Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Tierärztestatistik 2025 veröffentlicht. Aus den von den Landestierärztekammern gesammelten Mitgliederdaten 2025 geht hervor, dass die Zahl der Tierärzt:innen weiter angestiegen ist (+ 444). Insgesamt waren zum Jahresende 46.089 Tierärzt:innen Mitglied in einer Landes-/Tierärztekammer, davon waren 66,8 Prozent Frauen. Die Zahl der berufstätigen Tierärzt:innen wird mit 34.476 (davon 24.707 Frauen). Davon waren wiederum 23.546 kurativ tätig. Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, hat sich die Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen weiter auf 11.216 verringert, während die der angestellten Tierärzt:innen um 135 leicht gewachsen ist (12.125).
„Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt:innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).
Auch bei den Praxisstrukturen zeige sich Handlungsbedarf, denn in der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist v. a. mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt:innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt:innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg:innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert der BTK-Präsident.
„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.
Wer tiefer in die Tierärztestatistik einsteigen möchte und sich auch für die Entwicklungen über die Zeit interessiert, kann einen Blick in den Tierärzte Atlas Deutschland (2024) werfen. Hier finden sich neben Zahlen auch viele Erklärungen und Interpretationen, was die Entwicklungen für die Zukunft bedeuten.
Der Tierärzte Atlas Deutschland 2026 wird Ende September 2026 erscheinen.




