In Deutschland ist die Nachfrage nach Biomilchprodukten im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach Informationen des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wurden in 2025 6,7 Prozent mehr abgesetzt. Gleichzeitig geben immer mehr Bio-Produzent:innen ihren Betrieb auf, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) erklärt. Im vergangenen Jahr stiegen annähernd 400 Biobetriebe mit Rinderhaltung aus, obwohl die Molkereien einen höheren Preis für Biomilch zahlten.
Der DBV sieht das Ziel, einen Anteil von mehr als 25 Prozent Ökolandbau zu erreichen, inzwischen „in weite Ferne gerückt“. Die „praxisferne gesetzliche Auslegung der EU-Öko-Verordnung durch die EU-Kommission“ sei die Hauptursache für die hohe Anzahl an Betriebsaufgaben, so der Verband. Denn auch in den Nachbarländern zeige sich eine ähnliche Entwicklung. Hier stellten seit 2021 zwischen 10 und 15 Prozent der Bio-Milchbauern wieder auf konventionelle Produktion um.
Darum fordert der Verband nun in einem Positionspapier zur Zukunft des Ökolandbaus eine grundlegende agrarpolitische Kurskorrektur. Darin werden sowohl praxistaugliche und gleichzeitig tierwohlgerechte Regelungen als auch verlässliche Investitionsbedingungen für die Öko-Tierhaltung gefordert. Zudem ist nach Meinung des Verbandes eine „verfahrensoffene“ Gestaltung der Kreislaufwirtschaft im Ökolandbau und eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung notwendig, um die Effizienz im Ökolandbau zu steigern.
Ohne funktionierende Nährstoffkreisläufe verliert der Ökolandbau seine Grundlage, warnt der DBV. EU, Bund und Länder seien daher gefordert, die gesetzlichen Regelungen praxisgerecht anzupassen. Andernfalls drohe dem Ökolandbau ein struktureller Rückgang – mit negativen Folgen für die betroffenen Betriebe, aber auch für die Umweltleistungen des Ökolandbaus und die regionale Wertschöpfung.




