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DVG-Vet-Congress 2026: Vier Tage voller Wissen, Begegnungen und neuer Impulse für die Tiermedizin

03.11.2026

Vom 28. bis 31. Oktober 2026 wurde das Estrel Congress Center in Berlin wieder einmal zum Treffpunkt der Veterinärmedizin. Der DVG-Vet-Congress brachte Tierärztinnen und Tierärzte aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen, Wissenschaftler, Studierende und Tiermedizinische Fachangestellte zusammen. Neben einem umfangreichen wissenschaftlichen Programm standen vor allem der persönliche Austausch, aktuelle Herausforderungen des Berufsstandes und neue Entwicklungen in der Tiermedizin im Mittelpunkt. Einen besonderen Anlass zum Feiern gab es ebenfalls: Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) beging in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen.

Auch personell wurden auf dem DVG-Vet-Congress 2026 die Weichen für die Zukunft gestellt: Prof. Dr. Stephan Neumann wurde zum neuen Präsidenten der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Andreas Moritz an. Unterstützt wird er dabei von Dr. Nina Eberle als Vizepräsidentin.

Große personelle Veränderungen in der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) wurden im Rahmen des DVG-Vet-Congresses verkündet: Prof. Stephan Neumann (2.v.l.) übernimmt den Vorsitz, Dr. Nina Eberle (2.v.l.) wird stellvertretende Vorsitzende. Sie beerben damit Prof. Andreas Moritz (Mitte) und Dr. Gerhard Staudacher (r.).

Die 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) im Rahmen des DVG-Vet-Congresses stand 2026 unter dem Motto „Wissen schaffen. Erkenntnisse teilen. Versorgung verbessern.“ Das Programm spannte einen Bogen von der Prävention und Behandlung in unterschiedlichen Lebensphasen über die Versorgung traumatisierter Patienten bis hin zu bewährten diagnostischen und therapeutischen Verfahren. Auch ethische Fragen, Entscheidungen am Lebensende und die psychischen Belastungen tierärztlicher Teams wurden aufgegriffen. Weitere Themen waren unter anderem die Gastroenterologie, moderne Bildgebung und der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika. Dabei ging es auch um alternative Behandlungsansätze wie den möglichen Einsatz von Bakteriophagen.

Aber der Kongress bot den angereisten Teilnehmer:innen natürlich auch in diesem Jahr weit mehr als Kleintiermedizin. In der Rindermedizin standen unter anderem Kälbergesundheit, Fruchtbarkeit, Eutergesundheit und zukunftsfähige Züchtungskonzepte im Fokus. Die Schweinemedizin beschäftigte sich mit aktuellen Tierseuchen, neuen Erregern und Entwicklungen im Tiergesundheitsrecht. Internationale Perspektiven eröffneten die Beiträge zur Tropenveterinärmedizin und zum One-Health-Ansatz, die einmal mehr verdeutlichten, wie eng Tiergesundheit, menschliche Gesundheit und Umwelt miteinander verbunden sind. Ergänzt wurde das breite Themenspektrum durch Veranstaltungen zur Pferdemedizin, Tierernährung, Verhaltensmedizin und weiteren Spezialgebieten.

In den Pausen konnten sich die Teilnehmenden auf der begleitenden VET-Messe über neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen informieren. Mehr als 150 Aussteller waren vor Ort, darunter auch die Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) inklusive MyVetlearn.de und der Dessauer Zukunftskreis (DZK), der hier den Kolleginnen und Kollegen den Tierärzte Atlas Deutschland 2026 näherbringen wollte. Darin geht es um Daten, Trends und Entwicklungen der Tiergesundheitsbranche. Ein Highlight war das VET REKORDER-Sofa von Andreas Moll und Sascha Schiffbauer. Hier wurden im Podcast-Format spannende Referent:innen und illustre Gäste interviewt.

Auf der VET-Messe gab es viele Neuheiten und Vielfalt in der Tiermedizin zu entdecken, dazu gehörte auch der Verein für Nachhaltigkeit in der Tiermedizin (VetsforLife e.V.). Hier vertreten durch Dr. Karen Schmenken.
Prof. Stephan Neumann (3.v.l.) und Dr. Nina Eberle (2.v.l.) zu Gast auf ddem „VetRekorder“-Sofa bei den Podcast-Hosts Andreas Moll (l.) und Sascha Schiffbauer (r.), Bild: Andreas Moll

Neben den Fachvorträgen kam auch das Miteinander nicht zu kurz. Das 75-jährige Jubiläum der DVG bot Gelegenheit, auf die Entwicklung der Veterinärmedizin zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Die „Berliner Sause“ am Donnerstagabend und die Kongressparty am Freitag schufen einen geselligen Rahmen für persönliche Begegnungen, das Wiedersehen mit ehemaligen Studienkolleg:innen und das Knüpfen neuer Kontakte. Die beliebteste Location für einen nicht-fachlichen Austausch sowie für Geschäftsgespräche stellte auch in diesem Jahr die Estrel-Bar in der Lobby dar. Diese nutzte auch Anicura für einen Freundestreff am Freitagabend. Auch der DZK traf sich dort mit Mitgliedern, die sich in Berlin fortgebildet haben.

Auf Tiermedizin-Kongressen steht das Netzwerken und Wiedertreffen guter Freund:innen immer hoch im Kurs: Das ging zum Beispiel auf dem DZK-Frühstück.
Der Dessauer Zukunftskreis (DZK; hier einige Teilnehmer) stellte an einem eigenen Stand auf der VET-Messe den neu erschienen Tierärzte Atlas vor. Das tut er auch auf dem bpt-Kongress in zwei Vorträgen.

Der DVG-Vet-Congress 2026 zeigte damit erneut die große fachliche Vielfalt der Veterinärmedizin und die Bedeutung kontinuierlicher Fortbildung. Zugleich wurde deutlich, dass sich viele Herausforderungen – vom Fachkräftemangel über den Einsatz neuer Technologien bis zur Bekämpfung von Tierseuchen – nur gemeinsam bewältigen lassen. Berlin bot dafür vier Tage lang eine Plattform, um Wissen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die tägliche Arbeit in Praxis, Klinik, Forschung und öffentlichem Veterinärwesen mitzunehmen.

Der nächste DVG Congress findet vom 17.-20.11.2027 in Berlin statt.

Dr. Julia Henning

Auf unserem Instagram-Account @vetion.de finden Sie einen kleinen Video-Zusammenschnitt mit Eindrücken von der Messe