Menü ≡

Artenvielfalt und Ernährungssicherheit in der EU in Gefahr

23.07.2026

135 führende Forschende aus Ökologie, Ökonomie, Politikwissenschaft und Umweltrecht sehen Biodiversität and Ernährungssicherheit in Europa gefährdet. Der Hauptgrund liegt nach Meinung der Wissenschaftler:innen in politischen, sich widersprechenden Regelungen: die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die Biodiversitätsstrategie 2030. Einige EU-Bestimmungen zielen darauf ab, die Natur zu erhalten, andere jedoch fördern die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden.    

In einem Strategiepapier fordern die Expert:innen nun eine einheitliche Linie von der Politik, um den Rückgang von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern aufzuhalten und das Management von Bestäubern zu fördern. Laut der Autor:innen, unter ihnen Professor Ingolf Steffan-Dewenter und Jie Zhang vom Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) am Biozentrum der Universität Würzburg, wäre ein fortlaufender Insektenschwund folgenschwer, sowohl in gesundheitlicher als auch finanzieller Hinsicht.„Wir müssen uns klar machen, dass Insektenschutz eine notwendige Investition in unsere eigene Zukunft ist“, erklärt Steffan-Dewenter. „Es geht um den Erhalt grundlegender Voraussetzungen für eine stabile Gesellschaft, gesunde Ernährung und intakte Ökosysteme. Untätigkeit können wir uns nicht erlauben.“

80 bis 90 Prozent aller Wildpflanzen und 75 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen brauchen für die Bestäubung die Hilfe von Insekten. Ohne sie gäbe es kaum Obst, Gemüse und Nüsse. Schon heute fehlen weltweit drei bis fünf Prozent der Nahrungspflanzen, weil es in vielen Regionen nicht mehr genug Bestäuber gibt.

Die Verfasser:innen des Strategiepapiers plädieren daher für einen zeitnahen Systemwechsel. Die Politik müsse sich weiter in die Richtung entwickeln, dass sie Biodiversität als integralen Bestandteil gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Resilienz begreift. Zudem sei es dringend notwendig, dass die Lücke zwischen wissenschaftlichem Wissen und politischem Handeln geschlossen werde.

IDW