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Bekämpfung von Nagetieren schützt vor Infektionen mit Hantaviren

12.05.2026

In den vergangenen Tagen haben Hantavirus-Fälle für viel Aufregung gesorgt. Auf dem unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hatten sich einige Passagiere mit dem in Südamerika vorkommenden Andesvirus angesteckt. Drei Personen, darunter eine Deutsche, starben an der Infektion. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich das Virus mit großer Wahrscheinlichkeit von Mensch zu Mensch übertragen, was bei diesem Erreger nur in seltenen Fällen und bei engem Kontakt stattfindet. Nach aktueller Einschätzung der WHO handelt es sich jedoch um ein sehr seltenes und lokal begrenztes Ereignis.

Auch wenn Infektionen auch in Deutschland verbreitet seien, gäbe es bislang keine Informationen über Übertragungen von Mensch zu Mensch für die in Europa vorkommenden Hantaviren, stellt auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) klar. Das Risiko einer Infektion bestehe hierzulande etwa durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Kleinsäuger, also mit Urin, Kot oder Speichel, z.B. wenn erregerhaltiger Staub eingeatmet wird.

Eine besondere Relevanz in Deutschland hat das Puumala-Virus, dessen natürlicher Reservoirwirt die Rötelmaus ist. Zu den hierzulande vorkommenden Hantaviren gehören zudem das Dobrava-Belgrad-, Tula- und das Seoul-Virus. Die natürlichen Reservoirwirte des Andesvirus, bestimmte Zwergreisratten, sind hingegen auf Südamerika beschränkt. Da es keinen Impfstoff oder eine spezifische antivirale Therapie gegen Infektionen mit Hantaviren gibt, sollte unbedingt der Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Reservoirwirte vermieden werden. Weiterhin ist eine konsequente Bekämpfung von Nagetieren im Wohnumfeld sowie die Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere beim Umgang mit möglicherweise kontaminiertem Staub, von Bedeutung. Neben Mäusen und Ratten als natürliche Wirte wurden in den vergangenen Jahren auch neue Hantavirus-Typen bei bislang unbekannten Reservoirwirten wie Spitzmäusen, Maulwürfen und Fledermäusen nachgewiesen.

Die Viren bleiben außerhalb des Wirts – selbst im getrockneten Zustand – bis zu zwei Wochen infektiös. Infektionen können ganzjährig auftreten. Ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht insbesondere zwischen April und September, jedoch sind Übertragungen ganzjährig möglich. Bei einer Erkrankung zeigen sich Symptome wie plötzliches hohes Fieber über mehrere Tage sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Schwere Verläufe mit inneren Blutungen oder akutem Nierenversagen sind selten und treten in weniger als einem Prozent der Fälle auf.

Proplanta