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Tropilaelaps-Milbe erfordert neue Strategie bei Monitoring und Bekämpfung

31.08.2026

Die ursprünglich aus Asien stammende Tropilaelaps-Milbe (Tropilaelaps mercedesae) breitet sich im Südosten und Osten Europas weiter aus und könnte schon in wenigen Jahren auch in Deutschland heimisch werden. Nach Expert:innenmeinung hat sich der Parasit in den vergangenen Jahrzehnten an das europäische Klima angepasst und stellt für die Populationen der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) eine massive Bedrohung dar. 

Da die Tropilaelaps-Milbe sich jedoch grundlegend von der bekannten Varroamilbe unterscheidet, müssen Strategien für Monitoring, Diagnostik und Bekämpfung zeitnah angepasst werden. Das ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit unter der Leitung der Universität Hohenheim. In der Studie beschreiben die Wissenschaftler:innen, wie groß das Risiko für die Bienen in Europa tatsächlich ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

„Befallene Völker entwickeln sich deutlich schwächer, produzieren weniger Honig und weisen eine erhöhte Sterblichkeit sowohl bei der Brut als auch bei erwachsenen Tieren auf“, erklärt Dr. Kirsten Traynor, Leiterin der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim sowie der Studie. Das Tückische an der Tropilaelaps-Milbe ist, dass diese bereits während der Larven- und Puppenentwicklung erhebliche Schäden verursacht, die sich unter anderem durch Missbildungen an Antennen, Flügeln und Beinen zeigen. „Weil die Milbe auf erwachsenen Bienen kaum auffällt, bleibt sie oft lange unentdeckt“, so Traynor weiter.Aus diesem Grund, und auch wegen der möglichen Übertragung von verschiedenen Krankheitserregern durch Tropilaelaps, sei eine frühzeitige Erkennung entscheidend. Das erfodere eine Anpassung des Völkermanagements, insbesondere durch regelmäßige vollständige Brutpausen im Abstand von zwei bis drei Monaten. 

Tropilaelaps kann nicht als ‚weitere Varroa‘ betrachtet werden“, warnt die Bienenkundlerin. „Ihre Biologie unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der der Varroamilbe. Umso wichtiger ist es, Überwachungs- und Bekämpfungsstrategien frühzeitig weiterzuentwickeln und Maßnahmen international abzustimmen, bevor sich die Milbe in weiteren Regionen etablieren kann“, sagt die Hohenheimer Wissenschaftlerin abschließend.

Voraussichtlich zum Ende des Jahres können sich Tierärzt:innen auf Myvetlearn.de wieder über Bienenerkrankungen fortbilden.

Uni Hohenheim