In 2025 hat sich die Zahl der Suizide in Deutschland um rund 9 Prozent im Vergleich zu 2024 erhöht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt es Destatis haben sich in 2025 mehr als 11.330 Menschen das Leben genommen. Innerhalb der letzten zehn Jahren ist die Suizidrate um 15,6 % gestiegen.
In Bayern, dem einzigen Bundesland, das statistisch den Suizid dem vorwiegend ausgeübten Beruf zuordnet, haben Menschen aus dem landwirtschaftlichen Sektor ein erhöhtes Risiko. Hier haben sich 463 Menschen der sogenannten grünen Berufsgruppe zwischen 2017 und 2024 das Leben genommen, durchschnittlich ein Mensch pro Woche.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) warnt vor überdurchschnittlich hohen Suizidraten unter Landwirt:innen. Die Hauptgründe für den Freitod in der Berufsgruppe seien eine überbordende Bürokratie, der Klimawandel, der Wegfall von verschiedensten Pflanzenschutzmitteln sowie der Vertrauensverlust in die Politik. „Wenn mir gesagt wird, dass jeder dritte Landwirt Liquiditätsprobleme hat, dann ist es in der Landwirtschaft natürlich sehr, sehr schwierig“, so der Minister. Hinter jedem dieser 463 verlorenen Menschenleben stehe ein Schicksal. Rainer kündigte eine Untersuchung seines Ministeriums zu den Hintergründen der hohen Suizidrate an.
Auch Tierärztinnen und Tierärzte haben laut Studien ein deutlich höheres Risiko für Depressionen und Suizidgedanken als die Allgemeinbevölkerung. Demnach ist das Risiko in dieser Berufsgruppe fünfmal höher als in anderen Berufen. Grund für die erschreckend hohe Rate ist die enorm hohe psychische Belastung durch lange Arbeitstage, Notdienste, Personalmangel und den wirtschaftlichen Druck. Aber auch Konflikte mit den Patientenbesitzer:innen und die Entscheidungen darüber, ob ein Tier eingeschläfert werden muss, tragen zu den Belastungen bei.
„Wir treffen viele Menschen in Momenten, in denen es ihren Tieren schlecht geht. Für viele ist ein Tier eine Art Kinderersatz. Dann ist es leider oft so, dass die Emotionen auf die Tierärzte einprasseln“, erklärt Alexa Bach, Präsidentin der Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz. Sie sieht auch die Verfügbarkeit von Medikamenten und medizinischen Materialien im Berufsalltag als möglichen Risikofaktor. Prävention müsse deshalb deutlich früher ansetzen, lautet die Forderung der Landestierärztekammer. Angehende Tierärztinnen und Tierärzte sollten bereits im Studium lernen, mit Tod, Konflikten und psychischen Belastungen im Berufsalltag umzugehen.
Eine erste Anlaufstelle für ALLE im tiermedizinischen Arbeitsbereich ist VetHilfe. Alle Anrufe werden absolut vertraulich und anonym behandelt.




