Schaf- und Ziegenpocken belasten griechische Landwirt:innen
Die Pockenkrankheit bei Schafen und Ziegen (Schaf- und Ziegenpocken) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch Capripoxviren hervorgerufen wird. In Griechenland breitet sich die Krankheit nach dem ersten Ausbruch im Sommer 2024 immer weiter aus. Grund dafür sind nach Informationen des griechischen Ministeriums für ländliche Entwicklung der nachlässige Umgang mit den erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen einzelner Tierhalter:innen. Die strenge Einhaltung der Maßnahmen sei jedoch elementar, um die weitere Ausbreitung der hochansteckenden Krankheit einzudämmen.
Die Produktion von griechischem Feta aus Schaf- und Ziegenmilch gerät aktuell durch die von der Regierung angeordneten Massenkeulungen ganzer Herden ins Stocken, was zu Engpässen führen könnte. Rund 430.000 Schafe und Ziegen mussten im vergangenen Jahr bereits getötet werden. Die Fetaproduktion ist ein wichtiger Bestandteil der griechischen Wirtschaft. In 2024 wurden Exporterlöse in Höhe von 785 Mio. Euro erreicht.
Griechische Landwirt:innen erleiden nicht nur finanzielle Einbußen durch den Verlust ihrer Schafe und Ziegen, sondern verlieren auch erhebliche Einnahmen aus dem Verkauf von griechischem Feta.
Trotz anfänglicher Erfolge bei den Bekämpfungsmaßnahmen hätten Nachlässigkeiten bei den Biosicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen geführt, heißt es seitens der Ministeriums. Schaf- und Ziegenhalter:innen sind nun aufgefordert, ihre Tiere täglich auf Krusten, Geschwüre oder Risse zu untersuchen und diese den Behörden zu melden, falls sie bei mehr als einem Schaf oder einer Ziege auftreten.
Die 9-teilige Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de vermittelt Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten. Kurs 9 behandelt die Biosicherheit von Schafen und Ziegen. Außerdem bietet Myvetlearn.de ab dem 1.1.2026 wieder eine Online-Fortbildung für Tierärzt:innen zum Thema Die Ziege als Patient an.
Topagrar
Spaniens Schweinefleischexport durch ASP-Ausbruch bedroht
Spanien ist mit rund fünf Millionen Tonnen jährlich der größte Schweinefleischproduzent der EU, im weltweiten Vergleich produzieren nur China und die USA mehr Schweinefleisch pro Jahr.
Während sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in zahlreichen Nachbarländern seit teilweise mehr als fünf Jahren ausgebreitet hat, war Spanien bislang von ASP-Ausbrüchen verschont geblieben. Ende November 2025 jedoch wurden in der Gemeinde Bellaterra (Region Barcelona) erstmals zwei verendete Wildschweine positiv auf die Tierseuche getestet. Nach Informationen des spanischen Landwirtschaftsministeriums wurde das Virus inzwischen bei insgesamt neun Wildschweinen in Katalonien nachgewiesen.
Auch wenn aktuell noch keine Schweinebetriebe in Spanien von ASP-Ausbrüchen betroffen sind, wie der zuständige Minister Luis Planas bekanntgab, sind schon jetzt Exporte in Milliardenhöhe bedroht. 20 Länder, darunter Kanada, Japan, Brasilien und Mexiko, haben den Import von spanischem Schweinefleisch bereits untersagt.
Vermutet wird, dass sich die Wildschweine im Naturpark Collserola durch achtlos entsorgte Essensreste mit der hochansteckenden Tierseuche infiziert haben. Endgültig bestätigt wurde das bislang aber noch nicht. Um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, wurde der Fundort im Umkreis von 20 Kilometern abgeriegelt. Zudem sind mehr als 400 Personen im Einsatz, um weitere infizierte Tiere zu finden. Das Militär und der Zivilschutzes unterstützen dabei mit Drohnen und Spürhunden. „Wir arbeiten mit Hochdruck und Entschlossenheit daran, das Virus auszurotten“, versicherte Minister Planas Mitte der vergangenen Woche.
Schweizerbauer
Mikroplastik im Pansen schafft potenziell neue Risiken
Wenn der Pansen von Rindern Mikroplastik fragmentiert, wird die Fermentation beeinträchtigt. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Beteiligung der Universität Hohenheim. Die Forschenden konnten mit ihren Untersuchungen neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit aufdecken.
Das im Pansen zerlegte Mikroplastik beeinflusst das Darmmikrobiom. Zu ihren Ergebnissen gelangten die Wissenschaftler:innen, indem sie Flüssigkeit aus dem Pansen mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten inkubierten. Dabei zeigte sich, dass alle getesteten Kunststoffe die mikrobielle Aktivität veränderten, die Gasproduktion verringerten und teilweise abgebaut wurden.
„Wir müssen besser verstehen, wie sich Mikroplastik auf die Tiergesundheit und die Lebensmittelsicherheit auswirkt – insbesondere, da die weltweite Kunststoffproduktion weiter steigt“, erklärt Studienleiter Daniel Brugger, Associate Professor in Companion and Monogastric Production Animal Nutrition der Universität Helsinki, das Ziel der Forschung.
Besorgniserregend sei, dass kleinere Kunststofffragmente zudem leichter ins Gewebe gelangen und damit auch in die Lebensmittelkette gelangen können, wie Jana Seifert, Professorin für Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren an der Universität Hohenheim ergänzt.
„Plastikverschmutzung hat direkte biologische Folgen für Nutztiere und möglicherweise auch für den Menschen über die Nahrungskette“, betont Cordt Zollfrank, Professor für Biogene Polymere an der Technischen Universität München. Die Wissenschaftler:innen betonen, dass ein sorgfältiger Umgang mit Materialien aus Plastik in der Landwirtschaft immer wichtiger wird – sei es bei Folien, Verpackungen oder beim Einsatz von Klärschlamm.
Uni Hohenheim
ASP in Spanien
In Spanien sind zwei tot aufgefundene Wildschweine positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet worden. Gefunden wurden die Tiere am vergangenen Mittwoch (26. November 2025) in der Gemeinde Bellaterra (Region Barcelona). Das Ergebnis der Untersuchung lag am vergangenen Freitag vor: beide Tiere waren positiv auf das Virus. Wie das Spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung mitteilte, wurde ein Ausschuss einberufen, um über entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweinebetrieben zu beraten.
Dies ist der erste Ausbruch der ASP in Spanien seit November 1994. Somit hat die ASP in Europa das 14. Land erreicht. Noch betroffen neben Spanien sind Italien, Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Punktuell ausgerottet werden konnte das Virus in Belgien, Schweden und Tschechien.
Agrarheute.com
Bundeswettbewerb zeichnet innovative Stallbauprojekte aus
Auch im kommenden Jahr zeichnet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Landwirtschaftliches Bauen“ landwirtschaftliche Betriebe aus, die ihre Ställe hin zu mehr Tierwohl und einer tiergerechten Haltung umgestaltet haben.
Sowohl im gesellschaftspolitischen Diskurs als auch im Lebensmitteleinzelhandel nimmt die Bedeutung des Tierwohls zu. So beschließen auch immer mehr Landwirt:innen, in zukunftsweisende Stallbauten, die das Tierwohl verbessern, zu investieren. Das BMLEH möchte in 2025 Betriebe herausstellen, die ihre Stallanlage in ein schlüssiges Betriebskonzept integriert haben. Aber auch Umweltaspekte, Wirtschaftlichkeit, Biosicherheitskonzepte sowie die innovative Lösung und Nutzung von Digitalisierung fließen in die Gesamtbewertung ein. Dabei stehen innovative Ställe im Fokus, die die ursprünglichen Haltungsbedingungen verbessern, zum Beispiel durch mehr Platz, zusätzliches Beschäftigungsmaterial, bessere Belüftung, mehr Außenklima oder Weidezugang.
Für den Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen 2026“ können sich Landwirt:innen, die Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe oder Ziegen halten, bewerben. Mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld zeichnet das BMLEH kreative und zukunftsfähige Stallbauprojekte aus. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.
BMLEH
Ende des Geflügelsterbens nicht in Sicht
Die Geflügelbranche scheint in diesem Jahr überhaupt nicht zur Ruhe zu kommen. Einer der Gründe ist die massive Ausbreitung der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI). Betroffen sind zahlreiche Ausbrüche in Betrieben mit Puten, Legehennen und Enten.
Innerhalb einer Woche ist die Geflügelpest in drei Betrieben im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim festgestellt worden. Unter anderem mussten 25.500 Puten und 120.000 Legehennen in der Region getötet werden. Zusätzlich zu weiteren HPAI-Ausbrüchen, von denen besonders Betriebe in Niedersachsen betroffen waren, kam es nun auch noch zu einem massiven Putensterben in einem Betrieb in Veltheim (Sachsen-Anhalt) nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Hier verendeten mehr als 1.100 Puten, nachdem sie verunreinigtes Futter gefressen hatten.
Wie der zuständige Amtstierarzt Rainer Miethig erklärt, konnte die Geflügelpest als Ursache für das plötzliche Sterben jedes dritten Tieres des Betriebs ausgeschlossen werden. Die Untersuchungen der Proben zeigten dann, dass das Futtermittel mit einem ungeeigneten Medikament kontaminiert war. Um das Leiden der noch lebenden Puten zu beenden, seien sie in einem abgedichteten Stall mit Kohlendioxid begast worden, so Miethig abschließend.
Tagesschau
NDR
Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes verabschiedet
Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes verabschiedet. Dadurch müssen Nutztierhalter:innen ab 2027 nur noch einmal im Jahr Angaben zu den Arzneimittelanwendungen machen. Bislang musste diese sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes halbjährlich erfolgen.
Ab 2026 soll die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben auf weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Füchse und Nerze in Pelztierhaltungen, bestimmte Fischarten, Pferde und der Lebensmittelgewinnung dienende Kaninchen ausgeweitet werden.
Die Erhebung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen soll hingegen von ursprünglich Ende 2025 auf Anfang 2029 verschoben werden. Das solle Bürokratieaufwand und Geld sparen, heißt es als Begründung vom BMLEH.
Da allerdings der Tagesordnungspunkt auf 00:30 angesetzt war und die Ränge des Parlamentes zur späten Stunde entsprechend leer wirkten, zweifelte die AfD-Fraktion die Beschlussfähigkeit des Bundestages an. Denn für diese müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten anwesend sein.
Um die Antibiotikaminimierung im Stall geht es auch auf der Lernplattform VetMAB.de, die zahlreiche Fortbildungen zu dem Thema für Landwirte und Tierärzte anbietet.
Abgeordnetenwatch
Schweizerbauer
Früherkennung von Krankheiten bei Geflügel dank KI
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) können Krankheiten bei Geflügel entdeckt werden, bevor Symptome auftreten. Das britische Unternehmen Optifarm hat ein Frühwarnsystem entwickelt, das Daten zu Wasseraufnahme und Verhaltensmustern der Tiere auswertet und mit Hilfe von KI vor eventuellen Gesundheitsproblemen warnt.
Das System kann voraussagen, wie sich die Tiere innerhalb von 15 Minuten verhalten werden. Wenn Daten abweichen, etwa ein ungewohntes Ansteigen oder Abfallen der Trinkaktivität, werde geprüft, ob Belüftung, Beleuchtung, Futterumstellungen oder Stress zu Veränderungen bei den Tieren geführt haben, erklärt das Unternehmen auf seiner Internetseite. So können Krankheitsausbrüche deutlich früher erkannt werden.
Das KI-Modell könne mit über 91 % Genauigkeit eine Reaktion des Immunsystems erkennen, erklärt Optifarm-CEO David Speller. Und das zwei bis drei Tage, bevor sichtbare Symptome auftreten. Landwirtschaftliche Betriebe können das System ohne zusätzliche Hardware anwenden, denn dieses nutzt bereits vorhandene Technik im Stall. Die Basisversion der App ist kostenlos, nur für tiefere Analysen und den Zugriff auf die Datenplattform fallen Gebühren an.
Topagrar
Britische Landwirt:innen schauen besorgt in die Zukunft
In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Staaten macht sich unter Landwirt:innen vermehrt eine pessimistische Stimmung breit. Eine aktuelle Umfrage unter britischen Landwirt:innen hat alarmierende Ergebnisse zutage gebracht. Rund die Hälfte der 200 Befragten hat erklärt, in den vergangenen 12 Monaten aus finanziellen Gründen über den Ausstieg nachgedacht zu haben.
Wie der Farmdex Reports 2025 ergeben hat, gehen zudem 40 Prozent der britischen Bauern davon aus, dass sie ihr Berufsfeld innerhalb der nächsten 10 Jahre verlassen werden müssen. Lediglich 12 Prozent der Befragten schauen optimistisch in die Zukunft. Der sogenannte „Farmdex Optimism Index“ liegt bei -38 Prozent, was die weitverbreitete Sorge um die Zukunft des britischen Agrarsektors widerspiegelt. Niedrige Gewinnspannen und steigende Kosten sorgen für eine pessimistische Stimmung bei einem Großteil der Landwirt:innen. 35 Prozent berichten von Verlusten oder einer Situation, in der lediglich die Ausgaben gedeckt werden.
Die Krise hat auch massive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Bauern und Bäuerinnen. Mehr als 61% gaben an, dass sich ihr Beruf negativ auf ihre mentale Gesundheit auswirkt. Zu der unbezahlten Familienarbeit, die in 60 Prozent der Betriebe notwendig ist, kommen generell lange Arbeitszeiten mit teils weit mehr als 40 Stunden pro Woche. Bei 36 Prozent sind es in der Hochsaison sogar über 70 Stunden.
Weiterhin machen sich 86 % große Sorgen um die langfristige Ernährungssicherheit in Großbritannien. Nahezu alle Befragten fordern Investitionen, um die Versorgungssicherheit zu bewahren.
Agrarheute
Schweiz intensiviert Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen
Die Entstehung von Resistenzen gegen antimikrobielle Arzneimittel nimmt weltweit zu. Die Schweiz plant daher eine Intensivierung der Maßnahmen, um die Ausbreitung zu verhindern. So sollen auch die Krankenhäuser verstärkt unterstützt werden.
„Die Situation ist dramatisch, es ist sicher etwas, das man ernst nehmen muss“, erklärt die Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Anne Lévy. „Multiresistente Keime und die Tatsache, dass nicht mehr jedes Antibiotikum für jede Infektion nützlich ist, gehören zu den großen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit.“
Eine der Maßnahmen ist, dass sogenannte „Antimicrobial Stewardship“-Programme, die unter anderem die Überwachung von Antiobiotikaeinsätzen und Resistenzen umfassen, in möglichst vielen Krankenhäusern des Alpenstaates implentiert werden. „Wir spüren in den letzten Jahren eine Zunahme an multiresistenten Keimen“, sagt Nina Khanna, Chefärztin für Infektiologie am Universitätsspital Basel. Das USB ist eines der wenigen Krankenhäuser, das bereits mit dem Programm arbeitet.
Mit einem entsprechenden Aktionsplan und der laufenden Revision des Epidemiegesetzes sollen nach Angaben des Bundes die Grundlagen zur Prävention und Bekämpfung von Resistenzen geschaffen werden. Dabei sollen gemäß des One-Health-Prinzips auch die Veterinärmedizin und Landwirtschaft einbezogen werden, wie Lévy betont.
Um die Resistenzen weiter zu reduzieren, sei es von großer Bedeutung, dass Antiobiotika stets zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge eingesetzt werden. Zudem müsse die Bevölkerung besser aufgeklärt werden, wie zum Beispiel, dass übrig gebliebene Antibiotikamengen nicht in den Hausmüll gehören, sondern zur Apotheke zurückgebracht werden müssen, so die BAG-Direktorin abschließend.
Mehr Informationen zu Antibiotika-Resistenzen bei Nutztieren und wie der Einsatz von Antibitika bei Nutztieren zur Verringerung der Resistenzen minimiert werden kann, gibt es auf der Lernplattform VetMAB.de.
Schweizerbauer
MSD Tiergesundheit mit EDDI-Award 2025 ausgezeichnet
Der EDDI-Award wird seit 1993 vom Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) verliehen und gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Prämiert werden Unternehmen, die mit innovativen, integrierten und kundenzentrierten Dialogstrategien langfristig erfolgreich sind. Einer der beiden diesjährigen Preisträger ist die MSD Tiergesundheit. Der DDV hat das Unternehmen für sein herausragendes, kundenzentriertes und langfristig erfolgreiches Dialogmarketing ausgezeichnet.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die Jury die erfolgreiche Umsetzung der konsequenten, dialogorientierten und datengetriebenen Kommunikation mit Tierärzt:innen, Tierhaltenden und Landwirt:innen im Rahmen der besonderen regulatorischen Anforderungen im Pharmabereich. Die individuelle Ansprache des Preisträgers erfolgt mit Hilfe gezielter Segmentierung, digitaler Weiterbildungsangebote und innovativer Lead-Generierungsprojekte.
„Unser Ziel ist es, Tiergesundheit im echten Dialog mit unseren Partnern gemeinsam zu verbessern“, betonte Nico Wohlschlegel, Director Marketing Operations & Business Excellence bei MSD Tiergesundheit. „Der EDDI bestätigt unseren Weg, Technologie, Wissen und Empathie zu verbinden, um langfristige Beziehungen aufzubauen.“
DDV
Trump-Forderungen sorgen für Unmut bei Rinderhaltern
US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlprogramm versprochen, die Lebensmittelpreise zu senken. Aufgrund der stetig abnehmenden Zahl der Rinderbestände in den USA und der weiterhin hohen Nachfrage sind die Preise für Rindfleisch aktuell jedoch sehr hoch. Die Preissteigerungen in dem Sektor übertrafen die allgemeine Lebensmittelinflation, die bei 3,1 % lag, deutlich.
Um das Problem zu lösen und sein Versprechen dennoch einzuhalten, hat Trump die Viehzüchter über die sozialen Medien angehalten, ihre Preise zu senken, was bei den Rinderhalter:innen für massive Kritik gesorgt hat. Trump hatte zudem angekündigt, mehr Rindfleisch aus Argentinien zu importieren und damit die US-Importe potenziell zu vervierfachen, was die Proteste seitens der Landwirt:innen weiter angefacht hat.
Nach Informationen des US-Landwirtschaftsministeriums haben die USA seit 2017 über 150.000 Rinderfarmen verloren, was einem Rückgang um 17 % entspricht. Aktuell befindet sich der Rinderbestand auf dem niedrigsten Niveau seit fast 75 Jahren, was die Sorgen der Viehzüchter um ihre Existenzgrundlage ohnehin nährt, ebenso wie auch die starken Dürreperioden in den vergangenen Jahren. Abgesehen davon hätten sie auch gar keinen Einfluss auf die Supermarktpreise. Derrell Peel, Professor für Agrarökonomie an der Oklahoma State University, geht davon aus, dass die Preise mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts hoch bleiben werden, da die Wiederaufbau der Bestände Jahre dauert.
Trump versicherte den Landwirt:innen daraufhin, er helfe ihnen auf anderem Wege und verwies auf die Zölle, die die Importe aus Brasilien einschränkten. „Es wäre schön, wenn sie das verstehen würden, aber sie müssen auch ihre Preise senken, denn der Verbraucher spielt in meinen Überlegungen eine sehr große Rolle“, schreibt Trump. Doch auch das konnte die Empörung der Viehzüchter nicht schmälern.
Topagrar
Tierwohl-Gipfel im BMELH enttäuscht Teilnehmende
Am 14. Oktober 2025 hatte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) mehr als 30 Verbände zu einem ersten Tierwohl-Gipfel eingeladen. Man wollte über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland sprechen und eine klare Richtung mit Bekenntnissen erarbeiten. Herausgekommen ist stattdessen noch mehr Verwirrung, welchen Weg die Bundesregierung in Zukunft einschlagen möchte. Denn die von den Teilnehmenden erhoffte, klärende Diskussion im Anschluss an die Darlegung der verschiedenen Positionen blieb aus.
Immerhin sei es den Teilnehmenden gelungen, den gesellschaftlichen Konsens für eine bessere Tierhaltung dem Minister deutlich zu spiegeln. Dieser Wille zeige sich an der hohen Nachfrage nach Produkten aus Bio-Tierhaltung, meint Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Höfe brauchen Planungssicherheit, um investieren zu können, daher verträgt es keinen Aufschub, auch um Vertrauen zurückzugewinnen.“
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, warnte davor, ein falsches Signal zu senden. „Wer den bereits mühsam erkämpften Konsens zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft und Tierschutz einfach unter den Tisch fallen lässt, verspielt nicht nur Vertrauen, sondern gefährdet auch die Zukunftsfähigkeit der Tierhaltung in Deutschland“, so Schröder. Den Umbau der Tierhaltung jetzt zu stoppen oder zu verzögern, „wäre ein Rückschritt – nicht nur für den Tierschutz, sondern für die gesamte Landwirtschaft.“
Einig waren sich die anwesenden Verbände über die Enttäuschung, dass Bundeslandwirtschaftsminister Rainer zentrale Instrumente zum Umbau der Tierhaltung aufgebe oder blockiere. Dazu gehörten das Ende des Bundesprogramms für den Umbau der Tierhaltung, das Ausbleiben ernsthafter Bemühungen um eine ausreichende finanzielle Ausstattung im Bundeshaushalt sowie die Absage an mögliche Finanzierungsinstrumente wie eine Tierwohlabgabe oder eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte. Es sei zudem unverständlich, warum man den Konsens der Borchert-Kommission und deren Protagonisten in der aktuellen Diskussion nicht nutze. Vor diesem Hintergrund könne man sich schon fragen, „was solche Runden beim Minister bringen und zu was sie gut sein sollen“, hieß es.
Agrarheute
Geflügelpestausbrüche in mehreren Bundesländern
In Deutschland gibt es mehrere Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI), auch Geflügelpest genannt. Betroffen ist ein Betrieb im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Dort mussten rund 2.900 Enten gekeult werden. Im Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern ist ein Gänsebetrieb mit rund 3.000 Tieren betroffen.
Auch in einer privaten Geflügelhaltung mit mehr als 1.000 Gänsen und Enten in Ostthüringen sowie in Merkendorf im Landkreis Greiz in Thüringen ist das Virus nachgewiesen worden.
Anfang Oktober 2025 wurde außerdem aus Nordrhein-Westfalen ein Ausbruch in einem Bestand in Delbrück-Lippling mit gut 10.800 Tieren bestätigt, die alle getötet werden mussten.
Agrarheute.com
Wölfe haben in Deutschland günstigen Erhaltungszustand erreicht
Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat sich auf den sogenannten „günstigen Erhaltungszustand“ des Wolfs in der kontinentalen Region geeinigt. Die Übermittlung an die EU-Kommission erfolgte am 13. Oktober 2025. Diese Feststellung ermöglicht den Ländern künftig eine leichtere Handhabe im Umgang mit Wölfen, die beispielsweise Weidetiere reißen. Bei allen Maßnahmen wird aber weiterhin maßgeblich sein, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs erhalten bleibt. Der Wolf soll nun ins Jagdgesetz aufgenommen werden, damit Wölfe rechtssicher entnommen werden können.
Die Umweltschutzorganisation WWF hält dagegen, dass die Anzahl der Übergriffe und der geschädigten Tiere 2024 im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Es brauche einen flächendeckenden Herdenschutz und schnelle effektive Entnahmen von Wölfen, aber keine Abschussqoute.
Agrarheute
BTV-8 in Baden-Württemberg nachgewiesen
Erstmal seit 2019 ist in Baden-Württemberg wieder der Serotyp 8 des Blauzungenvirus (BTV-8) nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Betrieb im Ortenaukreis. Landwirtschaftsminister Peter Hauk empfiehlt den Landwirt:innen daher dringend, ihre Wiederkäuer impfen zu lassen. „Durch die Entwicklung der Seuchensituation in den vergangenen Wochen bestand insbesondere entlang der Grenze zu Frankreich ein hohes Eintragsrisiko für Blauzungenvirus (BTV) der Subtypen 4 und 8 nach Baden-Württemberg. Daher rufe ich alle viehhaltenden Landwirtschaftsbetriebe im Land dazu auf, das Impfangebot des Landes und der Tierseuchenkasse zu nutzen und ihre Rinder, Schafe und Ziegen gegen alle Blauzungenvirusvarianten zu impfen“, sagte der Minister.
Bislang haben sich die Impfungen in der Bundesrepublik auf den Serotyp 3 konzentriert. Nun sollte zumindest in Baden-Württemberg auch gegen BTV-8 geimpft werden, da die BT-Impfungen nur zu einer Serotyp-spezifischen Immunität führen. Entsprechend ist eine Impfung gegen jeden einzelnen Serotyp erforderlich.
Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Förderprogramm zur Wildtierrettung mittels Drohnen wird fortgesetzt
Trotz großer Sparzwänge hat der Haushaltsausschuss des Bundestages die Förderung von Drohnen zur Rehkitzrettung auch für das kommende Jahr bewilligt, wie die SPD-Berichterstatterin Esther Dilcher mitteilte.
Denn das Förderprogramm erfreut sich großer Nachfrage. Bereits im Mai 2025 musste das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) wegen der hohen Nachfrage den Etat für das Anschaffen von Drohnen von 1,5 Mio. auf 2,5 Mio. € erhöhen.
Gleichzeitig sei das Agrarressort jedoch angehalten, die Projektträgerkosten im eigenen Zuständigkeitsbereich generell auf 5 % vom Gesamtvolumen des Förderprogramms zu begrenzen. Begründete Ausnahmen von dieser Begrenzung bedürfen demzufolge der Zustimmung des Haushaltsausschusses.
Agrarheute
Neuer BHV-1 Fall in NRW
In Nordrhein-Westfalen gibt es den nächsten Nachweis des Bovinen Herpesvirus 1 (BHV-1). Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Heek wurden sieben von 13 Rinder positiv auf das Virus getestet. Die Rinder wurden in den Bestand eingestallt worden, als die Allgemeinverfügung zur Seuchenabwehr noch gültig war – deshalb erfolgte nun eine Nachuntersuchung. Fällt der Test positiv aus, sollen die Tiere nach Möglichkeit geschlachtet werden. Der Betrieb wurde zudem offiziell gesperrt und weitere Tiere werden derzeit untersucht.
Leipzig bekommt Zuschlag für Weltimkerkongress 2029
Leipzig wird 2029 mit der Apimondia zum Treffpunkt der Imkerwelt. Die Messe Leipzig erhielt somit den Zuschlag, den größten Imkereikongress der Welt für den Deutschen Imkerbund (D.I.B.) und den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund zu organisieren und zu beherbergen. Die Entscheidung wurde auf dem gerade zu Ende gegangenen Kongress in Kopenhagen bekanntgegeben. „Wir danken der internationalen Imkergemeinschaft für das Vertrauen und laden alle ein, uns in vier Jahren in Leipzig zu besuchen“, sagt D.I.B.-Präsident Torsten Ellmann. „Ein besonderer Dank gilt allen Helfern und Bundesminister Alois Rainer für seine Schirmherrschaft.“
Der Kongress findet alle zwei Jahre statt. Erwartet werden Tausende Besucherinnen und Besucher. Neben Hunderten Vorträgen gibt es eine große Fachausstellung. „Als Ausrichter wollen wir den Kongress und die Stadt stärker verbinden“, sagt Ellmann. „Er soll auch für die Leipzigerinnen und Leipziger ein honigsüßes Erlebnis werden.“
Bienen dienen aber nur nachgelagert der Gewinnung von Honig. Eine riesige Bedeutung haben sie, gemeinsam mit Wildbienen und Hummeln, als Bestäuber.
Vorher werden sich aber noch Tausende Tierärztinnen und Tierärzte zwei Mal auf dem Messegelände in Leipzig treffen, um am Leipziger Tierärzte Kongress teilzunehmen. Dieser findet vom 15. bis 17. Januar 2026 statt. Der Ticketverkauf hat bereits begonnen.
Messe Leipzig
LSD breitet sich in Frankreich trotz Impfung weiter aus
In Frankreich breitet sich die Lumpy-Skin-Disease (LSD) weiter aus. Die Zahl der Nachweise war zuletzt zwar deutlich zurückläufig, nun wurde die Tierseuche jedoch im bislang unberührten Département Rhône nachgewiesen. Der betroffene Milchviehbetrieb liegt in der Gemeinde Saint-Laurent-de-Chamousset, rund 20 Kilometer westlich von Lyon, und damit viel weiter im Landesinneren als die Fälle zuvor. Diese konzentrierten sich bislang auf das Grenzgebiet zu Italien und zur Schweiz.
Übertragen wird das Virus vor allem von Gnitzen, die mit dem Wind bis zu 100 km zurücklegen können. Daher war versucht worden, durch einen 100 km breiten Impfgürtel, die weitere Ausbreitung zu unterbinden.
Die Landwirte bekommen unter bestimmten Umständen eine Entschädigung für Tiere, die aufgrund der Erkrankung getötet werden müssen.
LSD: Schweizer Landwirt:innen bleiben auf zusätzlichen Kosten sitzen
Nach dem ersten Ausbruch der Lumpy-Skin-Krankheit (Lumpy Skin Disease, LSD) in Frankreich am 29. Juni 2025 hat sich die Krankheit weiter in Richtung Schweizer Grenze ausgebreitet. Die Schweizer Regierung hatte daraufhin Überwachungszonen in verschiedenen Kantonen eingerichtet sowie eine Impfpflicht für sämtliche Rinder und Bisons in diesen Zonen ausgerufen.
Wegen der Einschränkungen im Handel und bei der Verarbeitung entstehen den Tierhaltenden in diesen Regionen zusätzliche Kosten. Beispielsweise können weder die Felle noch die Häute der geimpften Tiere verwertet werden, wie Nationalrat Christian Glur (SVP/AG) in einer offiziellen Anfrage schreibt. „Weil der Bund diese Zonen verordnet hat, erwarte ich, dass er die anfallenden Kosten für die Entsorgung übernimmt“, so Glur.
Der Bund lehnt die Übernahme dieser zusätzlichen Kosten ab. „Eine Entschädigung des Bundes ist nach Artikel 32 des Tierseuchengesetzes nur für (ganze) Tierverluste vorgesehen“, antwortete der Bundesrat. Nur bei einer Erkrankung gibt es eine Entschädigung, ansonsten muss die Landwirtin oder der Landwirt die Kosten tragen.
Für Tiere, die auf Anordnung der Behörde getötet werden, übernimmt der Bund die Entschädigung. Diese beträgt 90 Prozent des Schätzwertes, sagte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).
Schweizer Bauer
Liste zeigt Gefährdungsstufen von Nutztierrassen auf
Alle zwei Jahre veröffentlicht die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine Liste, die die einheimischen Nutztierrassen in Deutschland und deren Gefährdungsstufen aufzählt. Der Inhalt wird nach den Vorgaben des entsprechenden nationalen Fachprogramms erstellt. Dieses wurde im Jahr 2003 von der Agrarministerkonferenz verabschiedet, um erstellt, mit dem Ziel, die Nutzung einheimischer Nutztierrassen und deren Erhalt für nachfolgende Generationen sicherzustellen.
Das BLE legt den Gefährdungsstatus der einheimischen Nutztierrassen in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen fest. Der Gefährdungsstatus der in der Liste aufgeführten Nutztierrassen bildet die Entscheidungsgrundlage für staatliche Förderungen.
Die Broschüre ist kostenlos und kann beim Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) angefragt werden.
BLE
Transparenz von der Aufzucht bis auf den Teller
Um die Lebensmittelversorgung nachhaltiger und transparenter zu gestalten, hat das Unternehmen MSD Animal Health mit Sitz in den USA ein System entwickelt, um die Rückverfolgbarkeit von Schweinefleisch zu gewährleisten. Mit Hilfe von Tiergenotypisierung und Datenanalysen seien alle einzelnen Schritte der gesamten Wertschöpfungskette, von der Geburt über den Schlachthof bis hin zur Verarbeitung des Fleischstücks, abzurufen, teilt das Unternehmen mit. Das System basiert auf der DNA der Tiere, die bei der Schlachtung dokumentiert und mit einem Barcode versehen wird. Dieser wird mit dem Tier verknüpft und bleibt diesem zugewiesen.
Die neuartige Methode wird von der App LeeO begleitet, die Landwirt:innen, Forschenden und der verarbeitenden Industrie den gesamten Zyklus des Tieres aufzeigt. Die Registrierung des Schweinezyklus erfolgt mithilfe einer elektronischen Ohrmarke, die mit der LeeO-App verknüpft ist. Die elektronische Ohrmarke wird mit einem Scanner ausgelesen und mit der App verbunden. Die App zeichnet den Wachstumszyklus, die Verabreichung von Medikamenten und das Ernährungsmuster auf.
Nach Informationen von MSD Animal Health gibt es in Irland bereits 280 Betriebe, die das System nutzen.
Schweizerbauer
Bundesverband der Klauenpflegenden gegründet
Ende August 2025 ist im Rahmen des Drei-Länder-Treffens Klauenpflege in Salzburg der Bundesverband der Klauenpflegenden gegründet worden. Der neue Fachverband mit Sitz in Berlin vertritt künftig bundesweit die Interessen von Berufsklauenpflegerinnen und -pflegern sowie weiterer in der Klauenpflege tätiger Fachkräfte.
Ziel des Bundesverbands ist es, die fachlichen, wirtschaftlichen und politischen Anliegen seiner Mitglieder zu bündeln und zu vertreten. Darüber hinaus engagiert sich der Verband für die Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie für die Verbesserung der Klauengesundheit bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Weiterhin soll die Bedeutung der Klauenpflege für das Tierwohl und die Landwirtschaft bestmöglich sichtbar gemacht werden.
Der Bundesverband strebt eine enge Zusammenarbeit mit der IKD (Interessenvereinigung Klauengesundheit Deutschland), dem VgK (Verein geprüfter Klauenpfleger), dem VKKD (Verein für Klauenpflege und Klauenhygiene) und allen weiteren relevanten Institutionen an.
Unterstützt wird der Bundesverband von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis, darunter Prof. Dr. Alexander Starke und Ulrich Peper.
Bundesverband der Klauenpflegenden
Bereits 900.000 Tiere in der Schweiz gegen BTV geimpft
Gnitzen werden vielerorts immer mehr zu einem Problem, da sie beim Blutsaugen verschiedene Krankheitserreger übertragen können. So auch das Virus der Blauzungenkrankheit (BTV). Die Krankheit kommt bei Schafen und Rindern vor und sorgt für Tierleid sowie wirtschaftliche Verluste bei den Landwirt:innen. Die BTV kommt inzwischen in vielen europäischen Ländern vor, so auch in der Schweiz und Deutschland. Aktuell treten vornehmlich die Serotypen BTV-3 und BTV-8 auf. Daher fördert die Schweizer Regierung die Impfung der Tiere und beteiligt sich an den Kosten. Seit Februar 2025 sind rund 900.000 Tiere zumindest gegen einen Serotyp geimpft worden. Die Impfung leistet einen wichtigen Beitrag zur Abmilderung des Krankheitsverlaufs.
Schweizer Bauer
Erste Genehmigung zur Weideschlachtung von Schweinen in Niedersachsen erteilt
Niedersachsen geht einen weiteren Schritt Richtung mehr Tierschutz und hat eine erste Genehmigung zum Schlachten von Schweinen auf der Weide erteilt.
Die Genehmigung besitzt jetzt Landwirt Alexander Schmidt aus der Lüneburger Heide. Er hält rund 70 Berkshire-Schweine in Freilandhaltung. Diese Tiere darf er seit Juni 2025 direkt auf der Weide schlachten. Dafür verwendet er ein mobiles Schlachtmodul. Nach der stressfreien Betäubung bluten die Tiere dort aus. Ein amtlicher Veterinär überwacht jeden Schritt.
Die Vorteile: der mit der Schlachtung verbundene Stress durch den Transport und das Abladen in ungewohnter Umgebung entfallen. Die Nachteile: sehr hoher organisatorischer und personeller Aufwand sowie ein mit nur zwei Schlachttieren pro Stunde sehr geringer Output. Für Alexander Schmidt aber der richtige Weg, sowohl für die Tiere, als auch für ihn emotional.
az-online
FAO-Experten befürchten Pandemie durch HPAI
Immer mehr Experten sehen die ansteigende Gefahr einer Pandemie, hervorgerufen durch das Virus der Geflügelpest (HPAI). Denn das Virus ist längst nicht mehr nur ein Problem für Geflügel. Inzwischen erkranken auch 83 Säugetierspezies inkl. dem Mensch an dem Virus. Hinzu kommen zahlreiche Ausbrüche bei Wildvögeln und Nutzgeflügel weltweit, wie auch auf dem ersten globalen Dialog im brasilianischen Foz do Iguacu der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) besprochen wurde. Hier ging es neben der Erfassung des Status quo vor allem um den Umgang mit der Sitaution und um mögliche Gegenmaßnahmen.
Der stellvertretenden FAO-Generaldirektorin Beth Bechdol zufolge ist die Geflügelpest keine sporadische Bedrohung mehr. Das Geschehen entwickele sich zu einer globalen Herausforderung. Eine praktische, wissenschaftlich fundierte Zusammenarbeit bezeichnete sie als unerlässlich. Anders könnten die Agrar- und Ernährungssysteme sowie die öffentliche Gesundheit nicht geschützt werden.
Unterdessen wurden auch aus Mecklenburg-Vorpommern zwei neue Ausbrüche mit dem Geflügelpestvirus vom Typ H5N1 gemeldet. Betroffen sind rund 5.000 Enten im Landkreis Rostock, die alle getötet werden müssen. Dies zeige, dass es in Deutschland inzwischen ein beständiges Risiko für den Eintrag des Virus gibt, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilt. Um so wichtiger sei es, die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen und einzuhalten.
Eine entsprechende Fortbildung zu den Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben finden Tierärzt:innen bei Myvetlearn.de.
Schweizer Bauer
Kostenfreie FVE-Veranstaltung zur Antibiotikaminimierung
Den Einsatz von Antibiotika weltweit bei Mensch und Tier zu reduzieren ist eine wesentliche Maßnahme zum Vorbeugen von Resistenzen. So auch bei Nutztieren, weshalb die Europäischen Kommission die Schulung AMRFV (Antimicrobial resistance hands-on training for farmers and veterinarians) für Landwirte und Tierärzte in Frankfurt finanziert, die von der Federation of Veterinarians of Europe (FVE) und der spanischen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte (AEMPS) organisiert und umgesetzt wird. Die Schulung findet am 8. Oktober 2025 in Frankfurt statt. Wer sich bis zum 15.9.2025 anmeldet, kann nicht nur kostenfrei teilnehmen, sondern es werden auch die Kosten für die Anreise, Unterkunft und Verpflegung während der Veranstaltung übernommen.
In der Schulung wird über den Inhalt und die Auswirkungen der Verordnungen (EU) 2019/4 (Fütterungsarzneimittel) und 2019/6 (Tierarzneimittel) aufgeklärt. Die damit verbundenen Verpflichtungen in Bezug auf die Verschreibung und Verwendung von Antibiotika bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, werden dargelegt.
Es soll ein dynamischer Austausch stattfinden zu bewährten Verfahren aus der praktischen Arbeit von Tierärzten und Landwirten im Hinblick auf mögliche Ansätze für einen geringeren Bedarf an Antibiotika in der Praxis. In Kleingruppen wird diskutiert und die Schlussfolgerungen werden abschließend vorgestellt.
Für eine Vernetzung der Teilnehmenden ist ausreichende Zeit während des Mittag- und Abendessens sowie in den Kaffeepausen eingeplant.
Detaillierte Konditionen finden sich hier >>>
QS-Betriebe setzen weniger Antibiotika ein
Ende August 2025 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) neue Zahlen zum Antibiotikaverbrauch bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten im Jahr 2024 im Vergleich zu Daten aus 2023 veröffentlicht. Erkennbar ist ein Anstieg des Antibiotikaverbrauchs im Jahr 2024. Allerdings wird auch bei QS seit mehr als 10 Jahren der Antibiotikaeinsatz bei den QS-Systempartnern systematisch erfasst. Der Vergleich der beiden Auswertungen – staatlich und QS – zeigt einen geringeren Anstieg der eingesetzten Antibiotika als in der staatlichen Erfassung. Bei QS-Betrieben beträgt dieser 3,5 %, wohingegen das staatliche Monitoring einen Anstieg von 6 % verzeichnete. Betrachtet man den Antibiotikaeinsatz bei einzelnen Tiergruppen, ging der Antibiotikaverbrauch im QS-System sogar zurück, wie beispielsweise bei den Jungsauen (- 4 %). Für Sauen reduzierte sich der Einsatz um 5 %, bei Hühnern (Elterntiere) lag die Reduktion sogar bei 24 %.
Positiv fällt zudem auf, dass sich der Einsatz von Polypeptidantibiotika, zu denen u.a. Colistin zählt, bei QS insgesamt um 3,5 % verringerte. Speziell bei den Masthühnern reduzierte sich der Verbrauch im QS-System sogar um über 10 %. Im staatlichen Monitoring hingegen zeigte sich bei keiner Wirkstoffklasse eine Reduktion gegenüber dem Vorjahr.
Auch beim Vergleich der Verbrauchsmengen in den einzelnen Tiergruppen zeigt sich ein anderes Bild zugunsten der QS-Systempartner. Bei Mastschweinen stieg der Antibiotikaeinsatz bei QS um 4 % (BfR: 9 %), bei Aufzuchtferkeln um knapp 6 % (BfR: 15 %). Für Mastputen lag der Anstieg im QS-System bei 7 % – ebenfalls geringer als im staatlichen Monitoring (9%). Bei Masthühnern wurde im QS-System sogar ein leichter Rückgang von 0,35 % verzeichnet, im Gegensatz zu einem Anstieg von 1 % laut BfR.
Insgesamt zeigt sich, dass eine differenzierte Betrachtung der Daten sinnvoll ist, um Entwicklungen in der deutschen Nutztierhaltung und gezielt im QS-System einschätzen zu können.
Um die Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei Nutztieren geht es auch in der kostenfreien Fortbildungsveranstaltung für Tierärzt:innen und Landwirt:innen „Maßnahmen zur Bekämpfung der Resistenz gegen antimikrobielle Mittel“ der FVE in Frankfurt am 8. Oktober 2025 sowie auf der Lernplattform VetMAB.de.
QS
Schweinebestand in Niedersachsen erstmals unter 7 Millionen Tieren
Niedersachsen ist das Bundesland in Deutschland mit dem höchsten Schweinebestand. Doch auch hier ziehen sich immer mehr Landwirt:innen aus der Schweinehaltung zurück. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der in Niedersachsen gehaltenen Schweine um 3,7 Prozent gesunken. Nach Informationen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) gab es zum Stichtag 3. Mai 2025 noch etwas mehr als 6,86 Mio. Schweine in niedersächsischen Ställen.
Damit ist erstmals seit 28 Jahren die Sieben-Millionen-Marke unterschritten worden. Niedersachsen liegt damit auch weit unter dem bundesdeutschen Vergleich. In ganz Deutschland ist der Schweinebestand um 1,2 % auf insgesamt 20,9 Mio. zurückgegangen. Gleichzeitig sank die Zahl der Schweine haltenden Betriebe um 300 auf nunmehr 3.700 (-7,2 %). Im Bundesdurchschnitt gaben 3,3 % die Haltung auf.
Gemäß den Zahlen der aktuellen Statistik zeigt sich auch, dass die Landwirt:innen vermehrt nicht mehr nur den alleinigen Fokus auf die Schweinehaltung legen. Stattdessen bauen sie sich zur Krisenabfederung sowie der Existenzsicherung ein weiteres Standbein auf, was Pascal Leddin, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, sehr begrüßt. „In vielen Fällen beginnen die Programme zur Diversifizierung in der Schweinehaltung zu greifen“, sagt der Politiker. Ziel sei es, die Betriebe, die aufgrund des Strukturwandels unter Druck stehen, widerstandsfähig zu machen.
LSN
Proplanta
Schweiz lässt weitere 1.700 Rinder gegen LSD impfen
In Frankreich breitet sich die Lumpy-Skin-Disease (LSD) weiter aus. Erstmals war die LSD Mitte August 2025 bei einem Rind im französischen Departement Ain nachgewiesen worden. Der Ausbruch hatte zur Folge, dass alle zur Herde gehörenden Tiere geschlachtet werden mussten. Nun wurde ein zweiter Ausbruch der Rinderkrankheit im gleichen Departement bekannt.
Da das Ausbruchsgeschehen lediglich 50 Kilometer von der Grenze zur Schweiz entfernt liegt, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Überwachungszone für die Lumpy-Skin-Disease ausgeweitet. Bisher gab es noch keine LSD-Ausbrüche in dem Alpenstaat. Zum Schutz der Bestände und zur Vermeidung der Ausbreitung müssen nun rund 1.700 Rinder sowie alle Büffel und Bisons in elf Gemeinden im Bezirk Nyon gegen die LSD geimpft werden.
Frankreich hatte bereits am 18. Juli 2025 eine groß angelegte Impfkampagne für die 310.000 Rinder in den von der LSD betroffenen Departements sowie in den angrenzenden Regionen gestartet.
Das BLV hat zur Bekämpfung der Tierseuche in verschiedenen Kantonen der Schweiz Überwachungszonen mit Impfpflicht eingerichtet. Nach Informationen des Bundesamtes wurden in diesen Zonen bereits alle Rinder, Büffel und Bisons geimpft. Außerhalb dieser Überwachungszonen sind Impfungen gegen die LSD verboten.
Stechinsekten wie Bremsen, Fliegen, Gnitzen oder Stechmücken sowie Milben und Zecken sind Überträger des Virus. Eine Übertragung ist aber auch durch direkten Tierkontakt, infiziertes Sperma, unbehandelte Tierhäute und Felle sowie Rohfleisch- und Rohmilchprodukte und durch daraus gewonnenes Tierfutter inklusive Kolostrum möglich, so das BVL.
Schweizerbauer
Komplettförderung soll Akzeptanz für den Wolf stärken
Das Land Brandenburg fördert Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren gegen Wölfe zu 100 Prozent. Die Komplettförderung hat das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) nach Gesprächen mit dem Ministerium der Finanzen und (MdFE) verkündet.
„Damit wurde eine gute Entscheidung für den Brandschutz in unseren Wäldern und für die Akzeptanz des Wolfes im Land Brandenburg getroffen. Sowohl für den Bau von Löschwasserbrunnen als auch wirksame Maßnahmen, die die Herden unserer Weidetierhalterinnen und -halter gegen Angriffe von Wolfsrudeln schützen, gibt es ein großes gesellschaftliches Interesse. Deshalb halten sowohl wir als auch das Finanzministerium eine 100-Prozent-Förderung für angemessen und gerechtfertigt“, erklärt Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt.
Dem Beschluss zu Folge werden die Maßnahmen der Weidetierhalter:innen für ihre Herdenschutzmaßnahmen zu 100 Prozent gefördert.
„Das wird die Akzeptanz des Wolfes in Brandenburg erhöhen. Ein wirksamer Herdenschutz ist einer der wichtigsten Bausteine für ein erfolgreiches Wolfsmanagement“, hofft die Ministerin.
MLEUV
Zuverlässige Erkennung von Kühen mit KI
Besonders in großen Milchviehbetrieben besteht die Schwierigkeit, einzelne Kühe zuverlässig zu identifizieren. Denn die Grundvoraussetzung für eine zielgerichtete Behandlung ist eine sichere Tieridentifikation. Abhilfe schafft eine Bildanalyse, die durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützt wird. Forschende der Hochschule Osnabrück haben in einem aktuellen Projekt ein solches KI-basiertes System entwickelt, das der individuellen Identifikation von Milchkühen dient.
Im Rahmen des Projektes IQexpert ist ein großer Datensatz entstanden, der die Basis für weitere Forschungen bildet. Das Hauptziel der Studie war es, Eutererkrankungen bei Milchkühen künftig gezielter und gleichzeitig konform zu aktuellen EU-Richtlinien zu behandeln. Dafür bedarf es zwingend einer sicheren Identifikation jeder einzelnen Kuh im Melkstand.
„Im Melkstand sind die Tiere zudem oft nur von hinten zu sehen. Bestehende Systeme zur Tieridentifikation stoßen hier also an ihre Grenzen oder arbeiten zu ungenau“, erklärt Sebastian Möller, wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Projekt.
Mit Hilfe von KI konnten in einem ersten Testlauf 23 Kühe mit rund 9.000 händisch aufgenommenen Bildern erfasst werden. Anschließend wurde die KI auf bildbasierte Identifikation trainiert. „Trotz der vergleichsweise kleinen Datenbasis waren die Ergebnisse vielversprechend“, sagt Dr. Karsten Morisse, Professor für Medieninformatik an der Hochschule Osnabrück und Projektleiter von IQexpert.
Mit Unterstützung einer stationären Kamera auf dem Testbetrieb Leyschulte-Steer GbR in Westerkappeln, die mithilfe von Transponderdaten zuordnen konnte, welches Tier sich gerade im Bild befand, ist ein Datensatz von fast einer Million Einzelbildern entstanden, mit dem ein erweitertes Modell für 120 Tiere trainiert werden konnte. Das Ergebnis: In 93 Prozent der Fälle wird das richtige Tier erkannt.
„Die entwickelte Lösung läuft auf mobilen Geräten wie Smartphones und kommt ohne Cloud oder Server aus – eine Voraussetzung für den einfachen Einsatz im Stall oder auf der Weide“, erklärt Matthias Hölscher, wissenschaftliche Mitarbeiter im Projekt.
Hochschule Osnabrück
KI im Stall: Forschende plädieren für sorgfältige Entwicklung und Implementierung
Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe nutzen automatisierte Prozesse bei der Bewertung der Gesundheit ihrer Nutztiere. Auch Systeme, die von Künstlicher Intelligenz (KI) gestützt sind, halten nach und nach Einzug in die Ställe.
Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, dass die Entwicklung solcher Systeme mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist. Das Team um Borbala Foris vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften hat sich daher näher mit KI-gestützten Systemen zur automatisierten Bewertung des Tierwohls beschäftigt.
„Die größte Herausforderung besteht darin, KI-Systeme zu entwickeln, die nicht nur präzise, sondern auch ethisch vertretbar sind. Wir müssen sicherstellen, dass die Technologie die Bedürfnisse der Tiere wirklich widerspiegelt und nicht nur auf Effizienzsteigerung abzielt,“ erklärt Studien-Co-Autor Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni.
Eine Herausforderung bei der Entwicklung der KI-gestützten Systeme liegt darin, dass es bislang keine validierten Indikatoren für die Bewertung gibt. Zudem müssen geeignete Indikatoren für das Tierwohl ausgewählt werden. Die untersuchten Systeme zeigten teilweise nur moderate Ergebnisse, z.B. hinsichtlich der Bewertung der Sauberkeit der Kühe.
Auch ethische und soziale Aspekte wurden in der Studie beleuchtet. Die Forschenden weisen darauf hin, dass das Einbinden von Expert:innen aus dem Bereich der Tierwohlwissenschaften entscheidend sei, um valide und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig warnen sie vor möglichen „Rebound-Effekten“, bei denen Landwirt:innen sich zu stark auf KI-basierte Systeme verlassen und die persönliche Beobachtung der Tiere vernachlässigen könnten. Zudem sollte die KI menschliche Entscheidungen lediglich unterstützen, aber nicht vollständig ersetzen.
„Künstliche Intelligenz sollte als Werkzeug verstanden werden, das Landwirt:innen unter die Arme greift, jedoch nicht ersetzt. Nur durch die Kombination von menschlichem Fachwissen und KI-gestützten Analysen können wir nachhaltige Verbesserungen im Tierwohl erreichen,“ betont Studienerstautorin Borbala Foris, Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften der Vetmeduni.
Auch auf dem Netzwerktreffen Netzwerk Fokus Tierwohl des Verbands der Landwirtschaftskammern wird am 17. September 2025 in Berlin der Frage nachgegangen, wie künstliche Intelligenz das Tierwohl beeinflussen und welche Gefahren vom Einsatz von KI ausgehen können.
Vetmeduni Wien
Novelle des Tierarzneimittelgesetzes soll Bürokratieabbau voranbringen
Tierärzt:innen, Tierhaltende und landwirtschaftliche Betriebe sollen hinsichtlich der Bürokratie spürbar entlastet werden. Das sieht unter anderem der Gesetzentwurf des Tierarzneimittelgesetzes vor, den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) vorgelegt hat und bereits vom Bundeskabinett beschlossen wurde.
„Wir bauen Bürokratie mit System ab und räumen dort auf, wo Vorschriften zu viel Aufwand bedeuten, ohne dass es einen Mehrwert bringt. Mit diesen Gesetzesänderungen setzen wir europäisches Recht 1:1 um, entlasten Tierärzte, Betriebe und Behörden – und machen damit weiter Tempo beim Bürokratieabbau“, erklärt Bundesminister Alois Rainer.
So sollen im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzepts ab dem 1. Januar 2027 die vorgeschriebenen Mitteilungen auf eine jährliche Meldung reduziert werden. Zudem soll laut Novelle die Erfassung des Antibiotikaverbrauchs bei Hunden und Katzen, die entgegen der EU-Vorgaben in Deutschland bereits ab dem 1. Januar 2025 vorgesehen war, um vier Jahre auf Anfang 2029 verschoben werden.
Der Gesetzesentwurf sieht allerdings auch vor, dass die verpflichtende Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten auf Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, bestimmte Fischarten, Pferde und Kaninchen zur Lebensmittelgewinnung ausgeweitet werden. Weiterhin sollen neue Regelungen zum Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel durch Tierärzt:innen beschlossen werden. Dieser soll dann im Einzelfall bei Einhaltung bestimmter Bedingungen zulässig sein.
Der Gesetzentwurf geht nun in das parlamentarische Verfahren.
BMLEH
Öl der Schwarze Soldatenfliege für mehr Tierwohl
Die Larven der schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) werden in Deutschland schon seit längerem in Form von Insektenmehl als Futterzusatz für Schweine und Geflügel verwertet. Diese eignen sich besonders wegen des hohen Proteingehalts, und auch, weil sie keine Abwehrgiftstoffe produzieren sowie keine Krankheitserreger an ihre Umwelt übertragen.
Eine aktuelle Studie der Hebräischen Universität Jerusalem hat nun belegen können, dass daraus hergestelltes Öl eine starke entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung hat. Die Untersuchungen zeigten, dass eine speziell hergestellte Form von BSFL-Öl – genannt MBSFL – wichtige Entzündungssignale in Immunzellen reduzieren kann, ohne die positiven Immunfunktionen zu beeinträchtigen. Die Nutzung des Öls der Schwarzen Soldatenfliege könnte demnach auch zu mehr Tiergesundheit und Tierwohl in der Nutztierhaltung beitragen.
„Wir suchen ständig nach Möglichkeiten, unsere Abhängigkeit von synthetischen Zusatzstoffen in der Landwirtschaft zu verringern“, erklärt Prof. Bertha Schwartz von der Robert H. Smith Fakultät für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt. „Das Spannende daran ist, dass das Öl aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege nicht nur ein nachhaltiges Nebenprodukt ist, sondern auch eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Immungesundheit von Tieren auf natürliche Weise spielen kann.“
Eine modifizierte Version des Öls könne schädliche Entzündungssignale unterdrücken und gleichzeitig die Gesundheit des Stoffwechsels unterstützen, so Schwartz. Besonders in der Geflügel- und Schweineproduktion hat das MBSFL-Öl ein großes Potenzial für einen Futtermittelzusatz mit funktionalen gesundheitlichen Vorteilen.
Während sich die aktuelle Studie auf menschliche Immunzellen im Labor konzentriert, merkt das Forscherteam an, dass diese Ergebnisse die Grundlage für Versuche an Nutztieren bilden und neue Türen für die Entwicklung funktioneller Futtermittel in der nachhaltigen Landwirtschaft öffnen könnten.
Agrarheute
Landwirt:innen sollten Grenzen der Technik kennen
Dank der voranschreitenden Digitalisierung kommen immer mehr Tools auf den Markt, die auch den Landwirt:innen ihre Arbeit im Stall erleichtert. So können Wärmebildkameras, die auch als Ansteckgerät für Smartphones angeboten werden, Schweinehalter:innen erste Hinweise auf Erkrankungen ihrer Tiere liefern, bei denen Fieber ein Symptom ist, und so helfen, auffällige Schweine mit möglicherweise erhöhter Körpertemperatur zu identifizieren.
Die Wärmebilder (Thermogramme) können jedoch keine Diagnosen stellen. Die Thermografie kann lediglich grob Temperaturen von rund 34 bis 35 °C. errechnen und Temperaturunterschiede am Tier sowie im Stall oder an der Stalleinrichtung sichtbar machen. Ob eines der Tiere Fieber, Entzündungen oder eine Hyperthermie aufweist, muss letztendlich der Landwirt oder ein Tierarzt/eine Tierärztin herausfinden.
Zudem haben verschiedene Faktoren, wie die Qualität der Kamera und die Umgebungstemperatur sowie der richtige Messwinkel einen Einfluss auf die Aussagekraft der Wärmebilder. Zudem können Metalle und spiegelnde Oberflächen für eine Verfälschung des Thermobildes sein und auch Sonnenlicht oder Kondenswasser im Außenbereich können Störfaktoren sein. Der Faktor Mensch bleibt am Ende (noch) entscheidend und unverzichtbar.
Agrarheute
Hansen drängt auf Lösung bei der Weidepflicht
Im Januar 2025 hat die Europäische Kommission endgültig festgelegt, dass Rinder, Schafe und Ziegen von Bio-Betrieben während der Weidezeit zwingend Zugang zu Weideland haben müssen. Dieser Beschluss hat zu einem politischen Streit geführt, dem die Forderung Bayerns und verschiedener Verbände nach einer Übergangsfrist bis 2030 zugrunde liegt. Zahlreiche tierhaltende Ökobetriebe haben große Probleme, die Verordnung umzusetzen und stünden vor dem Aus, wenn keine Ausnahmeregelung gefunden wird.
Wie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW) zu lesen ist, möchte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen dringend eine Lösung für die Biobetriebe bei der Weidepflicht finden, um nicht zu riskieren, dass noch mehr Betrieb aus der Biohaltung aussteigen.
Bayern drängt die EU-Kommission bereits seit längerem nach einer Härtefallregelung. Diese soll als Passage in die EU-Öko-Verordnung eingefügt werden, die es den zuständigen Behörden erlaubt, in einzelnen Härtefällen Ausnahmen von der Weidepflicht für einzelne Tiergruppen zu erteilen, falls ein Weidezugang aufgrund struktureller Gründe oder behördlicher Einschränkungen nicht möglich ist oder veterinärmedizinische Gründe gegen einen Weidegang sprechen.
Nach Plänen des EU-Agrarkommissars könnten gekoppelte Beihilfen die Tierhaltung stärken. „Landwirte haben dadurch die Chance, besser und mit mehr Voraussicht planen zu können“, so Hansen.
BLW
Strukturwandel in den Niederlanden lässt Nutztierhaltung schrumpfen
Der Strukturwandel in der niederländischen Schweinehaltung setzt sich weiter fort. Sowohl die Zahl der Schweine haltenden Betriebe als auch die der gehaltenen Schweine in den Niederlanden ist weiter gesunken. Laut offizieller Zählungen des Statistikbüros (CBS) wurden zum Stichtag am 1. April 2025 noch 9,96 Millionen Schweine gehalten, was einem Minus von 5,1% im Vorjahresvergleich entspricht. Damit rutscht der Schweinebestand erstmals seit 45 Jahren unter die 10-Millionen-Grenze.
Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Schweine haltenden Betriebe um 7,1% auf 1.900. Besonders von Aufgaben betroffen sind laut CBS Höfe mit weniger als 500 Schweinen und Betriebe mit 2.000 bis 5.000 Schweinen. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich, dass sich die Zahl der Schweinehalter:innen annähernd halbiert hat, von den kleinen Betrieben mit maximal 500 Tieren sind nur noch ein Drittel übrig geblieben. Parallel dazu kletterte die durchschnittliche Zahl der Schweine pro Betrieb auf 5.000 im Jahr 2025, was gegenüber 2015 einem Anstieg um 50% und gegenüber 2024 einer Steigerung um 2,4% entspricht.
Gemäß der offiziellen Statistik ist auch die Rinderhaltung von dem Strukturwandel betroffen. Ebenfalls zum Stichtag am 1. April 2025 wurden landesweit noch 3,65 Millionen Rinder gehalten, 3,3% weniger als ein Jahr zuvor. Den größten Rückgang verzeichnete die Nachzucht für die Milchviehhaltung, deren Bestand um 6,3% auf 910.000 Tiere sank. Die Zahl der Milchviehbetriebe reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,7% auf insgesamt 13.400. Gegenüber 2015 war das ein Rückgang um rund ein Viertel.
CBS
Jakobskreuzkraut-Challenge 2025
Das Jakobskreuzkraut (JKK) wird auf Deutschlands Weiden, vor allem in Norddeutschland, zunehmend zu einem Problem. Die gelbblühende Pflanze mit den 13 Blütenblättern wirkt auf den ersten Blick harmlos, ist aber für Weidetiere giftig. Vor allem Pferde können durch die im Jakobskreuzkraut enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide (PA) schwerste Leberschäden erleiden – mit teils tödlichem Verlauf. Das Landvolk Niedersachsen unterstützt deshalb die von der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland (VFD) gestartete „Jakobskreuzkraut-Challenge 2025“. Ziel ist es, durch Aufklärung, gezielte Aktionen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen das Ausbreiten der Giftpflanze zu verringern und zugleich Druck auf die Politik auszuüben, endlich verbindliche Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.
„Gerade in Heu oder Silage wird das Jakobskreuzkraut von Pferden nicht mehr erkannt – die bitteren Stoffe sind dann kaum noch wahrnehmbar. Schon geringe Mengen über einen längeren Zeitraum können zu chronischen Lebervergiftungen führen“, warnt Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. „Die tödlichen Fälle von Weidevergiftungen nehmen laut Landwirtschaftskammer gleichermaßen bei Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden zu“, führt der Milchviehhalter aus dem Weserbergland aus.
Die „Jakobskreuzkraut-Challenge 2025“ läuft seit dem 1. Mai und geht noch bis zum 31. August 2025. Dabei sammeln die Teilnehmer:innen Punkte – für das Ausreißen der Pflanzen, das Melden von Befallsflächen, Aktionen mit der Kommune oder für Medienbeiträge. Am Ende wird der aktivste Bezirksverband ausgezeichnet. Gleichzeitig entstehe durch die gesammelten Rückmeldungen eine wertvolle Datenbasis über die tatsächliche Verbreitung der Pflanze.
LPD
Spanisches Gericht stellt Menschenrechte über intensive Tierhaltung
In der vergangenen Woche hat der Oberste Gerichsthof im spanischen Galizien ein historisches Urteil gegen die Nutztierhaltung in Spanien gesprochen, das zum Präzedenzfall für ganz Europa werden könnte. Hintergrund sollen die enorme Umweltbelastungen durch die intensive Schweinehaltung in der Region A Limia in der Provinz Galizien im Nordwesten von Spanien sein, die laut der sechs Kläger die Menschenrechte grundlegend verletzt.
Spanien ist der größte Schweineproduzent Europas. In Galizien konzentriet sich die Schweinehaltung besonders stark, dort werden etwa ein Drittel der Schweine in Spanien gehalten.
Geklagt haben sechs Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen im Namen der rund 20.000 Anwohner, die unter den durch die Tierhaltung hervorgerufenen Umweltbelastungen wie beispielsweise zu hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser und dem Stausee As Conchas sowie die Geruchsbelästigung durch Ammoniakausgasung leiden. Beides mache das Leben der Bevölkerung dort unerträglich.
Das Gericht verpflichtete jetzt Galiziens Regionalregierung sowie die zuständige Wasserbehörde sofortige Maßnahmen gegen den Gestank und die ökologischen Schäden zu ergreifen, die sie jahrelang ignoriert hätten.
Prekär ist, dass dieses Urteil einen Präzedenzfall schafft und damit einen neuen Maßstab für zukünftige, ähnliche Fälle. So könnte der Weg für weitere Klagen gegen Massentierhaltung in ganz Europa geebnet werden, fürchten Experten.
Agrarheute.com
Niedersachsen fordert ab 2026 Biosicherheitsmanagementplan
Mit dem Stichtag 1. Januar 2026 müssen Schweine und Geflügel haltende Betriebe – auch Kleinstbetriebe mit wirtschaftlicher Ausrichtung- in Niedersachsen einen Biosicherheitsmanagementplan gemäß dem EU-Tiergesundheitsrechtsakt vorweisen können. Ziel ist es, den Seucheneintrag auf dem Betrieb wirksam zu verhindern und klare betriebsinterne Verfahren zur Seuchenprävention zu dokumentieren.
Entsprechend enthält der Biosicherheitsmanagementplan Regelungen zum Tier-, Personen- und Fahrzeugverkehr, zur Stallhygiene und zum Umgang mit betriebseigener Ausrüstung. Für eine leichtere Aufstellung des Plans haben die Niedersächsische Tierseuchenkasse und das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit weiteren Partnern eine umfassende Arbeitshilfe entwickelt, die u. a. einen Leitfaden, Checklisten sowie ein ausfüllbares Formular beinhaltet. Die zugrunde liegenden Inhalte wurden von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem offiziellen Konzept zusammengestellt. Die Arbeitshilfe basiert auf den Vorgaben des Niedersächsisches Biosicherheitskonzept für Geflügel haltende Betriebe nach dem EU-Tiergesundheitsrechtsakt“, Stand: 16.07.2025).
Es wird empfohlen, den Biosicherheitsmanagementplan gemeinsam mit einem Tierarzt oder Fachberater aufzustellen. Die Kosten dafür trägt die Tierseuchenkasse.
Kommt es hingegen nach dem 1. Januar 2026 zu einem Ausbruch eines Tierseuche und es liegt kein solcher Biosicherheitsmanagementplan vor, kann es zu Kürzungen bei Entschädigungsleistungen um bis zu 25% kommen. Der Biosicherheitsplan muss außerdem jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.
Um Biosicherheitsmaßnahmen in der tierärztlichen Bestandsbetreuung geht es auch in der 9-teiligen Fortbildungsreihe von Myvetlearn.de.
Tierseuchenkasse Niedersachsen
Es droht massiver Ausstieg aus der Schweinehaltung
Viele Mastschweine- und Sauenhalter wollen in den kommenden 10 Jahren aus der Schweinehaltung aussteigen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) durchgeführt wurde.
Laut ISN haben nur rund 2/3 der befragten Schweinemäster und 56% der Sauenhalter trotz ökonomisch positiver Einordnung der aktuellen Lage angegeben, in den nächsten zehn Jahrenmit der Haltung von Mastschweinen beziehungsweise Sauen weiter machen zu wollen. Dies gelte vor allem für kleine Betriebe. Der Grund dafür sind geänderte Haltungsvorgaben, die zeitnah umgesetzt werden müssen und entsprechende Investitionen erforderlich machen.
Bislang hätten sich nur 40% der sauenhaltenden Betriebe für einen Umbau entschieden. Aus der Umfrage ergibt sich aus der Schweinemast eine anstehende Verschiebung der Haltungsformen. Zwar dominierten auch in den kommenden 5 Jahren die Haltungsformen 1 und 2, gingen doch die Plätze in der Haltungsform 1 um ein Viertel zurück; in Haltungsform 2 stiegen sie leicht an. Zudem seien signifikant höhere Anteile in den höheren Haltungsstufen von bis zu 12% der Mastplätze realistisch.
Ausgebremst werde die generelle Entwicklung beim Umbau der Schweinehaltung durch extrem langwierige Genehmigungsverfahren, mangelhafte Verlässlichkeit der Vorgaben und viel zu viel Bürokratie. Für ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack ergibt sich aus den Umfrageergebnissen ein erheblicher Handlungsbedarf. Es brauche einen „unbürokratischen Wachstumsbooster“.
ISN
Frankreich startet Impfkampagne gegen BTV
Frankreich hat mit der Impfkampagne gegen die Blauzungenkrankheit der Serotypen 1 und 8 (BTV-1 und BTV-8) begonnen. Laut Angaben des französischen Agrarministeriums von Anfang Juli 2025 werden dafür 22 Mio. Euro bereitgestellt. Durch die Impfung von Rindern und Schafen in den an Spanien angrenzenden Departements soll ein Impfgürtel entstehen, der als Schutzgürtel die Einschleppung von BTV-1 aus dem Nachbarland verhindern soll, da das Virus durch Stechmücken verbreitet wird, die bis zu 100km „fliegen“ können bei Rückenwind. Die Impfung ist allerdings als freiwillige Maßnahme geplant, wird jedoch staatlich finanziert.
Es stehen Impfdosen für eine Million Schafe und 700.000 Rinder zur Verfügung. Die Dosen sollen in zwei Tranchen geliefert werden, die erste Hälfte Mitte Juli 2025 und die andere einen Monat später.
Im Falle von BTV-8 ist eine freiwillige Impfung aller Schafe im französischen Mutterland vorgesehen. Ziel sei es, vorrangig die Herden in den Departements nördlich der Loire zu schützen, die in den beiden vorangegangenen Saisons noch nicht mit diesem Serotyp in Berührung gekommen seien. Entsprechend besitzen diese Tiere keine Immunität gegen das Virus. Hier soll eine Impfung von sieben Millionen Schafen ermöglicht werden.
Neben BTV bedroht aber auch die Lumpy Skin Disease (LSD) die Gesundheit der Nutztiere, vor allem der Milchkühe. Daher soll auch hier zeitnah mit einer Impfkampagne begonnen werden, da auch dieses Virus durch Gnitzen übertragen wird.
Auch gegen die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) wurde bereits mit dem Einrichten eines Impfgürtels in Zentralfrankreich begonnen, da auch hier Stechmücken für die weitere Ausbreitung sorgen.
Es ist also nicht zu übersehen, das sogenannte Vektor-Krankheiten auch im Zuge des Klimawandels immer mehr an Bedeutung gewinnen. Neben den Impfungen sind parallel daher auch weitere Maßnahmen zur Mückenbekämpfung und -abwehr zu ergreifen.
Schweizerbauer
Niederländische Landwirt:innen erwarten Investitionen in Milliardenhöhe
Bis zum Jahr 2040 soll die Haltung von Nutztieren in den Niederlanden laut Änderungen im Tierschutzgesetz deutlich tiergerechter werden. Für Verbesserungen des Tierwohls in der Haltung von Schweinen, Rindern und Geflügel werden die Betriebe hohe Investitionssummen einsetzen müssen. Laut einer Studie der Wageningen University & Research (WUR) und des Beratungsunternehmens Connecting Agri & Food werden dabei Investitionen in Milliardenhöhe benötigt.
Konkret gehen die Forscher Roel Jongeneel und Gé Backus von einem Investitionsbedarf der Tierhalter:innen in Höhe von 5,9 bis 8,4 Milliarden Euro aus. Zudem müssten die Tierhaltenden mit jährlichen Zusatzkosten von 1,3 bis 2,1 Milliarden Euro in Form von laufenden Mehraufwendungen und entgangenen Nettoeinnahmen rechnen. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler:innen würden die Einkommensverluste stark variieren, abhängig vom Betriebszweig. Besonders stark würde das verschärfte Tierschutzgesetz die Schweinemäster treffen: hier gehen Jongeneel und Backus von bis zu 200 % Einkommensverlust aus.
Die Mehrkosten basieren hauptsächlich auf Maßnahmen, die mehr Platz pro Tier vorschreiben, sowie dem erhöhten Arbeitsaufwand und steigenden Finanzierungskosten. Die Studienautoren weisen darauf hin, dass viele Landwirt:innen diese Investitionen nicht aus eigener Kraft leisten könnten. Die Finanzierung wäre nur möglich, wenn die Kosten entsprechend an die Verbraucher:innen weitergegeben und gleichzeitig vergleichbare Tierschutzmaßnahmen auch auf EU-Ebene oder zumindest in Nordwesteuropa eingeführt würden. Nur so wäre gesichert, dass keine günstigeren Alternativen zur Verfügung ständen, so die Argumentation der Forschenden.
Schweizerbauer
WUR
Antibiotikaeinsatz bis Mitte Juli melden
Die amtliche Tierarzneimittel-Datenbank (TAM-Datenbank) dient als zentrale Datenbank für die Meldung und Dokumentation der Antibiotikaanwendungen bei Nutztieren. Zweimal im Jahr müssen Tierhalter:innen ihre Meldung an die TAM-Datenbank vornehmen. Die nächste ist am 14. Juli 2025 fällig.
Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) weist darauf hin, dass Schweinehalter:innen bis zu diesem Tag sowohl die Tierbewegungen als auch die Antibiotikagaben der ersten sechs Monate des Jahres 2025 übermitteln müssen. Neben Masttieren sind auch Meldungen über Sauen mit Saugferkeln erforderlich. In die Antibiotikadatenbank müssen zudem sogenannte Nullmeldungen einfließen. Diese können jedoch auf Wunsch des Tierhalters auch aus der QS-Antibiotikadatenbank an die HIT-Datenbank übertragen werden.
ISN
Ernten in den USA wegen Trumps Migrationsmaßnahmen in Gefahr
US-Präsident Donald Trump hat in seiner rund sechsmonatigen Amtszeit schon einige sehr zweifelhafte Dekrete erlassen. Eines davon betrifft die Massenabschiebung von Illegalen aus den USA.
Seit einigen Monaten finden daher regelmäßig Razzien der US-Einwanderungs- und Zollbehörde auf den Feldern statt, um illegale Landarbeiter:innen zu finden und abzuschieben. Obst und Gemüse auf den amerikanischen Feldern werden zu einem überwiegenden Teil von ausländischen Kräften geerntet. Gemäß Schätzungen halten sich 40 % der ausländischen Erntehelfer:innen illegal im Land auf.
„Ich würde sagen, 70 % der Arbeiter sind auf den Feldern weg“, sagte die kalifornische Landwirtin Lisa Tate in einem Interview. „Wenn 70 % der Arbeitskräfte nicht erscheinen, werden 70 % der Ernte nicht eingebracht und können innerhalb eines Tages verderben. Die meisten Amerikaner wollen diese Arbeit nicht machen und auch die Mehrzahl der Bauern hier kommt kaum über die Runden. Ich fürchte, es ist ein Wendepunkt erreicht, an dem viele pleite gehen werden“, sagt Tate.
Zudem wird ein Großteil der Ernten nicht eingebracht werden können. Douglas Holtz-Eakin, Republikaner und ehemaliger Direktor des Congressional Budget Office, befürchtet, dass den Verbraucher:innen nun enorme Preissteigerungen drohen.
Trump scheint das Problem erkannt zu haben und versprach, Maßnahmen ausarbeiten zu lassen, um das Problem zu lösen. Von offizieller Seite heißt es aus dem Weißen Haus, dass sich Trump „stets für die Landwirte eingesetzt“ habe. „Er wird unsere Landwirtschaft weiter stärken und die Exporte ankurbeln und gleichzeitig sein Versprechen halten, unsere Einwanderungsgesetze durchzusetzen“, sagte Sprecherin Anna Kelly. Wie und ob das gelingt, wird sich unweigerlich zeigen.
Topagrar
Klimawandel hat negativen Einfluss auf Fruchtbarkeit von Rindern
In den kommenden Tagen wird eine ungewöhnliche Hitzewelle Deutschland erfassen, die örtliche Temperaturen von 38 Grad Celsius und mehr mitbringen wird. Bei Menschen kann diese enorme Hitze zu gesundheitlichen Probleme führen. Aber diese Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Tiere. So haben Forschende der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit ihrer Studie belegen können, dass Kühe auf solche Hitzeperiode besonders sensibel reagieren. Ihre Datenanalyse hat gezeigt, dass die Trächtigkeitsrate bei Kühen wegen der zunehmenden Zahl an Hitzetagen um 10 bis 20 Prozent zurückgeht.
Die Wiener Wissenschaftler:innen haben Proben der Eileiterflüssigkeit von Rindern im Labor Hitzestress ausgesetzt. Das Ergebnis hat gezeigt, dass hohe Temperaturen sowohl die Eileiterumgebung als auch die Embryo-Entwicklung beeinträchtigen. „Das Problem ist, dass die hohe Körpertemperatur direkte Beschädigungen beim Embryo verursachen kann und auch die Eileiterumgebung verändert“, erklärt Viteszlav Havlicek, wissenschaftlicher Leiter der Studie. Sein Team konnte zeigen, dass Eizellen schlechterer Qualität nicht mehr befruchtet werden und Embryonen zum Teil nach der Befruchtung wieder absterben.
Hitzestress tritt wegen der wärmeren Sommertemperaturen in ganz Deutschland vermehrt auf. Der beginnt schon bei Temperaturen ab 22 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent. Neben der reduzierten Fruchtbarkeit nimmt bei Hitzestress auch die Milchleistung laktierender Kühe, da die Tiere bei hohen Temperaturen 10 bis 25 Prozent weniger fressen. „Wenn die Tiere weniger fressen, haben sie weniger Energie und andere Stoffe für die Milchproduktion zur Verfügung“, erklärt Havlicek.
Landwirt:innen sollten daher vermehrt Abkühlungsmechanismen wie Ventilatoren, Sprinkleranlagen oder Nebelduschen investieren, raten die Expert:innen. Auch bei der Weidehaltung sollten den Tieren beschattete Flächen zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt natürlich für alle Weidetiere, nicht nur für Kühe. Als nächsten Schritt sollen präventive Maßnahmen gegen Hitzestress entwickelt werden, um die Fruchtbarkeit der Tiere stabil zu halten. Dazu zählen etwa Probiotika oder andere Immunsystem-stärkende Substanzen.
An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass Tiere auf gar keinen Fall, auch nicht für wenige Minuten im Auto gelassen werden dürfen. Es besteht die akute Gefahr eines Hitzschlags. Zudem ist darauf zu achten, dass Tieren in Käfigen, Gehegen oder Zwingern stets Schatten und ausreichend frisches Wasser zur Vergfügung steht. Spaziergänge sollten kurz gehalten und in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden erfolgen.
Agrarheute
Erster ASP-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen
Erstmals ist in Nordrhein-Westfalen die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Am vergangenen Freitag (13.06.2025) war bei der Gemeinde Kirchhunden im Kreis Olpe ein totes Wildschwein gefunden worden. Bereits einen Tag später teilte das Landwirtschaftsministerium NRW mit, dass sich der Verdachtsfall bestätigt habe. Bei der Suche nach weiteren toten Wildschweinen entdeckten Jäger:innen dann weitere verendete Tiere. Eine offizielle Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), ob diese auch mit der ASP infiziert sind, steht noch aus. Momentan dauert die Suche mit speziell trainierten Suchhunden sowie Drohnen noch an.
„Unsere hochprofessionellen Suchteams sind seit Samstagmorgen mit voller Kraft im Einsatz. Die Mensch-Hund-Teams helfen, die verendeten Wildschweine schnell und präzise zu finden und so die Seuchenausbreitung einzudämmen. Mein herzlicher Dank gilt allen Einsatzkräften, die dafür sorgen, schnell Klarheit über die Lage vor Ort zu bekommen“, erklärte Ministerin Silke Gorißen. Notwendige Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der ASP seien bereits eingeleitet worden. „Ich appelliere an unsere Landwirtinnen und Landwirte mit Schweinehaltungen, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Hausschweinebestände vor der ASP gerade jetzt ganz besonders zu beachten. Selbstverständlich sind auch die Hobbyhalter zu höchster Vorsicht aufgerufen“, so die Ministerin weiter.
Das Land hat bereits vielfältige Vorsorgemaßnahmen ergriffen, um einem Ausbruch der Tierseuche zu begegnen. Bereits 2019 hat es einen Rahmenvertrag mit einem privaten Dienstleister, der Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH (WSVG), abgeschlossen. Sie soll im Ausbruchsfall die betroffenen Kommunen unmittelbar unterstützen.
Tierärzt:innen können sich mit einer 9-teiligen Online-Fortbildungsreihe zum Thema Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de weiterbilden. In allgemeinen und tierartspezifischen Kursen wird fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd und Neuweltkameliden) vermittelt. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit für Schweinebetriebe. Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Ministerium NRW
Schleswig-Holstein ruft Zukunftspreis Landwirtschaft aus
Erstmals verleiht das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein (MLLEV) den „Schleswig-Holsteinischen Zukunftspreis Landwirtschaft – Aus Ideen wird Wandel“. Bis zum 31. Oktober 2025 sind landwirtschaftliche Betriebe sowie Projekte und Initiativen entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette sowie Bildungsprojekte und Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Akteur:innen mit Bezug zu Schleswig-Holstein aufgerufen, sich zu bewerben.
„Mit dem Zukunftspreis würdigen wir das Engagement all derjenigen, die neue Wege gehen, Verantwortung übernehmen und konkrete Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft entwickeln. Aus Ideen wird Wandel – genau diesen Prozess möchten wir mit dem Wettbewerb sichtbar machen und unterstützen. Schleswig-Holstein zeigt damit, wie vielfältig und praxisnah eine moderne Landwirtschaft gestaltet werden kann“, erklärt Landwirtschaftsminister Werner Schwarz.
Neben Biodiversität und Landschaft sowie Gewässerschutz werden zudem konkrete Umsetzungen im Themenfeld Tierwohl ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung wird im Jahr 2026 stattfinden.
Schleswig-Holstein
Wildschweine verursachen immense Schäden
Wildschweine verwüsten Gärten und Parks, vagabundieren durch Wohngebiete und kennen auf ihrer Suche nach Futter keinen Halt. Sie zerstören Weidezäune und verwüsten Felder sowie Gärten. Meist sind es Rotten mit bis zu 14 Tieren, wie Klaus-Erwin Gröger, Bürgermeister des Ortes Wieda im Harz, erklärt. Um den Wildschweinen ihre Rückzugsorte zu nehmen, setzen die Gemeinde und der Verein zur Erhaltung von Natur und Kultur Südharz (VNK) auf Rückepferde, die beim Waldumbau helfen. Drei gespannte Kaltblüter ziehen tonnenschwere Stämme aus dem Dickicht, um nach und nach den Wald lichter zu machen.
„In einem lichteren Wald mit weniger Versteckmöglichkeiten fühlen sich die Wildschweine nicht sehr wohl. Und das hat zur Folge, dass sie weniger Nachwuchs produzieren“, erklärt Bernd Pfeiffer vom VNK. Doch die Tiere sind hartnäckig und widerstandsfähig. Immer wieder würden Schuppen eingerissen und Zäune niedergewalzt, so Gröger. Der Bürgermeister fordert daher eine Ausnahmegenehmigung, um die Wildschweine notfalls auch im Ort bejagen zu dürfen und um der Plage Herr zu werden. Eine Genehmigung blieb bislang jedoch aus.
Dass die von Wildschweinen verursachten Schäden zu enormen Kosten führen können, zeigt auch eine neue Analyse des US-Landwirtschaftsministeriums USDA. Demnach kosten die Tiere die amerikanischen Landwirt:innen in 13 Bundesstaaten mehr als 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) pro Jahr. Neben Ernteverlusten und Arbeits- und Kostenaufwand für die Bekämpfungsmaßnahmen, hat die umfassende Analyse auch Raubtierrisse, die durch zerstörte Weidezäune ermöglicht wurden, sowie Infrastrukturschäden und Weidelandzerstörung mit einbezogen, wie in dem Fachmagazin Ag Daily zu lesen ist. „Wildschweine stellen eine eskalierende Krise dar“, so das Fachmagazin.
Zudem können sich Wildschweinbestände aufgrund ihrer hohen Reproduktionsraten innerhalb von vier Monaten verdoppeln. Besonders problematisch sei neben den wirtschaftlichen Schäden auch das Risiko der Verbreitung von Krankheiten, wie der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Eine umfassende Bekämpfung der Wildschweine seitens der US-Regierung ist aber laut Informationen von Ag Daily nicht in Sicht, da es dem Programm zur Ausrottung und Kontrolle von Wildschweinen derzeit an der Finanzierung fehle. Seit einer Verlängerung des Agrargesetzes 2024 sei dieses Programm nicht mehr förderfähig.
NDR
Agrarheute
EU bewilligt weitere Gelder für Ausstiegsprogramm der Niederlande
Um die Stickstoff-Emissionen in Naturschutzgebieten zu reduzieren, sollen die Tierbestände in den Niederlanden weiter abgebaut bzw. Produktionen runtergefahren werden. Dazu hatte die niederländische Agrarministerin Femke Wiersma Ende April 2025 ein neues Startpaket vorgelegt. Nun hat die EU-Kommission für das umfassende Ausstiegsprogramm weitere 78 Millionen Euro bewilligt, die Schweinehalter:innen zur Verfügung stehen, die ihre Betriebe in Natura 2000-Gebieten freiwillig aufgeben.
Kleine und mittlere, ausstiegswillige Nutztierhalter:innen können auf Antrag 120 % der beihilfefähigen Kosten als direkten Zuschuss erhalten. Die Regelung soll bis Oktober 2029 gelten und ist Teil einer ganzen Reihe von Paketen, mit denen der Abbau der Tierbestände in den Niederlanden abgefedert werden soll.
Die vormals festgelegte Frist für das Erreichen der Minderungsziele hat die Regierung in Den Haag jedoch um weitere 5 Jahre nach hinten verschoben.
Agrarheute
EU will Bewusstsein für eigenen Wasserverbrauch schärfen
In vielen Ländern Europas herrscht schon jetzt, noch vor Beginn des Sommers, besorgniserregende Dürre. In einigen Regionen hat es seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet. Die Sorge vor einem besonders heißem und trockenem Sommer wächst – nicht nur bei den Landwirten.
Denn trotz einiger kurzer Regenfälle in den vergangenen Tagen scheint sich die Trockenheit fortzusetzen. Expert:innen warnen aktuell vor einer Entwicklung, die schlimmer sein könnte als im Dürrejahr 2018. Nach Informationen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) war es bereits Ende April 2025 deutlich trockener als vor sieben Jahren, vor allem in den tiefen Bodenschichten.
„Die Industrie, die Landwirte, aber auch wir als Verbraucher müssen uns alle bewusst sein, dass Wasser ein endliches Gut ist“, mahnt EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall. Nicht zuletzt im Hinblick auf die aktuelle Dürre in Europa soll noch für den offiziellem Sommeranfang am 21. Juni 2025 eine neue Wasserstrategie vorgestellt werden. Wichtig sei, dass der Wasserverbrauch auch in den Privathaushalten gesenkt wird, dafür müsse aber ein höheres Bewusstsein für den eigenen Wasserverbrauch geschaffen werden, so Roswall.
Die regionalen Wasserknappheiten haben sich in den letzten Jahren massiv verschärft. In diesem Jahr fiel zwischen Februar und Mai nicht einmal die Hälfte der mittleren Regenmenge.
Niedersachsen hat als Konsequenz auf die Trockenheit erste Beschränkungen beschlossen, die am 1. Juni 2025 in Kraft treten werden. Wie Umweltdezernent Jens Palandt bekanntgab, werden zunächst bis Ende September 2025 für Privathaushalte, öffentliche Einrichtungen sowie landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzflächen eingeschränkte Bewässerungsrichtlinien gelten. Unter anderen dürfe tagsüber zwischen 11 und 17 Uhr nur bewässert werden, wenn die Tagestemperatur von 27 °C nicht überschritten wird, erklärte Palandt. Mit dieser Regelung will die Region Hannover ihre geringen Grundwasserstände schonen. Bei Verstößen sollen nach Verwarnung auch hohe Bußgelder verhängt werden.
Topagrar
Neuer Landwirtschaftsminister verspricht mehr Planungssicherheit
Die Ministerposten für die nächste Legislaturperiode sind verteilt und die Erwartungen der Bevölkerung sind hoch. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird in den kommenden vier Jahren von Alois Rainer (CSU) geleitet.
Die feierliche Amtsübergabe von Vorgänger Cem Özdemir (Die Grünen) an den Niederbayern fand am gestrigen Dienstag (06.05.2025) statt. Nach seinem Amtsantritt vereidigte der neue Bundesagrarminister die neuen parlamentarischen Staatssekretärinnen Silvia Breher (CDU) und Martina Englhardt-Kopf (CSU).
Rainer, der seinen Ministerposten als Berufung sieht, verspricht, die bäuerlichen Familienbetriebe stärker zu entlasten und ihnen mehr Planungssicherheit zugeben. Der ländliche Raum müsse sowohl als Lebensraum gestärkt als auch als Wirtschaftskraft gefördert werden, so der Minister.
Die Erwartungen der Branche und auch der Druck sind groß. So müsse die heimische Landwirtschaft gestärkt werden, um im harten europäischen Wettbewerb bestehen zu können, fordert Joachim Rukwied der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Ein wichtiges Ziel sei es zudem, den Abbau von Bürokratie voranzutreiben. Für ihn ist daher ein „ein klarer agrarpolitischer Kompass“ nötig.
Agrarheute
BMEL
MKS: Ungarn schließt biologischen Angriff nicht aus
In der Slowakei und in Ungarn breitet sich die Maul- und Klauenseuche (MKS) weiter aus. Laut aktuellen Angaben (Stand 8. April 2025) haben die Veterinärbehörden in der Slowakei inzwischen sechs Ausbrüche bestätigt, in Ungarn sind vier Milchviehbetriebe betroffen. Als mögliche Ursache vermutet die ungarische Regierung einen biologischen Angriff, wie Gergely Gulyas, Stabschef von Premierminister Viktor Orban, bekannt gab. Angaben zu möglichen Verantwortlichen für einen mutmaßlichen MKS-Angriff machte er allerdings nicht. Er stütze seinen Verdacht auf mündlichen Informationen eines ausländischen Labors, dessen Ergebnisse noch nicht vollständig belegt seien.
„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir sagen, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Virus keinen natürlichen Ursprung hat“, erklärte Gulyas. Möglicherweise handele es sich bei dem MKS-Virus, das sich in den vergangenen Wochen in Ungarn verbreitete, um ein künstlich erzeugtes Virus. Wer für solch einen mutmaßlichen MKS-Angriff verantwortlich sein könnte, erklärte der Stabschef jedoch nicht.
Da die MKS-Ausbrüche in Regionen nahe der österreichischen Grenze verortet sind, hat die Alpenrepublik bereits in der vergangenen Woche 23 Grenzübergänge zu Ungarn und der Slowakei geschlossen.
Um sich vor eventuellen Viruseinträgen zu schützen, haben zahlreiche Länder Importverbote auch aus Österreich beschlossen. So dürfen weder Rind- und Schweinefleischprodukte noch Rohmilch aus Österreich in die USA oder das Vereinigte Königreich sowie nach Kanada, Japan oder Bosnien-Herzegowina importiert werden. Die Dauer der Beschränkungen sei derzeit nicht absehbar.
Agrarheute
Schweizerbauer
Mangelnde Artenkenntnis bei jüngeren Menschen
Das Wissen über Tier- und Pflanzenarten ist die Grundlage für funktionierende Ökosysteme und auch für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Leider kennen immer weniger jüngere Menschen die heimischen Arten. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin, an der 467 Personen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren (der sogenannten Generation Z) sowie 133 älteren Erwachsenen zwischen 30 and 76 Jahren teilnahmen, hat ergeben, dass die Artenkenntnis bei jüngeren Menschen sehr viel geringer ist als bei älteren Personen. Bei der Gruppe zwischen 15 und 29 Jahren konnten durchschnittlich lediglich 5 von 12 der präsentierten Arten erkannt werden. Besonders bei Schmetterlingen und Wildpflanzen fiel die Artenkenntnis der Jüngeren im Vergleich zu den älteren Personen deutlich ab.
Während die Brennnessel (86 Prozent), der Haussperling (67,3 Prozent) und der Zitronenfalter (58,2 Prozent) noch relativ häufig erkannt wurden, konnten die jüngeren Teilnehmer:innen Arten wie die Rosskastanie (52,8 Prozent), die Elster (41,5 Prozent) und den Kleine Fuchs (10,8 Prozent) am seltensten benennen. Damit einhergehend ist auch das Gefühl der Naturverbundenheit sowie die Bereitschaft, sich aktiv für den Naturschutz zu engagieren, deutlich geringer bei der Generation Z als bei älteren Generationen ausgeprägt.
„Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine Herausforderung für heutige und zukünftige Generationen – auf globaler wie lokaler Ebene. Viele Studien haben nachgewiesen, wie wichtig Naturerfahrungen, eine emotionale Verbindung zur Natur sowie Wissen über Tier- und Pflanzenarten sind, damit Menschen sich für die Natur einsetzen. Allerdings wurde auch gezeigt, dass aufgrund veränderter Lebensstile Kinder und Jugendliche häufig weniger Kontakt zur Natur haben und auch weniger als Erwachsene über Natur wissen. Damit wird die Befürchtung verbunden, dass sich zukünftige Generationen weniger für die Erhaltung der Natur einsetzen werden“, sagt Prof. Dr. Tanja Straka, Institut für Ökologie der TU Berlin.
Die mangelnde Artenkenntnis habe jedoch Folgen für Natur und Landwirtschaft sowie letztlich auch für uns alle, sagen die Landwirt:innen. Denn wer die Natur nicht kennt, versteht auch nicht, warum sie geschützt werden muss. Wer nicht weiß, welche Blüte Wildbienen anzieht oder welche Hecke dem Rebhuhn Schutz bietet, der unterschätzt den Wert einer vielfältigen Agrarlandschaft.
Doch laut der Studie ist die Naturverbundenheit nicht verschwunden, sie muss nur geweckt werden, und Artenkenntnis ist zudem erlernbar. Es braucht Vorbilder, die ihr Wissen teilen. Landwirte haben hier eine besondere Rolle: Sie können nicht nur Lebensmittel produzieren, sondern auch Wissen säen.
TU Berlin
MKS- unbedingt Biosicherheitsmaßnahmen einhalten
Aufgrund der Tatsache, dass aktuell in Ungarn vier und in der Slovakei sechs Betriebe einen Ausbruch der hoch kontagiösen Maul- und Klauenseuche (MKS) gemeldet haben (Stand: 7. April), appelliert die Bundestierärztekammer (BTK) eindringlich an alle Landwirt:innen und Tierärzt:innen, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um einen Eintrag in Betriebe in Deutschland zu verhindern. „Nun ist es wichtiger denn je, dass sich die empfänglichen Betriebe mit umfangreichen Biosicherheitsmaßnahmen vor dem Einschleppen der Seuche schützen“, mahnt der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Hier liegt eine große Verantwortung bei den betreuenden Tierärzt:innen, die dafür über das nötige Know-how verfügen“, sagt Dr. Vogel.
Zur Einschätzung und ggf. Optimierung der Biosicherheit in Rinderbetrieben steht seit dem 4. April 2025 die MKS-Risikoampel der Universität Vechta zur Verfügung. Auch gilt nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer erwartbar herausfordernden Blauzungenvirus-Saison für die Kolleg:innen, die MKS differentialdiagnostisch auf dem Schirm zu haben.
Zur Auffrischung des Fachwissens empfiehlt die BTK:
- Hygieneempfehlung der BTK
„Mindestanforderungen zur Biosicherheit für Tierärztinnen und Tierärzte beim Besuch von Tierhaltungen mit Rindern und kleinen Wiederkäuern“(Webseite der BTK à Rubrik Nutztiere)
Rekordtemperaturen für den Sommer prognostiziert
Zahlreiche Regionen Europas werden bereits seit mehreren Jahren von Dürren und Extremtemperaturen im Sommer geplagt. Auch an deutschen Wetterstationen werden während der warmen Jahreszeit zunehmend Temperaturen von über 40 Grad Celsius gemessen. Laut ersten Prognosen könnte es auch im Sommer 2025 in Ost- und Südeuropa sowie hierzulande zu Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke und massiver Trockenheit kommen.
„Die Temperaturabweichungen von bis zu +1 bis +2 Grad im Vergleich zu 1991–2020 zeigen deutlich: Ein außergewöhnlich warmer Sommer steht uns bevor“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Auch Skandinavien und der Mittelmeerraum werden nicht von Rekordtemperaturen verschont bleiben, so der Wetterexperte. Gleichzeitig sehen die Wetterprognosen signifikante Niederschlagsdefizite voraus, was bedeutet, dass in weiten Teilen Deutschlands und Osteuropas kaum Regen fallen wird. Diese ungünstige Kombination belastet nicht nur Menschen und Tiere, sondern lässt auch Wälder und Felder extrem leiden. Zudem wird die Wasserknappheit extrem verschärft werden und die Waldbrandgefahr massiv ansteigen.
Erste Rekordtemperaturen könnten laut Vorhersage bereits im Juni erreicht werden. Frühere Studien haben gezeigt, dass solche extremen Sommer nicht nur gesundheitliche Risiken bergen, sondern auch die Energieversorgung durch gesteigerte Klimaanlagennutzung belasten.
Merkur
MKS breitet sich in Ungarn und der Slowakei aus
Nach dem Bekanntwerden erster Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn und der Slowakei sind inzwischen in beiden Ländern weitere Ausbrüche gemeldet worden. In der Slovakei ist inzwischen der 5. Ausbruch, in Ungarn der 2. Fall bestätigt worden. Entsprechend groß ist die Sorge in den Nachbarländern, vor allem in Österreich, da alle Ausbrüche sich in der Nähe der Grenze befinden. „Mit großer Besorgnis beobachten wir die jüngste Entwicklung der Maul- und Klauenseuche (MKS) in unseren Nachbarländern. Aktuellen Berichten zufolge gibt es erneut zwei Verdachtsfälle in Ungarn, die derzeit untersucht werden. Diese Meldungen verdeutlichen einmal mehr, wie schwierig es ist, die Ausbreitung der Seuche unter Kontrolle zu bringen“, kommentiert Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der österreichischen Tierärztekammer (ÖTK), die aktuelle Lage. „Das ist eine dramatische Gefahr für unsere Tierbestände, vor allem aufgrund der extremen Ansteckungsfähigkeit des Virus. Wir fordern daher sofortige und konsequente Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die Situation erfordert entschlossenes Handeln!“
Die ÖTK fordert angesichts der aktuellen Entwicklungen neben dem Einfuhrstopp von Tieren und Fleischprodukten strengere Einreisekontrollen, insbesondere im Personenverkehr. Mobile Grenzkontrollen sollten durch stationäre Kontrollpunkte direkt an der Grenze ersetzt werden. Aber auch der Transit von Tiertransporten müsse dringend gestoppt werden, um das Risiko einer Einschleppung zu eliminieren. Ein weiteres Problem stelle die potenzielle Einschleppung des Virus durch Reisende und Arbeitskräfte aus den betroffenen Regionen dar. „Nur durch schnelles, entschlossenes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene kann eine weitere Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindert und die Sicherheit der landwirtschaftlichen Tierbestände gesichert werden“, betont Frühwirth.
In den Überwachungszonen in Österreich wurden inzwischen mehr als 1.000 Tiere auf das Virus untersucht. Bislang blieben alle Ergebnisse neagtiv auf MKS. Aber auch in Deutschland beobachtet man die Situation mit wachsender Sorge. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) rief dringend dazu auf, bei klinisch auffälligen Klauentieren in Deutschland immer auch MKS labordiagnostisch ausschließen zu lassen. Auf den Betrieben MUSS hohe Wachsamkeit herrschen, denn je eher ein MKS-Ausbruch erkannt und Maßnahmen getroffen werden können, desto besser die Chance, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Außerdem müssen die Biosicherheitsmaßnahmen strikt eingehalten werden. Zu diesem Thema bietet Myvetlearn.de Tierärzt:innen entsprechende Online-Fortbildungen an.
ÖTK
Weideintensität und Menschenkontakt beeinflussen Fleischqualität
Verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Qualität von Fleisch. Unter anderem spielen die Genetik, der Gesundheitszustand und das Bewegungsverhalten des Tieres sowie Haltung und Fütterung dabei eine Rolle. Stress vor der Schlachtung wirkt sich besonders negativ auf die Fleischqualität aus. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Firma Agroscope.
Für ihre Untersuchungen mit Limousinrindern und verschiedenen Milchrassen haben Forschende zwei Weidesysteme getestet. Im Sommer wurden die Tiere auf Alpweiden gehalten und am Ende der Sömmerung (sommerlicher Weidegang in der Schweiz) geschlachtet. Die Studie zeigte, dass die Haltung auf kleineren Weideparzellen in Kombination mit häufigem Weidewechsel den Stress der Tiere mindern kann.
Rinder mit hoher Weideintensität bewegten sich auf den kleineren Flächen weniger, kamen jedoch durch den häufigeren Parzellenwechsel öfter in Kontakt mit Menschen. Diese Tiere zeigten vor der Betäubung ein niedrigeres Stressniveau und das Fleisch wies geringere Wasserverluste sowie einen schnelleren Abbau des Proteins Troponin auf – beides Hinweise auf höhere Qualität. Auch sensorische Tests bestätigten eine bessere Zartheit. Der menschliche Kontakt dürfte zur Stressreduktion beigetragen haben, lässt sich aber nicht unabhängig von der Weideintensität bewerten.
Agrarheute
Viele Veränderungen im Bereich Landwirtschaft definiert
Für neu- und umgebaute Tierwohlställe soll mindestens ein 20 Jahre langer Bestandsschutz eingeführt werden. Darauf haben sich CDU/CSU und SPD in ihren Koalitionsverhandlungen geeinigt. Zudem sollen die notwendigen Mittel für den tierwohlgerechten Stallumbau auf der Grundlage staatlicher Verträge dauerhaft bereitgestellt werden. Für den Umbau der Nutztierhaltung werden demnach in den kommenden vier Jahren jeweils 1,5 Mrd. Euro in den Haushalt eingepreist.
Weiterhin sollen die Regelungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes im Bereich der Nutztierhaltung mehr an die Praxis angepasst werden. Praxistauglicher soll auch das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz werden, das trotz Widerstand der Fleischlobby bestehen bleiben soll und auf weitere Tierarten sowie auf die Außer-Haus-Verpflegung ausgeweitet werden soll.
Außerdem soll der Wolf umgehend ins Jagdgesetz aufgenommen werden. Grundsätzlich sollen Einkommensanreize für Klima-, Umwelt- und Tierwohlleistungen deutlich gesteigert, Jung- und Neulandwirte stärker gefördert werden, wie aus dem erarbeiteten Eckpunktepapier hervorgeht.
Proplanta
Gnitzen für Labor-Studie gesucht
Im Verbundprojekt CeratoVirPlus wird das Vorkommen von Gnitzen (Familie Ceratopogonidae) auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland räumlich und zeitlich erfasst. Im Anschluss werden die gefangenen Gnitzen im Labor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) untersucht und auf das Vorkommen von Krankheitserregern wie dem Blauzungenvirus analysiert. Ihnen kommt eine große Bedeutung bei der Verbreitung des Virus zu und sie haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere in Deutschland.
Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Datenlage zum Vorkommen und zur Verbreitung einheimischer Gnitzenarten und von ihnen übertragener pathogener Viren, um die infektiologischen und epidemiologischen Zusammenhänge besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Um die Projektziele zu erreichen, sind die Forschenden auf die Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten angewiesen. Möchten Sie etwas über das Gnitzenvorkommen in Ihrem Betrieb erfahren? Dann kontaktieren Sie die Forschenden über Gnitze@zalf.de.
Mehr Informationen finden sich auch unter www.gnitzenmonitoring.de
BLE
Broschüre zur Biosicherheit in verschiedenen Sprachen
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich seit September 2020 auch in Deutschland aus. Seitdem wurde das Virus bei mehr als 7.300 Wildschweinen nachgewiesen. Zwischen 2021 und 2024 wurden zahlreiche ASP-Ausbrüche in Schweinebetrieben gemeldet. Auch angesichts des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Januar 2025 und der Mehrung von Fällen der Newcastle-Disease im benachbarten Polen ist eine konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen und Hygieneregeln für schweinehaltende Betriebe wichtiger denn je. Nur so kann ein Eintrag von Tierseuchen in die Schweinebestände und damit Massentötungen und wirtschaftliche Verluste vermieden werden.
Um Landwirt:innen bei der Schulung ihrer Mitarbeiter:innen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Broschüre mit dem Titel „Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können“ herausgegeben. Das Merkblatt fasst alles Wichtige zur Biosicherheit einfach und anschaulich mit vielen Piktogrammen auf wenigen Seiten verständlich zusammen.
Das Netzwerk Fokus Tierwohl hat die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen in vier Sprachen – Englisch, Rumänisch, Polnisch und Ukrainisch – übersetzt, sodass die Biosicherheitsanforderungen auch für fremdsprachige Mitarbeiter leicht verständlich sind. Die Broschüren können kostenlos heruntergeladen werden.
Tierärzt:innen steht die 8-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de zur Verfügung. In allgemeinen und tierartspezifischen Kursen wird fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen zu verschiedenen Tierarten (Rind, Schwein, Geflügel, Pferd und Neuweltkameliden) vermittelt. Kurs 4 befasst sich mit der Biosicherheit für Schweinebetriebe. Ein kostenfreies Impulsreferat zur Bedeutung der Maßnahmen dient als Einführung.
Topagrar
Weitere Fälle der Newcastle Disease in Polen
Während es in Ungarn bislang bei dem einzigen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) geblieben ist, breitet sich in Polen derweil eine andere anzeigepflichtige Viruserkrankung beim Geflügel weiter aus. Seit dem ersten nachgewiesenen Fall der Newcastle-Krankheit im September 2024 sind insgesamt mehr als 4,9 Millionen Vögel verendet.
Von den drei aktuellen Ausbrüchen waren insgesamt 182.000 Stück Geflügel betroffen. Nach Angaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) handelt es sich bei den jüngsten Fällen um zwei Herden im polnischen Radomyel Wielki und eine Herde im polnischen Unieck.
Die Newcastle Disease ist eine hochansteckende, akut bis chronisch verlaufende Krankheit, die durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) ausgelöst wird. Von NDV sind vor allem Hühnervögel betroffen, aber auch Gänse, Enten, Tauben, Zier- und Wildvögel. Die Gesamtzahl der von ND betroffenen Geflügelbetriebe in Polen ist auf 37 gestiegen.
In Deutschland besteht gegen das ND-Virus eine Impfpflicht.
DGS
Hühnereier geben Hinweis auf Erkrankungen
Die Schalen frisch gelegter Hühnereier können auf verschiedene Erkrankungen der Legehennen hinweisen. Auch die innere Eiqualität zeigt den Gesundheitsstatus des Tieres an.
Schalenlose Eier sowie ein Farbverlust der Schale können auf unterschiedliche Krankheiten hinweisen, erklärt Dr. Andreas Bublat vom Unternehmen Lohmann Breeders. Diese Symptome könnten ein Zeichen dafür sein, dass die Hennen unter Stress stehen. Ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion mit Mykoplasma synoviae zeigt sich durch die Eier, deren spitzer Pol stumpf sowie dünnschalig und brüchig ist. Zudem kann eine Infektion mit M. synoviae ein Türöffner für weitere Erreger sein. Eine Impfung kann helfen, den Bestand von Mykoplasmen frei zu machen. Sie ist insbesondere dann sinnvoll, wenn unterschiedliche Altersgruppen in einem Bestand gehalten werden.
Bublat weist zudem auch auf die Notwendigkeit der Entwurmung hin. Würmer können aus dem Darm in Richtung Kloake der Hennen wandern und den Legedarm befallen. Von dort können die Würmer auch ins Ei oder auf die Eischale gelangen. Stark befallene Hennenbestände können dadurch auch leichter mit E. coli-Bakterien oder Salmonellen infiziert werden, was auch mit einer erhöhten Mortalität einhergehen kann. Zudem fällt bei verwurmten Hennen nach einer Impfung die Immunantwort deutlich geringer aus, es werden weniger Antikörper gebildet.
Bei einer Verwurmung wird auch die Kalziumaufnahme aus dem Darm verringert, was sich entsprechend auf die Eischalenqualität auswirkt. Weiterhin kann die Schalenfarbe sich verändern. Eier, die über der Kutikula eine extra Schicht Kalzium tragen, zeigen an, dass sich das Ei zu lange im Legedarm aufgehalten hat. Gründe dafür können sein, dass das Huhn kein freies Nest gefunden hat oder dass das Lichtmanagement nicht optimal auf die Herde abgestimmt ist. Das Auftreten einiger solcher Eier hält Bublat für vertretbar. Steigt die Zahl jedoch an, muss die Ursache dafür gefunden werden.
Topagrar
Forscher melden Erfolg bei Zucht von AI-resistenten Hühnern
Wissenschaftler des britischen Roslin Institute konnten erste Erfolge bei der gezielten Zucht mit gentechnisch veränderten Legehennen auf Geflügelpest-Resistenz erzielen. Zuvor konnten sie in Zusammenarbeit mit den Partnern Hy-line International (USA) und Kollegen in Warschau, Polen, und der Iowa State University, USA, neun Bereiche in der Hühner-DNA identifizieren, die eine Immunität von Geflügelpestviren bewirken.
topagrar
Bestätigter MKS-Fall in Ungarn
Ungarn hat am vergangenen Freitag offiziell die Maul- und Klauenseuche (MKS) auf einem Betrieb unweit der Stadt Kisbajcs in der Nähe der slowakischen Grenze bestätigt. Betroffen ist ein Betrieb mit 1.400 Rindern.
Der Hof wurde gesperrt und alle Tiere des Bestands getötet, wie die Behörde weiter mitteilte. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, seien „sehr strikte Maßnahmen“ angeordnet worden – dazu gehören etwa eine Sperrzone und ein sogenanntes Verbringungsverbot für gefährdete Tiere und deren Erzeugnisse.
Es ist der erste Fall von MKS in Ungarn seit mehr als 50 Jahren.
ntv
Knappheit von Eiern in Deutschland möglich
Die Beliebtheit von Eiern ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wie die Deutsche Eier-Union (DEU) in ihrem aktuellen Marktbericht erklärt, sei das auch auf die umfassende Berichterstattung der Medien über das Super-Food-Produkt zurückzuführen. Neben dem positiven Gesundheitsaspekt schätzen Verbraucher:innen in Deutschland Eier auch angesichts der sinkenden Kaufkraft als ein relativ preiswertes Nahrungsmittel.
Die globale Ausbreitung der Geflügelpest und die wachsende Beliebtheit könnten jedoch schon bald eine knappe Marktverfügbarkeit nach sich ziehen. Im Vorfeld des Osterfestes steigt der Verbrauch traditionell an. Nach Meinung von Expert:innen könnte eine Rationierung denkbar sein. Da der Selbstversorgungsgrad Deutschlands derzeit bei rund 73% liegt, ist besonders die verarbeitende Industrie auf Importe angewiesen. Die Nachfrage übersteigt aber europaweit bei weitem das Angebot.
Auch in Deutschland gibt es wegen Geflügelpest-Ausbrüchen derzeit wieder Keulungen von Legehennen. Wie Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) erklärt, dauert der Aufbau neuer Herden mehr als ein halbes Jahr. Aufzucht und Einstallung benötigen zudem mindestens sieben bis acht Monate. Außerdem seien Jungtiere wegen der Krankheitswelle derzeit schwer zu bekommen. So ist nicht mit einer Entspannung zu rechnen.
Die DEU weist jedoch eindringlich darauf hin, dass es genügend Eier zum Osterfest im April 2025 geben wird. Von Hamsterkäufen wird ausdrücklich abgeraten. Lediglich eine vollumfängliche Versorgung auf allen Handels- und Verarbeitungsstufen sei aus derzeitiger Sicht fraglich.
Merkur
US-Landwirte und Klimaschützer klagen gegen Trump
Der wieder gewählte US-Präsident Donald Trump hat in seiner kurzen Amtszeit schon zahlreiche kontrovers diskutierte Beschlüsse bekannt gegeben. Mit seiner Forderung, klimarelevante Richtlinien, Leitfäden, Datensätze und Ressourcen von den Internetseiten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) zu löschen, hat er nun neben den Klimaschützer:innen auch die Landwirt:innen gegen sich aufgebracht. Die haben jetzt Klage vor einem amerikanischen Bundesgericht eingereicht.
Geklagt haben die Organisation Earthjustice gemeinsam mit dem Knight First Amendment Institute an der Columbia University, im Namen der Northeast Organic Farming Association of New York, der Natural Resources Defense Council und der Environmental Working Group. Als Klagegrund geben die Kläger:innen unter anderem an, dass Trumps Forderung gegen verschiedene Bundesgesetze verstößt, wie Freedom of Information Act, der Administrative Procedure Act und der Paperwork Reduction Act. Zusätzlich zum Übergehen der Regierung einer verpflichtenden öffentlichen Ankündigung bemängeln die Kläger:innen auch die fehlende Transparenz bei der Veröffentlichung von Dokumenten und Richtlinien.
Die Landwirt:innen kritisieren, dass die Streichung wichtiger Ressourcen über klimafreundliche Landwirtschaft, Waldschutz, Klimaanpassung und Investitionen in saubere Energieprojekte in ländlichen Gebieten zu finanziellen Verlusten führt. Die mit dem Inflation Reduction Act im Jahr 2022 versprochenen Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von 369 Milliarden Dollar würden durch die Trump-Administration blockiert. Die Kläger:innen erklären, dass genau zu dem Zeitpunkt, als Landwirt:innen versuchten, Zugang zu diesen ihnen zustehenden Geldern zu erhalten, die Informationen über die entsprechenden Programme von den öffentlichen Webseiten entfernt wurden.
„Das USDA sollte daran arbeiten, unser Lebensmittelsystem vor Dürren, Waldbränden und extremen Wetterbedingungen zu schützen, und nicht der Öffentlichkeit den Zugang zu wichtigen Ressourcen verwehren“, erklärt Jeffrey Stein, stellvertretender Anwalt von Earthjustice. Die Kläger:innen fordern eine gerichtliche Anordnung, die das USDA verpflichtet, den Zugang zu den wichtigsten Webseiten wiederherzustellen und die Entfernung weiterer klimabezogener Informationen zu verhindern. Die USDA hat bislang zu den Vorwürfen keine Stellung bezogen.
Agrarheute
MKS verursacht in Brandenburg Schäden in Höhe von 8 Mio. Euro
Nach dem Auftreten der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Januar 2025, hat das brandenburgische Agrarministerium den Schaden auf rund acht Millionen Euro beziffert. Und dies, obwohl glücklicherweise in der Folgezeit keine weiteren MKS-Ausbrüche mehr nachgewiesen wurden. Rund 120 Betriebe sind oder waren nämlich unmittelbar von den Maßnahmen betroffen. Diese umfassten neben einer Überwachungszone auch eine Sperrzone, die in einem Radius von sechs Kilometern um den Ausbruchsort im brandenburgischen Hönow eingerichtet wurde. In diesem Gebiet waren unter anderem Tiertransporte verboten. Finanzielle Einbußen ergaben sich für die Landwirtschaftsbetriebe durch das Verwerfen der anfallenden Milch und weil sich keine Schlachthöfe bereit erklärten, Schweine abzunehmen.
Wie ein Ministeriumssprecher erklärte, werde sich Brandenburg dafür einsetzen, dass die betroffenen Tierhalter:innen auch über die Zahlungen aus der Tierseuchenkasse hinaus einen finanziellen Ausgleich erhalten. Die Einrichtung dieser Sperrzone sei aber Voraussetzung, dass der Rest von Deutschland von der Weltorganisation für Tiergesundheit für MKS-frei erklärt werden könne, so der Sprecher.
Proplanta
Zahl der ASP-Fälle in Polen wieder stark angestiegen
Die meisten europäischen Länder konnten in den vergangenen Monaten Erfolge im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) vorweisen. Die Zahl der Ausbrüche bei Hausschweinen ist seit Jahresbeginn gering, mit Ausnahme von Rumänien, wo alleine im Jahr 2025 bereits 47 Fälle gemeldet worden sind.
Ganz anders sieht es bei den ASP-Ausbrüchen bei Wildschweinen aus. Mit einer sehr negativen Bilanz sticht aktuell Deutschlands Nachbarland Polen hervor. Hier wurden bis zum 11. Februar 2025 bereits 536 Wildschweine positiv auf das ASP-Virus getestet, allein 123-Fälle waren es in der vergangenen Woche. Das entspricht mehr als ein Viertel aller in Polen im Jahr 2024 aufgetretenen ASP-Fälle bei Wildschweinen, wie einer Grafik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zu entnehmen ist.
Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet, trat die Tierseuche in diesem Jahr in allen Woiwodschaften auf, mit Ausnahme von Niederschlesien, Lodz, Kleinpolen, Karpatenvorland und Schlesien. Im Vergleich zu 2023 war die Zahl der ASP-Ausbrüche in Polen im Jahr 2024 zurückgegangen. Nun wächst die berechtigte Sorge, dass die Ausbruchszahlen weiter in die Höhe gehen könnten. Da zahlreiche Wildschweinkadaver nahe der deutschen Grenze gefunden wurden, wächst zudem das Risiko der Erregereinschleppung nach Brandenburg. In Deutschland gab es bislang rund 370 ASP-Fälle. Um einen Eintrag in Hausschweinebestände zu verhindern, sind Schweinehalter:innen daher dringend angehalten, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und strikt einzuhalten.
Die regelmäßige Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben thematisiert auch die 8-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de. Diese bietet Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten. Kurs 4 der Reihe befasst sich mit Maßnahmen und Hinweisen zur Biosicherheit für Schweinebestände.
ISN
Sachsen meldet neuen ASP-Fall
Aktuell beschäftigen die Maul- und Klauenseuche (MKS) und die Geflügelpest die Nutztierhalter:innen in Deutschland. Doch auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert weiterhin in Deutschland und ist noch längst nicht sicher eingedämmt, was ein neuer Ausbruch in Sachsen zeigt.
Am vergangenen Montag (10.02.2025) hat der Landkreis Bautzen einen neuen ASP-Fall bestätigt. Ein Ende Januar 2025 im sächsischen Königswartha erlegtes Wildschwein hatte die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen positiv auf ASP getestet. Das Nationale Referenzlabor hat dieses Ergebnis inzwischen bestätigt.
Um die Ausbreitung der hochansteckenden Tierseuche zu verhindern, hat der Landkreis die Suche nach Fallwild mit Hilfe von Drohnen und Spürhunden intensiviert. Zudem gelten weiterhin in der Sperrzone um den Fundort die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen. Eine ursprünglich für April 2025 vorgesehene Verkleinerung der Restriktionszonen ist aufgrund des neuen Falls nicht mehr realisierbar. Schweinehalter:innen sind dringend angehalten, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und strikt einzuhalten, um einen Eintrag in Hausschweinebestände zu verhindern.
Mit der regelmäßigen Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben befasst sich auch die 8-teilige Online-Fortbildungsreihe Biosicherheit in der tierärztlichen Bestandsbetreuung von Myvetlearn.de. Diese bietet Tierärzt:innen in allgemeinen und tierartspezifischen Kursen fundiertes Wissen zu den Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen in Beständen verschiedener Tierarten. In Kurs 4 der Reihe geht es um Maßnahmen und Hinweise zur Biosicherheit für Schweinebestände.
Landkreis Bautzen
Begriff Klimawandel nach Trumps Anweisung eliminiert
Der wiedergewählte US-Präsident Donald Trump lässt keine Gelegenheit aus, um weltweit für ungläubiges Kopfschütteln zu sorgen. Während auf der ganzen Welt zahlreiche Wissenschaftler:innen daran arbeiten, Möglichkeiten zu finden, den Klimawandel die stoppen und die Auswirkungen zu begrenzen, hat Trump nun verkündet, die Umwelt- und Klimapolitik der USA abzuschaffen. Statt Forschungen zum Thema Erderwärmung zu unterstützen, sollen stattdessen wieder vermehrt fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle gefördert werden.
Zudem hat er beschlossen, den Begriff Klimawandel und Klimakrise aus öffentlichen Dokumenten streichen zu lassen. Er hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angewiesen, alle Erwähnungen des Klimawandels von ihren öffentlichen Webseiten zu entfernen. Als weitere Maßnahme sind Kürzungen bei der US-Wetterbehörde NOAA geplant. Vor ein paar Tagen hat Trump dann auch, wie schon erwartet, den erneuten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angeordnet. Die Kündigung reichte seine Administration bei den Vereinten Nationen ein. Sie wird nach einem Jahr wirksam.
Diese Entscheidungen haben jedoch einen weitreichenden Einfluss auf die globale Klimapolitik, wie einer Studie der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu entnehmen ist. Umso mehr sei jetzt die Europäische Union gefordert, mit ihrem Green Deal und ambitionierten Klimaschutzinitiativen gegenzusteuern, so Studienautorin Franziska Holz.
Die drastischen Maßnahmen Trumps haben jedoch keinen Einfluss auf die fortschreitenden Auswirkungen des nicht zu leugnenden Klimawandels, der sich mit heißeren und trockeneren Bedingungen im Westen sowie mehr Stürmen und Starkregen im Osten der USA zeigt. Auch die Brände in Kalifornien der letzten Wochen wären ohne den Klimawandel nicht so verheerend gewesen. In Anbetracht der nicht zu übersehenden Wetterveränderungen stellt sich die Frage, wie lange die Landwirt:innen noch auf Trumps Seite stehen werden.
Agrarheute
US-Landwirt:innen drohen starke Einkommenseinbußen
Der neue US-Präsident Donald Trump ist erst wenige Tage im Amt, hat aber schon jetzt für viel Unruhe gesorgt. Noch steht ein Großteil der amerikanischen Landwirt:innen auf Trumps Seite, was sich allerdings schon bald ändern könnte. Im Raum stehen aktuell Zölle, die am ersten Februarwochenende auf Waren aus Mexiko, Kanada und China implementiert werden sollten. China hat bereits mit Gegenzöllen reagiert. Der republikanische Präsident hat zudem Zölle auf Waren aus der EU angekündigt. Auch hat das Weiße Haus bereits mit der angedrohten Massenabschiebung von Einwanderer:innen ohne Papiere begonnen.
In Kombination mit möglichen Kürzungen der Ausgaben für Lebensmittel und Ernährung könnte allein die Milchwirtschaft in den Vereinigten Staaten Milliarden von Dollar verlieren, wie Charles Nicholson, Professor an der School of Integrative Plant Science im College of Agriculture and Life Sciences befürchtet.
„Wenn man einen Handelsstreit mit unseren wichtigsten Exportzielen – Mexiko, Kanada und China – beginnt und diese beschließen, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, hat das erhebliche negative Auswirkungen auf die Milchviehbetriebe und die verarbeitende Industrie“, erklärt der Experte.
Zölle auf importierte Vorprodukte wie Maschinen und Futtermittel, die in der Milchproduktion verwendet werden, erhöhen die Betriebskosten für Landwirte. Die dadurch entstandenen Mehrkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden, könnten die Milchpreise steigen lassen. Die drohenden Strafzölle anderer wichtiger Handelspartner der USA im Agrarsektor könnten zudem den Export von Milchprodukten erschweren und die Preise im Inland weiter unter Druck setzen.
Da geschätzt die Hälfte der Beschäftigten in der Milchwirtschaft Migranten sind, werde die Abschiebung ebenso zu Problemen für die Branche führen, wie Christopher Wolf, Professor für Agrarwirtschaft an der Cornell Universität, betont. Durch den Arbeitskräftemangel steigen die Kosten für die Gewinnung und Verarbeitung von Milchprodukten. Noch ein Faktor, der voraussichtlich zu höheren Preisen für Verbraucher führen wird.
Die am 16. Januar 2025 vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angekündigten neuen Vorschriften zur Milchpreisgestaltung verursachen weitere Einkommenseinbußen für die amerikanischen Milchviehbetriebe. Die Änderungen der Gesetzgebung bedeuten höhere Kosten für die Umwandlung von Milch in Milchprodukte wie Käse, Butter und Trockenmolke.
Die Landwirte in den USA haben demnach allen Grund zur Sorge!
Agrarheute
Agrar-O-Mat gibt Landwirt:innen Orientierung für Bundestagswahl
Nachdem der Bundespräsident am 27. Dezember 2024 auf Ersuchen des Bundeskanzlers den 20. Deutschen Bundestag aufgelöst hat, steht in weniger als vier Wochen die vorgezogene Bundestagswahl an. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind mindestens 59,2 Millionen Deutsche wahlberechtigt. Die verschiedenen Parteien werben aktuell u.a. mit ihren Wahlprogrammen intensiv um jede Stimme.
Auch in diesem Jahr hat der Deutsche Landwirtschaftsverlag einen Agrar-O-Mat entwickelt, um den Landwirt:innen eine Orientierung zu geben. Der Agrar-O-Mat ist ein Online-Wahl-Hilfetool, das auf die Zielgruppe Landwirt:innen und alle an der Landwirtschaft Interessierten zugeschnitten ist. Acht Parteien, die in den Bundestag einziehen wollen, haben sich zum Thesenkatalog der Redaktion mit Aussagen zu brisanten agrarpolitischen Themen positioniert. Mit dem agrarheute-Wahltool lässt sich für Jede:n schneller herausfinden, welche Partei den eigenen agrarpolitischen Positionen am nächsten kommt.
Für den Agrar-O-Mat hat die Redaktion besonders umstrittene Themen und Entscheidungen aus der aktuellen Agrar- und Umweltpolitik zu 24 Thesen verdichtet. Zu dem von der Redaktion aufgestellten Thesenkatalog gehören neben der Abschaffung der Agrardiesel-Vergünstigung auch die Bekämpfung des Wolfs und das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur-Raum sowie die Förderung von Junglandwirt:innen.
Im Agrar-O-Mat können die Wahlberechtigten 24 agrarpolitischen Thesen mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ beantworten. Das Ergebnis aus dem Agrar-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ist ein Informationsangebot für Landwirte zur Bundestagswahl 2025.
Agrarheute