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News

Tierheime in NRW durch urlaubsbedingte Tieraufnahmen am Limit

12. Juli 2023

Am 22. Juni 2023 haben in Nordrhein-Westfalen (NRW), dem Bundesland mit der größten Bevölkerung, die Sommerferien begonnen. Viele Familien sind in den Urlaub gereist. Aus diesem Anlass wurden trotz jahrelanger, umfassender Aufklärung und Informationen, insbesondere von Seiten der Tierschutzvereine, sowie der Androhung von Geldstrafen, auch in diesem Sommer wieder viele Hunde, Katzen und Heimtiere in den Tierheimen abgegeben bzw. ausgesetzt.

Zahlreiche Tierheime in NRW sind daher restlos überfüllt. „Wir sind komplett voll im Katzenbereich, ebenso bei Hunden und Kleintieren“, informierte das Düsseldorfer Clara-Vahrenfolz-Tierheim, das bereits Notfallboxen aufgestellt hat. Zudem würden immer mehr Wildvögel in der Einrichtung abgegeben, für die das Tierheim keine Kapazitäten habe. „Aufgrund der hohen Fundtier-Zahlen ist es uns jedoch schon längere Zeit nicht mehr möglich, Abgabekatzen aufzunehmen“, erklärte auch eine Mitarbeiterin des Bielefelder Tierheimes.

Um die stark gestiegenen Kosten abzufedern, hat das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen eine Förderung bereitgestellt, die noch bis zum 31.08.2023 von Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen beantragt werden kann. In einer kostenlosen Online-Infoveranstaltung der Landesservicestelle für bürgerschaftliches Engagement am 18. Juli 2023 erklärt die Landestierschutzbeauftragte Dr. Gerlinde von Dehn, was bei der Antragstellung zu beachten ist.  

Proplanta

Landesservicestelle NRW   

Weidetierhaltung und Naturschutz in Einklang bringen

12. Juli 2023

Die Population der Wölfe in Deutschland wächst konstant.Die Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland ist vor dem Hintergrund des weltweiten Artenaussterbens ein großer Gewinn für den Naturschutz“, machte Bundesumweltministerin Steffi Lemke bei einem Besuch einer Brandenburger Schäferei deutlich. Um die ebenfalls in Deutschland bedeutsame Weidetierhaltung und den Naturschutz in Einklang zu bringen, müssten Konflikte praxistauglich gelöst werden. Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz (BMUV) hat daher die „Dialogreihe Wolf“ ins Leben gerufen. An der Auftaktveranstaltung am 1. Juni 2023 haben Weidetierhalter:innen, Naturschutzverbände, Jagd- und Tierschutzverbände sowie Vertreter:innen der Länder und der Wissenschaft teilgenommen.

„Die Weidewirtschaft hat herausragende Bedeutung für den Naturschutz, für artenreiche Wiesen und sie ist fester und jahrhundertealter Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Die Weidetierhalter haben unsere Unterstützung verdient. Ich bin deshalb froh, dass seit dem 1. Januar 2023 die Weidetierprämie gilt, die einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen Stabilisierung der Betriebe leistet. Aber das bringt auch Herausforderungen mit sich, insbesondere für die Weidetierhaltung. Lösungen für dieses Problem müssen gemeinsam und vor allem praxistauglich erarbeitet werden. Nur durch guten Herdenschutz lassen sich Wolfsrisse vermeiden. Daher müssen Schäfer und Schäferinnen unbürokratisch und schnell bei der Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen unterstützt werden, vor allem finanziell“, so die Ministerin.

„Schon früher gab es den Wolf hier, es ist nur natürlich, dass er wieder zurückkommt. Wer die Natur liebt, akzeptiert auch den Wolf. Aber natürlich möchte ich keine Tiere verlieren, ich verstehe die Angst vieler Weidetierhalter. Wichtig ist, dass wir bei Rissen nicht allein gelassen werden und wir schnell und leicht Unterstützung finden, wenn es um Herdenschutzmaßnahmen geht oder dann auch um notwendige Abschüsse von Problem-Wölfen“, betonte Schäfer René Jeronimus.

BMUV

Selbstversorgung der Schweiz liegt bei rund 50 Prozent

12. Juli 2023

Statistisch gesehen hat die Schweiz bis zum 9. Juli 2023 bereits alle verfügbaren, selbst produzierten Lebensmittelressourcen aufgebraucht und ist für den Rest des Jahres von Importen aus dem Ausland angewiesen. „Damit belegt die Schweiz Flächen in anderen Ländern und erhöht ihren konsumbedingten ökologischen Fußabdruck“, erklärt der Schweizer Bauernverband (SBV). Der Verband kritisiert besonders den nachlässigen Umgang mit Lebensmitteln, denn rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel enden auf dem Müll.

Die Gründe für die schlechte Selbstversorgung liegen laut dem SBV in der sinkenden Zahl der landwirtschaftlich genutzten Flächen, den klimabedingt steigenden Anbaurisiken und gleichzeitig einer wachsenden Nachfrage infolge Bevölkerungswachstum. Lediglich rund die Hälfte des Lebensmittelbedarfs der Schweizer:innen werde durch die einheimische Landwirtschaft gedeckt, so der SBV weiter. Der Verband fordert daher eine Stärkung der inländischen Lebensmittelproduktion. Gemeinsam mit der IP-SUISSE hat der SBV auf einer Medienkonferenz Vorschläge präsentiert, wie die Schweiz ihre Verantwortung in Bezug auf die nationale und weltweite Ernährungssicherung wahrnehmen kann. Diese beinhaltet neben der Stärkung einer ökologischen, tierfreundlichen Produktion mit Mehrwert bei den Produzentenpreisen auch die Überführung der aktuellen Agrar- in eine umfassende und glaubwürdige Ernährungspolitik. Dabei wiesen sie besonders auf die Notwendigkeit hin, dass alle Stufen der Wertschöpfungskette mitziehen müssten und die Politik auch dem Produktionsaspekt wieder eine höhere Bedeutung beimessen müsste.

„Unter sich verändernden klimatischen Bedingungen und trotz geopolitischen Problemen auf den limitierten Agrarflächen die Produktion so erhöhen, dass die stetig wachsende Nachfrage gedeckt werden kann, ohne dabei die natürlichen Ressourcen zu übernutzen. Kurz gesagt: so umweltfreundlich wie möglich, soviel Essen wie nötig bereitstellen“, betonte SBV-Direktor Martin Rufer. Kühe töten wie in Irland und dann die fehlende Milch und das Fleisch importieren, möge zwar einen kurzfristigen Nutzen bringen, sei aber aus klimatechnischer Sicht keine Lösung. „Um die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft als Kernstück eines resilienten und nachhaltigen Ernährungssystems zu erhalten, brauchen unsere Bauernfamilien stabile Rahmenbedingungen, längerfristige gesetzliche Planungssicherheit und faire Produzentenpreise“, lautet das Fazit des Direktors.

SBV

Schweizerbauer

Hersteller von Fleisch- und Milchersatzprodukten unter Druck

11. Juli 2023

Immer mehr Menschen in Europa verzichten auf den Verzehr tierischer Produkte. Dadurch hat sich das Angebot von Fleisch- und Milchersatzprodukten in den letzten Jahren stetig vergrößert. Laut Medieninformationen macht Oatly seit seinem Börsengang im Jahr 2021 allerdings große Verluste. In der vergangenen Woche lag der Wert der Aktie des weltweit agierenden schwedischen Hafermilchherstellers gerade noch bei knapp 2 Dollar. Das sind fast 90 Prozent weniger als zum Börsenstart. Auch wenn der Nettoumsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres gestiegen ist, ging die verkaufte Menge um -3,7 % zurück. „Wir glauben, dass der Markt für das haferbasierte Segment weiter von Bedeutung ist“, erklärt Brian Holland, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters TD Cowen. „Laut unserer Analyse wird Oatly vor allem durch Kapazitätsbeschränkungen in Mitleidenschaft gezogen. Da in den nächsten Monaten mehr Produktionsmengen online gehen, dürfte sich das auf Umsatz, Marktanteil und Gewinn entsprechend auswirken.“

Auch der Hersteller von Fleischersatzprodukten, Beyond Meat, kämpft aktuell ums Überleben. Im Jahr 2019 startete das Unternehmen seinen Börsengang mit 25 US-Dollar pro Aktie. Nach einer zeitweisen Steigerung auf 235 US-Dollar, notiert die Aktie aktuell nur noch bei 13 USD. Die Aussichten für Beyond Meat und andere Hersteller von Ersatzprodukten scheinen im Moment alles andere als gut zu sein. Gründe für den Börsenabsturz sehen Analysten unter anderem an dem, vergleichbar zu echtem Fleisch, sehr hohen Preis. Nach den Recherchen des „Good Food Institute“ ist sein Rindfleischersatz in den USA doppelt so teuer wie echtes Rindfleisch, während Schweine- und Hühnerersatzprodukte dreimal bzw. viermal so teuer sind wie ihre Äquivalente, berichten die Analysten von Motley Fool. „Die schlechten Margen sind ein schwer zu behebendes Problem, da die Produkte von Beyond Meat bereits mit einem erheblichen Aufschlag gegenüber echtem Rindfleisch gehandelt werden“, sagen die Analysten. Es besteht also weniger Spielraum für Preiserhöhungen zur Steigerung der Margen. Um ein Scheitern zu vermeiden, versucht das Unternehmen, die hohen Kosten durch Kostensenkungsmaßnahmen, einschließlich Entlassungen, wieder in Einklang zu bringen. Als Folge wurden in 2022 hunderte Mitarbeiter entlassen.

Prof. Nick Lin-Hi (Universität Vechta) vertritt die Meinung, dass Hybridprodukte wie Fleisch aus Pflanzen langfristig nicht funktionieren werden. Stattdessen sagt der Wirtschaftsethiker voraus, dass In-Vitro-Fleisch unausweichlich bei der zukünftigen Ernährung ist und das klassisch erzeugte Fleisch schon bald ablösen könnte.

Agrarheute

Agrarheute

Vetion-Fokusthema: Fleischlos glücklich

Schweizer Tierärzt:innen beklagen zunehmenden Medikamentenmangel

11. Juli 2023

Ein zunehmender Medikamentenengpass in der Schweiz gefährdet aktuell die Versorgung von Haus- und Nutztieren. Immer weniger Medikamente kommen durch blockierte Lieferketten oder einem Produktionsrückgang bei den Tierärzt:innen an. „Ich glaube, so schlimm wie jetzt war es noch nie", sagt Patrizia Andina von der Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte. Zeitweise seien einzelne Arzneimittel gar nicht verfügbar, so die Tierärztin, die eine Verschärfung der Situation befürchtet. Aktuell betrifft es die Lieferungen von Kalziuminfusionslösungen, die Kühen rund um die Geburt verabreicht werden, um einen Kalziummangel zu beheben. Dieser kann bei Nichtbehandlung bei den Tieren eine Muskellähmung verursachen. „Das kann so weit gehen, dass sogar das Herz aufhört zu schlagen“, sagt Andina.

Mit großer Sorge betrachtet sie zudem den Engpass bei Impfstoffen, was wiederum zu einem erhöhten Antibiotikaeinsatz führt. Überdies würden Tiere auch schlicht krank, wenn sie nicht gegen gewisse Krankheiten geimpft worden seien. „Dann muss man sie eher mit Antibiotika behandeln, und das ist ja genau das, was wir verhindern wollen.“ Auch die Suche nach Alternativen gestaltet sich äußerst umständlich, da die Veterinär:innen nur sehr eingeschränkt Medikamente aus dem Ausland importieren dürften. „Von Tag zu Tag haben wir irgendwelche Medikamente, die wir nicht mehr von den Firmen bekommen. Da verschwendet man unglaublich viel Zeit bei der Suche nach Alternativen“, sagt Andina abschließend. Und eine Verbesserung der Lage ist aktuell nicht in Sicht.

SRF

Menschen und Bären zeigen ähnliche lebensstilbedingte Erkrankungen

11. Juli 2023

Bären, die in Gallefarmen gehalten wurden, leiden unter chronischen, Entzündungen und anderen Erkrankungen. Das hat eine internationale Studie unter Leitung der Veterinärmedizinischen Universität Wien ergeben. Die Forschenden konnten dabei signifikante Parallelen zu lebensstilbedingten Erkrankungen feststellen, die auch beim Menschen für das beschleunigte und frühzeitige Altern verantwortlich gemacht werden.

„Chronische Entzündungen in Verbindung mit schlechter Haltung und chronischem Stress scheinen das Risiko für die Entwicklung degenerativer Krankheiten wie fettleibiger Sarkopenie (verminderte Muskelmaße und -kraft), chronischer Nierenerkrankung und beeinträchtigter Herz-Kreislauf-Funktion zu erhöhen. Diese Störungen sind ein Anzeichen beschleunigter Alterung. Der Phänotyp (Erscheinungsbild) von Gallefarm-Bären steht hier im deutlichen Gegensatz zum gesunden Phänotyp wilder Bären, die Winterschlaf halten“, erklärt Studien-Erstautorin Szilvia K. Kalogeropoulu vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni.

„Die pathologischen Parallelen zu entzündlichen und durch Immunseneszenz – also die Verschlechterung des Immunsystems – bedingten Zuständen beim Menschen lassen darauf schließen, dass die Erkenntnisse durch in Gallefarmen gehaltene Bären als Modellbeispiel zur Untersuchung der Pathophysiologie und der schädlichen Auswirkungen lebensstilbedingter Krankheiten dienen könnten. Dadurch kann man diese Pathologien aus einem weiteren Winkel betrachten und hoffentlich dadurch besser verstehen lernen“, ergänzt Studien-Letztautorin (Supervisorin) Johanna Painer-Gigler vom FIWI. 

Vetmeduni Wien

Frankreich und Italien bekämpfen die ASP gemeinsam

10. Juli 2023

In Italien breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter aus. In den letzten 12 Monaten gab es in dem Land mehr als 700 nachgewiesene ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen sowie zwei bei Hausschweinen. Da die Tierseuche zuletzt bis knapp 55 Kilometer an die Grenze zu Frankreich herangerückt ist, werden die beiden Länder nun in einer engeren Kooperation intensiver gegen die weitere Ausbreitung der ASP vorgehen, wie die jeweiligen Landwirtschaftsminister Marc Fesneau und Francesco Lollobrigida in der vergangenen Woche mitteilten.

Eine noch einzurichtende Technische Kontaktgruppe wird sich neben der operativen Kooperation auch der Erarbeitung gemeinsamer Strategien zu Monitoring und Management der Wildscheinpopulationen sowie des Informationsaustausches zwischen den verschiedenen Ebenen widmen. Zudem wollen die Länder gemeinsame wissenschaftliche Projekte identifizieren und vorantreiben.

Die italienischen Behörden seien auch angesichts finanzieller und personeller Mittel überfordert, hieß es zuletzt von Seiten des nationalen Fonds für sanitäre und umweltbedingte Risiken (FMSE) in Frankreich. Zudem gebe es auf behördlicher Ebene Probleme zwischen den nationalen und den regionalen Instanzen. 

Schweizerbauer

Feed Strategy

Vetion-Fokusthema: Afrikanische Schweinepest (ASP)

Corona-Spürhunde auf der Fährte von Post-COVID

10. Juli 2023

Mangels bevölkerungsrepräsentativer, kontrollierter Studien mit ausreichender Nachbeobachtungszeit kann aktuell die Häufigkeit des Post-COVID-Syndroms nicht verlässlich geschätzt werden. Um eine Grundlage für eine verbesserte Diagnostik zu erhalten, ist das Projekt „Dogolomics“ ins Leben gerufen worden. Mit Hilfe von trainierten Spürhunde, die Post-COVID erschnüffeln können, möchte ein Team aus Forschenden der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie der TU Braunschweig die Ursachen von Post-COVID aufklären. Ziel ist herauszufinden, welche Stoffe die Hunde riechen, und zu klären, ob virale Überreste oder veränderte Stoffwechselprozesse an der Entstehung von Post-COVID beteiligt sind.

„Dogolomics wird stark von unserem Projekt DEFEAT Corona profitieren, über das wir schon viele Menschen mit Post-COVID erreichen und untersuchen konnten“, sagt Professorin Dr. Alexandra Dopfer-Jablonka aus der MHH-Klinik für Rheumatologie und Immunologie. „Wir sind stolz und hoch motiviert, Teil eines großartigen niedersächsischen Teams zu sein, in dem wir alle unsere Erfahrung und unser Können vereinen. Gemeinsam wollen wir versuchen, das schwierige Thema Post-COVID in einem wirklich einzigartigen Ansatz zu entschlüsseln,“ fügt ihr Kollege Professor Dr. Georg Behrens hinzu.

In einer Studie aus dem Jahr 2022 konnten Forschende der Klinik für Kleintiere der TiHo unter Leitung von Prof. Holger Volk bereits belegen, dass Hunde Proben von Post-COVID-19-Patienten erkennen können. „Auch, wenn wir noch nicht entschlüsselt haben, wie Hunde Corona so präzise erschnüffeln können, sind wir uns sicher, dass sie uns helfen werden, das Post-COVID-Syndrom weiter zu erklären und damit die zukünftige Diagnostik zu verbessern“, sheißt es in der Presseerklärung der TiHo. Post-Covid zeigt sich durch Symptome wie Müdigkeit, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Verwirrung, oder Depression. Die Diagnose ist komplex und derzeit auch schwierig.

TiHo Hannover

Robert Koch-Institut

Bundesrat billigt Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung

10. Juli 2023

Das von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir vorgelegte Tierhaltungskennzeichnungsgesetz hat am 7. Juli 2023 die Genehmigung des Bundesrats erhalten. Das bereits am 16. Juni 2023 im Bundestag beschlossene Gesetz für eine staatliche, verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung gilt zunächst für die Mast bei Schweinen in Deutschland, soll aber schon bald auch auf andere Nutztierarten sowie weitere Bereiche in der Verwertungskette, etwa in der Gastronomie und auf Verarbeitungsprodukte, ausgeweitet werden.

Nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten kann die neue Kennzeichnung für Frischfleisch vom Schwein daher wie geplant in Kraft treten. Eine Evaluation des neuen Gesetzes ist in fünf Jahren geplant. Die Haltungskennzeichnung umfasst fünf Haltungsformen: "Stall", "Stall+Platz", "Frischluftstall“, "Auslauf/Weide" und "Bio". Diese gelten für den Verkauf im Lebensmittelhandel, in Fleischereifachgeschäften und in Online-Shops. Das Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Nach Meinung von Baden-Württembergs Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, bleibt der Gesetzentwurf des Bundes immer noch hinter den Anforderungen zurück. „Baden-Württemberg unterstützt grundsätzlich die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung der Haltungsform der Tiere für Fleisch. Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzesentwurf greift aber immer noch wesentlich zu kurz. Der Entwurf gefährdet bestehende, bewährte Systeme der Wirtschaft und das damit verbundene System der Finanzierung von mehr Tierwohl. Das notwendige ganzheitliche Konzept zum Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland mit einer wirksamen Finanzierungsstrategie liegt leider immer noch nicht vor", kritisiert Hauk.

Topagrar

BMEL

Ministerium Baden-Württemberg

Neue Erkenntnisse zur Genexpression bei PRRS

7. Juli 2023

Das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) ist eine Viruserkrankung bei Schweinen, die mit hohen wirtschaftlichen Schäden einher geht. Die Tiere zeigen bei einer PRRS-Infektion leichte bis schwere klinische Atemwegssymptome sowie eine gestörte Fortpflanzung. Die Erkrankung kann jedoch auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für sekundäre virale und bakterielle Infektionen der Schweine führen, da sich die Immunantwort des Wirts verändert.

In einer aktuellen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte ein Forscherteam unter der Leitung von Emil Lagumdzic vom Institut für Immunologie sowie Armin Saalmüller, Leiter des Instituts für Immunologie, neue Erkenntnisse zur Genexpression nach einer PRRS-Infektion erlangen.

„Die umfangreichen Transkriptomdaten helfen, die Gensignaturen der Immunantwort von PBMCs und CD8+-T-Zellen nach einer PRRS-Infektion zu erklären. Darüber hinaus liefert unsere Studie potenzielle Biomarker-Ziele, die für die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika nützlich sind“, erklärt Lagumdzic, der für seine Untersuchungen mit dem PRRS-Forschungspreis 2022 von Boehringer-Ingelheim ausgezeichnet wurde. Ein besseres Verständnis der Immunantworten kann zu einer gezielten Entwicklung wirksamer Impfstoffe und damit zum Schutz vor der gefährlichen Viruserkrankung beitragen. 

Vetmeduni Wien

Vetion-Fokusthema: Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome