Neue TFA-Tarifverträge nur für Mitglieder einsehbar
Über mehrere Monate haben der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) über neue Tarifverträge für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) verhandelt. Erst in der 3. Verhandlungsrunde ist es zwischen den Tarifpartnern zu einer Einigung zum Gehalts- und Manteltarifvertrag gekommen, die am 1. Juni 2025 in Kraft getreten sind.
In einer gemeinsamen Stellungnahme haben bpt und vmf am vergangenen Dienstag (29.07.2025) erklärt, dass die Details zu den neu verhandelten Tarifverträgen nur den jeweiligen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Eine Verpflichtung, die Verträge unbeteiligten Dritten offenzulegen, bestehe nicht, so die beiden Parteien. Lediglich die Arbeitgeber:innen seien verpflichtet, die in ihrer Praxis/Klinik anwendbaren Tarifverträge auch im Betrieb bekanntzumachen.
Lumpy Skin Disease: Impfpflicht in der Schweiz
Die Lumpy Skin Disease (LSD), eine Viruserkrankung, die hauptsächlich Rinder und Büffel befällt, breitet sich in talien und Frankreich weiter aus. Um die LSD einzudämmen, haben die betroffenen Länder ihre Maßnahmen verschärft. In Frankreich ist in kurzer Zeit nach dem ersten bestätigten Ausbruch eine Impfkampagne angelaufen, die zum Aufbau eines Impfgürtels führen soll.
Auch wenn es in der Schweiz bislang keine Ausbrüche gibt, hat auch die Alpenrepublik aufgrund der Nähe zur französischen Grenze in einigen Gebieten eine Impfpflicht für Rinder, Büffel und Bisons eingeführt. Die Verwendung von in der EU zugelassenem Impfstoff wurde per Eilentscheid ermöglicht.
Im Wallis wurden bereits mehr als 2000 Rindern gegen die ansteckende virale Hautknotenkrankheit geimpft. Etwa acht Tage nach der Impfung beginnt der Schutz zu wirken, aber erst nach 28 Tagen ist der Immunschutz komplett. In dieser Zeit sei es elementar, dass die Tiere engmaschig überwacht werden, um frühzeitig Symptome zu erkennen, erklärt Tierarzt Jérémy Wittorski. Zudem müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Fliegen und Stechinsekten, die Überträger des Virus sind, abzuwehren.
Eine Infektion ist auch durch direkten Tierkontakt, infiziertes Sperma, unbehandelte Tierhäute und Felle und deren Produkte, Rohfleischprodukte, Rohmilchprodukte und durch daraus gewonnenes Tierfutter inklusive Kolostrum möglich. Bei einem positiven Erregernachweis müssen gemäß EU-Richtlinie alle Tiere des betroffenen Bestands getötet werden.
Nach einer Inkubationszeit von 4-28 Tagen können bei den infizierten Rindern schmerzhafte Knötchen am ganzen Körper sowie Symptome wie Fieber bis zu 41 Grad, Milchrückgang, eitriger Nasenausfluss sowie Euterentzündungen auftreten.
Hansen drängt auf Lösung bei der Weidepflicht
Im Januar 2025 hat die Europäische Kommission endgültig festgelegt, dass Rinder, Schafe und Ziegen von Bio-Betrieben während der Weidezeit zwingend Zugang zu Weideland haben müssen. Dieser Beschluss hat zu einem politischen Streit geführt, dem die Forderung Bayerns und verschiedener Verbände nach einer Übergangsfrist bis 2030 zugrunde liegt. Zahlreiche tierhaltende Ökobetriebe haben große Probleme, die Verordnung umzusetzen und stünden vor dem Aus, wenn keine Ausnahmeregelung gefunden wird.
Wie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW) zu lesen ist, möchte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen dringend eine Lösung für die Biobetriebe bei der Weidepflicht finden, um nicht zu riskieren, dass noch mehr Betrieb aus der Biohaltung aussteigen.
Bayern drängt die EU-Kommission bereits seit längerem nach einer Härtefallregelung. Diese soll als Passage in die EU-Öko-Verordnung eingefügt werden, die es den zuständigen Behörden erlaubt, in einzelnen Härtefällen Ausnahmen von der Weidepflicht für einzelne Tiergruppen zu erteilen, falls ein Weidezugang aufgrund struktureller Gründe oder behördlicher Einschränkungen nicht möglich ist oder veterinärmedizinische Gründe gegen einen Weidegang sprechen.
Nach Plänen des EU-Agrarkommissars könnten gekoppelte Beihilfen die Tierhaltung stärken. „Landwirte haben dadurch die Chance, besser und mit mehr Voraussicht planen zu können“, so Hansen.
Strukturwandel in den Niederlanden lässt Nutztierhaltung schrumpfen
Der Strukturwandel in der niederländischen Schweinehaltung setzt sich weiter fort. Sowohl die Zahl der Schweine haltenden Betriebe als auch die der gehaltenen Schweine in den Niederlanden ist weiter gesunken. Laut offizieller Zählungen des Statistikbüros (CBS) wurden zum Stichtag am 1. April 2025 noch 9,96 Millionen Schweine gehalten, was einem Minus von 5,1% im Vorjahresvergleich entspricht. Damit rutscht der Schweinebestand erstmals seit 45 Jahren unter die 10-Millionen-Grenze.
Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Schweine haltenden Betriebe um 7,1% auf 1.900. Besonders von Aufgaben betroffen sind laut CBS Höfe mit weniger als 500 Schweinen und Betriebe mit 2.000 bis 5.000 Schweinen. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich, dass sich die Zahl der Schweinehalter:innen annähernd halbiert hat, von den kleinen Betrieben mit maximal 500 Tieren sind nur noch ein Drittel übrig geblieben. Parallel dazu kletterte die durchschnittliche Zahl der Schweine pro Betrieb auf 5.000 im Jahr 2025, was gegenüber 2015 einem Anstieg um 50% und gegenüber 2024 einer Steigerung um 2,4% entspricht.
Gemäß der offiziellen Statistik ist auch die Rinderhaltung von dem Strukturwandel betroffen. Ebenfalls zum Stichtag am 1. April 2025 wurden landesweit noch 3,65 Millionen Rinder gehalten, 3,3% weniger als ein Jahr zuvor. Den größten Rückgang verzeichnete die Nachzucht für die Milchviehhaltung, deren Bestand um 6,3% auf 910.000 Tiere sank. Die Zahl der Milchviehbetriebe reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% auf insgesamt 13.400. Gegenüber 2015 war das ein Rückgang um rund ein Viertel.
Citizen-Science-Projekt für ein besseres Verständnis der Körpersprache von Katzen
Für eine Studie unter Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum sind Katzenbesitzer:innen zur Teilnahme aufgerufen. Das groß angelegte Citizen-Science-Projekt soll das Team, bestehend aus Tierärzt:innen, Psycholog:innen und weiteren Wissenschaftler:innen, dabei unterstützen, die Körpersprache von Katzen zu analysieren und besser zu verstehen.
Die teilnehmenden Halter:innen müssen lediglich einige kurze Fragen zu ihrer Katze beantworten und kurze Videoclips ihrer Vierbeiner mit dem Smartphone aufnehmen. Gleichzeitig wird die Studie auch in Italien, der Türkei und Kanada durchgeführt. Die Ergebnisse sollen helfen, das Zusammenleben von Menschen und Katzen in unterschiedlichen Ländern vergleichen zu können.
Die Teilnehmenden erhalten eine detaillierte Anleitung zur Anfertigung der kurzen Videos ihrer Katze. Die Aufnahmen der Tiere sollen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in bestimmten Situationen angefertigt und anschließend über einen Link versendet werden. Die Forschenden interessieren sich dafür, wie die Katze den Schwanz bei der Begrüßung hält, auf welcher Seite sie schläft und wie sie ihre Pfoten einsetzt, um Leckerchen aus einem Versteck zu angeln.
„Wir würden uns sehr freuen, wenn viele Katzenbesitzer:innen uns bei der Studie unterstützen“, erklärt Patrick Reinhardt von der Ruhr-Universität Bochum. „Dazu sind keine Vorkenntnisse nötig, und einfache Handyvideos reichen aus.“
Damit Tierärzt:innen intensivere Einblicke in die Verhaltensweisen von Hunden, Katzen, Pferden und Heimtieren erhalten können, bietet Myvetlearn.de erneut sechs Online-Fortbildungen zur Verhaltenstherapie an.
Immer mehr Hunde werden im Internet zum Verkauf angeboten
Trotz zahlreicher Maßnahmen werden vermehrt Haustiere im Internet zum Kauf angeboten. So manche, eigentlich teuren Hunderassen, werden zum vermeintlichen Schnäppchenpreis angepriesen. Versprochen werden Vierbeiner, die geimpft und entwurmt, aber auch ansonsten gesund und sanftmütig sind. Allerdings stimmen diese Informationen nicht immer. Für den Verkauf der scheinbar so geliebten Hunde gibt es vielfältige Gründe, wie Expert:innen erklären.
Oft seien die Halter:innen mit der Erziehung der Hunde überfordert, aber auch Geldsorgen, ein Umzug oder gesundheitliche Probleme können dazu führen, dass ein:e neue:r Besitzer:in für das geliebte Haustier gefunden werden muss. Gerade die Tierarztkosten sprengen häufig das zur Verfügung stehende Budget der Halter:innen, wie Henriette Stutz vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg erklärt. Wegen hoher Kosten für Behandlungen und Operationen entschließen sich manche Tierhalter:innen dann, das Haustier abzugeben. Dass Tiere angeschafft und dann irgendwann doch nicht mehr gewollt werden, sei ein großes Problem, so Stutz. Besonders wenn der Jahresurlaub ansteht, wollen Halter:innen ihre Hunde nicht selten loswerden.
„Tierheime sollen es dann auffangen“, sagt Stutz. Weil dort aber auch immer mehr Problemhunde landen, mit denen die Besitzer:innen überfordert sind, haben viele Einrichtungen die Neuaufnahmen gestoppt. Wenn die Vierbeiner dann über Kleinanzeigen verkauft werden, gebe es keine Kontrolle, ob sie wirklich in gute Hände kommen, bedauert die Tierschützerin.
Grundsätzlich rät Stutz dringend dazu, die Anschaffung eines neuen tierischen Familienmitglieds im Vorfeld gut zu planen. „Wer acht Stunden täglich außer Haus ist, sollte sich keinen Hund anschaffen“, betont sie. Die Tierschützerin weist auch darauf hin, dass man sich bei der geplanten Aufnahme eines Hundes oder einer Katze gerne an ein Tierheim wenden kann. „Dort wird man gut beraten. Und vielleicht findet man dort gerade das Tier, das auf "einen wartet".
Handelsvertrag mit den USA könnte internationale Patientenversorgung gefährden
Der neue Handelsvertrag zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten sieht vor, dass künftig nahezu alle europäischen Warenexporte in die USA mit einem Zollsatz von 15 Prozent belegt werden. Davon betroffen sind auch pharmazeutische Produkte.
Das Abkommen führe zu erheblichen Mehrkosten für Hersteller und könnte zudem die internationale Patientenversorgung gefährden, wie der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) befürchtet. Auch wenn damit ein Handelskrieg vorerst vom Tisch ist, betrachtet der Verband den neuen Vertrag als einen folgenreichen Rückschritt für die globale Gesundheitsversorgung und den Innovationsstandort Europa.
„Dieser Deal bricht mit den Grundlagen des transatlantischen Handels. Er untergräbt die Regeln der Welthandelsorganisation und er beendet die Errungenschaft des freien Handels mit Medikamenten. Die USA sind unser wichtigster Handelspartner. Dieser Abschluss besiegelt nun Milliardenbelastungen für den Pharmastandort Deutschland. Das sind keine guten Nachrichten für Jobs und für Investitionen. Wir müssen jetzt dringend die Hausaufgaben für den Industriestandort Deutschland machen", erklärt vfa-Präsident Han Steutel. „Die Maßnahme sendet ein fatales Signal: Gerade in einer Zeit, in der globale Gesundheitskrisen Zusammenarbeit erfordern, wird die Handelspolitik zum Spielball strategischer Interessen", so der Präsident weiter, der ein dringendes Gegensteuern der EU fordert.
EMA will Umweltrisiken von Heimtierarzneimitteln neu bewerten
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat ein neues Konzeptpapier veröffentlicht, das öffentlich zur Diskussion steht. Darin wird die bisherige Annahme hinterfragt, dass Tierarzneimittel für Heimtiere keine nennenswerten Umweltrisiken mit sich bringen. Das teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit.
In der EU werden Tierarzneimittel in zwei Phasen auf mögliche Umweltauswirkungen geprüft. Diese sogenannte Umweltrisikobewertung (ERA) folgt bestimmten Leitlinien. Wenn in Phase I keine Umweltprobleme erkennbar sind, endet die Bewertung an dieser Stelle – es müssen keine weiteren Daten ausgewertet werden. Das galt bislang auch für Medikamente, die bei Heimtieren angewendet werden, weil man davon ausging, dass es sich um Einzeltierbehandelungen handelt, deren Einfluss auf die Umwelt sehr gering ist.
Neue Erkenntnisse – unter anderem aus einem Papier des Ausschusses für Tierarzneimittel (CVMP) – lassen jedoch vermuten, dass bestimmte Mittel gegen Ektoparasitika doch eine Umweltbelastung darstellen können. Deshalb will die EMA mit dem Konzeptpapier die Grundlage für eine überarbeitete Bewertungsmethode schaffen.
Die Konsultationsphase läuft noch bis zum 31. Oktober 2025. Rückmeldungen können über ein Formblatt der EMA eingereicht werden.
Milzbrand-Ausbruch in Kroatien bestätigt
In der südkroatischen Gemeinde Vrlika ist bei einem Rind offiziell Milzbrand (Bacillus anthracis) nachgewiesen worden. Laut Mitteilung des zuständigen kroatischen Veterinärinstituts sind in den vergangenen 20 Tagen mehr als 50 Rinder an der Infektion mit dem Bakterium verendet. Im Rahmen umfangreicher Untersuchungen von insgesamt 13 Proben aus acht Betrieben konnte bei mindestens einem Tier B. anthracis durch bakteriologische und molekulare Analysen isoliert werden.
Die betroffenen Regionen werden nun engmaschig überwacht und die örtlichen Veterinärbehörden stehen in engem Austausch mit der Verwaltung für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit. Da Milzbrand auch für den Menschen lebensgefährlich ist (Biowaffe), rief der kroatische Landwirtschaftsminister David Vlajčić zur Wachsamkeit auf.
Der Direktor des Instituts für Öffentliche Gesundheit, Krunoslav Capak, wies darauf hin, dass die Übertragung meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Produkten erfolge – eine aerogene Infektion sei selten.
Tierärzt:innen und Landwirt:innen sollten unbedingt auf klinische Symptome wie plötzliche Todesfälle, fehlende Blutgerinnung und Austritt von Blut aus den Körperöffnungen sowie hohes Fieber und ein schlechtes Allgemeinbefinden mit Koliksymptomen achten. Eine umgehende Meldung bei Verdacht und entsprechende Probenentnahme zur Laborabklärung sind vorgeschrieben. Milzbrand ist anzeigepflichtig.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und auch die Lebensmittelindustrie zu schützen, richteten die Behörden sogenannte Anthrax-Bezirke in den Gespanschaften Split-Dalmatien und Sibenik-Knin ein. Hier müssen die Nutztiere im Stall bleiben. Die Bevölkerung wurde zudem vor dem Betreten von Betrieben und Weideflächen in den betroffenen Regionen gewarnt. Weiterhin sollten die empfänglichen Tiere in diesen Gebieten vorsorglich geimpft werden. Allerdings dauert es zwei bis drei Wochen, bis sich eine belastbare Immunität aufgebaut hat.
Zahl illegaler Wolfsabschüsse nimmt zu
Die Zahl illegal getöteter Wölfe in Deutschland nimmt weiter zu – allein 2024 wurden bereits mehrere Fälle dokumentiert, zuletzt erstmals auch in Thüringen. Eine Untersuchung bestätigte, dass ein tot aufgefundener Wolf bei Bad Salzungen nicht, wie zunächst angenommen, durch einen Unfall starb, sondern gezielt erschossen wurde. Naturschutzverbände fordern nun verschärfte Maßnahmen gegen Wilderei und setzen Belohnungen für Hinweise auf Täter aus – bislang allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Die Dunkelziffer wird laut Experten noch erheblich höher geschätzt.
Seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 2000 wächst seine Population – und damit auch die Zahl der Nutztierrisse. Im Jahr 2023 wurden bundesweit über 5.500 verletzte oder getötete Nutztiere registriert, meist Schafe oder Ziegen. Die Situation führt zunehmend zu Spannungen zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Jagdverbänden.
Während sich die Forderungen nach einer kontrollierten Bejagung mehren – unterstützt durch die jüngste EU-Entscheidung zur Absenkung des Schutzstatus – warnen Naturschutzverbände vor einer Legalisierung gezielter Abschüsse. Sie fürchten langfristig sogar eine erneute lokale Ausrottung der Tiere.




