Bpt bietet Fortbildung für Ausbildungspraxen an
Unter dem Titel „Rechtliche Voraussetzungen für Praktika oder professionelle Begleitung von Studierenden während des Praktikums“ bietet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) für seine Mitglieder eine Fortbildung an. Diese Online-Fortbildung besteht aus der Aufzeichnung einer Präsenz-Veranstaltung im Rahmen der bpt-INTENSIV Kleintierfortbildung in Bielefeld am 01. März 2024 und enthält zudem einen Vortrag zu Voraussetzungen für Ausbildungspraxen aus dem Jahr 2026, der den Vorgaben der EAEVE entspricht.
bpt-Mitglieder können diese Fortbildung, die noch bis Ende 2026 buchbar ist, für ihre Registrierung als bpt-Ausbildungspraxis nutzen. Es werden jedoch auch andere Fortbildungen mit adäquaten Inhalten nach Vorlage eines Zertifikats akzeptiert.
KI könnte Antibiotikaentwicklung optimieren
Antibiotikaresistente Bakterien verursachen weltweit Millionen Todesfälle. Um dem entgegenzuwirken, müssen dringend neue wirksame Antibiotika entwickelt werden. Da aber bereits viele mögliche Kandidaten schon in frühen Entwicklungsstadien auf Grund von mangelnder Wirksamkeit oder unerwünschter Nebenwirkungen ausscheiden, gestaltet sich dieses Vorhaben als schwierig.
Das Verbundprojekt OptimAIze soll die Entwicklung neuer Antibiotika nun deutlich effizienter gestalten. Mit Hilfe von modernsten Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie innovativen biologischen Testverfahren könnten vielversprechende Antibiotikakandidaten schneller identifiziert und optimiert werden.
Im Fokus von OptimAIze steht ein neuartiger, geschlossener Lernkreislauf aus KI und experimenteller Validierung. Zusätzlich werden hochauflösende Daten zur Zytotoxizität mit modernen KI-Verfahren ausgewertet. Die Modelle lernen dabei nicht nur, die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Molekülen vorherzusagen, sondern können auch gezielt neue Wirkstoffvarianten vorschlagen, die anschließend experimentell getestet werden. Die Ergebnisse fließen wiederum zurück in die KI-Modelle und verbessern deren Vorhersagekraft kontinuierlich.
„Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen für die Wirkstoffforschung. Gleichzeitig stoßen rein datengetriebene Modelle an Grenzen, insbesondere wenn nur wenige oder unausgewogene Daten zur Verfügung stehen. Deshalb setzen wir in OptimAIze auf die Kombination von KI und mechanistischem Fachwissen. So können wir nicht nur präzisere Vorhersagen treffen, sondern auch besser nachvollziehen, warum bestimmte Moleküle wirksam oder toxisch sind“, erklärt Prof. Dr. Verena Wolf, die das Projekt OptimAIze koordiniert.
Das Projekt wurde von dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Universität des Saarlandes, dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und dem Biotechnologieunternehmen smartbax GmbH das Verbundprojekt OptimAIze ins Leben gerufen. Die Projektpartner zielen darauf ab, neben der Entwicklung konkreter Antibiotikakandidaten zudem innovative KI-Methoden und Softwarewerkzeuge für die wissenschaftliche Gemeinschaft verfügbar zu machen.
App vermittelt umfassendes Wissen zu Wildtieren
Viele junge Wildtiere landen als vermeintliche Notfälle in Tierkliniken und -praxen. Doch in den meisten Fällen sind die Jungtiere gar nicht hilfsbedürftig, erklärt Prof. Dr. Michael Pees von der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Sie wären besser in ihrer natürlichen Umgebung aufgehoben gewesen.
Damit hilfsbereite Menschen besser erkennen, welche Tiere wirklich tierärztliche Hilfe benötigen, hat ein Team der TiHo die App „Wildtier SOS“ entwickelt. Die KI-gestützte App bietet Finder:innen eine schnelle und fundierte Entscheidungshilfe. Mit Hilfe von Beispiel-Bildern und -Videos sowie einer hilfreichen SOS-Funktion, lassen sich unnötige Eingriffe in die Natur vermeiden.
„Jetzt geht das ganz praktisch mit der neuen KI-Integration. Per Foto kann die App in kürzester Zeit die Tierart erkennen, was Laien besonders bei Jungtieren schwer fallen kann“, so der Klinikleiter. Zudem finden die User:innen wichtige Hinweise zu gesetzlichen Vorgaben, Zoonosen und dem Schutzstatus des Tieres.
„Die App Wildtier SOS ist ein digitaler Meilenstein für den Tier- und Artenschutz in Deutschland“, fasst Professor Dr. Michael Pees zusammen. „Sie vermittelt wertvolles Wissen über die Wildtiere in unserer Umgebung, erkennt, ob ein Tier Hilfe benötigt, leitet Finderinnen und Finder bei der Erstversorgung an und unterstützt dabei, die richtigen Anlaufstellen in der Nähe zu finden.“
Um besser auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online fortbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.
Tierhaltung: Hitzetage erfordern Änderungen im Haltungsmanagement
Der Sommer in Deutschland bleibt weiterhin heiß und trocken. Menschen sowie Haus- und Nutztiere leiden unter den anhaltend hohen Temperaturen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) ruft daher Tierhaltende ausdrücklich auf, eventuell nötige Änderungen im Haltungsmanagement schnellstmöglich vorzunehmen.
Insbesondere Geflügelbetriebe stünden vor Herausforderungen durch die anhaltenden Extremtemperaturen, die in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit zu erhöhten Tierverlusten führen können, so das Ministerium. Demnach mussten nach dem letzten Juni-Wochenende eine rund dreimal größere Menge an Kadavern aus den niedersächsischen Geflügelhaltungen abgeholt werden.
Für Rinder, Schafe und Pferde, die auf der Weide gehalten werden, sollte immer ausreichender Witterungsschutz, Schatten und Zugang zu Wasser sichergestellt werden. Aufgrund der aktuell schwindenden Futtergrundlage müsse unter Umständen zugefüttert werden.
Das Ministerium rät zudem, dass bei Hütehaltung keine großen Distanzen zurückgelegt und Aktivitäten wie Umtreiben, Tierbehandlungen, Tiertransporte etc. auf die kühleren Morgenstunden verschoben werden sollten.
Tierhaltungsstrategie der EU wird unterschiedlich bewertet
Am 7. Juli 2026 hat die Europäische Kommission die Strategie für die Nutztierhaltung (Livestock Strategy) angenommen. Ziel der Strategie ist die Sicherstellung eines nachhaltigen und widerstandfähigen Tierhaltung in Europa.
„In der heute angenommenen Strategie wird ein zukunftsorientierter Ansatz für die Tierhaltung vorgeschlagen, bei dem die Tiergesundheit und der Tierschutz im Mittelpunkt stehen. Es ist das Ergebnis unseres umfassenden Konsultationsprozesses mit Interessenträgern in der gesamten Branche, insbesondere Landwirten, deren Ansichten sorgfältig berücksichtigt wurden. Durch Investitionen in Prävention, Innovation und Vorsorge helfen wir Tieren und Landwirten gleichermaßen“, erklärte Olivér Várhelyi, Mitglied der EU-Kommission für Gesundheit und Tierwohl in der vergangenen Woche.
Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt den nun festgelegten Zeitplan für Tierschutzverbesserungen, kritisiert jedoch das Festhalten der Kommission an einer auf den Erhalt und Ausbau der Tierhaltung ausgerichteten Agrarpolitik. Stattdessen fordern die Tierschützer:innen den dringend notwendigen Wandel des Ernährungssystems.
„Mit dieser Strategie zementiert die Europäische Kommission ein System der Tierhaltung, das erhebliches Tierleid verursacht und zugleich Klima, Umwelt und Ressourcen belastet“, sagt Jürgen Plinz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Board Member des europäischen Tierschutzdachverbands Eurogroup for Animals. „Wer Europas Landwirtschaft zukunftsfähig machen will, muss den Mut haben, den Umfang der Tierhaltung zu reduzieren und pflanzliche Proteine deutlich stärker zu fördern. Diese Chance lässt die Kommission ungenutzt.“
Europa brauche weniger Tiere in besseren Haltungssystemen – nicht eine Strategie, die den Tierschutz ausbremst, statt ihn voranzubringen, so Plinz weiter. Der Verband kritisiert besonders, dass die Strategie die Ursachen vieler Probleme der intensiven Tierhaltung ausblende. Zwar würden Maßnahmen zur Krankheitsprävention und Biosicherheit angekündigt, die Risiken hoher Tierbestände und Besatzdichten seien aber weitgehend unberücksichtigt geblieben.
Ganz anders das Urteil des Bundesverbandes Rind und Schwein e. V. (BRS). Er bewertet die EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird; ebenso den Ansatz, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.
Positiv bewertet der BRS zudem den europäischen Ansatz im Bereich der Tiergesundheit. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention, Biosicherheit, Früherkennung und Krisenmanagement sei der richtige Weg. Auch die angekündigte Überprüfung der Kategorisierung von Tierseuchen im EU-Tiergesundheitsrecht wird als sinnvoll angesehen. Da Tierseuchen keine Landesgrenzen kennen, brauche es europaweit einheitliche Maßstäbe, klare Zuständigkeiten sowie verlässliche Bekämpfungs- und Finanzierungsmechanismen. Einen vergleichbar präventiven und strategischen Ansatz wünsche sich der Verband auch auf nationaler Ebene.
Ob die Strategie tatsächlich zu Verbesserungen für die Tierhaltung in Deutschland führe, hänge jedoch maßgeblich von ihrer konkreten Ausgestaltung ab, mahnt der BRS.
EFSA legt Überwachungsbericht zur Geflügelpest vor
In der EU sind die Nachweise der hochpathogenen Geflügelpest (HPAI) im Frühjahr 2026 zurückgegangen. Laut dem vierteljährlichen Überwachungsbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und des EU-Referenzlabors (EURL) wird dies auch während der Sommermonate so bleiben. Insgesamt wurden zwischen dem 28. Februar und dem 4. Juni 2026 aus den EU-Mitgliedstaaten 186 HPAI-Ausbrüche bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemeldet. Weitere 763 Nachweise gab es bei Wildvögeln. Während die Zahl der Ausbrüche bei Hausvögeln ähnlich hoch ist wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, waren die Nachweise bei Wildvögeln in diesem Jahr mindestens dreimal so hoch, was auf eine sehr hohe Viruszirkulation bei Wasservögeln hindeutet.
Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es in Ungarn erstmals Fälle von niedrigpathogener Vogelgrippe vom Typ H9N2 in sieben Geflügelbetrieben gegeben hat. Zwar wurden H9N2-Nachweise bereits zuvor in der EU gemeldet, doch handelt es sich hierbei um den ersten Nachweis des spezifischen Clades H9N2 G5.5, das auch für vereinzelte Fälle beim Menschen im Nahen Osten und in Westafrika verantwortlich war. Die EFSA und das ECDC raten den Mitgliedstaaten, diese Situation genau zu überwachen.
Mehr Einschränkungen bei Wasserentnahme gefordert
Die Folgen des Klimawandels werden immer spürbarer. Länger anhaltende Hitzewellen, Trockenheit und Dürre sowie Starkregen und Hagel - Extremwetterereignisse nehmen drastisch zu. Aufgrund der häufigeren Trockenperioden und knapper werdender Grundwasservorkommen fordert der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) jetzt strengere Regeln zur Wasserentnahme. Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel. „Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden", sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Dazu gehöre auch die private Nutzung. „Sauberes Wasser jederzeit, überall und zu fairen Preisen ist in unserem Land keine Kür, sondern Pflicht", ergänzte er. Damit das so bleibe, müsse Transparenz in der Frage geschaffen werden, wer wann und in welchem Umfang auf die Wasserressourcen zugreift.
Der VKU fordert daher endlich die Umsetzung des digitalen Wasserbuches in allen Bundesländern. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Register, in dem wasserrechtliche Genehmigungen, Wasserentnahmen, Einleitungen und Schutzgebiete zentral dokumentiert und verwaltet werden.
Bisher müssen lediglich kommunale Wasserversorger und wirtschaftliche Unternehmen Wasserentnahmen genehmigen lassen. Zu den genehmigungsfreien Nutzungen gehören unter anderem die Bewässerung des Gartens oder die Wassernutzung für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, einschließlich Tränken von Vieh außerhalb des Hofes. Der VKU fordert außerdem eine Priorisierung, in der die öffentliche Wasserversorgung an erster Stelle steht.
Schweinepreise sind desaströs
Die Schweinepreise sind bereits seit mehreren Wochen im Keller und sinken immer weiter. Die Landwirt:innen machen längst keine Gewinne mehr, sondern schreiben „existenzbedrohende“ Verluste, erklärt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die Erlöse haben nun mit 1,40 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) einen neunen Tiefpunkt erreicht. Aktuell fahren Schweinemäster und Ferkelerzeuger einen Verlust von 60 € je Schwein ein, so die ISN.
Durch die sinkenden Preise rutschen Schweinehalter:innen immer weiter in die Verlustzone, betont die ISN. Schlachter hingegen klagen über unzureichende Margen und Absatzschwierigkeiten. Dafür sei hauptsächlich der derzeit intensive Wettbewerb innerhalb Europas verantwortlich. Günstige Angebote aus dem Ausland belasten die Fleischvermarktung in Deutschland.
Weiterer Buckelwal in der Ostsee gesichtet
In der Ostsee ist ein weiterer Buckelwal gesichtet worden. Er ist von Tierschützer:innen auf den Namen "Hartwin" getauft worden.
Laut dem Walexperten Heiko Buch-Illing ist damit zu rechnen, dass ihn das selbe Schicksal ereilt wie zuvor Timmy. Die aktuell herrschenden Wassertemperaturen vor der Flensburger Küste betragen knapp 20°C. Dies sei "sehr unangenehm für einen Buckelwal". Das Tier befinde sich zudem in flachem Wasser von nur 5 bis 12 Metern Tiefe. Außerdem bewege sich der Buckelwal auffällig langsam, was darauf hindeutet, dass das Tier bereits stark geschwächt ist. Laut Einschätzung von Buch-Illing gibt es für den Wal, dessen Haut bereits auffallend hell ist, was ebenfalls ein Zeichen sei, dass der Zustand des Tieres nicht gut sei, keine Chance. „Er wird sterben."
Der Buckelwal sei offensichtlich auf der Suche nach seichten Gewässern – wo er sich in Ruhe ablegen kann und nicht zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen muss. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, bis Hartwin stranden werde.
Neue ASP-Fälle in der Uckermark
Im Landkreis Uckermark gibt es neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Nach über einem Jahr hat das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) einen amtlichen Verdachtsfall bestätigt, ein weiterer amtlicher Verdachtsfall wird derzeit beim FLI geprüft.
Beide Tiere wurden innerhalb der bereits bestehenden Sperrzone II (gefährdetes Gebiet) des Landkreises Uckermark gefunden und befinden sich in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze südlich von Schwedt/Oder bei Stützkow/Neu Galow, also im ASP-Schutzkorridor, wie das brandenburgische Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz am 8. Juli 2026 mitteilte. Es wird von einem Eintrag durch migrierende Wildschweine aus infizierten Gebieten in Polen ausgegangen. Der letzte ASP-Fall im Land Brandenburg wurde in der Uckermark am 14. Mai 2025 amtlich bestätigt.
Entscheidend sei nun bei unverändert großem Infektionsdruck in der Region, dass die ASP-Schutzzäune nicht beschädigt werden und die Tore stets geschlossen bleiben, mahnte der Leiter des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch.
BfT spricht sich für elektronische Packungsbeilagen aus
Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.
Der BfT spricht sich daher für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
„Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.
Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.
Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.
Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten – elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.
Gleichzeitig betont der BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen.
Hunde können Long-COVID erschnüffeln
Der Geruchssinn von Hunden ist phänomenal. Immer wieder versuchen wir, die Spürnasen im Sinne des Menschen einzusetzen, z.B. beim Erschnüffeln von Anfällen, Drogen oder Krankheitserregern wie SARS-CoV-2, dem für COVID-19 verantwortlichen Virus. Dass Hunde in der Lage sind, Personen mit einer akuten SARS-CoV-2 Infektion zu erkennen, hatte Prof. Dr. Holger Volk von der Stiftung Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover im Jahr 2021 publiziert.
Nun konnten Forschende der Technischen Universität Braunschweig, der Medizinischen Hochschule Hannover und der TiHo im Forschungsprojekt „COVID Dogolomics" zeigen, dass sich auch das Post-COVID-Syndrom anhand von Geruchssignaturen erkennen lässt. Ihre Ergebnisse zeigen außerdem eine Übereinstimmung zwischen den Einschätzungen speziell trainierter Spürhunde und modernen massenspektrometrischen Analysen in Kombination mit Machine-Learning-Verfahren. Damit liefern die Forschenden neue Hinweise auf krankheitsspezifische Stoffwechselmuster und eröffnen Perspektiven für innovative diagnostische Ansätze.
Das Projekt vereint die klinische Expertise der MHH um Prof. Dr. Georg Behrens, die Arbeiten zu medizinischen Spürhunden an der TiHo unter Leitung von Professor Holger Volk, PhD, sowie die analytischen und bioinformatischen Untersuchungen der Abteilung Bioinformatik und Biochemie der TU Braunschweig unter Leitung von Professor Dr. Karsten Hiller. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, biologische Signaturen des Post-COVID-Syndroms besser zu verstehen und langfristig neue diagnostische Ansätze zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts stellte die MHH Patientenkohorten und Bioproben bereit. Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchte mit speziell trainierten Spürhunden, ob Long-COVID-Proben anhand ihres Geruchs erkannt werden können. Die Forschenden der TU Braunschweig analysierten dieselben Proben mit modernster Massenspektrometrie und entwickelten Verfahren des maschinellen Lernens, um die zugrunde liegenden Stoffwechselmuster zu entschlüsseln.
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die Hunde konnten Long-COVID-Proben zuverlässig von gesunden Kontrollproben und sogar von ähnlichen Krankheitsbildern unterscheiden. Dies deutet darauf hin, dass Long-COVID mit einer charakteristischen Geruchssignatur verbunden sein könnte.
Lea Woyciechowski, Doktorandin der Abteilung Bioinformatik und Biochemie, entwickelte zudem eine neue analytische Methode, mit der flüchtige organische Verbindungen, die Volatile Organic Compounds, aus sehr kleinen Urinproben hochauflösend erfasst werden können. Diese Moleküle entstehen als Produkte des Stoffwechsels und können Hinweise auf physiologische oder krankheitsbedingte Prozesse liefern. „Flüchtige Stoffwechselprodukte sind gewissermaßen chemische Fingerabdrücke biologischer Vorgänge“, erklärt Lea Woyciechowski. „Wir wollten herausfinden, ob sich die Signatur, die die Hunde wahrnehmen, auch analytisch erfassen und mit datengetriebenen Methoden beschreiben lässt.“ Dabei konnten charakteristische Muster identifiziert werden, die Long-COVID-Proben von Kontrollgruppen unterscheiden.
Besonders interessant ist, dass die Ergebnisse der Hunde und die analytischen Auswertungen überraschend gut übereinstimmten: Proben, die von den Hunden als auffällig erkannt wurden, zeigten auch in den statistischen Modellen charakteristische Stoffwechselmuster. Damit weisen zwei grundlegend unterschiedliche Systeme auf dieselben krankheitsassoziierten Veränderungen hin. Die Ergebnisse liefern damit neue Hinweise darauf, dass das Post-COVID-Syndrom mit messbaren Veränderungen des Stoffwechsels verbunden ist.
Ergebnisse des Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel für 2025 liegen vor
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Darin werden unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln erfasst. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.
„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“
Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.
Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück. An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.
Niederlande reduziert Emissionen aus Tierhaltung
Die Stickstoffemissionen aus der niederländischen Tierhaltung sind 2025 leicht gesunken. Das Ziel der Regierung, durch den Abbau des landesweiten Viehbestandes durch die Zahlung von Ausstiegsprämien, den Stickstoffeintrag der Landwirtschafts zu reduzieren, wurde somit erreicht. Die Emissionen blieben unter dem geltenden Grenzwert. Bei Phosphat verringerten sich die Emissionen zwar ebenfalls (- 3 Prozent), allerdings wurde der Grenzwert dennoch um 5 Prozent überschritten.
Laut den Angaben des Nationalen Statistikamtes wurden 2025 insgesamt 439,5 Mio. kg Stickstoffverbindungen aus Viehmist ausgestoßen und damit gegenüber dem Vorjahr 2,1 Prozent weniger. Die geltende Stickstoffemissionsgrenze liegt bei 440 Mio. kg.
Der auf die Rinderhaltung zurückzuführende Stickstoffausstoß ging im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 292 Mio. kg zurück. Davon entfielen 260 Mio. kg auf Milchkühe einschließlich Jungtiere. Im Schweinesektor wurden 2025 insgesamt 77,7 Mio. kg Stickstoffverbindungen freigesetzt (- 3 Prozent), bei Geflügel waren es 48,1 Mio. kg (- 1,2 Prozent).
Forschende machen Fortschritte bei Entschlüsselung von Tierkommunikation
Hausmäuse kommunizieren über komplexe Ultraschallvokalisationen, die für Menschen nicht hörbar sind. Wie diese akustischen Signale soziales und sexuelles Verhalten steuern, wird bislang nur unzureichend verstanden. Eine kürzlich veröffentlichte Publikation des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni in Zusammenarbeit mit Forschenden am Institut für Schallforschung (ISF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bietet nun einen umfassenden Überblick über die neuesten bioakustischen Methoden und Verfahren des maschinellen Lernens zur Erforschung der akustischen Kommunikation von Nagern.
Die Analyse tierischer Lautäußerungen ist eine äußerst anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe in der Verhaltensbiologie. In bioakustischen Analysen wird häufig mit enormen Datenmengen gearbeitet, die nun mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Machine Learning (ML) einfacher und schneller ausgewertet werden können. „Lange Zeit war die Forschung zur Tierkommunikation durch den Aufwand bei der Aufbereitung und Analyse von Audiodaten begrenzt. Heute ermöglichen neue KI-gestützte Methoden wesentlich effizientere und präzisere Analysen“, erklärt Sarah M. Zala (KLIVV), Letztautorin der Studie.
Auf Basis bestehender Studien geben die Wissenschaftler:innen einen umfassenden Überblick über aktuell verfügbare Werkzeuge zur Verarbeitung und Analyse von Mäusevokalisationen. Besonderes Augenmerk legte das Team auf die einzelnen Schritte der Datenverarbeitung – von der Aufzeichnung und der Signalvorverarbeitung über die automatische Erkennung von Ultraschallvokalisationen bis hin zu deren Klassifikation und Auswertung. Ziel zukünftiger Studien sei es, so Zala, „Fehler in jedem Verarbeitungsschritt zu minimieren und ihre Fortsetzung entlang der Analyse-Pipeline zu verhindern“. Der Vergleich etablierter signalverarbeitender Verfahren mit Methoden des maschinellen Lernens zeigt, dass die automatisierte Erkennung von Vokalisationen in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen – etwa bei der Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen, der verlässlichen Verfolgung von Frequenzverläufen und der Extraktion biologisch relevanter Merkmale. Aber auch die klare Abgrenzung einiger Rufe bzw. Rufarten voneinander, stellt weiterhin eine Herausforderung dar. Die Forschenden betonen daher die Bedeutung hochwertiger, manuell kuratierter Datensätze als Referenz für das Training und die Validierung automatisierter Verfahren.
Tierseuchenkasse Brandenburg reduziert Beihilfe für Geflügelhaltende
Aufgrund von Ausbrüchen der Newcastle Disease mussten in Brandenburg rund 3,9 Millionen Millionen Stück Geflügel gekeult werden. Die finanziellen Belastungen der Tierseuchenkasse sind dadurch massiv gestiegen, weshalb die Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg nun einen strikten Sparkurs fahren muss. Als erster Schritt wurde die Beihilfe für Reinigung, Desinfektion und Entwesung nach einem Seuchenausbruch bereits zum 1. Mai 2026 von 70 auf 50 Prozent gesenkt.
Dadurch fallen für viele landwirtschaftliche Betriebe höhere Eigenkosten im Ernstfall an. An der gesetzlichen Entschädigung für den gemeinen Tierwert sowie die vollständige Übernahme der Kosten für Tötung und Tierkörperbeseitigung ändert sich hingegen nichts. Die Kürzungen betreffen ausschließlich freiwillige Beihilfen, wie agrarheute.com berichtet.
Virtuelle Zäune überzeugen im Praxistest
Schon seit längerem werden virtuelle Weidezäune als Alternative zu herkömmlichen Weidezäunen untersucht, da man sich davon mehr Flexibilität und weniger Kosten für die Einzäunung verspricht. Eine neue Studie der Universität Göttingen, die jetzt in der Fachzeitschrift Animal veröffentlicht wurde, zeigt, dass nicht die Art des Zauns entscheidend war, sondern die Grenze selbst – unabhängig davon, ob sie sichtbar ist oder nicht. Die Tiere hielten sich unabhängig vom System seltener in den Randbereichen auf, bewegten sich dort langsamer und nutzten vor allem die Weidemitte. Gleichzeitig führten die virtuellen Zäune zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Tiere auf der Fläche.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht der Zauntyp entscheidend ist, sondern die Wahrnehmung der Weidegrenze durch die Tiere“, sagt Erstautorin Dr. Natascha A. Grinnell von der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. „Virtuelle Zäune werden von Rindern ähnlich zuverlässig respektiert wie herkömmliche Elektrozäune und sind aus Tierschutzsicht nicht grundsätzlich problematischer. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für ein modernes und flexibles Weidemanagement.“
Giftige Substanzen können Verbrennungen bei Rindern verursachen
Starke Sonneneinstrahlung in Kombination mit der Aufnahme giftiger Substanzen können bei Rindern zu extremen Verbrennungen der Haut führen. Diese Photosensibilitätsreaktion kann besonders bei hellen Rinderrassen wie Galloway auftreten.
Die ersten Symptome dieser Reaktion sind Hautveränderungen, die zunächst wie ein starker Sonnenbrand aussehen. Nach Informationen von betroffenen Rinderhalter:innen folgen weitere Hautveränderungen, wie Rötungen und Verdickungen der weniger pigmentierten Hautflächen. Diese Stellen verfärben sich nach zwei oder drei Tagen dunkel und lösen sich von der Hautunterlage. Der ganze Prozess dauert rund zwei Wochen.
Analysen der Rinderklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) zufolge sind größere Mengen giftiger Substanzen wie Johanniskraut und Buchweizen Verursacher der Verbrennungen. Zudem können Leberegel schwere Symptome hervorrufen. Ein sofortiges Aufstallen und eine symptomatische Behandlung in Zusammenarbeit mit der/dem Tierärzt:in sind hier dringend angeraten.
Globale Umfrage zum Stand der Kleintiermedizin
Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) bittet Tierärzt:innen und andere tiermedizinische Fachkräfte, an einer globalen Umfrage teilzunehmen. Das Ziel dieser Umfrage ist die Stärkung und Förderung der tierärztlichen Kleintierpraxen auf der ganzen Welt. Die Antworten der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, Realitäten, Herausforderungen und Chancen der Kleintiermedizin besser zu verstehen.
Diese wegweisende Initiative bildet die Grundlage für den kommenden globalen Bericht zum Stand der Kleintiermedizin – eine wichtige neue Publikation der WSAVA, die entscheidende Erkenntnisse für Tierärzte und andere tiermedizinische Fachkräfte liefert, nationale Verbände stärkt und globale Interessenvertretung und Maßnahmen unterstützt. Die Bearbeitung der Umfrage dauert etwa 20 bis 25 Minuten, alle Antworten sind vertraulich und werden nicht mit dem Namen oder der Organisation verknüpft.
Alle Teilnehmenden haben zudem die Chance, eine kostenlose Anmeldung für den WSAVA-Kongress und/oder WSAVA Academy Credits zu gewinnen.
Sommerhitze sorgt für viele Wildtiere in der tierärztlichen Praxis
Der Sommer hat Deutschland fest im Griff. Laut Wetterprognosen kündigt sich bereits die dritte Hitzewelle in diesem Jahr mit Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke an.
Auch für Wildtiere bedeuten diese Extremtemperaturen eine große Herausforderung. Schon während der letzten Hitzeperiode im Juni wurden Hunderte Tiere in der Wildtierklinik der Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen abgegeben, die damit an ihre Grenzen kommt. Wie aus einem Instagram-Post zu entnehmen ist, wurden dort allein an einem Tag 180 Tiere aufgenommen und 508 Telefonate geführt.
Besonders häufige Patienten sind Mauersegler und Schwalben. Die Jungvögel springen nicht selten aus Panik in die Tiefe und können sich dabei schwer verletzen. Ein zusätzliches Problem sind Aufnahmestopps von Wildtierstationen und Pflegestellen, die sich im Normalfall um die weitere Versorgung der Tiere kümmern. Nur dem außergewöhnlichen Einsatz von Mitarbeitenden, Studierenden, Praktikanten sowie Freiwilligen ist zu verdanken, dass bislang alle Wildtiere behandelt werden konnten. Sollte aber das Aufkommen weiter auf diesem Niveau bleiben, sehe man sich gezwungen, ernsthaft zu prüfen, wie lange eine weitere Aufnahme von Tieren noch möglich sei, so die JLU.
Um auch auf Wildtierpatienten vorbereitet zu sein, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de mit einer vierteiligen Wildtierreihe online weiterbilden. Für Tiermedizinische Fachangestellte steht eine separate Reihe zur Verfügung.
Große Veränderungen in der dänischen Landwirtschaft
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft zeichnet sich in Dänemark inzwischen deutlich ab. Wie auch in anderen Ländern, hat die Zahl der Betriebe stark abgenommen, während gleichzeitig die Zahl der größeren landwirtschaftlichen Betriebe spürbar gewachsen ist.
Nach Informationen des dänischen Statistikamtes gab es zum Stichtag am 1. Juni 2026 noch rund 27.000 Betriebe, was einem Minus von knapp 48 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 entspricht. Währenddessen ist der Anteil der Höfe mit mehr als 400 Hektar von 0,6 % auf 5,4 % gestiegen. Kleine Höfe mit weniger als 30 Hektar stellen weiterhin über die Hälfte aller Betriebe; ihr Anteil ist von 2005 bis 2025 mit 53,9 % beziehungsweise 54,4% vergleichsweise stabil geblieben.
Die Zahl der Rinder oder Schweine haltenden Betriebe ist in den vergangenen 20 Jahren von 32,7 % auf 28,6 % bzw. von 17,4% auf 6,3% gesunken.
Sachkundenachweis für künftige Tierhaltende nun Pflicht in Österreich
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Österreich die bundeseinheitliche Pflicht des Sachkundenachweises für Tierhaltende. Künftig müssen Personen, die erstmals die Haltung bestimmter Tierarten anstreben, einen Nachweis über eine allgemeine Sachkunde erbringen. So sollen Fehler in der Heimtierhaltung und Tierleid sowie Überforderung und die spätere Abgabe von Tieren im Tierheim vermieden werden.
Die Bundes-Novelle rund um die Sachkunde für angehende Tierhalter:innen verfehle die ursprünglich ambitionierten Ziele und stößt die Bundesländer vor den Kopf, die schon vor Einführung eines bundesweiten Sachkundenachweises hochqualitative ländereigene Regelungen getroffen haben, kritisiert die Stadt Wien.
„Mit der Bundes-Novelle dürfen ab jetzt auch Personen mit zu hinterfragenden Einstellungen zum Hundetraining als Ausbildner für unbedarfte Bürger:innen fungieren, denn die von Bundesseite nun als geeignet anerkannten Hunde(sport)vereinsqualifikationen basieren lediglich auf Eigenlegitimation“, erklärt der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky.
Anders als in Österreich gelten in Deutschland keine einheitliche Regelung, was der Deutsche Tierschutzbund seit längerem kritisiert. Mit Nachdruck fordert der Verband einen verpflichtenden, theoretischen Sachkundenachweis, bevor sich Tierhaltende ein Tier zulegen. Grundlegende Kenntnisse zu Haltung, Ernährung, Verhalten und Kommunikation der jeweiligen Tierart sollten Voraussetzung für den Kauf oder die Adoption eines Tieres sein, so der Tierschutzbund.
„Tierhalter sollten sich bereits vor der Anschaffung mit den Bedürfnissen und dem Verhalten eines Tieres sowie den anfallenden Kosten auseinandersetzen“, erklärt Lisa Hoth-Zimak, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Bereits seit 2023 sind zukünftige Hundehalter:innen in Niedersachsen verpflichtet, einen sogenannten Hundeführerschein zu absolvieren. Seit dem 1. Juli 2026 ist dieser auch in Bremen Pflicht. „Die Sachkundepflicht würde Leid verhindern und die Tierheime entlasten, weil weniger Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden“, so Hoth-Zimak.
Landestierschutzverband klagt gegen Veterinärbehörde wegen Betäubung mit CO2
Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat der Landestierschutzverband Niedersachsen gegen das Veterinäramt Vechta eine Verbandsklage eingereicht. Grund der Klage ist das unterlassene Einschreiten der Veterinärbehörde gegen die Betäubungsmethoden eines Schlachthofes im niedersächsischen Lohne, trotzdem der Kläger Videoaufnahmen der Tierrechtsorganisation "Animal Rights Watch" aus dem Jahr 2024 präsentiert hatte, in denen Schweine in dem besagten Schlachthof in einen mit CO2 gefüllten Keller gefahren wurden, wo die panischen Tiere rund 50 Sekunden bis zur Betäubung leiden mussten.
Der Tierschutzverband unterstreicht mit der Klage das Ziel eines europaweiten Verbotes der umstrittenen Betäubung von Schweinen mit CO2. Das Veterinäramt unternahm jedoch nichts, sondern teilte lediglich mit, dass die Betäubungsmethode ein durch die EU zugelassenes Verfahren und ein veterinärbehördliches Einschreiten daher nicht verhältnismäßig sei.
Um einen Präzedenzfall zu schaffen, hat der Verband gegen die Kontrollbehörde eingereicht und hofft, dadurch einen europaweites Verbot der umstrittenen Betäubung von Schweinen mit CO2 erreichen zu können. Es stünden bessere Betäubungsmethoden zur Verfügung, die deutlich weniger Tierleid verursachten, argumentiert der Kläger. „Es gibt Alternativen, die endlich zur Anwendung kommen müssen, statt weiter auf diese schreckliche Methode der CO2-Betäubung zu setzen", erklärt Rechtsanwalt David Werdermann.
Die Schweine erleben während des Betäubungsprozesses schwere Atemnot, Todesangst und starke Schmerzen. „Das sind ganz erhebliche, länger anhaltende Leiden“, erklärt Barbara Felde, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht. Und das verstoße grundsätzlich gegen das deutsche Tierschutzgesetz und die darin enthaltenen Vorschriften zum Schutz der Tiere, so Felde weiter. Aber das EU-Recht steht in diesem Fall über dem deutschen Recht. Deshalb sei die Methode noch immer erlaubt. Aus ökonomischen Gründen hatte sich die EU-Kommission im Jahr 2009 über die Bewertung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hinweggesetzt und sich gegen eine Abschaffung der Betäubung mit Kohlendioxid entschieden.
Trotz der Möglichkeit der automatisierten Elektrobetäubung hält der Verband der Fleischwirtschaft an der CO2-Betäubung fest, da eine Umrüstung Millionen-Investitionen bedeuten würden. Bis ein Urteil in diesem Fall gesprochen wird, kann es Jahre dauern. Rechtsanwalt Werdermann hofft, dass es schneller geht und setzt auf den Gesetzgeber.
Meerestiere reagieren mit Größenveränderung auf Erderwärmung
Die Erderwärmung führt dazu, dass Meerestiere stetig schrumpfen. Bereits seit Hunderten Millionen Jahren ist der sogenannte „Lilliput-Effekt“ eine Reaktion auf Umweltkrisen. Laut einer Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) nimmt die Körpergröße der Meeresbewohner in starken globalen Erwärmungsphasen jedoch besonders ab.
Gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Warschau und Lille haben die FAU-Wissenschaftler:innen annähernd 9.000 Größenänderungen aus fossilen, historischen und modernen Untersuchungen analysiert und die Größenveränderungen der Tiere über einen Zeitraum von rund 450 Millionen Jahren verglichen.
„Unsere Daten belegen, dass die Abnahme der Körpergröße eine allgemeine Reaktion von Meerestieren auf Umweltkrisen ist“, sagt Dr. Paulina Nätscher, frühere Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Paläoumwelt an der FAU und Erstautorin der Studie. „Wir beobachten dieses Phänomen in sehr unterschiedlichen Tiergruppen, von Zwergwuchs in einzelnen Arten bis hin zu einer Dominanz kleinerer Arten in ganzen Lebensgemeinschaften. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökosysteme unter Stress stehen.“
Ein Zusammenhang mit der Temperaturentwicklung sei klar erkennbar, wie auch Professor Wolfgang Kießling, Leiter des Lehrstuhls für Paläoumwelt an der FAU, ausführt: „Je stärker die Temperatur steigt, desto ausgeprägter ist der Rückgang der Körpergröße. Die Erdgeschichte liefert damit ein deutliches Warnsignal für die Zukunft der Ozeane.“ Das Schrumpfen der Meerestiere sei keineswegs ein kurzfristiges Phänomen, sondern folge einem langfristigen Muster, lautet das Fazit der Studie. Setzt sich die globale Erwärmung fort, könnten kleinere Körpergrößen in den Weltmeeren zunehmend zur Regel werden – mit weitreichenden Folgen für Nahrungsketten und Fischerei.
EU mit ambitionierten Zielen für die Nutztierhaltung
Die Nutztierhaltung in der Europäischen Union generiert rund 400 Milliarden Euro Umsatz jedes Jahr und beschäftigt etwa sieben Millionen Arbeitskräfte. Gemäß einem Leak zur EU-Tierhaltungsstrategie soll verhindert werden, dass die Nutztierbestände in den EU-Ländern weiter sinken. Dem Entwurf zufolge soll bis 2040 eine Trendwende erreicht sein.
Damit die Branche in die Lage versetzt werden kann, profitabel zu wirtschaften, möchte die EU-Kommission -im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO)- für gleichwertige Tierwohlauflagen sorgen. Konkrete Maßnahmen, wie die Konkurrenz zwischen tierischen Erzeugnissen aus der EU und Importen aus Drittstaaten entschärfen kann, nennt der Entwurf aber nicht.
Sicher ist, dass die Käfighaltung von Hühnern und die Kastenstandhaltung von Sauen sowie das systematische Töten männlicher Küken aus Legehennenlinien beendet werden soll. Damit würde die EU der Europäischen Bürgerinitiative End the Cage Age (EBI) folgen. Ein konkreter Zeitplan ist aber nicht genannt, so Agra Europe.
Ob die ambitionierten Ziele angesichts fehlender Fristen, unklarer Finanzierung und des politischen Gegenwinds aus den Mitgliedsstaaten mehr als Absichtserklärungen werden, dürfte sich spätestens bei den konkreten Gesetzgebungsvorhaben zeigen. Der Entwurf soll am 1. Juli 2026 zusammen mit dem EU-Proteinplan offiziell in Brüssel präsentiert werden.
Risiko für ASP-Eintrag in Schweinehaltungen steigt im Sommer
In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.
Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.
Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.
Myvetlearn.de bietet Tierärzt:innen die neunteilige Online-Seminarreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung zur Weiterbildung an. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit in Schweinebeständen.
Neue Katzenschutzverordnung ab 1. Juli rechtskräftig
Mit Beginn der 2. Jahreshälfte tritt in Schleswig-Holstein eine landesweite Katzenschutzverordnung in Kraft, die sowohl die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen als auch die landesweiten Kastrationsaktionen für Straßenkatzen einheitlich regelt.
Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Schleswig-Holstein zeigen sich zufrieden über die neue Verordnung. „Diese Maßnahmen können nicht nur das Leid unzähliger Straßenkatzen nachhaltig reduzieren, sondern auch die Tierheime spürbar entlasten“, sagt Ellen Kloth, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Vorsitzende des Landesverbands Schleswig-Holstein.
„Wir hoffen, dass andere Bundesländer und insbesondere der Bund die Signalwirkung erkennen und diesem Beispiel folgen“, betont Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, und verweist ausdrücklich auf die dramatische Situation vieler Tierheime.
Die nun zügige Umsetzung des einstimmigen Landtagsbeschlusses aus 2025 bewerten die Tierschützer:innen als positiv. Die Bearbeitungszeit zwischen parlamentarischem Beschluss und Erlass der Verordnung betrug nur etwas mehr als ein Jahr.
GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft
Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.
Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.
„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.
Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.
Österreich plant Außenstelle für Nutztiermedizin
Besonders in ländlichen Regionen siedeln sich immer weniger Tierärzt:innen an, was die tierärztliche Versorgung von Nutztieren gefährdet. Um Studierenden der Veterinärmedizin die Nutztiermedizin näherzubringen, plant die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine neue Außenstelle für Nutztiermedizin. Hier sollen künftig zehn bis zwanzig Studierende pro Semester sowie wissenschaftliches Personal, Ausbildende und Tierärzt:innen in die Arbeit der Außenstelle eingebunden werden.
Die gemeinsame Ausbildungsinitiative soll dem wachsenden Nutztierärztemangel entgegenwirken. Geplant ist die Einrichtung einer Außenstelle im Zentralraum, die künftig als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin dienen soll. Neben klinischen Ausbildungsmodulen in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen sind Bereiche der angewandten Forschung sowie Weiterbildungsangebote geplant. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.
„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen eine verlässliche tierärztliche Versorgung direkt in den Regionen. Die neue Außenstelle ist ein Meilenstein für unsere heimische Landwirtschaft“, erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. „Wir investieren gezielt in die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und stärken damit unseren ländlichen Raum“, ergänzt Landeshauptmann Thomas Stelzer.
„Mit der neuen Außenstelle in Oberösterreich schaffen wir einen wichtigen Ausbildungsstandort für die Nutztiermedizin und stärken gleichzeitig die Praxisnähe im Studium. Unser Ziel ist es, Studierende frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Perspektiven in der Großtierpraxis und den Chancen des ländlichen Raums vertraut zu machen. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich, den Schulen sowie allen Partnern, um gemeinsam die tierärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern“, sagt Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly abschließend.
Extremhitze in Frankreich verursacht Massensterben von Hühnern
Nicht nur in Deutschland leiden Menschen und Tiere seit Tagen unter Extremtemperaturen, die beinahe überall deutlich über der 30-Grad-Marke liegen. Auch in Frankreich lähmt eine rekordverdächtige Hitzewelle das Land. Am vergangenen Dienstag wurden regional bis zu 44,3 Grad Celsius gemessen. Die Extremhitze hat dort nun zum Tod von Hunderttausenden Stück Geflügel geführt, da es immer wieder auch zu Stromausfällen gekommen ist. Eine endgültige Zahl lässt sich bislang nicht beziffern, zumal die Hitzewelle noch einige Tage anhalten sollen.
„In unseren beiden größten Geflügelregionen beobachten wir hitzebedingte Übersterblichkeit“, erklärt Yann Nedelec, der Präsident des französischen Geflügelverbandes ANVOL. „Die Kapazitäten der Tierkörperbeseitigung reichen vielerorts nicht mehr aus, um die verendeten Tiere zeitnah abzuholen“, so Nedelec. Da die Kadaversammeldienste komplett überfordert sind, sollten die Behörden in Erwägung ziehen, in den beiden wichtigsten Geflügelregionen des Landes, der Bretagne und im Pays de la Loire, Bestattungen auf den Betrieben zuzulassen.
Durch die gleichzeitig stark gestiegene Luftfeuchtigkeit stoßen aber auch gut belüftete Ställe an ihre Grenzen. Die Tiere können überschüssige Körperwärme nur über die Atmung abgeben.




