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Rumänien plant den Abschuss von rund 900 Bären

06.10.2026

In Rumänien leben laut Schätzungen des Umweltministeriums annähernd 12.800 Bären. Die dramatisch gestiegene Anzahl der Raubtiere führt immer häufiger zu Konflikten mit der Bevölkerung. Vermehrt kommt es zu Rissen von Schafen und Angriffe auf Wandernde. Erst vor wenigen Tagen sei ein Bauer während der Arbeit auf seinem Feld von einem Bären getötet worden, heißt es in örtlichen Medien.

Da die Bärenpopulation schon lange nicht mehr als ökologisch vertretbar gilt, hat die Regierung die Verdopplung der Abschussquote beschlossen. Die Pläne sehen den Abschuss von 859 Bären im Jahr 2026 vor. Bei nachweislicher Gefährdung von Menschen sollen weitere 110 Tiere abgeschossen werden dürfen.

Im Vorfeld hatte Staatspräsident Dan Nicusor sich wegen Verletzung des EU-Rechts gegen den Entwurf ausgesprochen, diesen aber erfolglos beim Verfassungsgericht angefochten. Auch nach einer anschließenden Neuberatung des Parlaments und trotz zahlreicher Proteste von Tierschützer:innen einschließlich der Welttierschutzgesellschaft in Berlin, blieb die Volksvertretung bei ihrem früheren Beschluss. 

Währenddessen versuchen einzelne Kommunen, die Bären mit elektrisch geladenen Zäunen, dem Beseitigen von Obstbäumen und dem Verschließen von Mülltonnen fernzuhalten. Leider setzen sich aber zu viele Tourist:innen über das offizielle Fütterungsverbot hinweg und füttern weiterhin die Tiere. Auch deswegen suchen sie verstärkt die Nähe des Menschen, wodurch die Konflikte potenziert werden.

Proplanta