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Lungenpest: WHO will Aufklärung vorantreiben

14.10.2026

Ende September 2026 hat der Tod einer Labormitarbeiterin im sibirischen ‌Irkutsk eine weltweite Diskussion in Gang gebracht. Die 28-jährige Frau hatte an einem Forschungsinstitut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten gearbeitet, was zu Spekulationen über Lungenpest als Todesursache geführt hat. Diese wurden durch die Quarantäne von Hunderten Menschen in der Region befeuert.

Die russische Gesundheitsaufsicht Rospotrebnadsor hat nun erklärt, dass die Frau an einer Lungenentzündung unklarer Herkunft gestorben sei und es keinen Laborunfall in dem Institut gegeben habe. Es seien keine weiteren Infektionen verzeichnet worden.  

Der Todesfall nach einer Lungenentzündung unbestimmter Ursache hat bei vielen Menschen ungute Erinnerungen an den Beginn der Corona-Pandemie geweckt. Die USA haben zudem den Pesterreger Yersinia pestis im Zusammenhang mit Bioterrorismus ins Gespräch gebracht. Entwarnung gibt jedoch vorerst Roman Wölfel, Leiter des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr. Er sehe derzeit keine belastbare Grundlage für die Annahme, dass der Vorfall mit der Entwicklung biologischer Kampfstoffe zusammenhänge, so Wölfel. „Dafür bräuchte man sehr viel weitergehende mikrobiologische, epidemiologische und forensische Befunde.“

Für gute Heilungsaussichten muss die durch Husten oder Niesen übertragbare Lungenpest möglichst sofort bei ersten Symptomen mit Antibiotika behandelt werden. Eine Gefahr stellen allerdings multiresistente Formen dar, bei denen gängige Mittel nicht mehr wirken. Zu den vielen aktuell kursierenden unbelegten Spekulationen zählt, dass am Institut in Irkutsk womöglich mit solchen Stämmen des Pesterregers gearbeitet werde.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist angesichts des Pest-Verdachts in Sorge, da die genaue Todesursache der Labormitarbeiterin noch immer ungeklärt ist. Aus diesem Grund forciert die Organisation auch einen zeitnahen, vollständigen und transparenten Informationsaustausch im Rahmen der internationalen Gesundheitsvorschriften. Nur so sei eine Aufklärung widersprüchlicher Berichte sowie eine genaue Einschätzung möglicher Risiken für die öffentliche Gesundheit möglich, so WHO-Chef Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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