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News

Immer mehr Igel-Unfälle durch Mähroboter

13. Juni 2023

Zur Zeit sind wieder zahlreiche Igel auf Wiesen, Feldern und Gärten auf Futtersuche. Doch die Gefahr, durch Mähroboter verletzt oder gar getötet zu werden, wächst stetig. Denn einerseits ist der Absatz der automatisierten Rasenmäher stark gestiegen und andererseits sind diese Roboter technisch noch nicht so entwickelt, dass Igel erkannt und so vor schweren Schnittverletzungen bewahrt werden, wie Dr. Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) erklärt.

Das Institut hat mit Freiwilligen von Igelauffangstationen seit September 2022 Daten zu Schnittverletzungen bei Igeln, die eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind, gesammelt und wissenschaftlich dokumentiert. Inzwischen wurden mehrere Hundert dieser Fälle belegt. „Wir gehen zudem von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da viele Tiere erst gar nicht gefunden bzw. gemeldet werden“, so Berger. Fatal sei auch, dass die Mähroboter meist nachts eingesetzt werden, wenn die Igel auf Futtersuche sind. Zudem flüchten die Tiere bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zusammen und warten ab, erklärt die Forscherin weiter. „Werden Sie von den Robotern überrollt und verletzt, suchen sie – so sie es noch können – lautlos Schutz in Hecken und Büschen, um nicht anderen Raubtieren aufzufallen, für die sie dann leichte Beute wären. Aber auch leichte Schnittverletzungen an Körperstellen, an denen das Tier sich nicht lecken kann, etwa im oberen Kopf- oder Rückenbereich, können später zu schweren Entzündungen oder zur Ablage von Fliegeneiern in den Wunden und somit – wenn unbehandelt – auch zum Tod führen.“

Da die Igel-Auffangstationen mit der Situation überfordert sind, fordern die IZW-Forschenden dringende Unterstützung durch die Politik. Um die Problematik nachhaltig zu kommunizieren und Aufklärungsarbeit zu leisten, haben Igel-Expert:innen aus Praxis und Forschung im Mai 2023 die „Igel-Initiative BRD“ gegründet, in der auch das Leibniz-IZW vertreten ist.

Da auch immer mehr Igel in die Tierarztpraxis gebracht werden, können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de in zwei E-LKearningkursen online fortbilden. Zum Einen steht ihnen der Einsteigerkurs Igel zur Verfügung, der sich intensiv mit den Besonderheiten des Europäischen Braunbrustigels befasst. Für die Teilnahme an dem ATF-anerkannten Online-Fortbildung erhalten die Teilnehmenden 5 ATF-Stunden. Zum Anderen geht Referentin Karolin Schütte von der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen in Kurs 4 der Online-Seminarreihe Wildtiere auf die künstliche Aufzucht, die Unterbringung und Vorbereitung auf die Auswilderung von Igelsäuglingen ein. Abschließend werden aufzuchtbedingte und häufige Erkrankungen besprochen.

IZW

Einsteigerkurs Igel auf Myvetlearn.de

Wildtiere Kurs 4 auf Myvetlearn.de

Keine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes für Tierarztpraxen

12. Juni 2023

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat dem Bundesverband praktizierender Tierärzte (BpT) hinsichtlich der vorgeschlagenen Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes exklusiv für die Tiermedizin eine Absage erteilt. Eine spezielle Ausnahme sei im aktuellen Entwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes nicht vorgesehen, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an den Bund angestellter Tierärzte e.V. (BaT). „Das BMAS vertritt hierbei die Auffassung, dass das Arbeitszeitgesetz Möglichkeiten bietet, um unter Berücksichtigung des gesetzlich normierten Mindestmaßes an Arbeits- und Gesundheitsschutz den tierärztlichen Notdienst sowie Nacht- und Wochenenddienste für Arbeitnehmer und Arbeitgeber angemessen zu gestalten. Insbesondere wurde der bpt auch auf die weitergehenden tariflichen Gestaltungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht“, schrieb Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin im BMAS und Mitglied des Bundestages, im Namen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.

Der BaT sieht darin eine politische Unterstützung seiner Pläne, Tarifverträge für Tierärzt:innen einzuführen und steht für Tarifverhandlungen zur Verfügung. Ein Umdenken sei erforderlich, um Lösungen für die Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung zu finden, mahnt der Verband, und schlägt die Gründung eines Arbeitgebendenverbandes vor, der in Tarifverhandlungen mit dem BaT treten könne. Die Entscheidung des BMAS habe die Weichen für eine Neuausrichtung gelegt. Ein Entgegenkommen Arbeitnehmender zur Sicherung der Versorgung sei ohne Zugeständnisse von Seiten der Arbeitgebenden nicht fair und nicht zu erwarten. Das Ausspielen Tierschutz gegen Arbeitnehmerschutz gehöre endlich beendet, heißt es von Seiten des BaT. Jetzt könnten neue Rahmenbedingungen geschaffen, attraktivere Gehälter und flexiblere Arbeitszeitvereinbarungen im Rahmen von Tarifverträgen verhandelt werden.

BaT

Hunde auf keinen Fall im Auto zurücklassen!

12. Juni 2023

In Deutschland ist Sommer und die Temperaturen haben in vielen Regionen bereits die 30-Grad-Marke überschritten. Und doch kommt es leider immer wieder vor, dass Hunde von ihren Besitzer:innen im Auto zurückgelassen werden. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. warnt eindringlich davor, denn schon bei einer Außentemperatur von lediglich 20 Grad droht den Vierbeinern Lebensgefahr. „Dass solch eine Warnung immer noch notwendig ist, machen die aktuellen Zahlen wieder einmal deutlich“, sagt TASSO-Leiter Philip McCreight. Denn in nur wenigen Minuten kann sich der Innenraum zu einem Backofen mit mehr als 50 Grad Celsius aufheizen, selbst wenn das Fenster geöffnet ist und die Sonne nicht scheint.

Im letzten Jahr starben fünf Hunde, weil die Halter:innen sie in ihrem Auto zurückgelassen hatten. Mindestens 72 Vierbeiner konnten noch rechtzeitig befreit werden. „Wir wissen von diesen Fällen nur, weil die Polizei oder die Feuerwehr eingeschaltet waren und darüber berichtet wurde. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein“, betont McCreight. In dem Fall, dass ein Hund in einem abgestellten Auto entdeckt wird und der Halter nicht ausfindig gemacht werden kann, sollte umgehend die Polizei oder Feuerwehr informiert werden, die den Vierbeiner befreit. Um die weitere medizinische Versorgung zu gewährleisten, sollte das Tier im Anschluss an die Erstversorgung auf direktem Wege in eine Tierarztpraxis gebracht werden, rät TASSO, da die Gefahr eines Hitzschlages groß ist.  Dieser muss umgehend behandelt werden.

TASSO 

Bewerbungsfrist für Deutschen Tierschutzpreis endet bald

12. Juni 2023

Bereits zum 19. Mal hat der Deutsche Tierschutzbund den Deutschen Tierschutzpreis 2023 ausgeschrieben. Mit Unterstützung der Zeitschrift FUNK UHR und Super TV sollen auch in diesem Jahr besonders engagierte Tierschützer:innen für ihre Arbeit für das Tierwohl ausgezeichnet werden. Die Bewerbungsfrist endet allerdings schon am 15. Juni 2023. Bis dahin können sowohl Menschen als Institutionen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden, zudem können sich Tierschützer:innen auch selbst bewerben. Der Preis, der in verschiedenen Kategorien vergeben wird, ist mit einem Preisgeld von insgesamt 8.000 Euro verbunden, das den Tieren zu Gute kommen soll. Die feierliche Preisverleihung findet am 19. Oktober 2023 in Berlin statt.

Das Vetion.de-Fokusthema Forschungs- und Tierschutzpreise hält Sie jederzeit auf dem aktuellen Stand über dotierte Forschungspreise für wissenschaftliche Arbeiten sowie Tierschutz-Preise inkl. der jeweiligen Bewerbungsfristen. Ein regelmäßiger Blick in die Übersicht lohnt sich.

Deutscher Tierschutzbund

Vetion-Fokusthema Forschungs- und Tierschutzpreise

Aktionen am Internationalen Tag gegen Tiertransporte

12. Juni 2023

Seit einigen Jahren wird am 14. Juni weltweit der Internationale Tag gegen Tiertransporte begangen. Angelehnt ist dieser Tag an eine Tragödie im Jahr 2015, bei der 13.000 lebende Schafe von Rumänien über Jordanien nach Somalia verschifft wurden und bei der Ankunft nach einer Irrfahrt alle verendet waren. Auf der ganzen Welt finden aus diesem Grund zahlreiche Protestaktionen statt, auch weil sich an dem unermesslichen Leid von Millionen transportierten Tieren kaum etwas verbessert hat. Schafe, Kühe, Kälber, Schweine und Geflügel leiden in überladenen Transportern unter extremen Temperaturen, Lärm und mangelnder Versorgung. Viele Tiere überleben den Transport nicht.

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN fordert daher ein nationales Verbot von Langstreckentransporten sowie Transporten lebender Tiere in Drittländer. Um diese Forderung erneut zu untermauern und die Öffentlichkeit aufzuklären, führt VIER PFOTEN und der Bundesverband Tierschutz e.V. gemeinsam mit anderen Organisationen am kommenden Mittwoch in Berlin eine aufsehenerregende Aktion durch. Ein Protestzug wird um 12 Uhr vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Richtung Pariser Platz starten. Vor dem Brandenburger Tor soll dann ein Kran aufgebaut werden, an dem ein vier Meter großes, lebensechtes 3D-Modell einer Kuh hängen wird. Das Modell eines 20 Meter langen und sechs Meter hohen Tiertransportschiffes wird den Hintergrund bilden. Das spektakuläre Aktionsszenario bezieht sich auf Vorfälle im spanischen Hafen von Cartagena und soll auf das Leid der Tiere auf langen Drittlandexporten und besonders auf Schiffstransporten aufmerksam machen. 

„Jahrzehntelange Proteste haben bisher wenig Wirkung gezeigt, doch unser Kampf geht so lange weiter, bis grausame Tiertransporte endlich der Vergangenheit angehören“, kündigte Ina Müller-Arnke, Expertin für Tiertransporte bei der globalen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN, an.

Bundesverband Tierschutz e.V.

Vier Pfoten

Nicht mehr lange bis zur eisfreien Arktis

9. Juni 2023

Schon innerhalb der nächsten 20 Jahre könnte die Arktis eisfrei sein. Das geht aus einer Studie hervor, die ein internationales Forscherteam unter der Leitung des südkoreanischen Forscher Min Seung Ki von der Pohang-Universität für Wissenschaft und Technologie erstellt hat. Gesammelte Messdaten aus 40 Jahren ergaben, dass sich der erste meereisfreie September, selbst bei einer Verringerung der CO2-Emissionen, schon bis 2040 einstellen könnte.

„Das arktische Meereisgebiet ging in den vergangenen Jahrzehnten rapide zurück, mit einer immer stärkeren Abnahme seit 2000“, schreiben die Autor:innen, unter ihnen der Hamburger Klimaforscher Dirk Notz. Anders als im aktuellen Bericht des Weltklimarats (IPCC) prognostiziert, schrumpfe das Meereisgebiet stärker, als bislang angenommen. Demzufolge wäre die Arktis im September erst gegen Mitte des Jahrhunderts im Durchschnitt praktisch eisfrei – allerdings unter Szenarien mit mittleren und hohen Treibhausgas-Emissionen.

Für die in der Arktis lebenden Tierarten wie Eisbären, Robben und Zugvögel würden sich die Lebensbedingungen dramatisch verändern. Aber auch auf Ökosysteme außerhalb der Arktis habe das schneller verschwindende Meereis enorme Auswirkungen, so die Wissenschaftler:innen. Denn das Eis in der Arktis hat eine wichtige Bedeutung für der Regulierung des globalen Klimasystems, da es Sonnenlicht reflektiert und damit zur Kühlung der Atmosphäre beiträgt. Wenn das Eis schmilzt, wird weniger Sonnenlicht reflektiert. Dies kann den globalen Temperaturanstieg beschleunigen. Wichtig sei nun, sich in naher Zukunft auf eine saisonal eisfreie Arktis einzustellen und entsprechend zu planen, konstatieren die Autor:innen in der Studie.

Laut einer jüngst auf der Uno-Klimakonferenz in Bonn vorgestellten Studie nimmt die Erwärmung mittlerweile mit einer Geschwindigkeit von über 0,2 Grad pro Jahrzehnt zu. Im Jahrzehnt von 2013 bis 2022 habe sie bereits ein Plus von 1,14 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erreicht.

Schweizerbauer

University of Pohang

Unric

Konzepte für die zukünftige Welternährung

9. Juni 2023

Die Weltbevölkerung wächst kontinuierlich. Laut der UN könnte schon im Jahr 2040 die 8,5-Milliarden-Marke erreicht werden. Expert:innen auf der ganzen Welt arbeiten daher mit Hochdruck an Konzepten für die Zukunft der Welternährung. „Essen muss auch noch in 20 Jahren günstig im Preis und gut für die Umwelt sein“, erklärte Professor Dr.-Ing. Marius Henkel jüngst auf einer Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbands (BBV). Der Bioingenieur ist der erste Professor für zellulare Landwirtschaft in Deutschland mit einem Lehrstuhl in Weihenstephan. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Entwicklung von Bio-Scaffolding Technologien und skalierbaren Konzepten für kultiviertes Fleisch sowie die biotechnologische Herstellung von funktionellen Komponenten für Lebensmittel.

Nach Meinung des Experten ist die konventionelle Viehzucht und Futter-Generierung ineffizient. Bei der zukünftigen Lebensmittelerzeugung müssten sowohl Verfügbarkeit als auch Sicherheit, Ethik, Tierwohl und Lebensmittel-Gerechtigkeit in der Welt gewährleistet sein, so Henkel. „Essen muss auch noch in 20 Jahren günstig im Preis und gut für die Umwelt sein.“ Imitate aus pflanzlichen Rohstoffen wie Bohnen oder Tofu, Lebensmittel aus Biomasse sowie Fleisch aus Zellkulturen sind nach Meinung des Experten die Produkte der Zukunft, um Eiweiße in Form lebenswichtiger Proteine zu erhalten.

Während Henkel für Hybrid-Produkte und Erzeugnisse aus Präzisionsfermentation die größten Chancen sieht, glaubt er hingegen nicht an eine realistische Zukunft von kultiviertem Fleisch aus echtem tierischen Gewebe, da sich die Kosten auf einem weiterhin hohen Preisniveau bewegten und Fleisch aus dem Bioreaktor damit ein Exoten-Produkt bleiben würde. Eine ganz andere Meinung vertritt dazu Prof. Nick Lin-Hi von der Universität Vechta, der In-vitro-Fleisch als unausweichlich bei der zukünftigen Ernährung betrachtet. Der Wirtschaftsethiker glaubt, dass das klassisch erzeugte Fleisch schon bald von Fleisch aus dem Labor abgelöst werden könnte und spricht von einer Sprunginnovation, die das Potential haben, die erwähnten Hybrid-Produkte zu verdrängen.

Merkur

Vetion-Fokusthema Fleischlos glücklich

Zusammenfassung Futura.VET

Bedrohung durch invasive Insektenarten wächst

9. Juni 2023

Immer mehr Tier- und Pflanzenarten siedeln sich in gebietsfremden Arealen an. Einige dieser Arten sind werden als invasiv eingestuft, das heißt, sie verbreiten sich stark, verdrängen nach und nach einheimische Arten und bedrohen so die Biodiversität. Alleine in der Europäischen Union (EU) schätzen Experten die Zahl der sogenannten gebietsfremden Arten (Neobiota) auf etwa 12.000, von denen etwa 10 bis 15 Prozent als problematisch gelten. Mit den eingeschleppten Insekten wächst auch in unseren Breitengraden die Gefahr von Infektionskrankheiten, wie dem Dengue-Fieber, Zika oder Chikungunya, die von der Asiatischen Tigermücke übertragen werden. Zwischen der Einfuhr von exotischen Pflanzen und Insekten gibt es eine zeitliche Verzögerung, die Forschende der Universität Lausanne als Zeitbombe bezeichnen. In einer aktuellen Studie haben sie die Fälle, in denen die Wirtspflanzen bereits in neuen Breitengraden angesiedelt sind, die dazugehörigen Insekten jedoch noch nicht entdeckt wurden, berechnet.

Die Schweizer Wissenschaftler:innen haben diese sogenannte Invasionsschuld auf 3.400 Insekten beziffert, was einer weltweiten Zunahme um 35 Prozent entspräche. Für unsere Breitengrade, die Europäische Paläarktis, berechneten die Forscher:innen eine Invasionsschuld von 417 Insektenarten. „Diese Zahlen sind umso erschreckender, als sie nur die Invasionsschuld zu einem bestimmten Zeitpunkt quantifizieren: 2010“, erklärte Studienautorin Cleo Bertelsmeier. „Sie berücksichtigen die Tatsache nicht, dass wir trotz eines gewissen Bewusstseins auch heute noch exotische Pflanzen einschleppen. Die daraus resultierenden Einschleppungen von Insekten werden also höchstwahrscheinlich weiter zunehmen“, betont die Forscherin.

Schweizerbauer

Universität Lausanne

NABU

Tierarztmangel im Fokus der EAEVE-Hauptversammlung

8. Juni 2023

Am heutigen Donnerstag (8.6.2023) findet die Hauptversammlung der European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) erstmals in Leipzig statt. An der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig werden sich Vertreter:innen veterinärmedizinischer Bildungsstätten aus aller Welt in den nächsten 3 Tagen über neue Entwicklungen in der tiermedizinischen Ausbildung austauschen und Netzwerke knüpfen. Einer der zu diskutierenden Themen wird der Tierärztemangel sein. „Deutschland gehen die Tierärzt:innen aus. Besonders in der tierärztlichen Versorgung der landwirtschaftlichen Nutztiere gibt es viele offene Stellen“, sagt der Dekan der Vetmed Uni Leipzig, Prof. Thomas Vahlenkamp. Umso wichtiger sei es, die Wertschätzung für den Beruf zu erhöhen und mehr auszubilden.

„Das Haustier spielt eine immer größere Rolle als Familienmitglied. Die Anzahl der in deutschen Haushalten gehaltenen Hunde und Katzen ist mittlerweile auf über 25 Millionen gestiegen“, so der Leipziger Dekan, der aber auch Lücken in der fachlich qualifizierten Versorgung anderer Bereiche sieht. Diese seien in der Nutztiermedizin, dem öffentlichen Veterinärwesens mit der Lebensmittelhygiene, dem Tierschutz sowie in der Tierseuchenbekämpfung schon jetzt sichtbar. Um den Tierärztemangel auch langfristig abzubauen, sieht Vahlenkamp eine Lösung darin, das Berufsbild bei Studierenden wie auch in der Öffentlichkeit besser zu vermitteln und die Wertigkeit des Berufes in seinen unterschiedlichen Facetten bewusst zu machen. Nur so könne die Abdeckung hoheitlicher Aufgaben auch in Zukunft gewährleistet werden.

„Wir müssen an den bestehenden fünf veterinärmedizinischen Bildungsstätten in Deutschland mehr ausbilden“, fordert der Leipziger Dekan. Knapp 1.000 Interessierte bewerben sich jedes Jahr für einen der 140 Studienplätze an der Vetmed Leipzig, das Interesse ist demnach da. Da es bereits jetzt einen großen Bedarf an Tierärzt:innen in Deutschland gibt, der aller Voraussicht nach wachsen wird, hat die Branchen-Initiative tierarztmangel.de mit dem „Wörlitzer Memorandum“ 14 Forderungen bzw. Lösungsvorschläge zum Abbau des Tierarztmangels aufgestellt.

Uni Leipzig

Tierarztmangel.de

ASP breitet sich in Italien weiter aus

8. Juni 2023

Am 7. Januar 2022 ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals auf dem italienischen Festland nachgewiesen worden. Das hochpathogene Virus war bei einem toten Wildschwein in der Region Piemont diagnostiziert worden. Trotz zahlreicher Maßnahmen hat es mittlerweile in sechs der insgesamt 20 Regionen ASP-Nachweise gegeben. Im Mai 2023 ist die ASP auch erstmals in Kalabrien und Kampanien im Süden Italiens nachgewiesen worden. Insgesamt meldeten die Behördlich bis zum 2. Juni 2023 rund 840 ASP-Nachweise bei Wildschweinen sowie in insgesamt sieben landwirtschaftlichen Hausschweinehaltungen. Laut Daten des europäischen Tierseuchenmeldesystems (ADIS) wurden in diesem Jahr in den ersten fünf Monaten 527 Wildschweine in Italien positiv auf das Virus getestet. Damit liegt das Land in Europa mittlerweile auf Rang 3 in der Statistik mit den häufigsten Nachweisen. Übertroffen wurde das laut ADIS nur von Polen mit 1.669 und Deutschland mit 639 ASP-Ausbrüchen bei Wildschweinen.

Proplanta

Vetion-Fokusthema Afrikanische Schweinepest