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Australien wappnet sich für die Bekämpfung der HPAI

08.09.2026

Die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) ist im Juni 2026 erstmals in Australien als letzten Kontinent der Welt aufgetreten. Nach ersten Infektionen bei einzelnen Vögeln wurden bis Anfang September mehr als 460 Ausbrüche des hochpathogenen H5-Virus bei verschiedenen Wildvogelarten registriert. Inzwischen steigt auch das Risiko, dass das hochansteckende Virus auf die dort beheimateten einzigartigen Säugetiere überspringt.

„Unsere Tierwelt war ja bisher diesem Virus überhaupt nicht ausgesetzt“, erläutert Galit Tzipori, leitende Veterinärin des bekannten Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane. In dem Schutzpark leben neben Koalas auch viele Vögel, Dingos und andere australische Spezies. „Wir werden erst mit der Zeit mehr darüber lernen, was das für die verschiedenen endemischen Arten bedeutet“, so die Expertin weiter.

Erste positive Nachweise gab es bereits bei einem Rotfuchs, einem Langnasen-Seebären und einem Gemeinen Delfin. Nachdem dann bei einer Australischen Silberkopfmöwe der Erreger nachgewiesen wurde, wächst die Angst vor einer unkontrollierbaren Virus-Ausbreitung, da der australische Alltagsvogel Strände, Städte, Müllplätze und Süßwassergebiete aufsucht und so wie eine Art Taxi fungieren könnte. Tzipori sieht allerdings keine Gefahr für die ohnehin bedrohten Koalas, da diese sich fast ausschließlich von Eukalyptusblättern ernähren. Andere Säugetierarten sind jedoch weitaus mehr gefährdet, wie etwa Dingos, Tasmanische Teufel oder Tüpfelbeutelmarder, die auch tote Vögel fressen.

Für die Tasmanischen Teufel wäre ein neuer Krankheitserreger besonders problematisch, da die Population der nachtaktiven Raubbeutler in den vergangenen Jahrzehnten durch eine ansteckende Gesichtstumorerkrankung (Devil Facial Tumor Disease, DFTD) bereits enorme Verluste erlitten hat. Aktuell haben die australischen Behörden begonnen, verschiedene Tierarten, unter anderem Zwergpinguine, in Schutzzentren und Zuchtstationen gegen H5N1 zu impfen. So bereitet sich auch das Lone Pine Koala Sanctuary mit seinen Dutzenden ikonischen Spezies seit Wochen mit einem umfassenden Schutz- und Maßnahmenplan auf die Bedrohung vor. 

Proplanta