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Rückläufige Tierhaltung gefährdet Grünland

15.06.2026

Der Strukturwandel in der Nutztierhaltung hat dazu geführt, dass sowohl die Fleischproduktion als auch der gesamte Nutztierbestand in Deutschland seit Jahren rückläufig ist. Die Hauptgründe liegen an einem veränderten Konsumverhalten, gestiegenen Kosten für Futter und Energie sowie geringen Erlösen und letztendlich auch an den verschärften gesetzlichen Auflagen. Der Rückgang der Weidetierhaltung beeinflusst aber auch das Grünland.

Durch die sinkende Nachfrage nach Grünlandfutter bestehe die Gefahr, dass die bisher benötigten Flächen langfristig nicht mehr genutzt und gepflegt werden. Das wiederum habe negative Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaftsbild, erklärt Prof. Dr. Andre Deppermann von der Technischen Hochschule Bingen. Um die Risiken zu identifizieren, hat der Wissenschaftler ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, in dem verschiedene Daten systematisch zusammengeführt werden, um Risiken zu identifizieren.

Das Projekt „Entwicklung eines integrierten Analyserahmens für die Landnutzung in Rheinland-Pfalz“ läuft von Juni 2026 bis Mai 2028 und wird von der Carl-Zeiss-Stiftung im Rahmen des Programms „CZS Forschungsstart“ mit rund 236.000 Euro gefördert. Ziel des Vorhabens ist, Szenarien zu gefährdeten Regionen zu erstellen. Langfristig soll das Projekt zur Reform der Europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik beitragen.

Das Forschungsprojekt richtet sich an Akteur:innen in Rheinland-Pfalz, darunter Politik, Verwaltung und Praxis, die sich mit der Nutzung und Pflege von Grünlandflächen befassen. 

TH Bingen