In Deutschland breitet sich die Geflügelpest weiter aus. Seit Herbst vergangenen Jahres verzeichneten die Veterinärbehörden bundesweit Ausbrüche in annähernd 270 Betrieben, insgesamt verendeten rund vier Millionen Stück Geflügel an der Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) oder mussten gekeult werden, um eine weitere Ausbreitunge einzudämmen. Zusätzlich zu dem massiven Tierleid und den wirtschaftlichen Folgeschäden für die Halter:innen, mussten die Tierseuchenkassen insgesamt 82 Mio. Euro aufbringen.
Inzwischen ist der Erreger in den Wildvogelpopulationen endemisch und zirkuliert ganzjährig. Vetreter:innen der Branche sowie Verwaltungen und Wissenschaftler:innen beklagen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um Ausbrüche wirksam einzudämmen, und fordern mit Nachdruck eine präventive Impfung gegen die Geflügelpest, insbesondere für bestimmt Geflügelarten sowie in Risikogebieten zu ermöglichen.
Eine Expertengruppe hat daher ein Schreiben an das Bundeslandwirtschaftsministerium, die Länder-Agrarministerien sowie Abgeordnete von Bundes- und Landtag verfasst. Darin fordern die Unterzeichnenden eine Feldstudie zur Impfung von Gänsen, die frühzeitige und umfassende Bewertung möglicher Auswirkungen auf Handel und Export sowie die Erarbeitung geeigneter Maßnahmen zur Minimierung potenzieller Handelsrestriktionen. Zudem fordern die Verfasser:innen die zügige Schaffung einer Rechtsgrundlage für Impfprogramme, einschließlich EU-rechtlicher Ausnahmen für kleinere Zieltierpopulationen.
Die Expert:innen stützen ihre Forderungen auf das Beispiel Frankreich. Dort werden Enten bereits seit drei Jahren gegen HPAI erfolgreich geimpft und auch die zunächst damit verbundenen Exportbeschränkungen konnten im Laufe der Zeit deutlich reduziert werden. In naher Zukunft sei eine Delegationsreise nach Frankreich geplant, um in Erfahrung zu bringen, welche Maßnahmen auch für Deutschland relevant wären. Den Bund bittet die Gruppe, sich an der Reise zu beteiligen.




