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Forschende entdecken übertragbare Krebsart bei Welsen

28.07.2026

Im Lake Memphremagog, einem ca. 95–102 km² großen See, der sich über Vermont (USA) und Quebec (Kanada) erstreckt, sind annähernd ein Drittel der dort lebenden Katzenwelse (Ameiurus nebulosus) an schwarzem Hautkrebs erkrankt. Forschende der University of Vermont sind in einer Studie der Ursache nachgegangen und haben Genom der Katzenwelse und ihrer Tumore analysiert. Sie konnten belegen, dass der Krebs von Fisch zu Fisch übertragen wird und nicht aus den körpereigenen Zellen der jeweiligen Fische entstanden sind. Die Melanome scheinen sich wie ein Parasit auszubreiten. „Hunderttausende genetischer Varianten kommen in den Tumorproben gemeinsam vor, fehlen jedoch bei den Wirtsfischen, was das bei herkömmlichen Krebsarten beobachtete Ausmaß bei weitem übersteigt“, berichtet das Team.

Da vor allem größere, ältere Welse im Laichalter von den Tumoren betroffen sind, könnte ein möglicher Ansteckungsweg durch gegenseitiges Berührungen beim Laichen sein, so die Forschenden. Auch könnten sich Krebszellen im Sediment des Sees befinden und so die am Grund lebenden Welse bei Kontakt infizieren. Die Wissenschaftler:innen vermuten ebenfalls einen Zusammenhang zwischen hohen Arsenkonzentrationen im Boden rings um den Lake Memphremagog sowie benachbarten Seen und den erkrankten Fischen. Denn auch in den Tumorzellen fanden die Forschenden erhöhte Arsenwerte. Untersuchungen zu dem genauen Ursprung laufen noch.

„Es könnte sein, dass übertragbare Krebserkrankungen gar nicht so selten sind wie gedacht. Möglicherweise sehen wir viele Fälle einfach nicht, weil wir nicht danach suchen“, erklärt die an der Studie beteiligte US-Wissenschaftlerin Julie Dragon. Diese Forschungslücke möchte die Forscherin mit ihrem Team in Zukunft füllen – und damit auch Einblicke in die Krebsbiologie gewinnen. „Indem wir untersuchen, wie Krebserkrankungen außerhalb ihres ursprünglichen Wirts überleben und sich ausbreiten, können wir viel darüber lernen, was Krebserkrankungen in Schach hält – und was passiert, wenn diese Grenzen zusammenbrechen“, so Dragon. „Diese Fische bieten die Gelegenheit, die Evolution von Krebs zu erforschen.“

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