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01.01.1970:

Weitere News

05.08.2021: Hilfreiche Hitze-Tipps für HundehalterInnen

Aktuell beschert uns der Somme eher angenehme Temperaturen. Doch die nächste Hitzewelle lässt bestimmt nicht lange auf sich warten. In zahlreichen Regionen kommt dann auch noch eine sehr unliebsame Schwüle hinzu. Nicht nur Menschen leiden unter großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, auch Hunde sehnen sich in dieser Zeit nach Abkühlung. Um den Vierbeinern diese anstrengende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, hat Dr. Stefan K. Hetz, Diplom- Biologe und wissenschaftlicher Referent beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF), einige wichtige Tipps zusammengefasst. So appelliert der Biologe dringend an HalterInnen, ihre Hunde nicht allein im Auto zurückzulassen. „Hunde
können nicht schwitzen, deshalb halten sie Temperaturen ab 40 Grad höchstens 15 Minuten lang aus“, betont Hetz. Neben Maßnahmen wie die längeren Gassirunden in die Abendstunden zu verschieben und das Fell rechtzeitig vor Beginn der hohen Temperaturen scheren zu lassen, empfiehlt der Experte zudem, den Tieren schattige und kühle Plätze sowie reichlich frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Für eine optimale Erfrischung sorgt natürlich auch ein Bad im See. Hundefreunde sollten sich jedoch über die Wasserqualität informieren, weil stehende Gewässer manchmal Nährboden für Bakterien und gesundheitsschädliche Algen sind.

05.08.2021: Mikroorganismen im Rinderpansen können Kunststoffe abbauen

Die Meere sowie unsere Umwelt wird immer mehr mit Plastikmüll gefüllt. Plastik ist jedoch schwer aufzuspalten, wie Forscherin Doris Ribitsch weiß. Ein Forscherteam des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) hat in einer Studie nun belegen können, dass Mikroorganismen in Rindermägen in der Lage sind, bestimmte Polyestersorten abzubauen. „Plastik ist zwar schwer aufzuspalten, gleicht aber in seinem Aufbau in vielerlei Hinsicht dem Aufbau natürlicher Polyester wie Cutin, einer der Hauptkomponenten der Pflanzenzelle. Im Pansen-Reticulum lebt eine riesige mikrobielle Gemeinschaft,
die für die Verdauung der Nahrung in den Tieren verantwortlich ist. Daher vermuteten wir, dass einige biologische Aktivitäten auch für die Hydrolyse von Plastiksorten genutzt werden könnten", erklärt Ribitsch. In ihren Untersuchungen fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass die Bakterien aus Kuhmägen drei verschiedene Kunststoffe – PET und zwei biologisch abbaubare Kunststoffe – abbauen konnten. Neben neuen Aufschlüssen über die mikrobiellen Gemeinschaften in der Rumenflüssigkeit des Rinderpansens könnten diese bakteriellen Prozesse industriell umgesetzt werden, so Ribitsch. Doch dazu bedarf es noch vieler weiterer Schritte.

05.08.2021: Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2021 vergeben

Bereits zum achten Mal hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Nutztierwohlpreis des Landes vergeben. Staatsministerin Michaela Kaniber überreichte am gestrigen Mittwoch (04.08.2021) den Bayerischen Tierwohl-Preis für Nutztierhaltung 2021 an vier Preisträger. Der erstmals im Jahr 2014 ausgelobte Preis prämiert Maßnahmen und Lösung zur Verbesserung des Tierwohls, die bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt wurden. Im Fokus der Jury stehen besonders Nachhaltigkeit,
Praxisgerechtheit und Übertragbarkeit der vorgestellten Maßnahmen auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung. „Mich freut es sehr, zu sehen, wie Sie mit viel Herzblut und Kreativität das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Nutztiere in Ihren Ställen nachhaltig verbessert haben. Sie lieben die Tiere und Ihre Arbeit und das spürt man“, wandte sich Kaniber während der Preisverleihung an die Gewinner. Einen Überblick über aktuelle Forschungs- und Tierschutzpreise verschafft das gleichnamige Vetion.de-Fokusthema.

04.08.2021: Kostenfreies Webinar über Osteoarthritis beim Hund

Viele, vor allem ältere Hunde leiden an Verschleißerscheinungen der Geleneke, wie beispielsweise Osteoarthritis (OA). Aus diesem Grund werden sie auch häufig in der Tierarztpraxis vorgestellt und dauerhaft behandelt. Mit Hilfe des Caninen OsteoArthritis Staging Tool (COAST), das von einem interdisziplinären Team internationaler veterinärmedizinischer Experten entwickelt wurde, können Tierärztinnen und Tierärzte durch regelmäßige objektive Beurteilung von präklinischen und klinischen OA-Patienten frühzeitig Veränderungen erkennen und therapeutische Maßnahmen einleiten, die die
Lebensqualität des Hundes verbessern können. Heute Abend um 19:30 Uhr präsentiert die Firma Elanco ein kostenfreies, ATF-zertifiziertes Webinar, in dem auf die Entwicklung und die fallbasierte klinische Anwendung bei Hunden mit Osteoarthritis eingegangen wird. Referentin ist Prof. Dr. Bernadette van Ryssen. Sie ist Mitglied der COAST Development Group. Das Webinar wird sie in Englisch halten, jedoch wird eine Simultanübersetzung ins Deutsche zur Verfügung gestellt. Die kostenfreie Anmeldung zum Webinar ist auch jetzt noch möglich unter www.webinare-elanco.de, dem neuen Fortbildungsportal der Firma Elanco.

04.08.2021: Rechenschaftsbericht 2021 zur biologischen Vielfalt erschienen

Der Verlust der biologischen Vielfalt in Deutschland schreitet trotz aller Bemühungen voran. Dies geht aus dem vom Bundesumweltministerium vorgelegten Rechenschaftsbericht 2021 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) hervor. Um die Biodiversität zu erhalten, bedarf es weiter großer Anstrengungen. „Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine ebenso wichtige Zukunftsaufgabe wie der Klimaschutz. Wir Menschen sind auf intakte Ökosysteme angewiesen. Geht die biologische Vielfalt zurück, werden Ökosysteme gestört, und am Ende leiden auch die Menschen", erklärte
Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Zusammenhänge. Es bedarf dringend eine Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt. Um dem Biodiversitätsverlust entgegenzutreten, hat die Bundesregierung bereits im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) beschlossen und sich damit ehrgeizige Ziele für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt gesetzt. Zwar zeige der Rechenschaftsbericht, dass die NBS wirksam sei, jedoch sind die Herausforderungen in allen Bereichen weiter groß, und es besteht teils dringender Handlungsbedarf, um den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen, so das Fazit.

04.08.2021: Schadensausgleich für Fischer festgelegt

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat gemeinsam mit den Bundesländern eine Rahmenrichtlinie erarbeitet, die für Fischer einen finanziellen Ausgleich für Schäden ermöglicht, die durch geschützte Arten wie Kormoran, Grau- und Silberreiher,
Fischotter oder Biber verursacht werden. Die Richtlinie wurde von der Europäischen Kommission genehmigt. Damit ist möglich, Binnenfischern, Betreibern von Aquakulturen und der kleinen Küstenfischerei Schäden in Höhe von bis zu sieben Millionen Euro zu ersetzen.

04.08.2021: Mecklenburg-Vorpommern stellt Ergebnisse der Einsätze von Fallwildsuchhunden vor

Nicht erst seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg und Sachsen macht sich auch Mecklenburg-Vorpommern Gedanken über Bekämpfungsmöglickeiten. Daher wurden bereits 21 Jagdhunde sowie 17 Hundeführerinnen und Hundeführer in zwei Kursen speziell für die Suche nach verendetem Schwarzwild ausgebildet.
Praktische Erfahrungen im Einsatz sammelten Mensch und Tier bereits bei Einsätzen in Brandenburg und Sachsen. Diese wurden nun analysiert. Die Ergebnisse und mögliche Schlussfolgerungen für die weitere Hundeausbildung und Einsätze in Mecklenburg-Vorpommern wird Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus kommende Woche der Öffentlichkeit vorstellen.

04.08.2021: Eingesetzte Antibiotikamenge bei Nutztieren in der EU rückläufig

Im Zeitraum 2016 bis 2018 sind mehr Antibiotika in der Humanmedizin als für die Behandlung von Nutztieren eingesetzt worden. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sowie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervor. Somit ist der Einsatz von
Antibiotika in der Fleischproduktion in der EU erneut gesunken. Im Jahr 2017 lag die Gesamtmenge der bei zur Lebensmittelgewinnung dienenden Tieren eingesetzten Antibiotika bei durchschnittlich 108,3 mg/kg und damit niedriger als beim Menschen mit durchschnittlich 130,0 mg/kg. Zudem hat sich der Einsatz von Polymyxinen wie z.B. Colistin bei Nutztieren in etwa halbiert.

03.08.2021: FLI ist Referenzzentrum für neu auftauchende zoonotische Krankheiten

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat die Referenztätigkeiten des Friedrich-Loeffler- Instituts (FLI) erweitert. Auf der Basis international anerkannter Expertise wurde das FLI nun zum Referenzzentrum für neu auftauchende zoonotische Krankheitserreger (einschließlich SARS- CoV-2) und Hochsicherheitsbereiche (Reference Centre for Emerging Zoonotic Pathogens and High Biosecurity/Biocontainment Facilities) ernannt. Das Institut mit Hauptsitz auf der Insel Riems ist bereits als Referenzzentrum für die klassische Schweinepest sowie für Influenzavirusinfektionen
bei Tieren und die Newcastle Krankheit anerkannt. Mit dieser Erweiterung der Referenztätigkeiten wird die internationale Aktivität und Sichtbarkeit des FLI gestärkt. Die erweiterte Tätigkeit beinhaltet neben der Identifizierung und Charakterisierung von neu auftretenden zoonotischen Erregern auch die Laboranalyse. Weiterhin wird das Institut bei der Konstruktion und beim Betrieb von Laboratorien und experimentellen Tierhaltungseinrichtungen hoher und höchster Sicherheitsstufen bis zu BSL-4 und der Standardisierung von Biosicherheitsmaßnahmen mit seiner technischen Expertise Unterstützung leisten.

03.08.2021: Igeln droht tödliche Gefahr durch Mähroboter

Zwischen Juni und August werden die meisten Igeljungen geboren. Die ersten Ausflüge mit dem Muttertier werden in der scheinbar schützenden Dunkelheit unternommen. Doch eine große Gefahr droht den nachtaktiven Igeln, aber auch anderen Tieren wie Kröten, Eidechsen und Vögeln, durch autonome Mähroboter, die immer häufiger für die Rasenpflege im Garten eingesetzt werden. Da sich Igel bei Gefahr zusammenrollen und nicht flüchten, werden die Stacheltiere nicht selten Opfer der scharfen Klingen. Dabei können Schnauzen, Füße, Stacheln, Hautschichten oder Gliedmaßen zerschnitten oder gar abgetrennt werden. Gerade die kleineren Tiere mit einem Gewicht von unter 200 Gramm werden durch die Sensoren nicht erkannt, wie eine Oxford-Studie ergab. Daher appelliert die Tierschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen,
Dr. Gerlinde von Dehn, an die Gartenbesitzer, ihre Mähroboter keinesfalls nachts oder in der Dämmerung einzusetzen. Zudem sollte vor jedem Mähen kontrolliert werden, ob sich kleine Wildtiere auf der Rasenfläche befinden. Auch empfiehlt es sich, nach dem Mähen die Umgebung nach eventuell verletzten Tieren abzusuchen, um zu verhindern, dass Igel leidvoll sterben. In der Online-Fortbildung „Der Igel als Patient in der Kleintierpraxis“ erhalten Tierärztinnen und Tierärzte umfassende Informationen über die Behandlung und Diagnostik von Igeln. Neben Infektionskrankheiten wie Parasitosen und Zoonosen befasst sich der ATF-anerkannte E-Learningkurs zudem mit der stationären Unterbringung, der Ernährung, Überwinterung und Auswilderung sowie der Betreuung von Igelstationen.

03.08.2021: Wölfe in der Schweiz als Touristenattraktion?

Auch in der Schweiz wächst die Zahl der Wölfe immer weiter. Im Februar 2021 war der Wolfsbestand in der Schweiz bereits auf 110 Tiere angewachsen. Allein sechs der elf Wolfsrudel haben sich im Kanton Graubünden angesiedelt. Da es vermehrt zu Nutztierrissen gekommen ist, haben Bauernverbände die Regierung zur Ergreifung von Maßnahmen aufgerufen. Der Kanton Wallis hat reagiert und den Abschuss eines Wolfes im Goms bewilligt. Auch der Kanton Graubünden bereitet den Abschuss eines Wolfes im Prättigau vor. Jürg Schmid, ehemals Direktor von Schweiz Tourismus und nun Präsident von Graubünden Ferien, hat aktuell seine Idee zur besseren Vermarktung der Schweizer Landwirtschaft verkündet. Anstatt Wölfe zum Abschuss freizugeben, sollte LiebhaberInnen des naturnahen Tourismus das Beobachten von Wölfen und Bären angeboten werden. „Das
Pirschen durch den Wald mit dem Wolfexperten bringt Spannung, schafft Erlebnisse und hat hohe Zahlungsbereitschaft“, so Schmid. Laut einer von Schmid im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) verfassten Studie seien nachhaltige Naturerlebnisses sehr gefragt, zumal diese zum Schutz von Tieren und Landschaften beitragen. Verantwortungsvolles Reisen sei keine Nische, sondern ein attraktives Geschäftsfeld. Kritik für seinen Vorschlag erntet Schmid unter anderem von Theo Schnider, Direktor der Unesco-Biosphäre: „Safaritouren sind Prestigetouren und oft weit weg von Nachhaltigkeit. Diesen Blödsinn müssen wir nicht kopieren.“ Unterstützung erhält Jürg Schmid jedoch von Seiten des Branchenverbandes HotellerieSuisse. „Wir sollten unsere Landschaft besser vermarkten, mit geführten Touren, Packages und Rangers wie in den US-Nationalparks“, schlägt Hotelier Andreas Züllig vor.

03.08.2021: Datenportal für die Landwirtschaft bündelt Agrardaten

Eine neue zentrale Datenplattform verspricht die Bündelung von öffentlichen Daten sowie eine bessere Datenvernetzung in der Landwirtschaft. Zunächst werden Datensätze von Forschungseinrichtungen und Behörden des Bundeslandwirtschaftsministeriums übersichtlich bereitgestellt. Landwirtinnen und Landwirte, Unternehmen, Start-Ups sowie Forschende haben so einen schnellen Zugriff auf für sie relevante Agrardaten, die auf dem Portal www.landwirtschaftsdaten.de zur Verfügung stehen. Die Plattform soll in einem nächsten Schritt um Geo- und Wetterdaten ergänzt werden. „Agrardaten sind das Betriebsmittel der Zukunft. Mit der Vernetzung relevanter Daten auf
unserer neuen Plattform wollen wir die Forschung und Entwicklung von intelligenten Maschinen und Anwendungen weiter voranbringen. Sie helfen, nachhaltiger, tiergerechter, transparenter und effizienter zu handeln. Unser Ziel sind Innovationen, um die Landwirtschaft weiter zu modernisieren, zu digitalisieren und so die Landwirte im Transformationsprozess zu unterstützen", erklärt Bundesministerin Julia Klöckner. Das Datenportal für die Landwirtschaft ist ein erstes Ergebnis einer Empfehlung der vom Bundesministerium in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zu staatlichen Datenplattformen für die Landwirtschaft.

02.08.2021: BMEL weist Kritik wegen mangelnder ASP-Unterstützung zurück

Am vergangenen Freitag sind Schweinehalter und Verbände zu einem gemeinsamen Gespräch über die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg zusammengekommen. Im Vorfeld hatte Uwe Feiler, der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, auf die Vorwürfe, dass der Bund nicht ausreichend helfe, reagiert. „Mit einer Vielzahl an Maßnahmen unterstützt der Bund die Bekämpfung der ASP – jeder muss an seiner Stelle seinen Beitrag leisten. Jetzt kommt die Forderung aus Brandenburg, wir müssten die schweinehaltenden Betriebe vor Ort stärker unterstützen. Das ist aber Aufgabe des Landes: Es hat selbst die Möglichkeit, mit Landesprogrammen seine Schweinehalter zu unterstützen oder Prämien zu zahlen. Und wenn das bestehende Programm nicht greift, muss Brandenburg hier nachbessern, statt
einfach Verantwortung zu delegieren. Voraussetzung dafür ist aber, die Zahl und Standorte der Betriebe zu kennen. Diese Information konnte Brandenburg bisher nicht nennen", erklärt Feller. Inzwischen ist die ASP bei Schwarzwild auch im Landkreis Barnim als fünfter Landkreis nachgewiesen worden. In diesem Zusammenhang wies Feller erneut auf die Verantwortung des Landes Brandenburg hin, besonders Kleinsthaltungen hinsichtlich der notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen besser zu kontrollieren. Dass die ASP in Brandenburg in zwei Kleinsthaltungen nachgewiesen wurde, verdeutliche die Dringlichkeit, so Feiler. Über die Task Force Tierseuchenbekämpfung, welche seit vielen Jahren die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern koordiniert, könnten die brandenburgischen Behörden unbürokratisch personelle Unterstützung durch Experten erhalten.

02.08.2021: Studium in Berlin soll wieder in Präsenz stattfinden

Studierende der Veterinärmedizin der TU Berlin können aufatmen. Denn in den Berliner Hochschulen soll im kommenden Wintersemester 2021/22 das Studium wieder zum überwiegenden Teil in Präsenz stattfinden. Darauf haben sich die Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung sowie die Berliner Hochschulen geeinigt. Die sinkende Inzidenz, der Fortschritt bei den Impfungen gegen Covid-19 sowie die zahlreichen angebotenen Testmöglichkeiten und Infektionsschutz mit etablierten Hygienemaßnahmen sollen Präsenzlehre und Präsenzprüfungen im Wintersemester ermöglichen. Doch nur nachweislich Geimpfte, Genesene oder Getestete können die Angebote der Hochschulen wahrnehmen und Zugang zu den Services erhalten. Dabei darf der Nachweis über ein negatives Testergebnis
nicht älter als 48 Stunden sein. Um den Raumbedarf für Lehre und Studium in Präsenz sicherzustellen, soll durch eine strikte Einhaltung der Schutzmaßnahmen der Mindestabstand von 1,5 Metern aufgehoben werden. Grundsätzlich wird weiterhin das Tragen einer Schutzmaske in Hochschulgebäuden verpflichtend sein. Für Veranstaltungen, die in Präsenz durchgeführt werden, stellen die Hochschulen eine zur Kontaktverfolgung angemessene Anwesenheitsdokumentation sicher. Nach wie vor können unterstützend zum gewohnten Präsenzangebot aber auch digitale Lehrangebote erforderlich sein und sollen angeboten werden. Speziell für die Ausbildung angehender Tierärztinnen und Tierärzte sind dies gute Nachrichten, da der direkte Kontakt zum Tier nicht durch digitale Veranstaltungen ersetzt werden kann.

02.08.2021: Schnellere Umstellung auf Haltungsformen 3 und 4 gefordert

In einer gemeinsamen Mitteilung haben sich die Verbraucherzentralen aus Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland- Westfalen kritisch gegenüber der Umstellung auf die von einigen Lebensmittelhändlern angekündigte Haltungsform 2 bei Frischfleisch geäußert. Aus ihrer Sicht verspricht das Auslisten von Produkten lediglich der Haltungsstufe 1 keine deutliche Verbesserung des Tierwohls. In ihrer Stellungnahme fordern die Verbraucherzentralen daher auch einen schnellen Umstieg auf die Stufen 3 und 4. Auf Haltungsform 2 zu verzichten, wäre ein Weg hin zu deutlich mehr Tierwohl in der Tierhaltung, meinen die Zentralen aus den beiden Bundesländern. Hierzu müssten sich allerdings alle Handelsunternehmen verpflichten. Aktuell werden lediglich etwa 13 Prozent der Fleischprodukte aus den Haltungsformen 3 und 4 im Handel verkauft. Eine freiwillige
Haltungsform-Kennzeichnung der Handelsunternehmen reicht nach Ansicht der Kritiker keinesfalls aus. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb weiterhin in Deutschland und in der Europäischen Union eine einheitliche, verpflichtende Haltungskennzeichnung für alle tierischen Lebensmittel. Durch mehr verbindliche Kontrollen müsse zudem gewährleistet werden, "dass die vorhandenen Missstände in der Tierhaltung verringert und die Kriterien der Haltungsformkennzeichnung des Handels auch eingehalten werden", ist in der Mitteilung zu lesen. Weiterhin müsse sicher gestellt werden, dass die geschlachteten Tiere möglichst weitgehend verwertet werden. Entsprechend müssten die Verarbeiter und Händler verpflichtet werden, die übrigen Teilstücke in Wurst und anderen verarbeiteten Produkten zu verwenden und dabei ebenfalls die Haltungsform und Herkunft anzugeben.

30.07.2021: Bayern rüstet bei ASP-Schutzzäunen auf

Wegen der steigenden Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat Bayern seine Schutzmaßnahmen erhöht. Zusätzlich zu den schon bestehenden Schutzzäunen auf einer Gesamtlänge von mehr als 500 Kilometern entlang der Bundesautobahnen im Gebiet der Grenze zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik hat das Land mehrere hundert Kilometer neue Schutzzäune erworben. „Die neuen Zäune ergänzen unsere umfangreichen Präventionsmaßnahmen in bestmöglicher Weise", erklärte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. Die Landkreise und kreisfreien Städten haben rund 300.000 Euro in die neuen Zäune investiert. Der Großteil des Zaunmaterials wird im zentralen Tierseuchenlager des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit (LGL) gelagert, die übrigen Zäune dezentral in Bayern verteilt. Mitte Juli 2021 sind ASP-Ausbrüche in drei Hausschweinebetrieben in Brandenburg gemeldet worden. Betroffen waren neben einem Bio-Betrieb mit 200 Schweinen auch zwei Kleinstbetriebe. Aus diesem Anlass hat auch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium erneut Nutztierhalter gemahnt, die Biosicherheitsmaßnahmen streng einzuhalten. Auch Kleinsthaltungen sollten bei den Kontrollen durch die Landkreise berücksichtigt werden. Ziel sei es, etwaige Missstände bei der Biosicherheit auszuräumen und die Halter von Schweinen für die gebotenen Hygienemaßnahmen zu sensibilisieren. Die getroffenen Regelungen der Schweinehaltungshygieneverordnung gelten für alle Betriebe, die Schweine zu Zucht- oder Mastzwecken halten.

30.07.2021: Vorsicht vor Blaualgen im Schweizer Aabachdelta

HundehalterInnen in der Region St. Gallen von Aabachdelta sollten ihre Tiere von Seeufern fernhalten, da die Gefahr einer Vergiftung droht. Bei einer Wasserprobe aus einer Pfütze im Aabachdelta wurde ein gefährliches, von Blaualgen produziertes Toxin gefunden. Das Ergebnis war überraschend, da weder Bildaufnahmen der Region einen Hinweis auf Blaualgen ergaben
noch die herrschenden Wetterverhältnisse ein Wachstum der Bakterien begünstigten. Je nach Giftart zeigen Hunde bei einer Blaualgen-Vergiftung Symptome wie Krampfanfälle, Kreislaufprobleme oder Durchfall. Bis zur Neubeurteilung der Situation im Aabachdelta durch die Behörden innerhalb der nächsten Wochen sollte die Region daher von HundehalterInnen besser gemieden werden.

30.07.2021: Antibiotikaverbrauch in der Schweiz weiter rückläufig

In der Schweiz ist der Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin weiter rückläufig. Berechnungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ergaben, dass sich die angewendeten Antibiotikamengen innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als halbiert haben. Auch in 2020 sank die Gesamtmenge von Antibiotika um rund 4 Prozent. Auch der Verkauf der kritischen Antibiotikaklassen, der sogenannten Reserveantibiotika, ging um neun Prozent zurück. Mit Hilfe des im Jahr 2019 neu eingeführten Informationssystems Antibiotikaverbrauch (IS ABV) können alle verschriebenen Antibiotika erfasst werden. Auch wenn die vertriebenen Antibiotikamengen rückläufig sind, ist die Gefahr durch Resistenzen durch den
unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika weiterhin hoch, so das BLV. Denn die Gesamtmenge der vertriebenen Antibiotika lässt keine Aussagen darüber zu, wie diese tatsächlich eingesetzt werden. Die kontinuierliche Abnahme des Antibiotikavertriebs jedoch weist auf eine hohe Sensibilisierung der Tierärzteschaft und Tierhaltenden hin. Auf dem Fortbildungs- und Weiterbildungsportal Myvetlearn.de finden Tierärztinnen und Tierärzte verschiedene Online- Fortbildungen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung. Neben Modulen zu Klauenerkrankungen und Mastitis bei Rindern sowie Infektionskrankheiten des Respirations- und Gastrointestinaltrakts bei Schweinen befassen sich zudem drei Module mit Infektionskrankheiten von Mastputen, Legehennen und Masthähnchen.

30.07.2021: Invasive Arten verursachen Schäden in Milliardenhöhe

Durch Tourismus, Klimaerwärmung, Handel und Verkehr kommen immer mehr invasive Tier- und Pflanzenarten nach Deutschland. Diese nicht-heimischen Arten verursachen jährlich Schäden in enormem Ausmaß. Die Wanderratte, das Beifußblättrige Traubenkraut Ambrosia artemisiifolia, das Wildkaninchen sowie der Asiatische Eschenprachtkäfer und die Plattwurmart Gyrodactylus salaris gehören zu den Arten, die als Bioinvasoren die größten Kosten in Europa verursachen. WissenschaftlerInnen des Senckenberg Instituts haben zusammen mit weiteren internationalen ForscherInnen erstmalig die Kosten und Schäden, die während der vergangenen 60 Jahre durch invasive Arten in Deutschland und Europa entstanden sind, berechnet. Die Gesamtkosten beliefen sich zwischen 1960 und 2020 auf 116,61 Milliarden Euro. „Allein die Wanderratte hat im europäischen Raum innerhalb von 60 Jahren Kosten von etwa 5,5 Milliarden Euro verschuldet“, erläutert Dr. Phillip J. Haubrock von der Außenstelle Gelnhausen am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Schäden in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro sind allein in Deutschland durch die nicht-heimischen Arten entstanden. „Deutschland betreibt in seiner zentralen Lage
beispielsweise einen intensiven Warenverkehr mit anderen Staaten, der sicherlich einer der Hauptursachen für die Verbreitung und Einführung gebietsfremder Arten ist“, so Haubrock weiter. Die ExpertInnen vermuten, dass die wirklichen Kosten um ein Vielfaches höher liegen, da viele invasive Arten, wie beispielsweise der Amerikanische Waschbär, nicht in den Analysen enthalten sind. „Nicht alle invasiven Arten verursachen wirtschaftliche Schäden, aber die entstehenden Kosten werden vermutlich extrem unterschätzt und liegen wohl um ein Vielfaches höher. Die Invasionsraten steigen weiter und wir müssen davon ausgehen, dass auch die wirtschaftlichen Kosten diesem Trend folgen. Um die wachsenden wirtschaftlichen und ökologischen Probleme invasiver Arten auf regionaler oder Länderebene anzugehen, müssen Erhebung, Berichterstattung und Bewertung der Schäden erheblich verbessert werden. Managementbudgets und Gegenmaßnahmen werden oft auf Regierungsebene festgelegt, und so ist die Quantifizierung der Kosten auf nationaler Ebene der entscheidende erste Schritt. Doch in unserer globalisierten und zunehmend vernetzten Welt wird die Verhinderung und Eindämmung von Schäden nur im internationalen Gleichschritt gelingen“, schließt der Gelnhausener Biologe.

29.07.2021: Studie testet Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden

Hunde sind mit ihrem ausgeprägten Geruchsinn in der Lage, unter anderem mit Sars-CoV-2-infizierte Personen zu erschnüffeln. Wie Studien der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ergeben haben, können die Vierbeiner anhand von Speichel-, Schweiß oder Urinproben Nicht-Infizierte von Infizierten unterscheiden, und das mit einer 94-prozentigen Detektionsrate. Nun hat die TiHo für ihr Projekt „Back to Culture“ Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur erhalten. „Die Studie könnte ein Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler und Veranstalter werden“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Die Tierärztliche Hochschule leistet mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag dazu, Großveranstaltungen sicherer zu machen.“ Durch das Projekt soll geprüft werden, ob sich die Corona-Spürhunde auch
für einen Einsatz auf Großveranstaltungen eignen. „Sollten Hunde ihre Treffsicherheit auch in dieser Studie unter Beweis stellen, böte ihr Einsatz die Möglichkeit, das Infektionsrisiko bei großen Konzerten oder Festen zu minimieren“, so Thümler. „Ein Vorteil am Rande ist – Hunde treffen ihre Entscheidung innerhalb von Sekunden und sind damit sehr viel schneller als die Antigen-Schnelltests.“ Geplant sind Einsätze der Spürnasen auf vier Konzerten unter unterschiedlichen Bedingungen. „Das Projekt zeigt die große Bandbreite der Aktivitäten der TiHo im Kampf gegen die Corona-Pandemie – von der Impfstoffentwicklung über Forschung an Wirkstoffen zur Behandlung von COVID-19 bis zur Diagnostik mit Hunden“, erklärt TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif. Vetion.de hat mit Prof. Dr. Holger Volk, dem Leiter der Klinik für Kleintiere der TiHo Hannover, ein Interview über die Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden geführt.

29.07.2021: Aktion Insektenzählen geht in die nächste Runde

Vom 6. bis 15. August 2021 ist die Bevölkerung in Deutschland ein weiteres Mal aufgerufen, die Insekten in der Umgebung zu zählen. Dazu sollten eine Stunde lang alle Sechsbeiner auf dem Balkon, der Terrasse, im Garten, auf der Wiese, im Wald oder am Fluss gezählt und gemeldet werden. Am besten eignet sich ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Von jeder Insektenart, die entdeckt und bestimmt wird, sollte die höchste, gleichzeitig gesehene Anzahl gemeldet werden. Hilfreich für die Bestimmung der Insekten ist die neue Web-App „NABU Insektensommer“, die 457 ausführliche
und bebilderte Insektenporträts enthält. Die bundesweite Gemeinschaftsaktion „Insektensommer“, ins Leben gerufen vom NABU, dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) sowie naturgucker.de, um die Artenvielfalt und ihre geografische Verteilung analysieren zu können. Während des ersten Aktionszeitraums im Juni 2021 haben mehr als 9.000 Menschen Insekten beobachtet und an den NABU gemeldet. Dabei wurde der Asiatische Marienkäfer am häufigsten beobachtet und verdrängt damit die Steinhummel, die in den Vorjahren die Rangliste anführte.

29.07.2021: Bund fördert Digitalisierung der Landwirtschaft mit 60 Millionen Euro

Um die Digitalisierung der Landwirtschaft in Deutschland weiter voranzutreiben, stellt der Bund Fördermittel in Höhe von 60 Millionen Euro bereit. Die neue Förderrichtlinie "Zukunftsbetriebe und Zukunftsregionen" soll in Kürze veröffentlicht werden. „Mit der neuen Förderrichtlinie wollen wir die Vorreiterrolle der Landwirtschaft bei der Anwendung digitaler Techniken weiter ausbauen. Mit der Richtlinie eröffnen wir neue Möglichkeiten für die Betriebe und ländlichen Regionen, die in ihrer Breite einzigartig sind. Mit unserem Programm wollen wir mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz zusammenbringen mit Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Zudem sollen die Vermarktung regionaler Produkte sowie regionale Wertschöpfungsketten
insgesamt gestärkt werden", verkündete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die Förderichtlinie besteht aus zwei Modulen. Das Modul Zukunftsbetriebe soll Projekte fördern, die sowohl die Pflanzenproduktion als auch die Tierhaltung durch Digitalisierungsmaßnahmen zu einer zukunftsfähigen Entwicklung führen. Profitieren sollen landwirtschaftliche Betriebe aller Größen, um produktiver und wettbewerbsfähiger zu werden. Das Modul Zukunftsregionen fördert die Entwicklung neuer digitaler Ansätze, die regionale Wertschöpfungsketten in ländlichen Räumen stärken können. Mit der Umsetzung ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger beauftragt.

Weniger Stickstoffemessionen durch optimierte Fütterung

29.07.2021

Das Projekt RESAFE-Pig unter der Leitung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) untersucht die Möglichkeiten einer Reduktion der Stickstoffemissionen in der Schweinemast durch eine optimierte Fütterung. Mit dem Fütterungsmodell wollen die Forschenden eine Über- bzw. Unterversorgung der Tiere vermeiden. Denn bislang orientiert sich die Fütterung von Mastschweinen an einem Durchschnittstier. Die Mastschweine haben jedoch unterschiedliche Futterbedürfnisse, die durch eine Optimierung gesteuert werden sollen. Die Forschungsprojekt hat das Ziel, die Schweine entsprechend ihres Typs zu erkennen und individueller als bisher zu füttern. Dabei werden neben der Fütterungssteuerung auch die Proteinreduktion sowie die Optimierung der Rohfaserversorgung untersucht. Der Ansatz birgt ein ungemein großes Potenzial, Nährstoffe einzusparen und gleichzeitig Stickstoffemissionen zu verringern, wie Professor Dr. Christian Visscher, Leiter des Instituts für Tierernährung der TiHo, erklärt. Die
Ausscheidung des reinen Stickstoffs, der dann in die Gülle und damit in die Umwelt gelangt, soll verringert werden. Dafür soll der tatsächliche Bedarf möglichst tierindividuell ermittelt und die Fütterung der einzelnen Tiere darauf ausgerichtet werden, erklärt Dr. Cornelia Schwennen aus dem Institut für Tierernährung der TiHo. „Ein dickeres Schwein erhält in unserem Projekt deshalb mehr faserhaltiges Futter. Durch diesen höheren Faseranteil in der Ration stellt sich so bei den Tieren schneller ein Sättigungsgefühl ein, wodurch sie automatisch weniger fressen", so Schwennen. „Da die Tiere nicht mehr zu große Mengen an Nährstoffen aufnehmen, gelangen weniger Stickstoffemissionen in die Umwelt. Zusätzlich werden Futterressourcen gespart und die Haltung verbessert“, beschreibt Visscher die Vorteile. Die Untersuchungen zeigen, dass die Emissionen durch den erhöhten Einsatz von Rohfasern in der Fütterungsration um bis zu 40 Prozent reduziert werden können. Für die Bedarfsermittlung der Schweine soll eine 3D-Kameratechnik im Stall eingesetzt werden.

28.07.2021: Prof. Wieler erhält Ehrendoktortitel der TiHo

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover hat Prof. Dr. Christian Drosten, Prof. Dr. Gerd Sutter und Prof. Dr. Lothar H. Wieler aufgrund ihrer Verdienste und ihres Engagementes um den One-Health-Ansatz mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. „Professor Dr. Christian Drosten, Professor Dr. Gerd Sutter und Professor Dr. Lothar H. Wieler haben sich in ihrem bisherigen Wirken und ganz besonders während der
Corona-Pandemie um die ganzheitliche wissenschaftliche Betrachtung der Gesundheit von Menschen und Tieren verdient gemacht“, sagt Dr. Gerhard Greif, Präsident der TiHo anlässlich der vom Senat beschlossenen Ehrungen. Mit den Ehrungen eines Humanmediziners und zwei Veterinärmedizinern unterstreicht die TiHo die Bedeutung des One-Health-Ansatzes, der einen Schwerpunkt der Forschungsarbeiten der TiHo bildet.

28.07.2021: Populationsgröße von Bakterien sorgt für genetische Variante

Antibiotika-resistente Krankheitserreger haben sich zu einer der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit entwickelt. Ursache dieser globalen Krise sind zunehmende Resistenzen von Krankheitskeimen gegen immer mehr antibiotische Wirkstoffe aufgrund falscher und vor allem viel zu häufiger Anwendung von Antibiotika im medizinischen Alltag als auch in der Tierhaltung. Die prinzipiellen Mechanismen der Resistenzentstehung werden u.a. an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erforscht. Ein bedeutender Faktor scheint dabei auch die Populationsgröße des jeweiligen Krankheitserregers, wie eine Studie der CAU mit Pseudomonas aeruginosa ergab. Im Verlauf einer Infektion mit einem pathogenen Bakterium treten mehrfach Reduktionen der Keimanzahl auf, sogenannte „Bottlenecks“. Diese Reduktion der absoluten Erregerzahl wird u.a. durch die hemmenden Barrieren des Körpers gegen das Eindringen von Erregern, das Einsetzen der Immunantwort oder schließlich die Behandlung mit Antibiotika selbst verursacht. „Bottlenecks“ können dabei das Auftreten von Zufallseffekten und somit die Ausbildung von Resistenzen bei den Keimen beeinflussen. Im Rahmen der Studie wurde die Resistenzevolution unter dem Einfluss solcher „Bottlenecks“ im Zusammenspiel mit dem durch die Antibiotikagabe ausgeübten Selektionsdruck untersucht. Wichtigstes Ergebnis: „Bottlenecks“ machen die Anpassungen des Krankheitserregers weniger vorhersagbar. „Wir haben zwei Antibiotika mit verschiedenen Wirkmechanismen jeweils am Bakterium Pseudomonas aeruginosa getestet und dabei die Populationsgröße und die Antibiotikakonzentration in zahlreichen Versuchsreihen variiert“ erklärt Dr. Niels Mahrt, Erstautor der Studie. Bei einer geringen
Reduktion der Bakterienanzahl fand eine schnelle Anpassung an die Wirkstoffe häufig auf ähnlichen evolutionären Wegen statt, was auch als parallele Evolution bezeichnet wird. Bei einer starken Reduktion der Populationsgröße des Erregers ließen sich dann jedoch immer weniger dieser parallel entstehenden Anpassungen beobachten. „Unter dem Einfluss besonders starker ‚Bottlenecks‘ wird die Anpassung der Bakterien stark vom Zufall beeinflusst. Das bedeutet, dass dann vermehrt zufällig entstehende genetische Varianten, die einen evolutionären Vorteil für die Keime bieten, auf nur wenige konkurrierende Mutationen treffen und sich daher wahrscheinlich durchsetzen“, fasst Mahrt zusammen. „Zusammengenommen ergeben sich daraus deutliche Belege, dass das Zusammenspiel von unterschiedlich stark ausgeprägten ‚Bottlenecks‘ und dem durch Antibiotika ausgeübten Selektionsdruck die evolutionäre Entwicklung von Resistenzen und die Fitness der Krankheitserreger stark verändert“, so Mahrt weiter. Die Erforschung dieser Faktoren ist daher essentiell für ein vollständiges Verständnis der Evolution von Krankheitserregern und darauf aufbauenden Therapiemöglichkeiten. Übertragen auf die Behandlung von Patienten bedeutet dies, dass für eine möglichst effektive Antibiotikatherapie eine individuelle Charakterisierung der beteiligten Krankheitserreger sinnvoll ist. „Solche präzisionsmedizinischen Ansätze, bei denen der individuelle Zustand einzelner Patientinnen und Patienten einem möglichen Behandlungsansatz zugrunde liegt, sind zwar aufwändig, versprechen aber perspektivisch neue Möglichkeiten zum Beispiel bei der Bekämpfung von chronischen Infektionen“, so KEC-Sprecher Schulenburg.

28.07.2021: Traineeprogramm für angehende FachtierärztInnen startet

Im August 2021 startet doc4pets, ein Zusammenschluss von fünf Kliniken in Südwestdeutschland, ein wohl bislang in Deutschland einzigartiges Traineeprogramm für angehende FachtierärztInnen in der Kleintiermedizin. TierärztInnen, die bei doc4pets eine Fachtierarztausbildung für Klein- und Heimtiere beginnen, können parallel dazu betriebswirtschaftlich/rechtlich ausgebildet werden, um dann später eine eigene Praxis als Geschäftsführer/in und potenzielle/r Teilhaber/in zu übernehmen. FTÄ Doreen Succow erklärt das Konzept so: „Orientiert an den
fachtierärztlichen Schulungsvorgaben der LTK Baden-Württemberg haben wir ein ATF-anerkanntes Schulungskonzept für unsere künftigen Führungskräfte entwickelt." Co-CEO Sven Jan Arndt ergänzt: „Neben medizinischem Know How wird unseren Trainees auch das betriebswirtschaftliche Rüstzeug zur Leitung einer eigenen Praxis mitgegeben. Von der Praxis für die Praxis." Das Traineeprogramm wird im Rahmen einer 4 Tage Woche in Vollzeit absolviert, ohne 24h Dienste. Zudem handelt es sich um ein Bonusprogramm, angelehnt an den bpt. Dadurch wird eine gute Work-Life Balance ermöglicht.

27.07.2021: Gesundes Mikrobiom wichtig für das Immunsystem von Mensch und Tier

Als Mikrobiom wird die Gesamtheit der Bakterien, Pilze sowie Protozoen bezeichnet, die Haut, Lunge, aber auch den Darm von Menschen und Tieren besiedeln. Bestimmte Einflüsse können beispielsweise das Darm-Mikrobiom negativ verändern, sodass die Darmflora gestört wird. Diese Veränderungen führen zu einem Verlust der bakteriellen Diversität. Nützliche Arten werden durch Mikroben, die entzündliche Bedingungen schaffen, verdrängt. Dadurch steigt das Risiko, an Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes oder Krebs zu erkranken. Ein gesundes Mikrobiom kann das Immunsystem auf positive Weise beeinflussen. In der Veterinärmedizin wird die Gesundheit des Mikrobioms noch etwas stiefmütterlich behandelt.
Doch schon bei Kälbern können bestimmte Risikofaktoren zur Instabilität des Mikrobioms führen, wodurch das Auftreten von Rindergrippe besonders bei Jungtieren begünstigt werden kann. Die Boehringer Ingelheim Vetmedica bietet Tierärzten und TierärztInnen eine Online-Fortbildung zum Thema „Lungen-Mikrobiom und sein möglicher Einfluss auf die Rindergrippe“ auf seinem E-Learningportal an. Neben einem kurzen Einblick über die vorhandenen Mikrobiome und deren Bedeutung für die Gesundheit widmet sich Prof. Dr. Dirk Werling der Frage, auf welche Weise das Lungenmikrobiom beeinflusst werden kann und wie es zu einem gesunden Respirationstrakt beiträgt, um beispielsweise Impfwirkungen zu verbessern.

Immer mehr mit Staupe infizierte Füchse in Niedersachsen

27.07.2021

Im Landkreis Stade werden immer mehr mit Staupe infizierte Füchse entdeckt. In den ersten sieben Monaten wurde die gefährliche und hochansteckende Infektionskrankheit bereits bei 39 Füchsen nachgewiesen. Daher mahnt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) HundehalterInnen, den Impfschutz ihrer Hunde unbedingt kontrollieren zu lassen. Das für den Menschen ungefährliche Staupevirus wird meist durch Speichel, Augen- und Nasensekret sowie Urin und Kot von Tier zu Tier übertragen. Neben Füchsen, Mardern,
Dachsen und Wölfen können sich auch Hunde anstecken und schwer erkranken. Mitunter endet eine Infektion auch tödlich bzw. es entstehen bleibende Schäden. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Impfmüdigkeit von HundehalterInnen, sei dies noch einmal ausdrücklich erwähnt! Ein infizierter Hund zeigt Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber, Nasen- und Augenausfluss. Zudem kann bei der Darmform Erbrechen und wässriger, später blutiger Durchfall auftreten. Bei der Lungenform tritt Husten und zunehmende Atemnot auf.

27.07.2021: TK Nordrhein bittet um Hilfe für Hochwassergeschädigte KollegInnen

Das verheerende Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland- Pfalz hat einen unermesslichen Schaden verursacht. Viele Menschen haben ihre Häuser verloren. Auch zahlreiche Tierärztinnen und Tierärzte in den Regionen sind betroffen. Die Tierärztekammer Nordrhein hat angekündigt, auch unbürokratisch zu helfen, denn der Bedarf in finanzieller, sachlicher und personeller Hinsicht ist enorm groß. Zusammen mit dem bpt-Landesverband
Nordrhein hat die Kammer unter dem Kennwort „Tierärzte helfen“ ein Spendenkonto eröffnet. Zudem werden betroffene KollegInnen gebeten, sich bei der Kammer zu melden und jede Art von benötigter Hilfe anzumelden. Für diesen Fall steht ein Formular auf der Internetseite zum Download zur Verfügung. Weiterhin koordiniert die Tierärztekammer Nordrhein die Annahme und Weitergabe von Sachspenden an betroffene TierärztInnen.

27.07.2021: Berufsbegleitende Weiterbildung zum Praxismanager

Der Bund praktizierender Tierärzte (bpt) veranstaltet gemeinsam mit VetKom und der Hochschule Neu-Ulm ab Mitte September 2021 die zweite Runde des berufsbegleitenden Bildungsprogramms zum Praxismanagement. Die Resonanz auf das im Mai diesen Jahres ins Leben gerufene Programm für TierärztInnen war so groß, dass der zweite Durchgang nun parallel zum laufenden Programm starten wird. Mittels wöchentlichen Online- Seminaren können sich Berufstätige in der Tierarztpraxis Kenntnisse über die Steuerung und Führung von Gesundheitsbetrieben aneignen. Zudem erlernen die TeilnehmerInnen Methoden zur Analyse und Interpretation von Strukturen, Prozessen und Potentialen, um passgenau für die eigenen Bedürfnisse neue anwendungsorientierte Lösungen zu entwickeln.
Die Seminarzeiten sind zudem meist praxisfreundlich auf den Samstagnachmittag gelegt. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine mindestens einjährige Berufserfahrung in einer Tierarztpraxis bzw. -klinik oder eine Approbation. Alle Teilnehmer erhalten Zugang zum Lernmanagement-System der Hochschule Neu-Ulm. Bei erfolgreichem Abschluss verleiht die Hochschule ein Teilnahmezertifikat. Bei einem Online-Infoabend am 28. August 2021 können Interessierte einen unverbindlichen Eindruck über das Programm gewinnen. Um das Thema PraxismanagerIn geht es auch im Vets Talk von Vetion.de am 5. Oktober 2021 ab 19:30 Uhr. Dort findet ein kollegialer Austausch zu den Fragen Sinn und Unsinn, Notwendigkeit und Luxus, Pros und Cons statt. Mit dabei TÄ Björn Becker, Dr. Felix von Hardenberg u.v.m.

26.07.2021: Online-Befragung zur deutschen Nutztierzucht

Immer häufiger wird die Zucht von Rindern und Schweinen öffentlich kritisiert. Dabei stehen besonders Züchtungsstrategien als auch Zuchtfortschritte im Fokus. Mit einer kurzen Online-Umfrage möchte sich der Förderverein Bioökonomieforschung (FBF) ein genaues Bild über die verschiedenen Kritikpunkte und Vorwürfe
an der Tierzucht verschaffen. Um auch die Leistungen der Tierzucht anhand von Daten überprüfen zu können, werden TeilnehmerInnen gebeten, ihre Kritikpunkte an der Tierzucht und deren Erfolge in der Online- Umfrage zu nennen. Die Ergebnisse werden im Anschluss der anonym durchgeführten Befragung kommuniziert.

26.07.2021: One-Health-Konzept zur Vermeidung weiterer Pandemien

Die Gefahr, dass es zukünftig ähnliche wie die momentan grassierende Corona-Pandemie geben wird, wächst. Mit großer Sorge wird nicht nur die Übertragung von Viren von Tieren auf den Menschen betrachtet, sondern mehr noch die Ansteckung von Tieren durch den infizierten Menschen (revers-zoonotische Übertragung). Anlässlich dieser bedrohlichen Entwicklungen widmet sich ein aktuelles Positionspapier der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinischer Immunologie (EAACI) dem Thema Coronavirus- Erkrankungen bei Mensch und Tier, potentiellen Übertragungswegen zwischen beiden sowie möglichen Maßnahmen. Nach dem One Health-Konzept soll das gesamte organische Leben - Menschen, Tiere und Pflanzen – einbezogen werden. Neben der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen für Mensch und Tier können weitere Pandemien nur auf diese Weise vermieden werden. Dem One-Health-Konzept folgend müssten schnellstens systematisch
langfristige Maßnahmen gesetzt werden, und zwar auf lokaler, nationaler und globaler Ebene, um die Gefahr von zoonotischen und anderen Erkrankung von Mensch und Tier zu vermindern, erklärt die korrespondierende Autorin Isabella Pali-Schöll vom interuniversitären Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna, Medizinischen Universität Wien und Universität Wien. Neben Erhaltung und Schutz müssten zudem die Lebensräume für Wildtiere sowie die Biodiversität wieder hergestellt werden, so die Wissenschaftlerin. Durch Monokulturen und wenig Artenvielfalt bei Boden, Pflanzen und Tieren können häufiger Krankheiten entstehen. Zusätzlich muss aber auch die Aufklärung der betroffenen Bevölkerungsgruppen bezüglich Konsum von exotischen Tieren und hygienischen Haltungs- und Lagerungsbedingungen von Lebensmitteln erfolgen. Unabhängig davon muss der Zugang zu ausreichend Trinkwasser und Nahrung gesichert werden, um damit zoonotischen Erkrankungen bei Mensch und Tier vorzubeugen.

26.07.2021: Erdressourcen sind bereits am Monatsende verbraucht

Anlässlich des Erdüberlastungstages am 29. Juli 2021 fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine massive Senkung sowie eine gerechtere Verteilung des Ressourcenverbrauchs. Denn bereits in den ersten sieben Monaten sind die Ressourcen für ein ganzes Jahr verbraucht, was sich unter anderem durch das anhaltende Artensterben sowie die Auswirkungen des Klimawandels bemerkbar macht. „Nie dagewesene Hitzesommer, schwere Überschwemmungen und Brände in Nordamerika zeigen: Die Alarmlampen stehen auf Rot. Wir müssen diese Signale unbedingt ernst nehmen und den schon heute dramatischen Auswirkungen der Klimakrise und des weltweiten Artensterbens etwas entgegensetzen. Den Preis unserer vermeintlichen Freiheit zahlen unsere Kinder und nachfolgende Generationen. Für die nächste Bundesregierung gilt: Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei“, fordert Olaf
Bandt, Vorsitzender des BUND. „Eine hohe Ressourcennutzung muss teurer werden. Als ersten Schritt fordert der BUND daher die Einführung einer Primärbaustoff- und einer Materialinputsteuer – wer der Natur Material entnimmt, soll künftig dafür zahlen. Der Zugang zu Ressourcen muss so gestaltet sein, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Mit den Einnahmen aus diesen Steuern muss ein sozialer Ausgleich erfolgen", so Bandt weiter. „Während wenige Menschen aus Spaß ins All fliegen, verlieren viele Menschen aufgrund der Klimakrise alles, was sie besitzen. In diesen Extremen zeigen sich die Folgen des kapitalistischen Raubbaus. Wir brauchen dringend einen Systemwechsel, der die Bedürfnisse der Menschen, Chancengleichheit sowie Ressourcen-, Klima- und Artenschutz vor unternehmerische Profite stellt“, legt Constantin Kuhn aus dem Vorstand der BUNDjugend abschließend dar.

26.07.2021: Untersuchung von Antibiotikaresistenzen im Abwasser

Das Julius Kühn-Institut (JKI) wird im Rahmen eines deutsch- mexikanischen Forschungsverbunds den Einfluss der Abwasserqualität auf das Pflanzenmikrobiom und übertragbare Antibiotikaresistenzen untersuchen. Dazu soll in dem weltweit größten zusammenhängenden Abwasserbewässerungssystem nördlich von Mexiko-Stadt anhand von Abwasserproben zunächst analysiert werden, ob die Umweltkonzentrationen von Schadstoffen, die aus dem Boden freigesetzt und von Pflanzen aufgenommen werden, hoch genug sind, um Antibiotikaresistenzen zu selektieren. Befürchtet wird nach der Inbetriebnahme einer Kläranlage,
dass mehr antibiotikaresistente Bakterien auf die landwirtschaftlichen Flächen und in die Nahrungskette gelangen könnten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt für die nächsten vier Jahre mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Myvetlearn.de bietet Tierärztinnen und Tierärzten Online-Fortbildungen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung an. Neben Modulen zu Klauenerkrankungen und Mastitis bei Rindern sowie Infektionskrankheiten des Respirations- und Gastrointestinaltrakts bei Schweinen befassen sich zudem drei Module mit Infektionskrankheiten bei Mastputen, Legehennen und Masthähnchen.

23.07.2021: Die neue StIKo-Vet-APP für noch schnelleren Zugriff

Mit der neuen StIKo-Vet-APP haben nun auch NutzerInnen mit ihren mobilen Endgeräte einen noch schnelleren Zugriff auf die Impftabelle in Form von Impfampeln, Leitlinien sowie die aktuelleren Stellungnahmen der Impfkommission. Seit Beginn des laufenden Monats kann die neue APP, deren Anwendungen, die so intuitiv wie möglich konzipiert wurden, im Apple Store sowie im Google Playstore runtergeladen werden. Während sich die Leitlinien und Stellungnahmen in PDF-Form eher für das Tablet anbieten, ist die Impftabelle besonders für den schnellen Zugriff über das Smartphone geeignet, da sich der Text automatisch an die Bildschirmgröße anpasst. Die
Leitlinien vermitteln vor allem allgemeines Basiswissen und können ggf. auch im Gespräch mit dem Patientenbesitzer oder Betriebsleiter eine Argumentationshilfe darstellen. Die Stellungnahmen sind als Ausarbeitungen zu speziellen Themen eher für das Selbststudium gedacht. Suchfunktionen nach entsprechenden Schlagworten erleichtern zudem die Nutzung der APP, und mittels Pushnachrichten kann sich der User über Aktuelles informieren lassen. Sehr benutzerfreundlich ist auch die Speicherung der PDF-Dokumente auf dem jeweiligen Endgerät, sodass auch ein Zugriff in Gegenden mit schlechter Netzabdeckung möglich ist.

Mehr Kontrollen der Biosicherheitsmaßnahmen wegen ASP gefordert

23.07.2021

Anlässlich der jüngsten, bedrohlichen Entwicklungen hinsichtlich der grassierenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat der Zentrale Krisenstab „Tierseuchen“ zusammen mit Vertretern von Bund und Ländern sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor am vergangenen Donnerstag getagt. Die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch, forderte die Ländervertreter in der Runde dringend auf, die Einhaltung der erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen verstärkt zu kontrollieren, um weitere ASP-Einträge in Schweine haltende Betriebe zu vermeiden. Da wohl diese Maßnahmen gerade in Kleinstbetrieben häufiger nicht eingehalten würden, müsse durch mehr Kontrollen Abhilfe geschafft werde, so Kasch. „Eine bessere Kontrolle der Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung des Eintrags der ASP in den
Hausschweinbestand ist zwingend erforderlich - auch in den Kleinstbetrieben. Die Länder sind hier zuständig und stehen in der Pflicht. Ich habe die klare Erwartung, dass sie dieser Aufgabe auch nachkommen. Dass die ASP in Brandenburg nun in zwei solcher Kleinsthaltungen nachgewiesen wurde, verdeutlicht die Dringlichkeit“, erklärte die Staatssekretärin weiter. Kasch informierte die Teilnehmenden auch, dass der Handel innerhalb des EU-Binnenmarkts auch bei ASP-Fällen in der Hausschweinpopulation weiterhin möglich bleibe, da das Regionalisierungsprinzip Anwendung findet. Während einige Drittländer deutschlandweite Sperren ausgesprochen hätten, konnte jedoch unter anderem mit Vietnam, Singapur und Kanada eine Regionalisierung erreicht werden. Aufgrund der Bedeutung von Biosicherheitsmaßnahmen ist auf Myvetlearn.de ein mehrteiliger E-Learning-Kurs geplant, bestehend aus einem Grundlagenmodul und mehreren Tierartenmodulen.

23.07.2021: Studie bestätigt: Hunde können Gedanken lesen

Forschende des Clever Dog Labs an der Vetmeduni Vienna konnten in einer aktuellen Studie belegen, dass Hunde „Gedanken lesen“ können. Nachdem frühere Untersuchungen an Hunden zeigten, dass die Vierbeiner die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel haben, einer Vorstufe des Verstehens von Überzeugungen, prüften die Wiener WissenschaftlerInnen nun anhand eines Verhaltenstests, ob die Tiere auch den Unterschied zwischen einer wahren und einer falschen Überzeugung (von Menschen) erkennen können. Dieses sogenannte „False Belief“-Verständnis ist so etwas wie der „Goldstandard“, um den Beginn des „Gedankenlesens“ („Mindreading“ oder „Theory of Mind“) bei Kindern im Alter von etwa vier bis fünf Jahren zu demonstrieren. Bei einem nonverbalen Spiel hatten zwei Gruppen mit insgesamt 200 Hunden die Möglichkeit, Futter in einem von zwei Behältern zu finden. Zunächst sahen die Hunde, wie eine Studentin (die „Versteckerin“) nacheinander das Futter zunächst in Behälter A platzierte und später in Behälter B umlagerte. Bevor die Hunde jedoch ihre Wahl treffen durften, erhielten sie von einer anderen Person (der „Kommunikatorin“) einen Hinweis auf den Ort des Verstecks (einmal falsch und einmal richtig), obwohl die Hunde alles sehen konnten. „Erstens wählten die meisten Hunde den richtigen Behälter B, sie passten offenbar gut auf und ließen
sich nicht vom doppelten Verstecken beirren. Das zweite und vielleicht wichtigste Ergebnis war, dass von den restlichen Hunden, welche dem falschen Hinweis folgten, ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Hundegruppen bestand“, beschreibt Ludwig Huber, Leiter des Messerli Forschungsinstituts, den Test. Damit kann die Hypothese bestätigt werden, dass Hunde den Unterschied zwischen den Überzeugungen der beiden Kommunikatorinnen im Test erkannten. „Das dritte Ergebnis war überraschend, denn anders als bei Kindern und Menschenaffen taten dies mehr Hunde in der Gruppe der Kommunikatorin mit der falschen Überzeugung.“ Terrier stachen bei dem Verhaltenstest besonders heraus: sie verhielten sich wie Menschenkinder und Menschenaffen, indem sie dem irreführenden Hinweis der Kommunikatorin mit falscher Überzeugung seltener folgten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde ein implizites Verständnis falscher Überzeugungen haben. Tierärzte können mehr über die Fähigkeiten und die Psyche von Hunden sowie die daraus resultierenden Verhaltensweisen und Verhaltensstörungen in der mehgrteiligen E-learnig-Reihe Verhaltenstherapie auf Myvetlearn.de. Diese E-learning-Reihe ist geeignet für die gleichnamige Zusatzbezeichnung sowie für die Vorbereitung auf die Abnahme des Sachkundenachweises für Hundehalter.

23.07.2021: Zahlreiche Ideen rund um die Milcherzeugung

Im Bereich der Produktion von Milch gibt es aktuell viel Bewegung. Immer mehr Alternativen zur herkömmlichen Kuhmilch werden auf dem Markt angeboten. Neben Milch aus pflanzlichen Produkten wie Erbse, Hafer, Mandel oder Kokos wird inzwischen auch Milch aus Mikroorganismen gewonnen. Diese mittels Präzisionsfermentation hergestellten Milchprodukte aus Proteinen, die identisch mit Milchproteinen sind, werden dann weiter zu Käse verarbeitet. WissenschaftlerInnen kodieren die Mikroorganismen beispielsweise mit DNA-Sequenzen von Milch und züchten sie bis zur Ernte in einem Fermenter. In einem weiteren Schritt kombinieren die Mitarbeiter die Milchproteine mit pflanzlichen Fetten und Kohlenhydraten und bilden damit den Grundstein für die Käseherstellung. Jedoch gestaltet sich eine Zulassung dieser Milchalternative aufgrund des Gesetzes zur Zulassung von neuartigen Lebensmitteln (Novel Foods) allerdings noch schwierig. Die Molkerei Hochland wird sich an der Investition in die zellbasierte Milch beteiligen, sieht sich jedoch in erster Linie als Partner der Milchlieferanten. Neu auf dem Markt ist auch die dDrei- Milch, die als erste Milch auf natürliche Weise bis zu zwanzig mal mehr Sonnenvitamin als herkömmliche Kuhmilch enthält. „Nach vielen Jahren des Forschens und der Evaluierung von Forschungskonzepten haben wir
herausgefunden, dass man Kuhmilch natürlich verbessern und sie mit hohen Mengen an natürlichem Vitamin D anreichern kann. Haltungsbedingungen mit hochwertiger Fütterung, Freilauf und viel Sonnenlicht verschaffen der dDrei-Milch einen gesundheitlichen Nutzen, durch den die Menschen das präventive Potenzial von Vitamin D mehr ausnutzen könnten", sagt Sabine Obermeier, Projektleiterin der dDrei Milchkristalle GmbH. Das Münchner Unternehmen hat sich die neue Methode zur Milcherzeugung patentieren lassen. Das Konzept, das dahintersteht, ist an sich ganz einfach: Milchkühe dürfen unter nachhaltigen und artgerechten Haltungsbedingungen 365 Tage im Jahr Sonne tanken. Im Frühjahr und Sommer idealerweise auf der Weide, im Herbst und Winter im Stall unter "Bio-Licht", das tagsüber das natürliche Volllichtspektrum der Sonnenlichtfarben nachahmt. Dadurch und durch eine besonders hochwertige Fütterung mit Gras- und Kräutermischungen, die Aminosäure Tryptophan sowie reichlich "grünes Protein" in Form von Luzerne und Klee enthalten, reichern die dDrei-Milchkühe selbst viel Vitamin D in ihrem Körper an. Auch die Kühe selbst profitieren von ihrem hohen Vitamin-D-Spiegel, haben gesunde Knochen und ein gutes Immunsystem.

23.07.2021: Berliner Forschungspreis 2021 ausgeschrieben

Nach 2019 wird auch in diesem Jahr wieder der Berliner Forschungspreis 2021 „Alternativen zu Tierversuchen“ ausgeschrieben. Gesucht werden Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder wissenschaftlich tätige Personen in Berlin und Brandenburg, die sich mit ihren Forschungsvorhaben bzw. Projekten dem 3R-Prinzip (Replacement, Reduction, Refinement) widmen. Diese sollten das Ziel haben, Tierversuche zu ersetzen (Replacement), die Zahl der Versuchstiere zu reduzieren (Reduction) und / oder Leiden und Schmerzen von Versuchstieren zu vermindern (Refinement). Hierzu zählen
auch Projekte, die bereits bestehende Ansätze aufgreifen und so fortentwickeln, dass sie in der Praxis breite Anwendung finden können (Prävalidierung oder Validierung). Eingereicht werden können darüber hinaus bereits abgeschlossene Forschungsprojekte, die mindestens eine der drei genannten Zielsetzungen erreicht haben. Das diesjährige Preisgeld beträgt 30.000 Euro. Der Preis kann ganz oder geteilt vergeben werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2021. Über jeweils aktuelle Ausschreibungen für Forschungs- und Tierschutzpreise informiert Sie das gleichnamige Fokusthema von Vetion.de.

22.07.2021: Hundeohren regelmäßig auf Ohrentzündungen kontrollieren

Je nach Rasse sind Hunde sehr empfänglich für Ohrentzündungen (Otitis), die durch Allergien, Ektoparasiten oder Fremdkörper ausgelöst werden. Durchschnittlich bei einem von sieben Hunden wurde schon einmal einen Otitis externa festgestellt. Diese Entzündung ist mitunter sehr schmerzhaft für das Tier. Die Gefahr einer chronischen Ohrentzündung besteht dann, wenn sich Bakterien oder Hefepilze im Ohr ansiedeln. Diese kann sich zu einer Otitis media, also einer Entzündung des Mittelohrs, ausweiten. Ein Teufelskreis droht dann zu beginnen, da die Otitis media eine Otitis externa aufrechterhalten kann. Hunderassen mit langen Hängeohren oder engen bzw. stark behaarten Gehörgängen sind besonders anfällig für Ohrentzündungen. Hier wird eine besonders intensive Kontrolle sowie gegebenenfalls vorsichtige und gründliche Reinigung des Gehörgangs, beispielsweise mit Ohrgangsspülungen, empfohlen. Auch die Ohren von Hunden, die sich oft und gerne im Wasser aufhalten, sollten öfter
kontrolliert werden. Jedoch rät der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) dringend davon ab, das Ohr mit Wattestäbchen zu reinigen, da Beläge hierdurch noch tiefer in das Ohr geschoben werden können. Nach der Reinigung werden eine Ohrsalbe bzw. Ohrtropfen eingebracht, die Bakterien und Pilze bekämpft, den Juckreiz lindert und Schmerzen und die entzündlichen Erscheinungen zum Abklingen bringt. Bei Milbenbefall wählt der Tierarzt ein Medikament, das zusätzlich ein Akarizid zur Abtötung der Parasiten enthält. Bei schweren, eitrigen Entzündungen kann auch eine systemische Behandlung mit Antibiotika nötig sein. Die meisten Behandlungen kann der Hundehalter nach entsprechender Anleitung gut zu Hause weiterführen. Da Ohrentzündungen ausgesprochen hartnäckig sein können und zum Wiederaufflackern neigen, sollte der Erfolg der Behandlung durch den Tierarzt kontrolliert und auch evtl. weitere Pflegemaßnahmen mit dem Tierarzt besprochen werden.

22.07.2021: Neue Ansätze zu Virusnachweisen in Wildtieren

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigt die dringende Notwendigkeit auf, die Reservoire von Viren, die in der Wildnis zirkulieren, zu finden und engmaschig zu überwachen, um weitere Pandemien zu vermeiden. Doch viele Gebiete, in denen Wildtieren leben, sind schwer zugänglich. Auch ist es ein umständliches Unterfangen, die Tiere aufzuspüren und zu fangen. Neue Ansätze des Virennachweises hat nun ein Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gefunden. Die WissenschaftlerInnen untersuchten Proben aus afrikanischen und mongolischen Wasserlöchern sowie Blutproben von Blutegeln mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung, um bekannte und bisher unbekannte Viren zu identifizieren. „Bei vielen der tödlichsten Viren wie Ebola ist ihr genauer Ursprung noch immer unbekannt“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten. „Die aktuelle Pandemie zeigt, dass wir noch sehr wenig über die virale Vielfalt in der Natur wissen. Neue Methoden könnten uns helfen, bisher unbekannte Viren und ihre potenziellen Wirte zu identifizieren, ohne die üblichen logistischen und ethischen Probleme, die mit der direkten Entnahme von Wildtierproben verbunden sind.“ Bei ihren Analysen fanden die Forschenden unter anderem ein bisher unbekanntes Coronavirus, das wahrscheinlich mit südostasiatischen Hirschen assoziiert ist, sowie
mehrere bekannte und neuartige Viren in den Blutegeln aus Südostasien. Die WissenschaftlerInnen konnten zudem belegen, dass die Viren, die in afrikanischen Wasserlöchern gefunden wurden, auch im Wasser noch immer infektiös sind. Die neuen Ansätze des IZW könnten somit wirksame Methoden des Virennachweises sein, da die betreffenden Säugetiere dafür nicht erst aufgespürt und gefangen werden müssten. Beide Ansätze erwiesen sich als geeignete Werkzeuge für die Forschung zur Pandemieprävention, da sie das Auffinden und Überwachen von Reservoiren für Wildtierviren ermöglichen. „In den Blutegelproben identifizierten wir Säugetierviren aus fünf verschiedenen Virusfamilien und über 50% der Proben enthielten nachweisbare Säugetierviren. Einige davon, wie ein Circovirus oder ein Annellovirus, konnten dem Bartschwein und dem Malaienbär zugeordnet werden, ihren Säugetierwirten, die auch in den Blutegelproben nachgewiesen wurden. Am interessantesten war die Entdeckung eines neuartigen Coronavirus, da dies zeigte, dass wir mit unserer Methode in der Lage sind, bisher unbekannte virale Erreger zu entdecken, die in Wildtieren zirkulieren“, erklärte Dr. Niccolò Alfano. Dies kann helfen, potenziell infektiöse Viren in einem frühen Stadium zu identifizieren und somit ein entscheidender Beitrag dafür leisten, zukünftige Epidemien zu verhindern.

22.07.2021: Ende der BHV-1-Massentötungen gefordert

Anstatt komplette Rinderherden wegen einer Infektion mit dem Bovinen Herpes Virus Typ1 (BHV-1) zu töten, fordern die FREIEN BAUERN, Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe, eine mildere Form der Seuchenbekämpfung. Als Alternative zu den tierschutzwidrigen Massentötungen schlagen die FREIEN BAUERN stattdessen eine dreijährige Quarantäne für mit BHV-1 infizierte, aber klinisch gesunde Tiere vor. „Das bedeutet, dass betroffene Betriebe die Erlaubnis für eine Schutzimpfung bekommen, dass sie in dieser Zeit kein Zuchtvieh vermarkten dürfen, dass sie ihre Tiere entweder durch Stallhaltung oder bei Weidehaltung mit einem doppelten Zaun absichern müssen und dass sie mit regelmäßigen Blutproben die Entwicklung des
Infektionsgeschehens gegenüber dem Veterinäramt dokumentieren“, erklärte Reinhard Jung, Politikreferent der Interessenvertretung. Damit würden die betroffenen Rinderhalter die Möglichkeit erhalten, ihre Herden durch unbelastete Nachzucht und gezielte Zukäufe über einen längeren Zeitraum aus eigener Kraft zu sanieren. „Dieses Jahr sind bereits 17 Betriebe von den Tötungsanordnungen der Veterinärämter betroffen, 14 davon direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden, wo die Krankheit fast überhaupt nicht bekämpft wird. Insbesondere für die Milchviehbetriebe in der Grenzregion ist es unerträglich, ständig mit der Angst leben zu müssen, dass der Staat vom einen auf den anderen Tag ihr züchterisches Lebenswerk vernichten kann“, so Jung weiter.

Prof. Kohn erhält Richard-Völker-Medaille 2021

21.07.2021

Auf dem DGK-DVG Jahreskongress Mitte November 2021 wird Prof. Dr. Barbara Kohn mit der Richard-Völker-Medaille in Berlin ausgezeichnet. Prof. Kohn hat an der LMU München Veterinärmedizin studiert, wo sie auch mit summa cum laude promovierte. Anschließend war
sie in verschiedenen Kliniken im In- und Ausland tätig, bevor sie an die Freie Universität Berlin wechselte, wo sie auch habilitierte. Weiterhin machte sie ihren Fachtierarzt für Kleintiere sowie für Innere Medizin beim Kleintier. Zudem ist sie Diplomate für Internal Medicine - Companion Animal.

21.07.2021: Erneut Keimbelastung von Geflügelfleisch nachgewiesen

In den vergangenen Jahren sind Veränderungen im Essverhalten deutlich geworden. So versuchen sich immer mehr VerbraucherInnen fleischlos zu ernähren und verstärkt Bio-Produkte zu kaufen. VerbraucherInnen, die noch Fleisch essen, greifen weniger häufig nach Schweine-, Rind- oder Kalbsfleisch, dafür landet häufiger Hähnchenfleisch auf den Tellern. In Österreich wurden im Jahr 2019 laut Statistik Austria pro Kopf 12,4 kg Geflügelfleisch verzehrt, davon 9,4 kg Hühnerfleisch. Jedoch ist dieses Fleisch nicht selten mit Krankheitskeimen wie Salmonellen und Campylobacter belastet, wie eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt. Demnach waren 10 von 13 Proben von Hühnerfleischprodukten belastet. Auch
antibiotikaresistente Keime (ESBL) konnten mehrfach nachgewiesen werden. „Zu viele Produkte enthalten krankheitserregende Keime. Auch wenn die getesteten Produkte in den meisten Fällen noch als genussfähig bewertet wurden", erklärt Nina Siegenthaler, VKI-Projektleiterin. Sie rät dringend bei der Verarbeitung von Fleisch und Gemüse stets separate Küchenutensilien zu verwenden und auf ausreichende Hygiene zu achten. „Das kann sogenannte Kreuzkontaminationen verhindern, bei denen Krankheitserreger vom Fleisch etwa in den Salat geraten“, so die Ernährungswissenschafterin. „Zudem sollte Hühnerfleisch immer vollständig durchgegart und im Vorfeld möglichst nicht gewaschen werden. Denn durch abtropfendes Wasser können Keime leicht verbreitet werden.“

21.07.2021: Bauernverband fordert schnelles und konsequentes Vorgehen gegen ASP

Nach dem Auftreten eines dritten Falles der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg bei Hausschweinen hat Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Schweinefleisch und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, seine Forderung nach einer verstärkten Bekämpfung der ASP in Brandenburg und Sachsen bekräftigt. „Angesichts der sich stetig weiter ausbreitenden Tierseuche müssen die bisherigen Krisenstrukturen und die dort getroffenen Entscheidungen offensichtlich deutlich verbessert werden. Die Entwicklung zeigt, dass wir wirkungsvollere Maßnahmen in den betroffenen Bundesländern benötigen, um die Seuche zu stoppen und zurückzudrängen,“ macht Beringmeier deutlich. Von großer Bedeutung
bei der Bekämpfung seien Schnelligkeit, eine große Einheitlichkeit sowie eine stärkere Konsequenz in der Bekämpfung. So müssten Wildschweine koordiniert und konsequent entlang der polnischen Grenze entnommen werden. Weiterhin müsste unverzüglich der Aufbau eines zweiten Schutzzaunes erfolgen. Zur gegenwärtigen Situation sei auch die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen auf den Betrieben sehr wichtig. Dies müsste regelmäßig überprüft werden. Tierhaltungen von Kleinsttierhaltern müssten gegebenenfalls gegen Entschädigung beendet werden. Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte scharfe Kontrollen, damit die angeordnete Aufstallung in den Restriktionsgebieten sowie die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umgesetzt und eingehalten werden.

21.07.2021: Frankreich beschließt weitere Maßnahmen gegen Geflügelpest

Auch in Frankreich hat die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) in 2020/21 für große wirtschaftliche Schäden gesorgt. Betroffen war besonders der Südwesten des Landes, hier mussten im Rahmen von knapp 500 Ausbrüchen in gewerblichen und privaten Geflügelhaltungen annähernd 3,5 Millionen Stück Geflügel, hauptsächlich Enten, getötet werden. Um in Zukunft besser auf eventuelle Seuchenzüge vorbereitet zu sein, hat die französische Regierung umfassende Maßnahmen zur Geflügelpest-Bekämpfung beschlossen. Dazu
gehören neben einer Meldepflicht für alle Geflügelhaltungen und -transporte, der Einführung eines Biozertifikats und der Ausweisung von bestimmten Risikogebieten auch die Aufstallpflicht, von der auch kleinere Betriebe betroffen sind. Während der landwirtschaftliche Berufsstand die Maßnahmen größtenteils akzeptiert, kritisieren die kleinbäuerlich orientierte Confédération Paysanne (Conf‘) und der Verband der Familienunternehmen (MODEF), dass der Übertragung durch Wildtiere zu viel Bedeutung beigemessen werde.

20.07.2021: Niedersachsen wappnet sich gegen ASP

Nachdem in den letzten Tagen die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei drei Schweine haltenden Betrieben in Brandenburg nachgewiesen worden sind, greift die hochansteckende Tierseuche auch in Polen immer weiter um sich. Innerhalb von nur drei Wochen wurden 21 Ausbrüche in Hausschweinehaltungen gemeldet. Die jüngsten Fälle wurden auf Höfen in Kleinpolen sowie im Karpatenvorland, aber auch in Masowien, nur zehn Kilometer von der Grenze zu Brandenburg entfernt, festgestellt. Seit Beginn diesen Jahres mussten im Nachbarland wegen ASP-Ausbrüchen mehr als 24.000 Hausschweine gekeult werden. Für das Land Niedersachsen hätte der Eintrag
der Tierseuche erhebliche Folgen. Daher versucht das Land vorzubeugen und beauftragt die Firma AN Vorsorge als künftig zuständige Wildtierseuchen-Vorsorgegesellschaft. Neben der Einrichtung von Vorhaltemaßnahmen und der Durchführung von angeordneten Bekämpfungsmaßnahmen ist die Firma auch zuständig für die Weiterentwicklung von Bekämpfungsmaßnahmen im Ausbruchsfall. „Ich freue mich, dass wir damit den Landkreisen eine wertvolle Unterstützung ermöglichen können. Wir müssen alles dafür tun, die Seuche im Ausbruchsfall schnell und umfassend zu bewältigen“, betonte Ministerin Barbara Otte-Kinast bei der Vertragsunterzeichnung in der letzten Woche.

20.07.2021: Sichere Methode zur Erkennung von Wolf-Hund-Hybriden

Seitdem vor 21 Jahren die ersten wildlebenden Wolfswelpen seit der Ausrottung der Art in Deutschland geboren worden sind, ist die Population stark gewachsen. Nahezu in allen Bundesländern haben sich Wolfsrudel niedergelassen. Aus Ermangelung einer Auswahl an Geschlechtspartnern oder nach Verlassen des Rudels kommt es vor, dass sich Wölfe mit Haushunden verpaaren, wie Dr. Carsten Nowak vom Senckenberg Forschungsinstitut erklärt. Die aus einer solchen Verpaarung entstehenden Wolf-Hund-Hybriden können den genetisch reinen Wölfen in ihren äußerlichen und molekulargenetischen Merkmalen sehr ähneln. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Senckenberg Instituts hat nun eine neue Methode entwickelt, mit der Wolf-Hund-Mischlinge anhand von Umweltproben sicher zu erkennen sind und die herkömmliche Verfahren
ersetzen soll. „Wir können solche Mischlinge anhand der DNA aus Kotproben, Haaren oder aus Speichelresten von gerissenen Beutetieren identifizieren. Dabei ist die neue Methode deutlich höher auflösend als herkömmliche Verfahren und erlaubt die sichere Erkennung von Hybridisierungsereignissen auch noch nach mehreren Generationen“, erläutert Nowak. Da Hybride weiter zeugungsfähig sind und Hundegene in die komplette Wolfpopulation streuen können, wenn sie sich wieder mit Wölfen paaren, ist es für das Wolfsmanagement äußerst wichtig, diese Mischlinge zu erkennen. „Zudem ist die gesellschaftliche Akzeptanz für wildlebende Wolf-Hund-Hybride gering. Daher werden Hybriden in der Regel aus der freien Wildbahn entnommen. Unsere publiziertes Verfahren erleichtert ihre sichere Identifizierung erheblich“, so Nowak abschließend.

19.07.2021: Kunst im Maisfeld ruft zur Corona-Impfung auf

Mit einem außergewöhnlichen Motiv in seinem riesigen Maislabyrinth ruft ein Landwirt in diesem Jahr zur Impfung gegen Covid-19 auf. Der in das Feld im nordrhein-westfälischen Selm eingefräste Mensch mit Mund-Nasen-Schutz sowie einer Spritze im Arm ist zwar am besten aus der Luft zu erkennen, doch können Besucher seit dem
vergangenen Wochenende auch selbst durch das Maislabyrinth laufen. Landwirt Benedikt Lünemann ist bekannt für seine Maiskunst, mit der er bereits in den vergangenen Jahren schon häufiger auf gesellschaftskritische oder politische Themen aufmerksam gemacht hatte. Der diesjährige Aufruf des Landwirts: Lasst Euch gegen Corona impfen!!

19.07.2021: Weitere Kleinsthaltung in Brandenburg von ASP betroffen

Nach den bestätigten Fällen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen in Brandenburg nahe der polnischen Grenze, ist die hochansteckende Tierseuche in einem weiteren Betrieb festgestellt worden. Betroffen ist eine Kleinsthaltung mit vier Mastschweinen im Landkreis Märkisch-Oderland. Hier wurde der Verdacht auf ASP am vergangenen Samstag bestätigt. Zwei der Tiere, die alle im Stall gehalten wurden, waren bereits verendet, die Tötung der
verbliebenen zwei Schweine wurde angeordnet, wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg berichtet. Die Ursache für den Infektionseintrag ist noch unklar, jedoch befindet sich die jüngst von der ASP betroffene Kleinsthaltung nahe der Haltung, in der sich bereits am Donnerstag der ASP-Verdacht bestätigt hatte. Die notwendigen epidemiologischen Ermittlungen wurden eingeleitet.

19.07.2021: Preise für Fleisch weltweit steigen weiter an

Die Preise für Fleisch sind im laufenden Jahr für den Verbraucher auch im Monat Juni erneut gestiegen. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mitteilte, haben sich die Preise für Rind-, Geflügel-, Schweine- sowie Schaffleisch neun Monate in Folge schrittweise
verteuert. Damit liegt der Fleisch-Index der FAO um 15,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dieser liege aber noch immer um 0,8 Prozent unter dem Wert von August 2014, so die FAO. Grund für die Preissteigerungen sind die starke Nachfrage weltweit sowie die gestiegenen Importe zahlreicher ostasiatischer Länder.

19.07.2021: Zusammenhang zwischen Paratuberkulose und Morbus Crohn nicht nachweisbar

Die Paratuberkulose des Rindes, auch Johnesche Krankheit genannt, ist eine Infektionskrankheit, die besonders bei Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen und Schafen vorkommt. Übertragen wird die Krankheit durch das Bakterium Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP). Die Paratuberkulose ist gekennzeichnet durch nicht behandelbare Durchfälle, einer damit verbundenen Abmagerung und einem tödlichen Verlauf. Ob der Erreger auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn (MC) beim Menschen steht, ist unklar. Sowohl bei der Paratuberkulose des Rindes als auch bei MC zeigen sich in der Pathologie chronisch entzündliche Veränderung des Dünndarms mit einer typischen „hirnwindungsähnlichen“ Auffaltung, was zum Verdacht auf eine ähnliche Ätiologie geführt hat. Daher hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zusammen mit dem Max Rubner-Institut (MRI)
eine umfangreiche Literaturauswertung durchgeführt. Diese belegt, dass weiterhin keine validen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, die einen solchen Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen belegen. Die seit 2003 durchgeführten Humanstudien zur Bedeutung von MAP an der Entstehung von MC und einem möglichen kausalen Zusammenhang liefern aufgrund ihrer Heterogenität bei der Auswahl der Methoden und des Studiendesigns keine vergleichbaren Ergebnisse. Die Rolle von MAP als einem ursächlichen Agens für MC wird jedoch weiterhin diskutiert. Es wird empfohlen, den Eintrag in die Lebensmittelkette und in verzehrfertige Lebensmittel so weit wie möglich zu reduzieren oder zu verhindern. Im Bereich der Milchkette bedeutet dies beispielsweise eine konsequente Bekämpfung der Johneschen Krankheit, Verbesserungen bei der Melkhygiene und der Einsatz geeigneter Prozesstechnologien zur Keimreduktion.

16.07.2021: ASP bei Hausschweinen in Brandenburg nachgewiesen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland auch bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Betroffen sind ein Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße mit 200 Tieren sowie eine Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) als Referenzlabor hat den Nachweis am vergangenen Donnerstagabend (15.07.2021) bestätigt. Beide Bestände wurden sofort durch die zuständigen Veterinärämter gesperrt und die Tiere getötet. Bislang war die ASP lediglich bei Wildschweinen in Sachsen und Brandenburg festgestellt worden. Seit dem ersten bestätigten Ausbruch im September 2020 wurde die Virusinfektion bei 1.267 Wildschweinen in
Brandenburg sowie bei 299 Wildschweinen in Sachsen nachgewiesen. „Seit einem knappen Jahr kämpfen wir gegen einen enormen Seuchendruck aus Polen, der feste Zaun entlang Oder und Neiße ist geschlossen, wir haben inzwischen sechs Kerngebiete in Brandenburg, in denen wir durch systematische Fallwildsuche und Entnahme die ASP eindämmen. Dass wir nun auch die ersten Fälle in Hausschweinbeständen haben, bedauere ich sehr, leider war das aber auch nicht völlig auszuschließen. An alle schweinehaltenden Betriebe möchte ich deshalb appellieren, die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten“, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).

16.07.2021: Zahl der ökologischen Nutztierhaltungen gestiegen

Der Anteil der Betriebe mit ökologischer Tierhaltung ist in den letzten zehn Jahren von sechs auf zehn Prozent gestiegen. Das ergab die Landwirtschaftszählung des vergangenen Jahres. Zum Stichtag am 1. März 2020 zählte das Statistische Bundesamt (Destatis) insgesamt 17.300 Betriebe mit ökologischer Nutztierhaltung, was einem Plus von 41 Prozent entspricht. Die Anzahl der Rinder haltenden Bio- Betriebe
stieg dabei um 34 Prozent auf 13.000. Während auch die Hühner haltenden Betriebe auf 5.400 seit 2010 angestiegen sind, lag der Anteil der ökologischen Schweinehaltungen lediglich bei knapp einem Prozent, trotzdem sich die Zahl der Betriebe von 156.300 auf 212.500 erhöht hat. Im März 2020 wurden insgesamt 2.700 Betriebe mit ökologischer Schafhaltung Ziegen (243.800 Tiere) sowie 1.900 Betriebe mit ökologischer Ziegenhaltung (51.400 Tiere) gezählt.

16.07.2021: Verdacht der Fischseuche in Sachsen-Anhalt bestätigt

In Sachsen-Anhalt ist ein erster Fall der Infektiöse Hämatopoetischen Nekrose (IHN) bei Fischen nachgewiesen worden. Erst wenige Wochen zuvor war die Fischseuche in Dänemark festgestellt worden. Betroffen ist ein fischhaltender Betrieb im Salzlandkreis, wie das Landesamt für Verbraucherschutz in Halle mitgeteilt hat. Zuletzt waren IHN-Fälle in dem Bundesland im Jahr 2013 gemeldet worden. Das für den Menschen ungefährliche Virus befällt vorwiegend Lachse und Regenbogenforellen. Eine Virusübertragung kann aber auch durch
andere Fischarten erfolgen, die selber nicht erkranken. Erkennbar ist eine IHN-Erkrankung durch Symptome wie eine dunkel gefärbte Haut, blasse Kiemen sowie Glotzaugen. Bei chronisch erkrankten Fischen wurden zudem ungewöhnliche Schwimmbewegungen beobachtet. Das Ministerium mahnt Fischereien sowie Hobbyangler zu besonderer Vorsicht und Hygiene. Weiterhin wird mitgeteilt, dass Fische ohne Symptome geschlachtet und weiterverarbeitet werden können. Auch müssten bei einem IHN-Ausbruch nicht zwangsläufig alle Fische getötet werden.

16.07.2021: Bundesweites Verbot von Totschlagfallen gefordert

Nach Berlin, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Baden-Württemberg und Sachsen, hat auch Hessen die Jagd mit sogenannten Totschlagfallen verboten. Während Jagdverbände die Fallenjagd als wichtige Maßnahme sehen, die Populationen von Füchsen, Waschbären oder Marderhunden effektiv zu reduzieren, fordern Tierschutzverbände ein bundesweites Verbot von Schlagfallen. In einem gemeinsamen Brief an die Ministerien weisen der Deutsche Tierschutzbund, die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht und Wildtierschutz Deutschland auf die erhebliche Verletzungsgefahr der vermeintlich sofort tötenden Fallen hin, da
diese weder selektiv fangen noch den schnellen Tod der Tiere sicher gewährleisten. In der Regel werden die Beutegreifer in den Fallen lebend gefangen, mittels eines Schiebers in einen Drahtkäfig geschoben und dort erschossen. Diese Methode entspricht keinesfalls einem wie im Bundesjagdgesetz geforderten "unversehrten Fangen". Zudem sprechen die Tierschutzverbände dieser Fangmethode eine Bestandsreduktion der bejagten Tierarten ab, wie unter anderem eine amerikanische Studie an Waschbären belegen konnte. Gemäß des Bundesjagdgesetzes fordern die geannten Organisationen daher ein grundsätzliches Verbot derartiger Fanggeräte.

15.07.2021: Verbot von Kälbertransporten vor 5. Lebenswoche gefordert

Die Gesundheit von Kälbern vor der vollendeten 4. Lebenswoche ist während eines Tiertransports stark gefährdet. In vielen Fällen sterben die Jungtiere aufgrund der Strapazen eines nicht selten bis zu 18 Stunden dauernden Transports sogar. Darauf hat der österreichische Tiertransporte-Experte und Veterinärmediziner Alexander Rabitsch kürzlich hingewiesen. Rabitsch fordert daher ein allgemeines Verbot von Transporten von Kälbern vor dem Beginn der 5. Lebenswoche in Österreich. In Deutschland wird sich schon bald der Bundestag mit dem Verbot von Kälbertransporten befassen müssen, da das Land Niedersachsen einen entsprechenden Antrag eingebracht hat. „Wenn Österreich
nicht beim Tierschutz hinter Deutschland zurückfallen will, dann muss die Bundesregierung jetzt aktiv werden. Es sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass Kälber im Alter von wenigen Tagen nicht transportiert werden sollten. Doch auch die Gutachten der Fachexperten beweisen die Schädlichkeit dieser Transporte, die in keinster Weise mit dem in der österreichischen Verfassung verankerten Tierschutzanspruch in Einklang zu bringen sind. Es muss daher unmittelbar ein Transportverbot ausgesprochen werden, damit nicht noch mehr arme Kälber auf innerösterreichischen Transporten sterben“, erklärt Sebastian Bohrn Mena, Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich.

bpt bedauert Entscheidung der EU-Abgeordneten zur Antibiotikaeinstufung

15.07.2021

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) hat enttäuscht auf die Abstimmung des EU-Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) bzgl. des Entschließungsantrags gegen die delegierte EU-Verordnung über die „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ reagiert. Am vergangenen Dienstag hatten 38 Ausschussmitglieder gegen die Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) entschieden, 18 waren dafür und 22 enthielten sich. Die EU-Kommission hatte den delegierten Rechtsakt gemeinsam mit den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung durch die EMA in Zusammenarbeit mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erarbeitet. Dies führt u.a zu einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit sowie der Gesundheit und des Wohlergehens der Tiere. Zugleich stellt der
Beschluss eine klare Missachtung des in der EU etablierten wissenschaftsbasierten Entscheidungsfindungsprozesses dar und ignoriert die wiederholten Aufrufe der eigenen Behörde, antimikrobielle Resistenzen mit dem One-Health-Ansatz zu bekämpfen, so die klare Kritik des bpt. Das willkürliche Verbot der einzigen therapeutischen Möglichkeit gegen bakterielle Infektionen bedeutet, dass alle Tiere, auch Haustiere, unbehandelt bleiben, was zu unnötigem Leiden und sogar zu ihrem Tod führen kann. Dies steht in eklatantem Widerspruch zum Vertrag von Lissabon, der Tiere als fühlende Wesen anerkennt, sowie zu der Bedeutung, die die Bürger dem Tierschutz beimessen, wie kürzlich die erfolgreiche europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ gezeigt hat. Der angenommene Antrag wird zudem keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Resistenzlage haben. Der bpt wird gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden den Kampf für einen wissenschaftsbasierten One-Health-Ansatz in den nächsten Monaten fortsetzen und sich dabei auf die Plenarabstimmung im September 2021 konzentrieren.

15.07.2021: Auch in höchster Haltungsform nur geringes Platzangebot

Seit etwas mehr als zwei Jahren können sich VerbraucherInnen vor dem Kauf von Frischfleisch im Supermarkt einfach über die Haltung des jeweiligen Tieres informieren. Vier unterschiedlich farbige Siegel auf der Verpackung zeigen an, in welcher der Stufen das Tier bis zur Schlachtung gehalten wurde. Die einzelnen Haltungsformen zeigen in erster Linie an, wieviel Platz die Tiere im Stall zur Verfügung haben sowie den Zugang zur Frischluft. Die Haltungsstufe 4 stellt in dieser Klassifizierung die oberste und beste Kategorie dar. Hier soll künftig auch Biofleisch angesiedelt werden. VerbraucherInnen sollten jedoch wissen, dass das Platzangebot in der
höchsten Haltungsstufe auch nach Verdopplung (im Vergleich Stufe 1 und 4) der Fläche noch immer sehr gering ist, was auf die gesetzlichen Mindeststandards zurückzuführen ist. In der Haltungsstufe 4 verpflichtet sich der Erzeuger, dass allen Tierarten ein Zugang zu Frischluft bzw. einem Freigelände zur Verfügung gestellt wird und die Tiere ausschließlich gentechnikfreies Futter bekommen. Für Hühner und Schweine müssen zudem Stroh oder andere Streumittel verfügbar sein. Das Siegel kann als erster Schritt zu mehr Tierwohl gesehen werden, bedeutet aber noch lange nicht, dass die Tiere ein glückliches Leben geführt haben, so lautet das Fazit von Focus.de.

15.07.2021: Österreich bleibt vorläufig bei niedrigen Haltungsstufen

Die Lebensmitteleinzelhändler und -ketten in Deutschland haben sich kürzlich verpflichtet, nach und nach die Haltungsstufen 1 und 2 bei Frischfleisch auszulisten. Spätestens ab dem Jahr 2030 sollen dann nur noch Frischfleischprodukte der Haltungsstufen 3 und 4 verkauft werden. In Österreich ist ein solcher Schritt in Richtung mehr Tierwohl offensichtlich nicht geplant, wie die Bürgerinitiative oekoreich mitteilt. Die Ketten Spar, Rewe und Lidl, alle drei Tochterunternehmen von deutschen Konzernen, sowie Hofer warten hier scheinbar noch auf Impulse durch den Gesetzgeber. „In Österreich übt man sich derzeit noch in Zurückhaltung, offenbar im Vertrauen darauf, dass die Politik schon keine Verschärfungen
vornehmen wird. Wir müssen dafür sorgen, dass die Konzerne sich hier irren. Die Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens müssen zeitnah umgesetzt werden, dann erledigt sich die Diskussion von selbst. Das Wohl der Tiere und der Erhalt der Natur dürfen nicht von den Launen oder Profitüberlegungen der Handelskonzerne abhängig sein, sie können mit dieser großen Verantwortung wie man sieht nicht umgehen. Die Politik ist aufgefordert – ähnlich der deutschen Borchert-Kommission – einen großen Reformplan vorzulegen, der den Umbau in eine tier- und klimafreundliche Landwirtschaft sicherstellt“, fordert Sebastian Bohrn Mena, Koordinator der Bürgerinitiative oekoreich und Bevollmächtigter des Tierschutzvolksbegehrens.

TV-Tipp: Milchbauern vor dem Ruin

14.07.2021

Am Mittwoch strahlt der MDR um 21:15 Uhr eine Dokumentation zum Sterben der deutschen Milchbauernhöfe aus. In der Doku geht es um das deutsche „Milch-Drama“, wobei die Reporter die Situation zweier Milchviehbetriebe in Sachsen-Anhalt zeigen. Im Fokus die Frage "Warum sich Milchviehhaltung in Deutschland nicht mehr lohnt". Immer mehr Betriebe geben auf, da der gezahlte Milchpreis kein Auskommen ermöglicht. Den Molkereien geht es hingegen
gut. So verdient der Spitzenreiter unter den Molkereien 20 Cent pro Kilogramm Milch! Aber auch das Schlusslicht im Ranking der Molkereien hat noch 5 Cent pro Liter verdient. Der Milchbauer hingegen bekommt – egal an wen er liefert – immer zwischen 30 und 35 Cent. Die Milchbauern fordern von der Politik, für faire Spielregeln am Markt sowie für eine Chancengleichheit zwischen den Käufern und Verkäufern der Milch zu sorgen.

14.07.2021: Barfen birgt potenzielle Gesundheitsrisiken für den Tierhalter

Immer mehr HalterInnen entscheiden sich für das Füttern ihrer Hunde mit Rohfutter, das sogenannte Barfen. Laut einer aktuellen Studie eines portugiesischen Forscherteams ist das inzwischen in vielen Tierhandlungen erhältliche rohe Fleisch besonders oft mit Enterokokken belastet. Enterokokken weisen oftmals Resitenzen auf und zählen zu den sogenannten Krankenhauskeimen, die Infektionen, die im Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen stehen, verursachen. Die ForscherInnen haben insgesamt 55 Hundefutter-Proben aus Supermärkten sowie Tierhandlungen in ganz Europa auf Enterokokken untersucht. Erschreckend waren die Analysen der Rohfutterproben – alle untersuchten Proben enthielten multiresistente Enterokokken. Diese waren auch resistent gegen Linezolid, ein Reserveantibiotikum, das erst eingesetzt wird, wenn andere Antibiotika nicht wirken.
Die WissenschaftlerInnen können nicht ausschließen, dass diese Keime vom Hundefutter auf den Menschen übertragen werden können und so für eine massive Verbreitung sorgen. „Der enge Kontakt von Menschen mit Hunden und die Kommerzialisierung der untersuchten Marken in verschiedenen Ländern stellt ein internationales Risiko für die öffentliche Gesundheit dar“, mahnt Dr. Ana R. Freitas. Die europäischen Behörden müssten sich den potenziellen Gesundheitsrisiken bei der Hundefütterung bewusst werden und die Herstellung von Futter überprüfen. Dazu zähle nicht nur die Auswahl der Zutaten, sondern auch ein besseres Hygienekonzept, rät das Forscherteam. Verschiedene ATF-anerkannte Online-Fortbildungen zur Ernährung von Hund und Katze finden Tierärztinnen und Tierärzte bei Myvetlearn.de.

14.07.2021: Förderprogramme für Verringerung von Antbiotikagaben bei Geflügel

Mit dem Bundesprogramm Nutztierhaltung als zentralen Baustein der Nutztierstrategie möchte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Haltungsbedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben konsequent weiterentwickeln und die Gesundheit der Tiere und das Tierwohl verbessern. Dazu gehört auch die Beschränkung von Antibiotikagaben auf ein notwendiges Maß. Mit einer aktuellen Ausschreibung ruft das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dazu auf, Studien sowie innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Antibiotikaminimierung in der Geflügelhaltung einzureichen. Gefördert werden sollen Maßnahmen, die zur verbesserten Gesundheit der Tiere,
von Elterntieren bis hin zum Mastgeflügel, beitragen und dadurch den Einsatz von Antibiotika verringern. „Wie die Evaluierung zeigt, ist die Gesamtverbrauchsmenge an Antibiotika im untersuchten Zeitraum um fast ein Drittel gesunken. Klar ist: der Einsatz bei Mensch und Tier muss auf das absolut notwendige Maß reduziert werden“, erklärt Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMEL. Da die Förderbedingungen aus drei Förderprogrammen des BMEL (Bundesprogramm Nutztierhaltung, Programm zur Innovationsförderung und Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft) gelten, wird ein vielfältiges und breites Spektrum von Antragstellern erreicht.

14.07.2021: Gesamtkostenbetrachtung für Haustiere

In Deutschland werden über 15 Millionen Katzen sowie 10 Millionen Hunde gehalten. Auch immer mehr Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Reptilien ziehen in die Haushalte ein. Doch welche Kosten verursachen die tierischen Familienmitglieder? Nach den Berechnungen von Heimwerker.de summieren sich die durchschnittlichen Anschaffungskosten und die jährlichen Kosten für Futter, Tierarztbesuche, Zubehör, Versicherungen, usw. auf mehrere Tausend Euro, die das Tier während seines Lebens verursacht. Katzen, die die beliebtesten Haustiere in Deutschland sind, bringen es auf durchschnittliche Gesamtkosten in Höhe von knapp 10.000 Euro. HundebesitzerInnen müssen mit insgesamt sogar fast 17.000 Euro für ein ganzes Hundeleben rechnen. Teurer sind nur
Schildkröten, die durch ihre hohe Lebenserwartung von durchschnittlich 95 Jahren bis zu 28.750 Euro kosten können. Auch wenn etwa das Futter für die Reptilien nicht so ins Gewicht fällt, kommt im Laufe eines Schildkrötenlebens einiges zusammen. Vor der Anschaffung von Kaninchen oder Meerschweinchen sollte unbedingt bedacht werden, dass die Nager mindestens einen Artgenossen brauchen. Dadurch können sich dann schnell die errechneten Gesamtkosten (ca. 7.700,- Euro/Kaninchen bzw. 3.700,- Euro/Meerschweinchen) entsprechend verdoppeln. Wer sich gern ein Pferd zulegen möchte, muss allerdings mit ganz anderen Kostendimensionen rechnen: für Anschaffung, Stallmiete, Tierarzt, Hufschmied, Ausrüstung und Co. zahlt man zwischen 50.000 und 100.000 Euro während eines Pferdelebens.

14.07.2021: Lebenserwartung von Zoo-Raubtieren stark gestiegen

Die verbesserten Haltungsbedingungen in modernen Zoos auf der ganzen Welt haben dazu geführt, dass sich die Lebenserwartung von verschiedenen Raubtierarten, die dort aufgezogen werden, annähernd verdoppelt hat. Das ergab eine Studie, bei der umfassende Lebensdaten von Zootieren weltweit über einen Zeitraum von 70 Jahren gesammelt und ausgewertet wurden. „Die Ergebnisse unserer Analysen zu den Lebensdaten von weltweit mehr als 160.000 gehaltenen Raubtieren belegen eindrucksvoll die verbesserte Haltung in unseren Zoos", erläutert Dr. Marco Roller, Veterinär im
Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe und einer der Autoren der Studie. „Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Haltung und Pflege unserer Tiere ist selbsterklärtes Ziel der internationalen Zoogemeinschaft", ergänzt Dr. Dennis Müller, Zoodirektor im Zoologischen Garten Halle und Mitautor. „Unsere Auswertung belegt ganz deutlich, dass wir mit unseren Anstrengungen bei der Erreichung dieses Ziels auf dem richtigen Weg sind." Die Untersuchungen waren nur möglich, weil Zoos weltweit die Lebensdaten ihrer Tiere kontinuierlich in einem gemeinsamen Archiv gesammelt haben und somit Langzeit-Trends beobachten konnten.

13.07.2021: Tierschutzbund stellt Forderungen an die Politik

Am 26. September 2021 finden in Deutschland die Bundestagswahlen statt. Bevor die großen und kleinen Parteien im Wahlkampf beginnen, der breiten Öffentlichkeit ihre Wahlprogramme vorzustellen, hat der Deutsche Tierschutzbund bereits seine Forderungen an die Politik formuliert und diese an Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, sowie an die Vorsitzende des Bundestagsfraktion DIE LINKE, Amira Mohamed Ali, übergeben. „In den letzten Jahren hat sich im Tierschutz politisch zu wenig bewegt. In der kommenden Legislaturperiode ist es Aufgabe der neuen Bundesregierung, wichtige Tierschutzthemen anzugehen und
voranzutreiben. Es wurde schon zu viel Zeit vertan“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der die Liste persönlich übergab. „Mit unseren Forderungen wollen wir aufzeigen, wo die Reise hingehen muss. Der Tierschutz ist im Grundgesetz verankert. Dies muss sich endlich auch in einem höheren politischen Stellenwert und in der Gesetzgebung widerspiegeln.“ Neben den Forderungen nach einer besseren finanziellen Unterstützung von Tierheimen und dem Schutz von landwirtschaftlichen Nutztieren steht besonders der illegale Welpenhandel auf der Liste der Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes.

13.07.2021: Ferkelsterblichkeit trotz größerer Würfe stabil

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat unter anderem den Auftrag, Auswirkungen von Neuerungen in der Nutztierhaltung zu beobachten. Die Ergebnisse fließen dann in eventuell präzisere Vorgaben für die Tierschutzgesetzgebung ein. So werden an zwei Zentren für tiergerechte Haltung Forschungsprojekte zu verschiedenen Nutztierarten durchgeführt. In einer aktuellen Untersuchung haben sich ForscherInnen mit dem Zusammenhang zwischen Wurfgrößen und Ferkelverlusten beschäftigt. Für die NutztierhalterInnen ist wichtig zu wissen, ob die Ferkelverluste in Abferkelbuchten mit frei beweglicher Muttersau bei größeren Würfen angestiegen sind, denn in den letzten Jahren hat sich die Zucht auf große Würfe konzentriert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Ferkelsterblichkeit in der Schweiz trotz
größerer Würfe stabil geblieben ist. 2003 gingen durchschnittlich 11,7 Prozent der Ferkel pro Wurf bis zum Absetzen ein, 2017 waren es 0,6 Prozent weniger. In der Schweiz ist die Kastenstandhaltung bereits seit dem Jahr 2007 verboten. Die Ergebnisse bekräftigen diesen Schritt hin zu mehr Tierwohl im Stall. Die Schweizer Bevölkerung zeigt eine wachsende Sensibilität für die Haltung von Nutztieren, was der BLV zum Anlass nimmt, sich noch mehr für das Tierwohl einzusetzen. Die traditionell Anfang September stattfindende jährliche Tagung zu „Aktuellen Problemen des Tierschutzes“ wird auch in diesem Jahr auf MyVetlearn.de als Online-Fortbildung durchgeführt. Diese richtet sich vor allem an Tierärztinnen und Tierärzte, die im öffentlichen Dienst tätig sind. Das Programm ist vielfältig und die Veranstaltung mit 10 ATF-Stunden anerkannt.

13.07.2021: Mehr Schweine mit Schwanzläsionen in der Schweiz

Schwanzbeißen bei Schweinen hat viele Ursachen. Neben der Gruppengröße und mangelhaftem Platzangebot können auch eine unzureichende Fütterung sowie ein schlechtes Stallklima dieses Problem fördern. Nachdem in der Schweiz bis 2016 immer weniger Schäden durch Schwanzbeißen festgestellt worden sind, nimmt das Problem seitdem wieder zu. Das ergab eine Studie, die Schweizer Wissenschaftlerinnen durchgeführt haben. Bei ihren Untersuchungen konnten die Forschenden belegen, dass 37 Prozent der untersuchten Mastschweine einen wunden oder blutigen
Ringelschwanz hatten. Ein Team der Vetsuisse-Fakultät in Bern unter der Leitung von Heiko Nathues hat sich daher näher mit der Problematik Schwanzbeißen beschäftigt und ein Jahr lang mehr als 180.000 Schweine aus über 1.800 Betrieben auf Verletzungen der Schwänze untersucht. Dabei bestätigte sich leider der Verdacht, dass Schwanzläsionen, die unter anderem durch das Benagen zustande kommen, verbreitet vorkommen. Die Schweizer Wissenschaftler wollen jetzt alles dran setzen, die Zusammenhänge noch besser zu verstehen, um ihre Landwirte besser beraten zu können.

12.07.2021: Campylobacteriose und Salmonellose häufigste Zoonosen in 2020

Da 75 Prozent der neuen Infektionen beim Menschen zoonotisch sind, also vom Tier auf den Menschen übertragen werden, werden alle Daten zu den häufigsten Zoonosen sowie lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen zentral gesammelt. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie das Bundesamt für Gesundheit haben die Ergebnisse des vergangenen Jahres in einem gemeinsamen Bericht veröffentlicht. Wie auch in den vergangenen Jahren wurden die Campylobacteriose sowie die Salmonellose beim Menschen auch in 2020 am häufigsten gemeldet. Ursache
beider Zoonosen sind mit diesen Lebensmittelkeimen kontaminierte Lebensmittel. Das BLV überwacht mit spezifischen Programmen ausgewählte Zoonosen auf allen Stufen der Lebensmittelproduktion. Da Tiere, die keine sichtbaren Symptome einer Erkrankung zeigen, trotzdem Träger der Keime sein können, werden Untersuchungen zudem in Diagnostiklaboratorien vorgenommen. Die Ergebnisse der Überwachung entscheiden mit darüber, ob Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen oder angepasst werden müssen. Erfreulich ist jedoch, dass die Zahl der verzeichneten Zoonosen leicht abgenommen hat.

12.07.2021: Meldungen an HIT-Antibiotikadatenbank nicht vergessen

Am 14. Juli 2021 endet die Frist für die Meldung von Bestandsdaten und verwendeten Antibiotika an die HIT-Antibiotikadatenbank. NutztierhalterInnen müssen bis zu diesem Termin alle Daten zu der eingesetzten Antibiotikamenge für die ersten sechs Monate 2021 übermitteln. Zudem sind die HalterInnen verpflichtet, sämtliche Tierbewegungen und Tierbestände einschließlich der Zu- und Verkäufe, Verluste,
sowie in die Ferkelaufzucht eingestallten bzw. in die Mast versetzte Tiere zu melden. Zusätzlich zu Betriebsdaten und Antibiotikamenge müssen Landwirte jedes halbe Jahr erneut eine Tierhaltungsversicherung an die Regionalbehörde versenden. Mit diesem Schrieb versichert der Tierhalter, dass er bei der Behandlung der Tiere nicht von den Vorgaben des Tierarztes abgewichen ist.

12.07.2021: Josef Troxler erhält Österreichisches Ehrenkreuz

Für sein wissenschaftliches Engagement ist Josef Troxler, emeritierter Professor für Tierhaltung und Tierschutz der Veterinärmedizinischen Universität Wien, mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet worden. Damit erhielt Troxler eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen der Alpenrepublik. Die Preisverleihung fand bereits am 16. Juni 2021 im Rahmen eines Festaktes in der Vetmeduni Wien statt. „Josef Troxler hat wertvolle Pionierarbeit geleistet, indem er für Österreich einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen für Tierhaltung und Tierschutz geleistet hat und sich dabei stets
für die praktische Umsetzung im Sinne des Tierwohls einsetzte. Darüber hinaus war er auch maßgeblich beim Aufbau des Messerli Forschungsinstituts, das sich der Mensch-Tier-Beziehung widmet, beteiligt gewesen“, sagte Bundesminister Heinz Faßmann bei der Überreichung der Auszeichnung. „Tierhaltung und Tierschutz sind durch sein Wirken ein fixes und umfangreiches Themengebiet des veterinärmedizinischen Curriculums sowie der postgradualen Weiterbildung geworden und gehören zur tierärztlichen Kernkompetenz. Die Studierenden schätzten seine praxisnahen Vorlesungen und nahmen begeistert an seinen Exkursionen teil“, betonte Rektorin Petra Winter in ihrer Laudatio.

Kategorisierung von Antibiotika nachteilig für Tiergesundheit

09.07.2021

Am kommenden Dienstag, 13. Juli 2021, stimmt der zuständige Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) des EU-Parlaments über den von der EU-Kommission vorgeschlagenen delegierten Rechtsakt über „Kriterien für die Einstufung antimikrobieller Mittel, die für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen vorbehalten sind“ ab. Kurz vorher haben einige Abgeordnete des Europäischen Parlaments einen Entschließungsantrag eingebracht, um die Kriterien noch strenger zu gestalten und so ein weitreichendes Verbot des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren zu erreichen. „Die Abgeordneten verkennen dabei, dass Antibiotikaklassen, die auf die Reserveliste gesetzt werden, nicht nur für lebensmittelerzeugende Tiere verboten werden, sondern für ALLE Tierarten, also auch für Hunde, Katzen, kleine Heimtiere, Exoten, Pferde und Zootiere, und keine Ausnahmen zulässig sind“, macht Dr. Siegfried Moder, Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) sein Unverständnis deutlich. „Die Zahl der verschiedenen Antibiotikaklassen, die für die Verwendung bei Tieren zur Verfügung stehen, ist im Vergleich zu denen, die in der Humanmedizin verfügbar sind, ohnehin sehr eingeschränkt. Die Auferlegung zusätzlicher Beschränkungen ohne stichhaltige wissenschaftliche Argumente über die im delegierten Rechtsakt definierten Kriterien hinaus würde zu einem erheblichen Therapienotstand führen und hätte damit schwerwiegende Auswirkungen auf die Tiergesundheit und das Wohlergehen der Tiere und potenziell auch auf die öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“, erläutert Moder. Politiker und Tierhalter müssen sich darüber im Klaren sein, dass, wenn der Vorschlag von EMA und EU-Kommission abgelehnt würde, bestimmte bakterielle Infektionen nicht mehr ordnungsgemäß und fachgerecht behandelt werden könnten und es auch nahezu unmöglich wäre, zoonotische Erkrankungen durch multiresistente ( “Multidrug-resistant”, MDR) Bakterien zu behandeln, die ein besonderes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen, einschließlich Leptospirose, Infektionen mit Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Salmonella spp. und Campylobacter spp.. Bei Haustieren wären z. B. häufig
vorkommende, lebensbedrohliche Infektionen wie Lungenentzündung, Pyometra, Peritonitis, Pleuritis und Hautinfektionen nicht mehr behandelbar; bei Fohlen die Behandlung von Rhodococcus-Äqui-Infektionen, Septikämien und einiger Wundinfektionen nicht mehr möglich. Auch könnten viele Infektionen bei kleinen Heimtieren, Reptilien und Exoten nicht mehr therapiert werden, da eine Vielzahl antimikrobieller Wirkstoffe wegen Unverträglichkeit nicht angewendet werden können oder sogar toxisch wirken. Für eine ordnungsgemäße und gezielte Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten sei es daher unabdingbar, dass TierärztInnen eine Reihe von verschiedenen Antibiotikaklassen zur Verfügung haben. „Durch den Einsatz des ‚richtigen‘ Antibiotikums bei einer bakteriellen Erkrankung kann, nach Erstellung einer tierärztlichen Diagnose und ggf. eines Antibiogramms, eine Resistenzbildung vermieden werden. Die Beschränkung auf wenige Antibiotikaklassen erhöht den Selektionsdruck und führt zu einer noch schnelleren Entwicklung von Resistenzen“, so Moder weiter. Im Übrigen hat die Tiermedizin durch eine 60-prozentige Senkung der Antibiotikamengen gezeigt, dass man seit Jahren verantwortungsvoll mit der Resistenzproblematik umgeht und Antibiotika nur gezielt für eine notwendige Therapie einsetzt. Dies gilt auch auf europäischer Ebene. Der Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Human- und Tiermedizin, die nicht nur zu Lasten der Tiere gehen kann. „Über die Interessen derer, die den delegierten Rechtsakt ablehnen wollen, kann man nur spekulieren. Es scheint fast so, als ob die einen damit das Ende der konventionellen Tierhaltung forcieren wollen, obgleich die Verbesserung von Tiergesundheit und Tierschutz nicht in den Anwendungsbereich der Tierarzneimittelverordnung fällt, und die den Entschließungsantrag unterstützenden humanmedizinischen Verbände von der im humanmedizinischen Bereich selbst verursachten Resistenzproblematik ablenken wollen“, mutmaßt bpt-Präsident Moder. „Wir fordern deshalb das EU-Parlament eindringlich auf, seine Entscheidung nicht auf politische, sondern auf wissenschaftliche Kriterien der EMA zu stützen und den vorgeschlagenen delegierten Rechtsakt anzunehmen."

09.07.2021: Neues Gerät für schnelleres Zusammenwachsen von Knochen

Wissenschaftlerinnen der University of Wisconsin-Madison (USA) haben ein Gerät entwickelt, das gebrochene Knochen schneller heilen lässt. Dazu wird ein Strom erzeugendes, extrem dünnes Implantat chirurgisch eingesetzt, das nach dem Heilungsprozess durch den Körper rückstandsfrei abgebaut wird. Den Umstand, dass Knochen unter Belastung selbst winzige Stromstöße erzeugen, macht sich das neue Gerät dabei zu Nutze. Hierbei handelt es sich um einen Generator, der auf Grund von Bewegung eine elektrische Spannung erzeugt, die im Knochen einen Stromfluss auslöst. Bei Eingipsung des Körperteils fehlt es allerdings an der nötigen Bewegung. Doch die Forscher sind optimistisch, dass sie das Problem werden lösen können. So könnte das Pulsieren einer Ader, die sich in der Nähe
des Bruchs befindet, in elektrische Energie umgesetzt werden. Notfalls könnte der Generator von außen drahtlos mit Strom versorgt werden. Ratten, an denen das neue Gerät getestet wurde, wurden sehr viel schneller gesund als Tiere der Kontrollgruppe ohne entsprechendes Gerät. Die Bewegungsdaten der Versuchstiere sind allerdings nicht ausreichend für die Heilung von menschlichen Knochen, weil die Entfernung zwischen Bruchstelle und Generator beim Menschen größer sei, geben die Experten zu bedenken. Der Generator erzeugt auf Grund von kleinen Bewegungen eine Spannung von vier Volt, und das über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen. Er wird auf einer hauchdünnen Unterlage aus einem natürlichen Kunststoff aufgebaut, der auf Basis von Milch- und Glycolsäure entsteht.

09.07.2021: Förderpreis der Fleischwirtschaft für Nachwuchstalente

Bereits zum neunten Mal wird der Förderpreis der Fleischwirtschaft, der Nachwuchspreis der Fleischbranche, ausgeschrieben. Gesucht werden junge, ambitionierte Talente aus Handwerk, Industrie, Handel und Wissenschaft, die die Jury mit ihren kreativen Vorhaben überzeugen können. Neben Studien und Forschungsarbeiten können auch kleinere Projekte und Ideen eingesandt werden. Die
SiegerInnen werden im Rahmen des Deutschen Fleisch Kongresses im November diesen Jahres feierlich geehrt. Ziel dieser Initiative ist es, Top- Nachwuchskräfte zu fördern, ihre Ideen zu unterstützen und in der Branche zu etablieren. Die Bewerbungsfrist endet am 15. September 2021. Einen Überblick über weitere Forschungs-, Förder- sowie Tierschutzpreise verschafft Ihnen das gleichnamige Fokusthema von Vetion.de.

09.07.2021: Antikörper-Persistenz bis zu acht Monate nach COVID-19 Erkrankung

Zahlreiche internationale Studien haben sich mit der Antikörper- Persistenz nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 befasst. WissenschaftlerInnen der österreichischen Danube Private University (DPU) haben nun die Ergebnisse sämtlicher relevanten Studien zusammengefasst. Dabei konnte belegt werden, dass eine Persistenz der Antikörperantwort über eine Zeitspanne von bis zu acht Monaten nach der Infektion besteht. „Da aktuell viele wissenschaftliche Studien in Eile publiziert werden, um Ergebnisse schnell zugänglich zu machen, leidet leider öfter die wissenschaftliche Qualität und es fehlen wichtige methodische Informationen beispielsweise in den Studien. Die von uns verglichenen Studien zeigten zudem eine hohe Varianz bezüglich ausgewählten Studienpopulationen, Zielantigenen und der Aussagekraft der verwendeten Analysemethoden, was oftmals keinen direkten Vergleich
der Ergebnisse erlaubt und deren Interpretation erschwert. Trotz der eingeschränkten Vergleichbarkeit bietet der publizierte Review einen wichtigen Überblick über den aktuellen Wissensstand bezüglich der längerfristigen humoralen und neutralisierenden Antikörperreaktion bis zu 8 Monate nach einer COVID-19 Erkrankung“, fassen Dr. habil. Miriam Schneider und Dr. Andrea Knies (beide DPU) zusammen. Dabei zeigten sich bei der Immunglobulin-G-Klasse (IgG) die konsistentesten Ergebnisse. Diese wurde in den meisten Studien mit einer Dauer von mindestens sechs bis acht Monaten angegeben, und zwar unabhängig von den in den Studien verwendeten Zielantigenen und Nachweis-Assays. Ebenso wurde berichtet, dass das Immunglobulin-A (IgA), obwohl es in einer viel geringeren Anzahl von Studien untersucht wurde, selbst noch an Zeitpunkten später als 7 Monate nach der Infektion nachweisbar bleibt.

09.07.2021: Hohe Zufriedenheit bei Ferkelkastration mit Isofluran-Narkose

Seit Beginn des laufenden Jahres ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln verboten. Erlaubt ist nur noch die Ferkelkastration unter Vollnarkose. Schweinehalter haben hier die Wahl zwischen einer Betäubung mit dem Narkosegas Isofluran und der Injektionsnarkose. Aufgrund der Förderung durch den Bund haben sich die meisten Ferkelerzeuger für die Isofluran-Narkose entschieden. Um herauszufinden, wie die Zufriedenheit mit den verschiedenen, auf dem Markt verfügbaren Geräten ist, hat die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) eine Online-Umfrage durchgeführt. Die teilnehmenden 550 Landwirte gaben dem Verfahren Isofluran-Narkose durchschnittlich die Note 2,8. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem jeweiligen Narkosegerät gab es jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geräten. Die Spanne reichte hier von der Note 1,8 für die Geräte der Firma GDO und
Schulze Bremer bis zur Note 3,0 für das ProAgri-Gerät. Die Umfrage ergab auch, dass mehr als 40 Prozent der Landwirte bei der Anlieferung vom Hersteller keine technische Einweisung erhalten hatten. Diese waren deutlich unzufriedener mit ihren Narkosegeräten als diejenigen, die von dem Hersteller in die sensible Technik eingewiesen worden sind. Das verdeutlicht: Landwirten, denen die Technik bei der Geräteübergabe ausführlich erläutert wurde, unterlaufen seltener Anwenderfehler. Eingewiesene Landwirte können auch besser einschätzen, wann wirklich Handlungsbedarf besteht. Noch bis zum 17. August 2021 können sich Tierärztinnen und Tierärzte mit einem Online-Seminar zum Thema Ferkelkastration mit Schwerpunkt Isofluran-Anwendung online fortbilden. Das Seminar ist mit 2 Fortbildungsstunden anerkannt und geht u.a. auf die Vor- und Nachteile der Narkosegeräte ein.

09.07.2021: MVP verstärkt Maßnahmen gegen ASP

Um Mecklenburg-Vorpommern effizienter vor einem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu schützen, wird das Land voraussichtlich ab August 2021 einen weiteren Schutzzaun bauen. Dieser wird über eine Gesamtstrecke von 2,5 Kilometern entlang der Grenze zu Polen mit Anschluss an den brandenburgischen ASP- Schutzkorridor errichtet. Da der Seuchendruck seitens der polnischen Seite stetig wächst und somit sich auch das Risiko der Einschleppung durch infizierte Wildschweine erhöht, hat sich das Land zu dieser Maßnahme entschieden. „Mit diesem zweiten Zaun bilden wir quasi einen Riegel. Der soll möglichst frei von Wildschweinen werden. So wollen wir an dieser Stelle die Gefahr der ASP-Einschleppung über wandernde Wildschweine auf ein Minimum verringern. Ich danke dem Landkreis
Vorpommern- Greifswald für die Unterstützung. Der Landkreis steht sozusagen an vorderster Front im Kampf gegen die ASP. Deswegen wird das Land die Kosten für die weitere Baumaßnahme in Höhe von rund 100.000 Euro tragen. Wenn alles nach Plan läuft, können wir schon im August mit dem Bau beginnen“, erklärte Mecklenburs Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Der Landkreis Vorpommern-Greifswald engagiert sich seit Jahren mit einer Arbeitsgruppe für neue und effiziente Methoden der Schwarzwildbejagung. Wir können die Wirksamkeit des ersten Zaunes entlang der polnischen Grenze anhand unserer praktischen Erfahrungen bestätigen und sind davon überzeugt, dass ein Riegel als Mittel gegen die Ausbreitung der ASP sehr geeignet ist“, so Landrat Michael Sack.

08.07.2021: One Health-Prinzip soll zoonotische Infektionskrankheiten verhindern

Infektionskrankheiten sind weltweit ein wachsendes Problem für die Tierbestände. Neben der Blauzungenkrankheit (BTV) bei Rindern und dem West-Nil-Virus-Infektionen bei Pferden verursacht aktuell die Afrikanische Schweinepest (ASP) in zahlreichen Ländern großen ökologischen und ökonomischen Schaden. Eine besondere Bedrohung besteht dann, wenn die Erreger von Tieren auf den Menschen übertragen werden, den sogenannten Zoonosen, die direkt, über Lebensmittel oder Vektoren wie Mücken und Zecken übertragen werden können. Auslöser sind Viren, Bakterien, Parasiten oder Prionen. Die Corona-Pandemie hat der Menschheit vor Augen geführt, wohin eine Virusübertragung von einem Tier auf den Menschen letztendlich führen kann. ExpertInnen gehen davon aus, dass 75 Prozent der beim
Menschen neu auftretenden Krankheiten zoonotischen Ursprungs sind. Gemäß einer Studie der Columbia University (USA) wird vermutet, dass mehr als 300.000 bislang unbekannte Viren in tierischen Reservoiren zirkulieren. Ausgehend von den derzeit bekannten Erregern, hat etwa die Hälfte der Viren zoonotisches Potential. Daher ist es zwingend notwendig, diese Erreger auszumachen sowie deren Einschleppung und Ausbreitung zu vermeiden. Ein wichtiger Lösungsansatz ist das One Health-Prinzip, das heißt, Vorbeuge- und Bekämpfungsstrategien für Mensch, Tier und Umwelt müssen aufeinander abgestimmt sein. Zudem sind die Forschung nach entsprechenden Impfstoffen sowie die Aufmerksamkeitserhöhung gegenüber Seuchen und vorbereitende Schritte zur Bekämpfung unerlässlich.

08.07.2021: Fördergelder für digitale Projekte der TiHo Hannover

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) darf sich über zwei projektbezogene Zuschläge freuen. Mit einer Fördersumme in Höhe von einer Million Euro wird das Projekt „Digitale Vermittlung und Überprüfung von klinisch-praktischen Fertigkeiten in der Tiermedizin unter Tierschutzaspekten (FERVET)“ unterstützt. „FERVET hat drei große Ziele: Die digitale Leistungskontrolle sowie die Videoproduktion voranzubringen und das Clinical Skills Lab zu erweitern“, beschreibt Professorin Dr. Andrea Tipold, Vizepräsidentin für Lehre, das Projekt. Das 2012 gegründete Clinical Skills Lab (CSL) ist mit etwa 60 Lernstationen ausgestattet, an denen Studierende an mehr als 30 Simulatoren und Modellen gängige tierärztliche Handgriffe üben und verfestigen können, um sich so besser auf den praktischen tierärztlichen
Alltag vorbereiten zu können. Darüber hinaus können sie in verschiedenen Lehrveranstaltungen kommunikative Kompetenzen erlernen beziehungsweise verbessern. Auch für das Projekt „SOUVER@N – Souver@nes Digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“ wurden Fördermittel in Höhe von insgesamt fünf Millionen bereitgestellt, die auf die Verbundpartner verteilt werden. Die TiHo erhält von der Gesamtfördersumme rund 380.000 Euro. „An der TiHo ist geplant, neue Tools, wie das E-Portfolio-Tool Mahara für ein chirurgisches Logbuch, einzuführen. Zudem möchten wir eine effektivere Unterstützung bieten, die digitale Lehre umzusetzen. Hier greifen wir auf unsere Erfahrungen und auf das Wissen unserer Projektpartner zurück“, freut sich Projektleiterin an der TiHo, Dr. Elisabeth Schaper.

08.07.2021: Genomikforschung soll Überleben der Honigbienen sichern

Prof. Dr. Bertram Brenig, Molekularbiologe an der Universität Göttingen, ist mit dem Illumina Agricultural Greater Good Award 2021 für seine Genomikforschung zur Westlichen Honigbiene ausgezeichnet worden. Der Leiter des Tierärztlichen Instituts der Universität Göttingen erhält eine Förderung der Firma Illumina, die seine Forschung am Genom der Westlichen Honigbiene mit Dienstleistungen sowie Produkten unterstützen wird. Die Honigbiene ist derzeit durch den fortschreitenden Verlust der natürlichen Umgebung, Pestizide und die Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge wie die Varroa-Milbe massiv bedroht. Die Populationen der Bestäuber sind seit Jahren rückläufig. „Nach Angaben des US- Landwirtschaftsministeriums sind zwischen 2019 und 2020 in nur einem Jahr 43,7 Prozent der westlichen Honigbienenvölker verloren gegangen“, sagt Brenig. „Wenn man bedenkt, dass etwa 90 Prozent der Blütenpflanzen und 75 Prozent der Nutzpflanzenarten von der Bestäubung durch Insekten abhängen, wird deutlich, wie wichtig es
für die globale Biodiversität ist, das Massensterben der Bestäuber zu stoppen.“ Brenig und seine ForscherkollegInnen hoffen, durch ihre Forschung ein besseres Verständnis der genetischen Anfälligkeiten und Informationen, die das langfristige Überleben der Insekten sichern könnten, zu erhalten. „Wir hoffen, dass das Projekt zu den weltweiten Initiativen und Bemühungen beiträgt, das zunehmende Massensterben der Honigbienen zu verhindern und das Überleben der von der Bestäubung abhängigen Arten zu sichern, wozu natürlich auch der Mensch gehört“, erklärt Brenig. Tierärztinnen und Tierärzte haben die Möglichkeit, sich auf MyVetlearn.de mit der vierteiligen E-Learningreihe Bienen online weiterzubilden. Neben der Vermittlung von Grundlagenkenntnissen über Bienen befasst sich der Kurs mit Bienenkrankheiten, Bienenprodukten sowie den zu beachtenden Rechtsvorschriften. Der Kurs ist geeignet zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen.

08.07.2021: Mehr Wolfsvorkommen in MVP

Die Population der in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelten Wölfe hat sich leicht verändert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden durch das Monitoring 20 Wolfsvorkommen in dem Bundesland bestätigt, was einem leichten Zuwachs von 4 Wolfsterritorien entspricht, wie Landesagrarminister Till Backhaus bekannt gab. „Aktuell haben 14 Rudel, 1 Wolfspaar und 5 Einzelwölfe ein festes Territorium in unserem Bundesland“, so der Minister. Während drei der bekannten Wolfsrudel scheinbar abgewandert
sind, wurden zwei neue Rudel bestätigt. Mittels Wolfsmonitoring soll zudem in den kommenden Monaten geklärt, ob es sich bei weiteren beobachteten Wolfsvorkommen um Wanderwölfe, territoriale Einzelwölfe, Wolfspaare oder gar Rudel handelt. „Wenn im Herbst die Reproduktionsnachweise vorliegen und wir weitere Erkenntnisse zu den Wolfsvorkommen erlangen, welche wir aktuell noch mit einem unklaren Status führen, kann sich dieses vorläufige Ergebnis noch verändern“, so Backhaus.

07.07.2021: Zukunftskommission Landwirtschaft legt Abschlussbericht vor

Die vor gut einem Jahr eingesetzte Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), eine unabhängige Regierungskommission, hat ihren Abschlussbericht der Bundeskanzlerin vorgelegt. Die Einsetzung der Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Strohschneider hatte das Ziel, die steigenden gesellschaftlichen Erwartung an die Landwirtschaft zu befriedigen und langfristige Empfehlungen und Leitlinien für den Transformationsprozess des Landwirtschafts- und Ernährungssystems zu erarbeiten. Dabei lagen Klima- und Umweltschutz im Zusammenhang mit der Ernährungssicherung im Fokus, während die Tiergesundheit nur eine Nebenrolle spielte. Wie sonst wäre es zu erklären, dass kein einziger tierärztlicher Vertreter Mitglied der Kommission war. Gleichzeitig ging es der Kommission darum, die LandwirtInnen mit verlässlichen ökonomischen Perspektiven zu versorgen. „Der Abschlussbericht und meine Politik zielen in die gleiche Richtung: Im Sinne des Berichts
bringen wir den Transformationsprozess in der Landwirtschaft bereits konsequent voran. In den wesentlichen Punkten unterstützt die Kommission meinen Weg. Zum einen gibt sie das klare Bekenntnis für eine nachhaltigere, wirtschaftlich erfolgreiche und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft ab. Zum anderen stellt sie heraus, dass diese Transformation nicht ohne gesamtgesellschaftliche Anstrengungen möglich ist. Klar ist, dass höhere Standards mehr Geld kosten – das habe ich immer betont. Die Kommission beziffert den finanziellen Mehrbedarf für den Transformationsprozess auf sieben bis elf Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten können nicht allein von den Betrieben getragen werden. Zumal sie auch im internationalen Wettbewerb stehen, vielmehr müssen Unternehmen und Gesellschaft gemeinsam in die Zukunft der deutschen Landwirtschaft investieren“, lautete der Kommentar der Bundeslandeswirtschaftsministerin Julia Klöckner zu dem Abschlussbericht.

07.07.2021: Vierstufige Kennzeichnung von Milch und Milchprodukten ab 2022

Nach der Tierwohlkennzeichnung bei Fleischprodukten wird als nächster Schritt auch die Haltungsform auf Milch und Milchprodukten erkennbar sein. Die an der Initiative Tierwohl (ITW) teilnehmenden Lebensmittelhändler haben sich darauf geeinigt, die vierstufige Kennzeichnung ab 2022 einzuführen. Damit wird den VerbraucherInnen sowohl eine größere Transparenz als auch mehr Wahlfreiheit geboten. „Dass die Haltungsform Verbrauchern künftig nicht nur bei Puten-, Hähnchen-, Schweine- und Rindfleisch, sondern auch bei Milch und Milchprodukten ermöglicht, Tierwohl in eine schnelle
Kaufentscheidung einzubeziehen, ist ein entscheidender Schritt“, erklärt ITW-Geschäftsführer Robert Römer. Die Kriterien für die Haltungsstufen sind bereits festgelegt, wie die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung verkündet hat. Der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) hat seine Bereitschaft, die Ausweitung der Haltungsform-Kennzeichnung zu unterstützen, bekanntgegeben. Die Ausweitung ab 2022 werde dazu beitragen, das Deklarations- und Orientierungssystem für Tierwohl im Einzelhandel weiter zu stärken, so BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch.

07.07.2021: MVP unterstützt Robbenforschungszentrum in Warnemünde

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg- Vorpommern fördert die Versorgung von verwaisten und verletzten Robbenkindern. Über einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 180.000 Euro durfte sich das Robbenforschungszentrum in Warnemünde als bislang einzige Versorgungsstation in dem Bundesland freuen. „Bisher war die Euthanasie von aufgefundenen Robben mangels Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeit nicht zu vermeiden. Durch das Projekt haben die Robben eine Chance, tierschutzgerecht versorgt und dann wieder ausgewildert zu werden. Unsere
Mitgeschöpfe verdienen einen respektvollen Umgang. Ganz besonders dann, wenn sie hilflos sind, krank oder verletzt. Durch die Medizinische Versorgungsstation für Robben wird auch wertvolle Präventionsarbeit geleistet und sie ist eine Ansprechstation für die Menschen in unserem Land. Ich weiß, dass bereits eine sehr gut funktionierende Kooperation zwischen der Robbenstation und dem Veterinäramt der Hansestadt Rostock sowie der Unteren Naturschutzbehörde besteht und dass die Förderung daher gut angelegtes Geld für den Tierschutz ist“, erklärte Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bei der Übergabe.

Umfrage zu Corona-Infektionen bei Haustieren

06.07.2021

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) möchte mit einer bundesweiten Querschnittsstudie die Rolle von Hunden und Katzen in der COVID- 19–Pandemie sowie das Risiko einer Reservoirbildung beurteilen. Im Rahmen des Projektes "COVMon - Monitoringkonzepte für SARS- CoV-2 – Epidemiologie und Koinfektionen" wird daher eine Umfrage unter TierhalterInnen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren, durchgeführt. Ziel ist die retrospektive Feststellung der Häufigkeit und Symptomatik von SARS-CoV-2-Infektionen bei Haustieren sowie damit verbundene Risikofaktoren. TierärztInnen werden gebeten, bei
der Akquise von teilnehmenden Haushalten behilflich zu sein. Ein Informationsblatt, das im Wartebereich ausgelegt oder aufgehängt werden kann, klärt die TierbesitzerInnen über den Ablauf auf. Darauf finden Interessierte neben den Teilnahmevoraussetzungen auch die Informationen zur Kontaktaufnahme mit dem FLI. Für den weiteren Ablauf müssten die TeilnehmerInnen einen Termin zur Blutabnahme in der Tierarztpraxis vereinbaren. Die Kosten für die tierärztliche Leistung und den Versand können direkt mit dem FLI abgerechnet werden. Die Ergebnisse können nach Studienabschluss eingesehen werden.

06.07.2021: ASP-Situation in Sachsen spitzt sich zu

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) greift weiter um sich. Bisher wurden mehr als 1.400 verendete Wildschweine in Brandenburg und Sachsen positiv auf das Virus getestet. Allein in Sachsen hat sich die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen seit Februar 2021 verdoppelt. Der sächsische Landwirtschaftsminister und diesjähriger Vorsitzender der Agrarministerkonferenz, Wolfram Günther, betrachtet die Entwicklung mit großer Sorge. „Ich bin in großer Sorge um die Landwirtschaft, die Schweinehalter und ihre Tiere. Die Betriebe müssen weiterhin Tiere in den Handel bringen können, um Einkommen zu erzielen und existenzsichernd arbeiten zu können. Wir wollen mehr Regionalität. Dafür brauchen wir die Betriebe als starke, handlungsfähige Partner für den Ausbau regionaler Wertschöpfung. Und auch der Tierschutz
muss in einer zugespitzten Seuchenlage weiterhin gewährleistet sein. Auf Bundesebene fordern wir seit Langem eine Lösung für die Freilandhaltung von Bio-Schweinen unter Seuchenbedingungen“, so Günther. Da es immer mehr ASP-Funde in Ostsachsen gibt, plädiert der Minister, dass der Bund sowohl die Landwirtschaft als auch die Schweinehalter wirksam unterstützen sollte. Zudem müssen die Gespräche mit dem Nachbarn Polen intensiviert werden. Sachsen versucht, die hoch ansteckende Tierseuche mit einem Schutzzaun, der Entnahme sowie durch intensive Bejagung zu bekämpfen. „Ich bitte Jägerschaft und Landwirtschaft, Hand in Hand bei der Seuchenbekämpfung zusammenzuarbeiten, gerade jetzt und in den kommenden Wochen, da die Felder abgeerntet werden“, so Günther abschließend.

06.07.2021: Neue Allianz zur Vermeidung von Zoonosen

Am 6. Juli 2021 wird der Welt-Zoonosetag begangen. Nicht zuletzt seit der Corona-Pandemie sind Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen und vom Menschen auf das Tier übertragen werden, die so genannten Zoonosen, in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Es sind mehr als 200 Zoonoseerreger bekannt. Zur Vermeidung von neuen Zoonosen engagiert sich eine neue internationale Allianz, zu deren Initiatoren unter anderem das Bundesumweltministerium (BMU) gehört. Zusammen mit dem Bundesentwicklungsministerium (BMZ) sowie Organisationen, Verbänden und Unternehmen sollen schon bald erste Maßnahmen gegen Gesundheitsrisiken im Wildtierhandel umgesetzt werden. Denn drei Viertel aller neu auftretenden Infektionskrankheiten sind Zoonosen, wie
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller betont. „Naturzerstörung erhöht das Risiko, dass Viren von Tieren auf Menschen übertragen werden und so neue Pandemien entstehen. Das ist der Stand der Wissenschaft, wie ihn der Weltbiodiversitätsrat im vergangenen Jahr weltweit zusammengetragen hat. Der illegale Wildtierhandel, der ungezählte Arten bedroht und inzwischen zu den lukrativsten Formen der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität gehört, muss entschlossen bekämpft werden. Außerdem muss der legale Wildtierhandel besser kontrolliert werden. Für diese globalen Kraftanstrengungen gilt es, neue Allianzen zu schmieden. Darum ist es gut, wenn Naturschutz, Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsschutz hier an einem Strang ziehen“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

06.07.2021: Dr. Andrea Tipold erhält International Canine Health Award

In der vergangenen Woche ist Professorin Dr. Andrea Tipold, Vizepräsidentin für Lehre und Leiterin der Neurologie in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), mit dem International Canine Health Award ausgezeichnet worden. Der britische Kennel Club als Dachverband der britischen Hundezüchtervereine würdigte mit dem Lifetime Achievement Award Tipolds außergewöhnliche Leistungen in der Forschung auf dem Gebiet der veterinärmedizinischen Neurologie und der neurologischen Ausbildung. „Wir freuen uns sehr, Andrea Tipold mit dem Lifetime Achievement Award 2021 zu ehren. Ihr unermüdlicher Einsatz für die veterinärneurologische Forschung und Ausbildung hat letztlich zum Ziel, die Lebensqualität von Hunden zu verbessern“, sagte Dr. Andrew Higgins, Vorsitzender des Gremiums, bei der virtuellen Preisverleihung. „Sie hat ihr Leben der
Mission der Hundegesundheit gewidmet, indem sie die veterinärmedizinische Neurologie weiterentwickelt hat. Ihre Leistung hat einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität von Hunden“, hieß es weiter. Neben der Neuro- Immunologie, der Epilepsieforschung, der Einführung neuartiger Antiepileptika in die Klinik, Bildgebung, Genetik und der Wirbelsäulentraumaforschung widmet sich Tipold verstärkt der Steroid Responsive Meningitis-Arteritis (SRMA). „Ich bin außerordentlich dankbar und stolz und fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Ich werde weiter an SRMA arbeiten und versuchen, den Grund für diese sehr schmerzhafte Krankheit zu finden, um betroffenen Hunden zu helfen. Ich hoffe auch, mehr über neuroimmunologische Phänomene bei Hunden herauszufinden, um die Behandlungsmethoden verbessern zu können", versprach die Preisträgerin.

05.07.2021: NRW: Mehr Nutztiere in weniger Betrieben

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der landwirtschaftlich gehaltenen Tiere im Vergleich zu 2010 gestiegen. Während mehr Schweine, Hühner und Schafe in dem Land gehalten wurden, ist die Zahl der Rinder und Puten gesunken. Wie das Statistische Landesamt NRW nach der diesjährigen Landwirtschaftszählung mitteilte, gab es im März vergangenen Jahres 4.118 bzw. 14,9 Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe als vor zehn Jahren, wobei allein die Zahl der Rinder haltenden Betriebe um rund 3.700 sank. Besonders im Bereich der Milchkuhhaltung
gibt es einen deutlichen Trend zu Betrieben mit mehr Milchkühen: 2010 wurden pro Betrieb 48 Milchkühe gehalten – im März 2020 waren es bereits 78 Milchkühe pro Betrieb. Auch die Betriebe mit Schweinehaltung sind rückläufig: die Zahl war im März 2020 mit 7.391 um 2.908 Betriebe bzw. 28,2 Prozent niedriger als 2010. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Ferkeln nahm in den letzten zehn Jahren um 46,7 Prozent und die Zahl der Betriebe mit Zuchtsauen um 51,5 Prozent ab. Gleichzeitig stieg die Zahl der gehaltenen Schweine um 3,8 Prozent auf 6,9 Millionen.

Kurt Frühwirth im Amt des Präsidenten der ÖTK bestätigt

05.07.2021

Kurt Frühwirth ist neuer und alter Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). Am vergangenen Mittwoch wurde Frühwirth zum dritten Mal in Folge für weitere vier Jahre im Rahmen der Delegiertenversammlung wiedergewählt. „Ich freue mich über meine Wiederwahl und den eindrucksvollen Vertrauensbeweis, den ich nun für meine dritte Amtsperiode erhalten habe. Diese Bestätigung ist für mich gleichzeitig Verpflichtung, mich weiterhin tatkräftig und umsichtig für die Belange unseres Berufsstandes einzusetzen“, betonte der ÖTK-Präsident nach Bekanntwerden seiner Wiederwahl. Frühwirth, der sich besonders über einen Stimmenanteil von 50 Prozent unter den
selbstständigen TierärztInnen freute, möchte in den nächsten Jahren seiner Amtszeit einen besonderen Fokus auf die Nachwuchsförderung, die Digitalisierung und die Telemedizin sowie die mentale Gesundheit legen. „Gemeinsam werden wir uns bemühen auch weiterhin den Schulterschluss zwischen Jung und Alt, zwischen Selbstständigen und Angestellten, zwischen Behörden, Stakeholdern und der Universität zu suchen. Dabei soll der konstruktive Dialog sowie eine Verständigung auf Augenhöhe selbstverständlich sein, denn nur ein geschlossenes gemeinsames Auftreten kann im Sinne einer ergebnisorientierten Berufsstandvertretung sein“, erklärte Frühwirth abschließend.

05.07.2021: Lidl und Kaufland legen Haltungsstufe 2 als Mindeststandard fest

Nach Discounter Aldi haben sich auch Lidl und Kaufland für einen weiteren Schritt in Richtung mehr Tierwohl entschieden. Während Lidl bis zum Ende des laufenden Jahres schrittweise Schweinefleisch der Haltungsformstufe 1 (gesetzlicher Mindeststandard) aus der Frischetheke entfernen möchte, bietet Kaufland bereits seit dem 1. Juli 2021 nur noch Schweinefleisch der Haltungsformstufe 2 oder mehr an. Gleichzeitig plant der Lebensmitteleinzelhändler, die Kooperationen mit Vertragslandwirten für Schweinefleisch sowie das Angebot an Frischgeflügel aus Haltungsform Stufe 3 und 4 bis 2023 zu verdoppeln. „Unser Ziel ist es, die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere langfristig und flächendeckend zu verbessern. Das erreicht man nicht durch Absichtsbekundungen, sondern indem man
konkrete Maßnahmen umsetzt und mit der gesamten Prozesskette zusammenarbeitet. Es muss ein nachhaltiges und beständiges System für alle Beteiligten etabliert werden“, sagt Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf Frische bei Kaufland. Der Discounter Lidl hatte bereits im vergangenen Jahr sein Ziel, bis 2025 die Haltungsstufe 2 als Lidl-Mindeststandard im Frischfleischsortiment zu etablieren, verkündet. Zudem will Lidl die Haltungsstufen 3 und 4 in seinem Eigenmarkenprodukten weiter ausbauen. Beide Unternehmen gehören der Schwarz Gruppe an, die die Umstellung mit 50 Millionen Euro fördert. Mit dem Geld wurden Landwirte bei der Umstellung auf Haltungsbedingungen der Initiative Tierwohl unterstützt und infolgedessen höhere Tierwohlstandards für einen Großteil der Branche ermöglicht.

05.07.2021: Zweite Stufe des TFA-Tarifvertrags gilt seit dem 1. Juli

Zum 1. Juli 2021 ist planmäßig die zweite Stufe des Tarifvertrags für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) in Kraft getreten. Zum 1. Juli 2021 stiegen somit die Tarifgehälter für die ersten vier Berufsjahre um vier Prozent bzw. ab dem fünften Berufsjahr um drei Prozent. Diese Tarifregelung ist bis Ende des Jahres 2022 gültig. Voraussetzung für Tarifverträge sind die
Mitgliedschaft des Arbeitgebers im Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) sowie die Mitgliedschaft der TFA im Verband medizinischer Fachberufe e. V. (VmF). Unabhängig davon entsteht eine vertragliche Tarifbindung, wenn der individuelle Arbeitsvertrag auf die beiden Tarifverträge in ihrer jeweils geltenden Fassung wirksam Bezug nimmt.

Diskussion über die Antibiotikaeinstufung

Wie denken Sie über die von einigen EU-Parlamentsabgeordneten angestoßene Diskussion über die Neueinstufung antimikrobieller Wirkstoffe?

Mehr Informationen zu dieser Problematik finden Sie unter www.tieraerzteverband.de