Die Erderwärmung schreitet schneller voran, als erwartet. Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sieht für die Jahre 2023 bis 2025 erstmals für einen Dreijahreszeitraum eine durchschnittliche Erwärmung von mehr als 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter.
Das Ziel der Vereinten Nationen, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu begrenzen, könne mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik keinesfalls eingehalten werden, so die Weltgemeinschaft. Aus dem aktuellen UNO-Bericht geht hervor, dass sich die Erde laut der UN-Berechnung im Falle der Umsetzung der angekündigten Klimaschutzmaßnahmen bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,6 Grad erwärmen wird.
Aktuell gehen Expert:innen bis zum Ende des Jahrhunderts von einer Erwärmung auf 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit aus. Damit steigt auch das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände. „Diejenigen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind, leiden als Erste und am schlimmsten“, erklärt UN-Generalsekretär António Guterres. Den Hauptgrund für die negativen Prognosen sehen die Autor:innen des aktuellen UNO-Berichts in dem Rückzug der USA, nach die China der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen sind. Selbst im optimistischsten berechneten Szenario, in dem alle Länder ihre Klimapläne einhalten und ihre angestrebten Klimaneutralitätsziele erreichen, würde sich die Erde bis zum Jahr 2100 um 2,1 Grad erwärmen, heißt es weiter.
„Eine Überschreitung bedeutet keine Kapitulation. Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten – und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad senken“, so Guterres. Das Überschreiten der 1,5-Grad-Marke müsse so kurz wie möglich gehalten und die klimaschädlichen Emissionen so weit verringert werden, dass die Temperatur wieder absinkt. Laut Meinung von Klimaforschenden sei es unerlässlich, große Mengen CO2 der Atmosphäre zu entziehen. Dafür müssten alle Register gezogen werden, ergänzt Inger Andersen, die Direktorin des UN-Umweltprogramms (UNEP).
Im November 2026 wird sich die Weltgemeinschaft im türkischen Antalya treffen, um bei der Weltklimakonferenz darüber zu beraten, wie die Krise in den Griff zu bekommen ist.




