Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verschärft. Noch schneller als vor einem Jahrzehnt nehmen hitzebedingte Todesfälle, Dürren und andere klimabedingte Risiken heute zu. Das geht aus dem aktuellen Lancet-Bericht des University College London hervor.
Britische Wissenschaftler:innen schätzen die Zahl der Hitzetoten in Europa im Sommer 2026 auf etwa 50.000 Menschen in urbanen Zentren. In Deutschland geht das Robert Koch-Institut (RKI) von 16.000 Todesfällen im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen im vergangenen Sommer aus.
„Da die Treibhausgasemissionen im letzten Jahrzehnt weiterhin Rekordwerte erreichten, haben sich viele Folgen des Klimawandels beschleunigt; sie beeinträchtigen weltweit in zunehmendem Maße die Gesundheit sowie das Überleben der Menschen und führen zu einem internationalen Gesundheitsnotstand“, schreiben die Wissenschaftler:innen in dem Bericht. Die Klimazusagen seit dem Pariser Abkommen hätten zwar zu messbaren gesundheitlichen Vorteilen geführt, jedoch kämen diese nicht bei allen an, und der Fortschritt sei zu langsam. Der Klimawandel müsse als globaler Gesundheitsnotstand anerkannt und angegangen werden, um Gesundheit und Überleben zu schützen. Die Politik müsse dem Schutz der Gesundheit Priorität einräumen und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, fordern die mehr als 140 beteiligten Forscher:innen.
Gleichzeitig ist auch die Wirtschaft von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. „Dies ist keine allmähliche Verschlechterung, sondern ein sprunghafter Wandel, der als der globale Gesundheitsnotstand anerkannt werden muss, der er ist“, „Die Zunahme vieler klimabedingter Gesundheitsgefahren beschleunigt sich, während die Zahl der durch den Klimawandel bedingten Hitzetoten einen Rekordwert erreicht hat und die wirtschaftlichen Folgen besonders schutzbedürftige Sektoren und Gemeinschaften am härtesten treffen“, warnt Marina Romanello, die Leiterin des Lancet-Berichts.
Um die von Dürren und Extremwetterereignissen gebeutelten Landwirt:innen zu unterstützen, hat die Landwirtschaftliche Rentenbank eine neue Förderrunde für ihren „Zuschuss Klimabilanz“ gestartet. Denn nach dem trockenen und heißen Sommer 2026 seien die Böden in weiten Teilen der Südhälfte Deutschlands nicht nur in den obersten 25 cm trocken, sondern bis in eine Tiefe von 1,80 m stark ausgetrocknet. Eine Klimabilanz zeige landwirtschaftlichen Betrieben, wo Emissionen reduziert und gleichzeitig Kosten gespart werden können, erklärt Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank.
Gefördert werden 90 Prozent der Netto-Beratungskosten für die Erstellung einer Klimabilanz, maximal 1.000 Euro pro Betrieb. Die Antragsfrist beginnt am 30. Oktober 2026 um 12:00 Uhr und endet am 27. November 2026 ebenfalls um 12:00 Uhr. In diesem Zeitraum haben Landwirt:innen die Möglichkeit, über das Förderportal der Rentenbank ihr Interesse zu bekunden. Im Anschluss werden die Betriebe, die zur Antragstellung eingeladen werden, per Zufallsverfahren ausgewählt. Sie haben anschließend bis zum 29.01.2027 Zeit, ihren Förderantrag einzureichen.




