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Forschungsprojekt untersucht mikrobielle Vielfalt im Tränkesystem

03.09.2026

Die ersten Wochen sind in der Ferkelzucht eine große Herausforderung. Gerade kurz nach der Umstellung auf feste Nahrung leiden die Ferkel häufig unter parasitären und bakteriellen Durchfallerkrankungen. In der Anpassungsphase des Magen-Darm-Systems sind daher eine bedarfsgerechte Fütterung sowie eine hohe Qualität des Tränkewassers elementar. 

Im einem Forschungsprojekt untersucht ein Team des Diagnostik- und Forschungsinstituts für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit klassischen mikrobiologischen Methoden sowie modernen metagenomischen Verfahren, welche Rolle die natürliche mikrobielle Vielfalt im Tränkesystem spielt. Das Projekt „MikroWaSta“ soll Wissenslücken schließen, die die Rolle von Biofilmen in landwirtschaftlichen Tränkesystemen und deren Einfluss auf die Verbreitung gesundheitsrelevanter Mikroorganismen angehen.

Die Untersuchungen sollen zudem die Entwicklung von Mikroorganismen in Wasserleitungen aufzeigen und neue Erkenntnisse für gezielte Hygienemaßnahmen und eine nachhaltige Reduktion des Antibiotikaeinsatzes bringen.  „Wir wollen besser verstehen, welche mikrobiellen Prozesse in Tränkesystemen ablaufen und ob bestimmte Strukturen wie Biofilme eine Rolle bei der Verbreitung von Durchfallerregern spielen können. Nur wenn wir diese Zusammenhänge kennen, lassen sich gezielte Hygienemaßnahmen entwickeln“, erklärt Doris Haas vom Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz. 

Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, ob sich bestimmte Bakterienstämme in unterschiedlichen Proben wiederfinden. Dadurch können mögliche Zusammenhänge zwischen Wasserleitungen, Tierumgebung und Tiergesundheit besser verstanden werden. Die Ergebnisse des Projekts sollen zeigen, welche Bedeutung Biofilme als mögliche Reservoirs für Mikroorganismen in landwirtschaftlichen Wassersystemen haben und wie sich mikrobielle Gemeinschaften über die Zeit verändern. Daraus können langfristig neue, zielgerichtete Hygienekonzepte und Managementmaßnahmen entstehen.

Vetmeduni Wien