Im Osten Deutschlands schreitet der Strukturwandel in der Nutztierhaltung massiv voran. So habe sich die Zahl der Milchviehbetriebe in den fünf ostdeutschen Bundesländern bereits stark verringert, erklärt Klaus Siegmund vom Interessenverband Milcherzeuger (IVM). Während vor gut 30 Jahren noch rund 4.760 Milchkuhbetriebe in der Region gezählt wurden, könnten in 10 Jahren möglicherweise nur noch 500 bis 700 Betriebe aktiv sein. Gleichzeitig dominierten immer mehr Großbetriebe den Markt, betonte Siegmund auf der IVM-Jahrestagung in der vergangenen Woche, auf der auch das 35-jährige Verbandsbestehen gefeiert wurde.
Damit einhergehend wurden seit 2015 1 Mio. Tonnen Milch weniger produziert, was einem bundesweiten Anteil an 18,4 Prozent entspricht. Ein Grund für den Strukturwandel ist nach Angaben des Branchenexperten der stark unterschiedliche Modernisierungsgrad der ostdeutschen Milchviehbetriebe.
Der Milchindustrieverband (MIV) hob anlässlich des Jubiläums die zielorientierte Zusammenarbeit hervor. Dabei sei der IVM als „durchaus kritischer, aber auch konstruktiver Begleiter“ der eigenen Verbandsarbeit aufgetreten. Als ein wichtiger Beitrag zur Transparenz in der Milchbranche seien Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in der Vergangenheit kritisch hinterfragt worden, so MIV-Hauptgeschäftsführer Björn Börgermann.




