Am 15.07.2026 hat die Bundesregierung im Rahmen eines Entlastungskabinetts über das sogenannte Bürokratierückbaugesetz beraten. So plant der Bund aktuell, die bereits im Jahr 2024 beschlossene, bundesweite Prämie (Öko-Regelung) für die Weidehaltung von Milchkühen im Rahmen der EU-Agrarpolitik (GAP) zu streichen, was vom Deutschen Tierschutzbund kritisiert wird.
Dieser fordert die regierende Koalition auf, die geplante Streichung zurückzunehmen und die beschlossene Öko-Regelung umsetzen. Der Verband weist darauf hin, dass tierschutzgerechte Rinderhaltung nur mit Zugang zu einer Weide möglich sei.
„Zugesagte Anreize für mehr Tierschutz zu streichen hat nichts mit Bürokratieabbau zu tun – es wäre ein fatales Signal!“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wer wirklich bessere Bedingungen für Tiere in der Landwirtschaft möchte, muss deshalb Betriebe, die vorangehen, auch verlässlich unterstützen – anstatt beschlossene Förderungen kurz vor dem Start wieder abzuräumen und damit für Vertrauensverlust und noch mehr Planungsunsicherheit zu sorgen.“
Lediglich ein Drittel aller in Deutschland gehaltener Rinder haben die Möglichkeit eines regelmäßigen Weideganges, was einer tierschutzgerechten Haltung der sozialen und bewegungsaktiven Tiere entspricht. Zehn Prozent aller Rinder stehen zudem noch in Anbindehaltung.
Der Koalitionsvertrag verspreche ausdrücklich die Ausweitung der Öko-Regelung für die Weidehaltung, so Schröder. „Eine Streichung ist daher umso weniger nachvollziehbar.“ Auch nach ausdrücklicher Empfehlung der Zukunftskommission Landwirtschaft sei es notwendig, die Gemeinsame Agrarpolitik so weiterzuentwickeln, dass sie gesellschaftliche und Ökosystemleistungen stärker honoriert, und das Budget für Öko-Regelungen anzuheben.




