Dem Ökolandbau wird häufig ein besseres Tierwohl zugeschrieben. Ob das in der Praxisaber auch wirklich so ist, haben Forschende des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst jetzt systematisch anhand von Studien zwischen 1990 und 2023 geprüft. Das Ergebnis: Entscheidender als die ökologische Haltung ist das Management der Betriebsinhaber:innen. Denn nur in 28 Prozent der Fälle hatte der ökologische Landbau Vorteile gegenüber der konventionellen Tierhaltung, in 56 Prozent ließ sich kein klarer Unterschied feststellen.
Die Studie zeigt aber auch ein besseres Abschneiden der Ökobetriebe, sofern die Hauptrisikofaktoren für die Tiergesundheit durch die EU‐Öko‐Verordnung berücksichtigt wurden. So bewirken bei speilsweise die Vorgaben zu Einstreu und Platzangebot, dass die Klauen und Gliedmaßen der Tiere gesünder sind. Lahmheiten und Gelenkschäden spielen dann eine geringere Rolle. Auch auf das Verhalten und das Wohlbefinden der Tiere hat die ökologische Haltung klar positive Auswirkungen.
„Die Richtlinien des ökologischen Landbaus bieten ein großes Potenzial, jedoch keine Garantie für eine bessere Tierwohlsituation. Sie begünstigen zum Beispiel, dass sich Tiere artgemäß verhalten können“, sagt Solveig March, Co-Autorin der Studie, die im Fachjournal Organic Agriculture von Springer Nature erschienen ist.




