Ob Kühe Schmerzen haben, ist für Tierhalter:innen nicht leicht erkennbar. Die Tiere verändern meist trotz Beschwerden ihr Fressverhalten nicht oder machen sich durch Lautäußerungen bemerkbar. Rinerhalter:innen können jedoch anhand von Veränderungen an Beinen, Rücken, Gesicht oder im Verhalten erkennen, dass eine Kuh Beschwerden hat. Bei solchen Anzeichen sollten die Tiere genauer beobachtet werden, ein gesundheitliches Problem könnte bestehen, insbesondere wenn mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen.
Belastet etwa eine Kuh ihre Gliedmaßen ungleichmäßig, könnte eine Lahmheit vorliegen. Dies zeigt sich dann in der Bewegung. Probleme an den Klauen äußern sich häufig in dem Versuch, die schmerzenden Bereiche zu entlasten. Ein gewölbter Rücken kann auf Schmerzen im Bauch- oder Beckenbereich bzw. an den Klauen oder Gliedmaßen hinweisen. Ein Hinweis auf starke Schmerzen ist ein hörbares Zähneknirschen. Ein solches Verhalten sollte deshalb zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
Kühe mit Schmerzen zeigen teilweise auch ein „Schmerzgesicht“. Die Augen können verengt oder eingesunken wirken, am Oberlid kann es zu Falten kommen. Hängende oder nach hinten gerichtete Ohren sowie eine Anspannung rund um Maul und Nüstern kann ebenfalls ein Zeichen für Schmerzen sein.
Weitere durch Schmerzen getriggerte Verhaltensauffälligkeiten sind eine Kopftiefhaltung, Unaufmerksamkeit, Apathie und ein leerer Blick. Manche Tiere ziehen sich außerdem von der Herde zurück. Auch ein verändertes Fress- und Trinkverhalten sowie ein gedämpftes Brunstverhalten kann ein Hinweis sein.




