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Tool bewertet Papageiengesundheit

04.06.2026

Die Privathaltung von Papageien ist für Betreuende nicht selten eine Herausforderung, denn die Vögel haben komplexe Bedürfnisse. Zahlreiche Verhaltens- und Gesundheitsprobleme können auftreten, sofern diese von den Haltenden nicht erfüllt werden.

Um das Wohlergehen von Papageienvögel in Privathaltung besser bewerten zu können, haben Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Utrecht das Tool PsittaWel entwickelt. Mit Hilfe eines umfassenden Fragenkatalogs rund um Themen wie körperliche Verfassung, Haltungsumgebung, soziale Interaktionen, Verhalten, Ernährung und tägliches Management, können Papageienhaltende lernen, das Wohlbefinden ihrer Papageien fundiert einzuschätzen und besser zu verstehen.

Ein internationales Expertengremium hat das Tool über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt. An dem Projekt, das im Rahmen der Dissertation von Andrea Piseddu (Vetmeduni Wien) gestartet wurde, waren auch Tierärzt:innen und zertifizierte Verhaltensberater:innen beteiligt.

„PsittaWel wurde entwickelt, um eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Ressource bereitzustellen, die Betreuenden hilft, das Wohlergehen der mit ihnen lebenden Papageien zu überwachen und zu verstehen – und um das Bewusstsein für deren Bedürfnisse zu schärfen“, erklärt Jean-Loup Rault von der Vetmeduni Wien. „Fachliche Begleitung bleibt für Gesundheit und Wohlergehen von Papageien unerlässlich, insbesondere bei Sorgen oder Problemen“, ergänzt Yvonne van Zeeland (Universität Utrecht). „Das Instrument soll die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie zertifizierten Verhaltensberaterinnen und -beratern ergänzen, nicht ersetzen.“

„PsittaWel soll die Haltung von Papageien als Heimtiere weder fördern noch rechtfertigen. Ethische Fragen zur Gefangenschaft sind und bleiben wichtig, und weitere Forschung zum Wohl von Papageien ist unerlässlich. Solange Papageien – langlebige Arten – jedoch in häuslichen Umgebungen leben, besteht ein klarer Bedarf, ihr Wohlergehen zu beurteilen und ihre Haltungsbedingungen zu verbessern, um ihnen das bestmögliche Leben zu ermöglichen“, sagt Doktorandin Andrea Piseddu abschließend. 

Vetmeduni Wien