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Antibiotika-Resistenzgene von Nutztieren in Wildtieren nachweisbar 

10.09.2026

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max Delbrück Centers zu Antibiotikaresistenzen hat gezeigt, dass Gewässer in Städten und im Agrarland stark mit antibiotika-resistenten Bakterien belastet sind und auch ein Großteil der auf Bauernhöfen lebenden Mäuse Antibiotika-Resistenzgene (ARG) von gehaltenen Nutztieren in sich tragen.

In ihren Untersuchungen analysierten Forschenden die Genome von Darm-Mikroorganismen aus einer großen Population von 875 wildlebenden Hausmäusen (Mus musculus) in der Nähe zu größeren viehwirtschaftlichen Betrieben in ganz Deutschland. In der Hälfte der untersuchten Mäuse fanden die Wissenschaftler:innen ARG von Rindern, Schweinen oder Geflügel. „Wir haben eine gewisse Überschneidung erwartet, aber dass rund 50 Prozent der Resistenzgene aus den Kühen, Schweinen und Hühnern auch in unseren wildlebenden Mäusen wiederzufinden war, hat uns überrascht“, erklärt Dr. Víctor Hugo Jarquín-Díaz vom Max Delbrück Center.  

Die Ergebnisse legen viele ökologische Brücken zwischen Menschen, Nutztieren und Wildtieren dar und zeigen, dass räumliche Nähe immer auch funktionale, ökologische Verflechtung bedeuten kann.

„Unsere statistischen Modelle zeigten auf, dass sich einzelne Faktoren sehr stark auf das Vorhandensein von einzelnen Resistenzgenen auswirken“, sagt Prof. Emanuel Heitlinger vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA). „So steht die Besatzdichte von Schweinen in starkem Zusammenhang mit Resistenzgenen, die mit von Tierärzten und Viehzüchtern häufig eingesetzten Breitbandantibiotika im Zusammenhang stehen, wie beispielweise Sulfonamide, Tetracyclin oder Beta-Laktame.“ Es gebe also direkte, nachweisbare Auswirkungen von intensiver Nutztierhaltung auf spezifische Antibiotikaresistenzen in Wildtieren.

Die erkennbaren Zusammenhänge zwischen Wirten, Mikrobiomen, Resistenzgenen und räumlichen Umweltfaktoren erfordern ein erweitertes Monitoring von Resistenzen, erklären die Wissenschaftler:innen abschließend. Wildtiere und natürliche Ökosysteme könnten eine große Unbekannte in dieser Gleichung sein und ungeahnte Reservoire für Antibiotikaresistenzen darstellen.

IZW Berlin