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Projekt OnkoDog testet Spürhunde zur Krebserkennung

09.10.2026

Hunde können mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn hundertfach feinere Nuancen erschnüffeln als Menschen. Daher werden Hund in unterschiedlichen bereichen zu besonderen Spürhunden ausgebildet und beispielsweise in der Drogen- und Sprengstoffdetektion sowie auf der Jagd eingesetzt. Studien der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) haben schon vor Jahren gezeigt, dass trainierte Hunde SARS-CoV-2-Infektionen beim Menschen erkennen können, schneller und genauer als Antigen-Schnelltests.

Erkrankte Menschen setzen in Folge von veränderten Stoffwechselprozessen eine spezifische Mischung flüchtiger organischer Verbindungen frei, die wie ein geruchlicher Fingerabdruck wirkt. Hunde lassen sich so trainieren, dass sie bestimmte Krankheiten anhand von menschlichen Proben erschnüffeln können. So sind bereits Hunde, die vor epileptischen Anfällen warnen sowie Unterzuckerungen bei Diabetiker:innen anhand des Geruchs erkennen, im Einsatz.

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt „OnkoDog“ unter der Beteiligung der TiHo möchte das besondere Talent von Hunden nun für die Erkennung von Prostatakrebs nutzen, der mit rund 80.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland ist. Gemeinsam mit der AWiAS Aviation Services GmbH, einem Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Ausbildung von Spürhunden, und Sindojan Automotive, einem Technologieunternehmen mit Schwerpunkt auf Softwareentwicklung, wird das Team um Sebastian Meller und Professor Holger Volk medizinische Spürhunde ausbilden, die anhand von Urinproben Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts erkennen sollen. 

„Unsere Erfahrungen aus der COVID-19-Forschung haben gezeigt, wie präzise Hunde Erkrankungen am Geruch erkennen können“, erklärt Meller. „Nun wollen wir herausfinden, ob sie auch in der Krebsfrüherkennung eine verlässliche Unterstützung sein können und der Medizin frühzeitig Hinweise liefern können, wo genauer hingeschaut werden sollte.“
Ziel des gerade gestarteten Projektes ist die betriebliche Gesundheitsvorsorge in Form einer einfachen, nicht-invasiven Vorsorgeuntersuchung. Ob das im Alltag funktioniert, wird im Projekt direkt in einem Betrieb unter realen Bedingungen erprobt. Eine eigens entwickelte Software anonymisiert dafür die Proben und ordnet auffällige Befunde den jeweiligen Arbeitsbereichen zu. So lassen sich mögliche physikalische, biologische oder chemische Belastungen am Arbeitsplatz erkennen und gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.

TiHo Hannover