In den kommenden drei Monaten steigt das Risko für Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das haben retrospektive Untersuchungen in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ergeben. Demnach könnte das Risiko der ASP-Einträge in den Sommermonaten um bis zu 50% steigen. Das hessische Landwirtschaftsministerium mahnt daher die weiterhin konsequente Umsetzung der Biosicherheitsmaßnahmen an.
Neben der Virusübertragung von Tier zu Tier sowie über kontaminierte Materialien wird unter Expert:innen zunehmend eine mögliche Rolle blutsaugender Insekten wie Fliegen, Gnitzen oder Bremsen im Sommerinfektionsgeschehen diskutiert. Unter natürlichen Bedingungen konnte die epidemiologische Bedeutung dieses Übertragungsweges zwar bislang nicht nachgewiesen werden, jedoch haben Studien gezeigt, dass die orale Aufnahme von ASP-Virus tragenden Wadenstechern (Stomoxys calcitrans) oder Bremsen (Tabanidae) bei Hausschweinen eine Infektion auslösen könnte. Da Bremsen größere Flugdistanzen zurücklegen können, werden die Insekten als potenzielle Eintragsquelle für das ASP-Virus in Schweinehaltungen diskutiert. Das könnte auch den Anstieg von ASP-Ausbrüchen in den Sommermonaten erklären.
Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert daher an alle Schweinehalter:innen in ASP-Restriktionsgebieten, ihre Bestände insbesondere während der Sommermonate vorsorglich auch vor stechenden und blutsaugenden Insekten zu schützen. Daher ist im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten ein besonderes Augenmerk auf die Reduzierung der Brutstätten, die Minimierung der Eintragsquellen sowie die konsequente Bekämpfung mit geeigneten Maßnahmen zu legen.
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