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Umfrage zur tiermedizinischen Ausbildung mit Schwerpunkt One Health  

Mit einer globalen Online-Umfrage zu One Health und Planetary Health möchte die Weltvereinigung für Veterinärmedizin (World Veterinary Association, WVA) herausfinden, wie weltweit die Konzepte in Studium und Ausbildung der Gesundheitsberufe verankert sind und wie die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden. Denn noch fehlen messbare Belege dafür, wie effektiv diese in die Aus- und Weiterbildung verschiedener Disziplinen und Länder integriert werden. Ziel dieser Umfrage ist ein besseres Verständnis, wie One Health und Planetary Health gelehrt, verstanden und in der Praxis angewendet werden.

Studierende und Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens sind eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse der Studie tragen dazu bei, evidenzbasierte Empfehlungen zu entwickeln, die mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen übereinstimmen. Ziel ist es, die interdisziplinäre Ausbildung zu stärken, die Qualifizierung der Fachkräfte im Gesundheitswesen zu verbessern, die Widerstandsfähigkeit von Klima und Ökosystemen zu fördern und die globale Gesundheitssicherheit weltweit zu verbessern. Jede Antwort hilft dabei, die erste globale Basiserhebung zur Integration von „One Health“ und „Planetary Health“ in den Gesundheitsberufen zu erstellen.

Die Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 10 Minuten. Machen Sie mit und unterstützen Sie so die Weiterentwicklung der Ausbildung und des Studiums im Sinne des One Health-Gedankens!

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Kostenfreies Kennenlern-Treffen bei Support4vetmed.de

Am kommenden Montag (10.08.2026) um 12.30 Uhr findet erneut ein Kennenlerntreffen für internationale Tierärzt:innen auf Support4vetmed.de (s4vm) statt.

Bei dem Online-Meeting stellen sich das Unternehmen Purina PetCare Deutschland und der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) als potentielle Arbeitgeber vor. Außerdem wird das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) über die verschiedenen Möglichkeiten als „Nicht-EU-Tierarzt/Tierärztin“ in Deutschland zu arbeiten referieren. Die Teilnehmenden erfahren bei dem Treffen, welche Voraussetzungen Tierärzt:innen aus dem Ausland erfüllen müssen, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, und wie sie am besten ans Ziel gelangen. Neben den Voraussetzungen wird auch auf die unterschiedlichen Visa eingegangen. Weiterhin gibt es Informationen über die Nutzung der Lernplattform Support4vetmed.de, die internationalen Tierärzt:innen bei der Anerkennung der Approbation helfen soll.

Um an dem Treffen teilnehmen zu können, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme an dem Zoom-Meeting ist kostenfrei.

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Verbände fordern wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin

In einer gemeinsamen Erklärung erneuern der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bp ), der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ihre Forderung einer verlässlichen tierärztlichen Gebührenordnung (GOT). Nur so könne eine Basis für faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen geschaffen werde, so die Verbände.

Hintergrund für die Forderung sind sie alarmierenden Zahlen, die aus der aktuellen Tierärztestatistik der Bundestierärztekammer hervorgeht. Demnach ist die Zahl der inhabergeführten Tierarztpraxis im vergangenen Jahr erneut gesunken. Aktuell gibt es in Deutschland noch 11.216 Praxen. Gleichzeitig ist die Zahl der Angestellten weiter gestiegen. Da immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sei die flächendeckende Versorgung im Klein- wie im Großtierbereich, vor allem in ländlichen Regionen, gefährdet. 

„Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wagen die eigene Niederlassung. Deshalb brauchen wir bei der gerade laufenden Evaluation der tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) das richtige Augenmaß, das die tatsächlichen Kosten abbildet und so sichere Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung erhält“, erklären Heiko Färber (bpt), Oliver Volin (VUK) und Dr. Stefan von Rüden (WFG), die Geschäftsführer der drei Verbände.

Die Unterzeichner warnen davor, die wirtschaftliche Zukunft des Berufs auf einen Verteilungskonflikt zwischen Tierhaltenden, Angestellten und Praxen zu verengen. Alle Seiten seien auf eine wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin angewiesen. 

Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine verlässliche GOT mit einem regelmäßigen Anpassungsmechanismus, die die tatsächlichen Kosten der Praxen abbildet und so das Fundament der freien, inhabergeführten Praxis mit tragfähigen Praxiskonzepten sichert. 

bpt

Bpt bietet Fortbildung für Ausbildungspraxen an

Unter dem Titel „Rechtliche Voraussetzungen für Praktika oder professionelle Begleitung von Studierenden während des Praktikums“ bietet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) für seine Mitglieder eine Fortbildung an. Diese Online-Fortbildung besteht aus der Aufzeichnung einer Präsenz-Veranstaltung im Rahmen der bpt-INTENSIV Kleintierfortbildung in Bielefeld am 01. März 2024 und enthält zudem einen Vortrag zu Voraussetzungen für Ausbildungspraxen aus dem Jahr 2026, der den Vorgaben der EAEVE entspricht.

bpt-Mitglieder können diese Fortbildung, die noch bis Ende 2026 buchbar ist, für ihre Registrierung als bpt-Ausbildungspraxis nutzen. Es werden jedoch auch andere Fortbildungen mit adäquaten Inhalten nach Vorlage eines Zertifikats akzeptiert.

bpt

BfT spricht sich für elektronische Packungsbeilagen aus

Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.

Der BfT spricht sich daher für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

„Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.

Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.

Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.

Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten – elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.

Gleichzeitig betont der BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen.

BfT

Globale Umfrage zum Stand der Kleintiermedizin

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) bittet Tierärzt:innen und andere tiermedizinische Fachkräfte, an einer globalen Umfrage teilzunehmen. Das Ziel dieser Umfrage ist die Stärkung und Förderung der tierärztlichen Kleintierpraxen auf der ganzen Welt. Die Antworten der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, Realitäten, Herausforderungen und Chancen der Kleintiermedizin besser zu verstehen.

Diese wegweisende Initiative bildet die Grundlage für den kommenden globalen Bericht zum Stand der Kleintiermedizin – eine wichtige neue Publikation der WSAVA, die entscheidende Erkenntnisse für Tierärzte und andere tiermedizinische Fachkräfte liefert, nationale Verbände stärkt und globale Interessenvertretung und Maßnahmen unterstützt. Die Bearbeitung der Umfrage dauert etwa 20 bis 25 Minuten, alle Antworten sind vertraulich und werden nicht mit dem Namen oder der Organisation verknüpft.

Alle Teilnehmenden haben zudem die Chance, eine kostenlose Anmeldung für den WSAVA-Kongress und/oder WSAVA Academy Credits zu gewinnen. 

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WSAVA

GOT-Evaluation: Online-Befragung von Tierhaltenden und Tierärzten läuft

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) ist im Jahr 2022 umfassend novelliert worden und wird nun, wie vorgesehen, nach vier Jahren evaluiert. Im Rahmen dieses Evaluierungsprozesses führt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) auch eine deutschlandweite Befragung von Tierärzten und Tierhaltenden durch.

Unter anderem hatte auch der Pferdesport Deutschland eine solche Umfrage gefordert. Seitdem die Evaluation der GOT durch das BMLEH angestoßen worden ist, hat sich der Verband nachdrücklich dafür eingesetzt, dass neben der Tierärzteschaft auch die Tierhaltenden zu den Auswirkungen der GOT-Novelle im Jahr 2022 direkt befragt werden.

„Auskömmlich für den Tierarzt und leistbar für den Tierhalter – das ist unser erklärtes Ziel“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht. „Dass die ursprünglich nicht geplante Befragung stattfindet, werten wir als einen ersten Erfolg auf dem Weg zur Gestaltung fairer Tierarztkosten“, ergänzt Miesner, der immense Auswirkungen der GOT Novelle auf den Pferdesektor sieht.   

Für die Beantwortung der Fragen ist eine Dauer von etwa 10 Minuten einzuplanen. Die Befragung läuft bis zum 26. Juli 2026.

Zur Tierärzte-Umfrage

Pferdesport Deutschland inkl. Umfrage für Tierhalter

Österreich plant Außenstelle für Nutztiermedizin

Besonders in ländlichen Regionen siedeln sich immer weniger Tierärzt:innen an, was die tierärztliche Versorgung von Nutztieren gefährdet. Um Studierenden der Veterinärmedizin die Nutztiermedizin näherzubringen, plant die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) gemeinsam mit dem Land Oberösterreich eine neue Außenstelle für Nutztiermedizin. Hier sollen künftig zehn bis zwanzig Studierende pro Semester sowie wissenschaftliches Personal, Ausbildende und Tierärzt:innen in die Arbeit der Außenstelle eingebunden werden.

Die gemeinsame Ausbildungsinitiative soll dem wachsenden Nutztierärztemangel entgegenwirken. Geplant ist die Einrichtung einer Außenstelle im Zentralraum, die künftig als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin dienen soll. Neben klinischen Ausbildungsmodulen in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen sind Bereiche der angewandten Forschung sowie Weiterbildungsangebote geplant. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen eine verlässliche tierärztliche Versorgung direkt in den Regionen. Die neue Außenstelle ist ein Meilenstein für unsere heimische Landwirtschaft“, erklärt Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger. „Wir investieren gezielt in die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und stärken damit unseren ländlichen Raum“, ergänzt Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Mit der neuen Außenstelle in Oberösterreich schaffen wir einen wichtigen Ausbildungsstandort für die Nutztiermedizin und stärken gleichzeitig die Praxisnähe im Studium. Unser Ziel ist es, Studierende frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Perspektiven in der Großtierpraxis und den Chancen des ländlichen Raums vertraut zu machen. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich, den Schulen sowie allen Partnern, um gemeinsam die tierärztliche Versorgung der Zukunft zu sichern“, sagt Vetmeduni-Rektor Matthias Gauly abschließend.

Vetmeduni Wien

Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses dringend notwendig

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) hat eine aktuelle Zukunftsprognose zur Entwicklung der tierärztlichen Versorgung in Österreich veröffentlicht. Demnach bereitet die derzeitige Altersstruktur große Sorgen. Denn zum Ende des vergangenen Jahres waren rund 360 versorgungsrelevante Tierärzt:innen über dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter angesiedelt. Entsprechend werden in den nächsten Jahren ein Großteil erfahrener Praktiker:innen aus dem Berufsleben ausscheiden, so die ÖTK.

Die Studie hat gezeigt, dass in den kommenden 14 Jahren durchschnittlich rund 84 Pensionierungen pro Jahr stattfinden werden. Besonders im Nutztierbereich würden diese Stellen nicht mehr adäquat besetzt werden können. So prognostiziert die Studie ein Defizit zwischen 43 und minus 65 Vollzeitäquivalenten, je nachdem, wie sich das tatsächliche Pensionsverhalten der Tierärzt:innen entwickeln wird. Dies entspricht etwa 70 bis 100 Tierärzt:innen, die für eine ausreichende Versorgung im Nutztierbereich fehlen würden.

Die ÖTK zeigt sich aber zufrieden, dass die Zukunftsprognose bei verschiedenen Medien auf großes Interesse gestoßen ist und das Thema aufgegriffen haben. So werde vermehrt auf die Notwendigkeit, frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses und zur langfristigen Aufrechterhaltung der tierärztlichen Versorgung in Österreich zu ergreifen, aufmerksam gemacht.

ÖTK

Tierärztestatistik 2025 veröffentlicht

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Tierärztestatistik 2025 veröffentlicht. Aus den von den Landestierärztekammern gesammelten Mitgliederdaten 2025 geht hervor, dass die Zahl der Tierärzt:innen weiter angestiegen ist (+ 444). Insgesamt waren zum Jahresende 46.089 Tierärzt:innen Mitglied in einer Landes-/Tierärztekammer, davon waren 66,8 Prozent Frauen. Die Zahl der berufstätigen Tierärzt:innen wird mit 34.476 (davon 24.707 Frauen). Davon waren wiederum 23.546 kurativ tätig. Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, hat sich die Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen weiter auf 11.216 verringert, während die der angestellten Tierärzt:innen um 135 leicht gewachsen ist (12.125).

„Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt:innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).

Auch bei den Praxisstrukturen zeige sich Handlungsbedarf, denn in der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist v. a. mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt:innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt:innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg:innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert der BTK-Präsident.

„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.

BTK

Wer tiefer in die Tierärztestatistik einsteigen möchte und sich auch für die Entwicklungen über die Zeit interessiert, kann einen Blick in den Tierärzte Atlas Deutschland (2024) werfen. Hier finden sich neben Zahlen auch viele Erklärungen und Interpretationen, was die Entwicklungen für die Zukunft bedeuten.

Der Tierärzte Atlas Deutschland 2026 wird Ende September 2026 erscheinen.

BTK-Stellungnahme zur SWR-Doku über Tierarztkosten

Die Bundestierärztekammer hat zu dem am 19. Mai 2025 ausgestrahlten SWR-Beitrag „Tierisch
teuer – Was hinter den hohen Tierarztkosten steckt
“ Stellung bezogen. Man nehme den Beitrag mit großer Sorge zur Kenntnis, da er ein einseitiges und tendenziöses Bild der tierärztlichen Versorgung in Deutschland aufzeichnet und der komplexen Realität in den Praxen und Kliniken nicht gerecht wird, heißt es darin:

Zwar wird im Beitrag der Eindruck erweckt, unterschiedliche Perspektiven – von Tierhaltenden,
Tierärzt:innen sowie aus der Politik – seien gleichermaßen berücksichtigt worden. In der
Gesamtschau entsteht jedoch kein ausgewogenes Bild. Vielmehr werden v. a. Einzelfälle mit
besonders hohen Rechnungen, emotionale Härtefälle und zugespitzte Aussagen in den
Mittelpunkt gestellt. Dadurch wird der Eindruck verstärkt, hohe Tierarztkosten seien Ausdruck
mangelnder Fairness oder unangemessener Abrechnung durch die Tierärzteschaft. Dies
weisen wir entschieden zurück.

Auch hinken die dort ausgestrahlten Vergleiche einzelner Praxisbeispiele. Durch einzelne Aussagen im Beitrag entsteht zudem der Eindruck, eine „faire“ Abrechnung bestehe darin, bestimmte Leistungen nicht oder nur teilweise zu berechnen. Das ist aus Sicht der Bundestierärztekammer irreführend und entspricht nicht den Vorgaben der Gebührenordnung (GOT).

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden. Im Gegenteil: Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Unter- und Obergrenzen und schützt damit sowohl Tierhaltende als auch die Qualität der tierärztlichen Versorgung. Ohne eine verbindliche Gebührenordnung drohten unübersichtlichere Preise, wachsender wirtschaftlicher Druck auf Praxen und Kliniken, eine Verschlechterung der Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig möglicherweise sogar höhere Kosten für Tierhaltende.

Gleichzeitig ist eine angemessene Vergütung die Voraussetzung dafür, dass Tierärzt:innen qualifiziertes
Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das dient unmittelbar dem Tierwohl.

Schon heute ist es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade die Notfallversorgung bedeutet erhebliche Personalvorhaltung zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagszeiten, hohe organisatorische Belastungen und zusätzliche Kosten. Trotz der in der GOT vorgesehenen Zuschläge ist dieser Bereich für viele Praxen wirtschaftlich kaum rentabel.

Der Beitrag stellt hingegen v. a. Extremfälle mit sehr hohen Rechnungsbeträgen in den Vordergrund. Diese Fälle sind für die betroffenen Tierhaltenden zweifellos belastend. Sie bilden jedoch nicht den Alltag tierärztlicher Abrechnung ab. Der Großteil tierärztlicher Rechnungen bewegt sich auf einem deutlich niedrigeren Niveau und liegt in der Regel nicht im Bereich besonders hoher Sätze. Gerade deshalb wäre es aus unserer Sicht journalistisch geboten gewesen, die gezeigten Einzelfälle stärker einzuordnen und nicht als repräsentativen Eindruck tierärztlicher Versorgung stehen zu lassen.

Zur ungekürzten Stellungnahme >>>

Auch die Darstellung, Tierhaltende müssten künftig stärker selbst entscheiden, welche Behandlungen „Sinn machen“ und ob es immer die neueste Untersuchung sein müsse, greift zu kurz. Selbstverständlich gehört eine sorgfältige Beratung über Diagnostik- und Therapieoptionen, Prognosen, Kosten und Alternativen zum tierärztlichen Alltag. Gleichzeitig darf nicht der Eindruck entstehen, moderne Diagnostik oder fachlich sinnvolle Untersuchungen seien bloße Zusatzleistungen, auf die ohne weiteres verzichtet werden könne. Tierärzt:innen sind dem Tierwohl verpflichtet. Ihre Empfehlungen beruhen auf fachlicher Einschätzung, medizinischer Verantwortung und dem Ziel, Leiden zu vermeiden oder zu lindern.

Kritisch sehen wir zudem, dass im Beitrag Aussagen zur Rechtmäßigkeit der GOT unwidersprochen stehen bleiben. Die Gebührenordnung ist geltendes Recht. Sie wurde auf Grundlage einer fachlichen und wissenschaftlichen Bewertung novelliert und dient ausdrücklich der Sicherstellung einer transparenten, qualitätsgesicherten und flächendeckenden tierärztlichen Versorgung. Eine Debatte über Weiterentwicklung und Evaluation der GOT ist legitim und notwendig. Sie sollte jedoch sachlich geführt werden und darf nicht auf die Erzählung vermeintlich überhöhter Tierarztrechnungen reduziert werden.

Die Bundestierärztekammer spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch eine regelmäßige, planbare Anpassung der Gebührenhöhe. Solche schrittweisen Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen, weil Kosten dadurch berechenbarer bleiben.

Wir halten es daher für erforderlich, die einseitige Darstellung des Beitrags journalistisch nachzuarbeiten. Aus Sicht der Bundestierärztekammer sollte der SWR die Berichterstattung um einen Folgebeitrag ergänzen, in dem die tierärztliche Perspektive angemessen zu Wort kommt. Dazu gehören insbesondere die wirtschaftliche Realität von Praxen und Kliniken, die weiterhin im Vergleich zu anderen akademischen Heilberufen häufig nicht angemessene Vergütung tierärztlicher Arbeit, die Herausforderungen im Notdienst, der Fachkräftemangel sowie die zentrale Bedeutung der GOT für Transparenz, Qualität und Versorgungssicherheit.

Tierhaltende brauchen eine sachliche und nachvollziehbare Einordnung tierärztlicher Kosten.
Sie brauchen keine Verunsicherung und keine pauschale Gegenüberstellung von „fairen“ und
vermeintlich überteuerten Tierärzt:innen. Die große Mehrheit der Tierärzteschaft arbeitet verantwortungsvoll, transparent und unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Dieses Bild kam in dem Beitrag aus unserer Sicht nicht ausreichend zur Geltung.

Wir stehen dem SWR für eine sachliche Einordnung und für weitere Gespräche gern zur Verfügung.

Arbeitszufriedenheit unter angestellten Tierärzt:innen nur bedingt besser

Im letzten Jahresdrittel 2025 hat der Bund angestellter Tierärzte (BaT) eine bundesweite Umfrage zu den aktuellen Arbeitsbedingungen von Veterinärmediziner:innen durchgeführt. Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass unter den Befragten eine nur mäßige Arbeitszufriedenheit herrscht, die jedoch dem Niveau der Gesamtbevölkerung gleicht. Während ein überwiegender Teil der Teilnehmenden zufrieden mit dem Team und den körperlichen Arbeitsbedingungen war, zeigten sich viele äußerst unzufrieden mit den Karriereperspektiven und der Vergütung sowie mit dem Management und der Art und Weise, wie ihre Fähigkeiten genutzt bzw. gewertschätzt werden.

Grundsätzlich spiegeln die Umfrageergebnisse im Vergleich zu den Vorjahren jedoch eine verbesserte Situation wider. Der BaT als reine Arbeitnehmendenvertretung sieht jedoch noch immer einen deutlichen Handlungsbedarf. So fällt weiterhin der Vergleich zwischen tiermedizinischen Berufsanfänger:innen und anderen akademische Berufsgruppen hinsichtlich der Einstiegsgehälter schlecht aus. Die Ergebnisse legen zudem dar, dass das Lohnniveau trotz Erhöhung der GOT nicht stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Auch zeigen die Ergebnisse häufige Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, denn mehr als zwei Drittel der Befragten leisten regelmäßig Überstunden. Fehlende Pausen, unzureichende Ruhezeiten und eine problematische Arbeitszeiterfassung wurden von etwa der Hälfte der Teilnehmenden kritisiert.

„Die Studie zeigt deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen entscheidend für die Zukunft der tierärztlichen Versorgung sind“, erklärt Dr. Elisabeth Brandebusemeyer, 1. Vorsitzende des BaT. „Höhere Gehälter, mehr Personal und eine verlässlichere Dienstplanung sind zentrale Voraussetzungen, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten“, ergänzt der 2. Vorsitzende Dr. Christian Wunderlich. 

BaT

WOAH: Tiergesundheit als Schlüssel für globale Gesundheits- und Ernährungssicherheit

Im Rahmen der 93. Generalversammlung der World Organisation for Animal Health (WOAH) im Mai 2026 in Paris haben die teilnehmenden Minister:innen und hochrangige Vertreter:innen aus den Bereichen Tiergesundheit, Landwirtschaft und Ernährung eine gemeinsame Erklärung zur globalen Stärkung der Tiergesundheit und des Tierwohls verabschiedet. Darin wird betont, dass Tiergesundheit längst kein rein veterinärmedizinisches Thema mehr ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für Ernährungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität, sichere Handelsbeziehungen sowie die Prävention von Gesundheitskrisen im Sinne des One-Health-Ansatzes darstellt.

Es wird betont, dass die Welt zunehmend mit biologischen Risiken, klimabedingten Veränderungen, neuen Handelsdynamiken und einer steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln tierischer Herkunft konfrontiert ist. Vor diesem Hintergrund werden leistungsfähige Veterinärdienste als essenziell für resiliente Gesundheitssysteme angesehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR), der Verbesserung von Tierwohlstandards sowie der Prävention grenzüberschreitender Tierseuchen.

Daher sollten Investitionen in Tiergesundheit und Tierwohl als strategische Zukunftsinvestitionen betrachtet werden. Die Verfasser fordern nationale Regierungen, internationale Organisationen, Finanzinstitutionen und den privaten Sektor dazu auf, Tiergesundheit stärker in politische und finanzielle Prioritäten einzubinden. Dabei wird darauf verwiesen, dass Tierseuchen erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen und direkte Auswirkungen auf menschliche Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und soziale Stabilität haben können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist die Modernisierung des öffentlichen Veterinärwesens. Digitale Technologien, verbesserte Surveillance-Systeme, Datenaustausch und innovative Diagnostik sollen zukünftig eine noch wichtigere Rolle spielen. Gleichzeitig wird die Bedeutung von gut ausgebildetem veterinärmedizinischem Fachpersonal hervorgehoben, einschließlich der stärkeren Einbindung junger Fachkräfte und Frauen in das Veterinärwesen.

Die WOAH-Mitgliedstaaten sprechen sich zudem für eine intensivere internationale Zusammenarbeit aus. Insbesondere bei zoonotischen Erkrankungen, der hochpathogenen aviären Influenza, der Afrikanischen Schweinepest sowie anderen grenzüberschreitenden Tierseuchen sollten Kooperation, Transparenz und harmonisierte Standards weiter ausgebaut werden. Die WOAH wird in diesem Zusammenhang als zentrale wissenschaftliche und koordinierende Instanz bestätigt.

Für praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte ist die WOAH-Erklärung vor allem deshalb relevant, weil sie die zentrale Rolle des Berufsstandes in der globalen Gesundheitsvorsorge ausdrücklich anerkennt. Die Veterinärmedizin wird als unverzichtbarer Bestandteil der internationalen Gesundheitsarchitektur beschrieben – nicht nur im Hinblick auf Tierseuchenbekämpfung, sondern auch für Pandemievorsorge, Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Tierhaltung und die Sicherstellung des internationalen Handels.

WOAH

Umfrage zur Zukunft der Selbstständigkeit

Der Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte (WFG), der verbund unabhängiger Kleintierkliniken (VUK) und der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) wollen durch eine kurze Online-Umfrage (ca. 3 Minuten) herausfinden, wie Tierärzt:innen über das Thema Selbstständigkeit denken.
Durch die Umfrage sollen die größten Herausforderungen, Wünsche oder auch Hindernisse analysiert werden. Anschließend sollen passende Angebote zur Verwirklichung der Selbstständigkeit entwickelt werden.
Unter allen Teilnehmenden wird ein Ticket (inkl. Rahmenprogramm) für das DACH-Wirtschaftsforum am 15. und 16. September in Freiburg verlost.

Die Umfrage steht bis 31. Mai zur Verfügung.

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Wettbewerbsfähigkeit der Industrie muss gestärkt werden

Für den Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) steht im nächsten Monat der Umzug nach Berlin an. Sein 40-jähriges Bestehen hat der Verband noch einmal in Bonn mit rund 200 Mitgliedern und Gästen gefeiert. In verschiedenen, unterschiedlich besetzten Podiumsdiskussionen zum Thema Perspektiven für die Tiergesundheit von morgen – Chancen und Herausforderungen zwischen Innovationen, Regulierung und Verantwortung wurde ein Fazit des vergangenen Jahres gezogen.

So war das nationale politische Umfeld durch die Regierungsneubildung mit komplexen Koalitionsverhandlungen und einem Reformwillen mit angezogener Handbremse geprägt. Gesetzesinitiativen wie die Änderungen am Tierarzneimittelgesetz (TAMG), das bereits in der vorherigen Legislatur begonnen worden waren, wurden beschlossen.

Die Rahmenbedingungen für die Tiergesundheitsbranche und die für sie in vielen Facetten bedeutende chemische Industrie wurden durch die US-Präsidentschaft, die Unsicherheiten auf Handelspolitik und internationale Konflikte schuf, weiterhin maßgeblich beeinflusst. Der BfT weist in einer aktuellen Presseaussendung darauf hin, dass die Branche daher gefordert ist, internationale Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Zu den weiterhin elementaren Aufgaben der Politik und der Gesellschaft gehören die überbordende Bürokratie, steigende Kosten, Ausbrüche von neuen und alten Tierseuchen sowie steigende gesellschaftliche Erwartungen mit Blick auf Tierwohl, Klima- und Umweltschutz.

Der Tiergesundheitsmarkt könne auf eine stetig positive Entwicklung in vier Jahrzehnten der Marktbeobachtung blicken. Um die regelmäßige Versorgung der Tiere und die notwendigen Innovationen sicherzustellen, bleibe es für die veterinärpharmazeutische Industrie wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland und Europa deutlich zu stärken, lautet die abschließende Forderung des Verbandes.

BfT

Mehr Gehalt für TFA ab Mai

Nach drei Verhandlungsrunden über den neuen Gehaltstarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) konnten sich der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einen Tarifkompromiss einigen.

Die Tarifpartner legten für die kommenden 18 Monate einen neuen Tarifvertrag fest, der zum 1. Mai 2026 in Kraft treten wird. Die erste Erhöhung der Gehälter startet im kommenden Monat, ab dem 1. Januar 2027 wird dann die nächste Stufe wirksam. Im Durchschnitt steigen die Gehälter über den gesamten Tarifzeitraum um etwas mehr als 3 Prozent.

Außerdem werden die TFAs der Tarifgruppen I bis IV mit dem Junigehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 230 Euro brutto erhalten.

Auch die Auszubildenden dürfen sich freuen: ihre Vergütung steigt mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2026/2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 1.000 Euro, im zweiten auf 1.100 Euro und im dritten auf 1.200 Euro. „Mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland und die Evaluierung der GOT haben die Tarifpartner einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der den Tierarztpraxen und -kliniken Planungssicherheit gibt“, zeigt sich TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann des vmf zufrieden.

vmf

EuroTier: DLG-VetCon folgt dem bpt-Jahreskongress

Seit 30 Jahren findet die EuroTier alle zwei Jahre auf dem Messegelände Hannover statt. Der Startschuss für die diesjährige Ausgabe fällt am 10. November. Ab dann werden sich erneut mehr als 100.000 Besucher:innen auf der Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management über Neuigkeiten in der Branche umsehen.
 
Von 2008-2024 hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) seinen Jahreskongress im Zweijahresrhythmus parallel zur EuroTier auf dem Messegelände durchgeführt. Ab diesem Jahr wird der bpt-Kongress allerdings von der Weltleitmesse abgekoppelt und neun Tage später beginnen.

Um den Groß- und Bestandstierärzt:innen im Rahmen der EuroTier jedoch weiterhin eine Plattform für den fachlichen Austausch zu bieten, findet am 12. und 13. November 2026 erstmals die DLG-VetCon – powered by EuroTier statt. Die von der Akademie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) organisierte Fachveranstaltung verbindet Weiterbildung, Networking und Innovationsschau. Eine Foyerausstellung begleitet die DLG-VetCon. 
 


Zielgruppe sind Groß- und Bestandstierärzte für die Tierarten Rind, Schwein und Geflügel, die sich auf eine Vielzahl an Vorträgen mit renommierten Expertinnen und Experten aus Veterinärmedizin und Tierhaltung, Workshops mit praxisnahen Inhalten und Lösungsansätzen, Guided Tours über die EuroTier mit exklusiven Einblicken in technische Innovationen sowie einem Networking-Abend freuen können.

DLG

BTK: GOT schützt Tierhaltende

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anlässlich der bevorstehenden Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) davor gewarnt, die Debatte um vermeintlich „zu hohe Tierarztrechnungen“ im Pferdebereich zu verengen bzw. zu verkennen.

Wer die GOT substanziell schwächen oder gar abschaffen will, verkennt ihre zentrale Funktion: Die GOT schützt v. a. Tierhaltende. Sie schafft Transparenz, setzt verbindliche Ober- und Untergrenzen und trägt dazu bei, eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in Stadt und Land zu sichern. Eine Abschaffung würde daher nicht zu mehr Fairness führen, sondern zu weniger Verlässlichkeit und weniger Schutz.

In vielen europäischen Nachbarländern wird angesichts stark steigender Tierarztkosten, insbesondere im Notdienst, mit großem Interesse auf die Vorteile einer Gebührenordnung mit festgelegter Obergrenze geblickt. Zugleich sorgt die GOT dafür, dass tierärztliche Leistungen wirtschaftlich erbracht werden können. Die Novellierung im Jahr 2022 war nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne grundlegende Anpassung überfällig. Grundlage war eine wissenschaftliche Bewertung der tierärztlichen Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (heute Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat). Sie zeigte, dass die bis dahin geltenden Gebühren nicht ausreichten, um tierärztliche Leistungen kostendeckend abzubilden. Selbst die damalige Anpassung fiel noch maßvoll aus; steigende Kosten etwa für Personal, Verwaltung und Dokumentation, Energie, Versicherungen, medizinische Geräte und Entsorgung waren dabei noch nicht vollständig berücksichtigt, heißt es von Seiten der BTK.

„Die GOT ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden, sondern ein Schutzmechanismus für Qualität, Transparenz und Versorgungssicherheit“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Wer die Gebührenordnung abschaffen will, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was Tierhaltende brauchen: unübersichtliche Preise, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Praxen, eine schlechtere Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig sogar höhere Kosten für die Tierhaltenden selbst.“

Eine angemessene Vergütung sei die Voraussetzung dafür, dass Tierarztpraxen qualifiziertes Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das diene auch unmittelbar dem Tierwohl. Denn bereits heute sei es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden. Gerade im Notdienst zeige sich, wie wichtig ein belastbarer Gebührenrahmen ist.

Die BTK spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln, nicht aber ihren Kern infrage zu stellen. Dazu gehört auch eine regelmäßige, idealerweise jährliche Anpassung der Gebührenhöhe. Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen: Kosten werden dadurch berechenbarer. Tierhaltende brauchen keine Abschaffung der GOT, sondern eine nachvollziehbare, qualitativ hochwertige und auch künftig flächendeckende tierärztliche Versorgung.

Die Pferdebranche mahnt hingegen an, dass sich viele eine Pferdehaltung in Deutschland aufgrund der stark gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten können und der Pferdesport im Niedergang begriffen ist. Gleichwohl hätten die hohen Tierarztkosten, die in der GOT begründet seien, zur Folge, dass Tiere nicht mehr behandelt und aus wirtschaftlichen Gründen bei zu hohen Behandlungskosten euthanasiert würden. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Pferdesportverbände die Politik auf zu handeln. Der Evaluierungsprozess der GOT solle erweitert und die GOT bis dahin ausgesetzt werden.

BTK

Pferdesportverbände fordern umgehende Aufhebung der GOT

Angesichts der weiterhin hohen Belastungen der Pferdehalter durch die stark gestiegenen Tierarztkosten seit des Inkrafttretens der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Jahr 2022 werden die Rufe nach umgehenden Entlastung der Pferdehalter:innen lauter und der Ton gegenüber den Tierärzt:innen rauer.

Vor dem Hintergrund der laufenden Evaluierung der GOT haben Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer einen gemeinsamen Brief übermittelt, der einen sofortigen Handlungsbedarf betont. Darin wird auf die wachsende finanzielle Überforderung vieler Halter:innen hingewiesen, die sich bereits in rückläufigen Zahlen in Zucht und Sport niederschlägt.

Entsprechend greife die derzeitige Evaluierung der GOT in den Augen der Verbände zu kurz: sie untersucht die Folgen für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht und sie beantwortet nicht die zentrale Frage, wie eine wirtschaftlich tragfähige tierärztliche Versorgung für alle Beteiligten langfristig gesichert werden kann. Außerdem führe der steigende Anteil von Praxen in Fremdbesitz dazu, dass ein großer Teil der finanziellen Last nicht der veterinärmedizinischen Versorgung, sondern Kapitalgesellschaften zugutekommt. Die Folgen dieser Entwicklung würden in der laufenden Evaluierung ebenfalls bislang nicht untersucht werden.

Die drei Verbände fordern deshalb eine Erweiterung des Evaluationsauftrags, auch um die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Pferdehaltung zu sichern und negative Folgen für Tiergesundheit, Zucht und den gesamten Pferdesektor abzuwenden.

Bis dahin sollte die GOT umgehend aufgehoben werden: „Wir fordern die umgehende Aufhebung der Verbindlichkeit der Gebührenordnung, um eine sofortige Entlastung der Verbraucher zu erreichen. Unserer Auffassung nach sollte die Vergütung tierärztlicher Leistungen Abstimmungssache zwischen Pferdehalter und Tierarzt sein.“  

FN

Neue Tierseuchenmeldeverordnung bringt Änderungen für Tierärzt:innen

Die neue Tierseuchenmeldeverordnung (TierSeuchMeldV), der der Bundesrat am 30. Januar 2026 zugestimmt hat, bringt für Tierärzt:innen vor allem Änderungen bei der Meldung von Tierseuchen mit sich. Ziel der Verordnung ist es, das deutsche Tierseuchenmelderecht an das EU-Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law, Verordnung (EU) 2016/429) anzupassen und die bislang verstreuten nationalen Regelungen in einem einheitlichen Regelwerk zusammenzuführen.

In der TierSeuchMeldV sollen die bisherigen getrennten Kategorien „anzeigepflichtige Tierseuchen“ und „meldepflichtige Tierkrankheiten“ künftig zusammengeführt werden. Stattdessen spricht die Verordnung einheitlich von „meldepflichtigen Seuchen“, wodurch das Meldesystem vereinfacht und stärker an die EU-Systematik angepasst wird. Gleichzeitig werden die Listen der meldepflichtigen Krankheiten aktualisiert und teilweise erweitert, sodass neben den EU-gelisteten Seuchen auch bestimmte national relevante Krankheiten meldepflichtig bleiben können.

Für Tierärzt:innen bedeutet dies, dass eine Meldung in den meisten Fällen nicht nur bei bestätigtem Nachweis, sondern bereits bei begründete Verdachtsmomenten erfolgen muss. Außerdem wird präzisiert, wer zur Meldung verpflichtet ist: Neben Tierärzt:innen gehören dazu unter anderem Tierhaltende, Laboratorien, Forschungseinrichtungen sowie weitere Personen, die mit Tierbeständen oder Proben zu tun haben. Die Meldung hat unverzüglich an die zuständige Behörde zu erfolgen. Durch die neue Tierseuchenmeldeverordnung sollen Seuchenausbrüche früher erkannt, schneller gemeldet und effektiver eingedämmt werden können.

Um einen reibungslosen Ablauf innerhalb der Praxis zu gewährleisten, empfiehlt es sich, klare Regularien und interne Standardarbeitsanweisungen (SOP) aufzustellen. Ebenso sollte die Dokumentation von Verdachtsfällen und gemeldeten Fällen festgelegt und das Personal geschult werden. Dazu gehört auch das Update der Seuchenliste über die Krankheiten, die nach der Verkündung der TierSeuchMeldV fortan zu melden sind.

GOT-Evaluierung sorgt für heftige Diskussionen

Im November 2022 ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) angepasst worden. Die bis dahin gültige Fassung aus dem Jahr 1999 war in den vergangenen 23 Jahren lediglich einmal minimal geändert worden. Neben den gestiegenen Kosten für das Personal ist unter anderem auch die starke Weiterentwicklung mit samt der technischen Ausstattung in die Novellierung eingeflossen. Die Behandlungskosten sind dadurch um durchschnittlich 20–30 Prozent angestiegen.

Im Oktober 2025 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) die Evaluation der GOT-Novelle beschlossen. Dafür wird der strukturelle und finanzielle Reformbedarf geprüft. Diese anstehende Evaluierung war auch Thema einer berufspolitischen Podiumsdiskussion unter Leitung des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), an der rund 150 Tierärztinnen und Tierärzte in der Stadthalle in Bielefeld teilnahmen.

Nach den Statements der Podiums-Sprecher Dr. Siegfried Moder (bpt-Präsident), Dr. Bodo Kröll (Mitglied im GOT-Ausschuss der BTK) und Nicolas Heinrich (Geschäftsführer der mit Evaluierung beauftragten AFC Public Services GmbH) brachten sich zahlreiche Tierärzt:innen in die anschließende Diskussion ein, besonders in Hinblick auf einen möglichen Wegfall der GOT, den bpt-Präsident Moder ansprach, und den beim BMLEH eingegangen kritischen Eingaben von Bürger:innen. Mit der Teilnahme an einer Online-Umfrage, die im 2. Quartal diesen Jahres erfolgen soll, habe die Tierärzteschaft die Chance, aktiv Einfluss auf die Entwicklung der GOT zu nehmen, so Moder.

In der Diskussion wurde das „Unternehmen Tierarztpraxis“ in den Fokus gesetzt, das, ähnlich einem handwerklichen Betrieb, ein entsprechendes Preisniveau einfordern müsse, um wirtschaftlich zu sein. Einstimmiger Konsens war zudem, dass eine Absenkung der aktuell in der GOT festgeschriebenen Gebührensätze nicht in Frage komme. Das hätte einerseits katastrophale Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen angestellter Tierärzt:innen sowie TFA. Andererseits würde der Schritt in eine mögliche Selbstständigkeit dadurch noch unattraktiver für junge Tierärzt:innen. Einigkeit bestand auch bei den Teilnehmenden, dass statt einer umfassenden Anpassung alle 20 Jahre eine regelmäßige Anpassung der Leistungshonorare für die Tierhaltenden deutlich besser nachzuvollziehen wäre.

Abschließend appellierte der bpt an alle Tierärzt:innen, unbedingt an der Online-Befragung teilzunehmen. Das sind gut investierte 30 Minuten, so Moder zum Abschluss der rund einstündigen Diskussionsrunde. Eine große Beteiligung könne auch zeigen, wie wichtig der Tierärzteschaft der Erhalt der GOT ist.

bpt

Österreichische Tierärztekammer verlässt Tiergesundheit Österreich

Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) ist aus der Initiative Tiergesundheit Österreich (TGÖ) ausgetreten.

Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer sagte dazu: „Für Beobachter kommt unser TGÖ-Austritt nicht überraschend: Die wohlüberlegte Entscheidung hat zum Ziel, die Rolle der Tierärztinnen und Tierärzte als unabhängige medizinische Instanz zu stärken und auf strukturelle Herausforderungen innerhalb der TGÖ aufmerksam zu machen.“
War die TGÖ ursprünglich als breit getragenes Kooperationsmodell gedacht, entwickelte sie sich jedoch zunehmend zu einem Konstrukt mit divergierenden Interessen und unklaren Verantwortlichkeiten. Zu lange seien strukturelle Schwächen, Kompetenzkonflikte und mangelnde Transparenz hingenommen worden. Insbesondere das „freiwillig“ verpflichtende Programm „Erweitertes Tiergesundheitsmonitoring“ (ETGM) offenbarte schon beim Start grundlegende Probleme: fehlende Akzeptanz, offene Datenschutzfragen und ein fraglicher Mehrwert für Betriebe und Tierärzteschaft führten zu intensiven Diskussionen. Außerdem dürfe der tierärztliche Tätigkeitsvorbehalt nicht schleichend ausgehöhlt werden, so Frühwirth weiter.
Der Austritt sei mehr als ein formaler Schritt – er sei ein Weckruf. Österreich verliere zunehmend Großtierärztinnen und -tierärzte, Nachbesetzungen bleiben aus. Ohne wirtschaftlich tragfähige Praxisstrukturen gerät nicht nur der Berufsstand unter Druck, sondern auch die Versorgungssicherheit ganzer Regionen.
„Das Veterinärwesen ist systemrelevant – gesundheitspolitisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch, daher fordern wir eine nationale Strategie für die tierärztliche Versorgung, ein klares politisches Bekenntnis und tragfähige Strukturen. Wer die Landtierärztinnen und Landtierärzte verliert, gefährdet langfristig auch die Landwirtschaft und damit die Lebensmittelsicherheit des Landes“, sagt Frühwirth abschließend.

ÖTK

Schadnagerbekämpfung und Lebensmittelhygiene gehören zusammen

Die EU strebt an, künftig den bisherigen Einsatz von sogenanntem Rattengift zu verbieten. Demnach sollen Rodentiziden mit Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) künftig nur noch nach zuvor festgestelltem Befall eingesetzt werden dürfen und sachkundigen Personen vorbehalten sein. Eine sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung ist dann nicht mehr zulässig.

Bei der Risikobewertung der Schadnagerbekämpfung darf die gesetzlich geforderte Lebensmittelhygiene aber keinesfalls unberücksichtigt bleiben, denn eine fachgerechte Schädlingsbekämpfung ist für die Lebensmittelsicherheit unverzichtbar. „Die Sicherheit der gesamten Lebensmittelkette – vom Futtermittel über die landwirtschaftliche Erzeugung bis hin zum verarbeitenden Betrieb – liegt in weiten Teilen in der Verantwortung der Tierärzteschaft“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK) Ltd. VD Dr. Holger Vogel. Sie ist immer Teil eines Gesamtkonzepts aus Biosicherheit, Lebensmittelhygiene, Tierseuchenprävention, Arbeits- und Umweltschutz.

Schadnager wie Ratten und Mäuse sind nicht nur Verursacher erheblicher wirtschaftlicher Schäden, sondern auch Überträger von Krankheitserregern mit Zoonosepotenzial, etwa Hantaviren. Darüber hinaus können sie Lebensmittel und Futtermittel nachteilig beeinflussen und kontaminieren. Gerade in großen Zentrallagern zeigt sich die Problematik deutlich – immer wieder werden Schadnager über Zulieferungen eingeschleppt. Sie vermehren sich in Paletten mit Lebensmitteln und breiten sich von dort in weitere Betriebe aus.

Die Tierärzteschaft überwacht die Einhaltung der Hygienevorgaben entlang der gesamten Lebensmittelkette. Dazu gehört ausdrücklich auch der Schutz von Futtermitteln vor Schädlingsbefall. „Ohne konsequente Überwachung und Bekämpfung kann sich ein Befall rasch ausweiten – mit erheblichen Folgen für Hygiene, Biosicherheit und Verbraucherschutz“, erklärt Dr. Vogel.

In den Augen der BTK bringt die Abschaffung der Dauerbeköderung praktische Probleme mit sich. Die zunächst geforderte Feststellung eines Befalls kann die Bekämpfung verzögern und dazu führen, dass sich Populationen bereits stark vermehrt haben, bevor wirksam eingegriffen wird. Als Alternativen kommen v. a. Schlagfallen zur Befallsermittlung zum Einsatz. Aus tierschutzfachlicher Sicht gelten sachgerecht eingesetzte Schlagfallen derzeit als geeignetste Methode. Lebendfallen wiederum erfordern eine tierschutzgerechte Tötung der gefangenen Tiere. Diese Verfahren sind technisch aufwendig und störanfällig. Unabhängig von der gewählten Methode gilt: Auch die Entsorgung getöteter Nagetiere muss sichergestellt werden, damit die Hygiene gewährleistet ist.

BTK

Auf ganzjährigen Zeckenschutz achten

Anlässlich der steigenden Temperaturen weist der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf die von Zeckenstichen ausgehenden Gefahren für Tiere, insbesondere für Hunde hin. Denn aufgrund des milderen Klimas machen Zecken längst keine Winterpause mehr, sondern sind praktisch das gesamte Jahr über ab etwa +7 °C – manche Arten sogar bei Frost – aktiv. Deshalb gilt heute mehr denn je: Konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und tägliches Absuchen der Tiere gehören zur festen Routine. Wer hier frühzeitig handelt, schützt seinen Hund nicht nur vor lästigen Stichen, sondern reduziert auch das Risiko schwerer, teils lebensbedrohlicher Erkrankungen wie der Babesiose und der Borreliose. Besonders die kältetolerante Auwald- oder Wiesenzecke breitet sich seit Jahren stark aus und ist inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) ausgelöste Erkrankung.

Umso wichtiger ist ein wirksamer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fernhält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtötet, bevor die Erreger übertragen werden. Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung – etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Die meisten Mittel schützen zusätzlich auch vor Flöhen, was besonders für aktive Tiere ein Plus ist, einige enthalten auch gleichzeitig Wirkstoffe zur Entwurmung.

Darüber hinaus rät der BfT, den Hund nach jeden Spaziergang auf Zecken zu kontrollieren. Besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen sollte auf die Spinnentiere, die als Nymphen kleiner als Stecknadelköpfe sein können, geachtet werden. Entdeckt man eine Zecke, sollte diese schnell und korrekt entfernt werden, wobei sie möglichst nicht gequetscht oder gedreht werden sollte. Anschließend sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.

Da Zecken die Erreger nicht nur auf Hund und Katze übertragen können, sollte man sich auch selber nach einem Spaziergang im Wald oder einem Aufenthalt in Garten oder Park auf Zecken absuchen. Für den Menschen kann das vom Gemeinen Holzbock übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) lebensgefährlich werden. Außerdem infiziert sich der Mensch häufig über Zecken mit Borrelien, die sehr unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen können. Während gegen die FSME eine Impfung existiert, kann einer Borreliose nur durch einen aktiven Zeckenschutz entgegengewirkt werden.

BfT

Positive Trends in der tierärztlichen Lohnstruktur

Der TVD Gehaltsreport 2026 gibt einen aktuellen Überblick über die Arbeitsrealität angestellter Tierärzt:innen in Deutschland. Rund 2.300 Teilnehmende haben an der Umfrage mitgewirkt und fundierte Einblicke in Gehälter, Arbeitszeiten, Motivation und Zukunftsperspektiven gegeben.

Wie die Befragung ergeben hat, liegt das mittleres Bruttomonatsgehalt bei 40 h/Woche bei 4.650 Euro. Mehr als die Hälfte der angestellten Tierärzte leistet regelmäßig Überstunden, insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste werden als körperlich und mental fordernd erlebt.

Der TVD-Gehaltsreport 2026 zeigt zwar eine kontinuierliche, aber moderate Steigerung der Einkommen auf, es bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede je nach Tätigkeitsfeld, Zusatzqualifikation, Region und Geschlecht.

Für angestellte Kolleg:innen in Vollzeit (40 h/Woche) liegt das Median-Bruttogehalt aktuell bei ca. 4 650 € pro Monat. Das entspricht einem Plus von 8,5 % im Vergleich zu 2024. Besonders Berufseinsteiger profitieren von höheren Einstiegsgehältern (rd. 3 700 €), auch wenn der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr eher moderat ausfällt.

Zusatzqualifikationen zahlen sich aus: Tierärzt:innen mit Promotion, Fachtierarzttitel oder Diplomate-Status verdienen deutlich mehr als der Durchschnitt. Trotz positiver Trends bleibt die Lohnzufriedenheit kritisch: Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich eine bessere Bezahlung, und viele geben an, für ihren Lebensstandard ein höheres Netto zu benötigen. Darüber hinaus bestehen weiterhin ein signifikanter Gender-Pay-Gap zugunsten männlicher Kolleg:innen sowie regionale Unterschiede zwischen Bundesländern.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vergütung von Überstunden und Notdiensten: Etwa 72 % arbeiten regelmäßig über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus, doch nur ein kleiner Teil erhält dafür eine finanzielle Vergütung – bei vielen erfolgt lediglich ein Freizeitausgleich oder gar keine Kompensation. Dies zählt zu den Hauptgründen beruflicher Unzufriedenheit. Zudem werden insbesondere Not- und Bereitschaftsdienste als körperlich und mental fordernd erlebt.

Neben dem reinen Gehalt sind aber auch das Arbeitsklima, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die Wertschätzung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Attraktivität des Berufs und die Arbeitszufriedenheit.

Dennoch können sich nur 32% der befragten Angestellten überhaupt vorstellen, sich selbstständig zu machen, obwohl dadurch jeder seine Arbeitsbedingungen nach dem eigenen Gusto gestalten kann. Eine viel zu wenig beachtete Chance?

Dieser Frage geht der Dessauer Zukunftskreis auf seiner Tagung Ende April 2026 nach.

FVE-Umfrage zur Situation von Tierärzt:innen – jetzt teilnehmen

Bereits zum 4. Mal erhebt die Federation of Veterinarians in Europe (FVE) wichtige Kennzahlen zum Berufsstand in ganz Europa. Der 4. FVE VetSurvey, in dem neben demografischen Daten zum ersten Mal europaweit auch Herausforderungen in der Gleichstellung, Inklusivität, Stresslevels, Depressionen, Burn-out, Erschöpfung oder Compassion Fatigue, verbale, schriftliche oder körperliche Belästigungen oder Mobbing erfasst werden, richtet sich an Tierärzt:innen aus allen Bereichen der Veterinärmedizin, der Fokus liegt aber auf den Erfahrungen der Kolleg:innen in der kurativen Praxis.

Die Teilnehmenden helfen mit, wichtige vergleichende Kennzahlen zum Berufsstand in Europa zu liefern, die dann durch die FVE auf EU-Ebene in die zuständigen Gremien eingebracht werden können. Das Ausfüllen ist in vielen Sprachen einschließlich Deutsch bis zum 16. März 2026 möglich.

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Mehr Schutz vor Übergriffen in Tierarztpraxen

Die Bundestierärztekammer (BTK) begrüßt in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Stärkung des strafrechtlichen Schutzes des Gemeinwesens – ausdrücklich, dass durch die geplante Streichung des § 115 Absatz 3 und die Änderung des § 116 StGB der besondere strafrechtliche Schutz künftig auch auf Tierärzt:innen sowie Angehörige eines Heilberufs, deren berufsmäßig tätige Gehilfen und Personen in der Ausbildung, ausgeweitet werden soll. Der Gesetzentwurf rückt die besondere Schutzwürdigkeit von Personen in den Fokus, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.

„Wir haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die zunehmende Bedrohung insbesondere des medizinischen Fachpersonals im Notdienst ernst genommen wird und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Anstrengungen unternimmt, diese vulnerable Gruppe besser zu schützen“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Angriffe auf Personen, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen, sind nicht hinnehmbar und müssen konsequent strafrechtlich verfolgt werden“, macht der BTK-Präsident deutlich.

Gerade Tierärzt:innen sowie Tiermedizinische Fachangestellte sind insbesondere im Notdienst einem erhöhten Risiko von Übergriffen ausgesetzt. Eine von der BTK bereits im Jahr 2020 durchgeführte Umfrage zeigte teilweise erschreckende Ergebnisse hinsichtlich Bedrohungen und Gewalt in tierärztlichen Praxen. Hinzu kommt, dass Tierarztpraxen Hausapotheken mit Arzneimitteln vorhalten und damit auch Ziel von Beschaffungskriminalität werden können.

Auch Amtstierärzt:innen sind im Rahmen ihrer hoheitlichen Tätigkeit – etwa bei Kontrollen – immer wieder verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. „Der besondere strafrechtliche Schutz dieser Berufsgruppe ist daher dringend erforderlich und längst überfällig“, sagt Dr. Vogel.

„Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Tierärzt:innen und ihre bedeutende tägliche Arbeit für Tiergesundheit, Tierschutz und Verbraucherschutz machen einen besonderen Schutz zwingend notwendig“, sagt Vogel. Die geplante Gesetzesänderung entspreche einer langjährigen Forderung der BTK.

BTK

4. VetSurvey-Umfrage der FVE

Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.

Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern. Das nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene, sodass Länder ihre Situation mit anderen vergleichen können und die FVE und ihre Mitglieder Maßnahmen für einen widerstandsfähigen, zukunftssicheren Berufsstand priorisieren können.

Für die nun vierte Umfrage bittet der Dachverband um die umfassende Unterstützung seitens der Tierärzteschaft, damit robuste und statistisch aussagekräftige Ergebnisse gewährleistet werden können. Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten. Je mehr Tierärzt:innen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Daten sein, um mit politischen Entscheidungsträgern, Institutionen und Interessengruppen in Kontakt zu treten.

Bitte helfen Sie mit, indem Sie die Umfrage so weit wie möglich verbreiten.

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Blitzumfrage zur Evaluierung der GOT

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) bittet angestellte und selbstständige arbeitende Tierärzt:innen um rege Teilnahme an einer kurzen Umfrage zur wirtschaftlichen Situation. Die Antworten helfen der rund 7.450 Mitglieder starken Interessenvertretung, die aktuelle Lage der tierärztlichen Praxen und Kliniken realistisch einzuschätzen und gut gerüstet in die Evaluierung der GOT 2022 im Jahr 2026 zu gehen.

Erste Ergebnisse sollen auf dem bpt-Jahreskongress vorgestellt werden, der vom 27.-29.11.2025 in Wiesbaden stattfinden wird.

Die anonyme Umfrage besteht aus neun Fragen. Auch wenn Teilnehmende für diese Umfrage einen Zugangscode benutzt haben, können sie sicher sein, dass der Zugangsschlüssel nicht zusammen mit den Daten abgespeichert wurde, erklärt der bpt ausdrücklich.

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Tiergesundheit hat direkten Einfluss auf unsere Gesundheit

Am 3. November wird jedes Jahr der internationale One Health Day gefeiert. Diesen besonderen Tag hat die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) zum Anlass genommen, auf drohende Folgen der Ausweitung des bestehenden Tierärztemangels hinzuweisen.

„Die Lage ist angespannt: Wir haben mehrere sich ausbreitende Tierseuchen. Jede Verzögerung bei der Prävention und Bekämpfung kann enorme wirtschaftliche Schäden verursachen und die Tiergesundheit massiv gefährden. Die Tiergesundheit hat direkten Einfluss auf die Gesundheit der Menschen“, erklärt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer.

Frühwirth betonte erneut, dass die Tierärzteschaft eine wichtige tragende Säule des One Health Konzeptes sei. Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt seien untrennbar miteinander verbunden. Aus diesem Grund sei es von großer Bedeutung, sowohl für die Menschen als auch die Tiere, dass eine tierärztliche Versorgung flächendeckend gewährleistet werden kann. „Tierärztinnen und Tierärzte bilden die zentrale Schnittstelle zum Schutz beider Bereiche. In strukturschwachen Regionen muss die tierärztliche Praxis wieder wirtschaftlich attraktiver werden – auch, um die noch aktiven, engagierten Tierärztinnen und Tierärzte im Beruf zu halten“, so der ÖTK-Präsident.

Zusätzlich zu der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen aber auch bessere finanzielle Anreize geschaffen werden. Hier sieht die Tierärztekammer einen besonderen strukturellen Handlungsbedarf. „Nur mit mehr Fachkräften können wir die Arbeitsbelastung reduzieren und die Versorgung langfristig sichern“, sagt Frühwirth abschließend.

ÖTK

DVG-Vet-Congress 2025 in den Startlöchern

Am morgigen Mittwoch (05.11.2025) öffnen sich die Türen des Estrel Congress Centers in Berlin-Neukölln für Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tiermedizinische Fachangestellte und Studierende der Veterinärmedizin. Veranstalter ist die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG). Sie ist mit 6.000 Mitgliedern und 41 Fachgruppen eine der größten tiermedizinischen Dachorganisationen in Deutschland.

Die Besucher:innen erwarten zahlreiche Seminare und weitere parallel stattfindende Veranstaltungen in den Bereichen Kleintier-, Pferde-, Nutztier- sowie Infektionsmedizin. Der Veranstalter lädt die Teilnehmenden auch ein, den Blick zu weiten und über das eigene Fachgebiet hinaus Vorträge zu besuchen. 

Offiziell eröffnet wird der DVG-Vet-Congress 2025 am 6. November um 18 Uhr durch den Gastvortrag von Prof. Dr. Jürgen Schäfer (Marburg), Internist, Endokrinologe, Kardiologe, Intensivmediziner und Autor – bekannt geworden als „deutscher Dr. House“. Zum bereits 71. Mal wird die Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) unter dem Dach des DVG-Vet-Congresses ihren Jahreskongress durchführen. Das diesjährige Leitmotto lautet „Zurück in die Zukunft“. Das Programm wurde in diesem Jahr von einem jungen Team aus fünf Nachwuchswissenschaftler:innen erstellt.

Die Besucher:innen dürfen sich zudem auf die Industrieausstellung „VET-Messe“ am 7. und 8. November freuen. Die rund 140 Ausstellenden werden auf mehr als 2.000 Quadratmetern neue Produkte, Dienstleistungen und innovatives Equipment für die tierärztliche Praxis präsentieren und stehen gern für Gespräche zur Verfügung. 

Zum kompletten Programm gelangen Sie hier.

DVG

Ein Jahrzehnt Ethik-Kodex für Tierärzt:innen

Genau zehn Jahre ist es her, dass der 27. Deutsche Tierärztetag in Bamberg mit großer Mehrheit den von einer verbandsübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeiteten Ethik-Kodex, einen kompakten ethischen Leitfaden für Tierärzt:innen, verabschiedet hat. Der Ethik-Kodex dient den Veterinärmediziner:innen seitdem als Orientierung. Dem Beschluss waren mehrere öffentliche Kommentierungsrunden vorausgegangen. Die Bundestierärztekammer (BTK) würdigt dieses Bestehen als Ausdruck der besonderen Verantwortung, die Tierärzt:innen gegenüber Tier, Mensch und Gesellschaft tragen.

„Der Ethik-Kodex ist mehr als ein Text: Er ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich die Tierärzteschaft selbst verpflichtet, verantwortungsvoll zu handeln. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen im Mensch-Tier-Verhältnis gibt der Kodex eine Richtung vor und stärkt die Glaubwürdigkeit unseres Berufsstands. Er war von Anfang an als eine ethische Leitlinie gedacht, die von innen heraus gilt und nicht von außen auferlegt wird“, erklärt BTK-Präsident Dr. Holger Vogel.

„Der Ethik-Kodex ist kein Selbstzweck, sondern eine Einladung, das eigene Handeln an gemeinsamen Regeln zu messen – liest man ihn und nutzt ihn, gewinnt er an Kraft“, ergänzt Prof. Dr. Peter Kunzmann von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo).

Anlässlich des Jubiläums veröffentlicht die BTK auf ihrem Instagram-Account eine kurzen Videoreihe, in der Fachleute kompakt Fragen beantworten, wie: Warum ist der Kodex wichtig, inwieweit geht seine Selbstverpflichtung über reine Freiwilligkeit hinaus, stellt er eine notwendige Ergänzung zur Berufsordnung dar und ist ein Vergleich mit dem Hippokratischen Eid zulässig?

Der Ethik-Kodex steht auf der Website der BTK zum Download zur Verfügung.

BTK

Deutschlands Tierärzte fordern an verschiedenen Stellen mehr Tierschutz

Tierschutz im tierärztlichen Alltag lautete das Leitthema des 30. Deutschen Tierärztetages, der am 9. und 10. Oktober 2025 in Dortmund stattfand. Teilgenommen haben mehr als 300 Tierärzt:innen, die in vier Arbeitskreisen das Thema diskutierten und Forderungen an die Politik, die Tierärzteschaft und die Gesellschaft erarbeiteten. Über die erarbeiteten Forderungen stimmten die Delegierten der beteiligten Organisationen anschließend ab – darunter die 17 Landes-/Tierärztekammern sowie BTK-Beobachter und weitere Organisationen.

Bei der Pressekonferenz wurde von allen Arbeitskreises übereinstimmend gefordert, dass für jedwede Tierhaltung ein zertifizierter Sachkundenachweis zu erbringen sein sollte. Damit würde eine artgerechte Haltung und Pflege der Tiere sichergestellt sowie das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber dem Tier gestärkt werden.

Weiterhin forderte der Arbeitskreis Tierschutz im Pferdesport verbindlichere Anforderungen, stärkere tierärztliche Kontrollen und klare Verantwortlichkeiten, um das Tierwohl im Pferdesport nachhaltig zu verbessern. So soll die tierärztliche Rolle bei Veranstaltungen u. a. gestärkt werden, indem Verbände und Veranstalter die ständige Anwesenheit qualifizierter Tierärzt:innen sicherstellen.

Der Arbeitskreis Tierschutz in der Kleintierpraxis möchte strukturelle Defizite beheben, um die Handlungsfähigkeit von Tierärzt:innen zu sichern und das Tierwohl zu stärken. Hierzu tragen u. a. die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes für den Veterinärbereich sowie deutlich erweiterte Betreuungsangebote (Kinder, Pflege) oder eine flächendeckende Einführung eines amtstierärztlichen Notdienstes bei. Außerdem wird eine klare rechtliche Definition und Priorisierung von Defektzuchtmerkmalen (Qualzucht) gefordert und ein Verbot ihrer Darstellung in Werbung/Medien/Spielzeug/Mode sowie die Regulierung des Online-Tierhandels.

Der Arbeitskreis Tierschutz im Amt fordert Maßnahmen zur Stärkung der amtlichen Tierschutzarbeit. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen, gezielte Fortbildung sowie rechtliche und administrative Reformen. Zur Stärkung des amtlichen Tierschutzvollzugs sollen Mitarbeitende in der Tierschutzüberwachung aktiv vor belastenden Arbeitsbedingungen geschützt werden – etwa durch Coachings, Supervisionen und Kurse zur Gewaltprävention. Für einen vollziehbaren Tierschutz auf Basis veterinärmedizinischen Sachverstands ist das Tierschutzgesetz zu novellieren und die zugehörigen Verwaltungsvorschriften zu aktualisieren. Außerdem wird ein Grundsatzverbot von Langstreckentiertransporten über 8 Stunden in Drittländer außerhalb Europas gefordert.

Die Forderungen des Arbeitskreises Tierschutz in der Nutztierhaltung sind eine praxisnahe, tierwohlorientierte Nutztiermedizin und bessere Unterstützung der Tierhaltenden und Tierärzt:innen. Für mehr Therapieflexibilität bei „minor species“ sollen u. a. bürokratische Hürden für die Zulassung und Umwidmung von Medikamenten im Therapienotstand gesenkt und eine Möglichkeit geschaffen werden, etablierte Wirkstoffe tiergerecht einzusetzen. Außerdem sollen Forschungsgelder für „minor species“ bereitgestellt und einheitliche Zuchtprogramme mit Fokus auf Gesundheitsmerkmale gefördert werden.

Mehr Informationen und Bilder von der Veranstaltung finden sich auf der Webseite der BTK.

Holger Volk erhält Global Scientific Achievement Award der WSAVA

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) zeichnet den Leiter der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover, Prof. Dr. Holger Volk, mit dem Global Scientific Achievement Award aus.

Mit dem Preis würdigt der Weltverband für Kleintiermedizin Tierärztinnen und Tierärzte, die mit ihrer Arbeit herausragende Beiträge für die Kleintiermedizin leisten und damit den tierärztlichen Berufsstand weltweit prägen. Volk erhält die Ehrung für seine herausragenden Beiträge zur Veterinärneurologie und seine weltweite Führungsrolle bei der Förderung der Gesundheit von Haustieren. Die WSAVA schreibt: „Prof. Volk ist international bekannt für seine Pionierarbeit in der Epilepsieforschung und der Neurologie. Seine bahnbrechenden Studien zur Behandlung von Epilepsie bei Hunden, einschließlich der Entwicklung von Konsensus-Behandlungsrichtlinien und innovativen Diagnoseansätzen, haben das Verständnis und die Behandlung dieser komplexen Erkrankung weltweit verändert. Über die Epilepsie hinaus hat seine Forschung das Wissen über medizinische Spürhunde, neuropathische Schmerzen, Neuropharmakologie und translationale Medizin erweitert und damit eine Brücke zwischen der Veterinär- und der Humanneurologie geschlagen.“

Volk zeigte sich bei der Verleihung tief geehrt. „Diese Auszeichnung spiegelt das Engagement und die Leidenschaft meines Teams und meiner Mitarbeitenden wider, mit der sie fortwährend daran arbeiten die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Ich bin meinen Mentoren, Kollegen und Studierenden, meiner Familie, die mein Anker und meine Inspiration sind, und der TiHo zutiefst dankbar. Ohne sie wäre dies nicht möglich.“

Auch WSAVA-Präsident Dr. Jim Berry lobte Volks Beiträge zur Veterinärneurologie und seine wissenschaftlichen Leistungen als geradezu bahnbrechend. „Seine Forschung hat das Leben unzähliger Tiere auf der ganzen Welt verbessert und eine neue Generation von Wissenschaftlern inspiriert. Es ist uns eine Ehre, ihm den WSAVA International Award for Scientific Achievement zu verleihen.“

Auch Vetion.de gratuliert Holger Volk von Herzen zu dieser Auszeichnung!

Jetzt an BaT-Umfrage zur Arbeitszufriedenheit teilnehmen

Durch die erfolgreiche, gemeinsam durchgeführte Umfrage vom Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) und dem Bund angestellter Tierärzte (BaT) im Jahr 2020 konnte ein genaueres Bild der Arbeitsbedingungen und der Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärztinnen und Tierärzte erlangt werden.

Jetzt, also 5 Jahre später, soll mittels einer Umfrage untersucht werden, wie es aktuell um die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit von Kolleg:innen in Anstellung bestellt ist. 

Die Teilnahme an der Umfrage erfolgt anonym und kann jederzeit ohne Konsequenzen beendet werden. Die Teilnahme dauert etwa knapp 15 Minuten.

Zur Umfrage >>>

Förderer für Deutschlandstipendien gesucht

Der Freundeskreis Tiermedizin Leipzig sucht als aktivster Unterstützer des Deutschlandstipendiums an der Veterinärmedizinischen Fakultät (VMF) der Universität Leipzig noch weitere Fördernde! Das Deutschlandstipendium fördert Studierende mit herausragenden Leistungen, besonderem Engagement oder hohem Förderbedarf mit 300 Euro im Monat – zur Hälfte finanziert von privaten Fördernden, Unternehmen oder Vereinen, zur Hälfte vom Bund. Im aktuellen Studienjahr profitieren 18 Studierende der VMF von einem Deutschlandstipendium.

Bereits mit 1.800 Euro jährlich wird ein Stipendium finanziert. Es ist auch möglich, dass sich beispielsweise zwei Praxen/Kolleg:innen ein Stipendium „teilen“ und entsprechend hälftig finanzieren. Fördernde erhalten eine Urkunde der Universitätsrektorin, werden als Partner genannt und können den vollen Betrag steuerlich absetzen. Zusätzlich werden Einblicke in die Fakultät und direkten Kontakt zu engagierten Nachwuchskräften gewonnen.

Werden Sie jetzt Teil dieses Netzwerks!
Weitere Fragen beantwortet Frau Dr. Friederike Rohland von der Universtät Leipzig.

Mehr Informationen >>>

DVG-Vet-Congress 2025 mit umfangreichem Programm

Vom 5. bis 8. November 2025 findet im Estrel Congress Center in Berlin-Neukölln der 71. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) statt.

Neben Tagungen zahlreicher Fachgruppen können sich die Kongressbesucher:innen auch in diesem Jahr auf eine umfangreiche Anzahl an Fortbildungs- und Networkingmöglichkeiten freuen. Parallel zum Kongressprogramm finden sowohl der 8. Internationale Kongress zur Pferdemedizin und die Tagung der AG Pferdeophthalmologie als auch der Thementag Gastroenterologie der AG Gastroenterologie der DGK-DVG und der Fachgruppe Tierernährung zum Thema: „Darm im Dialog – vom intestinalen Mikrobiom und seinen Achsen“ statt. Zusätzlich lädt die Akademie Deutscher Galopp zum 10. Mal zu einer Veranstaltung über die tierärztliche Betreuung von Rennpferden ein.

Eröffnet wird die Veranstaltung am 5. November 2025 mit einer Festrede des deutschen „Dr. House“ Prof. Dr. Jürgen Schäfer und anschließender „Berliner Sause“ als ungezwungenes Warm up. Begleitet wird der dreitägige DVG-Vet-Congress 2025, der bei den Kleintierveranstaltungen unter dem Motto „Zurück in die Zukunft!“ steht, von der VET-Messe am 7. und 8. November 2025, bei der sich die Fachbesucher:innen über innovative sowie bewährte Produkte und Dienstleistungen der Veterinärbranche informieren können. Die traditionelle Kongressparty im Estrel Festival Center beendet den 2. Kongresstag.

Bis einschließlich 24. September 2025 gilt noch der günstige Frühbuchertarif!

DVG

Heute Abend: Qualzuchtdoku in der ARD

Heute Abend strahlt die ARD um 22:50 Uhr eine Dokumentation zur Qualzucht von Haustieren aus. Unter dem Titel „Leiden auf vier Pfoten“ berichten verschiedene Expert:innen, u.a. auch Prof. Dr. Achim Gruber von der FU Berlin, über das Leiden von Millionen Haustieren in Deutschland, die durch sogenannte Zuchtdefekte verursacht werden. Diese sogenannten Qualzuchten leiden beispielsweise aufgrund des Zuchtziels unter Atemnot, Schmerzen, Bewegungsstörungen, Haarlosigkeit, Taub- und Blindheit. Für das rassetypische Aussehen nehmen Züchter:innen und Tierhaltende die Leiden hin – manche bewusst, andere aus Unkenntnis.

Die ARD Story deckt Verstöße auf Hundeausstellungen auf, zeigt, wie Züchter:innen Profit auf Kosten kranker Tiere machen und vergleicht die Rechtslage mit anderen Ländern. Fachleute fordern: „Schluss mit Schönheit vor Gesundheit.“ Ein Thema, das alle betrifft.

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BTK warnt vor Arzneimittelbestellungen über das Internet

Die Bundestierärztekammer (BTK) warnt eindringlich vor der Bestellung von Tierarzneimitteln aus dem Internet. Immer häufiger gelangen Medikamente über bekannte Onlineplattformen in den Umlauf, deren Herkunft, Lagerung und Zusammensetzung nicht nachvollziehbar sind. Dies kann die Gesundheit von Tieren und die Sicherheit der Anwender gefährden. 

„Die Behandlung eines erkrankten Tieres gehört in die Hände einer Tierärztin oder eines Tierarztes. Nur sie können nach sorgfältiger Untersuchung eine fachgerechte Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten“, betont Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der BTK. Zudem sind viele Krankheiten für Laien nur schwer zu erkennen oder richtig einzuschätzen. Symptome können auf unterschiedliche Grunderkrankungen hinweisen, die jeweils andere Behandlungsansätze erfordern. Eine unpassende Medikation kann daher nicht nur unwirksam sein, sondern die Situation verschlimmern oder chronifizieren. Die Folgen: Heilungsverläufe verzögern sich, Krankheiten werden falsch oder unzureichend behandelt, es drohen Nebenwirkungen durch falsche Wirkstoffe oder Dosierungen. Auch Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können auftreten und problematisch sein.

„Die eigenmächtige Gabe von Medikamenten ohne tierärztliche Beratung kann nicht nur wirkungslos sein, sondern im schlimmsten Fall schwere Nebenwirkungen verursachen oder gar das Leben des Tieres gefährden. Bestimmte Mittel, z. B. Antiparasitika, die für Hunde wirksam sind, können bei Katzen bereits durch den Kontakt mit dem behandelten Hund oder die Nutzung gemeinsamer Liegeflächen schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Darum sollte auch bei Wurm- oder Flohbefall immer die Tierärztin/der Tierarzt des Vertrauens aufgesucht werden“, warnt Dr. Vogel.

Zudem sind viele Tierarzneimittel verschreibungspflichtig. Sie dürfen nicht über Online-Shops und -händler an den Tierhaltenden ohne Rezept abgegeben werden. Dies stellt einen Verstoß gegen tierarzneimittelrechtliche Bestimmungen dar. Darüber hinaus besteht die Gefahr, gefälschte oder falsch dosierte Präparate zu erwerben. Die BTK weist darauf hin, dass nur kontrollierte Abgabestellen für Tierarzneimittel, wie Tierarztpraxen und Apotheken, zuverlässige Sicherheit bieten.

Die Bundestierärztekammer appelliert daher an Tierhaltende, sich bei Fragen zur Tiergesundheit stets an ihre Tierarztpraxis zu wenden. Denn hier erhalten sie kompetente Beratung und sichere Arzneimittel. Tierliebe bedeutet Verantwortung – auch beim Umgang mit Medikamenten.

BTK

Novelle des Tierarzneimittelgesetzes soll Bürokratieabbau voranbringen

Tierärzt:innen, Tierhaltende und landwirtschaftliche Betriebe sollen hinsichtlich der Bürokratie spürbar entlastet werden. Das sieht unter anderem der Gesetzentwurf des Tierarzneimittelgesetzes vor, den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vorgelegt hat und bereits vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

„Wir bauen Bürokratie mit System ab und räumen dort auf, wo Vorschriften zu viel Aufwand bedeuten, ohne dass es einen Mehrwert bringt. Mit diesen Gesetzesänderungen setzen wir europäisches Recht 1:1 um, entlasten Tierärzte, Betriebe und Behörden – und machen damit weiter Tempo beim Bürokratieabbau“, erklärt Bundesminister Alois Rainer.

So sollen im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzepts ab dem 1. Januar 2027 die vorgeschriebenen Mitteilungen auf eine jährliche Meldung reduziert werden. Zudem soll laut Novelle die Erfassung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen, die entgegen der EU-Vorgaben in Deutschland bereits ab dem 1. Januar 2025 vorgesehen war, um vier Jahre auf Anfang 2029 verschoben werden.

Der Gesetzesentwurf sieht allerdings auch vor, dass die verpflichtende Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten auf Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, bestimmte Fischarten, Pferde und Kaninchen zur Lebensmittelgewinnung ausgeweitet werden. Weiterhin sollen neue Regelungen zum Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel durch Tierärzt:innen beschlossen werden. Dieser soll dann im Einzelfall bei Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig sein.

Der Gesetzentwurf geht nun in das parlamentarische Verfahren.

BMLEH

Neue TFA-Tarifverträge nur für Mitglieder einsehbar

Über mehrere Monate haben der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) über neue Tarifverträge für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) verhandelt. Erst in der 3. Verhandlungsrunde ist es zwischen den Tarifpartnern zu einer Einigung zum Gehalts- und Manteltarifvertrag gekommen, die am 1. Juni 2025 in Kraft getreten sind.

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben bpt und vmf am vergangenen Dienstag (29.07.2025) erklärt, dass die Details zu den neu verhandelten Tarifverträgen nur den jeweiligen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Eine Verpflichtung, die Verträge unbeteiligten Dritten offenzulegen, bestehe nicht, so die beiden Parteien. Lediglich die Arbeitgeber:innen seien verpflichtet, die in ihrer Praxis/Klinik anwendbaren Tarifverträge auch im Betrieb bekanntzumachen.  

bpt

Prof. Eberhard Haunhorst ist zum BMLEH gewechselt

Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, langjähriger Präsident des Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), hat zum 15. Juli 2025 die Leitung der Abteilung 3 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Berlin übernommen. Sein Amt als LAVES-Präsident hat er entsprechend niedergelegt. Der hat seine Tätigkeit als Präsident beim beendet, um am heutigen Montag die zu übernehmen.

Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte dankte dem Veterinärmediziner für seine hervorragende Arbeit und das Engagement für den gesundheitsbezogenen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher und die Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen. „bedanke ich mich herzlich bei Professor Haunhorst. „Seine umfassende fachliche Expertise und seine langjährigen Erfahrungen werden einen wertvollen Beitrag für die Aufgaben im BMLEH liefern und zur Stärkung des Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit beitragen. Für seine künftige Aufgabe wünsche ich Professor Haunhorst viel Erfolg und Geschick!“

Haunhorst leitete als erster Präsident seit Februar 2002 das LAVES und entwickelte dieses in mehr als 20 Jahren zu einer bundesweit renommierten Einrichtung der Lebensmittelsicherheit und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Als international anerkannter Experte in Fragen der Lebensmittelsicherheit, des Verbraucherschutzes und öffentlichen Veterinärwesens ist er in zahlreichen Kommissionen und Ausschüssen tätig und koordinierte im Auftrag der Bundesregierung als Projektleiter verschiedene EU-Projekte zum Aufbau der Veterinärverwaltung in Beitritts- und Partnerländern.

LAVES

BTK veröffentlicht neue Tierärztestatistik

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anhand der Meldedaten der Landes-/Tierärztekammern die Tierärztestatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Aus dem Vergleich der Zahlen von 2023 und 2024 geht erneut hervor, was schon der Tierärzte Atlas Deutschland aufgezeigt hat: der tierärztliche Berufsstand befindet sich in einem strukturellen Wandel, der sowohl Herausforderungen als auch positive Entwicklungen mit sich bringt. So ist die Gesamtzahl der tierärztlich Tätigen im Jahr 2024 auf 34.364 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 519 Personen gegenüber 2023. Gleichzeitig ist aber ein weiterer Rückgang bei der Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen zu verzeichnen, nämlich ein Minus von 173, während die Zahl der angestellten Tierärzt:innen deutlich angestiegen ist. Diese Verschiebung unterstreicht den anhaltenden Trend hin zum Angestelltenverhältnis. Die BTK hebt in der Pressemitteilung auch hervor, dass es einen deutlichen Anstieg junger Tierärzt:innen unter 30 Jahren gibt. Diese Entwicklung zeige, dass der Beruf weiterhin attraktiv und der Nachwuchs weiblich sei. Der Frauenanteil insgesamt stieg auf 66 Prozent.

Aus der Statistik geht auch hervor, dass immer mehr Tierärzt:innen im Ausland arbeiten. Der Anteil stieg demnach um 18 Prozent. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, die Arbeitsbedingungen in Deutschland kritisch zu hinterfragen und gezielt zu verbessern, um die Attraktivität des Berufs langfristig zu sichern, so die BTK. Gleichzeitig sei ein deutliches Wachstum im Bereich der Spezialisierung durch Gebiets- und Zusatzbezeichnungen zu beobachten.

Betrachtet man die regionale tierärztliche Versorgung, zeigt sich ein differenziertes Bild: In einigen Bundesländern ist die Zahl tierärztlicher Praxen leicht zurückgegangen – ein Umstand, der die Frage nach der zukünftigen Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung erneut in den Fokus rückt.

Entsprechende Grafiken zu den Aussagen finden Sie auf der Webseite der BTK.

Fazit der BTK

Die Tierärztestatistik 2024 zeigt, dass der Wandel in vollem Gange ist. Mehr angestellte Tierärzt:innen, mehr Spezialisierung, mehr Frauen und mehr internationale Mobilität. Diese Entwicklungen gilt es aktiv zu begleiten, um die tiermedizinische Versorgung in Deutschland auch künftig qualitativ hochwertig und flächendeckend sicherzustellen.

Frühwirth bleibt Präsident der ÖTK

Nach 2013, 2017 und 2021 ist Mag. Kurt Frühwirthauch 2025 wieder zum Präsidenten der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) gewählt worden. Somit tritt Frühwirth seine vierte Amtsperiode an und wird für die nächsten vier Jahre die ÖTK führen.

„Die Wiederwahl ist für mich nicht nur eine große Ehre, sondern auch ein deutliches Zeichen des Vertrauens, wofür ich mich aufrichtig bei unseren Mitgliedern bedanke“, erklärte Frühwirth nach der Wahl am heutigen Freitag (04.07.2025). Er werde sich weiterhin engagiert, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert für den Berufsstand einsetzen, so der wiedergewählte ÖTK-Präsident.

Frühwirth erhielt 65% der gültigen Stimmen in der „Abteilung der Selbständigen“. Seine Liste, die „Aktive Unabhängige Tierärzte – AUT“, erreichte 8 von 11 der zu vergebenden Mandate in der „Abteilung der Selbständigen“. „Es freut mich sehr, dass wir über die Jahre hinweg wachsende Unterstützung unter den selbstständigen Kolleginnen und Kollegen erfahren“, betonte Frühwirth.

Für ihn sei das Ergebnis ein klarer Auftrag, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Seinen Fokus möchte der neue und alte Präsident auf Zukunftsthemen, wie die Nachwuchsförderung und die Sicherstellung der flächendeckenden tierärztlichen Versorgung legen. Zudem sieht Frühwirth die Digitalisierung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Förderung der mentalen Gesundheit im tierärztlichen Beruf als weitere Schwerpunkte seiner Führungsarbeit.

Von großer Bedeutung sei auch das Miteinander innerhalb der Berufsgruppe, so Frühwirth. „Nur durch den Schulterschluss – zwischen jungen und erfahrenen Kolleg*innen, zwischen Selbstständigen und Angestellten, zwischen Kammer, Politik und Behörden, Stakeholdern sowie der Universität – können wir als geeinte Standesvertretung erfolgreich agieren. Ein respektvoller Dialog auf Augenhöhe und eine gemeinsame Ausrichtung sind dabei eine zentrale Voraussetzung.“

ÖTK

Tierärzte Atlas Deutschland – jetzt auch in englischer Sprache erhältlich

Wie haben sich die tierärztlichen Berufsfelder in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, welche Veränderungen gibt es hinsichtlich der demographischen Entwicklung in der tiermedizinischen Praxis und wie viele Veterinär:innen sind nicht tierärztlich tätig? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Tierärzte Atlas Deutschland auf den Grund. Die entsprechenden Antworten werden auf knapp 90 Seiten, aufgeteilt in sechs Kapitel, und anhand von 130 Grafiken dargestellt.

Der Dessauer Zukunftskreis (DZK) hat den Tierärzte Atlas Deutschland erstmals im Jahr 2024 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Verbänden der Tiergesundheitsbranche als Brancheninitiative herausgegeben. Dazu wurden die aktuelle Statistiken zusammengetragen, verfügbare Zahlen analysiert sowie Lücken durch eigene Recherchen gefüllt. So zeigt der Atlas ein Gesamtbild der Tiergesundheitsbranche in unterschiedlichsten Facetten und beleuchtet die tatsächliche Ursachen für Schieflagen.

Der Tierärzte Atlas Deutschland ist kostenlos in einer Online-Version sowie für 10 Euro als Printausgabe erhältlich. Ab sofort steht der Tierärzteatlas auch in englischer Sprache zur Verfügung. Sowohl die deutsche wie auch die englische Ausgabe können im Vetion.de-Shop erworben werden.

Tierärzteatlas Deutschland

Dr. Siegfried Moder bleibt Präsident der FVE

Dr. Siegfried Moder, Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), ist von den Mitgliedsorganisationen der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) in seinem Amt bestätigt worden. Moder wird somit für weitere zwei Jahre die FVE als Präsident leiten. Mit Mette Uldahl, Piotr Kwieciński, Jane Clark und Massenzio Fornasier ist auch das Vizepräsidenten-Team wiedergewählt worden.

„Ich freue mich sehr, dass mir die 41 FVE-Mitgliedsorganisationen einstimmig das Vertrauen geschenkt haben und ich weiterhin meinen Beitrag leisten kann, um die Rahmenbedingungen für unseren tollen Tierarztberuf zu verbessern. Mir liegen Tiergesundheit und Tierschutz sehr am Herzen. Mit einer starken Tierärzteschaft ist das am besten zu erreichen“, erklärt Moder nach seiner Wiederwahl.

Neben der Bekämpfung des Tierärztemangels, insbesondere durch den Abbau unnötiger Bürokratie sowie die Förderung und Beteiligung des beruflichen Nachwuchses, werden auch die Verbesserung der Praxistauglichkeit tierarzneimittelrechtlicher Regelungen und die europaweit einheitliche Verankerung tierärztlicher Tiergesundheitsbesuche weiter zu den dringendsten Anliegen in Moders nächster Amtszeit gehören.

Beim FVE-Treffen in Leuven wurde auch die englische Version des Tierärzte Atlas Deutschland den anwesenden Kollegen/innen aus den 41 Mitgliedsorganisationen aus ganz Europa vorgestellt. Das Projekt des Dessauer Zukunftskreis, das die aktuellen Branchendaten der deutschen Vet-Branche zusammenfasst, wurde u.a. von Hardenberg Consulting und Vetion.de realisiert.

bpt

TPM-Vorstand wiedergewählt

Bereits am 23. Mai 2025 ist der aktuelle Vorstand des Bundesverbandes Tiermedizinisches Praxismanagement (TPM) im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung mit einer eindeutiger Mehrheit im Amt bestätigt worden.

Der neue und alte Vorstand setzt sich zusammen aus der 1. Vorsitzenden Kathrin Siemer, der 2. Vorsitzenden Mara Muthesius, Schriftführerin Lena Alexa Dahmen und Kassenwart Dr. Wolfgang Matzner. Beisitzerin wird Doreen Meyer übernimmt den Beisitz von Ruth Buddenborg, die auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheidet. Buddenborg wird künftig jedoch bei einzelnen Projekten mit ihrer Expertise weiterhin zur Verfügung stehen.

„Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Mitglieder und die Möglichkeit, gemeinsam mit einem erfahrenen und engagierten Team die Entwicklung unseres Berufsbildes weiter voranzubringen“, erklärte Kathrin Siemer nach ihrer Wiederwahl, die das Vertrauen in den eingeschlagenen Kurs des Verbandes stärkt.

In den nächsten Monaten wird sich der Vorstand um die fachliche Weiterentwicklung, die politischen Positionierung des Praxismanagements in der Tiermedizin und die Stärkung der Community innerhalb der Branche kümmern.

Bundesverband TPM

TVT feiert 40 Jahre erfolgreiche Tierschutzarbeit

Bereits am 10. Mai 2025 hat die Tierärztliche Vereinigung Tierschutz (TVT) ihr 40. Jubiläum gefeiert. Im Jahr 1985 war die Vereinigung vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) ins Leben gerufen worden, um den Tierärzt:innen das Thema Tierschutz näherzubringen und daran mehr Interesse zu wecken. Vor 40 Jahren war der Tierschutz in der Tierärzteschaft längst nicht so verankert wie heute. Dass sich das grundlegend geändert hat, ist ein wesentlicher Verdienst der TVT.

„Nicht zuletzt Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass das Verständnis für Tierschutzfragen innerhalb der Tierärzteschaft heute ein ganz anderes ist. Das Scheitern der Novelle des Tierschutzgesetzes in der letzten Legislaturperiode zeigt aber auch ganz deutlich, dass in Richtung Politik und Öffentlichkeit noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist“, betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei den Jubiläums-Feierlichkeiten im Leipziger Zoo.

Damit auch in Zukunft Tiergesundheit und Tierschutz Hand in Hand gehen können, brauche es genügend Tierärztinnen und Tierärzte und möglichst viel von ihrer Arbeitszeit. Der Abbau von Bürokratie sei dafür ein wesentliches Element, so Moder weiter.

Auch in diesem Jahr wird in der zweiten Septemberwoche die schon traditionelle Tagung „Aktuelle Probleme des Tierschutzes“ stattfinden. Sie wird erneut als Hybridveranstaltung (Möglichkeit der Teilnahme vor Ort oder online im Live-Stream) angeboten. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

bpt

TFA-Gehälter steigen zum 1. Juni 2025

Nachdem sich der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) als Tarifpartner in der dritten Runde geeinigt haben, werden zum 1. Juni 2025 die Gehälter der Tiermedizinischen Fachangestellte (TFA) sowie der Auszubildenden steigen.

Mit Beginn des nächsten Monats werden sowohl ein neuer Gehaltstarifvertrag als auch ein neuer Manteltarifvertrag in Kraft treten. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertragesendet am 31. Januar 2026.

Demnach steigen die Tarifgehälter für TFA in der ersten Tätigkeitsgruppe (TG I) einheitlich um 300 Euro brutto, in der TG II um rund 336 Euro und in der TG III um rund 366 Euro. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich im ersten Jahr auf 900, im zweiten auf 1.000 und im dritten Jahr auf 1.100 Euro. Neu hinzu kommt eine Tarifgruppe IV für TFA, die leitungsbezogene Tätigkeiten ausführen.

Auch im Manteltarifvertrag haben sich Änderungen ergeben. Ab dem 1. Juni 2025 sind Überstunden, auch für Teilzeitbeschäftigte, über die regelmäßige vertragliche wöchentliche Arbeitszeit hinaus künftig zuschlagspflichtig, soweit innerhalb von 18 Wochen keine entsprechende Freizeit gewährt wird. Bereitschaftsdienst wird mit 50 Prozent des aktuellen Stundenlohns, mindestens aber mit dem jeweiligen gesetzlichen Mindestlohn vergütet.

Rückwirkende Zahlungen werde es nicht geben, damit unter anderem der bürokratische Aufwand der Praxen so gering wie möglich gehalten werden könne, erklärt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder. „Gleichzeitig sehen wir damit auch einer möglichen Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro pro Stunde gelassen entgegen und werden im Januar auf Basis der dann tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung wieder verhandeln.“

„Es war uns wichtig, insbesondere die Gehälter und Ausbildungsvergütungen der TFA nachhaltig zu verbessern. Wir schauen zuversichtlich nach vorne, auch wenn uns der Verzicht auf die Nachzahlungen nicht leichtgefallen ist“, betont vmf-Verhandlungsführerin Hannelore König.  

vmf

Support4vetmed: Kostenfreie Info-Veranstaltung

Im Rahmen von Support4vetmed.de, der Lernplattform zum Bestehen der geforderten Kenntnisprüfungen im Rahmen des Anerkennungsprozesses der tierärztlichen Approbation, laden wir als Projektpartner zu einer Online-Veranstaltung ein. Ziel ist die Weitergabe von Informationen zu den Arbeitsvoraussetzungen sowie zum Anerkennungsprozess; aber auch die Vorstellung von potentiellen Arbeitgebern während des Anerkennungsprozesses und danach.

Dieses Mal sind mit dabei Felix von Hardenberg von Hardenberg Consulting, Dorothea Stolz von Smartemis und Julia Fedorenko von felmo.
Für die Teilnahme an der Online-Veranstaltung bedarfs es keiner Voranmeldung. Einfach zu 18:00 Uhr einloggen unter https://vetion.adobeconnect.com/support4vetmed/

Mehr Informationen auch unter www.support4vetmed.de

Frühzeitig Abgrenzung zwischen Berufsalltag und Privatleben lernen

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und allen Beteiligten gerecht zu werden, gehört zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Tierärzt:innen gehören in der Regel zu den Menschen, die ihre tierischen Patienten bestmöglich betreuen wollen und damit häufig in Konflikt mit ihrem Privatleben kommen. Das kann sich schnell zu einer massiven Belastungsprobe entwickeln und sogar zum sogenannten Burn-out führen.

Eine aktuelle Studie aus dem Messerli Forschungsinstitut (MFI) der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie Tierärzt:innen mit dieser Art Konflikt umgehen und welche  Strategien sie entwickeln.
Christian Dürnberger und Svenja Springer befragten insgesamt 18 Tierärztinnen und 2 Tierärzte, die sich auf Hospiz- und Palliativmedizin spezialisiert haben. In den Gesprächen zeigte sich beispielsweise, dass die Kollision beruflicher und privater Termine im Alltag eines der größten Probleme darstellt. So sei es besonders schwierig, private Unternehmungen wie Urlaube langfristig zu planen und umzusetzen. Eine Teilnehmerin kritisierte, dass Tierbesitzer:innen häufig kein Verständnis dafür hätten, dass die Tierärztin auch eine Verantwortung als Mutter habe. Ein weiteres Problem sehen die Befragten auch in der dauernden Erreichbarkeit und den in Hinblick auf die modernen Kommunikationstechnologien entstandenen Erwartungen seitens der Tierbesitzer:innen. Auch nach Feierabend und an Wochenenden würden Antworten und Hilfestellungen erwartet.

Auch können belastende Situationen aus dem Arbeitsalltag im Privatleben nachhallen. „Häufig sind es nicht die Tiere, die diese belastenden Situationen hervorrufen, sondern die Schicksale ihrer Besitzer:innen, etwa, wenn diese in Armut leben oder einen geliebten Menschen verloren haben. In anderen Worten: Hört man den Tierärzt:innen zu, gewinnt man den Eindruck, als wissen sie so gut wie alles über ihre Kund:innen – und manchmal mehr, als sie eigentlich wissen wollen“, erklärt Dürnberger.

Auf der einen Seite nehmen Tierärzt:innen Abstriche in ihrem Privatleben zwar bewusst in Kauf, es werde aber auch genau überlegt, wem die Handynummer gegeben wird. Als Strategie halten die interviewten Tierärzt:innen konsequent das „Sie“ in der Kommunikation mit den Tierbesitzer:innen aufrecht und wahren stets – auch mental – eine professionelle Distanz.

Um eine Grenze zwischen Privat- und Berufsleben zu erarbeiten, plädieren Christian Dürnberger und Svenja Springer dafür, angehende Tierärzt:innen frühzeitig darauf vorzubereiten, dass die sogenannte „boundary work“ ein essentieller Bestandteil des veterinärmedizinischen Alltags ist – und genau das wird im Rahmen des Curriculums der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Pflichtfach „Angewandte Ethik“ versucht: „Wir diskutieren mit den Studierenden, mit welchen Herausforderungen Tierärzt:innen im echten Leben tatsächlich konfrontiert sind und wie sie mit diesen Konflikten umgehen. Dazu gehören selbstverständlich auch Fragen zu den Spannungen, die zwischen Privat- und Berufsleben entstehen können.“

Vor diesem Hintergrund sehen sie weiteren Forschungsbedarf: „Unsere qualitative Studie liefert erste Einblicke. Zukünftige Untersuchungen sollten Konflikte und Strategien repräsentativ analysieren, denn gerade aus der Praxis können angehende Tierärzt:innen wichtige Impulse gewinnen.“

Vetmeduni Wien

bpt und vmf haben Einigung beim TFA-Tarifvertrag erzielt

Am vergangenen Donnerstag fand in Frankfurt die 3. Verhandlungsrunde zum Gehalts- als und Manteltarifvertrag für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) zwischen den Tarifpartnern Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und dem Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) statt. Wie aus einer kurzen Erklärung der Tarifpartner hervorgeht, habe man bei beidem eine Einigung erzielt. Nun gilt bis zum 26. Mai 2025 um 12.00 Uhr eine Erklärungsfrist. Bis dahin wurde über die Einzelheiten Stillschweigen vereinbart.

vmf

bpt-Durchstarter:in des Jahres gesucht

Der Förderverein praktische Tiermedizin e.V. zeichnet in diesem Jahr die/den bpt-Durchstarter:in des Jahres aus. Mit diesem Preis würdigt der Verein Praktiker:innen, die mit ihren innovativen Projekten und Ideen innerhalb der ersten 8 Berufsjahre bedeutende Impulse für die tiermedizinische Praxis gesetzt haben und so einen nachhaltigen Einfluss auf die tägliche Arbeit in Kliniken, Praxen und bei der Betreuung von Tieren und ihren Besitzerinnen ausgeübt haben.

Bis zum 30. September 2025 können sich fachlich kompetente und empathische sowie kommunikationsfähige Tierärzt:innen für die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung bewerben. Darüber hinaus freut sich der Verein über Bewerbungen, die einen signifikanten Beitrag zur Weiterentwicklung der tiermedizinischen Wissenschaft und Forschung leisten, sei es durch neue diagnostische Verfahren, Behandlungsansätze oder durch die Integration neuer Erkenntnisse aus der Forschung in den klinischen Alltag.

Zudem können sich Tierärzt:innen bewerben, die sich in besonderem Maße in der Lehre oder in der Vertretung der Tiermedizin in der Gesellschaft engagieren, um das Verständnis und die Wertschätzung für die Tiermedizin in der breiten Öffentlichkeit zu fördern. Die Bewerbung ist sowohl als Selbstbewerbung als auch durch Fremdnominierung möglich.

Die Auszeichnung bpt-Durchstarter*in des Jahres wird im November diesen Jahres im Rahmen des bpt-Kongresses in Wiesbaden verliehen.

bpt

Osterfeuer gefährden heimische Wildtiere

Die Ostertage stehen an und damit auch in vielen Regionen die traditionellen Osterfeuer. Am Abend des Ostersonntags wird vielerorts ein Feuer angezündet, um unter anderem die Wintergeister und damit alles Böse zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen.

Der beliebte Brauch kann für heimische Wildtiere jedoch schnell lebensgefährlich werden. In den Tagen und Wochen, bevor die aufgeschichteten Holzhaufen angezündet werden, können sich Spitzmäuse und Igel, Vögel, Kaninchen und andere Kleintiere verstecken, um hier zu nisten. Nach dem Entfachen des Feuers haben zahlreiche Tiere dann keine Möglichkeit mehr, zu fliehen, und erleiden schwere Verletzungen oder verenden qualvoll.

Um das zu vermeiden, sollte das Brennmaterial erst unmittelbar vor dem Abbrennen aufgeschichtet oder vorhandene Haufen sorgfältig umgeschichtet werden, damit die Tieren die Möglichkeit zur Flucht haben. Zudem kann die Entfachung des Feuers nur auf einer Seite, den Tieren die Möglichkeit geben, auf der gegenüberliegenden Seite des Haufens zu entkommen, anstatt von allen Seiten von den Flammen umschlossen zu werden.

Aufgrund der fast überall in Deutschland herrschenden großen Trockenheit, sollten die Vorsichtsmaßnahmen in diesem Jahr besonders sorgsam umgesetzt und beachtet werden, um ein Umsichgreifen des Feuers zu verhindern.

Um Tierärzt:innen und TFAs die Osterzeit zu verschönern, bietet Myvetlearn.de im Zeitraum zwischen dem 14. und 27. April 2025 15% Rabatt auf ausgewählte Online-Fortbildungen an. Die Ermäßigung gilt für verschiedene Kurse bzw. Kursreihen. Auf der Übersichtsseite von Myvetlearn.de sind diese entsprechend mit einem Osterei gekennzeichnet. Nach Eingabe des Codes Ostern2025 im Buchungsprozess wird der Rabatt automatisch abgezogen. Darüber werden unter allen Tierärzt:innen, die in diesem Zeitraum den Einsteigerkurs Igel – der Igel als Patient in der Kleintierpraxis buchen, drei Fachbücher zum Igel verlost.

Myvetlearn.de wünscht Frohe Ostern!

Landkreis Pfaffenhofen

Osteraktion: 15% bei Online-Fortbildungen auf Myvetlearn.de sparen

Vom 14. bis 27. April 2025 gibt es auf ausgewählte Osterkurse in Form von Online-Fortbildungen für Tierärzte und TFA auf Myvetlearn.de 15% Rabatt auf die Kursgebühr. Die Kurse sind auf der Fortbildungsplattform Myvetlearn.de entsprechend mit einem Osterei gekennzeichnet. Voraussetzung für den Rabatt ist die Kursbuchung zwischen dem 14. und dem 27. April 2025 unter Eingabe des Codes: Ostern2025. Es muss lediglich die Buchung bis zum 27.4.2025 erfolgen. Für die Bearbeitung der Kursinhalte steht anschließend wie gewohnt ausreichend Zeit zur Verfügung.

Außerdem werden darüber hinaus noch ein paar Extra-Ostereier in Form von Fachbüchern zum Igel verlost. Diese werden unter denjenigen verlost, die während der beiden Osterwochen den Igelkurs buchen.

Somit steht einem schönen Osterfest nichts mehr im Weg!

Zur Osteraktion

Weg für neue Tarif-Verhandlungen offen

Nachdem die außerordentliche Delegiertenversammlung des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) in der vergangenen Woche der Tarifkommission des Verbandes das erneute Verhandlungsmandat erteilt hat, können die TFA-Tarifverhandlungen mit dem Verband medizinischer Fachberufe (vmf) wieder aufgenommen werden. Der bpt erklärt auf seiner Internetseite, dass der Entschluss der Delegiertenversammlung im November 2024, die zähen Tarifverhandlungen zu unterbrechen, revidiert worden sei.

Die vmf-Präsidentin Hannelore König und die TFA-Referatsleitung Katrin Hammermann zeigen sich gesprächsbereit und haben bereits entsprechende Terminvorschläge übermittelt. Als Ziel für einen neuen Tarifabschluss wurde der 30. Mai 2025 avisiert.

vmf

Kostenfreie bpt-Hochschulseminare für zukünftige Praktiker:innen

Auch in diesem Jahr richtet der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) zwei kostenfreie Hochschulseminare aus. Unter dem Motto „Tiermedizinstudium – und dann?“ können sich Studierende der Veterinärmedizin zu ihrem weiteren Ausbildungs- und Berufsweg umfassend informieren und zwar am 12. Juni 2025 in der LMU München sowie am 3. Juli 2025 in der JLU Gießen. Praktizierende Tierärzt:innen werden sich und ihre Arbeit vorstellen und für Fragen bereitstehen.

Die angehenden Tierärzt:innen haben beim anschließenden Get Together zudem die Möglichkeit des Austausches mit erfahrenen Kolleg:innen und können so wichtige Kontakte für ein Praktikum oder sogar die erste Arbeitsstelle nach dem Studium knüpfen.

Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

bpt

VetJoy.org fördert mentale Gesundheit von Tierärzt:innen

Tierärzt:innen leiden vielfach unter einem alarmierenden Maß an Stress, was zu Burnout führen und die Arbeit am tierischen Patienten in großem Maß beeinträchtigen kann. Das konnten verschiedene Studien belegen. Ein spezielles Coaching für Tierärzt:innen kann in diesem Fall ein wertvolles Werkzeug sein, um Wege zu finden, aus dem Hamsterrad von Terminen und Aufgaben herauszukommen.

Um mehr Betroffenen ein Coaching zu ermöglichen, wurde die Initiative VetJoy.org von den europäischen Dachverbänden Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Federation of Companion Animal Veterinary Associations (FECAVA) und der International Veterinary Student´s Association (IVSA) ins Leben gerufen. Tierärztliche Einrichtungen in ganz Europa können sich für Gutscheine für ein Coaching zum mentalen Wohlbefinden bewerben!

Das Ziel von VetJoy.org ist es, Arbeitsplätze in der Tiermedizin so zu gestalten, dass sich jedes Teammitglied wertgeschätzt, respektiert und unterstützt fühlt. Auf der Internetseite haben die Tierärzt:innen die Möglichkeit, einen Coach zu finden. Bewerbungen für 2025 sind jetzt möglich!

VetJoy.org

Online-Infoveranstaltung für tiermedizinische Berufe

Am 26. März 2025 stellt sich der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) in einer Online-Infoveranstaltung den Fragen von Ausbildungs- und Studiumssuchenden und ihren Eltern. Im Rahmen der Woche der Ausbildung der Arbeitsämter lädt der Verband gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Berlin Mitte Interessierte ein, sich zum Ablauf des veterinärmedizinischen Studiums und der Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) zu informieren.

„Junge Menschen sollen nicht irgendwas mit Tieren machen, sondern gut informiert in den Beruf gehen“, lautet das Ziel der Veranstalter. Tierärzt:innen und tiermedizinische Fachangestellte stellen in der Online-Infoveranstaltung ihre Berufe vor und erzählen aus ihrem Alltag.

Interessierte können sich hier anmelden, der Zugangslink wird 1 Woche vor der Veranstaltung versendet.

bpt

TiHo überzeugt erneut mit Gleichstellungskonzept  

Bund und Länder haben im Jahr 2008 das Professorinnenprogramm ins Leben gerufen, um mehr Frauen auch nach der Promotion im Wissenschaftssystem zu halten, ihre Beteiligung auf allen Qualifikationsstufen zu steigern und die bestehende Gerechtigkeitslücke weiter zu schließen.

Durch die Einreichung von Gleichstellungskonzepten, die extern begutachtet werden, können sich Hochschulen für eine Teilnahme am Programm qualifizieren. Bundesweit wurden bereits 56 Hochschulen von einem unabhängigen Begutachtungsgremium für eine Förderung ausgewählt. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist eine davon, denn auch in der zweiten Auswahlrunde des Professorinnenprogramms 2030 konnte die TiHo die Gutachtenden mit ihren Maßnahmen zur Gleichstellung überzeugen.  

„Die Begutachtung bestätigt unseren Weg zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft“, sagt TiHo-Präsident Professor Dr. Klaus Osterrieder. „Trotz des hohen Frauenanteils in der Tiermedizin, entscheiden sich immer noch zu wenig Frauen für eine akademische Karriere. Darum unterstützen und fördern wir gezielt Frauen auf dem Weg zur Professorin.“

Damit ist die TiHo jetzt berechtigt, bis zum 30. September 2026 eine Anschubfinanzierung für bis zu drei erstberufene Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu beantragen.

TiHo Hannover

Bau des neuen LMU-Campus schreitet voran

Die umfassende Neugestaltung der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in Oberschleißheim nimmt weiter Form an. Nach den Neubauten verschiedener Tier-Kliniken, einem Hörsaalgebäude sowie dem Neubau für die Mikrobiologie, fand am 19. Februar 2025 das Richtfest der Anatomie und Pathologie sowie der Spatenstich für die Zentralgebäude der Tierärztlichen Fakultät statt.

Die 200 Millionen Euro teuren Baumaßnahmen könnten bereits im Jahr 2027 so weit fortgeschritten sein, dass der Studienbetrieb der Tierärztlichen Fakultät der LMU im Wesentlichen in Oberschleißheim stattfinden wird. Dann können sich die Studierenden und Wissenschaftler:innen auf eine moderne Infrastruktur für Studium und Forschung freuen. Neben einem neuen Skills Lab, in dem die Studierenden an wirklichkeitsnahen Modellen arbeiten können, werden die neuen Schulungsräume signifikant größer sein und erlauben, Modell-basiertes und virtuelles Lernen zu einem noch wichtigeren Teil der studentischen Ausbildung in der Tiermedizin an der LMU werden zu lassen. 

Zudem wird der Neubau der Tieranatomie und Tierpathologie beide Fachrichtungen vereinen und somit einen intensiveren Austausch und eine verbesserte Zusammenarbeit von Anatomie und Pathologie ermöglichen.

„Der LMU-Campus Oberschleißheim wird das Zentrum moderner Tiermedizin in Europa. Pferdeklinik und Mikrobiologie sind bereits fertig. Mit dem Neubau für Anatomie und Pathologie vereinen wir nun die beiden exzellenten Fachbereiche an einem Ort. Und mit den Zentralgebäuden für Lehrsäle und Bibliothek sorgen wir außerdem für den perfekten Rahmen bei der Ausbildung. Das ist ein großer Wurf für die LMU, aber auch ein großer Wurf für den Freistaat“, betont Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume.

LMU

Am 23.2. ist Bundestagswahl – Wählen gehen nicht vergessen!

Demokratie und freie Wahlen sind ein unschätzbar großes Gut, das es zu schützen gilt. Während in Deutschland sowie in anderen demokratischen, meist westlich orientierten Ländern das Wahlrecht häufig als etwas Selbstverständliches angesehen wird, bezahlen Menschen in anderen Ländern dieser Welt den Kampf für freie Wahlen und demokratische Mitbestimmung nicht selten mit ihrem Leben.

Schon allein deswegen sollte jeder einzelne Bürger, der die Möglichkeit hat, an freien Wahlen teilzunehmen, diese Möglichkeit auch ergreifen. Denn Nicht-Wählen schadet keiner einzelnen Partei oder Parteien, sondern nur der Demokratie. Zudem verzichten Nichtwähler darauf, Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen und sie mitzugestalten.

Am kommenden Sonntag, 23.2.2025, ist Bundestagswahl. Gehen Sie hin!
Wer noch nicht weiß, was er/sie wählen soll, kann sich beispielsweise mit Hilfe des Wahl-O-Mats orientieren.

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte(bpt) e.V. hat bereits 10 Forderungen an die kommende Regierung formuliert. Diese lauten:

  • Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes
  • Abbau von unnötiger Bürokratie
  • Modernisierung der Tierärztlichen Approbationsverordnung (TAppV)
  • Schnellere Anerkennung ausländischer Tierärzt/innen
  • Besserer Mutterschutz für selbständige Tierärzt/innen
  • Gesicherte Kinderbetreuung gewährleisten
  • Tierärzt/innen im Ruhestand mit Anreizen zurückholen
  • Regelmäßige Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)
  • Verbindliche Regelung für Tiergesundheitsbesuche
  • Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen sofort

bpt-Forderungen zur Bundestagswahl

Bpt formuliert Forderungen an die neue Regierung

In rund einer Woche steht die nächste Bundestagswahl an. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) nimmt das zum Anlass, seine Forderungen an die künftige Bundesregierung hinsichtlich Tiermedizin und Tiergesundheit zu erneuern. Ein 10-Punkte-Plan sieht neben einem besseren Mutterschutz für selbstständige Tierärzt:innen und gesicherter Kinderbetreuung auch die Flexiblisierung des Arbeitsgesetzes vor. Dies sei notwendig, um einen funktionierenden Notdienst sicherzustellen, so der bpt.

In Hinblick auf die bessere Prävention von Tierseuchen schlägt der bpt eine verbindliche Regelung für Tiergesundheitsbesuche vor. Ein im Jahr 2021 in Kraft getretenes EU-Gesetz, das regelmäßige Tiergesundheitsbesuche bei Nutztieren vorschreibt, werde von Deutschland noch immer nicht umgesetzt. Eine weitere Forderung betrifft die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen, um so unter anderem die verheerende Situation zahlreicher Tierheim in Deutschland zu verbessern.

Um die Arbeit von Tierärzt:innen zu vereinfachen und mehr Zeit für die Behandlung der Tiere zu haben, müsse zudem unnötige Bürokratie abgebaut werden. Gegen den Fachkräftemangel in tiermedizinischen Berufen fordert der Verband zudem Anreize für Praktiker:innen im Ruhestand zu schaffen sowie eine schnellere Anerkennung der Approbation ausländischer Tierärzt:innen zu ermöglichen.

Mit der Initiative Deutschkurs für Tierärzte sollen internationale Tierärzt:innen beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützt und speziell bei der Kommunikation mit Tierhalter:innen und Kolleg:innen geschult werden, um besser für die Arbeit in der Praxis oder Klinik vorbereitet zu sein. Durch interaktive Übungen, vertonte Dialoge und Vokabellisten sowie vielfältige Beispielvideos aus der Praxis ist dieser Online-Sprachkurs abwechslungsreich gestaltet und ideal zum Erlernen der benötigten Deutschkenntnisse im Praxisalltag geeignet.

Mehr zum Thema Arbeiten als Tierarzt in Deutschland finden Interessierte auf www.vetworkgermany.de und Tierärztemangel.de. Unter www.support4vetmed.de gibt es zudem Hilfestellung bei den geforderten Kenntnisprüfungen zur Approbationsanerkennung.

bpt

vmf ruft TFA zum Streik auf

Über eine Dauer von vier Monaten haben der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) ihre Tarifverhandlungen für die knapp 24.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten TFA und Auszubildenden geführt, ohne jedoch zu einer Einigung zu kommen. Seit dem 1. Oktober 2024 befinden sich die Tarifverträge daher in der Nachwirkung. Eine Fortführung der Gespräche ist nach Informationen des vmf vom bpt abgelehnt worden. Der Grund: die Forderungen seien unrealistisch hoch.

Aus diesem Grund ruft der Dachverband nun alle TFA in Tierarztpraxen und Tierkliniken zu einem bundesweiten Streiktag auf. Alle sind aufgefordert, ihre Arbeit am 21. Februar 2025 niederzulegen.

„Was ist daran unrealistisch hoch, wenn wir fordern, das Einstiegsgehalt von einem Bruttostundenlohn von 14,01 Euro auf 15,76 Euro zu erhöhen? Der Branchenmindestlohn für Pflegehilfskräfte mit einjähriger Ausbildung beträgt derzeit 16,50 Euro, ab 1. Juli 17,35 Euro. Tiermedizinische Fachangestellte absolvieren eine dreijährige Ausbildung mit Prüfung vor der jeweiligen Landestierärztekammer. Sie arbeiten in der kritischen Infrastruktur und übernehmen Verantwortung für die Gesundheit von Tieren. Sie sind hochmotiviert, um sich durch Fortbildung auf dem Laufenden zu halten. Ohne TFA ist die flächendeckende tiermedizinische Versorgung in Gefahr. Für dieses Engagement erhielten Vollzeitbeschäftigte laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2023 im Median 2.663 Euro brutto und lagen damit nur 133 Euro über der Schwelle des unteren Entgeltbereichs. Und das in einer Zeit, in der es der Tiermedizin in Deutschland laut eigenen Aussagen so gut geht, wie lange nicht“, erklärt vmf-Präsidentin und Verhandlungsführerin Hannelore König.

vmf

Tierärztliche Versorgung in Österreich vor Kollaps – sofortiges Handeln erforderlich

Die tierärztliche Versorgung in einigen ländlichen Regionen Österreichs steht vor dem Kollaps. Daher ruft die Österreichische Tierärztekammer die neue Regierung zur sofortigen Unterstützung der tierärztlichen Versorgung auf. Es bestehe enormer Handlungsbedarf, betont Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK).

„Jeden Monat erreichen uns alarmierende Hilferufe aus verschiedenen Regionen Österreichs. Besonders in der Nutztiermedizin droht ein massiver Versorgungsengpass“, betont Frühwirth und warnt: „Ohne sofortige Maßnahmen riskieren wir einen Kollaps der tierärztlichen Versorgung in einigen ländlichen Regionen. Es muss dringend gehandelt werden! Eine klare Strategie, von der Studienaufnahme bis zum Berufseinstieg, ist längst überfällig.“

Ohne sofortige Unterstützung drohe die tierärztliche Versorgung in einigen Regionen des Nutztierbereichs bereits jetzt zu kollabieren. Daher bedarf es kurzfristiger Zuschüsse, um die tierärztliche Versorgung zumindest wirtschaftlich attraktiver zu gestalten und die letzten engagierten Tierärzt:innen im Beruf zu halten, betont der ÖTK-Präsident. „Langfristig muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden, dafür braucht es aber auch zweifellos mehr Tierärzt:innen und Fachkräfte.“
Die ÖTK fordert:

  • Kurzfristige finanzielle Anreize zur wirtschaftlichen Absicherung der bestehenden Tierärzteschaft.
  • Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Attraktivierung des Berufs von der Studienwahl bis zum Berufseinstieg.
  • Verpflichtende Praxiseinbindung von Absolvent:innen zur Sicherstellung der Versorgungsqualität.

„Verzögerungen bei der Umsetzung der genannten notwendigen Maßnahmen gefährden die tierärztliche Versorgung und sind unverantwortlich. Die Zeit drängt – wir brauchen jetzt entschlossenes Handeln von Bund, Ländern und Gemeinden!“, appelliert Frühwirth.

ÖTK

Niedersachen will mehr Tempo bei Gleichwertigkeitsprüfungen

Tierärztinnen und Tierärzte aus Nicht-EU-Ländern müssen -um in Deutschland den tierärztlichen Beruf ausüben zu dürfen- als erstes eine Gleichwertigkeitsprüfung ihrer tierärztlichen Ausbildung durchführen lassen. Dieser Vorgang ist dokumentenbasiert und kostet viel Zeit. Mehrheitlich ist aber das Ergebnis, dass die ausländischen Kollegen in mehreren Fächern sogenannte Kenntnisprüfungen ablegen müssen. Die Landesregierung von Niedersachsen möchte nun durch eine Bundesratsinitiative erreichen, dass die Kenntnisprüfung mit bundeseinheitlichen Vorgaben zum Regelfall wird. Dadurch soll der Prozess des Erlangens der Approbation und damit der Möglichkeit, unbeaufsichtigt tierärztlich arbeiten zu dürfen, schneller erreicht werden und somit dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Zur rascheren Bearbeitung sollen auch Standardisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen beitragen, ebenso wie die Möglichkeit, bestimmte fehlende Dokumente durch eine eidesstattliche Erklärung nach deutschem Recht ersetzen zu können. 

Für dieses Vorhaben müssten jedoch die Bundes-Tierärzteordnung (BTÄO) und die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) angepasst werden. 

Mehr zum Thema Arbeiten als Tierarzt in Deutschland unter www.vetworkgermany.de und Tierärztemangel.de.

Unter www.support4vetmed.de gibt es zudem Hilfestellung bei den Kenntnisprüfungen.

Eine weitere Empfehlung ist der Fachsprachkurs für internationale Kolleg:innen für mehr Kommunikation mit Tierhalter:innen und Kolleg:innen.

Positiver Tierschutz lässt Tiere gedeihen

Ein interdisziplinäres Team, bestehend aus 330 Wissenschaftler:innen aus 23 Institutionen in 15 Ländern, hat eine erste Definition des positiven Tierschutzes („PAW“/Positive Animal Welfare) erstellt. In dem erzielten wegweisenden Konsens legen die Wissenschaftler:innen dar, dass Tiere durch die Erfahrung überwiegend positiver Geisteszustände und die Entwicklung von Kompetenz und Resilienz gedeihen.

Positives Tierwohl sei weit mehr als gute physische Gesundheit und die Linderung von Leiden, erklärt Studienerstautor Jean-Loup Rault vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften der Veterinärmedizinischen Universität Wien. „Es geht darum, die Fähigkeit von Tieren zu fördern, sich durch lohnende Erfahrungen, Wahlmöglichkeiten und die aktive Verfolgung von Zielen zu entfalten, betont Rault. Beispiele für die Förderung seien ein größeres Platzangebot für Kälber zum Spielen oder die Haltung von Schweinen auf Stroh.   

Diese neuartige Definition soll die innovative Forschung vorantreiben und die Tierpflegepraktiken besser mit den gesellschaftlichen Erwartungen an die Haltung und Pflege von Tieren in Einklang bringen. „Diese Definition ist ein wichtiger Schritt hin zu einer wesentlichen Verbesserung des Wohlergehens von Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben, Heimen und Zoos“, sagt Co-Autorin Margit Bak Jensen.

Vetmeduni Wien

Jetzt für Young Scientist Award 2025 bewerben

Mit dem ABCD & Boehringer Ingelheim Young Scientist Award 2025 zeichnet innovative und herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der felinen Infektionskrankheiten und/oder angewandten Immunologie aus. Der Preisträger erhält neben einer Urkunde die kostenfreie Teilnahme an einem wissenschaftlichen Kongress nach Wahl, einschließlich Reisekosten und Unterkunft. Hier wird er oder sie auch einen kurzen Vortrag halten oder ein Poster mit seinen/ihren Forschungsergebnissen präsentieren. 

Der Preis wird vom European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) während des World Feline Congress verliehen, der vom 27. bis 29. Juni 2025 in Edinburgh, Großbritannien, stattfindet.

Bewerben können sich Veterinärmediziner:innen oder Biolog:innen bis zu einem Alter von 35 Jahren, die einen originellen Beitrag im Bereich der felinen Infektionskrankheiten und/oder Immunologie geleistet haben, der in einem referenzierten Fachjournal veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen wurde. Alternativ kann dieser 2022 oder später von einer anderen prüfenden Instanz akzeptiert worden sein. Die Bewerber:innen sollten ihren Wohnsitz in Europa haben. Bewerbungsschluss ist der 15. März 2025.

Die Bewerbung sollte auf Englisch und in elektronischem Format erfolgen und einen kurzen Abstract (maximal 500 Wörter) der einzureichenden Arbeit, einen kurzen Lebenslauf sowie zwei persönliche Referenzen enthalten. Relevante Veröffentlichungen und/oder Dissertationen zum Thema sollten ebenfalls beigefügt werden. 

Zum Bewerbungsformular >>>

Moder erneuert Forderungen auf bpt-Neujahrsempfang

Seinen traditionellen Neujahrsempfang hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) am 15. Januar 2025 vor zahlreichen Vertreter:innen aus Politik, Verbänden und Wirtschaft in Berlin abgehalten.

bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder präsentierte anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl
10 Forderungen an die neue Bundesregierung. Diese umfassen

  • Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes,
  • Bürokratieabbau,
  • Verbesserung der Ausbildung auch eine Modernisierung der Tierärztlichen Approbationsordnung (TAppV),
  • Maßnahmen gegen den Tierärztemangel,
  • vereinfachte Anerkennung ausländischer Abschlüsse,
  • verlässliche Kinderbetreuung gerade in einem Frauenberuf,
  • eine regelmäßige am besten an die Inflationsentwicklung angepasste Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und
  • finanzielle Anreize für Rentner, noch ein paar Jahre länger im Beruf zu bleiben.

Ein besonderes Anliegen sei es zudem, dass wieder mehr Tierärzt:innen den Weg in die Selbstständigkeit wagen. „Wir müssen endlich dafür sorgen, dass dieser traumhafte Beruf auch für Selbständige wieder attraktiv ist. Dazu gehört vor allem, dass der Mutterschutz für Selbständige verbessert und ähnlich der U2-Umlage finanziert wird. Die Schirmherrin der Veranstaltung, Gitta Connemann (MdB), hat es richtigerweise angesprochen: Die Tiermedizin braucht dringend Frauen, die sich selbständig machen, denn nur so lässt sich die flächendeckende tierärztliche Versorgung gewährleisten“, betonte Moder in Berlin.

Das Scheitern der Ampelkoalition sieht Moder hingegen als eine Chance, um das Tierschutzgesetz nochmal neu anzugehen und dann hoffentlich praktikabler zu machen.

bpt

Umfrage zur Zufriedenheit von selbstständigen Tierärzt:innen

Zahlreiche größere Studien in der Vergangenheit haben sich mit der Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärzt:innen befasst. Wie es um die Lebens- und Arbeitsrealität selbstständiger Tierärzt:innen bestellt ist, wurde bislang noch nicht näher beleuchtet. Ein Grund dafür ist der Mangel an umfassenden Daten, die die berufliche, wirtschaftliche und soziale Situation sowie die Zufriedenheit der selbständigen Praktiker:innen widerspiegeln. Laut Erhebungen des Tierärzte Atlas Deutschland 2024, den der Dessauer Zukunftskreis (DZK) entwickelt hat, nimmt die Zahl der Selbstständigen stetig ab. Zudem ist die Bereitschaft gesunken, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Im vergangenen Jahr haben die angestellten Tierärzt:innen zahlenmäßig die niedergelassen Tierärzt:innen erstmals überholt. Zudem werden in den kommenden 10 Jahren ca. 3.000 Tierarztpraxen eine Nachfolgelösung für ihre Einheit finden müssen, wie dem Tierärzte Atlas zu entnehmen ist.

Klarheit über die Zufriedenheit von selbstständigen Tierärzt:innen im Bereich der kurativen Kleintiermedizin in Deutschland soll eine aktuelle Studie bringen, die das Institut für Veterinärepidemiologie und Biometrie gemeinsam mit dem Doktorand Daron Remien durchführt. Im Rahmen der Studie wird eine Umfrage unter selbstständigen Tierärzt:innen, die als Eigentümer:innen und Besitzer:innen in Führungs- und Verantwortungspositionen ihrer tierärztlichen Einheit stehen und eigene Gewinne erwirtschaften, durchgeführt.

Viele potenzielle Nachfolger:innen, junge Tierärzt:innen und Studierende wissen zu wenig über die Situation und die Zufriedenheit heutiger selbstständiger Tierärzt:innen in der Kleintiermedizin. Daher kann die Auswertung der Studie zukünftigen Generationen von Tierärzt:innen helfen, einen erweiterten Blick auf dieses Thema zu erlangen. Diese neugewonnenen Informationen und Erkenntnisse dienen zukünftigen selbstständigen Tierärzt:innen, handlungsfähig, innovativ, modern und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Alle selbstständigen Tierärztinnen und Tierärzte im Bereich der Kleintiermedizin werden gebeten, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und an dieser Umfrage teilzunehmen.

FU Berlin

Zur Umfrage

Bayerischer Landtag billigt Einführung der Landtierarztquote

Der Bayerische Landtag hat am 12.12.2024 grünes Licht für die Landtierarztquote im Freistaat gegeben, in dem er eine entsprechende Änderung des Gesetzes über den gesundheitlichen Verbraucherschutz und das Veterinärwesen (GVVG) billigt. Mit der Einführung einer Landtierarztquote für das Studium der Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität ab dem Wintersemester 2025/2026, geht der Freistaat einen bedeutenden Schritt zur Sicherung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und reagiert damit auf den Personalbedarf bei der tierärztlichen Versorgung von Nutztieren.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu in München: „Heute ist ein guter Tag für die Zukunft der tierärztlichen Versorgung im Freistaat: Die Landtierarztquote kommt. Wir brauchen mehr Tierärzte auf dem Land. Wir brauchen Landtierärzte für die Nutztierhaltung in allen bayerischen Regionen. Sie bedeuten mehr Tierschutz in der Fläche und mehr Lebensmittelsicherheit. Mit der Landtierarztquote stärken wir den Verbraucherschutz in Bayern und setzen gleichzeitig ein starkes Signal für künftige Tierärzte und Tierärztinnen sowie für die Nutztierhalter. Die Landtierarztquote ist ein entscheidender Baustein, um eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in ganz Bayern sicherzustellen. Ich freue mich, dass der Bayerische Landtag jetzt den Weg für die Landtierarztquote frei gemacht hat. Tierärztliche Versorgung ist existenziell für die Tiere und für die Menschen. Bayern geht hier als Vorreiter voran.“

Wissenschaftsminister Markus Blume erklärte: „Optimaler Tierschutz, bestmögliche Tiergesundheit und höchste Lebensmittelsicherheit: Eine gute, sichere und flächendeckende tiermedizinische Versorgung gerade bei Nutztieren ist für uns alle wichtig – es geht um mehr als den ‚Hausarzt‘ für den Hamster: Ausreichend viele Tierärzte sind gerade für die Landwirtschaft in Bayern extrem wichtig und ein zentraler Standortfaktor. Deshalb setzen wir uns für mehr Tierärzte in allen Regionen Bayerns ein. Mit der Landtierarztquote schaffen wir einen Weg ins Tiermedizinstudium, der die optimale tierärztliche Versorgung im ganzen Land schon bei der Ausbildung im Blick hat. Das ist ein wertvoller Baustein im Maßnahmenpaket. Die Quote startet zum Wintersemester 2025/2026.“

Im Rahmen der Landtierarztquote werden bei der Studienplatzvergabe in Bayern gezielt Plätze für Bewerber:innen reserviert, die sich verpflichten, nach Abschluss ihrer Ausbildung für zehn Jahre in einem bayerischen Bedarfsgebiet als Nutztierärzt:in mit Schwerpunkt Rind oder Schwein zu arbeiten. Diese Studienplätze werden unabhängig von der Abiturnote im Rahmen eines zweistufigen Auswahlverfahrens vergeben. Es werden Bewerber:innen bevorzugt, die aufgrund ihrer Vorerfahrungen – zum Beispiel Ausbildung und Praktika – eine Eignung für die Nutztiermedizin erwarten lassen. Auch ein erfolgreich abgelegter Test für medizinische Studiengänge erhöht die Chancen für einen Studienplatz. Die endgültige Vergabe der Studienplätze erfolgt im Rahmen eines Auswahlgesprächs.

Das Bewerbungsfenster für einen Studienplatz im Rahmen der Landtierarztquote öffnet sich erstmalig vom 1. bis zum 28. Februar 2025. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich elektronisch über das Bewerberportal unter www.landtierarztquote.bayern.de. Auf der Internetseite finden Bewerber:innen außerdem alle erforderlichen Informationen und Hintergründe rund um die Landtierarztquote.

Angestrebte Reformen im Berufsbildungsrecht positiv bewertet

Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) begrüßt in einer aktuellen Stellungnahme die jüngsten Änderungen und Aktualisierungen im Berufsbildungsrecht sowie die Konkretisierungen in der Verordnung zur beruflichen Qualifikation.

Insbesondere die Berücksichtigung des Fachkräftemangels und die Einbindung von Personen ohne reguläre Ausbildung in den Arbeitsmarkt stellen im neuen Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der Berufsausbildung dar.

vmf-Vizepräsidentin Patricia Ley erklärt dazu: „Damit wird die Möglichkeit geschaffen, berufliche Kompetenzen, die außerhalb formaler Ausbildungen erworben wurden, zu validieren und offiziell anzuerkennen. Wir sehen darin einen sinnvollen Beitrag, um Quereinsteiger und Fachkräfte ohne formelle Qualifikation zu integrieren. Es ist jedoch entscheidend, dass das Validierungsverfahren praktikabel gestaltet wird, um den bürokratischen Aufwand zu minimieren und den ehrenamtlich tätigen Prüfenden gerecht zu werden.“

Der vmf unterstützt die Zuständigkeit der jeweiligen Berufsvertretungen (paritätische Besetzung der Prüfertandems) bei der Durchführung des Validierungsverfahrens. „Somit wird eine hohe Vergleichbarkeit und Qualität der beruflichen Kompetenzen gewährleistet“, ergänzt Patricia Ley und weist darauf hin, dass es sinnvoll ist, eine Musterfeststellungsordnung einzuführen. Diese habe sich bereits bei der Musterprüfungsordnung bewährt und könne zusätzliche Belastungen für die ehrenamtlichen Prüfer*innen vermeiden.

Ebenfalls positiv bewertet der vmf die Flexibilisierung der Ausbildungsdauer, insbesondere im Kontext von Teilzeitausbildungen. „Dabei darf die Qualität der praktischen Ausbildung aber nicht gefährdet werden“, merkt Patricia Ley an. „Wir fordern deshalb, dass eine Ausbildung in Teilzeit nicht unter 30 Wochenstunden liegen sollte.“

Besonders kritisch sieht der vmf die Regelungen zur fachlichen Eignung von Ausbilder*innen. „Hier ist eine verbindliche Ausbildereignungsprüfung für Ausbildungsbetriebe in den Bereichen Medizin, Tiermedizin und Zahnmedizin dringend erforderlich, um sicherzustellen, dass nur ausreichend qualifizierte Fachkräfte die Ausbildung übernehmen“, so die Vizepräsidentin.

Bei der Umsetzung der neuen Regelungen im Gesundheitswesen sei es nun wichtig, sorgfältig und transparent vorzugehen, um die berufliche Qualität und Kompetenz der Fachkräfte langfristig zu sichern. In diesem Zusammenhang werde eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure und eine kontinuierliche Schulung der Prüfer*innen als unerlässlich angesehen, um den Erfolg der neuen Validierungsverfahren zu gewährleisten.

vmf

Online-Infoveranstaltung für TFAs

Am 14. November 2024 haben die Tarifvertragspartner, der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) und der Verband mezinischer Fachberufe (vmf) die Verhandlungen über für gescheitert erklärt. Der Grund dafür waren unterschiedliche Vorstellungen bei den Gehaltssteigerungen, Ausbildungsvergütungen und einer neuen Tätigkeitsgruppe für TFA, die leitungsbezogene Tätigkeiten ausführen.

Der vmf lädt nun die TFAs am Donnerstag, den 28.11.2024, um 20 Uhr zu einer Online-Infoveranstaltung ein, in der gemeinsam die aktuelle Lage bewertet werden soll. Zudem werden vmf-Präsidentin Hannelore König und TFA-Referatsleiterin Katrin Hammermann die Ideen zum weiteren Vorgehen präsentieren und über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen aufklären. Auch erhalten die Teilnehmenden Tipps, wie sie proaktiv ein Gespräch mit den Arbeitgeber:innen über das Gehalt gestalten können.

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Impfen, nicht keulen

Impfungen sind wesentliche Instrumente zum Erhalt der Tiergesundheit und dienen dem Tierschutz sowie der Sicherstellung einer unbedenklichen Lebensmittelproduktion. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen durch Tierseuchenausbrüche ist das in der Tierseuchenbekämpfung bisher etablierte System der präventiven Tötung gesunder Tierbestände im Falle von Ausbrüchen, nicht mehr zeitgemäß. Anlässlich der Verlängerung der Gestattung der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit mit BTV 3-Impfstoffen, fordern die Bundestierärztekammer (BTK) und der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) ausdrücklich in ihrem gemeinsamen Positionspapier, dass „Impfungen als ein bedeutendes Instrument in strategischen Ansätzen zur Bekämpfung von Tierseuchen sowie neu auftretenden Infektionskrankheiten zu verankern“ sind.

In Verbindung mit einer verbesserten Früherkennung und einer regelmäßigen tierärztlichen Bestandsbetreuung bieten Impfprogramme mit modernen und sicheren Impfstoffen ein großes Potenzial für die Tiergesundheit. Dies sollte auch aus Gründen von Nachhaltigkeit und Ernährungssicherung, genutzt werden.

Zielführend wäre ein planbarer strategischer Ansatz zur Tierseuchenbekämpfung in Deutschland und Europa, wobei die Impfung ihren festen Platz als eine der möglichen Maßnahmen einnimmt. Nur so ist es den Tiergesundheitsunternehmen möglich, im Tierseuchenfall möglichst rasch ausreichende Impfstoffmengen zur Verfügung zu stellen. BTK und BfT appellieren an die zuständigen Ministerien und Behörden, ein klares Signal zu senden, wie etwa durch eine klare Impfaufforderung oder sogar eine Impfpflicht gegen BTV-3 (Blauzungenkrankheit) in der kommenden Saison. Das würde die zeitnahe Bereitstellung der notwendigen Impfstoffdosen erleichtern und die Forschung nach geeigneten Impfstoffen fördern.      

BTK

Fachzeitschrift wird in „Die Praktische Tierärztin“ umbenannt

Die Anteil der Tierärztinnen in Deutschland wächst stetig. Das hat die Schlütersche Mediengruppe zum Anlass genommen, eine ihrer Fachzeitschriften umzubenennen. Aus dem Titel „Der Praktische Tierarzt“ wird mit Beginn des kommenden Jahres „Die Praktische Tierärztin“.

„Die Veterinärmedizin hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert – wir reagieren also auf keinen kurzlebigen Trend, sondern auf eine langfristige und fortschreitende Entwicklung. Die Umbenennung unseres Titels ist ein logischer Schritt. Damit möchten wir nicht nur die überwältigende Präsenz von Frauen in diesem Berufsfeld anerkennen, sondern auch eine stärkere Identifikation und Zugehörigkeit für unsere Leserinnen schaffen. Unser Ziel ist es, eine Plattform zu bieten, die die Stimmen und Perspektiven aller Tierärztinnen und Tierärzte gleichermaßen repräsentiert“,  erklärt Ingo Mahl, CEO der Mediengruppe.

Im Jahr 2023 waren rund 24.000 der 33.845 tierärztlich Tätigen Frauen, mehr als 80 Prozent der Praxisassistenten sind weiblich. Der neue Titel zielt darauf ab, die Realität in der Branche widerzuspiegeln. Inhaltlich hat sich das Heft stets weiterentwickelt, nun geht auch der Titel mit der Zeit. 

„Unser Magazin wird selbstverständlich weiterhin die gewohnte Qualität und Relevanz bieten. Es ist und bleibt unser Ziel, die Kolleginnen und Kollegen in der Veterinärmedizin mit relevanten Fachinformationen zu versorgen und sie bei den vielfältigen Anforderungen ihres Arbeitsalltags zu unterstützen und zu begleiten. Daneben ist es uns ein besonderes Anliegen, nah an der beruflichen Realität unserer Zielgruppe zu bleiben. Tierärztinnen wurden bei ‚Der Praktische Tierarzt‘ 105 Jahre lang mitgemeint. Sie sind schon lange in der Mehrheit und sollen nun auch auf dem Titel stehen“, ergänzt Dr. Viola Melchers, Chefredakteurin von „Die Praktische Tierärztin“. 

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) begrüßt die Entscheidung. „Unser Beruf wird immer mehr von Frauen getragen, das erleben wir natürlich auch im bpt. Daher unterstützt das bpt-Präsidium die Entscheidung, die Rolle der Tierärztinnen in unserem Berufsstand zu betonen und zu stärken. Die Umbenennung in „Die praktische Tierärztin passt“ in die Zeit“, betont bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder.

Mehr Daten, zahlen, Fakten sowie Entwicklungen und Trends finden sich im Tierärzte Atlas Deutschland 2024, einer Brancheninitiative für mehr Wissen.de. Der Atlas kann kostenfrei als pdf heruntergeladen werden oder ist für eine Schutzgebühr von 10 Euro im Vetion.de-Shop zu bestellen.

Schlütersche