300 Millionen Euro für Stallumbauten kann nur ein Baustein sein. Es muss eine flankierende Unterstützung geleistet werden, wenn wir einen weiteren Ferkeltourismus aus dem Ausland vermeiden und die Sauenhaltung im Land behalten wollen“, so die Ministerin weiter.

03.07.2020: Bundeskabinett beschließt 17. AMG-Novelle

Am 1.7.2020 hat das Bundeskabinett den von der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner vorgelegten Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes (AMG) beschlossen. Die 17. AMG-Novelle, die Erkenntnisse aus der Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzepts der 16. AMG-Novelle aufgreift, soll das Monitoring und die Bewertung der Entwicklung der Antibiotikaanwendung im Bereich der Tiermast verbessern und hat das Ziel, Modalitäten und Abläufe des Antibiotikaminimierungskonzepts zu präzisieren. Nutztierhalter sollen so administrativ entlastet werden. Laut den Ergebnissen der Evaluierung ist die Antibiotikaverbrauchsmenge bei allen Nutzungsarten (Mastferkel, Mastschweine, Mastputen, Masthühner, Mastkälber, Mastrinder) von 298 Tonnen auf 204 Tonnen gesunken. Zukünftig sollen Tierhalter aber auch Nullmeldungen melden müssen. Diese verpflichtende Nullmeldung soll verhindern, dass Tierhalter absichtlich den Einsatz von Antibiotika nicht melden oder die Meldung einfach vergessen, da im Fall von unterlassenen Meldungen die bundesweiten Kennzahlen zu niedrig berechnet werden. Zudem kann die
Abgabe der Versicherung der Tierhalter über die Einhaltung der tierärztlichen Behandlungsanweisung auf elektronischem Weg durchgeführt werden. Um die Evaluierung der Antibiotikaanwendung auch weiterführen zu können, darf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch die Daten, die beim Vollzug des Antibiotikaminimierungskonzepts anfallen, in pseudonymisierter Form zum Zweck einer Risikobewertung verwenden dürfen. Zum Thema Reserveantibiotika erklärt Bundesministerin Julia Klöckner: „Jede Anwendung von Antibiotika kann die Entwicklung von Resistenzen nach sich ziehen. Den Einsatz bei Mensch und Tier müssen wir daher auf das absolut notwendige Maß reduzieren. Strengste Anforderungen sind bei den so genannten Reserveantibiotika nötig. Sie sind Arzneimittel der letzten Wahl und werden verabreicht, wenn sonst nichts mehr wirkt." Auch Reserveantibiotika, die insbesondere bei der Haltung von Masthühnern und Mastputen noch häufig zum Einsatz kommen, sollen auf das therapeutisch notwendige Minimum reduziert werden. Die AMG-Novelle soll am 28. Januar 2022 in Kraft treten.

03.07.2020: FLI beantragt zusätzliche Mittel für Corona-Forschung

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Insituts (FLI) Greifswald, Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter, hat für die Erforschung des neuartigen Coronavirus an Tieren zusätzliche Mittel beantragt. Das FLI benötigt ca. 1,5 bis 2 Millionen Euro zusätzlich, um für den Erregernachweis notwendige Tierversuche durchzuführen. Dafür sei mehr Personal erforderlich, wie n-tv berichtet. Weiterhin müssten Fragen nach Zwischenwirten
und der Gefährdung landwirtschaftlicher Nutztiere geklärt werden. Zudem benötigt das Institut Tiermodelle für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten, bevor die Therapeutika Menschen verabreicht werden. „Wir haben Personal aus anderen Bereichen für diese Forschung abgezogen", erklärt Mettenleiter. Das FLI testet aktuell neben Frettchen als Tiermodelle auch mehrere Nutztiere.

03.07.2020: Nitratbericht 2020: BUND fordert strenge Düngeverordnung

Der Nitratbericht 2020 hat nach ersten Informationen ergeben, dass die Anzahl der Messstellen, die 40-50 mg Nitrat pro Liter nachweisen, weiter gestiegen sind. Diese Messstellen liegen somit nur knapp unter dem Grundwassergrenzwert der EU-Nitratrichtlinie. „Es muss endlich eine strenge Düngeverordnung umgesetzt werden, damit Grund- und Oberflächengewässer vor Nährstoffeinträgen geschützt werden. Die weitere Verschleppung von Maßnahmen zum Schutz unserer Gewässer und die möglichst kleinflächige Ausweisung
von sogenannten 'Roten Gebieten', in denen die Landwirtschaft konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Nährstoffüberschüsse ergreifen muss, können wir uns beim Gewässerschutz nicht weiter erlauben. Der Aufruf des Deutschen Bauernverbandes zur Gelassenheit und zum Abwarten ist kontraproduktiv. Unsere Gewässer sind bereits heute in einem desaströsen Zustand, deshalb müssen Lösungen her, die jetzt wirken und nicht erst in einigen Jahren", lauten die Forderungen von Matthias Meißner, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND.

02.07.2020: KBLV Bayern kontrolliert jetzt auch Rindergroßbetriebe

Zu Beginn des Monats Juli hat die Sonderkontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) in Bayern auch für die Überwachung und den Vollzug von großen Rinderbetrieben übernommen. Ab Dezember wird die Behörde dann auch die großen Schweinehaltungsbetrieben kontrollieren. Insgesamt sind dann rund 300 große Tierhaltungsbetriebe in der Zuständigkeit der KBLV. Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber erklärt: „Wir setzen den Weg für mehr Tierschutz in Bayern konsequent fort. Für die Kontrolle von
großen Tierhaltungsbetrieben braucht es interdisziplinäre Teams mit entsprechender Ausrüstung. Die KBLV kann genau das bieten. Auch die Landratsämter unterstützen wir mit der Reform. Wir stärken die gesamte Veterinärverwaltung mit rund 70 neuen Stellen. Und wir gehen noch einen Schritt voran: Unser Ziel ist ein ´Kontrollkonzept 2030´ für eine umfassende Weiterentwicklung von Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung." Damit die Landratsämter zu entlasten, wurden insbesondere an der KBLV, den Veterinärämtern sowie als sogenannte Springer-Stellen an den Bezirksregierungen neue Stellen geschaffen.

02.07.2020: Neues Schweinevirus mit Pandemie-Potenzial

Ein neu entdecktes Virus bei Schweinen hat bei chinesischen WissenschaftlerInnen große Besorgnis verursacht, wie n-tv berichtet. Das besonders aggressive und hochpathogene Virus stammt vom H1N1-Virus ab und hat laut Einschätzung der Wissenschaftler das Potenzial, eine Pandemie auszulösen. Wie die Forschenden schreiben, hat das Virus „alle Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können“. Für ihre achtjährige Studie haben die WissenschaftlerInnen in 30.000 Nasenabstrichen von Schweinen knapp 180 verschiedene Schweinegrippe-Viren isolieren können. Bei nachfolgenden Versuchen, bei denen Frettchen mit den Viren infiziert wurden, fanden die Forschenden, dass das neue Schweinevirus G4 hochinfektiös ist,
sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome verursacht als andere Viren. Zudem konnte G4 bereits bei 10,4 Prozent der untersuchten Schweinehalter nachgewiesen werden. Die Hauptsorge der Wissenschaftler ist, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", wie James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge in Großbritannien, betont.

02.07.2020: KBLV Bayern kontrolliert jetzt auch Rindergroßbetriebe

Seit Juli 2020 hat die Sonderkontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) in Bayern auch die Überwachung und den Vollzug von großen Rinderbetrieben übernommen. Von Dezember an wird die Behörde dann auch die großen Schweinehaltungsbetriebe kontrollieren. Insgesamt sind dann rund 300 große Tierhaltungsbetriebe in der Zuständigkeit der KBLV. „Wir setzen den Weg für mehr Tierschutz in Bayern konsequent fort. Für die Kontrolle von großen Tierhaltungsbetrieben braucht es interdisziplinäre Teams mit entsprechender Ausrüstung.
Die KBLV kann genau das bieten. Auch die Landratsämter unterstützen wir mit der Reform. Wir stärken die gesamte Veterinärverwaltung mit rund 70 neuen Stellen. Und wir gehen noch einen Schritt voran: Unser Ziel ist ein ´Kontrollkonzept 2030´ für eine umfassende Weiterentwicklung von Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung", betont Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber. Um die Landratsämter zu entlasten, wurden insbesondere an der KBLV, den Veterinärämtern sowie als sogenannte Springer-Stellen an den Bezirksregierungen neue Stellen geschaffen.

02.07.2020: Koala-Populationen extrem gefährdet

Die Ausrottung der Koalas schreitet immer schneller voran. Laut einer Studie, die ein Jahr lang die Populationen in verschiedenen australischen Bundesstaaten untersucht hat, könnten die Beuteltiere schon in etwa 30 Jahren in New South Wales ausgestorben sein. Nur durch eine "dringende Intervention der Regierung" kann dies verhindert werden, wie ein Parlamentsausschuss des Bundesstaats als Ergebnis einer parlamentarischen Untersuchung mitteilt. Neben Bedrohungen wie Landrodungen, Straßenunfällen, Hundeattacken, Krankheiten
und dem Klimawandel haben die schweren, flächendeckenden und langanhaltenden Buschfeuer den Koala- Populationen schwer zugesetzt. Allein in New South Wales seien mindestens 5.000 Koalas umgekommen. Ein Viertel ihres Lebensraumes, über 5,5 Millionen Hektar, sind bei den Feuern zerstört worden. Außer in New South Wales kommen Koalas auch in den Bundesstaaten Victoria, Queensland und South Australia vor. Vor den Feuern wurde die Zahl der Tiere in Australien von Experten grob auf 50.000 und 100.000 geschätzt.

02.07.2020: Neonikotinoide schädigen Ameisen langfristig

In einer gemeinsam durchgeführten Studie der Universitäten Bern und Neuenburg sowie dem Schweizer Kompetenzzentrum Agroscope sind Forschende zu dem alarmierenden Ergebnis gekommen, dass schon geringe Mengen von Pestiziden einen negativen und nachhaltigen Effekt auf die schwarze Gartenameise haben. „In den letzten Jahren ist ein weltweiter Rückgang der Menge und Vielfalt von Insekten zu beobachten. Davon sind auch Ameisen betroffen, die eine unersetzliche Rolle in unseren Ökosystemen spielen und dazu beitragen, unsere natürliche Biodiversität aufrechtzuerhalten“, sagt Daniel Schläppi vom Institut für Bienengesundheit der Universität Bern, Hauptautor der aktuellen Studie. Für ihre Untersuchungen
haben die WissenschaftlerInnen über einen Zeitraum von 64 Wochen Beobachtungen von Ameisenköniginnen bei der Koloniegründung durchgeführt. Sie konnten zeigen, dass erst im zweiten Jahr der Kolonieentwicklung Beeinträchtigungen der Insekten auftreten. Die Forschenden fordern Alternativen zu Neonikotinoid-Insektiziden, denn diese kontaminieren auch Böden und Grundwasser abseits der Einsatzgebiete, wie Ko-Autor Gaétan Glauser der Universität Neuenburg berichtet. Noch müssen die Langzeitauswirkungen erforscht werden. „Wenn wir berücksichtigen, wie wichtig Ameisen für unsere Ökosysteme sind, wird klar, dass der Einsatz von Neonikotinoiden eine Bedrohung für unsere Umwelt darstellt“, betont Schläppi.

02.07.2020: Klimawandel bringt Fortpflanzung von Wildtieren durcheinander

Der Klimawandel wirkt sich negativ auf den Zeitpunkt der Rehgeburten aus. Dieser wird zwar nach vorne verlegt, doch die Vegetationszeit beginnt inzwischen noch viel früher. Dadurch finden die säugenden Rehgeißen nicht das optimale Nahrungsangebot, wie eine Studie unter der Leitung von Kurt Bollmann, Wildtierbiologe an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), belegt. Für ihre Studie haben die Forschenden die Setztermine von knapp 9.000 Rehkitzen über einen Zeitraum von knapp 45 Jahren analysiert. Sie fanden heraus, dass sich die Setztermine über alle Höhenlagen sieben- bzw. fünfmal langsamer als die Vegetation veränderten. In der untersuchten Zeit hat sich der Vegetationsbeginn
20 Tage und der Heuschnitt 14 Tage nach vorne verschoben, die Setztermine mit 0,06 Tagen pro Jahr jedoch insgesamt nur drei Tage. Den Grund dafür sehen die Forschenden darin, dass die Fortpflanzung des Rehs durch das Tag/Nacht-Verhältnis gesteuert wird, welches sich nicht durch den Klimawandel verändert. Betroffen sind vor allem Rehpopulationen in tieferen Lagen. Noch können die WissenschaftlerInnen nichts über die Folgen sagen. Vermutet wird, dass die Rehe in Zukunft im Mittelland seltener werden und die Hügel- und Berglagen stärker besiedeln werden, weil dort die Vegetationsentwicklung später einsetzt und somit besser mit den Setzterminen übereinstimmt.

01.07.2020: Hessen ermöglicht freiwillige Teilnahme am ASP-Statusverfahren

Für Schweine haltende Betriebe in Hessen besteht ab sofort die Möglichkeit zur freiwilligen Teilnahme am "ASP-Statusverfahren". Der Status ist Voraussetzung dafür, dass bei einem Ausbruch der ASP bei Wildschweinen, Hausschweine unter erleichterten Bedingungen
aus diesen Betrieben verbracht werden können, wenn die Betriebe in einer ASP-Restriktionszone zu liegen kommen. Interessierte Betriebe können sich mit dem ausgefüllten Anmeldeformular für die Teilnahme am Verfahren bei dem für sie zuständigen Veterinäramt anmelden.

01.07.2020: BfT empfiehlt Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren

Fast 300.000 Hunde und Katzen pro Jahr gehen ihren Besitzern verloren – die Tiere verlaufen sich, werden gestohlen oder laufen einfach davon. Längst nicht alle Tiere finden wieder ihren Weg zurück nach Hause. Daher empfiehlt der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) Haltern, ihre Vierbeiner kennzeichnen und registrieren zu lassen, um es Findern, Polizei sowie Tierheimen leichter zu machen, verloren gegangene Hunde und Katzen wieder nach Hause zu vermitteln. Bei der Tierkennzeichnung wird den Tieren mittels Transponder vom Tierarzt ein kleiner Chip injiziert, auf dem eine weltweit einmalige Nummer gespeichert ist. Mit einem speziellen
Gerät können Tierheime und Tierärzte diese Nummer einem Tier zuordnen, jedoch nicht den Halter identifizieren, da weder dessen Name noch Adresse dort hinterlegt ist. Daher ist es zwingend erforderlich, ein gechipptes Tier beziehungsweise dessen Nummer bei einem der Heimtierregister, etwa bei TASSO e.V. oder Findefix zu melden und, etwa bei einem Umzug, zu aktualisieren. Auf diese Weise können Fundtiere jederzeit schnell an den Besitzer zurückvermittelt werden. Die elektronische Tierkennzeichnung ist bei Reisen innerhalb der EU Pflicht. Wenn das Tier nur in Deutschland bleibt, kann der Halter freiwillig eine Kennzeichnung vornehmen.

01.07.2020: Bundesrat soll über neuen Kompromissvorschlag im Kastenstandstreit abstimmen

Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein haben im Streit um die Kastenstandhaltung von Sauen einen neuen Kompromissvorschlag vorgelegt, wie "agrarheute" berichtet. Demnach sollen Sauen nach Beendigung einer Übergangszeit von 8-15 Jahren, nur noch während der Besamung im Kastenstand stehen dürfen. Anschließend ist die Sau unmittelbar in die Gruppenhaltung im Wartebereich zu überführen. Gruppenhaltung wird damit für
den Zeitraum nach dem Absetzen bis zum Abferkeln Pflicht. Im Abferkelbereich sollen die Sauen maximal fünf Tage fixiert werden dürfen. Über diesen Vorschlag soll der Bundesrat am kommenden Freitag (3.7.2020) abstimmen. Bereits während der Übergangszeit soll gewährleistet werden, dass die Sauen in Seitenlage ungehindert ihre Gliedmaße ausstrecken können, ohne an bauliche Hindernisse zu kommen.

01.07.2020: Immer mehr invasive Mückenarten werden in Tirol heimisch

ForscherInnen der Vetmeduni Wien haben in einer Studie herausgefunden, dass sich in Tirol mehr und mehr invasive Stechmückenarten ausbreiten, die gefährliche Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen können, im Gegensatz zu nicht- invasiven Stechmückenarten. Mit Hilfe von sogenannten Ovitraps konnten die WissenschaftlerInnen belegen, dass die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) bereits in Tirol überwintert. Neben der japanischen Buschmücke (Aedes japonicus) wurden zudem auch erste Nachweise für das Vorkommen der koreanischen Buschmücke (Aedes koreicus) gefunden. „Der Nachweis der asiatischen Tigermücke, der japanischen Buschmücke und der
koreanischen Buschmücke ist für die Bevölkerung, für die öffentliche Gesundheit und für die relevanten Entscheidungsträger von großer Bedeutung. Vor allem die asiatischen Tigermücken können gefährliche Krankheitserreger wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. Einheimische Stechmücken sind dazu nicht in der Lage. Außerdem haben die neuen Stechmückenarten einige weitere unangenehme Begleiterscheinungen, da sie sehr lästig sind, in großen Massen auftreten können und auch tagsüber stechen“, erklärt Studienerstautor Hans-Peter Führer vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni Vienna und empfiehlt eine dringend eine fortlaufende Überwachung der neuen Mückenarten.

01.07.2020: Wissenschaftler testen alternative Futtermittel für Geflügel

In einer Studie im Rahmen des Projektes „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion“ haben Forschende der Georg-August- Universität Göttingen getestet, wie sich bestimmte Insekten und Algen als Futtermittel für Hähnchen auf deren Fleischqualität auswirken. Denn aufgrund der wachsenden Nachfrage für tierische Produkte benötigen landwirtschaftliche Nutztiere auch immer größere Mengen an proteinreichem Futter. Für ihre Untersuchungen verwendeten die Forschenden die Meeresalge Spirulina sowie Mehl aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege als alternative Futtermittel zu Soja. Die Ergebnisse zeigen: grundsätzlich ist das Fleisch der damit gemästeten Hähnchen zum Verzehr geeignet. Während das Fleisch der Hähnchen, die mit Spirulina gefüttert wurden, sowohl in der Fleischfarbe als auch im Geschmack intensiver ist, zeigte sich bei der Fleischqualität der mit Insektenmehl gemästeten Hähnchen kaum ein
Unterschied zu denen, die mit Soja gefüttert worden waren. „Insgesamt erwiesen sich beide Proteinquellen als geeignet und stellen daher eine geeignete Alternative zu Soja dar“, erläutert Erstautorin Dr. Brianne Altmann von der Abteilung Produktqualität tierischer Erzeugnisse der Universität Göttingen die Studienergebnisse. Noch sind Insekten in der EU bislang nur als Futtermittel für Fische zugelassen, Mikroalgen hingegen werden bereits weltweit für Biokraftstoffe, Tierfutter und den menschlichen Verzehr produziert. Um eine Zulassung von Insekten als alternative Futtermittel für Geflügel zu erhalten, müssten Insekten jedoch mit zertifizierten Futtermitteln erzeugt werden. „Wirklich nachhaltig wird die Erzeugung von Insekten als Futtermittel jedoch nur, wenn auch Rest- und Abfallstoffe als Futtermittel eingesetzt werden dürften“, erläutert Abteilungsleiter Prof. Dr. Daniel Mörlein, der eine baldige Zulassung von Insektenmehl als Futtermittel für Geflügel erwartet.

30.06.2020: Ausgleichsfonds Wolf wird bis Ende 2021 fortgesetzt

Baden-Württemberg hat die Fortführung des Ausgleichsfonds Wolf bis Ende 2021 beschlossen. „Der Ausgleichsfonds Wolf garantiert den betroffenen Nutztierhaltenden einen zeitnahen und unbürokratischen finanziellen Ausgleich. Das ist mir wichtig. Und deshalb freut es mich, dass wir den Tierhalterinnen und Tierhaltern im Land mit unserer jetzigen Vereinbarung verbesserte Leistungen anbieten können“, erklärt der Umweltminister des Landes,
Franz Untersteller, der damit auf mehr Akzeptanz für den Wolf hofft. Neben Ausgleichszahlungen für Weidetiere, die durch Wölfe gerissen wurden, erhalten die Nutztierhaltenden in Baden-Württemberg zudem eine finanzielle Unterstützung für den mit einem Riss verbundenen Arbeitsaufwand, wie für die Suche, das Einfangen oder die Bergung von versprengten Weidetieren oder Gebrauchshunden, sowie Erstattungen der Kosten für deren tierärztliche Behandlung.

Corona-Auswirkungen auf die Tierarztpraxis

Die Corona-Pandemie hat Deutschland noch fest im Griff: Merken Sie in der Tierarztpraxis bereits die Auswirkungen der Pandemie?