Verlust an genetischer Vielfalt beim Deutschen Schäferhund
Wissenschaftler:innen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, der Universität Oxford sowie des National Institutes of Health (NIH) konnten in ihrer aktuellen Forschungsarbeit belegen, dass die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert abgenommen hat. Die stark geschrumpften Bestände als Folge des 2. Weltkriegs und der vermehrte Einsatz weniger, besonders gefragter Deckrüden, ein sogenannter Flaschenhals der Rasse, hat die Biodiversität weiter reduziert.
„Unsere Daten zeigen einen massiven Verlust an genetischer Vielfalt bei Schäferhunden, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Dieser Rückgang, teilweise durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, hat die Gesundheit der Rasse mit ziemlicher Sicherheit erheblich beeinträchtigt“, erklärt der LMU-Paläogenetiker Professor Laurent Frantz, einer der Studienleiter.
Der übermäßige Einsatz ‚populärer Deckrüden‘ habe zu weiteren genetischen Engpässen geführt, so Erstautor Dr. Lachie Scarsbrook (LMU und Universität Oxford). Die Konsequenz sei neben der Veränderung des Erscheinungsbildes auch die Verengung des Genpools der Rasse.
Die Sequenzierung der Genome von neun Deutschen Schäferhunden aus dem Zeitraum 1906 bis 1993 und dem Vergleich mit Genomen von mittelalterlichen europäischen Hunden, hatte zum Ergebnis, dass der jüngste Engpass auf das Jahr 1967 zurückzuverfolgen ist, das mit dem Geburtsjahr des populären Deckrüden Quanto von der Wienerau zusammenfällt.
Ein Symptom für diesen Verlust an Vielfalt sind lange Abschnitte im Erbgut, in denen beide Chromosomen identisch sind, also homozygot. Solche Abschnitte begünstigten das Auftreten rezessiver Erbkrankheiten, die nur sichtbar werden, wenn das defekte Gen auf beiden Chromosomen liegt.
Mit Blick auf die Zukunft sind die Forschenden überzeugt, dass die effektivste Strategie zur Verbesserung der genetischen Gesundheit des Deutschen Schäferhundes darin besteht, Hunde aus Ländern oder Linien einzubeziehen, die nicht denselben genetischen Engpässen unterlagen. Auf diese Weise könne der „reinrassige“ Status der Hunde erhalten bleiben und gleichzeitig die Gesundheit und Langlebigkeit der Rasse maximiert werden.
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Schweden verbietet Bejagung von Wölfen
Das Bejagen von Wölfen ist in vielen Ländern ein Streitthema. Während in Deutschland noch um eine klar umgrenzte Bejagung gestritten wird, wurde in Schweden die sogenannte Lizenzjagd auf Wölfe in den vergangenen Jahren bereits praktiziert. Nun hat das Verwaltungsgericht im schwedischen Luleå die Wolfsjagd auf Drängen von Naturschützer:innen untersagt. Die Lizenzjagd auf 48 Wölfe, die gesetzlich vom 2. Januar bis 15. Februar möglich ist, wurde bereits im Dezember 2024 verboten. Die Berufung, die von den betroffenen Regionen eingelegt worden war, wurde nun vom Berufungsgericht in Sundsvall abgewiesen.
Den Naturschützern war dabei vor allem der niedrige Referenzwert für einen „günstigen Erhaltungszustand“ von 0,8 Wölfe pro 1.000 km² ein Dorn im Auge. Er entbehre „jeglicher wissenschaftlichen Grundlage“ und wurde von der EU-Kommission abgelehnt. In Deutschland liegt die Wolfsdichte bei etwa 4,6 Raubtieren/1.000 km², allein in Niedersachsen bei ca. 8,6 Wölfen/1.000 km².
Der schwedische Bauernverband kritisiert das Verbot und warnt vor Folgen für die Nutztierhalter:innen, die biologische Vielfalt und die Umsetzung der nationalen Lebensmittelstrategie.
Rotfüchse werden intensiv gejagt
Nach Informationen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) wurden im vergangenen Jahr rund 467.000 Jägerinnen und Jäger gezählt. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 1996. An der Spitze liegt Nordrhein-Westfalen mit 100.000 Jäger:innen, gefolgt von Bayern und Niedersachsen. Auch Schleswig-Holstein vermeldet einen Zuwachs, hier sind mehr als 22.600 Menschen Inhaber eines Jagdscheines.
Um die Population der Raubtiere in Deutschland zu kontrollieren, finden einmal im Jahr die Raubwildwochen statt, bei denen unter anderem invasive Arten wie Marderhund oder Waschbär verstärkt gejagt werden. Außerdem steht der Rotfuchs im Fokus der Jäger:innen. Die sogenannten Fuchswochen sollen den Bestand regulieren sowie Krankheiten bekämpfen, heißt es von Seiten des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein. Durch das Töten von tausenden Raubtieren soll die Biodiversität geschützt werden. Nagetiere, Vögel und Jungtiere stehen auf dem Speiseplan der Füchse, die so gut wie keine natürlichen Feinde haben.
Zudem sei der Fuchs Überträger zahlreicher Krankheiten, wie Staupe, Räude und des Fuchsbandwurmes. Nach Einschätzung des Ministeriums tragen die Fuchswochen dazu bei, das Risiko solcher Erkrankungen zu reduzieren. Kritik an der Intensivjagd gibt es vom Naturschutzbund NABU, der argumentiert, dass die Bestände auf diese Art nicht reduziert würden.
„Selbst in den 1960er- bis 1980er-Jahren, als zur Tollwutbekämpfung Füchse bis zum Geht-nicht-mehr bejagt und die Bauten begast wurden, hat man zwar die Population herunterdrücken, aber doch nicht so weit wie gewünscht minimieren können", erklärt Fritz Heydemann, stellv. Landesvorsitzender des NABU. Würden dominante Füchse getötet, rückten oft revierlose Jungtiere nach, was zu einer höheren Fuchsdichte führen könnte. Während auch die Tierrechtsorganisation PETA speziell das Argument der Krankheitsübertragung als nicht relevant ansieht, bewerten Umweltverbände die intensive Fuchsbejagung differenziert.
So befürworten diese die Jagd zumindest in ausgewiesenen Küsten- und Wiesenvogelschutzgebieten, da Füchse und andere Prädatoren in diesen Regionen ein massives Problem für Bodenbrüter darstellen, so der BUND: „Sylt ist durch den Fuchs inzwischen praktisch frei von Bodenbrütern, während Amrum noch über 10.000 Paare Küstenvögel beherbergt."
ASP in Katalonien sorgt für hohe Verluste
In der spanischen Provinz Katalonien greift die Afrikanische Schweinepest (ASP) unter Wildschweinen weiter um sich. Nach rund 30 Jahren war die Tierseuche in 2025 erstmals wieder in der Region nachgewiesen worden.
Die Zahl der ASP-Ausbrüche steigt unterdessen weiter, erst in der vergangenen Woche wurden 13 weitere Fälle bekannt. Auch wenn bislang keine Ausbrüche in Schweinebetriebe nachgewiesen wurden, leiden die katalanischen Landwirt:innen bereits massiv unter den bisherigen Folgen der ASP-Ausbrüche in dem schweinestärksten Land der EU. Nach Informationen des katalanischen Bauernverband Unió de Pagesos belaufen sich die Verluste der Schweinehalter:innen bis zum Jahresende 2025 schon auf 63 Mio. Euro.
Der Grund für die dramatischen Umsatzeinbußen sind die strikten Verbringungsbeschränkungen, denen rund 61.500 Tiere (10 Prozent des Bestands der Provinz Barcelona) unterliegen. Der Export wird durch die ASP erheblich belastet, was insbesondere den Handel mit China beeinträchtigt. Zudem wächst mit jedem neuen Fund der Druck auf Biosicherheit und Prävention.
Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 4 behandelt die Biosicherheit von Schweinen.
Nanopartikel als Türöffner für Antibiotika
Die Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) von Bakterien nimmt weltweit zu. Forschende des Institute of Scientific and Industrial Research im japanischen Osaka haben einen neuen Ansatz gegen resistente Bakterien gefunden. Sogenannte "zweigesichtige" Janus-Nanopartikel (JNPs) können bei Antibiotikagabe unterstützend wirken, indem sie die Abwehr bei hochgradig resistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) überwinden und die schützende äußere Membran zerstören. Auf diesem Weg können lebensrettende Medikamente das Innere der Zellen erreichen und verlieren ihre Wirkung nicht schon vorher.
Die durch ein starkes "Schild" geschützten bedrohlichen Mikroben erschweren die Entwicklung neuer Medikamente sehr, sodass den behandelnden Ärzt:innen in weiterer Folge oftmals nur wenige Behandlungsmöglichkeiten bleiben.
„Diese Nanopartikel sind die perfekten Partner für Antibiotika“, erklärt Dr. Martijn Zwama, Hauptautor der Studie. „Sie töten die Bakterien nicht direkt ab, sondern öffnen vielmehr die Tür, damit die Antibiotika ihre Wirkung entfalten können. Diese Synergie hat die Resistenz einiger der hartnäckigsten Bakterien überwunden." Der Ansatz, Antibiotika wiederzubeleben, biete einen vielversprechenden und nachhaltigen Weg zur Bewältigung der AMR-Krise.
Die besondere Struktur des JNPs -eine Seite ist wasserliebend, die andere wasserabweisend- erlaubt es den Partikeln, mit der äußeren Membran der Bakterien zu interagieren und diese zu destabilisieren. Die Partikel selbst sind für die Bakterien nicht tödlich, lassen aber Poren oder Störungen an der Oberfläche entstehen, die dann den Zugang der Moleküle herkömmlicher Antibiotika in die Zellen sichern.
Private Ausgaben für Heimtiere weiter gestiegen
Nach 2014 und 2019 zeigt auch die aktuelle Heimtierstudie 2025 die große Bereitschaft der Menschen in Deutschland, für ihre Haus- und Heimtiere zu sorgen und Geld auszugeben. Die von Prof. Dr. Renate Ohr (Universität Göttingen) durchgeführte Studie beziffert die mit der Heimtierhaltung verbundenen Ausgaben deutscher Haushalte für das Jahr 2024 auf mehr als 18 Milliarden Euro.
„Diese Zahlen unterstreichen die dauerhafte gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“, so Ohr. „Heimtiere wie Hunde, Katzen, aber auch Kleintiere, Vögel, Fische und Reptilien werden als Sozialpartner und Familienmitglieder gesehen und unterstützen nachweislich die physische und psychische Gesundheit ihrer Besitzer – und mit dieser Wertschätzung ist auch eine zunehmende Bereitschaft verbunden, Geld für sie auszugeben.“
Die Ausgaben der Heimtierhalter:innen abzüglich der darin enthaltenen Importe entspricht einem Anteil von ungefähr 0,35 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zudem sicherte die Branche in 2024 bis zu 165.000 Arbeitsplätze.
Nach den Berechnungen der Ökonomin gaben die Tierhalter:innen für Heimtiernahrung, inklusive zu Hause frisch zubereitetem Futter, am meisten Geld aus (7,5 bis 9,5 Milliarden Euro). Das entspricht einer Steigerung um rund 50 Prozent im Vergleich zu 2018. Geschätzt 4 und 4,2 Milliarden Euro wurden von den Halter:innen für den Wirtschaftszweig Gesundheit, also Veterinärwesen, Tierheilpraktiker und verwandte Berufe, aufgebracht. Allerdings seien alle aktuellen Ergebnisse mit den Studien von 2019 und 2014 nur bedingt vergleichbar, da sich die Berechnungsmethodik geändert habe, so Ohr. „Ein deutlicher Sprung in den Umsätzen ist auf die neue Gebührenordnung für Tierärzte seit 2022 zurückzuführen – aber auch mittelfristig ist mit weiter steigenden Ausgaben von fünf bis zehn Prozent zu rechnen“, sagt die Studienautorin. Das läge einerseits an der Bereitschaft, sich für den tierischen Partner teure Diagnose- und Behandlungsformen aus der Humanmedizin zu leisten, andererseits an der vermehrten Nutzung von Tierkrankenversicherungen, die die Ausgabenbereitschaft der Tierhalter für tierärztliche Behandlungen erhöht.
Die „Heimtierstudie 2025: Update und Trends zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“ wurde mit Unterstützung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. durchgeführt. „Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass verantwortungsvolle Heimtierhaltung längst kein Nischenthema mehr ist. Sie verbindet emotionale Bindung mit wirtschaftlicher Relevanz – und schafft Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung“, erklärt Dr. Katrin Langner, Geschäftsführerin des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V.
Landwirte aus Pakistan verklagen deutsche Industrieunternehmen wegen Klimaschädigung
Kaum ein Sektor ist so vom Klima abhängig wie die Landwirtschaft. Denn das Wetter entscheidet über eine gute Ernte oder Ernteausfälle und damit über die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln. Durch den menschengemachten Klimawandel kommt es weltweit jedoch immer häufiger zu Wetterextremen, wie Stürme, Überflutungen und Dürren. Darunter leiden neben den Bewohner:innen der betroffenen Regionen vor allem die Landwirt:innen.
Jetzt haben 39 Bäuerinnen und Bauern aus der Provinz Sindh in Pakistan, die von den starken Überflutungen im Jahr 2022 betroffen waren, eine Klage in Deutschland beim Landgericht Heidelberg eingereicht. Die Klage richtet sich gegen die Energiekonzern RWE und den Zementhersteller Heidelberg Materials. Die Menschenrechtsorganisationen medico international, ECCHR sowie die pakistanischen Organisationen HANDS Welfare Foundation und der National Trade Union Federation unterstützen die Landwirt:innen.
Die Überflutungen im Sommer 2022 setzten ein Drittel des Landes unter Wasser, vernichteten Ernten und beschädigten Häuser. Die Kläger:innen berufen sich auf das in Deutschland geltende Verursacherprinzip. Sie argumentieren, dass diejenigen, die langfristig große Mengen Treibhausgase ausgestoßen haben, dafür auch finanziell Verantwortung übernehmen müssen. Einer Studie zufolge soll RWE mindestens für 0,68 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen und Heidelberg Materials für 0,12 Prozent verantwortlich sein. RWE ist zudem eines der 100 Unternehmen, die gemeinsam für 70 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.
RWE hält die Vorwürfe unterdessen für unbegründet und hat Forderungen nach Schadensersatzleistungen bereits zurückgewiesen.
Amsterdam verbietet Werbung für klimaschädliche Produkte
Als erste europäische Hauptstadt hat Amsterdam das Verbot für die öffentliche Werbung für Fleisch verkündet. Demnach verbietet die Stadt ab dem 1. Mai 2026 Werbung im öffentlichen Raum für Produkte, die nachweislich zur Klimakrise beitragen. Neben Fleisch betrifft das auch die Bewerbung von Flugreisen, Kreuzfahrten und Dieselautos auf Plakatwänden sowie Werbeflächen im öffentlichen Nahverkehr. Auf privaten Flächen und in Online-Kanälen gilt das Verbot, mit dem die Stadt ihre Bemühungen für mehr Klimaschutz verschärfen möchte, allerdings nicht.
Mit diesem Beschluss folgt der Stadtrat den Vorschlägen der beiden Parteien GroenLinks und der Partij voor de Dieren. Scharfe Kritik kommt von Seiten der Landwirt:innen. Sowohl die Werbebranche als auch verschiedene Wirtschaftsverbände werfen Amsterdam zudem vor, das Verbot schreibe den Menschen vor, was sie konsumieren sollten. Gegner:innen argumentieren zudem mit vertraglichen Risiken, da Werbeflächen langfristig vergeben sind. Laut der Interessengemeinschaft Wild beim Wild produziere ein Werbeverbot nicht direkt weniger Tierleid, aber es verändere die kulturelle Präsenz und Legitimation von tierlicher Nutzung im öffentlichen Raum.
In anderen niederländischen Städten, wie Den Haag, Delft und Nimwegen, gilt bereits ein solches Werbeverbot für Fleisch.
Mehr Schutz vor Übergriffen in Tierarztpraxen
Die Bundestierärztekammer (BTK) begrüßt in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens – ausdrücklich, dass durch die geplante Streichung des § 115 Absatz 3 und die Änderung des § 116 StGB der besondere strafrechtliche Schutz künftig auch auf Tierärzt:innen sowie Angehörige eines Heilberufs, deren berufsmäßig tätige Gehilfen und Personen in der Ausbildung, ausgeweitet werden soll. Der Gesetzentwurf rückt die besondere Schutzwürdigkeit von Personen in den Fokus, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.
„Wir haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die zunehmende Bedrohung insbesondere des medizinischen Fachpersonals im Notdienst ernst genommen wird und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Anstrengungen unternimmt, diese vulnerable Gruppe besser zu schützen“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Angriffe auf Personen, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen, sind nicht hinnehmbar und müssen konsequent strafrechtlich verfolgt werden“, macht der BTK-Präsident deutlich.
Gerade Tierärzt:innen sowie Tiermedizinische Fachangestellte sind insbesondere im Notdienst einem erhöhten Risiko von Übergriffen ausgesetzt. Eine von der BTK bereits im Jahr 2020 durchgeführte Umfrage zeigte teilweise erschreckende Ergebnisse hinsichtlich Bedrohungen und Gewalt in tierärztlichen Praxen. Hinzu kommt, dass Tierarztpraxen Hausapotheken mit Arzneimitteln vorhalten und damit auch Ziel von Beschaffungskriminalität werden können.
Auch Amtstierärzt:innen sind im Rahmen ihrer hoheitlichen Tätigkeit – etwa bei Kontrollen – immer wieder verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. „Der besondere strafrechtliche Schutz dieser Berufsgruppe ist daher dringend erforderlich und längst überfällig“, sagt Dr. Vogel.
„Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Tierärzt:innen und ihre bedeutende tägliche Arbeit für Tiergesundheit, Tierschutz und Verbraucherschutz machen einen besonderen Schutz zwingend notwendig", sagt Vogel. Die geplante Gesetzesänderung entspreche einer langjährigen Forderung der BTK.
Uni Wien eröffnet Ausstellung zu Antibiotikaresistenzen
Am Mittwoch (28.1.2026) wird an der Universität Wien die Outdoor-Ausstellung „Sketching Antimicrobial Resistance: Thirty stories, One Health“ eröffnet. Die Sensibilisierungsinitiative der Europäischen Joint Action EU-JAMRAI 2 verbindet Kunst und Wissenschaft, um eine der drängendsten Public-Health-Herausforderungen unserer Zeit – antimikrobielle Resistenzen (AMR) – sichtbarer und verständlicher zu machen. Laut Ausstellungspanel sterben weltweit jedes Jahr 1,2 Millionen Menschen aufgrund antimikrobieller Resistenzen; ohne Gegenmaßnahmen könnten es bis 2050 etwa 39 Millionen sein.
Die Ausstellung zeigt 30 Illustrationen und Botschaften von Illustrator:innen aus 30 europäischen Ländern (EU-27-Staaten, Norwegen, Ukraine und Island). Die Arbeiten wurden wissenschaftlich unterstützt und sind entlang von drei Themen aufgebaut: was AMR ist, warum sie relevant ist und was wir tun können.




