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Arzneistoffe wirken stärker bei Hunden mit MDR1-Gendefekt  

21.10.2026

Das Gen MDR1 (Multidrug-Resistance Transporters) hat die Aufgabe, die Aufnahme von schädlichen Fremdstoffen wie Medikamenten oder Umweltgiften in das Gehirn oder den Darm zu begrenzen. Zudem unterstützt das Gen die rasche Ausscheidung von Schadstoffen über die Leber oder die Nieren.

Der sogenannte MDR1-Gendefekt kommt besonders häufig bei Hütehunderassen wie Collies, Shelties und Australian Shepherds vor. Weiterhin können auch verschiedene Windhundrassen, Mischlingshunde und Katzen von der Genveränderung betroffen sein. 

Aufgrund der eingeschränkten oder komplett ausgeschalteten Funktion der Transporter können bestimmte Arzneistoffe stärker im Körper der betroffenen Tiere wirken und sich stärker anreichern. Zudem besteht die Gefahr, dass größere Mengen eines Wirkstoffs ins Gehirn gelangen, da entsprechende Abwehrmechanismen fehlen. 

Die Tierärztin bzw. der Tierarzt kann einen MDR1-Gendefekt anhand einer Blutprobe feststellen.Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt Besitzer:innen von Hunden, bei denen ein MDR1-Gendefekt vorliegt oder möglich ist, sich insbesondere vor der Anwendung bestimmter Medikamente tierärztlich beraten zu lassen. Zu diesen gehören neben Antimykotika und Zytostatika besonders verschiedene Antiparasitika (makrozyklischen Laktone).   

Wenn Tiere mit defektem MDR1-Gen eine zu hohe Dosis dieser Medikamente erhalten, können bei empfindlichen Hunden zum Beispiel Koordinationsstörungen, Lethargie, Zittern, Krampfanfälle oder eine Erweiterung der Pupillen auftreten. In schweren Fällen sind auch Bewusstseinsstörungen möglich.

Das BVL weist zudem darauf hin, dass auch eine indirekte Aufnahme zu Vergiftungserscheinungen führen kann, zum Beispiel, wenn ein Hund ein behandeltes Tier ableckt oder den Kot eines Tieres aufnimmt, das kurz zuvor mit einem entsprechenden Wirkstoff entwurmt wurde.

BVL

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