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BfR: Antibiotikaverbrauchsmengen in 2025 leicht rückläufig – Resistenzentwicklung unerfreulich

28.08.2026

Die Antibiotikaverbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten sind für das Jahr 2025 um 3% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Insgesamt wurde im Jahr 2025 in allen Nutzungsarten ein Antibiotikaverbrauch von etwa 494 Tonnen erfasst. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervor.

Die bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten erfassten Verbrauchsmengen von für die Humanmedizin besonders wichtigen Wirkstoffen konnte seit Bestehen des Antibiotika-Minimierungskonzeptes deutlich von über 66 Tonnen im Jahr 2014 nur bei Masttieren auf 29 Tonnen im Jahr 2025 bei allen Nutztieren reduziert werden. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Reduktion des Antibiotikums Colistin zurückzuführen. 

Auch die Therapiehäufigkeiten war bei zugekauften Kälbern, Milchkühen sowie Lege- und Junghennen rückläufig; besonders stark bei Legehennen (−55 %) und Milchkühen (−7 %). Bei Mastferkeln und ‑schweinen, Masthühnern sowie Mastputen stieg die Therapiehäufigkeiten dagegen zumeist an.

„Seit der Einführung des Antibiotika-Minimierungskonzepts ist der Einsatz von für die Humanmedizin wichtigen Wirkstoffen deutlich reduziert worden”, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Zudem sind in vielen neu in das System aufgenommenen Nutzungsarten bereits leichte Rückgänge des Antibiotika-Einsatzes zu verzeichnen. Bei den Masttieren sollte allerdings eine weitere Reduktion angestrebt werden.“ 

Dagegen ist die Resistenzentwicklung bei E. coli von Mastschweinen sowie Mastkälbern und Jungrindern weniger positiv als noch vor zwei Jahren. Kurzfristig, im Vergleich von 2025 zu 2023, stiegen die Resistenzraten bei E. coli von Mastschweinen bei der Schlachtung gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim signifikant an. Die langfristigen Trends für den Zeitraum von 2015 bis 2025 zeigen bei Mastschweinen lediglich gegenüber einer einzigen Substanz eine statistisch signifikante Abnahme der Resistenz, nämlich gegenüber Tetracyclin. Gleichzeitig gab es eine statistisch signifikante Zunahme der Resistenz gegenüber dem Makrolid Azithromycin. 

Auch bei Mastkälbern und Jungrindern wurde eine kurzfristige signifikante Zunahme der Resistenzraten gegenüber den Wirkstoffen Sulfamethoxazol und Trimethoprim festgestellt. Langfristig stehen zwei statistisch signifikanten Rückgängen von Resistenzraten (gegen Nalidixinsäure und Azithromycin) sogar drei Zunahmen gegenüber (gegen Ampicillin, Chloramphenicol und Tetracyclin). Angesichts des ansteigenden Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern und ‑puten ist auch in diesen Nutzungsarten mit weiteren Zunahmen der Resistenzen von E. coli zu rechnen.

Weitere Informationen zum Thema Antibiotikaeinsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren finden sich auf der BfR-Website. Online-Fortbildungen zur Antibiotikaminimierung im Stall finden Landwirt:innen und Tierärzt:innen auf VetMAB.de

BfR