Damit Weidetiere gesund bleiben und vor Parasiten geschützt sind, verabreichen Landwirt:innen ihren Tieren Wurmmittel. Diese Antiparasitika haben jedoch einen vielfältigen Einfluss auf die Umwelt. Unter anderem wird das Keimungsverhalten von Samen verändert oder die Überlebensraten von Käfer- und Fliegenlarven verringert.
Nun haben Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Universität Trier in einer Studie belegen können, dass ganze ökologische Beziehungsgefüge verändert werden. Die Wissenschaftler:innen haben den Einfluss des von Landwirt*innen häufig eingesetzten Präparates Cydectin® analysiert und die Effekte auf das Zusammenspiel mehrerer Arten unter die Lupe genommen.Der enthaltene Wirkstoff Moxidectin gehört zur Gruppe der makrozyklischen Laktone (Antiparasitika mit Langzeitwirkung). Da dieser im Körper der behandelten Tiere kaum abgebaut wird, gelangt der Wirkstoff deshalb zu großen Teilen über den Kot in den Boden. Die Forschenden konnten in Modellversuchen nachweisen, dass dadurch einerseits Pflanzen weniger Früchte bilden, andererseits sich Blattläuse zehnmal stärker vermehren können.
„Wir waren überrascht, wie weitreichend ein einzelnes Präparat das Zusammenspiel zwischen Pflanze und Insekt verändern kann“, sagt Dr. Andrés García, Erstautor der Studie. „Das zeigt, dass wir bei der Bewertung von Tierarzneimitteln nicht nur einzelne Arten, sondern ganze ökologische Beziehungen im Blick behalten müssen.“
Weitere Studien sollen zeigen, welchen Anteil der Wirkstoff Moxidectin, die übrigen Inhaltsstoffe und deren Abbauprodukte an diesen Effekten haben und wie sie in der Nahrungskette weitergegeben werden.




