Überflutungen in Australien kosten rund 20.000 Rindern das Leben
Weltweit nehmen die Extremwetterereignisse aufgrund des Klimawandels stark zu. Erst kürzlich kam es in Australien im Nordwesten des Bundesstaates Queensland zu starken Überschwemmungen. Dabei haben die betroffenen Landwirte mehr als 19.000 Rinder verloren, die entweder ums Leben kamen oder vermisst sind. Es wird davon ausgegangen, dass die Verluste mit dem Rückgang des Hochwassers noch weiter ansteigen werden. Neben Tierverlusten sind auch viele Zäune kaputt gegangen.
Die Nutztiere, die gerettet werden oder sich retten konnten, werden aktuell per Hubschrauber über die Luft mit Futter versorgt.
Expertengremium veröffentlicht erste internationalen Leitlinien zu CCDS
Das Canine Cognitive Dysfunction Syndrome (CCDS) ist eine chronische, altersbedingte Hirnerkrankung bei älteren Hunden. Von dieser Demenzerkrankung betroffene Tiere zeigen ein desorientiertes und ängstliches Verhalten, die sozialen Interaktionen sowie das Schlafmuster verändern sich zunehmend und die erkrankten Hunde werden unsauber. Diese Verhaltensmuster gehen über normale altersbedingte Veränderungen hinaus. Da Studien belegen konnten, dass etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren an CCDS erkrankt, ist eine Früherkennung von großer Bedeutung.
Für eine bessere Diagnose und zum Monitoring des CCDS hat ein internationales Expertengremium unter der Leitung von Prof. Natasha J. Olby (North Carolina State University) nun die ersten internationalen Leitlinien veröffentlicht.
„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Teil des Expertengremiums war. „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“
„Die Leitlinien sind ein Startpunkt, um kognitive Veränderungen bei Hunden früh zu erkennen und klinische wie wissenschaftliche Arbeit zu vereinheitlichen“, erklärt Professor Holger Volk, PhD, Leiter der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). „Sie sind bewusst praxisnah gestaltet – für Tierärztinnen und Tierärzte in der Primärversorgung und für Tierhalterinnen und Tierhalter – und sollen eine systematische Abklärung ermöglichen.“
Die Leitlinien, die im Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA) veröffentlicht wurden, liefern einen wichtigen Beitrag, um CCDS frühestmöglich zu erkennen:
„Für die Praxis ist entscheidend, dass wir jetzt standardisierte Kriterien haben, die frühere und konsistentere Diagnosen ermöglichen – mit direktem Nutzen für das Tierwohl und die Beratung der Halterinnen und Halter“, betont Volk. „Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für robuste Studien, inklusive künftiger Blut-Biomarker und kognitiver Testbatterien. So stärken wir auch die translationale Brücke zur Humanmedizin.“
Spezielles Ergänzungsfuttermittel kann Symptome von CAD lindern
Zehn bis fünfzehn Prozent aller Hunde in Deutschland leiden unter atopischer Dermatitis (CAD). Die Hauterkrankung verursacht bei den Vierbeinern teils starken Juckreiz (Pruritus), einhergehend mit Entzündungen und Haarausfall (Alopezie) durch vermehrtes Kratzen, Lecken oder Beißen. In den meisten Fällen sind Pollen oder Hausstaubmilben die Auslöser für die CAD.
Ein speziell entwickeltes Ergänzungsfuttermittel könnte die Hautgesundheit der betroffenen Hunden deutlich verbessern, wie eine aktuelle Studie von Forschenden der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) gezeigt hat. Die Wissenschaftler:innen verabreichten das von ihnen entwickelte aktive Lymphfutter oder ein hypoallergenes, hydrolysiertes Placebo-Ergänzungsfuttermittel an 38 Hunde mit CAD. Bei den Hunden, die das aktive Ergänzungsfutter erhalten haben, nahmen der Juckreiz und die Hautläsionen ab, die Tiere benötigten weniger Medikamente und zeigten bessere Blutwerte, insbesondere beim Eisenstatus. Insgesamt erreichten dreimal so viele Hunde der Lymphfutter-Gruppe einen definierten Behandlungserfolg als in der Placebogruppe.
„Chronische Entzündungen beeinflussen die Verfügbarkeit vieler Mikronährstoffe im Körper. Durch die Aufnahme über das lymphatische System können wir dieses Ungleichgewicht korrigieren und die Hautgesundheit deutlich verbessern", erklärt Studienleiterin Franziska Roth-Walter (Department für Biologische Wissenschaften und Pathobiologie, Vetmeduni).
4. VetSurvey-Umfrage der FVE
Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.
Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.
Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.
Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.
Kälber gesund durch die kalte Jahreszeit bringen
Der Winter hat mit eiskalten Temperaturen und vielerorts auch Schnee in Deutschland Einzug gehalten. In dieser Jahreszeit ist es von besonderer Bedeutung, dass Kälbern viel Aufmerksamkeit bekommt, denn die kalten Monate können schnell kritisch werden. Um Kältestress zu vermeiden, sollten die Landwirt:innen darauf achten, die Jungtiere besonders in den ersten 3-4 Wochen trocken und warm zu halten. Dazu eignen sich ausreichend frisches Stroh und gegebenenfalls Kälberdecken, wie Agrarheute schreibt.
Zudem können Impfungen nicht nur vor Kälbergrippe und Bronchopneumonien schützen, sondern sie steigern auch die Widerstandsfähigkeit. Eine intranasale Vakzination ist bereits ab dem neunten Lebenstag möglich. Außerdem bietet die Muttertierimpfung gegen Rota-, Corona- und E.-coli-Viren einen zusätzlichen Schutz vor Durchfall.
Neben besonderer Sauberkeit und Hygiene sollten Landwirt:innen auch für eine gute Luftqualität im Kälberstall sorgen sowie an eine Anpassung des Tränke- und Futtermanagements denken. Sonst könnte die körperliche Entwicklung des Kalbes gestört werden. Außerdem könnten die Jungtiere anfälliger für Infektionen sein.
Weiterhin können Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) zusätzlich dafür sorgen, drohende Gesundheitsgefahren für Kälber rechtzeitig zu erkennen. So bieten die Hersteller mittlerweile Monitoring-Ohrmarken speziell für Kälber an, die Ohrtemperatur, Aktivität oder Wiederkau- und Fressverhalten überwachen und bei Auffälligkeiten Alarm auslösen.
Igel zum Tier des Jahres gewählt
Der Igel ist in der Schweiz zum Tier des Jahres 2026 ernannt worden. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat den Wildsäuger gewählt, um mehr Aufmerksamkeit für die in Europa als „potenziell gefährdet“ eingestuften Tiere zu wecken und um für mehr Umwelt- und Igelschutz zu werben.
Der Bestand des westeuropäischen Igels (Erinaceus europaeus), der in Deutschland und der Schweiz sowie in den Benelux-Ländern, Skandinavien, Österreich und Großbritannien angesiedelt ist, ist im vergangenen Jahrzehnt nach Schätzungen je nach Land um 16 bis 33 Prozent zurückgegangen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Neben dem schwindenden Nahrungsangebot, der intensiven Bearbeitung von landwirtschaftlichen Kulturen sowie dem Rückgang der Lebensräume machen dem Insektenfresser auch die Verdichtungen der Siedlungen und die zunehmende Zahl der Mähroboter zu schaffen. Deshalb ruft Pro Natura mit dem Tier des Jahres 2026 dazu auf, Gärten, Grünanlagen, Friedhöfe und Parks igelfreundlich zu gestalten und zu pflegen. Zudem fehle es dem auf Insekten spezialisierten Igel während des Jahres und vor allem im Winter an Futter, erklärt Pro Natura.
Da Igel auch immer häufiger in den Tierarztpraxen vorgestellt werden, können sich Tierärzt:innen mit dem Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de online fortbilden und damit auch einen Beitrag zur Arterhaltung leisten. In dem Kurs gehen die Referenten Dr. Florian Brandes, Karolin Schütte und Dana Ströse unter anderem auf die Besonderheiten des Wildsäugers ein, um ihm in Behandlung und Diagnostik gerecht werden zu können.
Schutz von Jagdhunden vor Aujeszkyscher Krankheit
Deutschland gilt zwar seit mehr als 22 Jahren offiziell als frei von der Aujeszkyschen Krankheit (AK) bei Hausschweinen, jedoch zirkuliert das Virus weiterhin in der Wildschweinpopulation. Die infizierten Tiere zeigen in der Regel jedoch keine Krankheitsanzeichen, bleiben aber lebenslang Virusträger. Das Virus verbleibt in den Nervenzellen und kann unter Stessbedingungen reaktiviert und ausgeschieden werden.
Insbesondere Jagdhunde können sich durch direkten Kontakt mit dem Virus anstecken. Eine Infektion verläuft qualvoll und endet immer tödlich. Auch das Verfüttern von rohem Wildschweinfleisch oder Aufbruchmaterial kann zu einer Ansteckung führen. Da es keine Impfung gibt, sollten Jäger:innen ihre Hunde konsequent vor dem Kontakt mit Schwarzwild schützen, erklärte Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, anlässlich des AK-Nachweises bei vier Jagdhunden in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Norwestmecklenburg kurz vor Weihnachten.
Bei insgesamt 230 Blutproben von Wildschweinen aus dem betroffenen Landkreis Ludwigslust-Parchim konnte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bei 26 Tieren Antikörper gegen die AK im Blut nachweisen, was einem Anteil von 11,3 Prozent entspricht. Auch wenn der festgestellte Anteil im Bereich früherer Untersuchungen liegt, bittet das Ministerium Jagdausübungsberechtigte und Hundehalter:innen um erhöhte Aufmerksamkeit und die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen.
„Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass wir es mit einer bekannten und seit Jahren beobachteten Situation zu tun haben. Dennoch nehmen wir jeden Nachweis sehr ernst“, so der Minister.
Niedersachsen setzt bei ASP auf Aufklärung
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter in verschiedenen europäischen Ländern aus. Da auch zahlreiche deutsche Bundesländer immer wieder von Ausbrüchen betroffen sind, legt Niedersachsen seinen Fokus weiterhin auf Prävention. Dazu gehört die umfassende Aufklärung der Bevölkerung.
Dazu hat die Niedersächsische ASP-Sachverständigengruppe die Erstellung von Aufklärungsvideos in Auftrag gegeben. Diese sollen helfen, Jäger:innen und Landwirt:innen sowie die breite Öffentlichkeit über die Tierseuche zu informieren und auf präventive Maßnahmen hinzuweisen. Die entstandenen Kurzfilme über die ASP zeigen unter anderem, dass das Virus „große Sprünge“ vollziehen kann. So sind nahezu genetisch gleiche Erreger in Nordrhein-Westfalen sowie in der italienischen Region Kalabrien nachgewiesen worden. Zuletzt wurde das ASP-Virus zudem auch bei Wildschweinen in Spanien festgestellt.
„Die enormen wirtschaftlichen Konsequenzen für die Schweinebranche in den betroffenen Regionen sowie das große Tierleid, das mit einer Infektion mit dem Erreger für jedes einzelne Tier einhergeht, gilt es für Niedersachsen so lange wie möglich abzuwenden. Ich danke allen, die mithelfen, die ASP von Niedersachsen fernzuhalten. Die nun veröffentlichten Filme zeigen, was jeder und jede Einzelne beitragen kann. Parallel arbeitet mein Haus fortlaufend an Lösungen, um die Folgen bei einem möglichen erneuten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen so gut wie möglich abzufedern“, erklärt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte.
Die Aufklärungsvideos stehen sowohl auf der Webseite als auch auf dem You-Tube-Kanal des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) zur Verfügung.
Frohes neues Jahr!
Vetion.de und all seine Mitarbeiter:innen wünschen Ihnen ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Bleiben Sie zuversichtlich.
Auch in 2026 finden Sie bei uns wieder viel Interessantes und Wissenswertes sowie eine große Auswahl an spannenden Online-Fortbildungen für Tierärztinnen, Tierärzte und TFA. Außerdem steht Ihnen unser digitales OP-Buch im praktischen Jahresabo sowie unseren internationalen Kolleg:innen unsere Lernplattform Support4vetmed und der Deutschkurs für Tierärzte wie gewohnt zur Verfügung.
Einen guten Start wünscht Ihnen Ihr Team von Vetion.de
Strukturwandel in der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf Selbstversorgungsgrad aus
Der Strukturwandel bei der tierischen Erzeugung hat sich in den vergangenen Jahren in der EU beschleunigt. Die erzeugten Fleischmengen sind in der EU deutlich rückläufig - einzige Ausnahme ist die Erzeugung von Geflügelfleisch (+ 5,6 %). Gleichzeitig stieg der Verbrauch in der EU um 2,6 % an, weshalb der Selbstversorgungsgrad der EU bei Fleisch stark zurückgegangen ist. Bei Milchprodukten ist der EU–Selbstversorgungsgrad ebenfalls kleiner geworden, aber nicht so stark. Der Selbstversorgungsgrad stellt das Verhältnis inländischer Erzeugung zum inländischen Verbrauch dar.
Zwischen 2010 und 2020 verringerte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU - von 12,1 auf 9,1 Mio., das entspricht einem Rückgang um 25 %. Besonders stark ging die Zahl kleiner Betriebe zurück, die weniger als 5 ha Fläche landwirtschaftlich nutzten. Obgleich sie in diesem Jahrzehnt um knapp ein Drittel zurückging, machen die kleinen Betriebe immer noch 64 % aller landwirtschaftlichen Betriebe der EU aus.
Aus dem Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) geht hervor, dass vor allem Deutschland überdurchschnittlich stark für den Rückgang der Nahrungsmittelversorgung in der EU verantwortlich ist. Im Zehnjahresvergleich hat Deutschland in allen wichtigen Produktbereichen mit Ausnahme von Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Zucker und Eiern zum Teil erhebliche Anteile an der EU–Agrarerzeugung verloren.




