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Tönnies nach dokumentierter Tierquälerei in der Kritik

23.10.2026

In einem zum Schlachtkonzern Tönnies gehörenden Betrieb sind mutmaßlich Schweine vor ihrer Schlachtung gequält worden. Heimlich aufgenommenen Videoaufnahmen, die die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch an den NDR geschickt hat, ist zu entnehmen, dass einzelne Tiere geschlagen werden bzw. vor der Tötung ein Fuß abgeschnitten wird. Die Aufnahmen dokumentieren zudem die Auswirkungen der CO2-Betäubung. Zu sehen sind Schweine, die bis zu 15 bis 20 Sekunden nach der umstrittenen Betäubung in ihrem Todeskampf schreien und in die Käfigstangen beißen. 

„Das findet unterirdisch statt. Das kann einfach wegignoriert werden. Das wird wegignoriert“, erklärt Anna Schubert von Animal Rights Watch, der die Aufnahmen zugespielt worden waren. „Das ist ein Erstickungskampf mit Atemnot, Todesangst und stechenden, brennenden Schmerzen“, sagt Schubert weiter. 

Der dokumentierte Vorfall in der Großschlachterei R. Thomsen in Kellinghusen (Schleswig-Holstein), in der jährlich mehr als 1 Mio. Schweine geschlachtet werden, sei ein bedauernswerter Einzelfall, wie Tönnies mitteilt. Die verantwortlichen Mitarbeiter würden sanktioniert. Die CO2-Betäubung sei die „derzeit praktikabelste und tierschutzgerechteste Methode für die Betäubung größerer Tiergruppen“. Gleichzeitig könne dieses Verfahren aber „weiter verbessert werden“. Deshalb würden sie an möglichen Alternativen und Weiterentwicklungen mitforschen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Die Betäubung mit CO2 ist nicht tierschutzgerecht, wie die europäische Lebensmittelbehörde im Jahr 2004 festgestellt hat. Das geltende EU-Recht jedoch verbietet diese Form der Betäubung nicht. Das gibt auch den Rahmen für das deutsche Recht.

Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine umfassende Aufklärung der dokumentierten Missstände. Zugleich übt der Verband erneut Kritik an der CO₂-Betäubung und fordert wirksamere Kontrollen in Schlachtbetrieben. „Wir erwarten, dass die dokumentierten Missstände umfassend aufgeklärt, Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen und wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Verstöße dürfen nicht folgenlos bleiben. Dafür müssen die Schlachtunternehmen Verantwortung übernehmen und die Behörden wirksam kontrollieren können“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

WDR