Nach BTV-8 Nachweis ruft NRW zu Schutzimpfungen auf
Nach ersten Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit des Virus BTV-3 im Jahr 2023 und einem anschließenden massiven Seuchengeschehen sowie einem eher ruhigen vergangenen Jahr ist das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) Anfang 2026 in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen worden. Betroffen ist ein einzelnes Kalb eines Betriebes in Herzogenrath (Städteregion Aachen). Als Folge des Ausbruchs musste ein bereits bestehender 150-Kilometer-Radius um einen zuvor bestätigten Fall im benachbarten Rheinland-Pfalz erweitert werden. Aktuell ist mehr als die Hälfte des Bundeslandes von einem 150-Kilometer-Radius rund um einen BTV-8-Ausbruchsberieb herum betroffen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW appelliert daher an Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen, die Schutzimpfungen gegen BTV durchzuführen, auch um unnötiges Tierleid zu verhindern und Tierverluste zu minimieren.
„Das Virus der Blauzungenkrankheit ist ein Virus, das großes Tierleid hervorrufen kann, wenn die Erkrankung ausbricht. Um die Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und im Fall von BTV-8 auch Verbringungsbeschränkungen zu vermeiden, empfehlen wir, alle Tiere, die sich mit dem Virus infizieren können, gegen BTV impfen zu lassen. Die ersten Tiere, die Symptome einer Blauzungenkrankheit aufweisen, sind umgehend dem zuständigen Veterinäramt zu melden“, erklärt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
Sowohl Grundimmunisierungen als auch Wiederholungsimpfungen von Tieren, die bereits im vergangenen Jahr geimpft worden sind, sollten spätestens im Mai abgeschlossen sein, so Gorißen weiter. „Um Tiere vor schweren klinischen Erkrankungen zu schützen und auch um Handelshemmnisse zu vermeiden, empfehle ich empfängliche Tiere jetzt gegen BTV-8 impfen zu lassen. Es stehen gut wirksame und zugelassene Impfstoffe zur Verfügung“, ergänzt Monika Meyer-Schoppmann, Vetrinäramtsleiterin des zuletzt betroffenen Oberbergischen Kreises.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie Fieber, Lahmheiten, Apathie und teilweise Schleimhautläsionen. Auch Aborte und Todesfälle sind möglich. Tierhalter:innen finden neben umfassenden Informationen auch eine interaktive Landkarte zur Überprüfung der eigenen Betroffenheit sowie gegebenenfalls erforderliche Vordrucke für Tierhaltererklärungen sind auf der Homepage des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung NRW (LAVE).
Neujahrsempfang des bpt auf der Grünen Woche
Am vergangenen Freitag (16.01.2026) ist die Jubiläumsausgabe der Grünen Woche in Berlin an den Start gegangen. Noch bis zum 25. Januar feiert die in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau führende internationale Veranstaltung ihren 100. Geburtstag.
Traditionell hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) kurz vor der offiziellen Eröffnung zum Neujahrsempfang geladen. In seiner Begrüßungsrede wies bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder auf die große Bedeutung des Schutzes von Lebensmittelketten hin. Sowohl für die nationale Sicherheit als auch für die Volkswirtschaft habe die Tiergesundheit – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer- eine große Relevanz, so Moder. Der bpt-Präsident appellierte daher an die anwesenden Zuhörer:innen, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit" im BMLEH und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, neben der Gesundheit des Menschen auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur zu betrachten und in die Krisenprävention einzubeziehen.
In seiner Rede wies Moder zudem auf die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung hin. Diese könne belegen, dass die angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes durch die damalige Ampel-Regierung zur Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen und Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung verbessert wurde. Weiterhin stellte der Präsident sich klar gegen eine Abschaffung der GOT, die aktuell unter einigen politischen Parteien diskutiert wird, da ein fallendes Preisniveau mit diesem Schritt nicht zu erwarten sei. Wie in anderen EU-Ländern zu erkennen ist, wäre die Versorgung gerade auf dem Land dann gefährdet und ließe die Preise eher explodieren lassen, so Moder.
Bürokratieabbau schneller voranbringen
Zum Abschluss seiner Begrüßungsrede erneuerte Moder seine Forderung nach einem Abbau überflüssiger Bürokratie, die nicht schnell genug voranschreite. Er verwies auf die bereits im letzten Sommer an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten zehn konkreten bpt-Vorschläge, um kurzfristig mehr Zeit am Tier zu erreichen. Neben der Verlängerung des Kontrollintervalls bei den tierärztlichen Hausapotheken und der Verdopplung des Schulungsintervalls für die Röntgenfortbildung fordert der bpt auch die Veränderung ses Bewertungssystems beim Antibiotikamonitoring. Ohne die passenden Rahmenbedingungen, werde es zunehmend schwierig werden, die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten, so Moder.
Wissenschaftler empfehlen 19% Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte
Schon länger und immer wieder mal wird in der Politik diskutiert, die Mehrwertsteuervergünstigungen auf Fleischprodukte aufzuheben. Der Grund ist, dass der Fleischkonsum am Fußabdruck der Ernährung einen beträchtlichen Anteil hat, zum Beispiel 28 Prozent bei den Treibhausgasen. Hinzu kommen weitere negative Auswirkungen, wie beispielsweise der Verbrauch von Wasser.
Würde beim Fleisch der normale Mehrwertsteuersatz veranschlagt, dann reduzieren sich die Umweltschäden durch Ernährung je nach Schadenskategorie um 3,48 bis 5,7 Prozent. Die durchschnittlichen Ernährungsausgaben je EU-Haushalt und Jahr liegen würden dadurch um 109 Euro steigen. Dagegen stehen Steuermehreinnahmen von 83 Euro je Haushalt – aus denen sich im Prinzip, etwa in Form einer Pro-Kopf-Zahlung, ein sozialer Ausgleich finanzieren ließe. Die Netto-Kosten würden dann also nur noch 26 Euro pro Haushalt und Jahr betragen.
Das geht aus einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) hervor, die in Nature Food den ökologischen „Fußabdruck“ der Ernährung aufzeigt. Das Forschungsteam stützt sich auf repräsentative Erhebungen zu den Ausgaben der privaten Haushalte in den 27 EU-Staaten und auf ein etabliertes Input-Output-Modell. Dieses bildet die Wertschöpfungsketten ab, in denen die von den Haushalten gekauften Produkte entstehen, und beziffert auch die damit einhergehenden Belastungen für Klima und Ökosysteme.
„Aus ökonomischer Perspektive sollte man je nach Produkt die Umweltkosten, die bei der Herstellung entstehen, auf den Preis aufschlagen“, erklärt Charlotte Plinke, PIK-Forscherin und Autorin der Studie. „Das hieße, es wird umso teurer, je mehr CO₂ ausgestoßen wird. Eine solche Staffelung für die ungeheure Vielzahl von Nahrungsmitteln umzusetzen, ist sehr komplex und daher zumindest kurzfristig nicht praktikabel. Deshalb haben wir zunächst eine einfache und aktuell politisch diskutierte Variante untersucht: die Steuervergünstigungen auf Fleischprodukte aufzuheben.“
Urbanisierung verändert tierisches Sozialverhalten
Versiegelte Flächen, künstliches Licht und anhaltender Lärm: Die Urbanisierung verändert das tierische Sozialverhalten. Dies betrifft sowohl die Auswahl der Partner:innen für die Fortpflanzung als auch das Zusammenleben in Gruppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue umfassende internationale Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld. Die Ergebnisse, die im Fachjournal Biological Reviews veröffentlicht wurden, sind hochrelevant für Naturschutz und Stadtplanung. Denn in Städten wirken sogenannte urbane Stressoren auf Tiere ein. Damit sind menschengemachte Belastungen wie Verkehrslärm, künstliches Licht in der Nacht, wenige Rückzugsmöglichkeiten oder chemische Verschmutzung gemeint.
„Städte greifen massiv in soziale Beziehungen von Tieren ein – viel stärker, als bisher angenommen“, sagt Avery L. Maune, Erstautorin der Studie und Forscherin an der Universität Bielefeld. „Soziales Verhalten beeinflusst, ob Tiere sich fortpflanzen, Nahrung finden oder Fressfeinden entkommen. Veränderungen dieser Verhaltensweisen können weitreichende Folgen haben.“ Somit bestätigt sich wieder einmal: kaum ein Tier bleibt unbeeinflusst vom menschlichen Lebensraum.
Die Forscherinnen werteten für die Analyse 227 wissenschaftliche Studien aus. Das Ergebnis ist eindeutig: 92 Prozent der untersuchten Arbeiten zeigen einen signifikanten Einfluss der Urbanisierung auf das Sozialverhalten von Tieren. Die Studie ist die erste systematische Zusammenfassung dazu, wie urbane Lebensräume soziale Systeme über Artgrenzen hinweg beeinflussen.
Förderbescheide für mehr Digitalisierung und KI in der Landwirtschaft übergeben
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) stärkt die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Landwirtschaft mit rund 10 Millionen Euro. Ziel ist es, neue Technologien für Betriebe aller Größen praxistauglich zu machen, Arbeitsprozesse zu vereinfachen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Bürokratie zu reduzieren. Die Förderbescheide für fünf Projekte wurden auf der Grünen Woche vom Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer übergeben.
"Unsere Aufgabe als Politik ist es, Innovationen gezielt möglich zu machen. Mit den digitalen Experimentierfeldern fördern wir Innovationen dort, wo sie gebraucht werden: in der landwirtschaftlichen Praxis. Künstliche Intelligenz hilft, Betriebsmittel passgenauer einzusetzen, unsere Umwelt besser zu schützen, das Tierwohl zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken. Entscheidend ist, dass neue Technologien nicht im Labor bleiben, sondern auf den Höfen ankommen – als praxisnahe Lösungen, die Arbeit erleichtern und Ressourcen schonen", so Rainer.
Diese fünf Projekte werden vom BMLEH gefördert:
- iSoBeD (KI-gestützte Bewässerung und Drohneneinsatz im Wein- und Gemüsebau)
- FarmerSpaceAI (digitale und KI-basierte Lösungen für einen ressourcenschonenden Pflanzenschutz)
- DigiMilchPro (vernetzte Stalltechnik und KI für Tierwohl und Weidemanagement in der Milchviehhaltung)
- DiKI-Südwest (Hybrid-Cloud und vernetzte Datenräume für KI-basierte Beratungsdienste)
- EXPRESS.smart (praxisnahe KI-Anwendungen u. a. für Frost-, Pflanzen- und Wasserhaushaltsmonitoring).
Der Technologie- und Wissenstransfer in die Praxis ist fester Bestandteil aller Vorhaben.
Ergänzend fördert das BMLEH das Projekt "Smart Farming" des Deutschen Instituts für Normung (DIN e.V.) mit rund 172.000 Euro. Ziel ist es, internationale Normen und Standards für datenbasierte Agrar- und Lebensmittelsysteme zu entwickeln. Einheitliche Standards verbessern die Interoperabilität digitaler Anwendungen, erleichtern den Datenaustausch und können einen wichtigen Beitrag zur Bürokratieerleichterung leisten.
Agrarminister beraten über Problem der Wasserknappheit
Am 17. Januar 2026 haben sich im Berliner City Cube Ministerinnen und Minister aus 61 Staaten sowie Vertreter:innen von 14 internationalen Organisationen getroffen, um auf der 18. Berliner Agrarministerkonferenz über eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft zu beraten.
In ihrer Abschlusserklärung betonten die Minister:innen, dass die Landwirtschaft auf ausreichend Wasser angewiesen sei, um Lebensmittel zu produzieren. Dabei spiele die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle für die globale Ernährungssicherheit. Zugleich machten die Agrarminister deutlich, dass die Landwirtschaft als einer der größten Wassernutzer ein zentraler Teil der Lösung bei der Bewältigung von Wasserknappheit ist. Sie kann entscheidend zu einer nachhaltigen Wassernutzung beitragen und wirksame Lösungen für eine globale Wasserresilienz liefern.
„Ich freue mich, dass heute von Berlin das klare Bekenntnis ausgeht, dass die Landwirtschaft nicht das Problem, sondern ein zentraler Teil der Lösung für eine nachhaltige Wassernutzung ist. Darauf haben wir uns in unserer Abschlusserklärung verständigt. Diese Abschlusserklärung ist der Ausdruck unseres gemeinsamen Willens, Verantwortung zu übernehmen. Wir bekennen uns dazu, eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft zu fördern, etwa durch präzise Bewässerung, Wassereinsparung, besseren Bodenschutz und die Reduzierung von Lebensmittelverlusten. Das zeigt, dass die Agrarministerkonferenz ein Ort für Brücken ist, nicht für Gräben", so Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU).
Die Ministerinnen und Minister haben zudem gefordert, die Stimme der Landwirtschaft im Vorfeld der UN-Wasserkonferenz 2026 zu stärken und den Sektor in der globalen Wasserpolitik einzubeziehen.
Tierschutzforschungspreis 2026 ausgeschrieben
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstützt Maßnahmen, die den Einsatz von Versuchstieren verringern. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Zahl der in Deutschland verwendeten Versuchstiere zurückgegangen ist, sollten Tierversuche auf das unerlässliche Maß beschränkt werden.
Mit dem Tierschutzforschungspreis würdigt das Ministerium jedes Jahr das Engagement für eine Verbesserung des Schutzes von Versuchstieren und die Förderung der sogenannten 3R-Forschung (Replace, Reduce, Refine). Die Nominierungsfrist für den diesjährigen Tierschutzforschungspreis geht bis zum 31. März 2026. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben und ist insgesamt mit 150.000 Euro dotiert.
„Bislang sind Tierversuche in Wissenschaft und Forschung noch nicht verzichtbar. Wir leisten unseren Beitrag dazu, dass sich das möglichst rasch ändert. Mit unserem Tierschutzforschungspreis würdigen wir jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in ihrer Arbeit der Suche nach bestmöglichen Alternativen gewidmet haben. Mit ihren Projekten zeigen sie Wege auf, wie Tierversuche immer weiter reduziert werden können", erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher.
Neuer Höchstwert bei Geflügelfleischerzeugung in NRW
In Nordrhein-Westfalen ist die Produktion von Schweinefleisch im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Informationen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) betrug die Menge des erzeugten Schweinefleisches in 2024 rund 1,6 Mio. Tonnen. Zwar haben die gewerblichen Schlachtunternehmen mehr Fleisch als im Vorjahr produziert, doch lag diese noch immer 14,5 % unter dem Niveau von 2010.
Während die nordrhein-westfälische Geflügelproduktion mit 58.300 t Schlachtgewicht in 2024 einen wahren Boom erlebt hat (+25,4 % im Vergleich zu 2010), setzt sich der seit 2015 anhaltende Rückgang bei der Schlachtmengen bei Rindern weiter fort. Wie IT.NRW mitteilt, wurden im letzten Jahr insgesamt 160.300 t Rindfleisch (Schlachtgewicht) produziert, was einen Rückgang von rund 28 % im Vergleich mit dem Jahr 2010 bedeutet.
Bei den Fleischimporten führt Geflügel (+28,5 %) vor Rindfleisch (+ 6,2 %) die Liste an. Die Importmenge bei Schweinefleisch hingegen hat sich um 17,3 % verringert.
Aufgabenzuwachs in Lebensmittelüberwachung benötigt entsprechende Ressourcen
Im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin haben die drei im Bereich der öffentlichen Lebensmittelüberwachung tätigen Verbände Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V. (BbT), Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure Deutschlands e. V. (BVLK) und Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst e.V. (BLC) auf den in den letzten 20 Jahren erheblich gestiegenen Aufgabenzuwachs im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes hingewiesen.
Dieser Aufgabenzuwachs habe nicht mit dem gleichzeitigen notwendigen Aufbau personeller und finanzieller Ressourcen in den Behörden und Laboren stattgefunden. Die Verbände haben in einem Positionspapier die zusätzlichen Aufgaben der Lebensmittelüberwachung dokumentiert und diese jeweils kategorisiert nach niedrigem oder hohem Zusatzaufwand. Die Behörden schlussfolgern, dass die Aufgaben der Lebensmittelüberwachung nicht mehr in dem Maße wahrgenommen werden können, um das in Deutschland hohe Niveau der Überwachung auf Dauer einhalten zu können und fordern, dass die technische und personelle Ausstattung der Behörden und Labore entsprechend verbessert werden muss.
100 Jahre Grüne Woche in Berlin
Vom 16. bis 25. Januar 2026 findet in Berlin in den Messehallen am Funkturm die Internationale Grüne Woche statt. In diesem Jahr feiert die weltweit größte Landwirtschafts- und Ernährungsmesse ihr 100-jähriges Bestehen. Währenddessen hat sich die IGW von einer landwirtschaftlichen Ausstellung zur internationalen Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau entwickelt. Angemeldet sind rund 1.600 Aussteller aus über 50 Ländern. Partner ist in diesem Jahr Mecklenburg-Vorpommern.
„Seit 100 Jahren begleitet und gestaltet die Grüne Woche den Wandel von Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau“, sagt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. „Als internationale Leitmesse bringt sie Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Berlin zusammen und schafft Raum für Austausch, Innovation und Dialog. Und zudem ist die Grüne Woche in jedem Jahr ein kulinarisches Highlight und ein Blick in die Welt für hunderttausende Besucherinnen und Besucher.“
Außerdem diskutieren vom 14. bis 17. Januar 2026 Expert:innen im CityCube Berlin auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) unter dem Motto „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“. Am 17. Januar werden rund 70 Landwirtschaftsministerinnen und -minister aus aller Welt dort zur Agrarministerkonferenz erwartet.
Ergänzend finden rund 300 Fachkonferenzen statt, darunter der Internationale Fachkongress „Kraftstoffe der Zukunft“. Sie bieten Gelegenheit, neue Entwicklungen und Best Practices vorzustellen und zu diskutieren.
„Die Grüne Woche ist der agrarpolitische Höhepunkt zu Beginn eines jeden Jahres und steht voll im Zeichen geopolitischer Veränderungen. Wir werden den Menschen und der Politik vermitteln, was nötig ist, um eine stabile und zuverlässige Versorgung mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln in Deutschland zu erhalten. Um Abhängigkeiten vom Ausland zu vermeiden, brauchen wir eine eigene wettbewerbsfähige, starke Landwirtschaft. Die Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln muss aufrechterhalten werden. Dafür muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.




