Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht beschlossen
Der Wolf wird als grundsätzlich jagdbare Tierart ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in der vergangenen Woche zugstimmt.
Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf soll das Ziel verfolgt werden, die bestehenden Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen, insbesondere des präventiven Herdenschutzes, um die Option der Bejagung als Teil eines Bestandsmanagements zu ergänzen und so dem Anliegen einer tragfähigen Balance zwischen den Interessen der Wirtschaftsbeteiligten an der Vermeidung von Schäden sowie dem Interesse der Allgemeinheit am Schutz des Wolfs Rechnung zu tragen.
Mit dem Beschluss könnte das Gesetz noch vor Beginn der diesjährigen Weidesaison in Kraft treten. Die weiteren Termine im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren sind nur noch eine reine Formsache.
Mit der Gesetzesänderung sollen die Regelungen zur Jagd auf den Wolf bundesweit einheitlich vollzogen werden. In einem Entschließungsantrag von Union und SPD zur Änderung des Bundesjagdgesetzes werden die Länder angehalten, mehr Haushaltsmittel für Herdenschutzmaßnahmen zu verwenden. Weiterhin sieht der Antrag einige Klarstellung von Formulierungen im Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Für den Begriff „günstiger Erhaltungszustand“ soll auf die Definition im EU-Recht verwiesen werden. Liegt dieser Zustand bei einer Population nicht vor, soll die zuständige Behörde Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung ergreifen.
Wie Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) in einer Sachverständigenanhörung im Ernährungsausschuss zu Beginn der Woche erklärte, müsse schnell und unbürokratisch gehandelt werden, um Problemwölfe möglichst zu erlegen. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werde spät, aber nicht zu spät, einer sich veränderten Wirklichkeit Rechnung getragen. Herdenschutz bleibe jedoch weiterhin notwendig und müsse dauerhaft gefördert werden, so der DJV-Präsident.
Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt die Gesetzesnovelle. Die Landwirtschaft brauche beim Wolf endlich Rechtssicherheit statt unverbindlicher Absichtserklärungen, mahnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Notwendig sei zudem eine generelle Entnahmequote von 40 % des Wolfzuwachses. In Regionen, in denen Herdenschutz technisch oder wirtschaftlich nicht vertretbar sei, müsse sichergestellt werden, dass sich keine Wölfe ansiedelten.
Bis zu 200 Rinder in Norditalien von IBR-Ausbruch betroffen
Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Rindern, die durch das Bovine Herpesvirus-1 (BHV-1) ausgelöst wird, breitet sich aktuell unter Rindern im Norden Italiens aus. In den vergangenen Wochen sind zwischen 150 und 200 Tiere in Betrieben im südlichen Trentino positiv auf das Virus getestet worden.
Die Landwirt:innen sind besorgt, da sich BHV-1 rasant zwischen Tieren ausbreiten kann. Neben der Tatsache, dass der IBR-Erreger zunächst keine sichtbaren Symptome zeigt, beunruhigt die Tierhalter:innen auch, dass in der Region seit über 20 Jahren gegen diesen Erreger angekämpft wird. Diese jahrelange Latenz kann die IBR so schwer beherrschbar machen.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, eitrig-schleimigen Nasenausfluss, Husten und Atemnot sowie einen starken Rückgang der Milchproduktion. Bei trächtigen Kühen kann eine Infektion Fehlgeburten auslösen. Eine Übertragung des Erregers auf den Menschen ist hingegen ausgeschlossen.
Deutschland gilt seit annähernd neun Jahren als BHV-1-frei. Das Monitoring und die Bekämpfung durch strenge Verordnungen der Krankheit wurde jedoch fortgesetzt, um den Status zu sichern.
Solarweiden können zum Tierwohl beitragen
Weltweit sorgt der Klimawandel für Extremtemperaturen in den Sommermonaten. Die Beweidung unter Photovoltaikanlagen kann Schafsherden zugute kommen, denn die Solarmodule bieten den Tieren auf der Weide ausreichend Schatten. Das geht aus einer neuen Studie der Universität Göttingen hervor, die das Verhalten von Schafen über zwei Weideperioden hinweg untersucht hat.
Die mit GPS-Halsbändern ausgestatteten Tiere konnten während der Untersuchungen zwischen einem Bereich mit und einem ohne Solarmodule wechseln. In beiden Bereichen war eine gleiche Menge Futter bereitgestellt. An heißen Tagen bevorzugten die Schafe die schattigen Bereiche unter den Photovoltaikanlagen, während sie nachts eher offene Flächen aufsuchen.
„Solarweiden bieten nicht nur eine Möglichkeit zur nachhaltigen Flächennutzung, sondern können auch zum Tierwohl beitragen, etwa durch Hitzeschutz“, erklärt Erstautorin Caroline Siede aus der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Allerdings seien für belastbare Aussagen zu langfristigen Effekten weitere Studien nötig.
Schutzstrategien für Grasland und Feuchtgebiete dringend notwendig
Weltweit verschwinden immer mehr natürliche Habitate wie Wälder, Grasländer und Feuchtgebiete. Sie werden weltweit immer schneller in Acker- und Weideflächen umgewandelt – häufig für die Viehzucht und den Export von Agrarprodukten. Ein internationales Team unter Leitung von Forschenden des Senckenberg-Instituts hat nun erstmalig global analysiert, dass natürliche Nicht-Wald-Ökosysteme fast viermal so schnell umgeformt werden wie Wälder. Brasilien steht mit 13 Prozent der betroffenen Fläche weltweit an der Spitze, gefolgt von Russland, Indien, China und den USA mit jeweils etwa 6 Prozent. Weltweit entfielen 54 Prozent der Ackerflächenumwandlung auf die Nahrungsmittelproduktion. 34 Prozent der Ackerflächenumwandlung wurden für Tierfutter verwendet, wobei dieser Anteil in Brasilien, Argentinien, den USA, China und der EU sogar über 50 Prozent lag.
Es bedarf dringend umfassender Schutzstrategien, die über Wälder hinausgehen und auch den Konsum und internationale Nachfragestrukturen berücksichtigen, wie die Wissenschaftler:innen im Fachjournal „PNAS“ schreiben.
Denn Grasland ist zwar ein häufig unbeachteter Leistungsträger, in diesen Ökosystemen wird aber 20 bis 35 Prozent des weltweit gebundenen Kohlenstoffs gespeichert. Damit tragen sie dazu bei, den Klimawandel abzumildern. Gleichzeitig liegen rund 33 Prozent der globalen Biodiversitäts-Hotspots in Graslandregionen. „Ob als Wasserspeicher, Schutz vor Bodenerosion oder Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten: Grasländer liefern wichtige Ökosystemleistungen, von denen sowohl lokale Gemeinschaften als auch das globale Klima unmittelbar profitieren“, erläutert Erstautorin Dr. Siyi Kan vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt.
„Unsere Ergebnisse zeigen, welche Risiken die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen für einzelne Regionen mit sich bringt, welche natürlichen Nicht-Wald-Ökosysteme besonders schutzbedürftig sind und wo man entlang globaler Lieferketten ansetzen kann. Da sich politische Maßnahmen bisher vor allem auf den Schutz von Wäldern konzentrieren, wächst der Druck auf andere ökologisch wichtige, aber oft übersehene Lebensräume wie Grasländer und offene Feuchtgebiete. Um zu verhindern, dass sich dieser Nutzungsdruck einfach auf andere Ökosysteme verlagert, braucht es besser abgestimmte politische Maßnahmen sowie mehr Verantwortung von Produzierenden und Konsument*innen in international vernetzten Lieferketten“, appelliert Kan.
Zehntausende Brillenpinguine in Südafrika verhungert
Hat den Brillenpinguinen in Südafrika die letzte Stunde geschlagen? In jedem Fall sind die Tiere massiv bedroht und das Aussterben der Art innerhalb weniger Jahre durchaus möglich. Rund 62.000 dieser Afrikanischen Pinguine sind bereits verschwunden - vermutlich aufgrund des sich durch den Klimawandel immer weiter verringernden Nahrungsangebotes. Die Pinguine fressen vor allem Sardinen. Doch wird das Laichverhalten der Fische zunehmend durch die steigenden Temperaturen und veränderten Salzgehalte als Folge des Klimawandels negativ beeinflusst, was sich entsprechend auf die Nahrungsgrundlage der Pinguine auswirkt. Hinzu kommt die große Konkurrenz durch den Menschen durch die Überfischung der Bestände, wie der SWR berichtet.
Ausbruch der Newcastle Disease in Bayern
Nach Brandenburg gibt es nun auch in Bayern einen bestätigten Fall der Newcastle-Krankheit (ND) in einem Legehennenbestand im Landkreis Erding mit rund 40.000 Tieren. Diese müssen jetzt gekeult werden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und andere Bestände zu schützen, drängen der Geflügelwirtschaftsverband und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf lückenlosen Impfschutz für Hühner und Puten (es besteht eine Impfpflicht) und verschärfte Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört auch der Schutz der Betriebe vor betriebsfremden Personen sowie vor nicht betriebseigenen Materialien und Gerätschaften.
Geflügelhalter:innen sollten ihre Bestände auf eventuell bestehende Impflücken überprüfen. Die Tiere müssten über die gesamte Nutzungsdauer konsequent und lückenlos immunisiert werden. Außerdem müssten nun die Herden verstärkt auf Todesfälle und Leistungsdepressionen überwacht werden, um sofort handeln zu können. Bei ND handelt es sich um eine anzeigepflichtige und hoch ansteckende Tierseuche.
Bei Myvetlearn.de gibt es eine Online-Fortbildungsreihe für Tierärzt:innen zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Kurs 5 der Reihe hat Geflügelbestände im Fokus. Außerdem können Landwirt:innen bei VetMAB.de ein Modul zum Geflügelgesundheitsmanagement belegen.
Petition sucht Unterstützer für Nachtfahrverbot von Mährobotern
Mehr als 160.000 Menschen aus ganz Deutschland haben bereits Petitionen für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter zum Schutz heimischer Igel unterschrieben. Der Einsatz der Mähroboter soll demnach mindestens von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang verboten werden, fordert die vor einer Woche von der Igelschützerin Bianca Dirigl aus Regensburg ins Leben gerufene Petition, die bereits 51.000 Unterschriften sammeln konnte (Stand: 24.2.2026).
"Ich engagiere mich ehrenamtlich in einer Pflegestelle für Igel, die ich gegründet habe. Was wir in den letzten Jahren erleben, erschüttert mich zutiefst: Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Gesicht, mit abgetrennten Beinen, mit schweren Infektionen, sind alles keine Seltenheit mehr", so Drigil. Die verletzten Tiere würden tagelang leiden, viele verenden an ihren Verletzungen.
Drigil ist mit ihrer Forderung nicht allein: derzeit gibt es 23 Petitionsaufrufe für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern, da sie die Tiere nicht erkennen und Igel bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich einrollen.
Seit Oktober 2024 gilt der westeuropäische Igel erstmals laut der internationalen Roten Liste als "potenziell gefährdet". Die Bestände sind in mehr als der Hälfte der Länder, in denen die Tiere leben, zurückgegangen - darunter auch Deutschland.
Auf Myvetlearn.de finden Tierärzt:innen und TFA Online-Fortbildungen zur Behandlung und Pflege von Igeln.
agri:change – Wie sieht die Agrar- und Ernährungswirtschaft der Zukunft aus?
Zwischen Ernährungssicherung und Nachhaltigkeitszielen: Zum Auftakt des Verbundprojekts agri:change kamen rund 160 Expert:innen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) zusammen, um Wege für eine krisenfeste und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Wie kann es gelingen, die Agrar- und Ernährungssysteme nachhaltig in die Zukunft zu führen – gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen, globaler Unsicherheiten und wachsender Anforderungen an die Ernährungssicherheit? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich die agri:change Auftaktveranstaltung „Zukunft durch Wandel?! – Brauchen wir Nachhaltigkeitstransformation in schweren Zeiten?“ Das Großvorhaben agri:change wird vom Land Niedersachsen mit 24,74 Millionen Euro unterstützt – gefördert durch zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.
Unter dem Leitmotiv „Zukunft durch Wandel“ verfolgt das Projekt agri:change das Ziel, strukturelle Veränderungen in der niedersächsischen Agrar- und Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten. Eine starke Praxisorientierung und offene Dialogformate ermöglichen eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Praxis und Gesellschaft.
Beim Auftakt verdeutlichten Forschende die Spannungen zwischen ambitionierten Nachhaltigkeitszielen und der Notwendigkeit einer preiswerten Ernährungssicherung und diskutierten, welche Herausforderungen, Zielkonflikte und neue Handlungsspielräume sich für Forschung und Praxis ergeben.
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „Innovationen aus der Wissenschaft können neue Wege eröffnen und praxistaugliche Lösungen ermöglichen – beispielsweise um die Effizienz der Höfe und Betriebe zu steigern, Ernten zu stabilisieren und zugleich Nachhaltigkeit und Tierwohl voranzubringen. Als Land investieren wir daher rund 68 Millionen Euro in drei große Forschungsverbünde im Agrar- und Ernährungsbereich. Mit agri:change schaffen wir eine starke wissenschaftliche Grundlage, um die niedersächsische Landwirtschaft und damit unsere Ernährungssicherheit zukunftsfest weiterzuentwickeln.“
Für Prof. Dr. Klaus Osterrieder (Präsident der TiHo Hannover) ist eine zentrale Frage, wie sich die Nutztierhaltung der Zukunft entwickeln wird: "Wie können wir dem Tierwohl, der Lebensmittelsicherheit und dem One-Health-Gedanken einen hohen Stellenwert einräumen und gleichzeitig eine Landwirtschaft betreiben, die Landwirtinnen und Landwirten ein gutes Auskommen sichert? In agri:change werden diese Themen von einem großen Kollegium der TiHo umfassend bearbeitet.“
Die Auftaktveranstaltung machte deutlich: Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung sind kein Widerspruch. Vielmehr ist eine nachhaltige Transformation die Voraussetzung für resiliente und zukunftsfähige Agrar- und Ernährungssysteme.
Neben der Universität Göttingen als Projektleitung und dem Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) als transdisziplinäre Leitung sind die TiHo Hannover, die Universität Vechta, die Hochschule Osnabrück, die Universität Osnabrück, die TU Braunschweig, die Leibniz Universität Hannover, die ETH Zürich, die Leuphana Universität Lüneburg, die Jade Hochschule, die Hochschule Fulda, das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung, das Johann Heinrich von Thünen-Institut sowie zahlreiche Partner aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft an dem Projekt beteiligt.
Schadnagerbekämpfung und Lebensmittelhygiene gehören zusammen
Die EU strebt an, künftig den bisherigen Einsatz von sogenanntem Rattengift zu verbieten. Demnach sollen Rodentiziden mit Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) künftig nur noch nach zuvor festgestelltem Befall eingesetzt werden dürfen und sachkundigen Personen vorbehalten sein. Eine sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung ist dann nicht mehr zulässig.
Bei der Risikobewertung der Schadnagerbekämpfung darf die gesetzlich geforderte Lebensmittelhygiene aber keinesfalls unberücksichtigt bleiben, denn eine fachgerechte Schädlingsbekämpfung ist für die Lebensmittelsicherheit unverzichtbar. „Die Sicherheit der gesamten Lebensmittelkette – vom Futtermittel über die landwirtschaftliche Erzeugung bis hin zum verarbeitenden Betrieb – liegt in weiten Teilen in der Verantwortung der Tierärzteschaft“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK) Ltd. VD Dr. Holger Vogel. Sie ist immer Teil eines Gesamtkonzepts aus Biosicherheit, Lebensmittelhygiene, Tierseuchenprävention, Arbeits- und Umweltschutz.
Schadnager wie Ratten und Mäuse sind nicht nur Verursacher erheblicher wirtschaftlicher Schäden, sondern auch Überträger von Krankheitserregern mit Zoonosepotenzial, etwa Hantaviren. Darüber hinaus können sie Lebensmittel und Futtermittel nachteilig beeinflussen und kontaminieren. Gerade in großen Zentrallagern zeigt sich die Problematik deutlich – immer wieder werden Schadnager über Zulieferungen eingeschleppt. Sie vermehren sich in Paletten mit Lebensmitteln und breiten sich von dort in weitere Betriebe aus.
Die Tierärzteschaft überwacht die Einhaltung der Hygienevorgaben entlang der gesamten Lebensmittelkette. Dazu gehört ausdrücklich auch der Schutz von Futtermitteln vor Schädlingsbefall. „Ohne konsequente Überwachung und Bekämpfung kann sich ein Befall rasch ausweiten – mit erheblichen Folgen für Hygiene, Biosicherheit und Verbraucherschutz“, erklärt Dr. Vogel.
In den Augen der BTK bringt die Abschaffung der Dauerbeköderung praktische Probleme mit sich. Die zunächst geforderte Feststellung eines Befalls kann die Bekämpfung verzögern und dazu führen, dass sich Populationen bereits stark vermehrt haben, bevor wirksam eingegriffen wird. Als Alternativen kommen v. a. Schlagfallen zur Befallsermittlung zum Einsatz. Aus tierschutzfachlicher Sicht gelten sachgerecht eingesetzte Schlagfallen derzeit als geeignetste Methode. Lebendfallen wiederum erfordern eine tierschutzgerechte Tötung der gefangenen Tiere. Diese Verfahren sind technisch aufwendig und störanfällig. Unabhängig von der gewählten Methode gilt: Auch die Entsorgung getöteter Nagetiere muss sichergestellt werden, damit die Hygiene gewährleistet ist.
Auf ganzjährigen Zeckenschutz achten
Anlässlich der steigenden Temperaturen weist der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf die von Zeckenstichen ausgehenden Gefahren für Tiere, insbesondere für Hunde hin. Denn aufgrund des milderen Klimas machen Zecken längst keine Winterpause mehr, sondern sind praktisch das gesamte Jahr über ab etwa +7 °C - manche Arten sogar bei Frost - aktiv. Deshalb gilt heute mehr denn je: Konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und tägliches Absuchen der Tiere gehören zur festen Routine. Wer hier frühzeitig handelt, schützt seinen Hund nicht nur vor lästigen Stichen, sondern reduziert auch das Risiko schwerer, teils lebensbedrohlicher Erkrankungen wie der Babesiose und der Borreliose. Besonders die kältetolerante Auwald- oder Wiesenzecke breitet sich seit Jahren stark aus und ist inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) ausgelöste Erkrankung.
Umso wichtiger ist ein wirksamer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fernhält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtötet, bevor die Erreger übertragen werden. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung – etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Die meisten Mittel schützen zusätzlich auch vor Flöhen, was besonders für aktive Tiere ein Plus ist, einige enthalten auch gleichzeitig Wirkstoffe zur Entwurmung.
Darüber hinaus rät der BfT, den Hund nach jeden Spaziergang auf Zecken zu kontrollieren. Besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen sollte auf die Spinnentiere, die als Nymphen kleiner als Stecknadelköpfe sein können, geachtet werden. Entdeckt man eine Zecke, sollte diese schnell und korrekt entfernt werden, wobei sie möglichst nicht gequetscht oder gedreht werden sollte. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.
Da Zecken die Erreger nicht nur auf Hund und Katze übertragen können, sollte man sich auch selber nach einem Spaziergang im Wald oder einem Aufenthalt in Garten oder Park auf Zecken absuchen. Für den Menschen kann das vom Gemeinen Holzbock übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) lebensgefährlich werden. Außerdem infiziert sich der Mensch häufig über Zecken mit Borrelien, die sehr unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen können. Während gegen die FSME eine Impfung existiert, kann einer Borreliose nur durch einen aktiven Zeckenschutz entgegengewirkt werden.




