In Deutschland ist im Jahr 2026 mit deutlichen Ernteverlusten zu rechnen. Nach dem aktuellen Erntebericht des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) wird beim Getreide ein Minus von rund 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Für die Tierhaltung ergibt sich aus der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen in diesem Frühjahr und Sommer eine angespannte Futtersituation. Auf vielen Grünlandflächen im Süden und Südwesten wuchs nach dem ersten Schnitt kaum noch Gras nach. Zahlreiche Betriebe mussten deshalb bereits im Sommer auf eigentlich für Herbst und Winter vorgesehene Futterreserven zurückgreifen. Gleichzeitig treffen die Ernteausfälle auf hohe Kosten für Diesel und Dünger sowie wirtschaftlichen Druck insbesondere in der Schweinehaltung. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer spricht deshalb von einer „Krise von nationaler Tragweite“.
Um die Betriebe zu stabilisieren, plant der Bund mehrere Unterstützungsmaßnahmen. Das bestehende Liquiditätsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank soll um 300 Millionen auf insgesamt 500 Millionen Euro Darlehensvolumen aufgestockt und durch ein weiteres Programm mit günstigeren Zinsen und längeren Laufzeiten ergänzt werden. Zudem sollen 60 Millionen Euro EU-Düngemittelhilfen als Hektarprämien an besonders belastete Betriebe fließen. Für 2027 ist außerdem eine einmalige Erhöhung der Direktzahlungen vorgesehen.




