Die aviäre Influenza, auch als Geflügelpest oder Vogelgrippe bezeichnet, breitet sich unter Wildvögeln, Geflügel und Säugetieren weltweit aus. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt deshalb erstmals bestimmten Berufsgruppen eine gezielte Impfung. Personen wie Landwirt:innen und Tierärzt:innen, die aus beruflichen Gründen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sollten sich aufgrund des zoonotischen Potenzials des Virus gegen Influenza A(H5) immunisieren lassen. Auch andere Personen, die beispielsweise an der Bekämpfung von Tierseuchen und Ausbrüchen mitwirken oder im Labor mit dem Virus Kontakt haben, sollten sich impfen lassen.
Insgesamt stufen das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und das Robert Koch-Institut (RKI) das Infektionsrisiko für beruflich exponierte Personen bisher allerdings nur als gering bis moderat ein. Es gebe keinen Hinweis auf ein erhöhtes Pandemiepotenzial der zirkulierenden A(H5)-Viren. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Viren bei Infektionen des Menschen weiter anpassen und dadurch dauerhaft von Mensch zu Mensch übertragen werden könnten. Die Impfung soll deshalb besonders gefährdete Menschen schützen und zugleich das Risiko solcher Anpassungen senken.
Der Virologe Klaus Stöhr hatte bereits im vergangenen Jahr vor einer möglichen Pandemie gewarnt. „Prinzipiell hat das H5N1-Virus alles, um eine Pandemie auszulösen“, sagte der langjährige Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation WHO damals. Eine entsprechende Vorbereitung sei deshalb dringend angeraten.




