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Tool sagt Hitzestress bei Flussfischen voraus  

22.06.2026

Intensive Hitzeperioden mit Extremtemperaturen bis zu 40 Grad haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen und könnten in Europa zur Normalität werden. Die hohen Temperaturen führen immer häufiger auch bei Flussfischen zu Hitzestress. Um die Fischpopulationen entsprechend zu schützen, haben Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gemeinsam mit Expert:innen aus der ganzen Schweiz ein Frühwarnsystem entwickelt. Das Prognosetool kann bis zu drei Wochen im Voraus vor einer Gefährdung der Fische in Schweizer Flüssen durch Hitzestress warnen.

„Wenn die Wassertemperatur steigt, verändern sich die chemischen Reaktionen in den Zellen der Fische – das bezeichnen wir als Hitzestress“, erklärt Camille Albouy, die Teil einer gemeinsamen Forschungsgruppe von WSL und der ETH Zürich ist. Das Tool basiert auf den Faktoren Wassertemperaturen, Fischphysiologie und Artenverteilung. Die Fischarten in der Schweiz sind allerdings sehr ungleichmäßig verteilt. Daher macht der Einbezug ihrer Verbreitung die Prognosen ortsspezifisch. „Es ist ein ständiger Kompromiss zwischen der Komplexität und der Qualität des Modells“, erklärt die Foerscherin. „Da unsere Idee war, eine Risikokarte für die gesamte Schweiz anhand der besten Klimaprognosen zu entwickeln, mussten wir sie einfach halten und uns auf das konzentrieren, was für das Management wichtig ist.“

Um die Prognosen zu prüfen, wandten die Forschenden ihr Tool auf Daten aus dem Sommer 2018 an, als in der Schweiz rund drei Tonnen Flussfische starben. Von den drei gemeldeten Fällen von Fischsterben im Jahr 2018 hat das Tool zwei korrekt vorhergesagt. „Es ist ein vielversprechender Anfang“, so Albouy. „Jetzt müssen wir sehen, ob daraus eine langfristige Lösung für die Schweizer Flüsse wird.“

WSL