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Massive Bejagung von Wildtieren ist ineffizient

13.04.2026

Das massive Bejagen heimischer Wildtiere wie Füchse, Marder oder Rabenvögel ist als Mittel der Bestandsregulierung und zur Vermeidung von Schäden wirkungslos und ökonomisch ineffizient. Nicht zuletzt, weil solch eine intensive Bajagung meist sehr kostspielig ist. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Pariser Universität Sorbonne. Demnach scheinen die Tötungen sogar zerstörerisch in wichtige Öko-Prozesse einzugreifen.

Der Deutsche Tierschutzbund bewertet die französische Studie als wegweisende Analyse, die der Argumentation der Jägerschaft auch hierzulande ihre Grundlage entzieht. Der Verband ruft zum Umdenken im Umgang mit Wildtieren auf: Statt pauschaler Bejagung brauche es ein umfassendes evidenzbasiertes Wildtiermanagement unter Einbezug ökologischer, finanzieller und ethischer Aspekte, das auf Prävention und Vergrämung setze.

„Wer Tier- und Naturschutz ernst meint, muss bei diesen Ergebnissen aufhorchen. Statt weiter Geld für veraltete Jagdtraditionen und das Vergnügen einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe zu verschwenden, brauchen wir endlich einen tierschutzgerechten Umgang mit Wildtieren, der den komplexen Vorgängen in Ökosystemen angemessen ist”, kommentiert James Brückner, Leiter des Fachreferats für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Für ihre Untersuchung werteten die französischen Wissenschaftler Daten aus sieben Jahren aus ganz Frankreich aus. Bei den meisten Tierarten hatten die Tötungen längerfristig keine Verringerung der Populationszahlen zur Folge. Auch die gemeldeten Wildtierschäden – unter anderem Ernteausfälle, gerissenes Geflügel, – verringerten sich demzufolge nicht – selbst dann nicht, wenn in einer Region die Bejagung gestoppt oder reduziert wurde.

Gleichzeitig weist der Tierschutzbund darauf hin, dass die Jagd auf Fuchs und Co. durch den Aufwand für Zeit, Transport, Material und Munition – geschätzt über hundert Millionen Euro jährlich koste. Das entspräche knapp 64 Euro pro getötetem Tier. Die Kosten für Schäden hingegen beliefen sich nur auf 8-23 Millionen Euro.

In Deutschland würden jedes Jahr rund 450.000 Füchse, mehr als 70.000 Marder und mehrere Hunderttausend Rabenvögel durch Jäger getötet. Die aktuelle Studie legt nahe, dass dadurch wichtige Prozesse im Ökosystem gestört werden würden.

Deutscher Tierschutzbund