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News

Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht beschlossen

3. März 2026

Der Wolf wird als grundsätzlich jagdbare Tierart ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in der vergangenen Woche zugstimmt.

Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf soll das Ziel verfolgt werden, die bestehenden Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen, insbesondere des präventiven Herdenschutzes, um die Option der Bejagung als Teil eines Bestandsmanagements zu ergänzen und so dem Anliegen einer tragfähigen Balance zwischen den Interessen der Wirtschaftsbeteiligten an der Vermeidung von Schäden sowie dem Interesse der Allgemeinheit am Schutz des Wolfs Rechnung zu tragen.

Mit dem Beschluss könnte das Gesetz noch vor Beginn der diesjährigen Weidesaison in Kraft treten. Die weiteren Termine im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren sind nur noch eine reine Formsache.

Mit der Gesetzesänderung sollen die Regelungen zur Jagd auf den Wolf bundesweit einheitlich vollzogen werden. In einem Entschließungsantrag von Union und SPD zur Änderung des Bundesjagdgesetzes werden die Länder angehalten, mehr Haushaltsmittel für Herdenschutzmaßnahmen zu verwenden. Weiterhin sieht der Antrag einige Klarstellung von Formulierungen im Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Für den Begriff „günstiger Erhaltungszustand“ soll auf die Definition im EU-Recht verwiesen werden. Liegt dieser Zustand bei einer Population nicht vor, soll die zuständige Behörde Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung ergreifen. 

Wie Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in einer Sachverständigenanhörung im Ernährungsausschuss zu Beginn der Woche erklärte, müsse schnell und unbürokratisch gehandelt werden, um Problemwölfe möglichst zu erlegen. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werde spät, aber nicht zu spät, einer sich veränderten Wirklichkeit Rechnung getragen. Herdenschutz bleibe jedoch weiterhin notwendig und müsse dauerhaft gefördert werden, so der DJV-Präsident. 

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt die Gesetzesnovelle. Die Landwirtschaft brauche beim Wolf endlich Rechtssicherheit statt unverbindlicher Absichtserklärungen, mahnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Notwendig sei zudem eine generelle Entnahmequote von 40 % des Wolfzuwachses. In Regionen, in denen Herdenschutz technisch oder wirtschaftlich nicht vertretbar sei, müsse sichergestellt werden, dass sich keine Wölfe ansiedelten.

Deutscher Bundestag

Agrarheute

Bis zu 200 Rinder in Norditalien von IBR-Ausbruch betroffen

2. März 2026

Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Rindern, die durch das Bovine Herpesvirus-1 (BHV-1) ausgelöst wird, breitet sich aktuell unter Rindern im Norden Italiens aus. In den vergangenen Wochen sind zwischen 150 und 200 Tiere in Betrieben im südlichen Trentino positiv auf das Virus getestet worden.

Die Landwirt:innen sind besorgt, da sich BHV-1 rasant zwischen Tieren ausbreiten kann. Neben der Tatsache, dass der IBR-Erreger zunächst keine sichtbaren Symptome zeigt, beunruhigt die Tierhalter:innen auch, dass in der Region seit über 20 Jahren gegen diesen Erreger angekämpft wird. Diese jahrelange Latenz kann die IBR so schwer beherrschbar machen.

Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, eitrig-schleimigen Nasenausfluss, Husten und Atemnot sowie einen starken Rückgang der Milchproduktion. Bei trächtigen Kühen kann eine Infektion Fehlgeburten auslösen. Eine Übertragung des Erregers auf den Menschen ist hingegen ausgeschlossen.

Deutschland gilt seit annähernd neun Jahren als BHV-1-frei. Das Monitoring und die Bekämpfung durch strenge Verordnungen der Krankheit wurde jedoch fortgesetzt, um den Status zu sichern.

Merkur

Solarweiden können zum Tierwohl beitragen

2. März 2026

Weltweit sorgt der Klimawandel für Extremtemperaturen in den Sommermonaten. Die Beweidung unter Photovoltaikanlagen kann Schafsherden zugute kommen, denn die Solarmodule bieten den Tieren auf der Weide ausreichend Schatten. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Göttingen hervor, die das Verhalten von Schafen über zwei Weideperioden hinweg untersucht hat.

Die mit GPS-Halsbändern ausgestatteten Tiere konnten während der Untersuchungen zwischen einem Bereich mit und einem ohne Solarmodule wechseln. In beiden Bereichen war eine gleiche Menge Futter bereitgestellt. An heißen Tagen bevorzugten die Schafe die schattigen Bereiche unter den Photovoltaikanlagen, während sie nachts eher offene Flächen aufsuchen.

„Solarweiden bieten nicht nur eine Möglichkeit zur nachhaltigen Flächennutzung, sondern können auch zum Tierwohl beitragen, etwa durch Hitzeschutz“, erklärt Erstautorin Caroline Siede aus der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Allerdings seien für belastbare Aussagen zu langfristigen Effekten weitere Studien nötig.

Land und Forst

Schutzstrategien für Grasland und Feuchtgebiete dringend notwendig

27. Februar 2026

Weltweit verschwinden immer mehr natürliche Habitate wie Wälder, Grasländer und Feuchtgebiete. Sie werden weltweit immer schneller in Acker- und Weideflächen umgewandelt – häufig für die Viehzucht und den Export von Agrarprodukten. Ein internationales Team unter Leitung von Forschenden des Senckenberg-Instituts hat nun erstmalig global analysiert, dass natürliche Nicht-Wald-Ökosysteme fast viermal so schnell umgeformt werden wie Wälder. Brasilien steht mit 13 Prozent der betroffenen Fläche weltweit an der Spitze, gefolgt von Russland, Indien, China und den USA mit jeweils etwa 6 Prozent. Weltweit entfielen 54 Prozent der Ackerflächenumwandlung auf die Nahrungsmittelproduktion. 34  Prozent der Ackerflächenumwandlung wurden für Tierfutter verwendet, wobei dieser Anteil in Brasilien, Argentinien, den USA, China und der EU sogar über 50 Prozent lag.

Es bedarf dringend umfassender Schutzstrategien, die über Wälder hinausgehen und auch den Konsum und internationale Nachfragestrukturen berücksichtigen, wie die Wissenschaftler:innen im Fachjournal „PNAS“ schreiben.

Denn Grasland ist zwar ein häufig unbeachteter Leistungsträger, in diesen Ökosystemen wird aber 20 bis 35 Prozent des weltweit gebundenen Kohlenstoffs gespeichert. Damit tragen sie dazu bei, den Klimawandel abzumildern. Gleichzeitig liegen rund 33 Prozent der globalen Biodiversitäts-Hotspots in Graslandregionen. „Ob als Wasserspeicher, Schutz vor Bodenerosion oder Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten: Grasländer liefern wichtige Ökosystemleistungen, von denen sowohl lokale Gemeinschaften als auch das globale Klima unmittelbar profitieren“, erläutert Erstautorin Dr. Siyi Kan vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt.

„Unsere Ergebnisse zeigen, welche Risiken die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen für einzelne Regionen mit sich bringt, welche natürlichen Nicht-Wald-Ökosysteme besonders schutzbedürftig sind und wo man entlang globaler Lieferketten ansetzen kann. Da sich politische Maßnahmen bisher vor allem auf den Schutz von Wäldern konzentrieren, wächst der Druck auf andere ökologisch wichtige, aber oft übersehene Lebensräume wie Grasländer und offene Feuchtgebiete. Um zu verhindern, dass sich dieser Nutzungsdruck einfach auf andere Ökosysteme verlagert, braucht es besser abgestimmte politische Maßnahmen sowie mehr Verantwortung von Produzierenden und Konsument*innen in international vernetzten Lieferketten“, appelliert Kan.

Senckenberg

Zehntausende Brillenpinguine in Südafrika verhungert

27. Februar 2026

Hat den Brillenpinguinen in Südafrika die letzte Stunde geschlagen? In jedem Fall sind die Tiere massiv bedroht und das Aussterben der Art innerhalb weniger Jahre durchaus möglich. Rund 62.000 dieser Afrikanischen Pinguine sind bereits verschwunden - vermutlich aufgrund des sich durch den Klimawandel immer weiter verringernden Nahrungsangebotes. Die Pinguine fressen vor allem Sardinen. Doch wird das Laichverhalten der Fische zunehmend durch die steigenden Temperaturen und veränderten Salzgehalte als Folge des Klimawandels negativ beeinflusst, was sich entsprechend auf die Nahrungsgrundlage der Pinguine auswirkt. Hinzu kommt die große Konkurrenz durch den Menschen durch die Überfischung der Bestände, wie der SWR berichtet.

SWR

Ausbruch der Newcastle Disease in Bayern

26. Februar 2026

Nach Brandenburg gibt es nun auch in Bayern einen bestätigten Fall der Newcastle-Krankheit (ND) in einem Legehennenbestand im Landkreis Erding mit rund 40.000 Tieren. Diese müssen jetzt gekeult werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und andere Bestände zu schützen, drängen der Geflügelwirtschaftsverband und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf lückenlosen Impfschutz für Hühner und Puten (es besteht eine Impfpflicht) und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Schutz der Betriebe vor betriebsfremden Personen sowie vor nicht betriebseigenen Materialien und Gerätschaften.

Geflügelhalter:innen sollten ihre Bestände auf eventuell bestehende Impflücken überprüfen. Die Tiere müssten über die gesamte Nutzungsdauer konsequent und lückenlos immunisiert werden. Außerdem müssten nun die Herden verstärkt auf Todesfälle und Leistungsdepressionen überwacht werden, um sofort handeln zu können. Bei ND handelt es sich um eine anzeigepflichtige und hoch ansteckende Tierseuche.

Bei Myvetlearn.de gibt es eine Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Kurs 5 der Reihe hat Geflügelbestände im Fokus. Außerdem können Landwirt:innen bei VetMAB.de ein Modul zum Geflügelgesundheitsmanagement belegen.

Geflügelnews

Petition sucht Unterstützer für Nachtfahrverbot von Mährobotern

26. Februar 2026

Mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits Petitionen für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz heimischer Igel unterschrieben. Der Einsatz der Mähroboter soll demnach mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang verboten werden, fordert die vor einer Woche von der Igelschützerin Bianca Dirigl aus Regensburg ins Leben gerufene Petition, die bereits 51.000 Unterschriften sammeln konnte (Stand: 24.2.2026).

"Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Pflegestelle für Igel, die ich gegründet habe. Was wir in den letzten Jahren erleben, erschüttert mich zutiefst: Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen, sind alles keine Seltenheit mehr", so Drigil. Die verletzten Tiere würden tagelang leiden, viele verenden an ihren Verletzungen.

Drigil ist mit ihrer Forderung nicht allein: derzeit gibt es 23 Petitionsaufrufe für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, da sie die Tiere nicht erkennen und Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen.

Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als "potenziell gefährdet". Die Bestände sind in mehr als der Hälfte der Länder, in denen die Tiere leben, zurückgegangen - darunter auch Deutschland.

Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen und TFA Online-Fortbildungen zur Behandlung und Pflege von Igeln.

Zur Petition >>>

agri:change – Wie sieht die Agrar- und Ernährungswirtschaft der Zukunft aus?

26. Februar 2026

Zwischen Ernährungssicherung und Nachhaltigkeitszielen: Zum Auftakt des Verbundprojekts agri:change kamen rund 160 Expert:innen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) zusammen, um Wege für eine krisenfeste und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Wie kann es gelingen, die Agrar- und Ernährungssysteme nachhaltig in die Zukunft zu führen – gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen, globaler Unsicherheiten und wachsender Anforderungen an die Ernährungssicherheit? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich die agri:change Auftaktveranstaltung „Zukunft durch Wandel?! – Brauchen wir Nachhaltigkeitstransformation in schweren Zeiten?“ Das Großvorhaben agri:change wird vom Land Niedersachsen mit 24,74 Millionen Euro unterstützt – gefördert durch zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.

Unter dem Leitmotiv „Zukunft durch Wandel“ verfolgt das Projekt agri:change das Ziel, strukturelle Veränderungen in der niedersächsischen Agrar- und Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten. Eine starke Praxisorientierung und offene Dialogformate ermöglichen eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Praxis und Gesellschaft. 

Beim Auftakt verdeutlichten Forschende die Spannungen zwischen ambitionierten Nachhaltigkeitszielen und der Notwendigkeit einer preiswerten Ernährungssicherung und diskutierten, welche Herausforderungen, Zielkonflikte und neue Handlungsspielräume sich für Forschung und Praxis ergeben. 

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „Innovationen aus der Wissenschaft können neue Wege eröffnen und praxistaugliche Lösungen ermöglichen – beispielsweise um die Effizienz der Höfe und Betriebe zu steigern, Ernten zu stabilisieren und zugleich Nachhaltigkeit und Tierwohl voranzubringen. Als Land investieren wir daher rund 68 Millionen Euro in drei große Forschungsverbünde im Agrar- und Ernährungsbereich. Mit agri:change schaffen wir eine starke wissenschaftliche Grundlage, um die niedersächsische Landwirtschaft und damit unsere Ernährungssicherheit zukunftsfest weiterzuentwickeln.“

Für Prof. Dr. Klaus Osterrieder (Präsident der TiHo Hannover) ist eine zentrale Frage, wie sich die Nutztierhaltung der Zukunft entwickeln wird: "Wie können wir dem Tierwohl, der Lebensmittelsicherheit und dem One-Health-Gedanken einen hohen Stellenwert einräumen und gleichzeitig eine Landwirtschaft betreiben, die Landwirtinnen und Landwirten ein gutes Auskommen sichert? In agri:change werden diese Themen von einem großen Kollegium der TiHo umfassend bearbeitet.“

Die Auftaktveranstaltung machte deutlich: Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung sind kein Widerspruch. Vielmehr ist eine nachhaltige Transformation die Voraussetzung für resiliente und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungssysteme.

Neben der Universität Göttingen als Projektleitung und dem Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) als transdisziplinäre Leitung sind die TiHo Hannover, die Universität Vechta, die Hochschule Osnabrück, die Universität Osnabrück, die TU Braunschweig, die Leibniz Universität Hannover, die ETH Zürich, die Leuphana Universität Lüneburg, die Jade Hochschule, die Hochschule Fulda, das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung, das Johann Heinrich von Thünen-Institut sowie zahlreiche Partner aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft an dem Projekt beteiligt. 

Schadnagerbekämpfung und Lebensmittelhygiene gehören zusammen

25. Februar 2026

Die EU strebt an, künftig den bisherigen Einsatz von sogenanntem Rattengift zu verbieten. Demnach sollen Rodentiziden mit Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) künftig nur noch nach zuvor festgestelltem Befall eingesetzt werden dürfen und sachkundigen Personen vorbehalten sein. Eine sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung ist dann nicht mehr zulässig.

Bei der Risikobewertung der Schadnagerbekämpfung darf die gesetzlich geforderte Lebensmittelhygiene aber keinesfalls unberücksichtigt bleiben, denn eine fachgerechte Schädlingsbekämpfung ist für die Lebensmittelsicherheit unverzichtbar. „Die Sicherheit der gesamten Lebensmittelkette – vom Futtermittel über die landwirtschaftliche Erzeugung bis hin zum verarbeitenden Betrieb – liegt in weiten Teilen in der Verantwortung der Tierärzteschaft“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK) Ltd. VD Dr. Holger Vogel. Sie ist immer Teil eines Gesamtkonzepts aus Biosicherheit, Lebensmittelhygiene, Tierseuchenprävention, Arbeits- und Umweltschutz.

Schadnager wie Ratten und Mäuse sind nicht nur Verursacher erheblicher wirtschaftlicher Schäden, sondern auch Überträger von Krankheitserregern mit Zoonosepotenzial, etwa Hantaviren. Darüber hinaus können sie Lebensmittel und Futtermittel nachteilig beeinflussen und kontaminieren. Gerade in großen Zentrallagern zeigt sich die Problematik deutlich – immer wieder werden Schadnager über Zulieferungen eingeschleppt. Sie vermehren sich in Paletten mit Lebensmitteln und breiten sich von dort in weitere Betriebe aus.

Die Tierärzteschaft überwacht die Einhaltung der Hygienevorgaben entlang der gesamten Lebensmittelkette. Dazu gehört ausdrücklich auch der Schutz von Futtermitteln vor Schädlingsbefall. „Ohne konsequente Überwachung und Bekämpfung kann sich ein Befall rasch ausweiten – mit erheblichen Folgen für Hygiene, Biosicherheit und Verbraucherschutz“, erklärt Dr. Vogel.

In den Augen der BTK bringt die Abschaffung der Dauerbeköderung praktische Probleme mit sich. Die zunächst geforderte Feststellung eines Befalls kann die Bekämpfung verzögern und dazu führen, dass sich Populationen bereits stark vermehrt haben, bevor wirksam eingegriffen wird. Als Alternativen kommen v. a. Schlagfallen zur Befallsermittlung zum Einsatz. Aus tierschutzfachlicher Sicht gelten sachgerecht eingesetzte Schlagfallen derzeit als geeignetste Methode. Lebendfallen wiederum erfordern eine tierschutzgerechte Tötung der gefangenen Tiere. Diese Verfahren sind technisch aufwendig und störanfällig. Unabhängig von der gewählten Methode gilt: Auch die Entsorgung getöteter Nagetiere muss sichergestellt werden, damit die Hygiene gewährleistet ist.

BTK

Auf ganzjährigen Zeckenschutz achten

25. Februar 2026

Anlässlich der steigenden Temperaturen weist der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf die von Zeckenstichen ausgehenden Gefahren für Tiere, insbesondere für Hunde hin. Denn aufgrund des milderen Klimas machen Zecken längst keine Winterpause mehr, sondern sind praktisch das gesamte Jahr über ab etwa +7 °C - manche Arten sogar bei Frost - aktiv. Deshalb gilt heute mehr denn je: Konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und tägliches Absuchen der Tiere gehören zur festen Routine. Wer hier frühzeitig handelt, schützt seinen Hund nicht nur vor lästigen Stichen, sondern reduziert auch das Risiko schwerer, teils lebensbedrohlicher Erkrankungen wie der Babesiose und der Borreliose. Besonders die kältetolerante Auwald- oder Wiesenzecke breitet sich seit Jahren stark aus und ist inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) ausgelöste Erkrankung.

Umso wichtiger ist ein wirksamer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fernhält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtötet, bevor die Erreger übertragen werden. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung – etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Die meisten Mittel schützen zusätzlich auch vor Flöhen, was besonders für aktive Tiere ein Plus ist, einige enthalten auch gleichzeitig Wirkstoffe zur Entwurmung.

Darüber hinaus rät der BfT, den Hund nach jeden Spaziergang auf Zecken zu kontrollieren. Besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen sollte auf die Spinnentiere, die als Nymphen kleiner als Stecknadelköpfe sein können, geachtet werden. Entdeckt man eine Zecke, sollte diese schnell und korrekt entfernt werden, wobei sie möglichst nicht gequetscht oder gedreht werden sollte. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.

Da Zecken die Erreger nicht nur auf Hund und Katze übertragen können, sollte man sich auch selber nach einem Spaziergang im Wald oder einem Aufenthalt in Garten oder Park auf Zecken absuchen. Für den Menschen kann das vom Gemeinen Holzbock übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) lebensgefährlich werden. Außerdem infiziert sich der Mensch häufig über Zecken mit Borrelien, die sehr unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen können. Während gegen die FSME eine Impfung existiert, kann einer Borreliose nur durch einen aktiven Zeckenschutz entgegengewirkt werden.

BfT

Positive Trends in der tierärztlichen Lohnstruktur

25. Februar 2026

Der TVD Gehaltsreport 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die Arbeitsrealität angestellter Tierärzt:innen in Deutschland. Rund 2.300 Teilnehmende haben an der Umfrage mitgewirkt und fundierte Einblicke in Gehälter, Arbeitszeiten, Motivation und Zukunftsperspektiven gegeben.

Wie die Befragung ergeben hat, liegt das mittleres Bruttomonatsgehalt bei 40 h/Woche bei 4.650 Euro. Mehr als die Hälfte der angestellten Tierärzte leistet regelmäßig Überstunden, insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste werden als körperlich und mental fordernd erlebt.

Der TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt zwar eine kontinuierliche, aber moderate Steigerung der Einkommen auf, es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede je nach Tätigkeitsfeld, Zusatzqualifikation, Region und Geschlecht.

Für angestellte Kolleg:innen in Vollzeit (40 h/Woche) liegt das Median-Bruttogehalt aktuell bei ca. 4 650 € pro Monat. Das entspricht einem Plus von 8,5 % im Vergleich zu 2024. Besonders Berufseinsteiger profitieren von höheren Einstiegsgehältern (rd. 3 700 €), auch wenn der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr eher moderat ausfällt.

Zusatzqualifikationen zahlen sich aus: Tierärzt:innen mit Promotion, Fachtierarzttitel oder Diplomate-Status verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt. Trotz positiver Trends bleibt die Lohnzufriedenheit kritisch: Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung, und viele geben an, für ihren Lebensstandard ein höheres Netto zu benötigen. Darüber hinaus bestehen weiterhin ein signifikanter Gender-Pay-Gap zugunsten männlicher Kolleg:innen sowie regionale Unterschiede zwischen Bundesländern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vergütung von Überstunden und Notdiensten: Etwa 72 % arbeiten regelmäßig über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus, doch nur ein kleiner Teil erhält dafür eine finanzielle Vergütung – bei vielen erfolgt lediglich ein Freizeitausgleich oder gar keine Kompensation. Dies zählt zu den Hauptgründen beruflicher Unzufriedenheit. Zudem werden insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste als körperlich und mental fordernd erlebt.

Neben dem reinen Gehalt sind aber auch das Arbeitsklima, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Attraktivität des Berufs und die Arbeitszufriedenheit.

Dennoch können sich nur 32% der befragten Angestellten überhaupt vorstellen, sich selbstständig zu machen, obwohl dadurch jeder seine Arbeitsbedingungen nach dem eigenen Gusto gestalten kann. Eine viel zu wenig beachtete Chance?

Dieser Frage geht der Dessauer Zukunftskreis auf seiner Tagung Ende April 2026 nach.

Sonderpreis für besonderes Engagement für mehr Tierwohl

24. Februar 2026

Besonderes Engagement für mehr Tierwohl lohnt sich. Das findet auch die Initiative Tierwohl (ITW). Sie zeichnet in diesem Jahr erstmals besonderes Tierwohlengagement mit dem Sonderpreis im Rahmen des renommierten CERES AWARD aus. Der Sonderpreis ist mit 2.500 Euro dotierten und würdigt die ITW Landwirtinnen und Landwirte, die über innovative und praxistaugliche Maßnahmen deutliche Verbesserungen für das Wohl ihrer Nutztiere erreichen.

Die Bewerbungsphase läuft vom 16. Februar bis 31. März 2026. Interessierte Geflügel- und Rindermäster sowie schweinehaltende Betriebe können in den Bewerbungsunterlagen für den CERES AWARD einfach das entsprechende Kästchen zum Sonderpreis markieren und zwei Zusatzfragen beantworten. Die Preisverleihung findet am 21. Oktober 2026 während der Nacht der Landwirtschaft statt.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen stehen unter ceresaward.de bereit.

bpt-INTENSIV Kleintier Gastroenterologie in Bielefeld

24. Februar 2026

Vom 26. Februar bis 01. März 2026 findet in der Stadthalle Bielefeld die bpt-INTENSIV Kleintier 2026 zum Spezialthema Gastroenterologie statt. Die Fortbildungsveranstaltung kommt mit einem hochkarätigen Programm inkl. Seminaren der Industrie und mit einer Fachmesse Veterinärmedizin daher.

Das Hauptprogramm besteht aus

  • Vortragszyklus (aktuelle, praxisrelevante Referate)
  • Falldarstellungen (Anamnese – Diagnose – Therapie – Verlauf)
  • Seminarverbund (drei Vertiefungsseminare zu ausgewählten Problemstellungen mit Rotation der Teilnehmer durch alle drei Seminare)

Ergänzt wird das Hauptprogramm durch Beratungsangebote zur Praxisführung und eine Fortbildung für Tiermedizinische Fachangestellte.

Jetzt noch rasch anmelden >>>

Ausbruch der Newscastle Disease in Brandenburg

23. Februar 2026

Im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenbrug ist in einem Putenmastbestand mit etwa 23.000 Tieren der Ausbruch der Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) amtlich festgestellt worden. Zuvor war in einer Herde mit sechs Wochen alten Tieren eine erhöhte Sterblichkeit mit unspezifischen klinischen Symptomen beobachtet worden. In zwei älteren, wiederholt gegen ND geimpften Putenherden desselben Betriebs, wurden dagegen keine klinischen Anzeichen festgestellt. Typisch sind bei ND Legeleistungsabfall, Ödeme an Kopf und Kehllappen, respiratorische Störungen, Durchfall und nervöse Störungen. Der gesamte Betrieb mit insgesamt fünf Herden wurde am Folgetag geräumt.

Das Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree wurde unverzüglich informiert. Es wurden entsprechende Proben genommen und untersucht. Der positive Befund wurde inzwischen vom nationalen Referenzlabor, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), bestätigt.

Es wurden alle erforderlichen Maßnahmen mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung angeordnet. Dazu gehören die tierschutzgerechte Tötung der Tiere sowie das Einrichten einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand.

In Deutschland besteht für Hühner und Truthühner, auch in Hobbyhaltungen, eine Impfpflicht gegen die Newcastle Disease. Entsprechend lange liegt der letzte Ausbruch der ND bei Hausgeflügel in Brandenburg zurück: 1996.

Auch der betroffene Ausbruchsbestand im Landkreis Oder-Spree wurde ordnungsgemäß geimpft. Allerdings war die Grundimmunisierung der Jungtiere noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die Tiere mit dem ND-Virus infizieren konnten.

 Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

MLEUV Brandenburg

Kostenfreie Kastrationsaktion soll Katzenleid in Schleswig-Holstein verringern

23. Februar 2026

In Schleswig-Holstein werden noch bis Mitte März 2025 vielerorts wieder wild lebende Katzen kostenfrei von Tierärzt:innen kastriert. Damit soll laut Landesregierung die weitere, unkontrollierte Fortpflanzung der schätzungsweise 75.000 Streunerkatzen im Land verhindert werden.

Bis Mitte März können in vielen Gemeinden vor allem Tierschutzvereine, aber auch Privatpersonen, wild lebende Katzen einfangen und in der teilnehmenden Tierarztpraxis kostenfrei kastrieren lassen. Dafür verzichten die Tierärzt:innen auf ihr Honorar von 30 Euro. Die übrigen Kosten, die sich für die Kastration von Katern auf 125 Euro und für Katzen auf 156 Euro belaufen, werden über einen Fonds der Landestierärztekammer abgerechnet.

Der Fonds setzt sich aus Geldern des Landes (€ 10.000), des Tierschutzbundes auf Landes- und auf Bundesebene (€ 10.000) sowie Spenden (€ 15.000) zusammen. Zudem übernehmen die teilnehmenden Gemeinden 50 Prozent der Kosten für Kastrationen, die in ihren Gebieten anfallen. Voraussetzung für eine kostenfreie Kastration ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, dass das Tier in einer der teilnehmenden Gemeinden gefangen wurde. Der Fänger muss außerdem einen Vordruck ausfüllen und damit bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine frei lebende Katze handelt. Nach der Kastration müssen die Tiere an der Stelle wieder ausgesetzt werden, an der sie gefangen wurden.

Laut Tierschutzbund werden seit 2014 frei lebende Katzen in Schleswig-Holstein in bestimmten Zeiträumen kostenlos kastriert - in der Regel einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Aktion sei ein Erfolgsmodell, um das Elend der Tiere zu vermindern, erklärt Ellen Kloth, Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land.

Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bei der Frühjahrs- und Herbstaktion insgesamt knapp 3.700 Katzen kastriert. Im 2. Quartal dieses Jahres soll neben den kostenfreien Kastrationen außerdem die neue Katzenschutzverordnung in Kraft treten. Darin wird u.a. eine Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang vorgeschrieben.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein fordert darüber hinaus einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Katzenhalter. Der Verband sieht durch Katzen den Artenschutz bedroht. "Jede Katze frisst etwa 200 Kleintiere, also Kleinsäuger, Vögel, Reptilien pro Jahr, was einen erheblichen Einfluss auf die Vielfalt in der Landschaft haben kann. Wir reden immerhin von 15 Millionen Kleintieren", sagt Marcus Börner, Geschäftsführer beim Landesjagdverband. Deshalb sollten Katzen während der Brut- und Setzzeit keinen Freigang haben. Der "Führerschein" würde dafür sorgen, dass sich künftige Katzenhalter mit dem Thema Hauskatze auseinandersetzen, ihrer Gesundheit, der Ernährung, dem Sozialverhalten, dem Thema Krankheiten und dem Einfluss auf Natur und Umwelt, so Börner.

Auch die Tierärzteschaft hat beim Deutschen Tierärztetag in Dortmund im Oktober 2025 Forderungen nach mehr Sachkunde von Tierhaltern formuliert.

Landesportal Schleswig-Holstein

Praxistipp für Tierärzt:innen: Das Digitale OP-Buch Kleintier von Vetion.de umfasst aktuell rund 70 OP-Videos zur Knochen- und Weichteilchirurgie, die auf 20 Kapitel übersichtlich aufgeteilt sind.

Umfassender Genom-Atlas zu Tumorerkrankungen bei Katzen erstellt

23. Februar 2026

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) hat den bislang umfassendsten Genom-Atlas für Krebserkrankungen bei Hauskatzen erstellt.

In der Studie wurden 493 Tumore aus 13 unterschiedlichen Tumorarten umfassend genomisch analysiert und jeweils mit gesundem Gewebe derselben Tiere verglichen. Ziel war es, wiederkehrende genetische Veränderungen zu identifizieren, molekulare Muster der Tumorentstehung besser zu verstehen und potenzielle therapeutische Angriffspunkte zu definieren.

Die Analysen zeigen deutliche Parallelen zur Humanonkologie, aber auch artspezifische Besonderheiten, die wiederum neue Einblicke in tumorbiologische Prozesse ermöglichen.

Neben Punktmutationen wurden auch strukturelle chromosomale Veränderungen untersucht. Dabei zeigte sich ein charakteristisches Muster: Tumoren wiesen entweder eine hohe Anzahl kleiner genetischer Veränderungen oder größere chromosomale Aberrationen auf, jedoch selten beides gleichzeitig. In einzelnen Fällen fanden sich zudem genetische Spuren von Papillomaviren, was auf eine mögliche virale Beteiligung an der Tumorentstehung hinweist. Bei Hauttumoren konnten UV-assoziierte Mutationssignaturen nachgewiesen werden, vergleichbar mit bekannten Mechanismen in der Humanmedizin.

Von besonderer klinischer Relevanz ist, dass bei mehr als der Hälfte der untersuchten Tumoren genetische Veränderungen identifiziert wurden, die prinzipiell therapeutisch adressierbar sein könnten. In rund einem Drittel der Fälle legen die molekularen Profile nahe, dass künftig gezielte Therapiestrategien in Betracht gezogen werden könnten, etwa bei Veränderungen in Signalwegen, für die in der Humanonkologie bereits Wirkstoffe verfügbar sind.

Für die tierärztliche Praxis eröffnet der Genom-Atlas langfristig die Perspektive einer stärker molekularbasierten Diagnostik und einer individualisierten Onkotherapie bei Katzen. Die Ergebnisse unterstützen zudem den One-Medicine-Ansatz, indem sie die enge biologische Verwandtschaft onkologischer Mechanismen zwischen Mensch und Tier verdeutlichen und zugleich artspezifische Unterschiede sichtbar machen. Insgesamt stellt die Arbeit einen wichtigen Schritt hin zu einer präzisionsmedizinischen Onkologie in der Kleintiermedizin dar.

Spezifisches Wissen zu den Tumorerkrankungen von Hund und Katze erhalten Tierärzt:innen in den beiden Online-Fortbildungen Onkologie I (Kurs I) und Onkologie II (Kurs 15) der Reihe Consensus Statements für die Kleintiermedizin von Myvetlearn.de.

Vetmeduni Wien

Bayer will Roundup-Vergleich erzielen

20. Februar 2026

Die Anwendung des Unkrautvernichters Roundup des Bayer Konzerns steht unter dringendem Verdacht, das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), also Krebs, zu verursachen. Nun will das Unternehmen in den USA einen milliardenschweren Sammelvergleich schließen, der sowohl aktuelle als auch künftige Klagen umfassen soll. Der Vergleich wurde beim zuständigen Gericht in St. Louis (Missouri) zur vorläufigen Genehmigung eingereicht und muss noch gerichtlich bestätigt werden. Der Vergleich sieht vor, über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren maximal 7,25 Milliarden US-Dollar zu zahlen und die finanziellen Belastungen dadurch planbarer zu machen. 

Der Vergleich soll Personen umfassen, die vor dem 17. Februar 2026 dem Herbizid Roundup ausgesetzt waren und entweder bereits eine NHL-Diagnose haben oder innerhalb einer Frist von 16 Jahren nach endgültiger Genehmigung des Vergleichs eine entsprechende Diagnose erhalten. Dennoch betont Bayer, dass der Vergleich kein Schuldeingeständnis für den Krebsverdacht darstelle und verweist auf das Urteil führender Regulierungsbehörden in den USA und der EU, dass Glyphosat bei sachgerechter Anwendung als sicher und nicht krebserregend zu bewerten sei. Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Krebsforschungsagentur ist da anderer Ansicht. Sie hatte den Wirkstoff, der in Roundup enthalten ist, 2015 als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft.

Zeitgleich zu den Bemühungen von Bayer, die Auswirkungen der in die Zehntausende gehenden Roundup-Klagen zu kontrollieren und einzudämmen, möchte US-Präsident Donald Trump, dass glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als entscheidend für die nationale Sicherheit und die Lebensmittelsicherheit der USA klassifiziert werden. Außerdem soll eine ausreichende Produktion sichergestellt werden, damit es Landwirt:innen weiter möglich ist, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu produzieren und somit den landwirtschaftlichen Vorsprung der USA aufrecht zu erhalten.

Schweizerbauer

Bakterien aus Permafrost verschärfen Antibiotikaresistenzen

20. Februar 2026

Resistenzen gegen antimikrobielle Mittel sind eine zunehmende gesundheitliche Bedrohung, doch sind diese keine ausschließliche Folge der modernen Medizin. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass resistente Erreger schon vor vielen tausend Jahren existierten. Ein Forscherteam hat nämlich ein Bakterium in einer Eishöhle in Rumänien entdeckt, das bereits seit 5.000 Jahren eingefroren war und trotzdem gegen viele moderne Antibiotika resistent ist.

Das Team um Cristina Purcarea von der rumänischen Akademie der Wissenschaften in Bukarest hat im Rahmen der neuen Studie Bakterien aus einem der größten unterirdischen Eisreservoire Europas isoliert und deren Empfindlichkeit gegenüber 28 heute gebräuchlichen Antibiotika aus zehn Wirkstoffklassen getestet. Unter anderem wirkten weder Vancomycin, das bei lebensbedrohlichen Infektionen mit multiresistenten Keimen eingesetzt wird, noch Ciprofloxacin, ein Fluorchinolon-Reserveantibiotikum gegen schwere systemische Infektionen.

„Der aus der Scarisoara-Eishöhle isolierte Bakterienstamm zeigt trotz seines uralten Ursprungs eine Resistenz gegenüber zahlreichen modernen Antibiotika", berichtet Purcarea. Eine zentrale Annahme der Mikrobiologie, dass Antibiotika-Resistenzen kein ausschließliches Produkt der modernen Medizin sind, wurde damit bestätigt.

Die hohe Zahl der verschiedenen Resistenzgene, die die Wissenschaftler:innen im Erbgut des Mikroorganismus fanden, unterstreicht die Gefahr, die von Gletscher, Permafrost oder unterirdischen Eisreservoiren ausgeht. Sollten diese wegen der steigenden Temperaturen auftauen,  könnten solche Gene wieder in die Biosphäre gelangen. „Diese Resistenzgene könnten auf heutige Krankheitserreger übertragen werden und so das globale Problem der Antibiotikaresistenz verschärfen", warnt Purcarea.

Neben der nicht klar zu beziffernden Gefahr, bergen die uralten Mikroben aber auch Chancen. So konnten die Forschenden elf Gene identifizieren, die das Wachstum anderer Bakterien, Pilze oder Viren hemmen können, darunter auch antibiotikaresistente Keime. Zudem wurden knapp 600 Gene mit bislang unbekannter Funktion identifiziert.

NTV

Die letzten Veti-Kalender 2025/2026 zum Sonderpreis

19. Februar 2026

Ab sofort gibt es die letzten Veti-Kalender 2025/2026 zum Sonderpreis von nur € 2,99 brutto zzgl. Versandkosten. Der Veti-Kalender ist der Taschenkalender für Studierende und junge TierärztInnen. Er erscheint pünktlich zum Beginn des Wintersemesters 2025/2026 und enthält viele wertvolle Fachinformationen, wie beispielsweise die physiologischen Daten und Laborwerte der Tierarten sowie Impfempfehlungen, ein Fachwörterlexikon, interessante Termine und Adressen zu den Fachbereichen der Veterinärmedizin in Deutschland. Durch sein praktisches Kalendarium, in das bereits alle wichtigen Termine für „Vetis“ an den Fachbereichen sowie die bedeutenden Kongresse/Tagungen in Deutschland eingetragen sind, wird er zum perfekten Begleiter für das Veti-Studium.

Im Fokus dieser Ausgabe steht die Tierarztpraxis der Zukunft mit vielen Beispielen an digitalen Tools. Außerdem haben wir die Tierärztin und Gründerin der filu-Tierarztpraxen, Dr. Magdalena Naderer, über ihre Motivationen und Ziele interviewt.

Jetzt bestellen >>>

Mecklenburg-Vorpommern fördert Tierheime weiter

19. Februar 2026

Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern können noch bis zum 31. März einen Antrag auf Förderung stellen. Antragsberechtigt sind alle Einrichtungen, die Fundtiere und sichergestellte Tieren sowie Wildtiere unterbringen.

Die Zuwendungen aus dem Landeshaushalt können für Neu-, Erweiterungs-, Aus- und Umbauten sowie Modernisierungen beantragt werden. Das Land unterstützt zudem die Verbesserung hygienischer und energetischer Funktionalität sowie der Ausstattung, der Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen mit bis zu 90 Prozent der Ausgaben. Die fünfjährige Zweckbindung ab der letzten Auszahlung verbietet eine Veräußerung, Verpachtung oder zweckentfremdete Verwendung der geförderten Investitionen während dieses Zeitraumes.

„Aufgrund regelmäßiger Besuche kenne ich den Zustand der Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern und weiß um die Notwendigkeit von dringenden Investitionen. Daher setze ich mich für eine kontinuierliche Unterstützung aus dem Landes­haus­halt ein. Auch für den nächsten Doppelhaushalt wurden entsprechende Mittel angemeldet. Denn Ehrenamt und Tierschutz sind unverzichtbare Säulen einer solidarischen und verantwortungsvollen Gesellschaft“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Ministerium Mecklenburg-Vorpommern

BTK warnt vor gefälschten Impfnachweisen

19. Februar 2026

Die Bundestierärztekammer (BTK) appelliert an alle Halter:innen, vor der Aufnahme eines Hundes aus dem Auslandstierschutz, Vorsicht walten zu lassen. Der aktuelle Tollwutfall bei einem Welpen, der von Russland nach Rheinland-Pfalz transportiert wurde, weist darauf hin, dass kriminelle Händler:innen die Käufer:innen mit gefälschten Impfnachweisen versorgen.

Der betroffene Welpe war laut Impfpass gegen Tollwut geimpft, doch aktuell bestehe der starke Verdacht, dass entweder keine wirksame Impfung erfolgt ist oder der Impfeintrag gefälscht wurde, so die BTK.

Diese skrupellosen Machenschaften der Welpenhändler:innen gefährden die Gesundheit von Tieren und Menschen. So mahnt die BTK dringend, Hunde und Katzen konsequent und routinemäßig gegen Tollwut impfen lassen. Nur so könnten die Vierbeiner verlässlich gegen die lebensbedrohende Viruserkrankung geschützt werden, sagt BTK-Präsident Dr. Holger Vogel.

Auch wenn Deutschland seit rund 18 Jahren als tollwutfrei gilt, könne die Erkrankung jederzeit eingeschleppt werden, so Vogel weiter. Das zeige der aktuelle Fall eindrücklich. „Gerade bei Hunden aus Ländern mit endemischem Tollwutvorkommen besteht ein reales Risiko – insbesondere dann, wenn Impfdokumente nicht verlässlich sind“, warnt der Präsident.

Tollwut ist nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen gefährlich. Die Viruserkrankung verläuft immer tödlich, sobald die klinischen Symptome ausgebrochen sind. Während ungeimpfte Tiere nicht mehr behandelt werden können, besteht bei Menschen nach einem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier immerhin noch die Chance, mit einer unverzüglich eingeleiteten Postexpositionsprophylaxe (PEP) behandelt und geheilt zu werden.

Die BTK appelliert an alle Tierhalter:innen, ausschließlich mit seriösen Organisationen zusammenzuarbeiten, die transparente Gesundheitsnachweise und ordnungsgemäße tierärztliche Betreuung gewährleisten.

BTK

FVE-Umfrage zur Situation von Tierärzt:innen – jetzt teilnehmen

18. Februar 2026

Bereits zum 4. Mal erhebt die Federation of Veterinarians in Europe (FVE) wichtige Kennzahlen zum Berufsstand in ganz Europa. Der 4. FVE VetSurvey, in dem neben demografischen Daten zum ersten Mal europaweit auch Herausforderungen in der Gleichstellung, Inklusivität, Stresslevels, Depressionen, Burn-out, Erschöpfung oder Compassion Fatigue, verbale, schriftliche oder körperliche Belästigungen oder Mobbing erfasst werden, richtet sich an Tierärzt:innen aus allen Bereichen der Veterinärmedizin, der Fokus liegt aber auf den Erfahrungen der Kolleg:innen in der kurativen Praxis.

Die Teilnehmenden helfen mit, wichtige vergleichende Kennzahlen zum Berufsstand in Europa zu liefern, die dann durch die FVE auf EU-Ebene in die zuständigen Gremien eingebracht werden können. Das Ausfüllen ist in vielen Sprachen einschließlich Deutsch bis zum 16. März 2026 möglich.

Zur Umfrage>>>

Spanien: ASP-Nachweise außerhalb der Ausbruchszone

18. Februar 2026

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Spanien weiter aus. Nach dem ersten Ausbruch der Tierseuche Ende November 2025 in der Region Barcelona, wurden innerhalb des Restriktionsgebiets rund 155 mit ASP-infizierte Wildschweine gefunden.

Nun sind erstmals zwei an der ASP verendete Wildscheine außerhalb des ursprünglichen Ausbruchsgebiets entdeckt worden. Die Tiere wurden in der Nähe der westlich gelegenen Städte El Papiol und Molins de Rei im Großraum Barcelona gefunden. Als Reaktion auf die Funde schränkten die katalanischen Behörden Personen- und Viehtransporte weiter ein.

„Es war zu erwarten, dass irgendwann eines der Wildschweine nach Süden ziehen würde“, erklärt der Leiter der katalanischen Landwirtschaftsbehörde, Oscar Ordeig.

Schweizerbauer

Tollwut bei Hund in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

17. Februar 2026

Im Rhein-Pfalz-Kreis ist bei einem Hund die Tollwut festgestellt worden. Das betroffene Tier stammt ursprünglich aus Russland und habe Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Daraufhin wurde der Hund aus Dannstadt-Schauernheim in Quarantäne untergebracht, wo er verstarb, wie die Verwaltung in Ludwigshafen mitteilte. Die zuständige Veterinärbehörde habe sämtliche Kontakte ermittelt und diese informiert. Eine Gefahr für weitere Tiere im Rhein-Pfalz-Kreis bestehe nicht.

Der Hund sei über eine Internetplattform von einer russischen Organisation erworben worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Er wurde demnach mit anderen Hunden und Katzen transportiert, die neben Deutschland für Österreich, Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. In das Zuständigkeitsgebiet der Kreis-Veterinärbehörde kamen keine weiteren Tiere.

Allerdings ermittelt die Kriminalpolizei wegen Verdacht des Verstoßes gegen das Tiergesundheitsgesetz, da angenommen wird, dass die Angaben in den für die Überführung erforderlichen Papieren – laut denen der Hund gegen Tollwut geimpft war – sowie der implantierte Chip nicht der Wahrheit entsprechen. So bestehe der Verdacht, dass das Alter des Tieres nicht korrekt angegeben wurde sowie dem Tier andere Papiere zugeordnet wurden und es demnach nicht gegen Tollwut geimpft war.

Rheinland-Pfalz Kreis

Sachsen-Anhalt meldet Tierschutzverstöße in jeder fünften Tierhaltung

17. Februar 2026

In Sachsen-Anhalt haben behördliche Kontrolleur:innen im Jahr 2024 in mehr als 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Verstöße festgestellt. Das geht aus dem gerade vorgelegten Tierschutzbericht des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes hervor. Wie das Ministerium mitteilt, ist die Gesamtzahl der Verstöße jedoch um 10,5 % zurückgegangen. Insgesamt wurden 2.190 Betriebe im Jahr 2024 kontrolliert. Die meisten Verstöße hätten die Kontrolleur:innen in Schweine-, Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen dokumentiert.

Neben der mangelhaften Versorgung und Behandlung kranker und verletzter Tiere hätten die Behörden auch bei der Futter- und Wasserversorgung, der Pflege und Unterbringung sowie bei der Verfügbarkeit von fähigem Personal Verstöße entdeckt. Bei 17 Kontrollen seien schwerwiegendste Verstöße festgestellt worden, so der Bericht. Gerichtliche Maßnahmen waren in zwölf Fällen nötig. Eine unzureichende finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung der Betriebe sei hauptsächlich die Ursache für die schwerwiegendsten Verstöße gewesen.

„Tierschutz ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur durch gemeinsames Engagement von Politik, Landwirtschaft, des Handels, aber auch jedes einzelnen Bürgers – erfolgreich sein kann“, erklärt Landwirtschaftsminister Michael Richter. „Es ist wichtig, dass wir in der Landwirtschaft innovative Lösungen fördern, die Tierschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.“

MDR

Ministerium Sachsen-Anhalt

Fangprämien für Waschbären und Nutrias sollen Population reduzieren

17. Februar 2026

Nutrias haben in Deutschland keine natürlichen Feinde und können sich daher zahlreich vermehren. So auch in Teilen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, wo die invasiven Biberarten seit Januar 2024 ganzjährig bejagt werden dürfen. Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach dem fettarmen Fleisch der einst für ihre Pelze gezüchteten Nutrias stetig, sodass sich die Jagd auf die Nager lohnt.

Da sich die Art in vielen Regionen explosionsartig vermehrt hat, werden die Tiere mit speziellen Lebendfallen gefangen, die in der Regel mit einem Meldesystem versehen sind, und anschließend erschossen. In einigen Regionen haben Gemeinden und Städte das "Kopfgeld" auf Nutrias erhöht, in Hamburg wurde die Fangprämie sogar von 7 auf 14 Euro verdoppelt. Zudem hat die Stadt das Jagdgebiet ausgeweitet. In Niedersachsen sind im Jagdjahr 2024/2025 rund 19,5 % mehr Nutrias als im vorherigen Jagdjahr erlegt worden (knapp 54.000).

Auch die Waschbärpopulation nimmt in einigen Regionen Deutschlands immer mehr zu und entwickelt sich zu einem größeren Problem, so auch in Hamburg. Hier werden zunehmend Waschbären in der Stadt gesichtet. Die Deutsche Wildtier-Stiftung geht davon aus, dass die invasive Art heimische Tiere wie Singvögel, Amphibien und Reptilien immer mehr zurückdrängt. Zudem übertragen Waschbären Parasiten, plündern Nistplätze und Mülltonnen und beschädigen Dachisolierungen.

Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft setzt sich daher in einem Antrag für ein „konsequentes Management“ der invasiven Art ein. Analog zur Fangprämie plädiert die Partei für eine Waschbär-Prämie, um die effektive Bejagung der invasiven Art zu fördern, heißt es in dem Antrag. Das Beispiel Nutria zeige, wie schnell es zu einer schädlichen Überpopulation einer invasiven Art in Hamburg gekommen ist, erklärt Ralf Niedmers, jagdpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Kranke oder geschwächte Wildtiere werden auch häufiger in der Tierarztpraxis vorgestellt. Daher bietet Myvetlearn.de die ATF-anerkannte E-Learningreihe Wildtiere in der Tierarztpraxis an, bei der sich Tierärzt:innen online fortbilden können. Eine separate Reihe richtet sich an Tiermedizinische Fachangestellte. Beide Kursreihen enthalten zudem zahlreiche interaktive Elemente, die einerseits den Spaß steigern und andererseits die Bearbeitung der Inhalte intensivieren

Westfälischer Anzeiger

Sat1

Bewegungsbedürfnis von Welpen keinesfalls einschränken

17. Februar 2026

Um das Risiko für erblich bedingte Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Ellbogen (ED)- und Hüftdysplasie (HD) sowie Osteochondrose zu reduzieren, geben Hundezüchter:innen häufiger den Rat, Welpen und Junghunde unter Berücksichtigung eines limitierten Bewegungsplanes aufzuziehen. Ein Zusammenhang zwischen restriktiver Bewegung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes und dem Auftreten von Gelenkerkrankungen wurde jedoch aus wissenschaftlicher Sicht bislang nicht nachgewiesen.

Die Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) und der Schweizerische Verband für Tierphysiotherapie (SVTPT) haben in Kooperation mit dem Kleintierchirurgie-Spezialisten Dr. Daniel Koch eine neue Faktenlage zur Pathogenese von Wachstumserkrankungen veröffentlicht. Das Positionspapier basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Publikationen.

So zeigen Studien finnischer Forschenden mit jungen Beagles, dass die höchsten Glykosaminglykangehalte, die härtesten Gelenkoberflächen und damit die beste Knorpelzusammensetzung bei moderater Laufleistung erreicht wurde, während die schlechtesten Werte bei Nichtaktivität entstanden. Die Untersuchungen ergaben auch, dass sogar extrem lange Laufbandzeiten zu überraschend wenig Knorpelabbau und kaum Arthrose führten.

Neben der wichtigen Mineralisierung des Skeletts und der Belastung der Wachstumsfugen für die korrekte Entwicklung der Gelenke, sei eine vielfältige und abwechslungsreiche Bewegung auch nötig für die Hirnentwicklung, heißt es weiter im Positionspapier. Zudem würden motorische Fähigkeiten und die emotionale Belastbarkeit, aber auch Sozialkompetenz und Frustrationstoleranz gefördert. Expert:innen raten daher, das Bewegungsbedürfnis von Welpen und Junghunden keinesfalls einzuschränken. Restriktive Empfehlungen für die Bewegung hätten keine wissenschaftliche Basis und seien überholt.

STVV

HPAI: Sachsen meldet nahezu 600.000 tote Vögel

16. Februar 2026

Die Geflügelpest (Hochpathogene Aviäre Influenza, HPAI) hat seit dem Herbst vergangenen Jahres zur Keulung von unzähligen Tieren geführt. Besonders Sachsen ist in dieser Saison von Ausbrüchen der Tierseuche betroffen. Den Ort Ebersbach im Landkreis Meißen hat es bislang am härtesten erwischt, hier mussten allein in einem Legehennenbetrieb 550.000 Tiere getötet werden.

Nach Informationen des sächsischen Gesundheitsministeriums hat die HPAI zum Tod von nahezu 600.000 Vögeln geführt, auch Zoos sind betroffen. So mussten im Leipziger Zoo neun Pelikane getötet werden oder verendeten an der Krankheit, im  Chemnitzer Zoo wurde das Virus bei 67 Enten, Gänsen und Hühnern nachgewiesen.

Das Virus breitet sich auch unter Wildvögeln aus. Seit dem letzten Herbst meldeten die sächsischen Behörden rund 50 bestätigte Fälle. Hier waren besonders häufig Wild- und Graugänse, Schwäne, Kraniche und Möwen betroffen. Aber auch Raubvögel wie Uhu, Rotmilan oder Bussard waren unter den infizierten Tieren.

Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika hat das HPAI-Virus zu massiven Ausbrüchen geführt. Allein in den vergangenen 30 Tagen gab es Meldungen über mehr als 4,7 Mio. tote Legehennen, Puten und Masthähnchen. Neben einem Großbetrieb mit 104.000 Legehennen gab es weitere Fälle in einer kommerziellen Putenhaltung mit 36.000 und einem Geflügelbetrieb mit 25.100 Tieren. Zudem wurde ein Ausbruch in einem Masthähnchengroßbetrieb im kalifornischen Sonoma County mit 86.600 Tieren bekannt.

MDR

Trump erklärt Treibhausgase für ungefährlich

13. Februar 2026

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Donnerstag eine der wichtigsten Vorgaben für den Klimaschutz in den USA gekippt, indem er die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 für ungültig erklärt hat. Laut der Gefährdungsfeststellung, die von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt worden ist, werden Treibhausgase als gesundheitsschädlich eingestuft. Darauf basieren auch die Regeln für den CO₂-Ausstoß von Fahrzeugen sowie von Gas- und Kohlekraftwerken in den USA. Der Verkehr ist der größte CO₂-Verursacher in den USA.

Während Trump seinen Schritt als größte als größte Deregulierungsmaßnahme in der Geschichte des Landes bezeichnete und damit vor allem der Autoindustrie und den Ölkonzernen zu gefallen hofft, kritisieren ihn Umweltschützer und Demokraten wie Obama und John Kerrey, der ehemalige Außenminister und Klimabotschafter, für den Schritt scharf.

Kerry nannte die Entscheidung "unamerikanisch" und sagte: "Wer Warnzeichen ignoriert, hält den Sturm nicht auf. Mehr Amerikaner geraten nun direkt in den Pfad des Sturms."

Die demokratischen Gouverneure Gavin Newsom aus Kalifornien und Tony Evers aus Wisconsin sagten in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Diese Maßnahme ist rechtswidrig, ignoriert grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse und leugnet die Realität. Wir wissen, dass Treibhausgase den Klimawandel verursachen und unsere Gemeinden und unsere Gesundheit gefährden – und wir werden nicht aufhören, für den Schutz der amerikanischen Bevölkerung vor Umweltverschmutzung zu kämpfen.“ 
Newsom ergänzte: "Falls diese halsbrecherische Entscheidung vor Gericht bestehen sollte, wären mehr Waldbrände, mehr Überschwemmungen und Dürren die Folge."

Einige Umweltgruppen haben bereits Klagen gegen das Energieministerium eingereicht. Weitere werden voraussichtlich nachziehen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf Trump "ständige Lügen" über den Klimawandel vor. "»"Während dieser Schritt die Taschen der großen Ölkonzerne füllt, müssen alle anderen den Preis bezahlen", erklärte der Forschungsdirektor der US-Sektion von Greenpeace, Tim Donaghy.

Der Fall könnte letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der USA landen. Sollte die Regierung hier Rückendeckung bekommen, wäre das eine Kehrtwende in der US-Rechtsprechung.

Der von der Trump-Regierung zur angeblichen Harmlosigkeit von Treibhausgasen vorgelegte Bericht, ist von Forschern bereits in wichtigen Punkten verrissen worden. Sie bemängelten zahlreiche Fehler und eine falsche Interpretation der zitierten Studien. Im Januar 2026 waren die Vereinigten Staaten zudem offiziell aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten.

Spiegel

Hessen nun fast vollständig BTV-Handelsrestriktionszone

13. Februar 2026

Nachdem zu Beginn dieser Woche die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) im rheinland-pfälzischen Landkreis Mainz-Bingen sowie im hessischen Kreis Bergstraße nachgewiesen worden ist, musste die ursprüngliche Sperrzone entsprechend vergrößert werden. Wie das Hessische Landwirtschaftsministerium mitteilt, befindet sich das Land Hessen mit nur wenigen Ausnahmen innerhalb der BTV-8-Handelsrestriktionszone.

Um Tiere vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, wird Halter:innen von Rindern, Schafen und Ziegen dringend geraten, ihre Tiere gegen die BTV-Serotypen 3, 4 und 8 schnell impfen zu lassen. Im Falle der Impfung gegen BTV-4 und 8 kann ein Kombinationsimpfstoff eingesetzt werden. Die Tatsache, dass BTV-4 in den vergangenen Jahren in Frankreich nachgewiesen wurde, lässt vermuten, dass sich dieser Serotyp auch in Deutschland ausbreiten wird.

Mit einer weiteren Ausbreitung von BTV-8 in Deutschland sei zu rechnen, so das Ministerium weiter. Denn mehrere BTV-8-Ausbrüche in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen lassen auf ein erhöhtes Risiko schließen. Die Impfungen sollten vor der nächsten Infektionswelle abgeschlossen sein, die mit einer Vermehrung der Stechmücken, die das Virus übertragen, in der wärmeren Jahreszeit beginnt.

Landwirtschaftsministerium Hessen

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