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Schweinehalter drohen Proteste und Blockaden an

03.11.2026

Die Situation der Schweinehalter:innen in Deutschland verschärft sich zunehmend. Ein umfangreicheres Schlachtschweineangebot trifft auf eine stockende Fleischvermarktung und harten europaweiten Wettbewerb, was die Preise stark unter Druck setzt. Zusätzlich zum Preisverfall fallen noch die gestiegenen Kosten für Tierwohl und Haltungsanforderungen ins Gewicht. Sollte der Erzeugerpreis weiter fallen, wissen zahlreiche Sauenhalter:innen und Schweinemäster:innen aktuell nicht, wie lange sie ihre Produktion unter diesen Bedingungen noch wirtschaftlich fortsetzen können. 

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV), das Landvolk Niedersachsen und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) befürchten weitere Betriebsschließungen und drohen mit Protesten. „Wir haben in der Tat kaum noch etwas zu verlieren“, sagt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier und fordert endlich konkrete Zusagen.

Die Zukunft zahlreicher bäuerlicher Familienbetriebe stehe auf dem Spiel, so Beringmeier. Die Verbände und der ISN fordern daher ein Umdenken bei Schlachtunternehmen, Fleischabnehmern und Politik. Bleiben konkrete Schritte aus, wollen die Verbände auch neue Protestaktionen nicht ausschließen. Sollte der Preis in Höhe von 1,32 Euro noch weiter unterschritten werden, dann würden sie mit den Schleppern losfahren, betont der WLV-Präsident.

ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack sieht die wirtschaftliche Belastungsgrenze vieler Schweinehalter:innen bereits überschritten. Die Botschaft der Verbände ist klar: Die Erzeuger wollen nicht länger allein für die Folgen des Preisdrucks aufkommen. Die ISN fordert neue Lieferverträge sowie verlässliche und planbare Erzeugerpreise, damit die Halter:innen Planungssicherheit für ihre Betriebe erhalten. Bleiben Fortschritte aus, könnte sich der Konflikt vom Verhandlungstisch auf die Straße verlagern, warnen die Verbände.

Agrarheute