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BTK fordert systematische Datennutzung und vereinfachte Verfahren

16.10.2026

Bürokratieabbau und Digitalisierung voranbringen – das waren die Kernthemen des Parlamentarischen Abends, zu dem die Bundestierärztekammer (BTK) am 14. Oktober 2026 eingeladen hatte. Die Forderungen des Abends umfassten unter anderem einen geringerenVerwaltungsaufwand, die bessere Nutzung vorhandener Daten und klare Rahmenbedingungen für neue Technologien. 

Schirmherrin Dr. Franziska Kersten, MdB, sowie Hermann Färber, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestags, machten in ihren Reden deutlich, dass Tierärztinnen und Tierärzte neben dem gesundheitlichen Schutz von Tieren auch für die Lebensmittelsicherung tierischen Ursprungs sorgen und dabei den One-Health-Gedanken, die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt, im Blick behalten. 

Tierärzt:innen seien eine entscheidende Stütze des Gemeinwesens und Garanten für die Gesundheit von Haus- und Nutztieren. Ihre Arbeit sei unverzichtbar für aktiven Tierschutz, eine funktionierende Landwirtschaft, die öffentliche Gesundheit und die Sicherheit der Lebensmittel sowie für die Prävention von Seuchen und Zoonosen, erklärte Kersten.

„Unser Maßstab ist deshalb nicht die Zahl der gestrichenen Vorschriften. Unser Maßstab ist, ob Verfahren besser werden, ohne Schutzstandards zu schwächen“, betonte BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel.

So fordert die BTK neben einheitlichen Regeln zur Anerkennung und Qualitätssicherung von Sachkundenachweisen im Tierschutz und der Anerkennung gleichwertiger Qualifikationen, auch ein bundesweites Register für Tierhaltungsverbote sowie eine gesetzliche Regelung zur sofortigen Vollziehung bestimmter tierschutzrechtlicher Maßnahmen. Um die behördlichen Prozesse zu beschleunigen, setzt sich die Bundestierärztekammer auch für den Abbau doppelter Dokumentations- und Nachweispflichten im Fleischhygienerecht ein.

Zudem müssten vorhandene Gesundheits-, Behandlungs- und Schlachtdaten systematisch genutzt werden, um gezieltere Kontrollen zu ermöglichen. Eine zentrale Tiergesundheitsdatenbank sei dafür elementar, so die BTK-Fachausschüsse. Diese fordern fernunterstützte Verfahren und künstliche Intelligenz in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung, die die Tierärzteschaft entlasten können. Voraussetzung seien eine belastbare fachliche Grundlage, zuverlässige Technik, qualifiziertes Personal und validierte Systeme. 

Die BTK appellierte an Politik und Verwaltung, die Tierärzteschaft frühzeitig in die Entwicklung neuer Regelungen einzubeziehen. „Nicht weniger Schutz, sondern weniger vermeidbarer Aufwand. Nicht Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern ein spürbarer Nutzen für die tierärztliche Arbeit“, lautete das abschließende Fazit des BTK-Präsidenten.

BTK