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Alongshan-Virus in Österreich nachgewiesen

10.06.2026

Das Alongshan-Virus (ALSV) wird von Zecken übertragen und gehört zu den jüngeren Krankheitserregern. Erstmals wurde das ALSV im Jahr 2017 in China identifiziert. Nachdem das Virus in 2021 und 2022 in der Schweiz nachgewiesen werden konnte, dokumentierten Forschende der Tierärztlichen Hochschule Hannover in einer Studie den Erreger im Jahr 2023 auch in Zecken sowie bei Wild- und Nutztieren. Demnach hatten die Wissenschaftler:innen auch Antikörper in Haustieren an verschiedenen Orten in Niedersachsen gefunden.

Jetzt ist das ALSV auch in Österreich angekommen. Ein Forschungsteam des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) hat rund 3.000 im Jahr 2024 in Österreich gesammelte Zecken, 2.000 archivierte Zeckenproben aus den Jahren 2005 bis 2018 sowie rund 2.000 Blutproben von Patient:innen mithilfe molekularbiologischer und serologischer Methoden analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alongshan-Virus (ALSV) bereits seit mindestens 20 Jahren in heimischen Zecken zirkuliert.

„Die Ergebnisse belegen eine weite geografische Verbreitung des ALSV in Österreich, mit Nachweisen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg“ sagt Studienleiterin Judith Aberle vom Zentrum für Virologie der Wiener Uni. Nach Angaben der Virologin wurden zudem bei zwei Personen hohe ALSV-spezifische Antikörperspiegel festgestellt, was auf überstandene Infektionen hinweist. Noch sei jedoch unklar, ob die in Europa zirkulierenden Virusvarianten beim Menschen überhaupt Erkrankungen auslösen, so Aberle weiter. Die ursprünglich 2017 in China entdeckte Variante wird mit Fieber und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-ähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht. So seien weitere, großangelegte Studien notwendig, um die gesundheitliche Relevanz und die Verbreitung des ALSV zu klären.

MedUni Wien